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Mittwoch LI.Mai lSio
Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
Intendanz, von der Herr Tänzler seit längerer Zeit die Lösung seines im Jahre 1909 geschlossenen Vertrages begehrt hat, versuchte das vertraglich vereinbarte (behalt des Herrn Kanzler von 30- bis 35 000 Mark aus 24- bis 30 000 Mark herabzudrücken, was natürlicherweise abgelehnt wurde. Ausi den sich daran knüpfen den Verhandlungen zog Herr Tänzler den Schluß, das; an cur gedeihliches Wirken an der Münchener Bühne nicht zu bcntcn sei, weshalb er den Vorschlag unterbreitete, seinen Vertrag rück- gängcg zu machen. Für diesen Fall war ein Reugeld von 35 000 Mark vereinbart. Die Intendanz zahlte jedoch nur 20 000 Mark.
— Ein englisches Gastsvieltheater. Ter Plötzliche Tod Meta Illings, durch den das erfolgreich begonnene Unternehmen eines englischen Theaters in Deutschland fein vorläufiges Ende gesunden hat, hat in England den Anitas; zu der Gründung einer eigenen Schauspiel-Truppe gegeben, die unter dem Namen „The English Players" jetzt an die Oeffentlich^it tritt. An seiner Spitze stehen jetzt, Mr. I. T. Grcnn und der bekannte Publizist und Friedensapostel W. T. Ltead, dem Ehrenausschutz gehören die Botschafter und Gesandten der meisten fremden Mächte und von sonst bekanilten Persönlichkeiten u. a. Adelina Patti, Conan Dohle, Henrh Arthur Jones, H. G. Wells an. Die Gesellschaft, die zunächst mit einen« Stammkapital vml 100 000 Mark begründet wurde, will unmittelbar an Meta Mmgs Englisches Theater ,anknüpfen und diejenigen dcutichan Ltadte im Laufe des Sommers besuchen, in denen-das Jllingsche Theater zu spielen gedacht hatte. Der Spiclplan ist vorerst absichtlich in ganz engen Grenzen gehalten: er beschränkt sich auf ^harefpeares „Wie cs euch gefällt" und Lscar Wildes Lustspiel „Ernst lein". Auch verzichtet die Gesellschaft auf besondere „etars/' lind will nur ein kleines gewähltes Personal von tüchtigen Kräften ins Feld führen. Auf;er über Deutschland soll die Gastspielreise sich auch über Oesterreich, Holland und Belgien erstrecken.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der ä l t e st e deutsche Notar, Justizrat H a r t w i ch in Marienburg, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. >mstizrat Hartwich stand über 60 Jahre im Justizdienst. — Das Senats- Mitglied Stanislas Cannizzaro, ein bekannter italienischer Chemiker, ist in Rom g e st o r b e n. — £er König von Württemberg hat dem Geheimen Jntendanzrat Ludwig Bar nah, Intendanten des Hoftheaters in Hannover, das Ehrenkreuz,des Ordens der wiirttembergischen Krone verliehen. vsn Mün |ter 1tarb der Professor für die Rechts und Staat swisfen schäft en Leo von S a v i g n h im Alter von 46 Jahren.
Wirken entsprungenen Erfolge, sondern auch die beispiellose erhabene Schlichtheit, mit der er sic getragen hat. Die Worte, die Bismarck aus seinen Ottabstein setzen lietz — Ein treuer deutscher Diener seines Herrn! — waren auch der Leitstern in Moltkes Leben. Mit Zuversicht blickt das deutichc Volk, blickt das deutsche Heer, in dem M o l t k e s G e i st f o r t l e b t, in die Zukunft. „Deutschland, Deutschland über Alles", „Mit Gott für Kaiser und Reich" bleibt aller Deutschen Wahlspruch für ewige Zeit. Im Allerhöchsten Auftrag des Prinzrcgentcn Luitpold von Bayern lege ich den Lorbeer der Unsterblichkeit an die Büste des großen Deutschen nieder.
