Deutsche Kolonien.
Tierseuchen in
Rettungsmedaillen.
Bartmann II.
in Mörlenbach hat am 7. Mai 1910
)id) besonders ein aus dem Bezirk Schotten angekauftcr Bulle in Haltung und Körpergewicht auszcichncte.
Unter den jüngeren Bullen war schon eine bessere Auswahl vorhanden, wobei schön geformte Tiere mit gutem Nähr- zuftand zur Auszeichnung standen.
Bei den ausgestellten 30 K ü hcn bemerkte man wirklich schöne und auch teils nicht zu leichte Tiere, deren Milcher g i c b i g k e i t sowohl, als auch Z u g l e i st u n g in bester Eigenschaft hervortrat, so daß es den Preisrichtern schwer wurde, die richtige Auswahl zu treffen.
genommene Gedächtnisrede. In der festlich geschmückten Stadt herrschte bewegtes Leden. Heute nachmittag folgte eine zweite Gedächtnisfeier im alten .Saale des Palazzo Madama in Anwesenheit des Königs Victor Emanuel. Die Gedächtnisrede auf den Begründer der italienischen Einheit hielt Ministerpräsident L u z z a t t i.
Er führte aus, unter wieviel schwierigen Verhältnissen Cavour seine geschichtliche Aufgabe habe vollenden müssen, der ein ^e- spalkenes, durch weltlick>e und geistliche Tyrannei erniedrigtes, rn feinen besten Provinzen unter fremder Herrsck-aft stehendem Land mit geringen Mitteln und ausländischer Hilfe zur Einheit zu führen hatte, indem er sieben Staaten zerstörte und sie zusammen von neuem begründete. Dazu komme noch der Unter schied der politischen Methode; Italien sei mit der Freiheit, Deutschland mit der Autorität geschaffen worden. Cavour, der dem Parlament verantwortliche Minister eines durch Volksabstimmungen auf dem Thron erhobenen konstitutionellen Königs, l>abe in unaushörlicheu Kämpfen und Siegen die nationale Diktatur der Ueberredung rühren müssen. Bei der Frage der wirtschaftlichen Freiheit sprach Luzzatti die Ueberzeugung aus, daß Cavour auch angesicksts der Umkehr der Bismarckschen Handelspolitik den wirtschaftlichen politischen Bahnen Gladstones gefolgt wäre, um sodann unter Hinweis auf das großartige Werk der sozialen Gesetzgebung Deutschlands zu zeigen, mit welcher Klarheit die sozialen Reformgedanken auch schon bei Cavour sich finden, der der Ansicht war, daß es zwar kein Recht auf Arbeit, aber eine Pflicht zur Hilfe geb.'.
I Tie größte Reichhaltigkeit zeigten die in hervorragender Güte ausgestellten älteren Rinder, die nur in Wüchsigkeit etwas schwerer hätten sein können.
j Nicht ganz so schön war das Bild der jüngeren Tiere (unter 1 Jahr alt), das bei Bullen als auch der kl. Rinder durchschnittlich mehr entwickelt und in einem besseren Nährzustand hätte sein müssen. Jedenfalls wird sich auch hier der alte, so oft erwähnte Fehler bei den dortigen Viehzüchtern auch sehr nachteilig rächen, daß die Kälber in der Jugend nicht genügend ernährt und als Rinder zu frühzeitig zum Bullen ge-
I führt werden.
. Es ist leider nicht zu verkennen, daß durch zu späte Vollreife und geringeres Körpergewicht die mit ihren sämtlichen sonstigen Eigenschaften für das dortige Gebirgsland am besten passende Vogelsberger Viehrasse gegenüber anderen Viehschlägen sehr merklich zurückbleibt.
Man ist ja deshalb auch bestrebt, dort im Kreise Biedenkopf (gleich uns hier in Oberhessen) durch die Landwirtschaftskammer zu Wiesbaden erhebliche Mittel in nächster Zeit zur Verfügung zu stellen, um durch Einführung anderer, der Vogelsberger Rasse sich am besten anpassenden Zuchttiere, wie z. B. rote Franken u. a. die jetzige, etwas zu leichte Nasse, zu verbessern.
