* i?r. 837
Zweites Blatt
160. Jahrgang
Montag 10. Oktober 1910
Erscheint tSgllch mit Ausnahme des bonntagS.
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unserem Ort feiern
Unser Luftkurort er- eineS außerordentlich nicht zu verzeichnen
Die „Siebener LamUiendlStter" werden dem ,9lnaeiqere viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtlsblart für dea Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Sett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
öOjähriges Jubiläum als Rechner in konnte.
O Hochwaldhausen, 7. Okt. freute sich in der abgelaufenen Saison
H Der Reichsversichernugsausschuß erledigte heute zunächst den bschnüt über Heilverfahren bei der Invalidenversicherung. Nach ! 1253 kann die Versicherungsanstalt, um die infolge einer Er jnhing drohende Invalidität eines Versicherten oder einer Witwe .zuwenden, ein Heilverfahren einleüen. Von sozialdemo- sratischer Seite wird eine Erweiterung dieser präventiven Marge dahin verlangt, daß auf Arrtrag des Versicherten diese eftarnnung einen obligatorischen Charakter erhält, und daß t, mer der Versicherungsanstalt die Befugnis gegeben werden soll, weit ihr Vermögensbestand es gestattet, auch allgemeine Maß- lchnren zur Verhütung des Eintritts vorzeitiger Invalidität unter ' m Versicherten und zur Hebung der gesundheitlichen Verhältnisse i w versicherungspflichtigen Bevölkerung zu fördern oder durch- iführen. Ministerialdirektor Caspar führte demgegenüber aus, \ die Aufwendungen der Versichcrungsämter für vorbeugende eilfürsorge schon auf 19 Millionen Mark gestiegen seien und cht ins Ungemessene gesteigert werden können. Der' Regierungs- H wtteter bekämpfte dann besonders weitere sozialdemokratische ■*. nträge, die auf eine erhebliche Steigerung der Familiensätze nausgehen. Hierzu nahm auch Staatssekretär Delbrück das I -ort: Äe Aufwendungen für diese Zwecke müßten im Rahmen I -t finanziellen Leistungsfähigkeit der Anstalten bleiben. Die ukunft dürfe nicht belastet werden. Die geforderte allgemeine usdchnung der vorbeugenden Fürsorge könne nicht zugestanden erden ohne das Genehmigungsrecht des Reichsversicherungsamtes.
Don fortschrittlicher Seite wird das Verdienst der ersicherungsanstalten um das Heilverfahren betont. Der Red- । tt gedenkt dabei des verstorbenen Klinikers v. Leyden für ! inführung und Ausbau der vorbeugenden Krankenfürsorge. Tie eigerühmten Vorstände der Krankenkassen seien erst gefolgt, s die allgemeine Stimmung sie dazu zwang. Die Vertreter — t Regierungen seien es gewesen, die die Versicherungsanstalten ( weüergehenden Aufwendungen veranlaßt haben. Hätten wir cht die Krankenbehandlung durch die Versicherungsanstalten, so ürde die KrunkenHausnot in Deutschland noch größer S; -Ln, als sie heute schon ist. Das Aufsichtsrecht des ReichAver- herungsamtes solle man nicht beschränken: dieses habe unter inen sämtlichen Präsidenten Enormes geleistet. Hier habe die 61| Sureaukratie" weit mehr geleistet, als alle Kritiker zusammen- I'nommen.
Von konservativer Seite wird diesen Ausführungen trr, lgestimmt und gegen die sozialdemokratischen Anträge gerade rs Bedenken erhoben, daß sie die Jnvalidenanstalten in der "" nbengenden Heilfürsorge einschränken könnten. Auf den gleichen tcmdpunkt stellt sich der Vertreter der N a 1 i o n a l l i b e r a l e n. -er Staatssekretär gibt die Erklärung ab, daß es den verbündeten egierungen völlig fern liege, den bisherigen Zustand, zu ver-
Rotationrdruck und Verlag der vrühl'schen UniversuätS - Buch- und Sreindruckerei. R. Lange, Gießen.
sonders auS Frankfurt.
x Bad-Nauheim, 7. Okt. Mit den Grundarbeiteu> für den Salinenneubau am Goldstein jenseits der Main-Weserbahn wurde dieser Tage begonnen. Vorausgesetzt, daß daS Wetter günstig bleibt, könne die neue Saline bi§< Mitte Aprfl des kommenden Jahres in Betrieb genommen werden.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 10. Oktober 1910. .