Nun ergriff General st abschefv. Moltke Das Wort, um namens des Generalstabs die Dankbarkeit für die Einladung des Prinzregenten zum Ausdruck zu geben Dann fuhr er fort
„Ties bewegt in Erinnerung an unseren großen Schöpfer und einstigen Chef sind wir, die Vertreter des Gcneralltabs, in diesen weihevollen Raum eingetreten, der eindringlicher als Worte es vermögen, von deutscher Geisleskrast und Größe zu uns spricht, was Männer geschaffen haben, deren Namen dieser stolzer Bau geweiht ist. In reiner Größe steht das Bild Moltkes vor den Äugen der Nation, das Bild eines Mannes, gleich bewundernswert als Feldherr, wie als Mensch, ein Vorbild jedem strebenden und Kämpfenden, sei er Soldat oder Bürger. In harter schule stählte er seinen Charakter, lernte er SelbItzucht und V e r- achtung allen äußeren Scheines, lernte er lein Leben besiegen und beherrschen, dessen Erscheinung lein klarer und durchdringender Verltand nach ihrem Wert und Unwert sonderte. In der kristallklaren Erkenntnis der Tinge und, der Verhältnisse liegt die, nur einem Genie erreichbare Größe seines Feldherrntums. Und dieser Mann, der still und bescheiden «den Ruhm trug, den die bewundernde Welt seinen Taten zollte, blieb sich selber treu bis zum letzten Atemzug. Die Pflicht war ihm die Richcichnur seines langen Lebens, seine Begleiterin die Arbeit, fern Wesenskern, die Treue, das sind die idealen Güter, .die er uns hmterlaisen hat, der von den Strahlen seines Genius erhellte Weg, den er utis vorgezeichnet hat."
Der Generalstabschcf legte nun ebenfalls einen mächtigen Kranz an der Büste nieder: ihm folgte Prinz Leopold, der namens der bayerischen Armee einen Kranz niederlegte. Namens des bayerischen Veteranen- und Kriegerbundes richtete Regierungsrat N o l z e eine patriotische Huldiguiigsanfprache an Die Versammelten, welche austlang in die „Wacht am Rhein".
Im Anschluß an die Enthüllung der Moltke-Büste in der Walhalla wurde nachmittags im Hotel „Maximilan" in Regensburg eine Hof täfel gegeben, bei der Prinz R u p p r e ch t ein Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Staatssekretär Dr. Delbrück brachte ein Hoch auf den Prinzregenten ans. Hierauf hielt der preußische Kriegsminister eine Rede, in welcher er als Soldat der auf Den Schlachtfeldern crstrittenen Einigkeit gedachte und die bayerische Armee hoch leben ließ.
Berlin, 10. Mai. Zur heutigen Walhallaseier richtet: der Reichskanzler folgendes Telegramm an den Minister- rräfibenteu Frhrn. v. Podcwils: „Wie alle Deutschen nehme ich heule im Geiste an der Ehrung Moltkes teil, durch die Bayern vor aller Welt kundgab, wie teuer dem geeinten Deutichland Da-j Andenken einer großen Zeit ist.
Ministerpräsident v. Podewils telegraphierte daraus an den Reichskanzler: „Der heutige Tag hat in Der Halle, die int Herzen bayerischer Lande zum Gedächtnis deutlchen Ruhmes sich erhebt, das Dreigestirn vereint, dessen Glanz Deutschlands fernen Geschlechtern noch erstrahlen wird. In Dankbarkeit seiner Großen gedenkend, wird das deutsche Volk in Stärke, Einigkeit und Ruhe seiner Zukunft entgegengehen."
Roofeoelts Lmpsang in Berlin.
Tie Berliner Zeitungen begrüßen den ehemaligen Präfi bcntcn der Vereinigten 'Staaten recht verschiedenartig:^ einen wahren die übliche Form, die man für solche B.fucher anwenden muß, von denen es politisch etwas zu fronen ober zu besorgen gibt, und sie besorgen dieses Oieschäsl mit mehr oder weniger freundschaftlichen Phrafen: die aiideru aber, denen die Reise nach Zirkus-Art gar zu sehr gegen den guten Geschmack ging, werden sogar cm wenig. „giftig", wie man zu sagen pflegt. Wir haben schon bei dein merkwürdigen Erscheinen aus Afrika unsere Meunmg ungeschminkt gesagt, denn unsere Gegend berührt der Pro ident ,a nicht Der „große Empfang" durch den Kaiser elbst ist erfreulicherweise unterblieben. Harden hatte schon in der lebten Samstag-Nummer der „Zukunft" einen fehl' geharnischten Artikel gegen die übertriebene Huldigung gebracht, und am Einzugstag ist cs die sreikonservatwe „Post", die sich wiederum durch einen besonders scharfen Don hervor tut, vielleicht ein wenig zu scharf, denn inan joll Ga^te nicht geradezu von der schwelle weisen. Das Blatt schreibt u. a.:
Wer ist Herr Roosevelt unb was bedeutet er für Teittsckf- land') Von wannen stammt sein Ruhm, der so gewaltig mit den qröbftcn Mitteln der Reklame, nicht zuletzt von ihm iclbst, in die Welt hinausposauut wird? Als Polizeickes vo,i Newttort bat Roosevelt zuerst von sich reden gemacht. Seine Geschäftsführung war so parteiisch und einseitig, daß es ihm nicht gelang, wiedergewählt zu werden. Besonders von den Deutschen hat ihm kaum einer seine Stimme gegeben, als er nach Ablauf Ieener Amts zeit sich wieder zur Wahl stellte. Schon damals haben Du führeiiden Männer Der republikanischen Partei die ganze „Unbesonnenheit und Eigenwilligkeit", wie der Pra,identenmaw.r Senator Marc Hannah sich ausdrückte, Roosevelts erkannt u..a ihn trotz seines freitigen Sträubens als Vizepräsidenten, lall gestellt, bi* zu aller Erschrecken die Kugel des Anarch»ten Czolgos, die Mac Kinley tödlich traf, Theodore Roosevelt in das weiße Haus beförderte.