Jedenfalls wäre es sehr zu wünschen, wenn die Vogelsberger- Viehrasse mit regerem Fleiß und mehr Interesse weiter gezüchtet würde und namentlich für den kleineren Landwirt in üjrcn guten Eigenschaften erhalten bliebe!
Tie nur in wenigen, aber schönen Stücken ausgestellten Schweine gehörten der veredelten Landrasse an, die auch größtenteils Preise erhielten.
Auch die kleine Llbteilung Ziegen war mit teils schönen Tieren vertreten, die auch vereinzelt gute Milchleistungen zeigten.
Nach der etwa um 12'/» Uhr beendigten Arbeit der Preisrichter tonnte gegen 1 Uhr die Verteilung der Preise beginnen, die Frau Landrat Laniels vornahm, nachdem zuvor ihr Gatte in einer längeren Ansprache die Wichtigkeit der Viehzucht hervorhob.
Nach der Preisverteilung begann das Volksfest, das unter der Gunst der Witterung bis zum späten Abend dauerte.
** Der Kriegerverein hat seit einiger Zeit mit den von der Militärverwaltung überlasseneu alten Jnfanteriegewehren Schießübungen eingerichtet. Tie rege Beteiligung bei dem ersten Uebungsschießen, das auf den Militärschießständen abgehalten wurde, hat bereits gezeigt, welch lebhaftes Interesse man dieser dankenswerten Einrichtung entgegenbringt. Leider mußte inan bie Inanspruchnahme des Militärschießstandes aus Gründen der Bequemlichkeit wieder ausgeben und die weiteren Uebungen werden aus den Schießständen des hiesigen Schützenvereins stattfKlden. Ansangs September soll ein Preisschießen stattfinden.
o Der Auftrieb der Tiere, der mit Rücksicht auf die in voller
sich bis jetzt Tätigkeit befindlichen. Ernte und wohl infolge der seitherigen für
„Nordd. Ällg. Ztg." schreibt: Zum Studium von Tierseuchen in Teutsch-Südwestafrika entsendet das Reichskolonialamt den zu diesem Zweck vom Reichsamt des Innern beurlaubten Tirektor der Veterinärabteilung int Reichsgesundheitsamt, Geh. Regierungsrat Pros. Ost er tag. Tieser wird mit dem am 17. August fälligen Tampfer die Ausreise antreten und sich an Ort und Stelle durch Untersuchungen über den Stand und die Bekämpfung von Tierseuchen, insbesondere auch der in letzter Zeit beobachteten Schafseuchen informieren. Außerdem soll Ostertag auf Grund der im Landegewonnene Feststellungen Vorschläge darüber machen, in welcher Weise die wissenschaftliche Erforschung der Tierseuchen durch Schaffung geeigneter Organisationen, vor allem durch den Ausbau der bestehenden bakteriologischen Station am besten ge- sickuwt wird. Auf Grund der gesammelten Erfahrungen wird von Ostertag alsbald nach seiner Rückkehr ein für die eigenartigen Verhältnisse der Kolonie besonders geeigneter Bakteriologe ausgerüstet und ausgebildet werden.
2hts Stadt rrird Land.
Gießen, 11. August 1910.
” Eine bedeutungsvolle Neuerung bei den Eisen bahn Verwaltungen soll jetzt eingeführt werden. U ii unnötige Arbeit und Zeit zu sparen und das Personal zu verniindern, sollen Schreibmaschinen eingeführt werden, d e von Damen bedient werden sollen. Die meisten Direktionen sprachen sich für diesen Plan aus, unter anderen Frankfurt und Mainz, dessen Güterabfertigungsstelle schon seit niehrercn Jahren eine Schreibmaschine in Gebrauch hat.
Ter Taglöhner Jakob
Der Lreund aus Nizza.
Ein Opcrettknstoff vor bet Mainzer Ferienstrafkammer.
D. Mainz, 10. August.
Ein lustiger Schwindler ist der vorbestrafte Gürtler u. Blumenverkäufer Joh. Karl Köhler aus Greiz-Zwickau. Am 16. März d. Js. tauchte er hier in eleganter Kleidung auf und nahm tu einem Hotel Wohnung. Er brachte ein Empfehlungsschreiben von etnem Bekannten des Hoteliers mit und verstaub es ausgezeichnet, das Vertrauen seines Gastgebers zu gewinnen. Er wurde in die Stammtischgesellschast ausgenommen und eines Abends wttrde sogar Lchmollis" getrunken. Unter der Stammtischgesellschaft befand sich auch ein hiesiger Sektsabrilant, den sich der Köhler
" Erledigte Steueramtsstellen. Die Stellen des Bezirkskassierers zu Grün berg und des Bezirkskasseassistenten bet der Bezirkskasse Mainz I sind erledigt.
