Ausgabe 
11.4.1910 Erstes Blatt
 
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hervor: Hauptfahren über

38 Mm. 40- Sek.

Radfahren.

Vereinsrennen des überaus stark besetzt war,

lairfaikmirOd^nt Angestellten versicherter Geschäfte werden, da sie meist wohl hauptsächlich mit versicherten Arbeiten be­schäftigt werden, auch bei Eintritt eines Unfalls bei einer unversicherten taufmännischen Tätigtest regelmäßig an den Wohltaten der Unfallversicherung teilnehmcn.

Endlich ist das Bair-Unfallversicherungsgesetz in das Gewerbe-Unfallversicherungsgcsctz eingearbeitet.

Ties sind die hauptsächlichsten und wichtigsten Neue­rungen des zweiten Entwurfs, denen sich noch eine Reihe minder einschneidender Aenderungen anschließt.

\2> ist vielmehr jetzt, nachdem der russische Fiskus die Beschwcrde- frist gegen den PfändungsbescUuß vom 15. Trzernber 1909 hat verstreichen lassen, danrit dieser Pfändungsbeschlußrcch ts- kräftig geworden und von Herrn von Mellfeld gegen das Bankhaus Mendclsohn Klage auf Auszahlung des beschlag­nahmten Guthabens in Höhe des von Hellseldschen Anspruches (nebst Zinsen und Kosten ca. 41/3 Millionen) erhoben worden. Ter Verhandlungstermin steht vor der 27. Zivilkammer des Land­gerichts Berlin I (am 7. Mai 1910.

Reibeling 38 Min. 40° Sek., 4. Ad. Reich 40 Mm. 10- Sek., 5. Ehr. Pfund 40 Min. li Sek. Vorgabefahren unter 10 kllm.: 1. Frii; Linker 0 Vorgabe, 2. W. Hammel 4 Mim Vorgabe, 3. Ad. Eberle */. Sun. Vorgabe.

____ ereinigung der ein­geschriebenen Seeleute des südwestlichen Frankreichs hat dm A u s st a n d i n M a r s c i l l e g c nc i ß b i l l i g t und be­schlossen, daß ihre Mitglieder auf ihren Posten bleiben sollen.

20 Slim.: 1. Fritz Linker in

Ausland.

DerKöln. Ztg." wird aus Adis-Abcba telegraphiert: Ras Michael verhinderte einen Versuch des Bruders der Kaiserin, Ras Wolic, nach Adis-Abeba durchzubrechen. Die nördlichen Pro- vinzeit verweigern die volle Heeresfolge; dadurch ist der Friede gesichert.

Aus Hessen.

Landtagswahl inMombach. Von den 973 Wählern haben am Samstag 726 abgestimmt. 427 uugestrichene Zettel wurden für '2X Wolf (fortjcku. Volksp.) und 324 für Dr. Frenay (Ztr.) abgegeben. Elf Zettel waren zersplittert und gestrichen. Die Wahl des Ta. Wolj für den Landtag ist damit gesicheri. Ein Wähler hatte statt seines Stimmzettels die Konditorrechnnng für den weißen Sonntag abgegeben.

Deutsches Aereh.

Aus H v m b u r g v. d. H. wird gemeldet: Sonntag vormittag nahm der Hof an dem Gottesdienste in der Erlöserkirche teil. Der Kaiser unternahm Sonntag nachmittag eine Fahrt im Automobil über Königstein, Esch, Weilburg, Braunfels und zurück über Usingen.

Ueber den Stand der M e l l f e l d s ch e n A n g e l c g e n h e i t wird von zuständiger Stelle aus Berlin mitgcteilt: Tie Pfändung auf 5 Mlllionen Mark Guthaben des russischen Fiskus bei der Bcmksirrna Mendelsohn u. Eo. besteht nicht mir nach wie vor,

Sport.

Bei dem am Sonntag abgehalteneu Rad - KlubsG c r nt a n i a", welches gingen folgende Älltglieder als Sieger

2. Ad. Eberle 33 Min. 40* Sek., 3. rridw.,

* * Keine Stempelpflicht besteht in Hessen für die im Sparkassenverkehr der Sparkassen und Genossen­schaften erteilten Quittungen, wenn über das Guthaben nicht anders als iin Wege der Barabhebung verfügt werden kann und wenn außerdem die Zahlungen aus dem Guthaben aus­schließlich nur gegen Vorlage des Einlagebuches zwecks Ein­trages der Abhebung erfolgen darf. Danach unterliegen z. B. die bei der hiesigen Gewerbebank angelegten Spar­einlagen keiner Stempelpflicht.

