Ausgabe 
10.2.1910 Zweites Blatt
 
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ter il Sxnrptöeifcii".mfiutg bj» KöuiWü Preußischen I'anix^-- Defora>mie>to[l'cgim>;;, das die amtliche Vertretung der Land- Wirtschaft int Sl'öitig. ?>che Preußen barstellt. Der Vorsitzende Graf V'. -Schro er in-L öwitz eröffnete die Beratungen mit dem Kaiferb/ocl) und begrüßte die erschienenen Regie ru n <\ saer t re ter. Darauf erstattete der Generalsekretär Dr. v. Alt rack «Berlin denBericht über die Tätig leit des ständigen Ausschusses des Landes-Oekonomie-Kel legi ums im Jahve 1909". Er nimmt daraus Bezug, daß das Kollegium demnächst die wichtige Frage der Schätzung des landwirtschaftlichen Eintomnrens beschäftigen wird und zwar auf eine Anregung der Kammer für Pomm+n hin. Der Vorstand hat sich bereits an die einzelnen Landwirtschafts Kammern gewandt und mit seinem Vorschläge einer erneuten Be­sprechung im März oder April allgemeine Zustimmung gefunden. Die Versammlung' geht dann zur Beratung der Vorlagen über.

Rittergutsbesitzer v. Freier ^ch'ppenrade) berichtet über dir Frage, aus welchen Gesichtspunkten der Fortschritt der landwiris schädlichen Praxis eine stärkere Förderung der l a n d w i r t s ch a f t- 1 i ch e n B et r ie b s w i s s e n > ch a f t erheischt. Der Berichterstat­ter verlangt Vermehrung b:r Geldmittel für die Betriebsocr waltung der landwirtschastüchen .Hochschulen und »oirtschaftlich-e Mustergüter unter Leitung-der Dozenten, Verbesserung der Ein­richtung zur Uebermittelung der Betriebsergebnisse an die ein­zelnen Landwirte und schließlich möglichste Verbreitung der land­wirtschaftlichen Bu chfüh rn n g.

. In der Erörterung belampst Ministerialdirektor Dr. Thiel die Bildung von Musterwirtschaften, mit denen man schlechte Er­fahrungen. gemacht hab.-. Grose Anregungen zur Verbesserung des Betriebes sind in den seltensten Fällen von ihnen ausgegangen. Vielfach haben sic nur gezeigt, wie man es nicht machen soll. (Heiterkeit.) Die Erfolge des landwirtschaftlichen Betriebes -liegen an den persönlichen Eigenschaften des Wirtschaftsrührers, durch Belehrung werde aber lein Ebarattcr geändert. Auch der inzwisckxen erschienene Landwirischaftsminister v. Arnim-Criewen lucrji darauf hin, daß den Betriebs.nfre'rn bereits genügendes Material aus der Praxis zur Verfügung' slcho und zwar in den Buchführungs- stellen, die Lehrer müssen sich das nur zu Nutze machen.

Nachdem v. Freier die Forderung bezüglich der Muster­wirtschaften zurückgezogen Hal, werden die von ihm vorgelegten Leitsätze angenvmm.'n.

Nach einer Pause wird die Beratung des Entwurfes einer Reichsversich erungso rdnung vorgenommen. Das um­fangreiche Material ist in vier Abschnitte geteilt.

Zunächst berichtet Majoratsbesitzer v. Batocki (Blödau) über allgemeine Vorschriften und, Organisation, sowie über die Kranken­versicherung. Er stimmt dem Grundgedanken des' Entwurfes, betr. die Schaffung eines gemeinschaftlichen" Unterbaues für bestimmte, genau zu begrenzende Gebiete der gesamten deutschen Arbeiter­versicherung als einem gesunden Gedanken zu, hat aber vom Standpunkte der landwirtschaftlichen Jitteressen aus verschiedene Ausstellungen an den einz-elnen^Bestimmungen. Jin gleichen Sinne sprechen Landesrat Dr. Schröder (Kassel) über Unfall­versicherung und Rittergutsbesiper Landrat v. Kkitzing über Invaliden- und Hintcrbtiebeitenversicherung. »

Moorgen werden die Beratungen fortgesetzt.