Geländeerwerb. Die Stadt erwarb für Rech» nung öi-. Stadterweiterungsfonds vom Oekonom Lampus vier Parzellen etwa 16 000 Quadratmeter Gelände in der Nähe des Aulweges zum Preise von 14 200 Mk.
Zum KriegSvete ran en-Appell in Darmstadt können nach Mitteilung des Ausschusses infolge eingegangener Svenden nun auch unbemittelte Veteranen, die dem
Parole für die von Rosegger eingeleitete Sammlung gebildet haben. Der Berg, auf dem das Denlmal steht, hat den Namen Rosegger-Berg erhalten. — Die Stadt K t o st e r n e u b u r g bei Wien hat Peter Rosegger einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Bei der Ueberreichung des Ehrenbürgerdiploms gab der Dichter seiner Freude Ausdruck, daß sich die Lage des deutschen Volkes in Oesterreich ut der letzten Zeit gebessert habe und daß die Deutschen eine so opferwillige Eintracht bewiesen hatten.
— Zwei Meisterwerke von Rembrandt zum Verkauf. Aus London wird berichtet: Unerwartet tauchen zwei hervorragende Meisterwerke von Rembrandts Hand auf dem Kunstmarkte auf: die Londoner Kunsthändler Agnew haben von der Fürstin von Broglie die beiden Bilder in der Stille erstanden und in ihrer Londoner Galerie bereits zum Verkause ausgestellt. Tas eine Werk war bisher völlig unbekannt. Es ist ein Selbst- Porträt oder ein Bildnis seines Bruders, mit Schwert, Goldkette und federgeschmücktem Barett. Allem Anschein nach ist es um 1630 entstanden, etwa um die gleiche Zeit, wie das berühmte Selbstbildnis, das im Museum int Haag hängt. Tas zweite Bild ist erheblich größer und stellt einen „N aub b e r Europa'' dar. Es ist ein Gegenstück zu dem „Raub der Proscrpina" des Berliner Kaiser-Friedrich-Museums und wird auch von Bode in seinem Rembrandtwerke bereits gewürdigt. Bis zum Jahre 1737 konnte die Geschichte des Bildes zurückverfolgt werden: damals wurde es bei einer öffentlichen Versteigerung für 480 Mark verkauft. Seitdem ist es nur einmal wieder an die Oeffeutlichkeit gekommen, int Jahre 1865 beim Verkaufe der Sammlung des Herzogs von Morny. Es wurde für die Sammlung Broglie gekauft, wo es seitdem geblieben war: da die Sammlung nicht zugänglich war, haben nur wenige Bevorzugte Gelegenheit gehabt, das prachtvolle Werl zu sehen. Es ist int
w 1632 gemalt, trägt das Datum und die Signatur „Rt. an Ryu. Welchen Schatz die beiden Meisterwerke darstellen, ^9, chou ermessen, wenn man sich erinnert, daß Rembrandts „Polnischer Retter" erst kürzlich für 1 200 000 Mark von einem ameriianiici;en Sammler augekautt wurde. In London gibt man Der Befürchtung .luüdruck, daß die beiden Bilder wiederum von ‘tyttiianern fntniljrl werden und weist darauf hin, daß alles geichehen muj'e, um diese beiden Rembrandts der Alten Welt zu erhalten.
Hassia-Verbande nicht angehören, eine Unterstützung erhalten, wenn sie sich melden.
ü d w e st a f r i f a. Die
? Mainz, 10. Ang. Die Leiche des verunglückten Prof. Dr. Made traf gestern hier ein und wurde unter Begleitung des trotz der Ferien fast vollzählig erschienenen Lehrerrats und seiner ehemaligen Klasse nach dem Krematorium überführt, wo sofort die Verbrennung stattfand.
