Ausgabe 
13.1.1910 Erstes Blatt
 
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toi<l ZoN. Während! sich die anderen abseits stellten, drückte er ab, aber der Sckfuß ging nicht los. Als der Eigentümer der Waffe nun herbeitam und das Terzerol cmfmachcn wollte, mn die Ursache des Versagens zu ergründen, entlud sich die Waffe und die Kugel fuhr dem Klohoker in den Magen Der Schwerverletzte wurde sofort in das Kranken­haus gebracht, luo, er n. d. Off. Ztg. hoffnungslos dar- niederliegt. _ ,

N. Niainz, 12. Jan. Im Herbste dieses Jahres finden die Stadt verordneten wählen für die ver­storbenen und ausscheidenden Stadtoäter statt. Im ganzen sind 20 neue Verordnete zu wählen. Die beiden Kerle, die im Verdachte stehen, den HeideSheimer Fährmann Appel Überfallen zu haben,'sind nun auch dringend eines Dieb­stahls verdächtig, der in der Weihnachtszeit in Heidesheim ausgeführt wurde. Außerdem wurde noch ein Schlosser Der« haftet, der zugibt, an dem Diebstahl beteiligt gewesen zu jein, sedoch nicht an dem Ueberfall. Auch ein Dienstmädchen kam in Hast, da man glaubt, daß es bei dem Diebstahl Schmiere sland.

Rüsselsheim, 12. Jan. Heute morgen explodierte in der Opelschen Fabrik an einem Dampfkessel das

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Freitag den 14. Januar, abends ö1/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten iveiblichen Jugend der Lukasgemeinde.

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Samstag den 15. Januar 1910:

Vorabend 4.45 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. Lchrifterklärnug.

Sabbatausgang 5.45 Uhr.

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Gottesdienst.

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Freitag abend 4.30 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

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Amtlicher Wetterbericht.

D cf f entliehe SB et ter bi en ft ft eile Greß en.

Allgemeine Wetterlage seit Mittwoch früh: Das nördliche Tiefdruckgebiet ist ostwärts gezogen und bat atü seiner Weltseite nmu Mitteleuropa Nordwest, Abkühlung und Schnee gebracht, vor allein im Gebirge. Tie Temperaturen liegen im Bezirk nabe dein Gefrierpunkt Von Nordwesteii her nähern sich neue Tetlwirbel, die südostwärts ziehend noch weitere Schneefälle bringen.

Schneebericht: Mittelgebirge in ihren höchsten Teilen bis 10 cm Schnee (Feldberg, Hoherodskopf) und 4 Grad Kalte ^b"^Wetterausstchten in Hessen am Freitag dem 14. Januar 1910: Schnee, kälter und leichter Frost.

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Die Polizei imb Milibär ents ernteir^alsdann die S^est, wo Ef bie Vorstellung unter militärischem Schutze ihren p-ortgang nahm.

Sturmschäden. Nachrichten aus Cux h^a s e n zufolge ver­bindet der anhaltende Sturm bis in die letzte Nacht reden «chiNs- verkehr Im Riesengebirge trat gestern starke r S ch nee- fall mit kräftigem Wintergewitter ein. ün ben der Main-Weser-Bahn und der L-trecke rsulda-Bebra legte der beftiae Südweststurm in vorvergangener Nacht td.Dntetiilangc (.) Fichtenwälder um und knickte mächtige Tannen unmittelbar über bcm i U io när-B-rlins. N«w»ork hat feine obersten

Vierhundert, Berlin ober seine obersten Zwölfhundert, ober genau 1256 Millionäre. Ter schwerste Millionär beiitit 439Didll0Mn. Tann folgen zwei vierzigfache Millionär, ein facher zwei dreißig fache und etn funfundzwanzigfacher Mrllronar. Zwischen zwei und drei Millionen besitzen bereits runt> 2oO Ber­liner 'unb die Zahl derer, die gerade bte Million ^ben, nbett- fteigt 800. Tas höchste Einkommen, das em Berliner versteht, beträgt 3 270 000 Mark jährlich. Insgesamt gibt es 19 Gr­uner, die ein Jahreseinkommen von einer Million versteuern.

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meine Tageschronik.

Gestern nachmittag gingen über We st en. besonders ü^r der Gegend von Bielefeld, autzerordentttch starke Gewitter nieder, die von Hagel begleitet waren.

Paulhan erreichte bei seinem gestrigen Fluge eine Hohe von 4600 Fuß, die größte Höhe die em Flieger ^rncht bat.

Beim Jahrmarktsseste in Gleiwitz stürzte vorgestern im Konzerthaus ein Teil der Halle m den hinunter. Ein Eisenbahnbeamter wurde von entern herab stursenden Ba l ken o schwer getroffen, daß er an einem doppelten Schädelbrnch ^^Das ^italienische Gebirgsdorf Pia11a im Beltlin brannte vollständig nieder; nur die Kirche und das Pfarrhaus wurden gerettet. _ ., ., - ,

Vor dem Warenhause Boston Stere 11t Chtkag 0 sank der Bürgersteig ein. Heber 30 Personen stürzten in die Tiefe.

