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11.2.1910 Erstes Blatt
 
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Nr.3Hs'i// Erstes Blatt 16V. Jahrgang Freitag IL. Februar 1910

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M vornMags"s"uh^ Uotations-ruck Mb Verlag der Srühl'jchen Umv.-Vttch- und-Zteinbruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anzeigenteü^ H."Äck.

Nachdem die. Billa einige Zahlte an ausländische Diplomaten vermietet getueieit ist, hat sie 1906 der preußische Staat zu mäßigem Preise angetaust und zum Sitz seiner Gesandtschaft beim Papste gemacht. Divlomatie und historische Wissenschaft werden hoffent­lich gute Nachbarschaft halten, wenn der Plan der UeberheMung1 des Historischen Institutes zur Tatsache wird.

Das Jupiter-Fern rohr. Dieser Tage waren 300 Jahre verstossen, seit der berühmte Astronom S i in o n Marius in Ansbach zum erstenmal den Jupiter mit einem Fernrohr b.obachtete, imchdem kurz vorher auch Galilei zum erstenmal bas Fernrohr nach dem Jupiter gerichtet hatte. Heute dürfte es uns schwer werden, das Erstaunen und die Freude nachzufühten, die damals einen Menschen erfüllen mußte, als er zum erstenmal das Gestirn, das seit Jahrtausenden alle Gelehrten beschäftigt hatte, sich durch das Fernrohr näl-ergebracht sah. Bildeten doch gCttdi der ersten Beobachtungen, die die Monde des Jupiter erkennen ließen, einen Beweis dafür, daß die bahnbrechende und damals noch viel umstrittene Lehre des Eopcrnicus richtig, sein müsse. Tas Fernrohr, mit dem die denkwürdigen Beobach­tungen des Simon Marius vor 300 Jahren in Ansbach gemacht wurden, und das eine Länge von 7/2 Metern hat, wurde,^ wie uns gemeldet wird, von dem Regierungspräsidenten Dr. v. Blaul dem D e u t s ch e n M u s e u m in München überw iesen und ist seit einigen Tagen in der GruppeAstronomie" aufgestellt.

-- Eine neuartige Bogenlampe. Die elektrische Bogenlampe hat im Laufe der letzten Jahre eine außerordentlich mannigfaltige Entwickelung erfahren, und die Aufzählung nur der Namen aller verschiedenen Arten würde einen weiten Raum in Anspruch nehmen. Man kennt offene und geschlossene Bogen­lampen, Flammenbogentampen verschiedener Art, eine große Zahl von Sorten nach dem verschiedenen Material der Elektroden, nach Helligkeit usw. In einem Punkt stimmten jedoch alle Muster der Bogenlampen überein, imd man kann sich eigentlich auch laum denken, daß darin eine Minderung möglich wäre. Tie Elektroden nämlich bestanden bisher stets in einem festen Körper. Allerdings ist die Zeit, wo sie stets aus Kohle verfertigt wurden, längst vorüber. Aber auch in den Fällen, wo sie aus Kompo­sitionen zusammengesetzt, handelt es sick immer um feste Stoffe. Jetzt wird in der Elektrical Review zum ersten Male eine Bogen­lampe mit slüssigen Elektroden angezeigt, wieder einmal eine amerikanische Erfindung, über deren Bedeutung sich vorläufig noch kein Urteil fällen läßt. Dio Elektroden bestehen in Röhren, deren Hohlraum mit einem zwar nicht ganz flüssigen, aber mit einem schlammartigen Körper angefüllt ist. Dieser besieht aus einer Mischung von gepulvertem Koks, Lampenruß, Anthrazit, gewöhnlicher bituminöser Kohle und einem gewissen Bindemittel

Staates schwer rächen würde. Doch die weitere Aus- spinnung dieser Gedanken muß. zurückgestellt werden, bis Herr v. Bethmann-chollweg auch den letzten Blick in sein Inneres hat tun lassen.

Der Zwischenfall in der niederländischen Kammer.