+ Burg-Solms, 10. Aug. Ueber das Schicksal der hiesigen Burg lesen wir in den Aufzeichnungen eines Chronisten folgende „Historie": Als der Graf Johannes zu Burg-Solms mit der Stadt Wetzlar in Händel geraten war und dieselbe 1375 erobert, er aber aus Jakobitag eines Aufruhrs wegen 3 Wetzlarer Bürgern die Köpfe abschlagen ließ und darum 1378 die Stadt wieder verlor, der Graf Johann auch seine Vettern in Braunfels beunruhigte, so wurde die Burg zu Solms von den Schwäbischen und Rheinischen Bundes-, Verwandten mit Hilfe des Grafen Otto zu Braunfels nad); einmonatlicher Belagerung 1380 gänzlich verwüstet. Des Grafen Gemahlin Luise hatte sich aber bei der Uedergabe ausbedungen, alles, was sie auf dem Rücken hinaustragen könne, eigen unbeschädigt zu behalten, worin auch die Belagerer bewilliget. Hierauf habe sie ihren Gemahl auf dem Rücken zum Schloßtore hinausgetragen. Nachdem wurde das ganze Schloß in einen Steinhaufen verwandelt. Nur ein paar Mauerstücke sind geblieben, alles andere ist auf den Grund verheert".
+ Meckenbach b. Herborn, 10. Aug. Am Montag morgen erschien in einem hiesigen Hause ein Handwerksbursche, der bei der allein in der Stube anwesenden Fran um Verabreichung einer Tasse flaffee bat. Als die Frau seine Bitte erfüllt hatte, verließ sie gleichzeitig mit dem Handwerksburschen das Haus und legte den Schlüssel zur Haustüre auf die obere Leiste des Türrahmens. Diese Gelegenheit benutzte der Bursche, um einen Einbruch zu verüben. Unter Mitnahme von 40 Mk. Bargeld, einem neuen Anzug, einer
Taschenuhr, Hut und Stiefeln verschwand er wieder. Mit
Hilfe eines Polizeihundes aus Dillenburg konnte die Spur bis Driedorf verfolgt iverden. Da aber dort ein Kriegerfesl abgehalten ivurde und der Hund auch unter den Festgästen "ach der Spur suchte, wurde die Verfolgung aufgegeben, um im Festbetriebe keine weitere Störung zu veranlassen. I tz Mach u r g, 10. August. Gestern vollendte die älteste Einwohnerin unserer Stadt, Fräulein Gertrude Kutsch, ihr 98. Lebensjahr. i
Biedenkopf, 10. August. In Raumland kam es tn der Nacht vom Sonntag zum Montag zwischen ausländischen Bahnarbetteru und Ortseiuwohneru zu einer ernsten Schlägerei, bei der die Ausländer, meistens Kroaten und Italiener, schossen. Mehrere Beteiligte wurden schwer verletzt. — In Heinsberg bet Altenhunden *
einen Menschen vorn Tode des Verbrennens gerettet. Der Großherzog verlieh ihm die Rettungsmedaille. Auch der Fuhrunternehmer Franz Höß in Mainz, der am 14. Mai 1910 ein Mädchen vorn Tode des Ertrinkens gerettet hat, erhielt die Rettungsmedaille.
Deutsches !?eich.
Aus Hohensinoiv wird berichtet: Ter Kaiserliche Gesandte in Brüssel, von Flottow, ist zur Tienst- ieistung beim Reichskanzler hier eingetrosfen.
Tie Ge r^m a n i a w e r f t, die Howaldtswerke, sowie die Werft Stocks und Kolbe geben durch Anschlag auf ihren Werken bekannt, daß infolge der Arbeitseinstellung auf sämtlichen Hamburger Seeschiffswerstcn am 13. August eine große Betriebseinschränkung eintreten werde. Tie Einschränkung soll ausgehoben werden, sobald die Tifserenzen auf den Seeschiffsweriten beendet sind.
Tie Helgoländer feierten am 10. August die 20jährige Wiederkehr der Zugehörigkeit Helgolands zum Teutschen Reiche.
