Nr. 34
Geueral-MZeiger für OberheMn
Wählern.
sitzt es, und ich konnte es er ft nach längerem Warten aus London erhalten. Ich kann seine Lektüre jedermann empfehlen, der sich in literarischer Quellenkritik üben will. Man verfolgt Cook bis zur immerhin ansehnlichen Höhe von 12 000 Fuß; so mager sein Bericht ist, so greifbar sind doch einige seiner Schilderungen: aber die Beschreibung des Anstiegs der letzten 8000 Fuß ist ganz vage und unbestimmt, und was er endlich als Abbildung des Gipfels vom Mount Mc. Kinley bietet, ist sicher nicht die Ansicht eines Gipfels von 20 390 Fuß Höhe. Das haben englische Kritiker gleich ausgesprochen. Diese Sachlage muß man im Auge behalten, um Pearys scharfe Aeußerungen über Cook zu verliehen: sie entquollen einem Gefühle der Entrüstung, aber sie wären besser ungefallen geblieben. . .
Cook hatte den Newyork Herald für sich gewonnen, und diefts Blatt ließ es nicht an Reklame siir ihn fehlen. Selbst em Teil der deutschen, sonst in wissenschaftlichen Fragen so vorsichtigen Presse, druckte ohne jedweden Kommentar Cooks Berichte über seine Polarfahrt nach dem Newport Herald ab, obwohl dieselben ganz ebenso wie sein Werk über die Besteigung des Mount Mc Kinley um so leerer und inhaltloser wurden, je mehr sich Cook dem angeblich erreichten Ziele näherte. Ich habe lchon im Bor- trage auf der Naturforscherversammlung in Salzburg am 24. September v. I. das Nichtssagende von seiner Polbeschreibung her- vorgchoben und verstehe durchaus den jetzigen Entscheid der Kopenhagener Universität, der nicht viel mehr Vorgelegen hat.
Die ganze Episode erscheint mir als eine Mahnung, mit mehr Vorsicht, als vielfach geschehen, geographische Neuigkeiten aufzunehmen, und eine geographische Entdeckung nicht nur nach einem mageren Bericht zu glauben. Es ist nötig, auch auf dem Gebiete der geographischen Entdeckungen strenge Kritik walten zu lasien und die Sensationslust etwas zu dänipfen.
Erscheint tt-Nck mit Aufnahme bei Sonntag-.
$te "Ole-erer ZamMenblatter' werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich bctgelcgt, da» 'xreübUM fite den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Lett- «scheinen monatlich zweimal.
KriegSfchiffbestellungeu vom Ausland.
Die Türkei und Brasilien lassen mit Ausnahme kleiner Fahrzeuge ihre Kriegsschiffe in England bauen, für Spanien baut ein britisch-französisches Syndikat. Japan ist als Besteller den europäischen Firmen verloren gegangen, denn es baut selbst. Rußland strebt das auch an, wird aber wohl fremde Hilfe in Anspruch nehmen müssen, und obwohl im Wettbewerb die Pläne der Hamburger Firma Blohm L Boß sich als die besten erwiesen, wird man doch wahrscheinlich siel) an England wenden; es heißt, die Firma John Brown, ClydÄauk, werde die in St. Petersburg stehenden Neubauten, mit denen man nicht vorwärts kommt,
RotaNonSdruck and Verlag Oei 8rüblich« UnwersttätS - Buch» und Stemövudctei. 8L Lange. Stefcen
sie der brave Lomonössvw bei dieser Gelegenheit ausstreiite, war denn doch unerhört. Er sollte wegen dieser llnanftäntngfeitenl mit der Knute zur Besinnung gebracht werden und wurde nur mit Rücksicht auf seine literarischen Verdienste vor solcher Entehrung^ bewahrt. Unter der Kaiserin Anna machte man aber mit solchen Drohungen wirklich Ernst. Ter Reimtünstler und Sprachforscher Tredjaköwsky, allerdings ein unglaublich geschwollener Herr, der aller Welt erzählte, daß er der größte russische Dichter sei, wird von dem Kabinettsminister Wolmski wiederholt damit be- grüst, daß dieser ihm links und rechts Ohrfeigen austcilt. Dtlst diese Schul- und Gassenjungenbehandlung kein Ende nehmen Itnll, geht Tredjakowsky W Biron, dem allmächtigen Günstling der Kaiserin, um sich über die ihm angetane Schmach zu beklagen. Aber im Vorzimmer trifft er seinen Todfeind, der den Zweck dieses Besuches sofort durchschaut. Biron gerät in eine fürchterlich c Witt, winkt den Lakaien, läßt dem armen Kerl ohne weiteres die Kleider vom Leibe reißen und ihm siebzig Stockschlöge auf den bloßen Rücken austeilen. Man deute sich bei ims einen Mann wie Alexander von .Humboldt oder Helmholtz in ähnlicher Lage. Die russischen Sitten jener Zeit verwandelten sich selbst in Satiren! auf das übertünchte Tutarentum."