Iw Frühjahr wird sw) ein Aus,a)uft der Deutschen Luftschisfahrts-Expedition zur Erforschung der Nordpol- aeaenb nach der Groß-Bay auf Spitzbergen begeben, um biefen gewühlten Stützpunkt für die Luftkreuzer-Expedttton einem weiteren Studium zu unterziehen.^__

Bezirtoloroieül

in Heuchelheim.

Am 16., 17. u. IS. Juli 1910 findet in Heuchelheim das 3. Be- zirksturnscst statt. Bei dieser Veranstaltung soll ein großer Juxplatz eingerichtet werden unb find Bewerbungen hierfür unter Angabe der Art des Unterließ menö und der benötiiitcn Qua­dratmeter an Herrn R. Strobwig, Gießen, Großer Steinweg 24. bis zum 12. Februar einzureichen. 158] Der Bezirldvorttaub.

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Bentil. Durch den au4urömenbcn Dampf erlitten zwei Monteure aus Bischofsheim und ein Heizer aus Gustavsburg schwere Brandwunden. Die lebensgefährlich Verletzten wurden ins Nochushospttal nach Mainz gebracht, wo in­zwischen der eine seinen Verlewingen erlegen ist.

4 Launsbach, 13. Jan. In den geschmückten Räumen des Gastwirts Rinn wurde .gestern abenL unter großer Beteiligung das 5. Stiftungsfest des W.rleverbandes Krofdorf-Robheim gefeiert. Der Vorsrtzende, Bu.rg- toirt Niebergall, war durch Krankheit verhindert, dem Abend beizuwohnen, weshalb Herr Bender-Nobheim bie Begrüßung übernommen hatte. Fräulein Gerlach-Breber sprach einen Prolog. Vom Bruderverern Wetzlar wurde ein Telegramm geschickt. An zwei Mitglieder, Witwe Tasch- Atzbach wurden sür 33 jährig, und an Georg Wols-Wtßmar für 27 jährigen Geschäftsbetrieb Diplome überreicht. Zur Unterhaltung trug in erster Linie die Dwfdorfer KapeNe bei. Artch die vorgetraaenen Couplets fanden allgemeinen Anklang. Die Jugend beteiligte sich recht fleißig am Tanz und erst der Frühzug Lollar-Wetzlar ermahnte zum Aufbruch.

Z- Odenhausen a. d. Lahn, 12. Jun. Am Sonntag, 9. ds. Mts., hielt der Turnverein seine Generalver­sammlung ab. Nach den Aufzeichnungen des ersten Turn- warts, Ehr. Karber, waren die Turnstunden überaus zahl­reich besucht und Herr Karber ermahnte die Turner, auch in diesem Jahre ihren Eifer der Turnsache zu widmen. Hierauf wurde nach Ablage der Rechnung dem Kastrerer Entlastung erteilt und man schritt zur Wahl des Vorstandes. Es wurden gewählt: Als 1. Vorsitzender G. Bechtold, als 2 Dors. C. H. Henkel, 1. Schriftführer L. Schwarz, 2. Schrift­führer Chr. Hirschhäuser, Kassierer L. Speier II., 1- Tätrn- wart Chr. Karber, 2. Turnwart L. Kraft, Zeugwart L. Will und Beisitzer H. Simon II. .....

0 sl)i a r b u r g, 12. Jan. Aiich im bte§]afatigen<5tnat§- haushalts-Entmurf sind bedeutende Summen für Ver­größerung und Ausgestaltung verschiedener Unioersitäts- 3 n ft i tute, sowie für Lehrmittel und Lehrkräfte vorgesehen. So beanspruchen u. a. die Erweiterungsbauten der chirurgischen

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Gerichtssaal.

R. B. Tarmstabt, 12. Jan. Eine interessante Entscheidung hat heute die Strafkammer getroffen. Tas Schöffen­gericht in Offenbach hatte wegen einer Ueberschrertung der Polizeivorschriften über die Sittlichkeitskontrolle eine Freisprechung erfolgen lassen Die Strafkammer sprach sich als Berufungsinstanz dahin aus, daß die betreffende, für Offenbach 1891 erlasftne unb seitdem stets angewandte Polizeiverordnung eines rechtlichen Mangels wegen ungültig sei. Nach Z 361 Ab). 6 des Straf­gesetzbuches unb Art. 78 der Landes- und Provmzialordnung steht den Verwaltungsbehörden die Befugnis zu, einschlägige Verord­nungen zu erlassen. Tiefe Befugnis ist durch die Streif unb Provmzialordnung dem Kreisamte übertragen, vorausgesetzt, daß die Verordnung durch den Kreisausschuß beschlossen und durch das Ministerium genehmigt worden ist Außerdem bedarf ue aber zu ihrer Gültigkeit der Veröffentlichung: Tiefe Veröffentlichung ist jedoch niemals erfolgt, sondern merkwürdiger Weste hat die Verordnung selbst im Art. 18 eine derartige Veröffentlichung untersagt und an ihre Stelle die mündliche Bekanntmachung an die Interessenten treten lassen. Nach den Entscheidungen des Reichsgerichts ist dies unzulässig und somit die Verordnung un­gültig Au, Veranlassung des Kreisamts war die Staatsanwalt­schaft zur Erledigung der Berufung veranlaßt worden. . - Diese hat aber heute die Verwerfung der Berufung der rechtlichen Gründe beantragt. _____