** Personalnachrichten. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste: der Rote Adlerorden 4. Klasse dem Postmeister Rechnungsrat Danzinger in Osthofen, ferner der Titel „Postsekretär" dem Postverwalter Schäfer in Hungen, der Titel „Ober-Postassistent" den Postassistenten F rees in Eberstadt, Kellner rn Mainz und Mäuseler in Langen. Versetzt Postdirektor Geyer von Mülhausen (Elsaß) nach Mainz, Ober-Postsekretär Feuerstein von Alzey nach Osthofen als Postmeister, die Postsekretäre Bvnarius von Darmstadt, S ch ö n f e l d e r von Offenbach und V o l k von Mainz nach Berlin, Eberhardt von Kobura nach Alzey und Hinter von Mainz nach Neuwied, die Ober-Postassistenten Görke von Darmstadt und Reich von Berlin nach Mainz, Simon von Michelstadt nach Darmstadt: die Postassistenten Benz von Mainz nach Darmstadt, Gerhard von Frankfurt a. Main nach Worms, Grünend er g von Tilsit nach Gießen, Hiller von Darmstadt unh WüNs vKll Gießen Nach Frankfurt a. M., S e i p
vie Reichsversicherungrordnung.
Berlin, 8. Okt.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ^O ol. Redaktion: e^H2. Tel.-AdruAnzeigerGießen.
guten Besuches, wie er viele Jahre war. Noch jetzt weilen zahlreiche Sommerfrischler hier, be
^ie Anträge der Sozialdemokraten werden schließlich abge- hnt und der Abschnitt über das Heilverfahren, §§ 1253 bis 1257, ich der Vorlage angenommen. Auf Arrtrag der Konserva-- , iven wird, wie schon bei der Krankenversicherung, eine Be- , mmmng eingefügt, wonach es bei einem verheirateten Versicher- n der Zustimmung zur Unterbringung in einer Anstalt nur im mn bedarf, wenn er mit seiner Familie zusammenlebt.
Der folgende Abschnitt sieht vor, daß unter gewissen VorauS- Zungen die Rente bis zu zwei Dritteln durch Sachleistungen setzt werden könne. Auf Antrag der Sozialdemokraten rrd dies von der Zustimmung des Rentenempfängers abhängig
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Vetter-Grund-Schwalheim, 2. Gg. Möbs-Gettenau, 3. O. Speng- ^er-Grund-Schwalheim. 9. Klasse: 1. Rud. Ries-Heuchelheim, 2. Hch. Weitz-Heuchelheim, 3. E. Schmidt-Echzell und K. Vetter- Ärund-Schwalheim. 10. Klasse: 1. Ernst Schmidt-Echzell, 2. Gg. Möbs-Gettenau, 3. Kl. Vetter-Grund-Scknwalheim und W. Ries-Gettenau. 11. Klasse: 1. O. Spengler-Grund-Schwalheim, 3. Kl. Vetter-Grund-Schwalh-eim. 12. Klasse: Diplom PH. Stoll- Echzell. 13. Klasse: 2. Karl Krug-Heuchelheim. 14. Klasse: 3. Gustav Moock-Grund-Schwalheim und O. Spengler-Grund- schwalheim. 16. Klasse: 1. Kl. Vetter-Grundschwalheim, 2. von Harniersche Hofgärtnerei-Echzell und Wilh. Reitz I.-Echzell.