* * Handelskammer. Der Bureauoorsteher der Großh. Handelskammer Gießen schied am 1. April dss. Js. nach 22jähriger gewissenhafter Tätigkeit aus seinem Amte au§, um sich der wohlverdienten Ruhe hinzugeben. Zu seinen Ehren vereinigten sich am Freitag abend die Mitglieder und Beamten der Handelskammer zu einem Abschiedsessen, das einen schönen Verlauf nahm.

Ueber die Kunst von Nadel und Schere hielt Herr Fuhr aus München am Freitag im Eafv Ebel einen gut besuchten Vortrag. Der Redner wicS darauf hin, von welch vorteilhafter Bedeutung die Beherrschung von Nadel und Schere für Haus, Familie und Beruf fei, und daß dabei die wissenschaftlich« Zuschneidekunst die erste Stelle ein- nehmen müsse. Die Vorführung der Rückenzeichnung ließ ahnen, daß die Methode der Frau Fuhr sehr zweckmäßig sein muß.

** Der Männerturnverein hielt am Samstag eine gut besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung ab, zu der besondere Einladungen ergangen waren. Die Feier des 25 jährigen Bestehens, die dieses Jahr in den Tagen, vom 11.13. Juni abgehalten werden soll, nahm den breitesten Raum der Verhand­lungen ein. Der Beschluß der Frühjahrs-Mitgliederversammlung anläßlich dieses Stiftungsfestes zusammen mit dem Turnverein Gießen ein Jahngedenkstein zu setzen, wurde auf Anregung des Festausschusses ausgehoben und statt dessen beschlossen, die Ehrung des Altmeisters Jahn bis zum Jahre 191.2 zu verschieben, da in diesem Jahre der Turngau Hessen sein 50 jähriges Bestehen feiert und aus diesem Anlaß das au turn fest voraussichtlich in Gießen stattfinden wird. Bis dahin hsfft man einen Grundstock ansammekn zu können, der die beiden Gießener Turnvereine in die Lage ver­letzt, dem Begründer des deutschen Turnens ein würdiges Denkmal zu errichten. Um auch in Gießen ähnlich wie in anderen größeren Städten bei den Schülern ein lebhafteres Interesse zu erwecken, und sie zu fleißigem Turnen anzuregen, wurde beschlossen, ein Iahnschild als Wanderpreis zu stiften, um dessen Besitz die emzeluen Schulen in volkstümlichem Turnen kämpsen sollen. Es sollen verschiedene Künstler aufgcfordert werden, Entwürfe für riefen Jahnschild zu liefern. Zum erftcmnal soll der Jahnschild als Wanderpreis ausgesschten werden bei Gelegenheit des Schüler- wetturnens, das am letzten Festtage vorgesehen ist. Um auch den -Schülern der Volksschule Gelegenheit zu geben, sich an dem Wett- tunten zu beteiligen, wurde beschlossen, das Turnen in 3 Stufen vorzunehmen und zwar dergestalt, daß alle Schüler von 12 bis 14 Jahren in der llnterftufc, die von 1416 Jahren in der Mittelstufe und die über 16 Jahren in der Oberstufe turnen; dabei sind die Leistungen, die von den einzelnen Stufen verlangt werden, entsprechend der Fähigkeit der Altersklasse gestellt. Als Ucbungen wurden bestimmt: Freihochsprung, Freiweitsprung, Stein stoßen inib Schwell auf über 100 bezw. 80 Meter. Die Satzungen für den Wanderpreis wurden genehmigt und sollen demnächst ebenso wie die Ucbungen den Schulen mitgercilt werden. Tie Mitgliedcrver- sammlung genehmigte weiterhin den einstimmigen Antrag des Vorstandes und Turnrats, eine "Anzahl älterer Mitglieder anläßlich des Stiftungsfestes zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, ihnen sollen bei dem für den «amslag den 11. Juni vorgesehenen Komnrers ui der Festhalle würdige Ehrenurkunden überreicht werden. .Auch

Line Rede des französischen Ministerpräsidenten.

