Ausgabe 
11.2.1910 Erstes Blatt
 
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Aus den ReichrtagsaussüMeil.

T<r Budgelaii^chuf titiljcinbdb? am Donnerstag Wer den Haushalt oe- 'Re in; cm ml des Innern.

Aür H Wtviiigung an Der internationalen K unstauS- ifi'd Tung in ;R y m 1911 ist eine erste Rate nun 80000 Mk. -einge stellt. Beitrag zur Iörd.rung des ärztlichen Fort-

Li t dn n g s iv ? i ens ist neu der Posten von 10000 Mk. ein- gestellt. Te;- «in-geworfen!' Betrag soll insbesondere Verwendung finden für oic Umernu hing der dlesckäftsstelle des int März 1908 gebiltcfeii ReidiS-Ausfchusscs, der die Aufgabe verfolgt, die wissen schaftlil, ; AuribilDnng der dcutsd-en Aerzte, insbesondere auf den Gebieten der Versicherungs-ieietzgebnng, der Gewerbehygienc, der Seuchenbetampjung und der Voilsirantheitcn in einheitlicher Weise zu fördern.

Ter Titel n-rd ickliepiiw a b g e te hu t und eine Entschliestung Lngcnommcn, die den stieichslänzler aussordert, die bundesstaat­lichen Regierungen zu Ma st na hm en für die Einführung der jungen Mediziner in die chziale Ai.edi.zin zu veranlassen.

Im Ordentlichen Haushalt ist eine neue Stelle für einen Vortragenden Rat angefordert worden. Zur Vegründung Lieser Forderung rührt Staatssekretär Delbrück aus: Es müsse rasch und von m verlässigen Leuten, gearbeitet werden. Auch könnten, das nicht immer wechselnde Assessoren machen. Allein hie Initiativanträge d e s Reichstags machten eine Riesenarbeit. Tarn seien für die jüngeren Herren die Ae- förte tun g 5 am i idtten im Re ich samt des Innen: sehr schlecht, so daß. «ine Llvenion gegen die Beschäftigung dort bestehe. Auf den einzelnen Beamten im Reia.samt des Innern komme mehr Vcr- antwortuna, als er je irgendwo gefurchen habe. Fünfzehn. Gesetzentwürfe seien allein in Arbeit; sie kämen aus Mangel an Personal nicht weiter. Eine übergroße Beschneidung des Reise- svnds sei gefährlich. Wenn die Räte nicht zu Informationen reisen können, tönnc jnan nidyt informiert sein. Die Anstellung eines Beamten in Sachen dir Tarifverträge hält der Staatsjekretär für bedenklich: in die Harch der Behörde dürfe man den Absckstuß solcher Verträge nicht legen. Für Anfragen stehe man ja zur Verfügung.

Ter Wortführer der Nationalliberalei: erklärt sich im Namen feiner* politischLn Freunde mit diesen Ausführungen betreffend tnc Förderung der Tarifverträge einverstanden. Er will bis neue Stelle bewilligen, da der Arbeitszuwad)s int Amte zweifellos bedeutend sei. Auf eine Anregung von freisinniger Seite erklärt Staatssekretär Delbrück: Die Teilung des Amtes würde ein Un­glück sein. Denn alle die vielseitigen Gebiete ständen in Wechsel­beziehung und müßten Datum in einer Hand bleiben. Nach weiterer Aussprache zieht das Zentrum seine Entschließung über die Tarif- terträge zurück. Morgen Marinehaushalt.

*

Der In stizauss d; u st des N e i ch s t a g s behandelte den Erprefsungsparagravhen (§ 253 Str.-G.'-B.). Tie Regierung schlägt vor, den Paragraphen analog dem Betrugsparagraphen zu ge­stalten. Der Ausschuß sieht Darin eine Besserung, sie erscheint ihr aber nicht groß genug, daher wurde eine Anzahl von Anträgen gestellt, die den Begriff der Rechtswidrigkeit und der Bedrohung anders als bisher zu fassen beabsichtigen. Eine Abstimmung er­folgte nod) nicht. Der Gegenstand wird in der nächsten Sitzung weiter behandelt werde::.