2lus StaSt un- Land.

Gießen, 10. Februar 1910.

** Von den Landwirtschuftsschulen. Als im vorigen Jahre als neuer Lehrgegenstand die landmirtschafk- liche Naturkunde in den Lehrplan der meisten Fortbildungs­schulen ausgenommen wurde, da trat die Befürchtung auf, dadurch würden die Ackerbauschulen entvölkert werden oder zum mindesten die Schülerzahl sehr zurückgehen. Diese Be­fürchtung hat sich indessen als völlig haltlos erwiesen. Der neue Lehrgegenstand in den Fortbildungsschulen hat auf die Frequenz der Schülerzahl an den Ackerbauschulen keine Wirkung geübt, sie ist sogar au manchen Schulen statt zu sinken, gestiegen. Und das ist auch die richtige Auffassung. Die Fortbildungsschule will nur Allgemeinbildung auch im Spezialfach gewähret, und nicht Ersatz bieten für eine Fach­bildung, wie sie die Ackerbauschule vermöge chrer Einrich­tungen allein geben kann.

** Evang. Bund. Am nächsten Sonntag, 13. d. Mts., wird der hiesige Zweigverein des Evang. Bundes seinen zweiten Familienabend veranstalten, der insofern ein besonderes Interesse beansprucht, als der Hauptvortraa, den Pastor Mahler, der Geperal-Sekretär der Deutschen Kleinsiedlungs-Genossenschaft in Oftrowo, halten wird, das Bild einer hier noch verhältnismäßig unbekannten vaterländischen Arbeit entrollen wird: der Arbeit an den deutschen evangelischen Rückwanderern aus Rußland und ihrer A n s i e d l u n g in der O st - mark. Der bisherige Verlauf dieser Arbeit ist kurz solgendep: Bor -1 Jahren waren infolge der Unruhen in Rußland zahl­reiche deutsche Landarbeiter in ihre alte deimat zurückgekehrt und hatten sich bald über ganz Deutschland zerstreut. Freilich fühlten sich die meisten in den Jndustriegegenden des Westens nicht recht wohl. Es. fehlte ihnen das unentbehrliche Stück Land und das eigene Heim, das sie drüben in Rußland besessen und so entstand in ihnen der Wunsch, wieder in die ländlichen Ver­hältnisse zurückzukehren. Leider sahen sie bei den geringen Mit­teln, über die sic verfügten, keine Möglichkeit zum Erwerb eines eigenen Heimes im Osten unseres Vaterlandes und es blieb ihnen schließlich nur der Weg der Auswanderung übrig, um ihr Ziel zu erreichen. Da gründeten im Jahre 1906 national gesinnte Männer in Ostrowo in der Provinz Posen die Deutsche Kleinsiedlungs-Genossenschaft zu dem Zweck, weniger bemittelten deutschen Rückwanderern den Erwerb eines eigenen Heimes zu ermöglichen und sie in größeren geschlossenen Kolonien, die in der Provinz Posen errichtet loerden sollten, zu sammeln. Die bisherigen Erfolge der Genossenschaft, die Erfahrungen, die man mit den Rückwanderern gemacht hat, und die Eindrücke über deutsches und evangelisches Leben in den deutschen Kolonien Ruß­lands wird Herr Pastor Mahler seinen Zuhörern aus eigener An­schauung vor Augen führen. Es ist eine wichtige vaterländische Arbeit, um die es sich hier handelt und deren Bedeutung vom Evang. Bunde voll gewürdigt wird.

Briefform at. Die ordnungsmäßige Bearbeitung und vünktliche Besorgung der Brieie wird der Post durch die übergroße Verschiedenheit der Briefform, durch die llngleichmäßigkeit im Auf­kleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersichtlichkeit der Aufschrift in lästiger Weise erschwert. Im eigenen Interesse benutze man daher nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe die geeignetste Form ift 15 Ztm lang und 13 Ztm. breit klebe die Marke in die rechte obere Ecke, schreibe unten recht deutlich den Bestimmungsort nieder tmd unterstreiche ihn. Wer feilte Briefumschläge mit einem Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe der Bestimmungspostanstalt unten rechts mit vordrucken.