Aegyptischer Liebeszauber. Zwei ägyptisches Zaubertäfelchen, die vor kurzem das archäologische Institut in Heidelberg zum Geschenk erhielt, veröffentlicht, wie wir der Heidelberger Zeitung entnehmen, Franz Boll im ersten Sitzungsberichte, der dortigen Akademie der Wissenschaften (Heinrich-Lanz-Stiftung). Es sind zwei Bleitäfelchen, die, wie die an genau übereinstimmender^ Stellen angebrachten Löcher beweisen, in der Art eines Diptychons^ zusammengelegt waren, die Schrift nach innen. Die griechischen? Inschriften stimmen auf beiden Seiten fast genau überein. „Horion, Sohn des Sarapus, mache und bereite, daß Nike, die Tochtev des Apolonus, sich verliebt in Pantus, den gebar die Tmesios"^ lautet die eine, und „Mache, daß Nike, die Tochter des Apollonus^ sich verliebt in Pantus, den die Tmesios gebar, auf sieben Monate",, heißt die andere. Gerade in Aegypten war der Bleitafelzauber irn spätem Altertum ganz besonders beliebt. Auf Bleitafeln tour^ den Schwüre und Segcnsformeln niedergeschrieben, mit Bleitafeln suchte man Dämonen zu bannen, die mit ihrer Zauber-> kraft heiße Wünsche erfüllen sollten. An einen Dämon wendet sich auch unsere, der Sicherheit wegen gleich doppelt geschriebene! Formel, und damit der Zauber auch wirkte, wurden noch mehr, Nägel durch die Tafel getrieben, als der Zusammenhalt der Tafeln" erfordert hätte, die Person, welcher der Zauber galt, sollte „festgenagelt" werden. Der Angerufene ist der Geist eines Verstorbenen, der eigens durch das Bild einer kleinen Mumie cm»1 gedeutet ist. Die neue Doppribleitafet ist eins der interessan-, testen Stücke ihrer Art. Sie ist besonders gut erhalten, korrekt! und klar geschrieben und zeigt als Eigentümlichkeit die Form! des Diptychons und die direkte Anrede und Namensnennung bcs Geistes, an den die Forderung gerichtet ist.
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Der Bogesendnrchstich.
Redaktion, Expedition und ruderet; Schul» straße 7. Expedition und Verlag; ÖL
Redaktion:^^112. Tek.-AdruAnzeiger<Ließem
Wenn nun ausnahmsweise, der vor geschriebenen fünfjährigen Karenzzeit halber, und wegen nicht genügend hoHen Einkommens 20 000 in der dritten Klaise zurückbleiben, so erführe im übrigen die zweite immer noch eins weitere Bereicherung von rund 60 000
Aus Barlin wird uns geschrieben:
Der^Temps" stellet vor kurzem die Behauptung auf, daß die deutsche Heeresverwaltung die Schaffung eines neuen Armeekorps in Elsaß-Lothringen zur Verstärkung der dortigen Streitkräfte an der deutsch-französischen Grenze beabsichtige. Ein süddeutsches Blatt fügte dieser Nachricht hinzu, daß tatsächlich die Schaffung eines 20. Armeekorps in den Reichslanden geplant sei, daß indessen die allgemeine Finanzlage das Hindernis sei, diese Absicht in nächster Zeit in die Wirklichkeit zu übertragen. Wie wir zu btcien Meldungen erfahren, entbehren diese Gerüchte völlig der Grundlage. Auch wenn die Finanzlage günstiger wäre und die Aufstellung einer neuen Formation dieser Art gestattete, würde die Schaffung eines neuen Korps in Elsaß-Lothringen nicht in Frage kommen.