In deutschen Zeitungen war das Verhalten des nieder­ländischen Ministers bei dem gestern mitgeteilten Zwischen fall nicht gerade mit Beifall ausgenommen worden. So hat z. B. dieKreuzztg." sich lebhaft gegen die Duldung der Verbreitung falscher Gerüchte gewandt. In der letzten Sitzung der niederländischen Kammer scheint der Minister des Aeußern seine Versäumnis nachgeholt zu haben. Freilich könnte man es wiederum bedauern, daß er es nicht ver standen hat, das letzte Wort zu behalten:

Haag, 10. Febr. In der Sitzung der Kammer am Donnerstag wurde die Verhandlung über den angeblich vom deutschen Kaiser an die Königin gerichteten Brief fortgesetzt, der die Drohung enthalten haben soll, der deutsche Kaiser müßte niederländisches Gebiet besetzen, wenn nicht die Niederlande ihre Verteidigungsmittel gegen England in Stand setzen würden. Der Minister des Aeußern erklärte kategorisch unter Berufung auf seine ministerielle Verantwortlichkeit, die Königin habe niemals einen solchen Brief, noch ein Telegramm, noch eine Note, noch irgend ein anderes Schriftstück betreffend die Verteidigungsmittel gegen England erhalten, sie habe niemals eine Unter­redung mit dem deutschen Kaiser über dieses Thema gehabt und niemals sei jemand im Auftrage des deutschen Kaisers an die Königin herangetreten, um hierüber zu sprechen.

Der Mimster schloß seine Ausführungen mit dem Aus­drucke hoher Sympathie für den deutschen Kaiser, desseü aufrichtige Freundschaft sich so oft und sv deutlich gezeigt habe. Der Deputierte Vanloe Ben­fe lt fragte in Abwesenheit des Deputierten dan Heeckeren, warum man denn, wenn im Jahre 1904 die Gefahr einer fremden Einmischung nicht bestanden habe, heimliche Maßnahmen ergriffen habe gegen einen plötzlichen An­griff. Die Regierung hätte besser getan, davon abzusehen, ihre uneingeschränkte Sympathie für Deutschland aus­zudrücken, da zwei Mäckte hier in Betracht kämen.

Darauf wurde die Aussprache geschlossen.

Dar historische Institut.

Rs. Rom, 5. Febr.

Es ist wieder einmal davon die Rede, auch dem Preußischen t fiMqd?en Institute in Rom, nachdem für die Kunststlpendraten .dec Billa Falcvnieri zu Frascati ein traumhaft schönes land- lchs Heim gefunden tvorden ist, eine.dauernde Stätte an Stelle V- gemieteten Räume anzuweifen, die das Institut leit ferner itfiintißtg im Palazzo Giustiniani mitten im dichtesten Stratzen- »>virr Roms inne hat. Wie es scheint, ist man wieder auf oen len ;urückgekommell, in dem seit zwei Jahren der preutzüchen -^sandtscliQst keim Papste angewiesenen Parlgrundstück nahe der Rata Pia ein Gebäude für das Institut zu errichten.

i Einen passenderen Platz, sür ein den nii 1 enfchaftlichen Arbeiten Mvidmetcs Gebäude würde man kaum finden können a.s den trotz »rker Beschneidung in den Jahren des römischen Bauftebers noch rmer stattlichen, kaum reichen, stillen, vom Strapenlärm! nicht be^ Mrten und dock gute Verbindungen mit dem Zentrum der Stadt iPitzenden Park der ehemaligen Billa Bonaparte, ^.as ele- wnle einstöckige, hinter hohen, schattigen Bäumen versteckte Wohn- ttäube mit stattlicher Sälüenvorhalle ist 1816- 1819 durch Napo- Ir)rt5 schöne und lebenslustige, seit 1803 mit dem Fürsten Camrllo kughese verheiratete Sch wester Pauline erbaut worden, die hier tts zu ihrem Tode wohnte und das ganze vornehme Ronustweft

bonapartistisch gesinnt war, um sich versammelte^ Daß |ie wilch prüde war, beweist ihre berühmte marmorne Statue von üurovas Meisterhand, die sie unbekleidet darstellt und heute eine »r Perlen der vom Staat. angetauften Borghesisch-en Samm- tagen bildet. 9lu zwangloser .Heiterkeit, zuweilen auch Ausge- Meicheir trugen die Feste in der Villa Bonaparte oder Villa Iwlina jedenfalls über diejenigen bei dem ftanzösisch-en Gejaudteu ||tn Sieg davon, der ihr leinen legitimisläschion Salon entgegen Lite und nach, Paolinas 1825 erfolgten Tode erleichtert aufatmetc. kir ige Jahre bewohnte danach .Hortense Beauharuais die nun filier gewordene Villa, und mit seiner Mutier wird auch der 'f'tre zweite Frauzoienkaiwr' sie betreten haben. 1830 ging sie in M Besitz des Neffen der Pauline und Sbortenfe, Karl Bonaparte, Mten von Carrino und Musignano, eines Sohnes Lucien Bona- *-rt:5, über, und seine Nachlommen haben sie bis vor einem Jahr