Deutsches Aeich.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, ist der Entwurf «eines Gesetzes zur Ausführung der revidierten Berner L eb er ein tun ft zum Schtttze von Werken der Literatur und Kunst dem Bundesrat zugegangen. Er wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Ter Entwurf bringt Aenderungen und Ergänzungen unseres inneren Rechtes, die erforderlich find, um die neue inter­nationale Uebereinkunft, die auf der Berliner Konferenz im Herbste 1908 von den Delegierten der Verbandsstaaten unterzeichnet und im vorigen Jahre vom Bundesrat und Reichstag genehmigt ist, in Mast treten lassen. Von Bedeutung ist namentlich die Neuregelung des Schutzes der Werke der Tonkunst gegen die Wiedergabe durch mechanische Instrumente, die Einführung des urheberrechtlichen Schützes von Vorrichtungen, Walzen, Platten usw., für mechanische Musik- und ähnliche Instrumente gegen nnbesugte Nachbil­dung. Die Verlängerung der dreißigjährigen Frist für Ur» heberrechtsschutz wird In: Entwürfe nicht vorgeschlagen.

In der B u n d e s r a t S s i tz u n g am Donnerstag ist dem Entwürfe des Arbeitslammergefctzes und dem Entwürfe des Hausarbeitsgesetzes Zustimmung erteilt worden.

Ausland.

Jur Frage der Wiederherstellung vertrauensvoller Bezie­hungen zwischen Wien und Petersburg schreibt die WienerPolitische Korrespondenz": Bei dem vertraulichen Cha­rakter der zu diesem Zwecke cingelcitetcn Besprechungen, die einen normalen Verlauf nehmen und fick) befriedigend zu entwickeln scheinen, können Nachrichten, die bereits in dem gegenwärtigen Zeitpunkte über Einzelheiten dieser Aktion verbreitet werden, keinen Anspruch ans Authentizität erheben Es kann umsomehr empfohlen werden, den Ergebnissen der schwebenden diplomatischen Verhandlungen geduldig entgegenzusehen, als zu erwarten ist, daß die Leffentlichkeit in dem Augenblicke, wo dieser Meinungs- austausd; zum Abschluß gekommen sein wird, durd) völlig be­glaubigte Mitteilungen ausreichende Aufklärung erhalten wird.

Im 'N i e d e r - O e st e r r c i ch i s ch e n Landtage beant­wortete der Statthalter in Ermächtigung des Handelsministers die vorgestern cingebradjtc Anfrage über die Einführung von S ch i s f a hrtsabgabe n aut den deutschen Strömen. In seiner Antwort weist er auf die durch die internationalen Verträge verbriefte Abgabensreiheit auf der für die österreichische Industrie wichtigen Elbe. Tie österreichische Regierung verkenne nicht, daß durch den Beschluß des deutschen Bundesrates vitale, wirtschaft lichc und verkehrspolitische Interessen Oesterreichs gefährdet werden, gebe sich aber dennoch dem festen Vertrauen hin, daß diese In­teressen dt den bestehenden Verträgen ausreichenden Schutz finden. Die Regierung werde gegenüber den Vorschlägen zur Abände rnng des Statusquo sich grundsätzlick) ablehnend verhalten.

Ans Cardiff meldet man: Die Verhandlungen des Eini- g u n g s a u s s d: n s f c s für den Kohlenbergbau von Süd-Wales sind auf 14 Tage vertagt worden. Die Lage ist e r n jt. Ein Teil der hiesigen Schisse ist von Ausländern ge­chartert worden, ein anderer hat die Fracht nach den östlichen oder sonstigen entfernteren .Häsen übernommen.

Aus StadL uud LuuS.

Gießen, 11. Februar 1910.

* Lageskalender für Freitag, 11. Febr. Stadt­theater: 'Romeo und Julia". Anfang 8 Uhr.

** G e b än d e b r a u d v e r sicherung im Jahre 190 8. Hessen besitzt eine Lanves-Brandversicherungsanstalt, bei der sämtliche Gebäude gegen Brandschaden versichert sein müssen. Im Jahre 1908 betrug die Zahl der üer- ficherteil Gebäuoe 1^7 771, die Zahl der Brände 703. Das Brandverjia-erungsiapilai belie, sich auf 2155 Millionen Marl. Da aus je lOuu Mk. Umiagerapit.il 60 Pfg. Brand- ftcucr festgesetzt waren, so wurden 1293 202 Mk. an Umlage erhoben. An br«ndeniirhätzigungen würden gezahlt 556238 Mark, tue Berwa l t ungs io st en hatten eine Höhe von 183 236,

Mark, für erhöhten Feuerschutz wurden 285 000 Mk. an Gemeinden vergütet und die Feuerlöschtassc erhielt einen Beitrag von 90 500 Mk. Die durchschnittliche Versicherungs­summe einer Hosreite ist von 8751 Mk. im Jahre 1895 auf 11632 Mk. in 1908 gestiegen. Auf den Kopf der Bevölkerung kommt eine Versicherungssumme von 1721 Mk. gegen 1349 Mark im Jahre 1895 .

