Ausgabe 
9.7.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.

Die hohe der ZuwaSMeuersätze.

mit den Grundsätzen vereinbar istz die mich bisher im ö-ffent- bei einem Wertzuwachs von 200 bis 400 Proz. und schließlich lichen. Leben geleitet haben.__112 v. bei einem Wertzuwachs von 200 bis 400 Proz. Wer

Frage, ob in der nun entstandenen Lage die Fortdauer meiner Zugehörigkeit zu einem Präsidium, wie es sich durch die parteipolitische Verbindung seiner Bestandteile darstellt,

Die Zuwachssteuer betrögt nach dem Regierungsentwurf 5 v. H. bei einem steuerpflichtigen Wertzuwachs ''von nicht mehr als 10 Proz. des Erwerbspreises, 5,5 v. H. bei einem steuerpflichtigen Wertzuwachs von mehr als 10 Proz. bis einschließlich 20 Proz. des Erwerbspreises und wächst dann gleichmäßig fortschreitend, bis sie 9,5 Proz. ausmacht bei einem Wertzuwachs von 90 bis 100 Proz. Dann folgen noch drei größere Abstufungen. Tie Steuer betrügt 10 v. H. bei einem Wertzuwachs von 100 bis 200 Proz., 11 v. H.

Der ölte heim über den Tod der Königin Luise.

Die herannahende Wiederkehr des hundertsten Todestages der Königin Luise bringt auch ein ergreifendes Dokument aus jenen gramumflorten Tagen ans Licht, nämlich das Tagebuch aus dem Jahre 1810, daS der alte Heim, der bekannte Berliner Arzt, der die Königin Luise in ihrer letzten Krankheit behandelte, geführt hat. Julie von Goßler veröffentlicht die witzigsten Stellen daraus in der Deutschen Revue. Unter all den Er­innerungszeichen, die jetzt wieder heraufbeschiooren werden, ge­hören diese schlichten Tagebuchblätter sicherlich zu den allerwert­vollsten, denn in ihren knappen, trockenen Angaben bieten sie doch die ergreifendste, getreue Schilderung der Krankheit bis zu der fürchterlichsten aller Nächte", der Todesnacht. Nach den furcht­baren Anstrengungen dieser qualvollen Tage sind sie in später Nacht von dem tief mitempfindenden Arzte flüchtig niedergeschrieben worden; die trauerschwere Atmosphäre dieser Zeit ist so gleichsam in dem abgegriffenen braunen Lederband bewahrt geblieben, der die Tagebuchblätter umschließt. Heim war zwar niemals der Leibarzt der königlichen Familie, aber das Herrscherpaar hatte ihn wegen seiner Herzensgüte und freimütigen Offenheit lieb gewonnen und in der schwersten Stunde wandte sich der König an ihn nicht nur als an den Arzt, sondern auch an den Menschen und Freund. Im Juni 1810 hatte die Königin die von ihr so heiß ersehnte Reise nach der mecklenburgischen Heimat zu ihrem Vater und ihren Geschwistern angetreten. An den Schluß des Briefes, der mit, jubelnder Wiedersehensfreude ihre Ankunft ankündigte, schrieb sie noch auf das Innere des Briefumschlages in ahnungs­loser Tragik:Wir bringen keinen Arzt mit: wenn ich den Hals breche, so klebt mir ihn Hieronymi (der Leibarzt des Herzogs) wieder an." Die kurze Zeit, die sie rwch mit dem' König und bent gesamten Mecklenburger Hof in dem herzoglichen Larchhaus zu Hohenzieritz verleben konnte, umspannte die letzten glücklichen Tage ihres Lebens. Am 30. Juni fühlte sich die Königin krank, aber weder sie noch ihre Umgebung ahnte die nahe Gefahr. So kehrte denn der König am 3. Juli nach Berlin zurück. Auch er erkrankte an Wechselfieber und wurde zum erstenmal von Heim behandelt. Unter oern 4. Juli berichtet das Tagebuch:Vor Tisch nach Charlottenburg geritten und den König, der krank, besucht. iHeute zum erstenmal einem König nach dem Puls gefühlt." Während Friedrich Wilhelm bald wieder hergestellt war, wurde es mit der Krankheit der Königin nicht besser, so daß der König am 9. Juli Heim den Wunsch äußerte, er möge sich so bald als möglich nach Hohenzieritz begeben. Vom 10. Juli meldet das Tagebuch aus Hohenzierrtz:Vom Hofrat, Arzt der Königin, gleich besucht worden. Nachdem ich aus der herrschaft­lichen Küche, ein Mittagsmahl zu mir genommen hatte, ging ich mit dem Hofrat zum Herzog, wo ich dessen Familie vorfarrd und ihr vorgestellt wurde. Dann ging es zur Königin, die sich freute, mich zu sehen. Im Grunde fand ich selbige nicht so schlecht, als rch nach der mir gemachten Beschreibung hätte glauben müssen. Ganz außer aller Gefahr, einmal schwindsüchtig zu werden, ist