In der französischen Kammer beschäftigte man sich vor kurzem auch mit den Projekten eines Vogesendurchstichs, der bekanntlich seit längerer Zeit von den Interessenten gewünscht wird. Soweit aus den Verhandlungen ersichtlich, ist die Frage dem französischen Kriegsministerium zur Prüfung überwiesen worden, und anscheinend sind die sonst in Betracht kommenden französischen Regierungskreise dem Projekt günstig gesinnt. Auf deutscher Seite steht, wie mitgeteilt werden kann, die maßgebende Militärbehörde einer neuen Bahnverbindung zwischen Deutschland und Franireich grundsätzlich sympathisch gegenüber, da militärische Bedenken hiergegen nicht obwalten und nur eine Förderung der wirtschaftlichen Bedürfnisse zwischen beiden Ländern hierdurch erzielt werden kann. Daß Minister v. Breitenbach persönlich dem Projekt Interesse entgegenbringt und es demnach gegebenenfalls auch fördern wird, ist bekannt.
falls in nächster Zeit größere Verstärkungen seines schwimmenden Materials vorzunehmen, doch außer vielleicht Tor-- pedofahrzengen dürste Deutschland nichts zu erwarten haben. Es verlautete schließlich, daß Oesterreich beabsichtige, eins oder mehrere seiner drei projektierten Linienschiffe nach Deutschland zu vergeben, aber in Oesterreichs scheint man sich mit der Inangriffnahme dieser Bauten recht Zeit zu lassen, wenigstens hat man nichts davon gehört, daß man schnell die schiffe zu beschaffen gedenkü Eins ist in Triest begonnen. Jedoch für die Flotte Uruguays bauen wir. Beim Stettiner Vulkan liegt der 1100 To. große Torpedokreuzer „Uruguay" weit vorgeschritten und soll August 1910 fertig sein.
Große Aussichten auf Bestellungen fremder Staaten haben also die deutschen Etablissements vor der Hand nicht.
übernehmen.
Die chinesische Informations-Gesandtschaft hat man zwar in Deutschland mit königlichen Ehren ausgenommen, aber es war von vornherein bekannt, daß, wenn China einmal daran geht, etwas für seine Flotte zu tun, vorläufig nur einige kleine Kreuzer und Torpedofahrzeuge beschafft werden. Möglicherweise kann Deutschland einen solchen Kreuzer zum Bau erhalten. Nun baut noch Argentinien seine Flotte aus. Von zwölf Torpedobootzerstörern erhielt Deutschland vier, je zwei Schichau in Elbing und die Germania-Werft in Kiel, je vier kamen nach Ermland und Frankreich. Es sind aber noch zwei Linienschiffe von 25 000 bis 27 000 To. zu vergeben, und es ist immerhin möglich, daß ein deutsches Etablissement den Auftrag auf eins erhält, wenn es auch gut ist, sich nicht allzu
polififebe Tagesschau.
Sie Wirkung des vorgeschlageneu preußischen Wahlrechtes.
Interessante Berechnungen zur preußischen Wahlrechts- rrlage werden in der „Kreuzztg." angestellt. Da sie als ^abhängig von Parteitendenzen gelten können, wollen wir up mied ergeben:
$e»ügticb der vvr geschlagenen Höchstgrenze von 5000 Mark Arcchmmgsfähiger Steuern lei der Abteilungsbildung wird bar ta Begründung leigegebene Satz, hiervon würden 13 000 Wähler «noffcn, ganz allgemein so gedeutet, daß eine Verschiebung zwischen s,r' einzelnen Klassen nur in dieser Zahlenhölje eintrete. x>as imrchaus irrig. Vielmehr gibt es 13 000 Wähler, die einen tJhrren, als den nach dem Entwürfe künftig überhaupt nur an- Eungssähigen Steuersatz zahlen. Sicher ist es, aber nicht zu )(1A meint man annimmt, daß mit Rücksicht auf die in die, er 'M enthaltenen Multimillionäre, die mehrere hunderttausend wf jährlicher Steuern zahlen, für jeden dieser 13 000 Höchst- besteuerten durchschnittlich ein weiterer Betrag vvn 5000 Mark atfTäÜt. Tas macht siir die Klasscnbilbung einen Gesamtausfall
65 Millionen Steuersumme. Dieser Ausfall muß natur- «Mtz ui alle drei Klassen gleichmäßig verteilt werden. Da aber zunächst nur die erste Klasse allein trifft, müssen aus ■,weiten in die erste Klasse rund 44 und aus der dritten in' bc zweite rund 22 Millionen Steuersumme nachgefüllt werden.