Obstbau. 2. Klasse: 1. Hch. Weil-Berstadt, 2. Phil. Stoll II.-Echzell. 3. Klasse: 1. Joh. Hinkel-Echzell, 2. Ernst Schmidt-Echzell, 3. PH. Stoll-Gettenau. 4. Klasse: 1. Fr. ^>chulteiß-Echzell, 2. Rud. Ries-Heuchelheim, 2. Kl. Vetter- Grund-Schwalheim, 2. E. Schmidt-Echzell, 3. Phil. Stoll-Echzell, 3. O. Scheuermann-Echzell, 3. Präzeptor Luzrus-Forsthaus Echzell. 5. Klasse: 1. Wilh. Ostheim Wwe.-Gettenau, 2. Phil. Stock- Echzell und Fr. Eichelmann-Berstadt, 3. Otto Scheuermann-Echzell, Gust. Müller-Bingenheim, Hch. Velte-Echzell. 6. Klasse: 1. Joh. Hinkel-Echzell, 2. Wilh. Ries-Gettenau, Adolf Müller- Bingenheim und Otto Weitz-Heuchelheim, 3. Hch. Krug III- Heuchelheim, O. Veith-Heuchelheim, Gg. Reitz I.-Echzell und Pfarrer Wiegel-Bingenheim, 7. Klasse: 1. Rud. Ries-Heuchel- Heim, Lehrer Maurer-Heuchelheim, 3. Wilh. Ries-Gettenau und Phil. Stoll U.-Echzell. 8. Klasse: 1. O. Scheurmann-Echzeil, 2. Vetter-Gundschwalheim, 3. Rud. Ries-Heuchelheim und Herm. Naumann-Gettenau. 9. Klasse: 2. Hch. Weitz-Heuchelheim und Gg. Reitz II.-Echzell, 3. Krug-Heuchelheim. 10. Klasse: 1. Phil. Stoll II.-Echzell, 2. Hch. Weil-Berstadt, 3. Ernst Schmidt-Echzell. 11. Klasse: Ehrenpreis des Provinzialvereins Friedr. Hinkel-Berstadt, 1. Friedr. Eichelmann-Berstadt, 2. Hch. Weil-Berstadt, 3. Hermann Naumann-Gettenau. 12. Klasse: 1. Phil. Stoll- Gettenau, 2. Phil. Stoll II.-Echzell, 3. Vetter-Grundschwalheim. 13. Klasse: Ehrenpreis Friedr. Hinkel II.-Berstadt, Ehrenpreis der Stadt Echzell Heinrich Weil-Berstadt, 3. Philipp Stoll II. - Echzell und Karl Vetter - Grundschwalheim. 14. Klasse: Ehrenpreis Albert Schudt-Grundschwalheim, 1. Kl. Vetter-Grundschwalheim, 2. Hch. Weil-Berstadt und Präzeptor Lucius-Forsthaus Eck^ell, 3. Gg. Heller IX.-Echzell und Pfarrer Wiegel-Bingenheim. 15. Klasse: 1. Kl. Vetter-Grundschwalheim, 2. Ernst Schmidt-Echzell, 3. Hch. Ostheim-Gettenau und Präzeptor Lucius. 16. Klasse: 1. Lehrer Maurer - Heuchelheim, 17. Klasse: 1. Lehrer Maurer-Heuchelheim, 2. K. Krug-Heuchelheim. 18. Klasse: Ehrenpreis der Landwirtt'chaftskammer, Frau Hilda Schutt-Schwalheim, Ehrenpreis der Stadt Echzell Frau Assert-Grundschwalheim, 2. Frau Vetter-Grundschwalheim, 3. Frau Aug. Möbs-Gettenau. Ehrendiplom Frau Marg. Reitz-Ec^ell. 19. Klasse nicht beschickt. Klasse 20 b: 1. Präzeptor Lucius-Forsthaus Echzell, 2. Pfarrer Wiegel-Bingenheim, 3. Frau Apotheker Schmidt-E^ell. Nasse 21: Diplom Karl Schneider-Nidda. Klasse 22: Ehrendiplom: Robert Wagner Nachf.-Ech^ell, Spenglermeister Müller-Echzell, Wilh. Adolf Heß-Friedberg.
Am Sonntag nachmittag fand ein Vorttag des Dr. Hoffmann-Friedberg über Obsthandel, Obstverpackung und die Arbetten der Landwittschastskammer und des Obstbauvereins auf dem Gebiete des Obstbaues statt. Der Besuch der ^Ausstellung war gut. f
al '.macht.
i. Vorweg wird sodann § 1404 erledigt, der von dem Um- Asch der Inv alid e nkart e handelt. Durch Annahme eines
' )zialdemokratischen Anttags wird vorgeschrieben, daß, enn die Karte im Besitze des Arbettgebers ist, dieser sie minde-'
. ens eine Woche vor Ablauf der Umtauschfrist entweder dem k ersicherten zurückzugeben oder sie umzutauschen und dem Ver- Q cherten sofort die Bescheinigung au^uhändigen hat. Wetterbe- rtung Dienstag nachmittag. »
n Deutscher Aolonialkongreh.
, B e r l i n, 8. Oktober.