Öcrr Briand, der in St. Eyamond eine Rede halten wollte, erfuhr dort feindselige Kundgebungen. Er machte eS darauf ähnlich wie Bismarck, der bekanntlich bei seinem ersten parlamentarischen Auftreten den stürmisch erregten Gegnern den Rücken kehrte und in ein Zeitungsblatt sich vertiefte, bis wieder Ruhe eingetreten war. Sonst hat übrigens Herr Briand, and) nach seiner neuesten Programm­rede, vom Bismarckschen Geiste keinen Hauch verspürt:

St. Chamond (Departement Loire), 10. April. Hier ' wurde von der Polizei ein Mann verhaftet, der ohne Eintrittskarte zu einem Bankett, an dem der Minister­präsident Briand teilnahm, sich Einlaß verschaffen wollte. Bei dem Eindringling wurde ein Revolver gefunden.

Während Ministerpräsident Briand bei dem Bankett eine Rede hielt, kam es draußen zu stürmischen regie- ruugsfeindlich en Kundgebungen. Die Fenster­scheiben des Bankettsaales wurden eingeworfen. Briand unterbrach seine Rede, zündete sich in aller Ruhe eine Zigarette an, und wartete das Ende des Tumultes ab. Die Teilnehmer am Bankett spendeten Briand lauten Beifall. Die Unruhestifter wurden von der herbeigerufenen Gendarmerie zurückgedrängt. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen.

Der Ministerpräsident Briaitd bezeichnete in seiner Rede u.a. als Programm dernäch st en Gesetzgebungs­periode: Schaffung eines Statuts, durch welches die Rechte und die Pflichten der Beamtenschaft genau be­stimmt werden, Umgestaltung der Steuern, mittels welcher 'der Staat auf leichtere und einfachere Weise die erforder­lichen Hilfsquellen finden soll, ohne sich in die Führung der privaten Angelegenheiten einzumischen, Verwal- tungs- und Wahlreform, bei welch' letzterer jedoch das für jeden Demokraten nnobweisliche Mehrheitsprinzip gewährt werden müsse; ferner Organisierung des Arbeiter- tredites, Beteiligung der A r b e i t e r a m U n t e r n e h m e r- gewinn in Form von Ar beiteranteilschei.it en, sowie Festsetzung eines gemeinsamen Arbeitsvertrags.

Der Ministerpräsident schloß mit der Erklärung, daß keine Regierung den Grundsatz der Autorität erschüttern lassen dürfe, wenn sie die ihr anvertrauten großen Interessen nicht gefährden wolle. Die nationale Verteidigung müsse die Aufmerksamkeit des Parla­ments ganz besonders in Anspruch nehmen, aber es wäre nicht gerecht, nur die gegenwärtigen Budgets mit den bis­her erforderlichen Ausgaben zu belasten. Mehreren Be­richten zufolge hat der Ministerpräsident dabei angedeutet, daß sich die Notwendigkeit eines Anlehens ergeben werde, um allen Bedürfnissen der nationalen Verteidigung Rech­nung zu tragen.

smd während der Nacht mit eigener Besatzung in See gegangen, sieben weitere werden im Lause des Tages auslausen, fünf von ihnen ebenfalls mit eigener Besatzung.

Bordeaux, 10. April, die V

(ScrictytsfaaL

** Kriegsgericht. Heute morgen 7«/< Uhr verhandelte das Kriegsgericht in der alten Kaserne gegen den prall. Arzk Stabsarzt der Landwehr Dv. K. wegen Duellver> gehens. Der Gerichtshof bestand aus Oberstleutnant 1). Lind» quist als Vorsitzender, Major Großmann, Stabsarzt 'Dr. Zedlcr und OberarztDr. Todt. Als Verhandlungsleiter fungierte Kriegs­gerichtsrat Koch, als Vertreter der Anklage Kriegsgerichtsrat Obcnoucr. Die Verhandlung, in der cs sich um das Duell im Stadtwald handelte, endete mit der Verurteilung des Ange­klagten zu 3 Monaten Festungshaft. Ter als Zeuge geladene iT-uellgegner des Verurteilten verweigerte die Aussage. Aus den Urteilsgründen war zu entnehmen, daß es nach der Bekundung des Angeklagten für ihn um feinen Scheinkampf son­dern um ein ernstliches Duell gehandelt hat; er hat angegeben, daß es zwar nicht sein Wille war, den Gegner zu töten oder zn verletzen, daß er aber auch nicht die Absicht gehabt habe, ihn zu seltnen. Er habe bei dem einmaligen Kugelwechsel die Pistole aut ihn gehalten.