Ich rnu^ies^Frag^a^^^v-isIenhafterHlfun^de^ erwähnten Tatsachen verneinen und beehre mich deshalb ergeb enft zu erklären, daß ich hiermit das Amt eines zweiten Vizepräsidenten des Deutschen Reichstages niederlege."

Dieser Brief, der dem vornehmen und geraden Charakter des Erbprinzen afte Ehre macht, wird in der gesamten politischen Welt Aufsehen erregen und dem vielfach herrschen­den Pessimismus neue Anregung bieten. Denn wenn ein Mann in so hervorragender Stellung einen derartigen Ent­schluß nicht mit den üblichen Gesundheitsrücksichten belegt, sondern in offener Weise so schwerwiegende politische Gründe angibt, so ist das eine politische Kundgebung von weit­tragender Bedeutung, leider eine solche, die für die Ent­wickelung unserer innerpolitischen Zustände nicht günstig zu deuten ist.

sie doch nicht." Am 12. Juli schreibt Heim zwar:Da die Königin ein Vomieam apertum (offenes Blutgeschwür) hat, so wird selbige sobald nicht wieder gesund werden," aber er hielt den Zustand der hohen Patientin nicht für gefährlich und fuhr nach Berlin zurück. Am 17. Juli nachts um ein Uhr wird er durch ein eiliges Schreiben des Hofrats Hieronymi wieder nach Hoheir- zieritz berufen und eilt noch nachts mit Eilpost hin:Die Königin fand ich schlechter, als ich glaubte, sie zu finden. Der Puls 120130 mal in der Minute!" Nun folgen die Aufzeichnungen, aus denen das herannahende Ende der hohen Frau zu erkennen ist. Am 18. Juli heißt es noch:Fast den ganzen Tag bei der Königin gesessen. Da sie vormittags und nachmittags einige Stunden geschlafen, war ihr Geist munter." Am 19. dann: Bon gestern abend um 11 Uhr an bis heute früh um 4 Uhr am Bett der Königin gesessen, die die ganze Zeit über meine rechte Hand in der ihrigen hielt. Diese Nacht ist die fürchterlichste Nacht, die ich je gehabt habe, für mich gewesen. Ich war so müde, daß ich fast alle Minuten einschlief, so viel, Mühe ich mir auch gab, zu wächen, da das die Umstände erforderten, iitbem die Königin immer engbrüstiger wurde und kaum laut reden konnte und doch oft mit mir reden wollte. Vor 5 Uhr, da mir eben die Königin erlaubt hatte, mich schlafen legen zu können, kam der König an. Als die Königin ihn sah, sagte sie mit schwacher Stimmemein lieber Freund". Der König und alle, die im Zimmer 'waren, weinten. Der Kronprinz und sein Bruder Wilhelm, die bald darauf auch ans Bett der Königin kamen, weinten und schrien ganz laut. Um 9 Uhr starb die Königin, sicherlich die schönste Fran in des Königs Staaten, von der besten Herzensgüte!! Der König, die Aerzte und Frau v. Berg waren dabei gegen­wärtig. Der König betrug sich gut." In der Todesnacht schnitt der König eine der wundervollsten blonden Locken der Entschlafenen für Heim ab als lebendiges Erinnerungszeichen an die Königin, Auf das Papier, in das er die Locke klebte, schrieb der alte Arz>t: Abgeschnitten in der traurigsten Nacht meines Lebens". Unterm 20. Juli heißt es:Vormittags wurde der Leichnam geöffnet. Was wir in der Brust zu finden geglaubt hatten, fanden wir nicht." Am 27. Juli abends wurde der Leichnam der Königin unter großen Feierlichkeiten nach dem Schloß gebracht.Meine Familie und ich," schreibt Heim,sahen diese aus dem Heinrichschen Palais bei Frau v. Hake mit an. Ungeachtet tausend Menschen Unter den Linden waren, herrschte poch die größte Ordnung imd (Stille.. Von 10 bis 11 Uhr wurde im Beisein meiner die Leiche aus dem Neisesarg in den Paradesarg durch Görke und mehrere Chirurgen und meinen Sohn gebracht. Das Gesicht der Leiche war doch schon entstellt." Am 28. Juli sieht Heim mit dem General- chirurgns Görke auf Wunsch des Königs stütz um 6 Uhr noch einmal den Leichnam der Königin.Da wir aber das Gesicht, ungeachtet es noch ganz weiß war, sehr entstellt sanden, so daß alle sonst so schönen Gesichtszüge verschwunden waren, so rieten wir dem König ab, den Leichnam noch einMal zu sehen, das er auch tat." Unterm 1. August berichtet der Arzt noch einen rührenden Zug des Königs, der wie ein melancholischer Nachklang die Aufzeich-I

Der Rücktritt des Erbprinzen zu Hohenlobe vom Reichstagsprästdium.