** Todesfall. Generalleutnant z. D. Hermann von Nadecke, der von 1877 bis 1881, zunächst als Oberst, von 1878 ob als Generalmajor Kommandeur unserer 25. Kavallerie- Brigade war, ist am 6. dS. Mts. im Alter von mehr als 82 Jahren in Potsdam gestorben. Ec hatte als Kom­mandeur des Ulanen-Negiments Nr. 4 im Kriege 1870/71 das Eiserne Kreuz 1. Klasse erworben.

* Stadttheater. Die erste Aufführung von Suder­manns neuem Schauspiel©tranbf in bcrd ist für nächsten Dienstag angesetzt. Die eigenartigen Dekorationen mußten ganz neu beschafft werben und finb größtenteils von Deko­rationsmaler Karl Schwebler entworfen und ausgeführt; sie stellen bau im 1. Alt eine Tünenlanbschaft, die im letzten Akt im Schmcgewanbe wieberkehrt, im 2. Akt den mittelalterlichen Glitshof der Npnkesöhne und im 3. Akt die Diele des Wohn­hauses derselben. In Hauptrollen wirken mit die Herren Balos, Gähne, Marx, Daubal, Volck, Urban und Frau Bau­meister. Tie Nolle derfDlelibe'1 wird von einem Gast, Frl. Sybil Baue aus München, gegeben werden.

** Hohe Koks preise, so wird uns aus unserem Leserkreise geschrieben, berechnet z. Zt. das stäbtlscke Gas- iverk. Dabei ist das Feuerungsmaterial aus dem Werk nicht etwa knapp, sondern die Vorräte häufen sich immer mehr an, weil die Konsumenten von aiißerhalb Kols kommen lassen, wo er 20 Proz. billiger ist als hier, z. B. in Frankfurt.

v* Gefährlicher .Scherz". Am Fastnacht-Dienstag flog einem Herrn eine Knallerbse unmittelbar an das Ohr und erplodierte. Der Getroffene mußte sich in ärztliche Behandlung begeben und der Arzt stellte fest, daß das Trommelfell geplatzt ist. Einer Dame flog in einem Lokal eme Knallerbse auf die Aber des äußeren Handgelenks. Im Nu schwoll bas Gelenk an und dec Familie war durch den dummen Scherz bas Vergnügen vecbocben, denn Maun, Frau und Tochter mußten sich nach Haus begeben. Es wäre ganz in der Ocbmmg, wenn die Polizei, um dem Unfug em Ende zu machen, den Verkauf von Knallerbsen verbieten würde. Man soll solchen Unsitten nicht erst fleuern, wenn em Mensch Gehör oder Augenlicht emgebußt hat, was sehr leicht durch das Werfen mit Knallerbsen geschehen kann.

** Das Kolosseum hat nach der kurzen Faschingspause mit einem recht guten Programm feine Vorstellungen wieder begonnen. Besonders hervorzuheben ist das Sturri-Ductt, das ein gediegenes Opernrepertoire mit guten Stimmitteln zum Vortrag bringt. Die Gebrüder Roland zeigen glänzende, nicht alltägliche Leistungen auf dem Gebiete der Athletik und Akrobatin Die schöne Else v. E l s e n a u brilliert in gesanglichen Leistungen und ü: Tänzen. Der hier bestens bekannte Otto Jülich findet mit seinen humoristischen Vorträgen den altgewohnten Beifall; reichen Beifall erntete auch bas urwüchsige Bauern-Trio. Der Glanzpunkt bes Programms i,ft jebod) Dupr 6 s Raub- tiergrupye, bie wahre Wunber ber Dressur zeigt. Ein Besuch des Kolosseums ist diesmal durchaus zu empfehlen.

--W atz e n b o r n - S t ein b e c g, 10. Febr. Der Ka­ninchen- und Geflügelzuchtverein hält nächsten Sonntag, 13. Februar, abends, sein erstes Winterver­gnügen ab. Nach Schluß des Programms gibt esHas im Topf". Herr Panneken vou KleinEinden hält dabei einen Vortrag über die Kaninchenzucht und deren Wert.