II Per dritte deutsche Kolonialkongreß hielt heute nachmittag U :ine letzte Vollsitzung ab. Als erster Redner sprach Geheimer F Hersaurat B altzer über die Fortschritte des Eisenbahnbaues nd der Techtiik in den Kolonien. Dann behandelte Wirllccher ldmiralitätsrat Prof. Dr. Ko ebner in längerem Vortrag die iesorm des Kolonialrechts. Stabsveterinär R a ck e t t e sprach
. bcr die Seuchen der Haustiere in ihrer Bedeutung für unsere I Schutzgebiete. Den letzten Vortrag hielt Said Ruete-Lon- I on über die gemeinsamen Interessen Deutschlands und Eng- i rnds in der Kolonialpolitik und auf dem Weltmarkt .
I Eine Reihe von Entschließungen, die von den Sekttonen und I em Arbeitsausschuß »vorbereitet waren, fand Annahme, unter 1 hnm eine von Rerchstagsmitgliedern verschiedener Pattecen em- 1 ebrachte Zusatzentschließung, betreffend die Gleichstellung des ■ lolonia»rechts mit beit übrigen Rechtsdisziplinen durch Schaffung ■ rdentlicher Lehrstühle an verschiedene Hochschulen, zunächst an ■ .er Universität Berlin: ferner eine Entschließung auf weiter- 81 lehende Unterstützung der Besttebungen des Verems zur Forde- Dl ung des Deutschtums im Auslande.
Sodann wurde der Kongreß durch den Präsidenten, den derzog-Regenten Johann Albrecht, geschlossen. Der Präsident
1 rankte allen Persönlichkeiten, die sich um das Zustandekommen •4 »es Kongresses verdient gemacht haben und wünschte, daß der Kongreß eine weitere Stufe in der glänzenden und ungeahnt chnellen Entwickelung der deutschen Kolonialbewegung sein möge.
PI Eine Wetterauer landwirtschaftliche Ausstellung.
Ul A Echzell, 9. Okt, -
Gestern und beute fand hier eine landwirtschaftliche 'lusstellung statt, bestehend aus Ack erbauausstell un g, 2 b st au s st el l u n g und Saatgutmarkt. Die Landwrtte c- ! )er mittleren Wetterau hatten ihr Bestes zur Schau gebracht. H-JI bürgermerster Reitz-Echzell begrilßte die Erschienenen und dankte Sd ^en Ausstellungsleitern, Dr. Hoffmann-sZriedberg und Kreutz-
Dießen, für die geschmackvolle Einrichtung und Anordnung der lk. 'lusstellung. Bei einem Rundgang gaben die Ausstellungsleiter । Erläuterungen. , w ,
Ergebnis der Pr eis v erterlung: rn Ackerbau: i V. Klasse: Beste Gesamtleistung: Ehrenpreis, gesttstet t' )om landwrrtscbastlicherr Provinzialverein, Friedr. Schmidt-Echzell, Ehrenpreis vom landw. Bezirksverein Büdingen Karl Vetter- ^rund-Schwalheim, 1. Preis Friedr. Reitz I.-Eck/zell, 2 Gg. stq Nöbs-Gettenau, 3. Otto Scheuermann-Echzell. 2. Klasse: 1. O.
Spengler-(hruno-Schwalheim, 2. Hch. Roos II.-Echzell, 3.^^!.
2toll II.-Echzell, 3. G. Moock-Grund-Schwalheim. 3. Klasse:
Phil. Stoll II.-Echzell, 2. O. Scheuermann-Echzell, 3. Ernst Schmidt-Echzell. 4. Klasse: 1. Gg. Stoll-Echzell, 2. Ga. Möbs-
L4 Gettenau, 3 Gust Moock-Grund-Schwall>eim. 5. Klasse: 1. ' ' Gust. Moock-Grund-SckWalheim, 2. O. Spengler-Grund-Schwal- ^heim, 3 K. Vetter-Grund-^Schvalheim. 6. Klasse: 1. G. Moack- , Zrurw-Schwalheü», 7. Klasse: 1. Ernst Schmidt-Echzell, 2. PH. [71 Stall II.-Echzell ,3 Wilh. Ries-Gettenau und Rud. Rres-Heuchel-
Hehn. 8. Klasse; Ehrenpreis. Phll. S.wll II.-Echsell , 1. K,
von Mannheim nach Michelstadt, S t e m m l e r von Lindenfels nach'Prostken, Theis von Mainz nach Berlin, Worthmann von Alzey nach Mainz und W erner von Bonndorf nach Offeir- badj; die Telegraphenassistenten Barner, Gernert,J o che m imt) Rixius von Mainz sowie Jos. Schmidt von Worms nach Düsseldorf, Eich und Renth von Mainz nach Hamburg. Etatsmätzig angestellt Postassistent Müller rn Mainz. Bestanden die PoUekretärprüfung Postassistent Maurer in Darmstadt: die Telegraphensekretärprüfung der Telegraphenassisteut Ohly in Mainz. Angenommen als Postanwätter Feldwebel Volz in Seligenstadt, als Telegraphengehilfin M i s ch l e r in Darmstadt, Lang in Worms, Sophie Hohmann in Friedberg und Salzig in Mainz. Freiwillig ausgeschieden die Telegraphengehilfinnen Dexheimer und Kron in Worms, Marg. Hohmann in Friedberg. Gestorben Ober-Postsekretär a. D. Rechrrungsrat Grimm in Darmstadt und Ober-Telegraphen- assistent P a p st e i n in Mainz.