Im Ministerium Taft sitzt als M i n i st e r sür Handel und Gewerbe der T e u t s ch a m e r i k a n e r Nagel. In einem Briefwechsel mit einer Teutschamerikanerin, in dem cs sich um die Feststellung einer Verwandtschaft handelte, hat Minister Nagel den prächtigen Ausspruch getan: „Ich bin der Ansicht, daß jeder Bürger deutscher A b st a m m u n c\ a n s seinem Namen bestehen sollte. Wenn man das immer getan hätte, würden wir über die wahre Zusammensetzung unseres Volkes viel besser berichtet sein." Hoffentlich wird dies kernige Wort, mit dem Herr Nagel, wie die zahllosen Miller, Smith, White usw., die früher Müller, Schmidt, Weiß usw. hießen, beweisen, eine der verhängnisvollsten Schwächlichkeiten des Deutschamerikanertnms getroffen hat, gute Frucht tragen. Es ist ein hoch erfreuliches Zeichen des wachsenden Deutschbewußtseins im Dcutschamerikanertum.
Einweihung! Ls waren aufgetrieben 25 Bullen, 30 Kühe, 48 Rinder, 150 Stück Jungvieh, Bullen und Rinder unter 1 Jahr alt, sowie S,Or hnf" mftaÜ;nnnn T bet | t«’"ngenteinT UeTerfil'itf 'deutlich erkennen, baß man
Gutsherr, hat zu bem Ban 20 000 Mark gezeichnet. recht gut versteht, das im Kreise noch am meijtrn verbreitete
k. A us der Wette rau, 10. Aug. Die ober- und gezüchtete Vogelsberger Rotvieh, das für das dortige Klima hessische Provinz ial aus stell un g für Geflügel, Vögel bcn $obf.n. ^ohl am besten paßt, nach den vorgestecktLN -» **•" 1”‘ ?“• XSEÄl L *Ä
unter Mitwirkung der Landwirtschaftskarnrner ,tatt. Auch eine ber Vogelsberger Viehrasse des früheren Landrats von Heim- Verlosung ilt damit verbunden. — Das Feldartilleue-Regi- bürg, z. Zt. in Wiesbaden (der auch diesmal anwesend war), ment Nr. 27 hält am 27. August zwischen Dorheim, Södel, ^wre auch die seines Nachfolgers, Landrats Daniels, nicht vn- St-infurth ««M Uit”” de"n ausgestellten älteren Bullen waren einige recht ^chlvalheuu Scharfschießen ob. — Dornassenhelm schön gebaute und kräftig entwickelte Tiere zu bemerken, worunter beschloß einstimmig den Anschluß an das vorgesehene Elek- ' ' r ‘ trizitätsiverk in Liß berg.
I mürbe ein Italiener von seinen Larrdskeuten durch Messerstiche tödlich verletzt.
X. G c lnhausen, 10. Aug. Ter in seinem Besitztume, der Herrschaft Ramhol^, eingesetzte, in einem Sanatorium | bei Dresden verschiedene Frhr. Hugo v. Stumm war der ! jüngste Sohn des Hüttenwerksbesitzers v. Stumm zu Neun- tirchen. Nach kurzem Studium der Naturwissensctwft widmete er sich der Offizierslaufbahn und machte die Feldzüge 1866 und 1870 mit. Im Kriege 1870 war er Leutnant im 1. Wests. Husaren-Regiment Nr. 8 und hat damals einen berühmten, auch im Gcneralstabswerk erwähnten Patron i l l e n r i 11 misgeführt, der verdient, n^itercn Kreisen belannt zu werden. Am frühen Morgen des 14. August 1870 ritt bei* junge, 24jährige Leutnant v. Stumm mit 20 Husaren mitten in das dichtbesetzte feindliche Land vor Metz. Dank seiner Unerschrockenheit und Klugheit gelang es ihm, festM- stellen, daß die französische Armee nicht, wie die deutsche Heeresleitung bisher annehmen mußte, im Vorgehen, sondern im Rückzug auf Metz begriffen war. Auf Grund dieser höchst wichtigen, unter den schwierigsten und gefahrvollsten Umständen erzielten Festsiellung entschloß sich um die Mittagsjtunde jenes denttvürdigen Tages der Borposten- . , ■ - , , ™ , Kommandeur General v. d. Goltz selbständig, also ohne