Dann wird sein Selbstlob im spanisch-amerikanischen kriege besprochen, gegen das Karl Mays Erzählnngsgabe nur ein „armseliges Dreierricht" sei. Im Kamps gegen die. Trusts sei er keineswegs als Sieger hervorgegangen uff.
Die nationalliberalc „Nationalztg." schlägt etwas mildere Töne an, aber auch sie schreibt:
Der Tod König Eduards, des klügsten und lühlficn Polittkers auf einem Der Throne Europas, Hot die Aufmerksamkeit von dem ehrgeizigen und tatkräftigen Präsidentschaftskandidaten ab- mlenkt, dessen Besuch auch äußerlich dadurch an Bedeutung ent- büßen mußte. An irgendwelche politischen Nachwirkungen wird ohnedies niemand, der die Amerikaner und ihre Politik fennt, glauben wollen. So sehr wir die Ursache bedauern, über die Folge mag man vielfach nicht ungehalten sein, Demi für das offizielle Deutschland lag nicht die geringste Veranlassung vor, in der V e r h i m m l u n g und Anpreisung eines wenn audy sympathischen und tüchtigen, so doch immer typisch amerikanisch denkenden und handelnden Privatmannes allen übrigen Staaten und Völkern vvranmgehen.
Wildpark (bei Potsdam), 10. Mai Roosevelt nebst Gattin und Kindern trafen heute mittag 12 Uhr 52 Min mittels Sonderzuges auf der Station Wildpark ein und begaben ftd) nach dem Neuen P a l a i s. Mit dem Sonderzuge trafen auch Der Reichskanzler und andere zum Frühstück eingeladene Gälte ein Der Kaiser erwartete die Gäste in dem Vestibül vor dem Muschelsaale und trat bei der Ankunft der Wagenaus die Freitreppe heraus. Er begrüßte Roosevelt und seine Gattin auf das herzlichste und geleitete sie durch den Muschelsaal nach dem Trossenzimmer, wo sie von der Kaiserin, sowie den Prinzen und Prinzessinnen des Königshauses emv-
Es folgten: „9? a tut freifreit" von G. $r aut mann, unserem hiesigen Universttäts-Musikdirekkor, das dem Komponisten reichen Deijall emtrug, Hugo Wolffs „Gesegnet sei" und „Der Musikant", sowie Rob. Schumanns „Lied eines Schmiedes", für Die man Herrn Stephani großen Dank sckfuldet, Denn selten habe ich Diese Lieder so vorzüglich vortragen frören. Jubelnder Beifall zwang den Solisten zu einer Zugabe von Schuberts „W andere r", der sich würdig den anderen Gesängen anschloß. — Sämtlichen Ausführe,id.n sxi herzliche Anerkennung gezollt für ihre künstlerischen Leistungen, besonders Herrn Professor T r a u t m a n n gebührt wärmster Dank für Die musikalischen Genüsse der vergangenen Konzertzeit. Seine ^vornehme, echt künstlerische Auffassung bewies er nicht nur als Dirigent der großen Werke eines Bach, Brahms, Beethoven, Schubert u. a., sondern in den Kammermusiken zeigte er sich auch als Meister auf dem Klavier und als Begleiter von hervorragendem Geschick. Gießen und sein Konzerwcrein wissen auch die künstlerischen Qualitäten Herrn Prof. Trautmanns zu schätzen unb sind ihm dankbar für sein Ausharren in ärmerer -stabt. fr.