Bonn, 9. April. Der Fall Fcith beschäftigte heute nahezu fünf Stunden lang das Schwurgericht. Tie Anträge lauteten gegen Konrad Graf Fiuck zu Fincken stein, geb. 1889, imb Hans Werner v. Q u istvrp, geb. 1885, auf widerrechtliches Eindringen nach § 123, Abs. 3, Les Strafgesetzbuches. Der. Angeklagte von Finckenstein erklärte, daß sie nach einer Äbschicoc" kneipe im Korps Borussia noch in einem1 anderen Lokale weiter getrunken hätten unb dann zur Wohnung des Feith gegangen seien, um kortBudenzauber" zu machen. Er selbst will nicht Lut Zimwer anwesend, gewesen sein. Dpr Angeklagte 0. Ouisrirp

die Weihe und Uebergäbe der neuen Fahne soll art diesem Abend vorgenommen werden. Auf Anregung einiger älterer Mitglieder wurde beschlossen, als offizielle Turnkleidung wieder einen blauen Sack rock einzuführen, der sich schon in früheren Jahren sehr gut bewährt haben soll. Besonders eingehend gestalteten sich die Ver­handlungen, als der Gesamt Voranschlag für das Stiftungsfest bespwchlen wurde, da einzelne Unterausschüsse ihre Bora 1 schlage nock nickst eingereicht haben, war es ^ickü möglich, den Gesamt- abschluß herzustellen. Jedoch wurde beschlossen, möglichst bald eine Zcichmingsliste bet den Mitgliedern des Vereins in Umlauf zu setzen, bisher wurden von den in der Versammlung anwesenden Mitgliedern insgesamt 2500 sI>lart zum Garantiefonds gezeichnet. Einstimmig war man der Meinung, daß von allen nicht unbe­dingt notwendigen Ausgaben abgesehen und der Geschäftsführende Ausschuß gebeten werden solle, den Gesamt-Voranschlag und die tatsächlichen Ausgaben so zu halten, daß bei günstiger Witterung ein Fehlbetrag nickst zu befürchten ist. Bezüglich der vom Vorstano beantragten Ergänzung der Satzungen würde beschlossen, diesen Punkt als ersten auf die Tagesordnung der demnächst abzuhaltcnden außevordentl. Mitgliedervewammlung zu setzen. Zum Schluß dankte per erste Sprecher den seitherigen Mitgliedern dcs Vorstandes und Turnrats für ihre treue Mitarbeit unb brachte auf das Gelingen des Jubiläumsfestes ein dreifaches Gut Heil ajus.

= Langsdorf, 11. April. Beim Transport (Hin- ausschieben) eines mit Heu beladenen Wagens aus der Köhlerschen .Hofreite in Langsdorf auf die nebenan befind­liche Fuhrlverkswage zog fich der Abg. Köhler-Langs­dorf eine Zerreißung von Muskelfasern in der rechten Wade zu, so daß er auf einige Wochen hinaus des Geyens unfähig sein wird. Es wird ihm infolge dieses Umstandes nicht möglich sein, vor Pfingsten an den Verhandlungen des Reichstags und Landtags teilzunehmen.

Nidda, 11. April. Am Sonntag hielt hier im Gambrinus der Vorsitzende des Gabelsberger Stenographen- Vereins Gießen von 1861, Sekretär Loh, einen recht gut be­suchten Vortrag überDer Nutzen der Stenographie und der Slenographen-Vereine", nach dessen Schluß sich die Teil­nehmer an einem kurz vorher beendeten Anfängerkursus und eine Anzahl anderer stenographiekundiger Herren zu einem Vereine zusammenschlossen.

X Kirch-Göns, 10. April. Heute fand hier eine Generalversammlung des Provinzialverbands oberhes fisch er Kaninchen- und Geflügel- zuchtvcreine statt. Dabei wurde beschlossen, eine Pro­vinzialausstellung im September in Echzell abzuhalten.