** Eine Sitzung des Provinzial-AuSschusseS findet am Samstag den 15. Oktober 1910, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Teilung der gemeinschaftlichen Gemarkung Ober- und Nieder- Rosbach. 2. Klage der Gewerkschaft ^Luse und Ilsdorfs gegen den Landwirt Karl Reitz zu Stockhausen wegen Enteignung von Gelände gemäß Artikel 131 des Berggesetzes.
""Ladenschluß-Ueberwachung. Nach einem Rundschreiben an seine Vertrauensmänner und Ortsgruppen veranstaltet der ,Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband^ am Montag den 10. Oktober, also heute, im ganzen Reiche eine allgemeine Ladenschluß-Ueber- wachung, um damit Material für seine Forderung nach Einführung von Handels-Inspektoren in die Hände zu bekommen.
** D er K aufmännisch eVerein feierte ttm Samstag in Steins Garten sein 37jähriaes Bestehen. Das Programm war sehr gut gewählt, und oie Darbietungen fanden den vollen Beifall der Besucher. Fräulein Stammler erfreute das Publikum durch den vollendeten Vortrag von sechs Liedern. Die Begleitung hatte Herr Komponist .Adarn Ore aus Riga übernommen, der sich dieser Aufgabe vorzüglich entledigte. Herr Ore spielte außerdem eine Reihe eigener Kompositionen, von denen besonders die „Seeschlacht" von großer Wirkung war. Die hiesige Regiments- kcrpelle führte den übrigen Teil des Konzertes aus. Dem Konzerte folgte unter Leitung des Univ.-Tan^lebrers Will ein Ball. Die Nachfeier sand im Philosophenwald statt nub nahm auch einen schönen Verlauf.
•• Falsches Geld. Hier hält sich ein junger Mann auf, der falsches Geld verausgabt, das gut nachgemacht ist. Es wird vor ihm gewarnt und empfohlen, falls er bei Ausgabe falschen Geldes betroffen wird, seine polizeiliche Festnahme herbeizuführen.
|| Heuchelheim, 9. Okt. Gestern wurde unser Bürgermeister Kreiling mit 362 Stimmen auf weitere neun Jahre gewählt. Daß kein Gegenkandidat ausgestellt war, ist ein beredtes Zeugnis, wie man feine Verdienste um das Wohl der Gemeinde in allen Schichten der Bevölkerung zu schätzen weiß. Auch sein Vater stand 18 Jahre an der Spitze der Gemeinde und von ihm ging die Leitung auf den Sohn über. Vater und Sohn erwarben sich das volle Vertrauen der Gememde.
— Lich, 8. Okt. Die hiesige landwirtschaftliche Winter schule wird am 7. November ihren 6. Winterkursus beginnen. Die Anmeldungen zum Besuche laufen, wie wir hören, schon zahlreich ein. Die Frequenz ist von Jahr zu Jahr stärker, begünstigt durch unsere guten Bahnverbindungen, die eS den meisten jungen Leuten ermöglichen, täglich nach Hause zu fahren. Die von der Schule ausgeführten Anbauversuche sind im vergangenen Jahre weiter ausgedehnt worden. Auch die zur Ausführung der Anbau- versuche dienenden Einrichtungen sollen noch erroeüert werden. Dieses Streben nach praktischen Leistungen über den engeren Zweck der Schule hinaus wird seine Einwirkung auf die landwirtschaftliche Bevölkerung nicht verfehlen.
Ll Lich, 7. Okt. Hunderte Zentner Obst werden eben täglich hier verladen. Die Preise sind für den Doppelzentner: Schöner von BoSkoop nnb andere Reinetten 14 Mk., Parmänen und geflammter Kardinal 12 Mk., Schafnasen 8 Mk.; Schüttelobst 6 Mk.
