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fieratur in Amerika zusammenfällt. Nun hat die Erde in unseren Breitengraden bereits große Feuchtigkeitsmengen ausgenommen; diese umssen erst wieder verdunsten, und das kann nur geschehen, wenn wir längere Zeit starke, heiße Sonne haben. Wenn dies! nicht erntritt, so wird voraussichtlich auch der Herbst regnerisch sein, wie dies auch im Jahre 1651 beobachtet wurde, nach den großen Ueberschwemmungen von 1649. Alle Anzeichen sprechen dafür daß die Hitzwelle in Amerika nicht fortdauern wird. Uns bleibt die Hoffnung, daß der Wind wechselt und daß dann die Wett erhöh ne ihren alten Ruf wieder rechtfertigen. Wenn erst der Wetterhahn wieder nach Osten zeigt, wenn^ östliche Winde den ans Amerika herüberströmenden Feuchtigkeitsmengen entgegentreren dann wird bei uns alles gut werden und die Sonne wird über den Regen siegen. t
* Auch eine Anknüpfung. Student (zu dem am selben Tisch im Restaurant sitzenden Privatier): „Können Sie lateinisch^" — Prwatier: „Nein!" — Student: „Na, ich kann es Ihnen; ja auch auf deutsch sagen: Pumpen Sie mir mal zehn Mark!"
Foretten-Fischerei-Verpachtung.
Die Fischerei in der Weichlich (Gemarkung Oberwetz, N'kderwctz, Nauborn) wird Donnerstag de» 14. Juli l. I., nachmittags 6‘/2 Nhr, im „Hotel Lay" zu Wetzlar auf lveitere 12 Jahre öffentlich verpachtet.
Braunfels, den 7. Juli 1910.
Voll fleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgelvicht 53—55 68—70
VoUfleifchige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 53-55 68—70
Fleischige Schweine ..... 50—52 65—67
Vcrrnvschtes.
* Opfer der Berge. Zwei deutsche Touristen, ine .Herren Kühn aus Straßburg und Bartold aus Saarbrücken, loime sechs sie begleitendes Führer wurden gestern umreit der Bergli- fyütte von einer Lawine verschüttet, desgleichen eine von dieser Kolonne unabhängige Gruppe von vier Führern , die Proviant nach der Bergli- und Konkordia-Hütte bringen wollte. Die zweite tonnte sich mit leichten Verletzungen retten, ebenso sind geborgen drei M<mn der ersten Kolonne, jedoch lebensgefährlich verletzt, zic fünf anderen, unter ihnen die beiden deutschen Touristen, liegen unter der Lawine begraben. Die Hoffnung, sie zu retten' itt gering. Eine große Rettungskolonne rst mit Aerzten von ber&tation Eismeer abgegcmgen. — Vom Seehof bei Jnns- bnicf ftürzten drei reichsdelutsche .Sommergäste, eine Dame und zwei Herren, ab.
* Woher kommt das schlechte Wetter? Für die Ursachen des schlechten Wetters, das jetzt in der Zeit bet großen
Gsrrchtssaal.