einen Drohbrief erhielt in der vergangenen Woche weitere Weisung der Oberleitung, zum Angriff auf den weit einer der reichsten ~cnte tn Gießen. Ter Vorfall, den man zahlreicheren Feind. Er eröffnete hiermit dte Schlacht bei nn Interesse der Untersuchung bisher geheim gehalten hatte, Colombeh und begann so die milttärischen Operationen, die ist nun vollständig aufgeklärt. Der Brief enthielt die Auf- mik der Einschließung und schließlich mit der Gefangennahme forbernng, 200000 Mk. an.einen bestimmten Ort im Ferne- französischen Armee in Metz endeten. Somit hatte Lt. ivald niederzulegen, andernfalls der Adressat mit seiner Familie niit feinen 20 Husaren einen wesentlichen und
„in die Lust" gesprengt würde. Der Brief wurde der Polizei ?a2?Meutzlrchen Anteil an den ruhmvollen Siegen vor' übergeben und diese Heß burd) mehrere Schutzleute in Zivil spater tu das 13. Hujarenregiment versetzt, dient«
■” >" ***• ------ UdLRÄ-KLSA.Ä ÄäSSft Waites beobachten, ohne daß die Beamten aber einen be- der van ihm schau früher erworbenen Besihunq Rmnholz stimmten Anhalt sanden. Am nächsten Tage lies cm zweiter Er wurde Mitglied des Kreistages für den'Kreis Schlüch- Drohbrief cm, und nun wurde der Bedrohte veranlaßt, die lern, Kommunal-und ProvinziailandtagSabgeordneter. Ein Niederlegung der verlangten Summe vorziltäuscheli, ivährend herbes Schicksal Mang ihn vor 14 Jahren, in einem Sana- die Sicherheitsbeamten im Hinterhalt auf der Lauer lagen, ^rium bei Dresden Heilung zu suchen, wo er auch verschied. Der Gaiiner ging in die Falle und rourbc verhaftet. Es ... a7 Limburg, 9. August. Ter Gewerbevereiu handelt sich um einen arbeitslosen Schreinergesellen namens Nanau veranstaltet vom 15 September bis 22. Dezember
Hock aus Giehen. Rri feiner Vcrnrhnmng gab er an. dah AmÄnua van ck'a'n d n Kursus
woh^aber habe^r^das Gü°d^rl^ Unterricht erstreckt sich auch auf die Haushaltungskunüe, um
wohl aber habe ir das Geld erlangen wollen. Er wäre zwar d,e Handarbeitslehrerinnen zu befähigen, eintretendenfalls auch mit weniger zufrieden gewesen, er habe aber gemeint, daß auch dcn Kochunterricht für die oberen Mädchen klassen der 200 000 Mk. für einen so reichen Mann eine Kleinigkeit seien. Volksschule zu übernehmen.
Die Vorilntersilchiilig ist bereits eingeleitet. - — 1 , —
K. Grünberg, 10. Ang. Unser Wasserwerk wird öezirkr-Tierschau in viedenkops.
jetzt erweitert, nachdem der Gemeinderat die Stadtmühle er- Biedenkopf, 10. Aug.
morben hat. I (Verspätet eingegangen.)
L. Bad-Nauheim, 10. Aug. Der Sultan v o n .Am Montag den 8. d. M. fand in Biedenkopf, wie mir Sansibar, der einige Wochen von Bad-Nauheim abwesend « its mitgeteilt Haben, die Bezirks-Tierschau der war. ilt heute wieder mit Gefolge zum weiteren Äura^rtaH 610,16 f“r be'bEn gebrauche hier eingetroffen und im Kaiserhof abgestiegen. — ~
Die hiesigen Hotel- unb Pensionsbesitzer haben „
öen Anordnungen der Badedirektion gefügt und kein die gesamte^Landwirtschaft so sehr ungünstigen Witterung nicht so Ludwiaswaii er mehr nehnlt cyphp c<LVa- zahlreich wie in.früheren Jahren beschickt mar, begann schon sehr
6 VJmL m ? o x • ? n % < b ' * Q[ ^ hruftjeiti9, )o daß die ans 4 Ausschüssen bestehenden Preisgerichte 8 Flaschen Wasser an der Lndwlgsguelle füllen. ,chon bald nach 8 Uhr mit ihrer Arbeit beginnen tonnten.
L. Ockstadt bei Friedberg, 10. Aug. Die C* unterer neuen kath. Kirche findet anfangs Oktober diirch'den