bewohnt. Ein Liebhaber historisch-r Studien und allen |£tigen und künstleriicl.ii Interessen zugänglich, sammelte er Mzelmtelaim, die r.eiiiige Elite Roms und der Jremdeulreife um p1- Seine Sv la' wärm der 1895 in Rom verstorbene Kardinal i-pen Bonaparte und der hier 1839 geborene, 1899 gestorbene . mit Karl, die beide am 20. September 1870 eine Folge der sMjcheu Siege über Frankreich die italienischen Truppen durch I. Bresche unweit der Porta Pia in ihr Besitztum erndrmgen

MN.

Graf Tattenbach.

Der gestern gemeldete Tod des deutschen Botschafters Grafen Tattenbach vird im Deutschen Reiche viel berechtigte Trauer hervorgerusen haben, denn Tattenbach war von unseren auswärtigen Vertretern der tüchtigsten einer. Das hat sich z. B. bei der Marokko-Konferenz gezeigt, wo er sich mannhaft gegen das Uebergewicht der Franzosen mit ihren Bundesgenossen gewehrt hat, und noch bei den durch Bütows Abgang hervorgerusenen Personenfragen in den hohen deut­schen Aemtern haben französische Pressestimmen hinter mehr oder minder deutlichen Besorgnissen ihren Respekt vor Tattenbach durchblicken lassen. Es lag freilich nicht in seiner Gewalt, den Kurs des Auswärtigen Amtes in Berlin ent­scheidend zu beeinflussen.

Nltr ein Jahr hat Tattenbach in Madrid das Deutsche Reich vertreten können, nachdem er vorher Gesandter in Portugal war. Geboren war Graf Tattenbach 1846 in Lands­hut, 1872 trat der Bayer in die Verwaltung der neugewon­nenen Weftmark, des Reichslandes, 1878 in den Dienst des Auswärtigen Amtes. 18801884 war er Legationssekretär in Peking, 1885 in Belgrad, 1886 kam er als Botschaftsrat

Herr o. vethmann-Hollweg als preußischer Ministerpräsident.

Gießen, 11. Febr.

Es ist ohne weiteres zuzugeben, daß. das Reich keinen direkten Anspruch darauf hat, Preußens innere Zustände ;u beeinflussen, und ebenso richtig ist der Satz in der effrigen Rede des Herrn v. Bethmann-Hollweg, daß man M prenß. Staate sich auf geschichtlichen Boden zu stellen oi, oaß man die Anknüpfung an das Gegebene zu suchen 1(1i. Die ganze Rede des preußischen Ministerpräsidenten nid deutschen Reichskanzlers ist darrtm so interessant und .chttg, muß and) von uns deshalb in breiter Ausführlich- !eit imedergegeben werden, weil sich in ihr ein gutes Stück volitischer Weltanschauung widerspiegelt, die auch für die Ehrung der Reichspolitik von großer Bedeutung sein muß. Herr v. Bethmann-Hollweg ist aus keinerlei Einzelheiten jrmer Wahlreformvorlage ausführlich eingegangen: er hat ,gekündigt, er werde wohl im Laufe der Erörterungen, Hrlegenheit dazu noch finden. Aber er hat die G r u n d - sümmung gemalt, aus der das neue Werk entstanden i ist, ob in logischer und eiserner Konsequenz, muß eine Mere Untersuchung ergeben. . Speute kann nur die Be- rMgung der Grundstimmung geprüft werden. Sie ist übt poetisch, hat vielmehr den Anstrich, den der Redner ;m Typus des preußischen Beamten als verftänd- ,.O und berechtigt hinstellte:den in seiner ganzen i ät strengen, vielfach barschen und abweisenden, auf die fikbaitptu'ng des Errungenen bedachten Charakter".

ist in der Tat, als habe Herr b. Bethmann Riefe Worte zur Charakterisierung seines eigenen Vorgehens der Wahlrechts fache gewählt. Man wird notgedrungen dem Uccußischen Beamtenwesen Gerechtigkeit widerfahren lassen Rrstlsen. Die ganze Verteidigung der Verwaltungsbrundlage UP preußischen Staates, wie sic der Ministerpräsident Vor­zug, war geschickt und zum Teil sehr überzeugend. Wie fc die Wirkung der preußischen Gesetz- und Berwaltungs- stanzen Von neuen Gesichtspunkten schilderte, die von den Müdläusigen Kampfesphrasen durch ernste Sachlichkeit sich Mleilhaft abhoben, das ist von großem Interesse.