X Butzbach, 10. April. In die Volksschule sind zu Anfang des neuen Schuljahrs 85 Kiu d e r ausgenommen worden,^die in zwei Parallelklassen geteilt wurden. Die Gesamtzühl der Schüler beläuft sich jetzt auf 405, die sich auf 9 Lehrkräfte verteilen, so daß eine verhältnismäßig günstige Durchschnittsklassenstärke yerauskommt.

X Steinfurth, 10. April. Nachdem die neue Bahn Bad-NauheimGriedel erst einige Tage im Betrieb ist, hat sich schon in der Nähe unseres Ortes, in dem Frhl. von Löwschen Wald durch Funkenauswurf der Lokomotive eilt Waldbrand entwickelt, der durch das Antohlen eines größeren Bestandes Kiefern und Eichen be­trächtlichen Schaden angerichtet hat.

X Bad-Nauheim, 10. April. Der hiesige jetzt an­nähernd 120 Mitglieder zählendeOrtSgcwerbevcrein trägt sich mit dem Gedanken, eine eigene Handwcrker- schule zn erbauen. Der Vorstand wird in nächster Zeit oen Mitgliedern Vorschläge über die Errichtung eines Bau- fonds machen.

L. Friedberg, 10. April. Die Eröffnungsfeier des! Lehrerseminars findet morgen im Turnsaale des Seminars statt. ES werden wieder sechs Klassen, resp. drei/ Parallel-Klassen, errichtet und an 190 Seminaristen du Anstalt besuchen. Tie Vorarbeiten für die Zentralheizung, sowie für die Erbauung eines weiteren größeren Saales sind bereits im Gange.

D Reichelsheim i. d. Wetterau, 10. April. Eine Wetterauer Bismarckfeier des Bundes der Land­wirte fand gestern abend unter zahlreicher Beteiligung hier im Saale der GastwirtschaftZur )Post" statt unter Mitwirkung des Musik- und des Gesangvereins.

w. Mainz, 9. April. Als Mörder des Fabrikauteill EWin g or in Nauheim bei Osrvß-Gerau, auf deu geftern' abend von der Straße aus gefchofsen wurde, ist sein früherer Teilhaber, der Fabrikant Klein in Nauheim, heute abend verhaftet worden. Klein lag mit Ew'mger im Prozeß,, Ter Zustand EWingers ist hoffnungslos.

W Frankfurt a. M., 10. April. Der Er ö ff uungs-i t a g der Rcunsais 0 u winde durch den Besuch der K a i - j serin ausgezeichnet. Gegen 3D- Uhr nainittags traf die Kaiserin! mit der Prinzessin Viktoria Luise, dein Prinzen und der Priip- j zessin Albert zu Schleswig-Holstein in Automobilen, von Homburg auf dem Rennplatz in Niedcrrad ein. Tie zahlreichen Besucher' des Rennens brachten der Kaiserin lebhafte Ovstiouen. Tie Herr- fchasten nwhiUcn mehreren Renne bei und verfolgten deren Ver­lauf mit lebhaftem Interesse. Während der Pause wurde der Tee genommen. Um Uhr verließen die Kaiserin unb die Prinzessin unter den Hurrarufen des Publikums die Bahn und fuhren, ün, Auw mobil nach Homburg zurück.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 11. April 1910.

Der Besuch des Kaisers in Gießen.

Der Kaiser wird, wie nunmehr seststeht, am Freitag, 15. April, gegen 11 Uhr vormittags zur Besichtigung Seines Leib-Regiments mittels Automobils auf dem Ex­erzierplatz ein treffen. Nach der Besichtigung des Regiments wird der Kaiser an der Spitze der Fahnen-Kompagnie durch die Kaiser-Allee, Gartenstraße, Ostanlage, Landgrafenstraße nach der Zeughauskaserne reiten, woselbst er um 1 Uhr im Kasino beim Offizier-Korps des Regiments ein Frühstück einnehmen wird. Die Abfahrtszeit des Kaisers ist noch nicht bestimmt.