Eine überraschende Nachricht wurde gestern von Berlin verbreitet. Der Erbprinz zu Hohenlohe-Langen­burg hat dem Präsidenten des Reichstages mitgeteilt, daß er sein Amt als 2. Vizepräsident des Reichstages niederlege.

Daß dieser Rücktritt in einer Zeit erfolgt, in der der Reichstag nicht zusammen ist, also ohne eigentlichen äußeren Anlaß, könne die Vermutung aufkommen lassen, die Ur­sache des Rücktrittsentschlusses des Erbprinzen sei in per­sönlichen Gründen zu suchen. Nach dem in einem Berliner Blatt veröffentlichten Brief des seitherigen Vizepräsidenten an den Reichstagspräsidenten ist dies aber nicht der Fall, denn er gibt seinem Entschluß hierin folgende Begrün­dung:

Als bei der Neuwahl des Reichstagspräsidiums im Jahre 1909 die nationalliberale Fraktion ablehnte, aus ihrer Mitte einen Kandidaten für das Amt des eiten Vizepräsidenten zu bezeichnen, bestand an beachtenswerten Stellen die Auffassung, daß die Wiederannäherung derjenigen Parteien, die bis zur Entschei­dung über die Finanzreform in wichtigen po­l'itischenFragenzusammengewirkt hatten, durch die Bildung eines parteipolitisch einseitigen Präsidiums beim Neubeginn der parlamentarischen Arbeiten von vorn­herein ernstlich gefährdet sein würde.

Um solche Gefahr zu mildern und deut Gedanken einer Wiederannäherung zu dienen, entsprach ich einem damals von verschiedenen Seiten an mich gerichteten Wunsche, in­dem ich die Kandidatur für das Amt des zweiten Vize­präsidenten annahm. Der Entschluß wurde mir dadurch erleichtert, daß die Fraktion, deren Hospitant ich bin, wäh­rend der vorangeganaenen parlamentarischen Kämpfe stets eine vermittelnde Stellung eingenommen hatte. Inzwischen haben die Vorgänge bei einer Reihe von Ersatzwahlen zum Reichstage und die jüngst veröffentlichte Erklärung des, offi­ziellen Organs der nationalliberalen Partei eine erheb­liche Vertiefung der Gegensätzlichkeit zwischen den einstigen Blockparteien gezeigt. >r beim Beginn der Tagung gerechtfertigte Versuch, durch I freu die Möglichkeit einer Wiederannäherung offengehalten 1 werden sollte, ift gegenstandslos geworden imb damit der innere Grund für meinen damaligen Eintritt in das Prä- stdium fortgefallen.

Glaubte ich in dieser Entwickelung der Dinge an und für sich noch keinen zwingenden Grund zur Ncieüerlegung des einmal übernommenen Amtes erblicken zu'müssen, so erhob sich dagegen angesichts des Jühalts und der Wir­kungen der Borromäus-Enzyklika für mich die