= Steinbach, 10. Febr. Liefer Tage veranstaltete der hiesige Fl otten verein seiuen ersten Unterhaltungs­abend. Im Mittelpunkte stand ein Lichtbildervortcag. Am Abend erfiihr die Ortsgruppe einen Zuwachs von 7 gliedern, so daß sie gegenwärtig 49 zählt.

A 9k jeder-Bessingen, 10. Febr. Nach der Holz- verstelgcrung im Walde verirrt hat sich der ältere Pflaster- meister Brück von hier. Im Walde zivischen hier und Hattenrod war bie Holzversteigerung, und als bei einbrechenbec Dunkelheit die Steigerer abrückten, geriet Brück vom Wege ab und irrte bis spät nachts im Walde herum. Um Mitter­nacht traf er in Gcünbecg ein. Abends eilten schon zwanzig Mann mit Laternen in Den Wald und suchten stundenlang. In der Frühe des nächsten TageS zog schon bie Feuerwehr auS; da traf bie telephonische Nachricht cm, daß Bruck von Grünberg aus auf bem Heimweg sei.

H Schotten, 10. Febr. Der seit November v. I. neu gegründete Voltsbildungsverein beabsichtigt an­fangs April d. I. in der Turnhalle durch das Rhern-Main- ThcaterW i l h e l m T e l l" in zwei Vorstellungen ausführen zu lassen. Die eine Ausführung soll für bie Schüler unserer Stadt und der Umgebung reserviert bicibeni Seit Neujahr sind die Sitzungen des G e m e i n d e r a t e s öffent­lich, was bei der'Bürgerschaft Anklang findet und ander- wärts 'Nachahmung verdient.

-d. Büdingen, 10. Febr. Bei dec heute abgehaltenen Maturitätsprüfung beslandcn sämtliche 17 Abiturieiiteu; 7 davon waren infolge bev guten Leistungen vom münd­lichen Examen befreit.

L. Friedberg, 10. Febr. Gestern und heute war Geh. Oberschulrat Scheuermann von Darmstadt hier, um der nüindüchen Versetzungsprüsung ber beiben Mittelklassen ü: bie oberste Klasse des Lehrerseminars beizuwohnen. Nach etwa vierwöchentlicher Ruhe wurde gestern wieder ein MLu­s'ardcn-Dieb stahl versucht, jedoch ohne Erfolg. Dagegen wurde im Warenhaus der Geschwister Mexer einem Dienstmädchen aus seiner Mansarde über 40 Mk. mitgenommen.

R. B. Darmstadt, 10. Febr. Der Aviatiker A u g u st Euler aus Frankfurt unternahm heute nachmittag mit einem neuen Zweibecker-Apparat einen Flugversuch aus bem Griesheimer Schießplatz. Ter Apparat stieg zirka 100 Meter in die Höhe, wurde aber beim Nehmen einer Kurve infolge starken Windes wieder zu Boden gedrückt und beschädigt. Euler blieb unverletzt. Die Flugversuche sollen nach einigen Tagen fortgesetzt werden.

Offenbach, 10. Febr. In der heutigen Sitzung des KreiZausschufseS wurde dec Rekurs des zuin Bei­geordneten der Gelneinde Mühlheim gewählten sozial- demokratischen GemeinberatS Peter Enkrath 111. gegen die Nichtbestätiguug seiner Wahl verworfen.

? Aus bem Biebertal, 10. Febr. Tie erste Vorbe- bingung zur Anlage einer Seilbahn vonG r u b c M argen- ftern" nach bem Bahnhof Wetzlar ist nunmcljr erfüllt. Auf ber Höhe im logen.Roten Strauch", nnroeii Robheiin, würbe ein Förderschacpt nach bem Stollen angelegt. Ter Schachi würbe '.in April v. Js. begonnen iinb hat eine Tiefe von nahezu 150 Metern bei einem Durchmesser von 3-_ Metern. Der Transport ber Erze mit Achse über Walbgirmes Naunheim würbe schon

längst eingestellt. Mit Vollendung c neuen Anlage mert H

wieder mehr Bergleute eingestellt, die Belegschaft -.äblt nur 36 Mann. Ein gewaltiger Betrieb herrfdU vaaeaen rA Grube Elemwre" bei Bieber, woselbst 200 Bergleute 'VL' -J tigung finden.