Die „Kreuzztg." berechnet sodann, daß zur Deckung der m die erste Klasse ausgefallenen 13 Millionen rund 130000 n je 100 M.) und für die in der zweiten Klasse erforderten 61/2 Millionen rund 240000 (zu je 27 M.) neue Hinzu- lonnitinge erforderlich seien.
bezüglich der weiteren Privilegien kommt man etwa zu fvl- «tfcen Schlüssen: Das deutsche Reichsheer zählt bei einer Ge YEtftärte von 5—600 000 Mann (je nachdem man Unteroffiziere, Sin jährige und Offiziere mitrechnet oder nicht) etwa 10—12 000 «Mähnige und rund 80 000 Unteroffiziere. Mithin sind die tinjäbrigen mit 2 v. H. der Gesamtheit vertreten. Sie werden chv unter der wahlfähigen Zivilbevölkerung in etwas mehr wie breitem Maß? vertreten sein, da sie eben nur ein Jahr, die erbere Mannschaft aber zwei ober drei Fahre (Kavallerie Mw.) stve- noch wesentlich fäiiger (Unteroffiziere) bei der Fahne am M'r.rtb sind. Das ergibt 5 v. H. oder rmtb 400 000 Wähler, du [lrir.beit.ens- das einjährige Zeugnis besitzen. Hiervon mag die Lifte eine abgesckchossene Hochschulbildung im Sinne des 8 vl Entwurfs erreicht haben Bon ben sich hiernach ergebenden |i(i 000 Aladentttern mögen bisher schätzungsweise 30 000 in der fuhrt, 120 000 in der zweiten und 50 000 in der dritten Klasse | r.ahlt haben. Nach Abrechnung einer geringen Anzahl, die Ld. ui Zukunft in den niederen Klassen bleiben würden, würden fc'c runb 1.00 000 dieser derartig Priviligierten ans der zweiten | ixie erste und 40 000 aus der dritten in die zweite Klasse auft jrtgen. Von den weiteren 200000 Wählern mit Einjährigen- Aalifitation mag etwa ein Drittel, sagen wir rund 70 000, ■on jetzt in einer der beiden oberen Klassen wühlen, in welcher ■ gleichgültig, da ja für diese Kategorie nur ein Aufstieg an5 M dritten in die zweite Klasse in Betracht kommt. Bon den übrig Jt-ib?iteen 130 000 in der dritten Klasse werden sicher 30 000 ^tert bei er forderlichen 15 rührigen Karenzzeit und Einkommens mr 1800 Mark in der dritten Klasse zurückzubleiben haben, so < Pi den Aufstieg in die zweite Kl-asse noch)- etwa 100 000 nirig Meiben. _ .
Iür die Inhaber des ZivilversorgnngssichLines stellt «ich bie irechnung solgendemraßen: Von den 80 000 vorhandenen Untere tffiyieien dient wohl nur etwa die Hälfte 12 Jahre. Ein Teil geht' v-ÜVrt ab (Rücktritt in das bürgerliche Leben, Schutzmannschasi, f'eTtbanncrie iffw . ein weiterer Teil dient aber auch teitger, i Wallmeister, Zahlmeister ujw. Mithin bleiben etwa 40 000 tirig, von denen jährlich der zwölfte Teil gleich rund 3oOO mit l'ni Veriorgunitsschein ins! Zivilleben übertritt. Eine durch)chnttt- «ib weitere Lebensdauer von 30 Jahren vorausgesetzt, wurden Jit. also rund 100 000 derartiger nebim der roriterm Borausietzung »nes Einlvinmens von mindestens 1800 Mark nach fünftahriger Tattk'eit zum Auftücken in die zweite Klasse Berechtigter ergeben. Misl.-er wählten hiervon Wohl nur wenige in einer der beiden oberen »lassen, und in der dritten mögen 80 000 vorhanden geweien iem.