Ll Birklar bei Lich, 7.Okt. Die FeldbereinigungS- arbeiten in unserer Gemarkung sind in diesem Sommer zu Ende geführt worden. Im Herbst erfolgt die Uebergebung an die Besitzer. Für den Verkehr ist eS von Interesse, daß durch die Bereinigung der durch unsere Gemarkung gehende Lich-Bettenhäuser Weg in einen wesentlich besseren Zustand gesetzt wird dadurch, daß die großen ,Hohlen" verschwmdeo.
^(Bellersheim, 7. Okt. Im Gegensatz zu den benachbarten Gemarkungen, die nur halbe Erträge an Kartoffeln zu verzeichnen haben, ist hier die Kartoffelernte gut zu nennen. Gute Speisekartoffeln werden mit 6 Mk. für daß Malter bezahlt. — Die Preise des Obstes sind seit gestern etwas gestiegen. Schüttelobst wird jetzt mit 6,50 Mk. für das Malter bezahlt.
Q Bodenrod, 7. Okt. Zu den ältesten Gemeindebeamten in Hessen zählt wohl unser 80jähriger ffie*' meinderechner Hofmann, der in diesem Jahre fein
Vorführung landwirtschaftlicher Maschinen.
Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen hat die Absicht, in Gemeinschaft mit dem landw. Institut zu Gießen in Form einer Demonstration die Anwendung der für kleinbäuerliche Verhältnisse geeigneten Bodenbearbeitungsgeräte und Maschinen in diesem Herbste gelegentlich der Herbstbestellung vor Augen zu führen.
Zweck der Veranstaltung soll sein, die landw. Bevölkerung mit den neueren noch nicht allgemein eingeführten Bodenbear- beitungs- und Bestellmethoden verttaut Ku machen und sie zur Anschaffung bewährter Maschinen zu veranlassen.
Die diesjährigen Maschinenvorfühmngen sollen nach folgendem Plane stattfinden:
Es gelangen zur Vorführung: 1. Ein! Wendepflu g sS W. 5, eine eiserne Ackere g ge, eine feine ©aategge, eine Drillmaschine von Tröster (Comodus oder Hassia), ferner eine Drillmaschine von Sack. Beide Drillmaschinen sollen eine Breite von l1/2 Meter besitzen. Die Tröstersche Maschine soll 11 Schare haben, die Sacksche mir 8 derselben. In allen Versuchsortem sollen die gebräuchlichen ortsüblichen Gerate mitgeführt und verwendet werden. Die Art der Durchführung ist folgende: Ein zu Weizen bestimmtes Grundstück wird zu 2A mit dem eigenen Pfluge vorher schon gepflügt. Das letzte Drittel soll am Versuchstage mit dem Sackschen S. U. W.-Pfluge Nr. 5 fertig gepflügt werden. Hierauf wird das halbe Stück mit der dort gebräuchlichen Egge geeggt, während die andere Hälfte mit einer eisernen Ackeregge bearbeitet wird. Hierauf werden 2/3 des Ackers mit der Trösterschen Maschine mit 11 Scharen gesät, während Vs mit der nur 8 scharigen Sackschen Maschine gedrillt werden. Das auf 18 Zentimeter Reihenentfernung gedrillte Drittel sott im Frühjahr gehackt werden. Zum Schlüsse soll das ganze Ackerstück mit bet Saategge zugeeggt werden. Gelegentlich dieser Vorführungen sott ein kleiner Vortrag über Vorteile richtiger Bodenbearbeitungsgeräte usw. stattfinden. Ferner sott den Landwirten die prattische Handhabung derselben gezeigt und erläutert werden.
2. Es ist weiter vorgesehen, im Frühjahr, wenn die Mittel es gestatten, einen Universalpflug von Sack mit sämtlichen Körpern, sowie verschiedene Handhackgeräte usw. zu zeigen.
Folgende Termine wurden für die Maschinenvorftihrulkgea angesetzt:
Mittwoch, 12. Oktober, vomnttags 9 Uhr Alten-Buseck, Donnerstag, 13. Ottober, vormittags 10 Uhr Beuern, Freitag, 14. Ottober, vormittags 9 Uhr Geilshausen, nachmittags 2 Uhr Aliendorf.
Die Landwirte, die sich an diesen Vorführungen beteiligen wollen, werden aufgefordert, sich Va Stunde vor Beginn der bett essenden Vorfühnmg vor der Bürgermeisterei des jeweiligen Ortes einzufinden.