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— Bon der Mainzer Kunstausstellung. Die Preisrichter des anläßlich der Ausstellung „Der Rhein im Bild" veranstalteten Preisausschreibens erkannten den ersten P r e i ö in Höhe von 2000 Niork Dem Maler sArthur Grimm- Karlsruhe für das Bild „D er Rhein bei -Söflingen" zu. -ter zweite Preis von 1000 Mark fiel dem Maler Hans S ch w e d t e r - Karlsruhe für das Bild „W asscrfa l l" zu. Tie beiden preisgekrönten Landschaften werden als Erinnerung an die -Tagung der Kunstfreunde in Mainz in Der Mainzer G em al de-» g a I c r i c ausgehängt werden. Gestern morgen besuchten Die Herren die Sektkellerei Der Firma Kupfer berg, um auch Die materiellen Seiten des Rheines genügend zu würdigen.
— Jo fr a nn Peter Hebel, der gemütvolle aleniannische Dichter, wurde am 11. Mai 1760 zu B afel geboren. Von den zahlreichen Werken des echt volkstümlichen Richters, dem wir morgen in den Gießener Familienblättern einen Aussatz zur Erinnerung an seinen 150. Geburtstag widmen werden, haben sich namentlich die Alemannischen Gedichte und das schätz- kästlein des rheinischen Hausfreundes einen dauernden Platz in dar Siteratur erworben ,
— Ei n H c l Den t en o r für 6 0000 Mark. Der Karlsruher Hcldentenor Hans Tänzler ist, ime mir erfahren, mit Dem in Deutschland bisher noch nicht gezahlten Gehalt von 60 000 Mark von Generaldirektor Angelo Neumann tur die Berliner Große Oper verpflichtet worden, "ii hierzu wird anderer Seite noch folgendes mitgeteilt: ä,ie Münchener
Vie Enthüllung der Moltte-Vüste in der Walhalla
Regensburg, 10. Mar 1910.
Die alte, Vormocks freie Reichssdadt Regensburg prangt in reichem Festesfchmuck: freute, am Tage des Friedens fchlusses in Franffurt, soll Die Büste des Generalfeld- mar s ch a l l s Grafen Moltke, des Schlachtendenkers, im deutschen Ruhmestempel, der Walhalla, feierlich entfrüfit werden. Durch die ganze Stadt ziehen sich Guirlanden unb von den Türmen und Häusern wehen Fahnen tu den deutschen, bayerischen Landes- und Regensburger Stadtfarben. Der Frcmdenandrang ist enorm, nachdem bereits gestern unb in ber letzten Nacht die Festteilnehmer in Scharen eingetroffen find Die Straßen zeigen ein kriegerisches Bild, Truppen ziehen unter Militärmusik aus unb Srdon- uanzen durcheilen die Stadt. Als Vertreter des Königs von Bayent sind die Prinzen Leopold und Rupprecht erschienen. Den Kaiser vertritt der Preußische Kriegsminister v. Heringen, den König von Sachsen ber Säch fische Kriegsminister Freiherr v. Hausen, den König von Württemberg Kricgsminister v. Marchtaler Der Reichstag hat seinen zweiten Vizepräsidenten, den Erbprinzen zu Hohenlohe entsandt. Die Familie Moltke ist durch drei Mitglieder vertreten, den Chef des Generalstabes der Armee General der Infanterie v. Moltke, den Preußischen Minister des Innern v Moltke und den Ma^oratsbesiyer des alten Familiengutes Grafen Helmut Moltke auf Creisau.
Um */al 1 Uhr erfolgte die Abfahrt der Festteilne hm er über Barbing und die Donaustaufer-Brücke zur Walhalla In einer halbstündigen Automobilfahrt langte man vor der Walhalla an, aus deren großer Freitreppe die Festtetl nehm er sich sammelten. Der gewaltige Bau, der ganz einem gi iechischen Tempel nachgebildet ist und seltsam mit den Bauernhäusern zu seinen Füßen kontrastiert, schaut mit der einen Seite ins Land hinein, mit der anderen in das gesegnete Donautal. Ans der großen Freitreppe empfing der Walhalla-Kommissar in leuchtcnd-awtem Frack die An- fahrcnden.