Aber wenn der Kanzler und Ministerpräsident in diesen Ringen auf sicherem und festem Boden sich befindet, so ist doch » Das darf man jetzt schon aussprechen die Brücke, die er laxiuf zu einem neuen Wahlrecht geschlagen hat, schwach und schwankend, ein bureautratisches Bauwerk. Hier cljlen die gleichberechtigten großen Gedanken völlig. & gibt Dinge, die man nicht in Paragraphen fassen darf. Bin rein theoretischen, geistigen und kulturellen Stand- stnnkt lassen gich gegen die geplanten Wahlbestimmungen (ine Fülle von Einwendungen erheben. Und die praktische Wirkung hängt eben damit so eng zusammen, daß. man des irrrn v. Berhmann-Hollweg Ansicht nicht teilen kann, er dirse, ohne sich umzublicken, nur zäh nach einer prak- I West Richtschnur marschieren. Was der strenge, barsche 11:1t) abweisende preußische Beamte mitunter ungestraft tun ; Litt, das darf der Ministerpräsident in einer so fein vcr- Ipeigten Frage wie der Wahlrechtssache nicht! Die Vor­ige bedeutet, wie wir schon früher gesagt haben, eine MitfeinanderhetzUNg der verschiedenen Bildungsschichten, die MH int geistigen und kulturellen Leben des preußischen

nach Madrid und wurde 1890 Gesandter in Marokko. Hier schloß er noch in demselben Jahre den ersten deutsch- marokkanischen Handelsvertrag ab. 1896 wurde er Ge­sandter bei der schweizer Eidgenossenschaft, 1898 Gesandter in Peking, 1905 bekam er den Austrag zu seiner äußere ordentlichen Mission an den Hof des Sultans von Marokko und wurde im nächsten Jahr als Gesandter nach Lissabon versetzt.

Madrid, 10. Febr. Nach dem Bekanntwerden des Todes des deutschen Botschafters Grafen Tattenbach, stattete der König sogleich der Gemahlin des Botschafters .inen Beileidsbesuch ab und versicherte die Gräfin seiner ebhaften Anteilnahme. Nach dem König begaben sich der- Jnfant Ferdinand, Prinz Leopold von Battenberg, und der Vertreter der Infantin Isabella gleichfalls in die Botschaft^ : m ihr Beileid auszudrücken. Der Ministerpräsident C a n a* lejas unterbreitete dem Könige ein Dekret, wonach dem verstorbenen deutschen Botschafter beim Leichenbegängnis^ das am Samstag stattfindet, die Ehrung eines General- Kapitäns erwiesen werden soll.

Au; dem hessilchen Knanzaurschutz.

R. B. Darmstadt, 10. Febr. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat in seiner heutigen Sitzung noch die Abstimmung über die landwirtschaftlichen Haushalts­posten erledigt, ließ er die Kapitel Landeskultur und Landwirt|chaft (7175a) berichtete Abg. Dr. Weber. Dis schon früher näher bezeichneten Forderungen für den landwirtschaftlichen Dispositionsfonds, landwirtschaftliches Unterrichts- und Versuchswesen, landwirtschastliches Ver­eins- und Genossenschaftswesen, Bodenmeliorations- und Wasserversorgungswesen, Förderung einzelner Zweige her Landwirtschaft und Schlachtviehoersicherung wurden ohne Streichung genehmigt. Ebenso die Kapitel über Bildung und Erziehung, über welche Abg. Brauer berichtete.