* Der Lausdiener als Sprachlehrer, lieber den seltsamen Fall eines .,Flachsmann", der sich als Akademiker aus- aab und in Wirklichkeit Lausdiener war, haben loir gestern bereits berichtet. Zu dieser Meldung erfahren wir heute: Arthur Lindenftead, der verhaftete .Hausdiener und Dozent a. A,., wollte seinen akademischen Grad am Kings College tn London ertoorben haben. In Wirklichkeit heißt er Arthur Wielinsky, ist 3a Jahre alt und wird von den Gerichtsbehörden wegen Entziehung von der Militärpflicht gesucht. Wegen dieses Vergehens wurde Wlelmsky alias Lindenstead int Jahre 1908 zu einem M o nat Ge­fängnis verurteilt. Tiefe Strafe hat er bis letzt aber noch nicht verbüßt An der Lumboldt-Akademte, dieArthur Lindenstead im Hinblick auf feine angeblichen Zeugnisse aus London verpflich­tete, lehrte Wielinsky fremde Sprachen. Er trat sehr ge­wandt auf, und nichts ließ vermuten, daß man es hier mit einem englisch gefärbtenFlachsmann" zu tun hatte. Immerhin befttzt Wielinsky Sprachtalent, und durch Selbststudium machte er sich mit der englischen und französischen Sprache vertraut. Vor drei Wochen ließ sich Wielinskti-Lindenstead in London mit einer jungen Berlinerin trauen. Als das Paar dieser Tage nach Berlin- Charlottenburg zurückkehrte, erfuhr die wnge Frau, daß ihr Mann gar nicht Bachelor of arts fei und gar nicht Lindenstead heiße. In ihrer Enttäuschung teilte die Frau, wie lchon gemeldet, die,e Tatsachen dem General-Sekretär der Humboldt-Akademie, Sanitats- rat Dr Fl atau mit, der die Verhaftung Wielmskys veranlaßt^ Es stellte sich heraus, daß der damalige Hausdiener, als er ftch 1908 seiner Leerespflicht entzog, nach Amerika floh und, nach einiger Zeit über London nach Deutschland zurückkehrte. Ter Verhaftete behauptete, 1873 in Newyork geboren zu fein und den Namen Lindenstead in Amerika angenommen zu haben. Außer in der Lumboldt-Akademie erteilte derDozent" auch im Verein lunger Kaufleute und im Verein der Postunterbeamten Unterricht in fremden Sprachen. Wielinsky wird wegen ferner alten Straftat, wegen Führung eines falschen Namens und Titels und wegen Betruges hm nriferind.ir-röi

einer weiteren Meldung ist Wielmsky wieder auf freien Fuß. gesetzt wordw. Tie Eim tlettcngen haben ergeben, daß die gegen ihn weoen Versäumnis einer Militärischen Hebung verhängte Strafe verjährt ist. In andecer ^ezielsting aber ha. fick kein AnlaL zu einem/ sttaftechtlrckien Einschreiten gegen Wielinsky ergeben. Was bisher zutage gekommen ist, ist lÄnglicy Privatsache. Seine Vvrlesimgen waren stets gut besucht. Ansehen cm der Akademie war wegen seiner ^prachkemttnifte

lelyr *9^6-^^ntord wegen eines Fleckchens. Ein eigen­tümliches Licht auf die Er z i e h u n g s ar t mancher Eltern wirft ein bedauerlicher Selbstmord, der aus Berlin gcmeloct wird. Der 11jährige Schüler .H. in Reinickendorf hatte beim Spielen seinen Anzug befleck t und furch^te von seinen Eltern Bestrafung. In feiner Angst griff zu ®tft,. fern er erlag Mag sein, daß das Kmd 1 einen Tod nicht becib.ichttgt hatte, sondern nur krank zu werden hoffte, um so der strafe entgehen, aber wie müssen die Eltern mit dem Kmde gewöhnlich umgegangen sein, wenn es wegen einer solchen Kleinigkeit über­haupt zu seiner Tat kam. ,

* Große Ausschreitungen verübten mehrere L-erben bei der Aufführung der Lustigen Witwe in ^alonik. Der Wali von Salo nik imtcnagte toegen des serbftchcn Ein- spruck;cs die AusMrnna derLusttyen Witwe" durch eine Wiener Opercttentruppe, gab aber spater seme Einwilligung. Die werben verübten deshalb während der Vorstellung Ausichreitungen und schleuderten auf das Publikum eenel, foule Eier und -Lutte.

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