Die meisten Berliner Morgenblätter besprechen die durch den Austritt des Erbprinzen geschaffene Lage. Mehrers Blätter deuten den Rücktritt Hohenlohes übereinstimmend dahin, daß der Erbprinz, her von seiner Uebemahme des Vizepräsidiums eine Milderung der Gegensätze zwischen links und rechts erwartete, eingesehen habe, daß seine Hoffnung eitel ge­wesen sei. DasBerliner Tageblatt" erwartet von dem Rück­tritt , eine Klärung der Zustande und eine Beschleunigung des politischen Umschwunges, der mit Naturnotwendigkeit kommen müsse. DieVossische Zeitung" nennt den Entschluß des Erb­prinzen eine mannhafte Tat unb unvermeidlich, wollte sich der Erbprinz nicht politisch kompromittieren. DiePost", das Organ der Neichspartei, deren Hospitant der Erbprinz ist, schreibt: Trotz­dem man diesen Schritt verstehen kann, wird man ihn im In­teresse der Gesundung unserer innerpolitischen Verhältnisse, die nur durch eine Annäherung der alten Kartellparteien herbei geführt werden kann, lebhaft bedauern müssen. DerVorwärts" meint: Der Prinz scheine sich die Zeichen der Zeit nicht ganz richtig zu deuten. Die Wiedärannaherung sei im besten Zuge, da die Nationalliberalen ins Lager der Reaktion abrückten. Die Tägliche. Rundschau" sagt: Entschlüsse, wie sie Prinz zu Hohen­lohe, gewiß ein konservativ gerichteter Mann, soeben gefaßt habe, werden der Regierung und Herrn von Heydebrand eindringlicher als . selbst manche Wahlergebnisse vor Augen führen, daß eine weitere Verfolgung der Heydebrandschen Politik mit ihrer Begünstigung der Zentrumsherrschaft die besten konservativen Elemente zum Wider st and heraus­fördern werde. DieDeutsche Tageszeitung" meint: Die vom Erbprinzen Hohenlohe gewünschte Wiederannäherung der Rechten und der Nationalliberalen könne durch seinen, gegen die anderen Prasidiattprtften gerichteten Schritt nur weiter erschwert werden. Nach allMj rpsse man fast bezweifeln, ob dieser Schritt schon als endgültigem gezeichnet werden kann. DieKreuzzeitung" nimmt in ihrem Mörgenblatt von d .r M.ldung vom Rücktritt Hohenlohes noch keine Notiz.

aber nun meint, bei der Zuwachssteuer je nach dem Wert­zuwachs mit 5 bis 12 Proz. abzukommen, der irrt sich gründlich. Unmittelbar hinter der immerhin noch einiger­maßen gemäßigt erscheinenden Steuersatz-Tabelle kommt ein Gesetzesabsatz, der die ganze Sache ändert und so lautet:

Die .Abgabe erhöht sich, sofern zwischen Erwerb und Veräußerung ein 3 ei träum von nicht mehr als 30 Jahren liegt, für jedes Jahr der kürzeren Besitzdauer um sieben vom Hundert des Steuerbetrages."

Das ändert die Sache mit einem Schlage: Jetzt handelt es sich nicht mehr um eine Steuer, die vom Wertzuwachs 512, sondern 5,536,36 v. H. einzieht. Eine Abgabe von 36 Proz. wird, auch wenn es sich um einen hohen und schnellen Verdienst handelt, dem Betroffenen immer als eine Art Vermögenskonfiskation erscheinen.

Daß diese Steuersrala verändert werden mußte, dar­über war man in der Kommission einig. DasWie?" löste dort allerdings eine Flut von Abänderungsvorschlägen und endlose Debatten aus. Endlos ist allerdings genau genommen nicht der richtige Ausdruck, denn energische Schlußanträge ließen die Debatten ja doch schließlich zu Ende kommen. Ob das Resultat aber diese ganze Anstrengung wert war, ist eine andere Frage.

Nach den Beschlüssen der Kommission in zweiter Lesung beträgt die Steuer 10 v .H. bei einer Wertsteigerung von nicht mehr als 10 Proz. des Erwerbspreises, 11 v. H. bei einer Wertsteigerung von mehr als 10 Proz. bis einschließlich 30 Proz. des Erwerbspreises und steigt dann in weiteren 17 gleichmäßigen Stufen, bis sie 28 v. H. bei einer Wert- steigerung von mehr als 350 bis einschließlich 370 Proz. des Erwerbspreises ausmacht. Dem folgen dann noch zwei Stufen. Die Steuer beträgt 29 v. H. bei einer Wertsteige­rung von mehr als 370 bis einschl. 400 Proz. und schließlich 30 v. H. bei einer Wertsteigerung von über 400 Proz. Während die Steuerskala des Entwurfs in 13 Stufen zwischen 5 und 12 Proz. schwankte, beginnt die Skala gemäß den Beschlüssen der zwetten Kommissionslesung gleich mit 10 v. H. und steint bis 30 v. H. des Wertzuwachses. Fanden wir aber in dem Entwürfe eine Progressionsklausel aw­gehängt, so bringen die Kömmissionsbeschlüsse einen Te- gressionszusatz, nach dem sich der Steuersatz für jedes vollendete Jahr der für die Steuerberechnung maßgebenden Befitzdauer bis zum dreißigsten Jahre um1 v. tz. seines Betrages ermäßigt. Weiter wirkt dann in der Richtung der Ermäßigung der ebenfalls von der Kommission hinein- gebrachte Beschluß, daß dem Erwerbspreis für jedes Jahr der für die Steuerberechnung maßgebenden Besitzdauer' hinzugerechnet werden sollen: 2y3 v. H. des Erwerbspreises zuzüglich der Aufwendungen für Bauten, Umbauten, Straßen, Kanäle usw., soweit diese Summe den Betrag von 100 Mk. für den Ar iricht übersteigt und bei unbebauten Grundstücken 2, bei bebauten Grundstücken 1 v. H. von dem Mehrbettag. .