Beim Kapitel Gymnasien usw. wurde auch die Er> Iwhung des Schulgeldes auf 120, bezw. 150 Mk. angenom­men: dem Vorschlag auf Aufhebung des Gymnasiums trat der Ausschuß nicht bei, doch wurde die Umwandlung des Instituts in ein Real-Gymnasium der Regiertmg zur Er­wägung anheimgegeben: auch über die ebent. Aenderung der: Pflichtstundenzahl der Oberlehrer soll die Regierung geeig^ trete Vorschläge machen. Im Vermögenshaushalt wurde bic1 angeforderte Summe von 11550 Mk. zur Errichtung einet Dienstwohnung für den Verwalter des Arbeitshauses zu Dieburg und von 34950 Mk. sür Erweiterung des Finanz­amts in Oppenheim gestrichen: ebenso 31000 Mk. für! Errichtung einer Oberförsterwohtlung in Groß-Umstadt: die: aus den 9Lachbewilligitngen zu deckende Summe von 43 000 Mark für Einrichtung des derzeitigen Arresthauses zw Mainz wurde genehmigt. Beim Kap. 65, Fonds für öffcirt* liche und gemeinnützige Zwecke zur Verfügung des Ministe­riums des Innern (119 960 Mk.) wurden 40000 Mk. ge­strichen und beim Kap. 58a, Provinzial-Siechenhäuser, als Einnahme eingestellt. Der Finanzausschuß hat mit diesen. Mstimmungen die Beratung des Staatsvoranschlags beendet bis auf das KapitelDir eite Steuern usw.", 6et welchem bekanntlich noch über die Erhöhung der Ein­kommens- und Vermögens steuer nach Maßgabe der zu ^wartenden E'^wrnisfe (die. bei den geringen Strei­chungen im Haushalt kloer nicht sehr bedeutend sein werden! D. Res.) nähere Bestimmung getroffen werden muß. Der Ausschuß tritt am nächsten Dienstag vormittag lvieder zu­sammen.

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imdprhärtet sich kvähreM des Betriebs V-er-Lampe. Es handelt lieft, also eigentlich um eine Art von zähftüssigem Kohlenstift. D-er« Borzug kamt darin bestehen, daß der flüssige Stoss sich innerhalb der Röhren durch sein e nes Gewicht nachschiebt und so die Regulierung der Lampe fccieirft. Die Nachfüllung des Materials scheint auch bequemer zu sein als das Auswechseln fester Elektroden. Fal.s der Druck des einfachen Gewichts nicht genügt, kann er auch durch einen Gasdruck ohne umständliche Vorrichtung verstärkt werden.

S e ch se l ä «t e n in Zürich. Tas Internationale öffent­liche Verkehrsbureau in Berlin schreibt uns: Tas Sechseläuten,^ das Züricher Frühlingsiest, findet am 18. Avril statt. Nach einer' vierjährigen Pause wird es diesmal wieder mit einem größeren Ilmzuge geieiert, der, im Hinblick auf die bevorstehende Eröffnung.- des neuen Kunslhauses, die bildenden Künste, schmelzerische Archi- teftur, Malerei und Bildhauerei, darstellen soll. Der Unlzug roirfr gegen 2000 Teilnehmer und viele Wagen zählen. Vom. Juni bis September findet im neuen Kuilslhause die nationale Kunst- alisstellling statt.

Ueber das Wahre und Falsche im Spiritis­mus hielt jüngst, wie denM. N. N." aus Rom berichtet wird,' Lvm'b-wsos Lieblingsschüler, Pros. Enrico Ferri, der bekannte Kriminalist und Sozialistenführer, einen sehr interessanten Vor­trag. Ferri knüpfte an die bekannten Forschungen von Crookes, Rich.ck und Morsetli an und kam' dann auf die üblichen Schwint-' deleien der Medien zu sprechen, die, wenn sie erschöpft, mit: Vorliebe zum Betrüge greifen. Sie zu kontrollieren, ist übrigens ein schwieriges Ding; denn bei einer spiritistischen Sitzung sei man nur bis zu einem gewissen Punkte in der Lage, Kritik! zu üben. Tann nehme er, Ferri, s. inen Hut und gehe. Aber es gebe Leute, die dableiben und fichl danch alles mögliche vvp- zaubern lassen. So erging es L-ombroso, dem einmal seine Mutterf erschien. Aber die alte Doane, die ;u ihren Lebzeiten nur den Veroneser Dialekt gesprocki>en, redete ihren Sohn jetzt Pietnontesisch. an, und Professor Morsetli, der gleichfalls seine verstorbene Mutter' scharcke, entdeckte, daß der Geist - graue Haare hatte, lind dabei wären die Haare der Dame pechschwarz, als sie das Zeitliche segnete. Ferri hofft, daß die Wissenschaft mit der Zeit dick Spreu vorn Weizen sondern und eine Erklärung derspiritistischen" Vorgänge finden werde. B.

Kleine Chronik ans Kunst und Wissenschaft, In der Aula der Technischen Hochschule zu Dresden, findet ain> 11. und 12. Februar der Hygienikertag der Internationalen: Hygiene-Arlsstellung Dresden 1911 statt. Die Regierungen von, Amerika, Chile, China, Frankreich, Italien, Oesterreich, Rußlands und Schweden haben Vertreter entsandt.