[] M a r b urg , 10. Febr. Der jetzt aufgelegte ft ä h t i lrf Voranschlag schließt mit 489925 Mk. gegen 707 OS 1 ei j im Vorjahr ab. Aus die Stadtlmuptkasse entfallen 396 35', <>p das Gaswerk 10 000 Mk., das Wasserwerk 19 500 Mk bas Elektrizitätswerk 73 070 Mk.

st- Wicsbaben, 11. Febr. Jin Zusammenhang mit , L ankunicrschlagungen von Flick und W e r n c r wurde 6er rni - Rechtsanwalt Sofien hier verhaftet und nach Frankfurt gcbrn.i, L- war früher Rechtsanwalt in Elwille und imirde von der Rep-- anwaltschast ausgesd-lvssen.

<5crid)t»faaL

R.B. Darmstadt, 10. Febr. Ein g c j ä b r 1 i <h t , v brecher,^der 23 jährige Taglohner s?(nbrea5 Neff au-5 '5 zuletzt in Offenbad) wohnend, war während ber letzten sxA, rm > in bei: Wohnwagen des .Stonbitorä Tebus- eingeftiegen und holt daraus 3500 Mark in bar gestohlen. Er wurde von der Straf kammec trotz hartnäckigen Leugnens zu vier Jahren eie Monat Z u ch t h a u 5 Jahren Ehrverlust und Stellung uni' Polizeiaufsicht verurteilt.

Leipzig, 10. Febr. Das Reichsgericht hat die R e" j sio n des früheren Hausvaters der Blohmsd>m Wildnis, Friede.- Wilhelm Colander, ber am 30. Oktober v. I. vom Schwur- I gericht in Altona wegen Verleitung mehrerer -Fürsvrgezöglma ' zum Meineid unter Anrechnung ber wegen KörpeiweNetzung ani erlegten Gefängnisstrafe von acht Monoven zu 1 Jahr 6 Moiwie ZudMaus verurteilt war, verworfen.

Handel.

X Ettingshauf en, iu. yt-ur. Die Hol zver steige rungen in ben Genreiuüewalbungen gehen ihrem Ende tut gegen. Buchenscheitholz kostete der Meter 78 Mk., Bucheiwrüqe^ 56 Mk., Tannenholz 46 Mk., 50 Wellen 35 Mk. Ti. Preise sinb bieses Jahr etwas niedriger als vor zwei Jahr.» In Li K war gestern: das Brennholz bebcutcnb billiger als firn

Mäctte.

le. Wiesbaden. 10. Febr. Heuund Strohmann Angesahreu waren 5 Wagen mit Heu und Stroh. Man noheitc Heu 12.40 bis 13.00 Stroh lRichtfiroh) 6.807.0'J l'lt Fruchtma r k t. Hafer 16.80-17.20 Alk. Alles für 100 Kilo.

tc. Frankfurt a. M., 11. Febr. Heu° und St roh wart.. 'Ungefähren waren 6 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Bezaiie wurde für Heu Äik. 4.505.00, Stroh (Korr:--Langstroh) Alk. O.ü-j bis 0.00. Alles je 50 Kg. Dis Zufuhren waren aus Oberhessti und dem Kreise Ha>:au. Geschäft stau.

Vermischtes.

* Ter Schachwettlarnps um ö$e Meisterschaft bei Welt ging gestern mit der zehnter: und letzter: Partie zwisckru Lasker und Schlechter zu Ende. Lasier gewann, das End spick, indem ec Dame und Turm gegen Dame unb Springer fjatb damit erreichte er den gleichen Stand wie Schlechter unb ixr We11kampfist somit unentschiede n geblieben. Es w irb ein nei:er Wettkampf zwischen Lasker unb Schlechter geplant, im lmd)stes Jahr zum Austrag kommen soll.

* Brand im Karnevalzug. Während der karnevali stischen Umzüge in Lissabon geriet ein Pruntwagen, der mit Baumwolle und Papier geschmückt war, das Schnee und Cis be­stellen sollte, in Flammen. Die 13 TödUcr einer reichen- milie ber Stabt, bie sid) auf dem Wagen berauben, konnten rin mit Mühe ihr Leben retten; alle dreizehn wurden ver­letzt. Trotz der sofortigen Hilfc ber Umstehenbeu erlitten brci junge Mädchen sogar schwere Brandwunden im Gesicht: sii verloren vollständig ihr Haar. Das Feuer soll von eine jungen Mann angelegt worden fein, weil eine ber : Mabchen seine Liebe nicht erhörte.