Gegen diese Ermäßigungszusätze wurde, auch von den Regierungsverttetern, der Einwand erhöben, daß nach ihrer Annahme nicht einmal der durch § 90 des Reichsstempeb- gesetzes vom 15. Juli 1909 festgesetzte Mindestertrag von 20 Millionen Mark zu erwarten sein würde; ja, einmal wurde sogar der Befürchtung Ausdrilck gegeben, die Zuwachs­steuer würde nach den Köm:nissionsbeschlüssen nicht mehr als 7 Mill. Mark bringen. Nun, wir sind sicher nicht gegen ari 'n w 1» 1 «u-«ir.wn

nuitgen beschließt. Friedrich Wilhelm zeigte Heim ein Blatt Papier, aus 'das die Königin am) 28. Juni, an dem Tage, an dem der König von Berlin zu ihr gekommen war, am Schreibtisch ihres Vaters in französischer Sprache geschrieben hatte:Mein teurer Vater, ich bin heut sehr glücklich als Ihre Tochter und als Gattin des besten der Männer." Als Heim bat, sich diese Zeilen ab­schreiben zu dürfen, kopiette sie der König eigenhändig für ihn. Dies Blatt ist mir mehr wert als die hmrdert Stück Friedrichsdor, die er mir heut durch den Kämmerer Wolter überschickte."

Erne neue Ausstellung. Aus Darmstadt wird uns unterm 8. Juli geschrieben: In unmittelbarer Nahe der jetzigen Kunstausstellung, im Emst-Ludwigs-Haus auf der Künstlerkolon-e ist in aller Stille eine Sonderausstellung von Prof. Albin Müller vorbereitet worden, die großes Interesse er­regt. In dem mittleren ,Saal ist ein großes, sorgfältig auH- geführtes Modell für den Ausbau der Mathildenhötzc aufgestellt, der eine für Darmstadt und seine Künsckerkolonie höchst wichtige Frage lösen will. Um der Bebauung des noch freien Geländes einen einheitlichen Charakter zu geben und die ganze Umgebung des Ausstellungsgebäudes der monumentalen Schöpfung Olbrichs anzupassen, hat der Künstler eine reichgegliederte Reih: bon 15 aneinander anschließenden Häusern entworfen. Die ganze väuserflucht richtet die Vorderseite nach dem Ausstellungsgebäude. Dre einzelnen Häuser sind nicht sck>ematisch in gerader Linie gedacht, Wndern in wohltuender Unterbrechung und mit Vorgärten ge­schmückt. Obwohl sich die Häuser fest zusammenschließen, ist doch wdem eine persönliche Ausgestaltung Vorbehalten und jedem Be­dürfnis und jeder Behaglichkeit Rechnung getragen. Der Kosten­aufwand der 15 Häuser ist auf rund eine Million Mark berechnet und es sollen, ganz den Wünschen entsprechend, Wohnungen von 39 Zimmern geschaffen werden; ein größerer Gebäudeteil ist auch für die Errichtung von Künstlerwerkstätten, Klubräumeu msw. vorgesehen. Sehr anschaulich unterstützt wird die Absicht des Künstlers durch eine Anzalst Grundrisse, Farbenskizzen, Pläne und Einzelmodelle. Sowohl der Architekt, wie jeder Freund des modernen Wohnungs- und Städtebaus wird aus diesem reichen Anschauungsmaterial Anregung und Belehrung schöpfen. Von nicht geringerem Interesse sind auch die im selben Saal ausge­stellten Entwürfe zu dem neuen Musiksaal des Groß - Herzogs, der demnächst im neuen Palais errichtet wird Wir haben darüber schon vor einigen Wochen nähere Mitteilungen gemacht. Die Vielseitigkeit unb Schaffenskraft Pros. Müllers' zeigt sich auch in zahlreichen ausgestellten Arbeiten in Edelmetall Stern, Porzellan, Teppichen, Leinenwaren und Kunststickereien.'

KurzeNachrichtenausKunstu Wissenschaft Das Großh. Landesmuieum hat in der Ausstellung des Deutschen Künstler-Bundes das Gemälde des Grafen u Kal ck r e u 16 2

*t-158 Erstes Blatt Jahrgang Samstag ».Juli 181»

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