* Gevrügelte Ge lehrte. In einem HMchen Auftatz über „Humor und Satire in der russischen Literatur", den Engen Zabel im ersten Februarhest der illustrierten Halbinonatsichritt ),Nord und Süd" ^Berlin) veröffentlicht, erzählt der Bersasiev unter anderem auch vvn der anmutigen Behandlung, die im altrussischen Reich der Knute nicht selten auch berühmte <i>e- lehrtc erfahren haben: „Es berührt gar nicht iinivalmcheuttich, wenn berichtet wird, daß Peter der Große den als .Lexitograch)en und Historiker verdienten Tatisästsck?eno wegen einer beleidigrnden Äeuferung über die Geistlichkeit zu einer gemeinen Pricgelstrase Wnarrteilt habe. Der große Äoniio-nossow, der sich aus dem ^ohn eines armen Fischers nu Gouvernement Archangelsk am nord lid-cn Eismeer zu einer Leuchte der Wissensckxrft und Pl>'>ir lur seine Zeit entwickelte und aus allen Gebieten anregend uitb vor- i>üviich wirkte, formte sch nicht enthalten, bei einer L>itzungi her Professoren ein ganzes Unwetter unflätiger Schimpfwörter über seine KbUegen losznlassen. An saftigen Kraftausdriuken ist die russische Sprache reicher als irgend eine andere. Aber eine sotzche Buitenlese vvn Stachelgewächsen und Stiukpflanzen, wie
__________________________, o. z v Im Plenarsitzungssaale des Provinziallandeshauses begannen^ großen Hoff nun gen hinzugeb en. Chile beabsichtigt eben- freute vormittag unter zahlreicher Beteiligung die Verhandlungen;
doot und peary.
1 Das Endurteil der deutschen Wissenschaft.
In dem neuesten Heft der „Zeitschrift der Gesellschaft für Irbtunbc" zu Berlin findet sich eine ,ehr bemerkenswerte Aus- Mung von Geh. Rat Alfred Venck, bekanntlich einem unterer Men Fachmänner ans diesem Gebiet, über die hauftg erörterte Mdrdpvlfrage. , ..... «,
Mit Berufung auf die in der ^agespreoe bereite Au-zugs- »nsc mitgeteilten Berichte der beiden Kommipwnen die ltd) ir Washington und in Kopenhagen mit den ihnen übergebenen laricren von Cool und Peary zu beichaftigen hatten, werden Mr weiteren Begründung des endgültigen ^teitö über beib. ftmerber diese. Urteile im Wortlaut wiedergegeben. Wahrend besinnlich das Washingtoner Gutachten einstimmig teststellt, daß iobert E. Peary den Nordpol erreicht habe und demgemäß durch [ite besondere Medaille zu ehren sei, kommt büS Äobenbageiier Gutachten bezüglich Cooks zu einer ablehnenden Beurtellm^ so life das Konsistorium der Uniuerntat auf Grund dtefer S-uh- vritändiqenaussagen feststellen muß, daß das Materml, da» d Driversität zur Untersuchung znge,tellt worden ist, ferne Beolu Ibtunqcn oder ?lufklärungeu enthält, die als Beweis dafür diene Innen, daß Dr. Cook ans seiner letzten. Polar ahrt den Nord- ll erreicht hat. Im Anschluß an dMes Urteil des Kopeiu Eigener Konsistoriums äußert ach nun Geheimrat Penck ut Tote ramber bemerkenswerter .Weise:
„Durch diese beiden Berichte ist eine Episode in der Geschichte Br Polarforschung beendet worden, die seit September die Ge- Mller heftig bewegt und eine ganze Literatur von G^5riaußerun- Mw ins Vebcn gerufen hat. ' Die Gesellschatt sur Erdkilnde hat M»ei die abwartende Stellung inne gehalten, die durch die ~age Jtt Tinge begründet war: Es kehrt aus den Etewusten. des Wtv Nordens ein Reisender Aiiräd, der ut der Polarforschung nn«, wenn auch sehr bescheidene Rolle gespielt hat. Er erzählt, M Pol erreicht zu frohen; aber er hat nicht ein einziges Lo- ■Inment in Händen. Das einzige, was ein Alleingeher zum teilweise seiner Wanderung in unbewohnten Regionen beibringen riiit, das Notizbuch mit seinen während der Reift gemachten ^.chachtiingen, erklärt er in Grönland surückgelaffen zu haben. Mchwolst findet er Glauben, in erstei Linie bei einigen skan- -'Mvischcn Forschern. Niemand ist für Cook warmer erngetreten ^Amund'en, der mit ihm auf der „Belgica" war, und das, h><u5 Roald Arnundjen über Cook geschrieben bat, gefrort zu den hochherzigsten Aeußerungen einer überzeugten «^eundschaft ca M4t, daß unter dem Einfluß solch ausgez.eichneter Polar- beidter Cook in Kopenhagen einen wahrhast begeisterten Ernp ang ''Enden bat. Aber mau versteht auch, daß in erster Lime 'ülischc uub amerikaniichc ^adileute eine abirortenie kritische Mtunq gegenüber Cook innegehoUen naben.