4- Lich, 9. Febr. Demnächst findet die schriftliche Prüfung der beiden Oberklassen der hiesigen Präpa- randenschule statt. Die mündliche Prüfung wird unter dem Vorsitz von Seminardirektor Dr. Schäfer-Friedberg kurz darauf abgehalten, so daß die Entlassiing schon anfang März erfolgt, einem im Verhältnis zu den früheren Jahren sehr zeitigen Termine. Jetzt liegen schon zahlreiche Anmeld­ungen fürs neue Schuljahr vor. Ter Andrang zum Lehrer­beruf scheint bei der AuSsichtslosigseit vieler anderer Berufe immer noch größer zu werden, so daß der Lehrermangei bald gehoben fein wird.

§ Ober - O h men, 9. Febr. sDtit Beginn dieser Woche hat der zweite Kursus der W a n d e r h a u s h a l t u n g s - schule unseres Kreises hier im Saale des Rathauses seinen Anfang genommen. Die Beteiligung an dem auf sechs Wochen bemessenen Kursus ist eine lebhafte; die Zahl der Schülerinnen beträgt 23. Die Unterweisung in der Gesund-

lieits- und Krankenpflege übernimmt Dr. «criba von Groß- Felda. Mit der Eröffnung der Wanderhaushaltungsschule and dem einen vortrefflichen Eindruck hinterlassenen ersten Kursus z-u Rieder-Ohmen ist das Interesse in den Gemeinden des umliegenden Bezirkes sehr gewachsen.

-d. Büdingen, 9. Febr. Am 22. d. Mts. (Petritag) werden es hundert Jahre, seit die Familie Bähr zu Rohrbach Pächterin der Hälfte des Fürstlich Jsenburg- imd Büdingen'schen HofguteS zu Rohrbach ist. Die andere Hälfte ist ebenso lang an ein Konsortium von Rohrbacher Landwirten verpachtet, an dessen Spitze der jeweilige Bürger- uieiner steht. AuS diesem Anlaß hatte der Pächter Karl Bähr am 7. l. M. an die Fürstliche Familie und die Be­amten der Fürstlichen Verwaltung, sowie an den Vorsteher des Pachtkonsortiums, Bürgermeister Kröll, eine Einladung zu einer Familienfeier ergehen lassen, an der sich auch die Verwandten der Familie Bähr beteiligten. Abends brachten der Kriegerverein, der Gesangverein und der Turnverein zu Rohrbach eine Ovation dar. An der Spitze eines stattlichen Lampionzuges schritt die eigene Kapelle des Kriegervereins. Es wurden einige Musikstücke und Lieder iechl gut oor- getragen. Ter Turnverein stellte eine Pgramtde. Pfarrvikar Lenz hielt eine kernige Ansprache, auf die der Fürst dankend erwiderte, der dann die Vereinsvorstände empfing und die Vereine zu einem Glase Bier einlud. In den Wirtschaften von Belte und Jäger versammelten sich dann die einzelnen Vereine unter Zuziehung der männlichen und weiblichen Fugend. So tvucde die Feier eine allgemeine für ganz Rohrbach. Der Fürst wird auf Petritag seinerseits eine Feier im Kreise seiner Pächter veranstalten.

Friedberg, 9. Febr. Der Verein ehern. Schüler der landw. Winterschule hielt gestern, wie schon kurz berichtet ivurde, eine Diskussionsversa mmlung ab, die von nahezu 200 Herren besucht war. Eingeleitet wurde die Dis­kussion durch ein Referat des Privatdozenten Dr. K leberger- Gießen über die neuzeitlichen Stickstoffdüngemittel und ihre Verwendung nach den Ergebnissen mehrjähriger Versuche. An den mit großem Beifall aufgenonnnenen Vortrag schloß sich eine Diskiission an, an der sich u. a. Herr Schneider- Utphe und Oekonomierat Spieß-Friedberg beteiligten, welch letzterer auf die große Bedeutung der Tüngungsversuche all­gemein und der Versuche des Referenten speziell hlnwies und den Wunsch äußerte, daß der Referent so wie heute auch in Zukunft die Wetterauer Landwirte über die Resultate seiner äußerst interessanten Versuche orientieren möge.