sc. Wiesbaden, 8. Juli. Ein Entmün.di gungs-- TT oze 8, den der ehemalige Besitzer des „Savoh-Hotels", Karl mso n gegen die hiesige Staatsanwaltschaft führte, beschäftigte heute bte 3. Zrvilkatnmer des Landgerichts. Simson ist bekamst beleidigenden Broschüren, die er geilen Wiesbadeirer A^ler, Rechtsanwälte und Gewerbetreibetlde gerichtet hat. Die erfolgte auf ein Gutachten, das der Kreisarzt Geh- ^arntätsrat Dr. Gleitsmann unter Zugrundelegen der er* lohnten Broschüren erstattete. Es lautete auf Geistesschwäche. inin^L x anl Antrag der Staatsanwaltschaft am 18. Januar 1910 byreo das Amtsgericht erfolgten Entmündigung auf Grund htefed Gutachtens strengte Simson gegen die Statsanwalt schäft Klage an. Zwei Gutacküen, das eine von Dr. Colemann-Berlin, bn5 andere von bem Geheimen Medizinalrctt Professor Dr. Eulen- lagen, Simson sei weder geisteskrank noch geistes- Whwach. Am 23. März wurde Simson auf Veranlassung der mefigen Gerichtsbehörde von seinem jetzigen Aufenthaltsort Groß- Llchterfelde nach Berlin in die Charite gebracht. Die Aerzte konstatierten keinen geistigen Defekt und Simson wurde in Freiheit gesetzt. Sein Vertreter, Rechtsanwalt Molly-Wiesbaden, erklärte in der heutigen Verhandlung, daß das hiesige Amtsgericht »mn Erlaß der Entmündigung unzuständig sei, da Simson sich rnn 12. März 1909 hier auf „Reisen" abgemeldet, zur Zeit ber Abmeldung in Wiesbaden bereits in Berlin seinen Wohnsitz hatte und stm 27. Äug. 1909 als Geschäftsführer ber Hotelbetriebsgesellschaft in Berlin in das dortige Handelsregister eingetragen worden ser. Daß Simson sich in Wiesbaden, wo er zahlreiche r^ernde unter allen Bevölkerungsschicen besitze, auf „Reisen" .abgemeldet, sei damit begründet, um seiner Internierung in eine Irrenanstalt zu entgehen. Staatsanwaltschaftsrat Müller will Beweis antreten, daß Simson bei Einleitung des Entmündigungsverfahrens in Wiesbaden in der Helenenstraße wohnte, eine Zustellung um diese Zeit an Ühn persönlich erfolgte und das Polizeipräsidium in Berlin von September bis November 1909 Simson in Berlin nicht habhaft werden konnte. Das Gericht beschloß hente, den Generalsekretär Karl Krause in Berlin-Friedenau darüber zu hören, ob Simson bei Einleitung des Entmündigungs- verfahrens in Wiesbaden oder Berlin seinen Wohnsitz hatte.
Arbeitsvergebung.
..Für die Feldbercirrigurrg Leihgestern soll die Ver- schleifung der Nübenlochshohle, veranschlagt zu 1000 Mk., auf beut Submissionsweg vergeben werden. Die Unterlagen liegen ouf Großh. Bürgermeisterei Leihgestern offen. Angebote haben m Prozenten des Voranschlags zu erfolgen, sind verschlossen l,n£ mit entsprechender Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Leihgestern einzureichen. Die Eröffnung fmbet daselbst Mittwoch den 13. Juli, vorm. 9 Uhr in Gegenwart erschienener Bieter statt. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, den 28. Juni 1910.
Mein Bureau befindet sich — dem seitherigen gegenüber — 37^7
Bahnhofstrasse 85, parterre im Neubau Winn. Privatwohnnng im ersten Stock.
Giessen, Juli 1910. Fischer, Rechtsanwalt.
Handel.
, — Rückgang des Kaliabsatzes. Wie von zuständiger gemeldet wird, hat der Kaliabsatz, der Anfang Juni noch recht lebhaft war, in den letzten Tagen stark nachgelassen. Besonders macht sich em Rückgang des Exports nach Amerika bemerkbar, wahrend in früheren Jahren um diese Zeit schon Aufträge für die Herbftlieferung einzulausen pflegten.
Wrbeitsvergeburrg.
Die zum kreisstraßenmäßigen Ausbau der Straße Gießen- Wißmar erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden.
Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während ber Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 23, zur Einsicht offen. Daselbst sind Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden, mit entsprechender Aufschrift versehen, post frei bis zum
Dienstag den 19. Juli d. Js., vormittags 10 Uhr, einzureichen.
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
R-rcie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten.
Gießen, den 2. Juli 1910.
Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen.
Färsen, K ü h e.
Vollflestchige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 43—48
Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . . 38—42 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte jüugereKühe 11. Färjen 35—37 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 27—33 Kälber.
Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste
Saugkälber 57—60
Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 52—56
Geringere Saugkälber 45—50 Schaie.
Mastlämmer und jüngere Maslhammel 41—42 S ch wein e.
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere . .......
Bulle n.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten
Schlachtwertes
Vollfletschige, iüngere
Mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere. .....
QMcWahrt.
Wiesbaden, 8. Juli. Die Stadtverordneten bewilligten in einer ordentlichen, heute statrgefundenen Sitzung 1000 Mk für einen Ueberlaudflug Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Mannheim, den, ber Deutsche Fliege rbund Frankfurt ü. M. im August d. I. bei der Anwesenheit des Kaisers in Mainz zu unternehmen gedenkt.