Wer Loo,5 Werk: „To tbe Top o, th- Tontrnent kemU. ^ßte Zweifel, an seiner Verläßlichkeit haben. Es ist -SÄtschland gekomuten. Keine größere Bibliothek in Berlm oe-
Zweites Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 10. Februar 1910
Giehener Anzeiger
Aus dem hessischen Wanzaurschuh.
R. B. Darmstadt, 9. Febr.
Der Finanzausschuß b er Zweiten Kammer bv-> schäftigte sich in seiner heute ohne Regierungsvertreter abgehaltenen Haushaltsberatung mit den weiteren Abstimmungen über die einzelnen Kapitel und die dazu gestellten Anträge. Beim Kap. 2, Kameral- und Forstdomänen, wurde die Forderung von» 9700 Mark für die Erneuerung des Dachwerks und des äußeren Verputzes beim ehemaligen hessischen Schlosse zu Groß-Umstadt gestrichen. Betreffs der Forderung von 13 500 Mark für Nen- verputz und Anstrich der sehr schadhaften südlichen Fassade des Kaisersaalbaus am Großh. Residenzschloß soll erst nach einer eingehenden Besichtigung die Entscheidung getroffen werden. Beim Haushalt der Land stände, wobei die gemeinsamen Ausgaben! beider Kammern mit 18 500 Mark, die Kosten der Ersten Kammer mit 19 220 Mark und die Kosten der Zweiten Kammer mit 99 488 Mark angefordert werden, lag ein Antrag Dr. Osann vor, durch Beschränkung der Drucksachen und Bnreaukosten die 9488 Mark zu ersparen und somit nur 90 000 Mark zu bewilligen. Nach Mcksprqche mit dem Präsidenten beschloß der Ausschuß, an den Kosten der Zweiten Kammer nur 4000 Mark zu streichen. Für -Provinzialdirektionen und Kreisämter werden insgesamt 962 340- Mark ober 5345 Mark mehr als im Vorjahre, angefordert. Des Ausschuß beschloß, 1 Kreisamtmänner aus den Inhaber zu bewilligen und die für Vergütung des Bureaupersonals angesetzte Summe von 137 900 Mark auf die vorrährige Anforderung, d. i. 5875 Mark weniger, und ferner beim DispositonsfondS und für Tagegelder Provinzialdirektionen und Kreisämter (31 000) je 4000 Mark weniger, in Summe also 11 875 Ma.k wenigen anzusetzen. , , . , _. r
Die Kapitel Polizei, Polizeikassen und Arbellshaus Dieburg wurden genehmigt. Beim Kapitel 35, Kirchen, 483 221 Marsi lag ein Antrag des Abg. Ulrich auf Streichung dieser Forderung vor. Der Ausschuß bewilligte jedock die Summe, und beschloß, bei der Kammer zu beantragen, daß ui Zukunft auf dem Steuer- zcttel die Summe des Kirchensteuerbetrags verzeichnet werden- soll. Zu dem Ausgabeposten Gendarmerie, 603 680 Mark„ worin für Offiziere und Beamte 24 270 Mark einschließlich deri Kosten des militärgerichtlichen Verfahrens und für 1 aus den! Armee gestellte Offiziersburschen enthalten sind, beantragt Abg,. Ulrich, diese Summe zu streichen. Der Ausschuß beschloß ftdocy Genehmigung der ganzen Anforderung. .
In dem bann noch behandelten Haushalt des ^ustiz^ m ini st e r iums wurde die für laufende Unterhaltung der Gebäude und gemieteten Gerichtsgebaude angesetzte Forderung vori 95 500 Mark auf 93 660 Mark iwie im Vorjahre) reduzierte Die Forderung von 7800 Mark für Einrichtung einer Nieder-' druckheizung im Haftlokal zu Offenbach wurde genehmigt, dagegen bei Kapitel 96, Allgemeiner Fonds für Stellvertretungs- unir Aushilfskosten, von der wie i. Vorj. aur 170 000 Mark sixierterr Summe ein Betrag von 5000 Mark gekürzt.
Die Fortsetzung der Beratung erfolgt morgen.
Die grotze deutsche LaudwirtschastZwoche.
4 Berlin, 9. Febr.