O Rosbach v. d. H., 8. Febr. Am hiesigen Bahn­hof hat man mit bedeutenden Erweiterungsarbeiten, für die 99 000 Mk. vorgesehen sind, begonnen. Die hiesige Station soll deshalb vergrößert werden, um den Bahnhof Friedberg zu entlasten.

x Flensungen, 9. Febr. Der hiesige Maurer und Besenbinder D. wurde in der Gemarkung Stockhausen erfroren aufgefunden, nachdem man ihn seit Ende der vorigen Woche vermißte. Der Verstorbene lebte als Witwer im hiesigen Armenhause und soll dem Trünke ergeben ge­wesen sein.

Bayerischen Hochland" erschienen. Das hüb ich ausg-cstattei - lich- Büchlein ist von einem hier jo wohlbs kannten. auSne.^r Kenner des Landes unter Mitwirkung der bayerischen Wint Un- Vereine sehr sorgfältig verfaßt. Daß sämtliche irgend in kommenden Orte, ausgehend von München und seiner ällcrnäcH ' Umgebung bis zu den wichtigsten Plätzen in Tirol mid Vorarl - - eingehend behmüüt n erben, ist bei einem W ntcrsvortler V« Luther selbstverständlich. Dabei ist das Büchlein sehr friL gehalten und orientiert ausgezeichnet.

litärkte.

F.C. Wiesbaden. B i e h h c> f - M a r k t b e ri cht vom 9

Auftrieb; Rinder 93, Kälber 315, Schafe 53. Schweine 397. L 1

Tendenz: Rinder und Kälber mittelmäßig, Schafe aut

Schweine ruhig. Preis' Durch. '

pro 100 Pfd. ichnuwprest ''CbeX%Td,* 10

Ochse n. von-bisvon-bis

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten

Lchlachlwerles, höchstens 6 Jahre alt 4346 7682 44 75

Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 3841 7274 39 7s Bulle n.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten

Schlochtwertes 3739 6669 38 67

Vollfleischige, jüngere 3335 6265 34 63

Färsen, St üb e.

Pollfleijchige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 39-44 70-80 41 75

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.

Lchlachtweries bis zu 7 Jahren. . 3538 6670 36 68

Aettere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüugereKühe u. Färsen 3034 5965 32 62

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2629 54 - 59 27 5s

Kalber.

Feinste Mast- (Vollmilchniast) und beste

Saugkälber . . . 5256 8692 54 W

Mittlere 'Mast- unb gute Saugkälber . 4450 7081 47 79

Schaf e.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 3840 76-80 39 - 78

Mäßig genährte Hammel und -Lchafe

(Merzschafe)^ 23-25 5862 24 60

Schweine.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht 5759 7375 58 74

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 57 59 7375 58 74

Fleischige Schweine 5559 7075 57 72

Limburg a. d. Lahu, 9. Febr. Fruchtmark!. Turch. schuittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassaurscher) 18,7ö it, weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 18,25 Alk., Korn 12,15 Gerste: Futtergerste 9,50 Mk., Brauaerste 10,50 Alk., rwtt 7,70 Alk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 4,605,20 All.

ArrehUche Nachernten.

Israelitische Reiigionsgememdc. Sottesöienjr in der Synagoge (Süd-Antage). Samstag den 12. Februar 1910:

V 0 r a-b e n b S.3O Uhr.

Morgens 9.00 111)r.

Nachmittags 3.30 Uhr. Lchrifle, klärung.

Sabb atausgang 6.25 Uhr.

Israelitische rreligjonsgesellschaft. Gottesdienst.

Sabbat fei er am 12. Februar 1910.

Freitag abend 5.10 Uhr.

vermischtes.