Zur Aufrechterhaltung der Ordnung er­sucht das Garnison-Kommando um Beachtung folgender Punkte: Der Trieb wird militärischerseits und durch die Gendarmerie von 9.30 Uhr vorm. ab abgesperrt. Begrenzt wird die Absperrung im Süden durch die Straße nach Reis­kirchen bezw. Rödgerstraße, nach Osten Raird des Exerzier­platzes, nach Norden Rand der Waldkulisse südlich Wieseck, nach Westen durch die Kirschen-Allee. Nach Einvernehmen mit der Bürg ernt erster ei ist die Anfahrt von Wagen auf der Kaiser-Allee in der Richtung nach Reiskirchen nur bis 10.30 Uhr vorm. gestattet; nach dieser Zeit nicht mehr. Der ab­gesperrte Teil darf weder von Wagen befahren, noch von Reitern und Fußgängern betreten werden. Ganz befonders weist das Garnifon-Kommando darauf hin, daß das Durch­brechen der Postenkette, wenn der Kaiser an der Spitze der Fahnen-Konipagnie den Trieb verläßt, unter allen Um­ständen vermieden werdeit muß, damit nicht, wie bei dem letzten Kaiserbesuch infolge des Durchbrechens der Posten­linie gerade in diesem Zeitpunkt eine Lage entsteht, die geeignet ist, sowohl für den Kaiser, wie auch für das Publikum gefährlich zu werden und zum wenigsteit ein eit sehr schlechten Eindruck machen würde.

Um überhaupt Unfälle zu vermeiden, um den mit der Absperrung beauftragten Offizieren und Mannschaften des Regiments ihre Aufgabe zu erleichtern und um unliebsame Zwischenfalle zu verhindern, die den glatten Verlauf des für die Stadt und das Regiment festlichen Tages nur be- einträchtigeu können, wird das Publikum dringend er­sucht, sich den Weisungen der mit der.Absperrung beauf­tragten Organe unbedingt zu fügen.,

Wahlrechtsversammlungen.

Berlin, 10. April. Die heute nachmittag im Hum­boldt- und Friedrichshain, sowie in Treptow unter freiem Himmel abgehaltenen Wahlrechts-Versammlungen, die von vielen Tausenden besucht waren,, sind überall ruhig verlaufen.

Auch in der Provinz sind die gestrigen Wahlrechts­versammlungen bezw. Umzüge, ausgenommen in Breslau, Waldenburg und Stolp i. Pommern, wo die Polizei ein­griff, ruhig verlaufen. Die Zahl der in Berlin an den Kundgebungen unter freiem .Himmel beteiligten Personen, darunter auch Frauen, wird mehrfach auf 100- bis 150 000 ge­schätzt. Die Ramnverhällnifse der Versammlungsplätze er­leichterten es den zahlreichen Ordnern, zu verhindern, daß Gedränge entstand. Int Treptower Park leuchteten zehn rote, auf Rollwagen montierte Tribünen weit über den grünen Rasen. Durch Trompetensiguale wurde der Beginn jedes neuen Aktes der Kundgebung angekündtgt. Der frische Aprilwind ließ manches Rednerwort seinen Beruf verfehlen. Im Friedrichshain und int Humboldthain erschien der P 0 l i z e i P r ä s i d e n t zu Fuß> und überzeugte sich .von dem ordnungsmäßigen Hergang der Tinge. Die Sanitätskolonne griff in etwa 90 bis 100 Fällen ein.

Wiesbaden, 10. April. Auf einer großen Wiese gegenüber der Leichtweishöhle, etwa eine halbe Stunde von frer Stadt entfernt, fand heute mittag 12 Uhr eine von etwa 3000 Personen besuchte sozialdemokratische Versammlung unter freiem 5)immel statt. An Stelle des in letzter Stunde 'verhinderten Reichstagsabgeordneten Stadthagen sprachen Parteisekretär Rudolph-Frankfurt und E. Vogtherr-Wies- baden. Die Polizei hielt sich zurück, und es stind keinerlei Zwischenfälle vorgekommen.

Dar Mbflauen ^es Ausstandes in Marseille.

Marseille, 9. April. Tie eingeschriebenen See­leute ließen den Präfekten bitten, den Boden für eine Ver­st ä n d i g u n g vorzubereiten. Der Präfekt weigerte sich, 51t ver­handeln, solange die Seeleute nicht wieder an Bord gegangen feien. Die Seeleute erklärten darauf, sie würden erst an Bord zurückkehren, wenn der Präfekt ihre Abgeordneten empfangen habe.

Die Dockarbeiter arbeiten wie gewöhnlich. Drei Dampfer

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