Die Fcstteilnchmcr scharten sich um die verdeckte Büste, der B a y e r i s cb e Kr i e g s m i n i stcr v. Horn trat vor uub hielt eine Ansprache, in der er sagte:
In dies Heiligtwn deutschen Nationalgeistes, in dem ein echt deutscher Fürst, ein von hohen Idealen getragener, kunstbegeisterter König den großen Deutschen eine Stätte der Unsterblichkeit bereitet hat, zieht beute Moltke em, Der Deutschen größter Fel d m ar s ch a l l, dessen Wirken ine politische Auferstehung eines großen Volkes so machtvoll und enttcheidend be- einflußt hat, um einen Platz zur Seite des großen Kaisers em- zunebineil auf Der Ehrenbasik, Die der Prinzregent als treuer Hüter des Vermächtnisses seines königlichen Vaters zur Erinnerung au Die Gründung des Deutschen Reiches gewidmet hat. Mit Ehrfurcht unb freudigem Stolze blicken wir heute auf das erhabene Dreigestiru deutscher Größe, die sich uns offenbart in den Marmor- büsten des großen Kaisers, des großen Kanzlers und des großen Feldherrn. Von Nord und Süd haben sich mit den Abgefandten bon Den Reichs und Staatsbehörden, mit Den Trägern des Namens Moltke Vertreter von Volk und Heer, alte Mitkämpfer des großen Schlackstenlenkers und die begeisterte Jugend in und um Dielen Ruhmestempel geschart, dem Andenken Moltkes zu huldigen, -lie Kenntnis des Lebensganges unb die Bedeutung Moltkes üt^ Gemeingut der deutscheii Nation. Bewundernswert sind aber nicht nur *bic seinem unermüdlichen Schaffen unb feinem gemalert
Gletzener Aonzertverein.
Gießen, 11. Matt
Mit dem gestrigen dritten Kammermusik-Abend fand die Reihe der musikalischen Darbietungen des hiesigen Konzert-Vereins ihr Ende. Der gute Besuch dieses Schlußkmrzertes und die ausgesprochen sreundlick>-bankbare Haltung Des Publikums int Verlaufe des Mends werden dem Verein unb Herrn Professor T r au t- ntann ein Beweis Dafür gewesen fein, Da?'man die künstlerischen Bestrebungen hier nach Gebühr würdigt. — In Der Tat ist auch in allen Konzerten des vergangenen Winters wieder cm hoch anzueikennendes Stück ehrlicher, künstlerischer Arbeit geleitet irorD(tn. tuT. erinnert an Die wunderbare Wiedergabe des „Bach'sckstn Weihnachtsvratoriums", in Dem der Chor des Aka- Demiifhcn Gesangvereins ganz vorzügliches leistete, ferner an Beethovens „Neunte", Die wohl Den Glanzpunkt aller Veranstal- tungcu bilDen — sollte, aber infolge der mangelhaften Akustik unseres Theater^ — das für Chor Konzerte gänzlich ungeeignet ist — nicht nach Bcrbienst zur Geltung kam: nicht zu vergessen Die beiden Symphonien von Brahms und Schubert, in Denen bas <yranP furtcr Palmengarten-Orchester" unter der vorzüglichen Leitung Herrn Prof. Trauttnann wohlverdiente Lorbeeren erntete.
Eingeleitet lourde der letzte Kämmcmrusik-Abenb durch ern Wert des reichbegabten Russen S. Rachmaninow: ,Drio elegiaquc, rcidibcgabtcn stttissen S. Rachmaninow: „Trio öLgiaauc, cb 9 in d-moll", das besonders im znxiten Satz viel fchones zu sagen hat. — Ein Mißgriff war wohl Hans P s i tz n e r s «onate vp I in sis-moll für Violoncello und Klavier. Vom Cello war in diesem Werk nickst viel zu hören, es war Herrn Sogar nicht vergönnt, die Schönheiten seines Jnsttumentes zur Geltung zu bringen- im Gegenteil, man bekam manch spröden Ton zu lwren. Im letzten Satz wurde man lebhaft an einen bekannten Gassenhauer erinnert; kurzum, es war schade um Zeit und Mühe.
Vollständig entschädigt wurde man ledoch durch Paul ^uons Trio op. 17 in a-moll, Das von Den Herren Prof. Trautmann, 9t ebner unb Hegar eine herrliche Wiedergabe erfuhr, -tay Adagio non ttoppo — in Dem Violine unb Cello ganz beionberS -ur Geltung kommen — war von wunderbarer Schönheit unb legte Zeugnis ab von dem künstlerischen Zuasrnmenspiel der genannten Herren. . - .
Zwischen Den Kammennusikwerken sang Hen Hoiopern- säuger Alfred Stephani aus Darmstadt zuerst drei Lieder von Schubert: „Grenzen Der Mcnfchl-eit", „Greisengeiang' und „Der Pilgrim" in iDealer Weise mit schöner, sonorer Tongebung und tiefem Veistänbnis für Meister Schubctt: gam besonders gefiel mir der Greisengesang.
Nr. 108 Erstes Blatt 160. Jahrgang
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MGlchener Anzeiger
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