* Eine wichtige Erfindung für die Eisen- b a h tt hat der Kutscher Reitnspieß in Neumünster gemacht. Er erfand eine Vorrichtung, die die Eisenlxrhnbeamlen der Mühe überhebt, beim Zusammenkovpeln unb Abkoppeln der Wagen in das Geleis zu treten, wodurch Unglücksfälle vermieden werden. Tic preußische Eiscubahnverwaltung zahlte für die Erfindung 120 000 Mark.

* Die drahtlose Telegraphie als Lebensretter. Ter drahtlose Telegraphist derKentucky", dessen Tätigkeit allein es zu verdanken ist, daß die Besatzung deä sinkenden Dampsers noch im letzten Augenblick gerettet werden konnte, gibt jetzt eine Schilderung der aufregenden Ereignisse, die der Rettung der 45 Schiffbrüchigen voraufgingen. Erst kurz vor der Abreise Der Kentucky", die btc Fahrt um das Kap Horn angetreten hatte, war Der drahtlose Apparat auf dem Schiffe eingerichtet worden. Am Freitag, in früher Morgenstunde, inmitten des fürchterlichsten Sturmes, eilte der Ingenieur zu dein Telegraphisten Alagiimis und brachte iynr die Kunde, daß dieKentucky" rettungslos verloren sei. Magiimis begann sofort Die Arbeit mit seinem Drahtlosen Telegraphenapparat, aber eine lange StunDe verstrich, ehe er eine VerbinDung erhielt. Es war Die etwa 90 englische Meilen ent­fernteAlamo", Die antwortete. Doch zunächst war Damit wenig gewonnen, Denn bei Den furchtbaren Schwankungen unD Dem herrschenDen Orkane vermochte Der Kapitän Die genaue Lage des Schiffes nicht sofort zu bestimmen. Es verging eine geraume Zett angstvoller Spannung, ehe man endlich derAlamo" genau mit- teilen konnte, ^vohm sie steuern müßte, um noch Rettung zu bringen. Eine halbe Stunde vorher kam noch der Elektrotechniker zu mir", jo berichtet Magiimis,unb brachte die neue Unglückskimbe, daß das Wasser im Schiffsraum so rasch steige, daß binnen kurzem die Dynamomaschine meines Apparates vom Wasser gelöscht werden würde. Alle anderen Arbeiten wurden nun beiseite geworfen: die drahtlose Telegraphie war die einzige Rettungsmögliehkeit, imd alle Hälide an Bord arbeiteten daran, Die Dynamomaschme 511 schützen. Der Apparat rourbe mit Stoffen unD Oeltuch umhüllt unb es ge­lang auch, Den elektrischen Strom so lange aufrecht zu erhalten, bis ich endlich glücklich Die entscheiDenDe Botschaft abgejanDt hatte. Als DieSKlamo" Das fiiifenDe Wrack erreichte, war nachmittags l'e4 Uhr: Das Teck lag bereits an Der Wasiergrenze; es war Hilfe im letzten Augeilblick.

* Tas Deutsche Bier auf der Brüsseler Welt­ausstellung. Die Teritsche Abteilung auf Der Brüsseler Welt­ausstellung wirD, wie auf früheren Weltausstellungen, so auch Dies­mal neben Dem Deutschen auch ihr besonderes Münchener Hails haben. Tiese beiden Niederlassunaen werden voraiissichtlich den Mittelpunkt des geselligen Verkehrs Der Ausslelluugsbesucher bilden, Da in Dem einen Der Deuliche Wein, in Dem anberen Das Deutsche Vier ihre Anziehungskraft erweisen sollen. Tas Deutsche Laus beherbergt in seinem ErDgeschoß ein vornehmes Wein­restaurant, für Das an alle größeren Deutschen Hotelbesitzer, Wein- bänbler unD Gastwirte Ausschreibungen ergangen waren. In Dem Wettbewerb blieb Die Berliner HotelgesellschattDer Kaiserhof" Sieger. Die Pacht betiäqt eine halbe Million Mark. Das Alünchener Haus, Das im BieDermeierstile gehalten wirD, wurDe Dem ehemaligen Küchenchef Des Hotels 21 Dion Unter Den Linden, Spiekernagel m Düffel Dorf, übe 1 tragen. Tiese Nachricht wirD man m München mit geteilten Gefühlen entgeaenuehmen. Natürlich wirD das Münchener Haus auch unter Düsseldorfer Leitung den Münchnerischen Einschlag bewahren. Tie Bierlieferung haben ämtliche Münchener Brauereien in Der Weise übernommen, Daß 011 einem jeDen Wochentag eine Art von Bier zum Ausschank gelangt.