Beth 6nh , 8. Juli. Die Baronin Delar o che flog in der Höhe von etwa vierzig Metern, als plötzlich der Apparat herabstürzte und zerbrach. Die Fliegerin brach den linken Arm und das rechte Bein und wurde am Kopf verletzt, ^hr Zustand ist hoffnungslos.
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Ferren so vrele Erholnngsbedürfttge doppelt schwer tritt und an den kalten, völlig verregneten Tagen des vergangenen Jahres gemahnt, gibt Camille! Flammerion im Neuporker Herold eine interessante Erklärung. Er weist auf die außerordentlichen Regenmengen hin, die im Juni und Juli des Jahres 1909 nieder-, gingen und die eine für diese Sommermonate ungewöhnlich niedere Temperatur mit sich brachten. Bemerkenswert ist, daß diesen kühlen Hockpommermonaten in den letzten Jahren fast immer ein schöner warmer September und Oktober folgte. Das Publikum sucht nach Erklärung für diese ungewöhnliche Erscheinung, und die verschiedenartigsten Gründe werden angegeben, um das Phänomen zu deuten. Man denkt vielfach an den Kometen, aber man vergißt dabei gewöhnlich, daß alle Weltteile, Afrika und Amerika ebensogut wie Europa verwandte Witterungserscheinungen aufweisen müßten, wenn der Komet auf die Wollcnbildung und auf den Regen überhaupt einen Einfluß hätte. Auch die Sonnenflecken werden erwähnt, aber darauf ist zu erwidern, daß an den Sonnenfleckcn in diesem Jahr überhaupt nichts Bemerkenswertes zu beobachten ist. Aber die verstimmten Gemüter finden immer neue Möglichkeiten, um den Sommer des Mißvergnügens zu erklären, phantastische Zusammenhänge werden geknüpft, man verbindet die Witterungslage mit dem Polareis, mit den Hertzschen Wellen, mit der drahtlosen Telegraphie, ja sogar die elektrischen Straßenbahnen werden angeklagt, den vielen Regen zu verschulden. <5n Wirklichkeit ist das Problem viel einfacher zu lösen. In den Vereinigten Staaten, insbesondere in den östlichen Staaten hat man unter schweren Hitzwellen^ zu leiden gehabt. Hje Temperatur ist bis zu 122 Grad F. im Schatten gestiegen. Und das gleiche wird aus Tunis berichtet. Nun hoben wir seit den letzten zwei Monaten sehr starke westliche Winde zu verzeichnen. Die Hitzwelle aus Amerika bildet große Dampfmengen, die durch die Winde über den Atlantischen Ozean nach Osten geführt werden. Wenn diese Dämpfe bann an der Grenze des europäischen Kontinents, sei es an der französischen Küste oder an den englischen Inseln, ankommen stoßen sie auf eine kühle neblige Atmosphäre, xjeber Sonnenschein beförbert bie Verdampfung der Ende, es entstehen Wolken die zu Regen werden. Die westlichen Winde beschleunigen und verstärken nun diesen Prozeß und lassen über den europäischen Kontinent bie angesammelten Regenmengen niebergehen. Tas kann sich nur änbem, wenn in Amerika bie Hitze perschwinbet oder die Richtung des Windes umschlägt. Tann wird auch die Sonne in unseren Breiten wieder ihre Macht er^ langen. Es ist bemerkenswert, daß kühles, feuchtes Wetter in Mitteleuropa im allgemeinen mit einer leisten, trockenen Tem-
Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. Lange.
Gekochtes Obst ist wichtig für die Ernährung und sollte jetzt auf keinem Tisch fehlen. Mote Johannisbeeren UNd Himbeeren (welche sehr gut zusammen passen und jetzt reichlich vorhanden sind) schmort man und serviert dieselben mit einem Flammeri aus
Awsund Vollmilch.
Ein gleich verlockendes Sommergericht ist ein Mondamin-Fruchtflammeri. Man nimmt statt Milch dm frischen Fruchtsaft. Man erhält 1 L. Obstsaft aus 1 Pfd. Obst, ba§-,ma” mit wenig Master schmort, koche dann kalt angerührte 70 Gr. Mondamin hinein, 3 Minuten lang, nicht 10 Mi mten, wie bei Milch. Rezepte auf den Mondamin-Paketen a 60, 30 u. 15 Pfg.
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Tendenz: Rinder und Kälber mittelmäßig, Schcne flau, Schweine gut. Preis ' Durch-
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