Äletnc Tngcschrottik.

Ein furchtbarer A u 1 o m o d i l u n f a l l wird aus B o: deaux gemeldet. Ein Kraftwagen bes bekannten Sponsmani« de Alu mm, der einen Freund aus Deutschland, Iohannson, mi'. sich führte, stürzte um unb beide Herren wurden unter den Wagen gefchleubert. de Mumm konnte noch, wenn and) schwer verwunde-, herausgezogen werden, wahrend Johannsen unter bem brennendem Wagen völlig verkohlte. Der Lenker ist ohne jede nennensweit, Verletzung davon gekommen.

Tas große Heilbad V e t r i o l o im Suganertal ist gäu^ lich abgebrannt. Tie Kirche wurde gerettet Der Sdn- ben beträgt 1/2 Million. '.

Spidplan öes Neuen Eichener Staöttheaierr.

Direktion: Hermann Steingoetter.

Freitag den 11. Februar, abends s Uhr: 16. J:eiia<,;- Abonnement-PorsteUung:Romeo und Julia/ Gnbc IC1/. Hf Souutag den 13. Febr., nachm. 31/, Uhr, bei kleinen Preisen: ,,-i 1 fidele Bauer/ Abends 7V, Uhr, b. kl.Pr.:Romeo und Julia." Citt« gegen 10 Uhr. Dienstag' den 15. Febr., abends 8 Uhr: 15. Dlcn-- tags-Abonuements-Vorslellung. Zum 1. 'Male:Stranokliider." (Sin Schauspiel in 4 Alten von Hermann Sndermann. Ende geg n 11 Uhr. Mittwoch deu 16. Febr., abends 7 Uhr: 15. Minwoä, Abouiieinents-Vorstellilng:Der dnnkle Pimkl." Ende IU-- Freitag ben 18. Febr., abends 8 Uhr: 17. Freitags-Abonncinci!- Vorstellung:Salome." Drama in einem Aufzug von C-ita Wilde. Hieraus zum 1. fötale:Ter schlechte Ruf/ Ein Rokok-- scherz von Oskar Blumeulhal. Ende gegen 11 Uhr.

Allgemeine Wetterlage seit Donnerstag früh: Das meftüdt Tiefdruckgebiet zieht in der Hauptsache über 9lordwestenropa, ot seiner Südseite hat über Nacht ein flacher Nandwrrbet bevet > Trübung und Erivärmung gebracht. Iii NordivestdentschlLnd iaa bereits Regen. Auch morgen bleibt unjcrc Witterung unter den Einfluß der nordivestlichen Zyklone, so baß Südweitwinde vo' herrschen.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag dem 12. Februar l'Jlc Meist trüb und geringer Regen, milö, frischer Sübivefl.

Sch n c c b e r 1 d) t: Vogelsberg nnd Taunus in höheren 2ag<t 34 Grad Kälte, 6080 cm Schnee Schibahn gut.

Origrnal-DrahtmeLdrtngen.

Muley H.'.fid und Frankreich.

Paris, 11. Febr. NaM Meldungen aus F t z ist b.'r Sait Ai uley Hafid nach Emsidstnahrne des von El Moltri^mt Frankreich getroffenen Abkommens in gropui Zoll geraten. Er stieß Drohungen gegen Frankreich ans und befahl 5 * Auslösung der von französischen Offizieren rmsgcbilbeten Trum" abteilungcn.

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Mannheim, 11. Febr. Rhein unb Di e cf a r UW heute nacht weiter g c st i e g e n, ber Rhein von 6,28 Mti. auf 6,60 Meter unb ber Oicdar t on 6,46 Meter auf 6,59 Mt-I Man glaubt, daß beide Flüsse den Höchststand erreicht haben da von bei: Oberläufen Falten gemeldet wird.

Paris, 11. Febr. Ein am Kai sestg em achtem B a g g c 1 schiff im Wert von 650000 Mk. ist plötzlich gesunken. Man glaubt, daß es sich nm Sabotage handelt. :

Bekanntmachung.

Dec Voiauschlag bet Gemeinde Ovenhan»cn für 191' Rj. liegt vom 12. d. Mls an acht Tage laug auf unfern Bureau zur Einsicht Der Interessenten offen.

Odenhausen, 10. Februar 1910. yl

Großh. Bürgermeisterei Odenhauseu.

Lan g.