Literarisches.

Wintersport im, Baycrische n H-och ka ud. Grie- bens Reiseführer, Band 132. Bearbeitet Don Earl I. Luther. Unter Mitwirkung der bayerischen Wintersporwereine. Mit vier Karten. Berlin W Albert Goldschmidt. 1910. Ein empfehlens­werter Führer für Freunde des Wintersports ist als 132. Laub von ^,Griebens Reiseführern" unter dem TitelWintersport im

1 g-gJ=-

Meteorologische veobachtungen der Station Gichn.

Febr.

1910

4- 0,5 eC.

9.

3"

Türkenlose .. .

U3ö:' I

4

Sonnenscheii

9.

Reif

10.!

Bochum Guss .

Buderus E. W.

Niedrigste Nieoerschlag

4°.

4°

245.00

114.00

238:'

1612

4", 4', 4"

40

7 178.00 . 47.00 . 91.75 . 6ÄV0 . 100.00

Griech. Monopol-AnL. äussere Argentinier., jlcxikaner . .

i0 Chinesen . .

Aktien:

37/7. O°\n 37»7(

94-30 Ü5.20

V4.20 85.20 93.10 93.110

100 20 99.00 95.85

105.00 64.60

66.00 99.90 98.20

94.40

10724 1352) 206»

21860

1368ä 2076-'

19(0'

1085' 1831' 137ß'

25^3 1570.' 1950)1

1657 2105.

Elektriz. Lahmeyer . .' . Elektriz- Sc-hucfcert . . . '4. Eschweüer Bergwerk . v. Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amcrik. Paketf. Harpeuer Bergwerk Laurahütte . ... . . . . Nurdd. Lloyd .?- . . . . Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges., . . lAirmstädter Bank . . .. Deutsche feauk . . . . Deutsch-Asiat. Bank .

Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . ,» Kreditaktien . .

Baltimore- und Ohio-'^ Eisenbahn

Gotthardbahn . - Lombard. Eisenbahn .z-.ß.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 6.25 Uhr.

WocheiigottesDieust: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.30

TeMonische KaursberEchte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für, Hanld und Industrip^Gioqsen.

Frankfurter Börse, 9. Februar, 1.15 Uhr.

Oesterr. Goldreute Oesterr. Silbenente l ngar. Goldrente Italien. Reute . .T Portugiesen Serie I ' Portugiesen n III

Reichsanleihe.L y - do.

Konsols , :

do.

Hessen

Oberhessen

, 8.

0,0 mm.

Oesterr. Staatsbahn . .... -

Priuce - Henri - Eisenbahn * . 134V

41russ. Staatsanl. 1905 4' fi japan. Staatsanleihe 4% ('onv.Türken von 1903

Temperatur der Lust

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Wetter

2M|| 748,6

+ 3,2

3,5

61

NNW

2

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9 753,4

+ 0,7

3,8

78

NW

9

0

716 756,0 !

1,2

3,9

92

W

2

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Höchste Temperatur am 8.

bis 9.

Februar

Tendenz fest.

Berliner Börse, 9. Februar. Aufaa^skirai.

tanada E. B Darmstädter Bank Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. -. Dresdner Bank . . .

Tendenz: fest.

. 179.90 - 137.60 - 258.10 - 91.20 . 165.20

Harpener Bergwerk

Laurahütte . - . . . . 2- Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd

Türkenlose . ,«. . . .

207.5'

190.51'

232)

103. > 178»

Braut-Seide V. Mk. 1.35 ab

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