reizt. Zu den
vorzubeugen. Insbesondere ist ein Verbot des Hand^r mit Klauenvieh un Umherziehen und z-var zunächst bis zum 30. November ds. Js. erlassen. Ebenso empfehlen mir Ihnen, bis auf weiteres das Ab holten von Vieh, markten und Viehschauen zu untersagen. Sollte die Seuche im Grvßherzoatum ausbrechen, so wären un. vorzüglich die in unserem Äusschreiben vom 10. März 190g enthaltenen Anordnungen zu treffen, sowie die durch txe Amtsblätter Nr. 16 vom 14. September 1907 und Nr. 1$ vom 2. September 1908 vorgeschriebenen telegraphische Benachrichtigungen zu veranlassen."
** Di e Maul- und Klauenseuche ist ans.
und nuLhten (ZnLrufe. König Manuel empfing cm Bord seiner Jacht den Besuch des Gouverneurs.
Die Stu ' ’ “
2111$ Stabt unb Land.
Gießen, 10. Oktober 1910.
* AuSzeich nung eines Gesangvereins. Der Großherzog bat dem Männer-Gesangverein zu Hirzenhain in Anerkennung seiner vaterländischen VereinS- bestrebungen zu seinem 50jährigen Jubiläum einen Fahnenschmuck verliehen.
• • Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde der Lehrerin Eva Metzler zu Bieber (Kr. Offenbach) eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Budenheim.
** Englisch er Geschäftsträger. Der Königlich Großbritannische Geschäftsträger Frederic D. Har- ford hat am Samstag das Beglaubigungsschreiben, das ihn in gedachter Eigenschaft bestätigt, dem Staatsminister Dr. Ewald überreicht.
** Veterinärwesen. Assistenzveterinärarzt Karl Blume zu Homberg a. O. wurde mit Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Kreisveterinäramts Grünberg und der praktische Veterinärarzt Dr. Karl Seitz zu Groß-Felda mit Versetzung der Assistenzveterinärstelle in Homberg a. O. beauftragt.
s gegen die Kongregationen ist sehr g e - —7 Vorgängen im Kloster Qutthaes wird noch gemeldet, daß Reiterei und Matrosen in dos Gebäude erndraugen: lic es gamuni. Tas wenig beschädigte Innere zeigte deutliche Spuren einer eiligen Flucht der Insassen. — der vorigen Nacht wurde in das bewaffnete Frauenkbofter Tr e nas geb-rungen, 150SchwesternversuchtenWider- st and zu leisten, im Tuimnult wurden 12 Nonnen l ich t v er wundet sie wurden in das Militärkranstml^ius gebracht, die übrigen Normen wurden in Wagen weggeführt, man weiß nicht wohin. Tas Kloster wurde von Militär beseht.
Die Ausweisung der M önche hat allenortes begonnen. Die in den Nösterlichen Erziehungsanstalten untergerbrachten Kinder wurden ihren Eltern zurückgegeben. Unter den Ausgewieiänen befindet sich Karbinal Netto, ein Franziskaner. Der Erzbisclwi von B e j a hat bereits das Land verlassen. Nur wenige Kirchen in Lissabon sind heute geöffnet.
” Stadttheater. Die Novität des morgigen Abends, das dreiaktige Lustspiel „Der große Name" von Leon und Feld ist im vergangenen Sommer in Frankfurt zum ersten Male aufgesührt worden und steht seitdem dort auf dem Spielplan. Die Frankfurter Zeitungen stellten damals einmütig die geradezu begeisterte Aufnahme fest, die das Werk bei dem Publikum sand und in der Tat erweist das Stück lnit seiner Mischung von heiteren und ernsten Szenen, mit seinem Milieu — es spielt in Musikerkreisen und der letzte Akt führt in den Konzertsaal — sich als eine der wirksamsten Erscheinungen der letzten Jahre. In Hauptrollen sind beschäftigt die Herren Goll, Bakof, Marx und Gühne und die Damen Engel, Koch, Frl. Scholz und Frau Gühne.
•• Frauen und Krankenkasse. Man schreibt uns: Wir weisen die an den Krankenkassen beteiligte Frauenwelt nochmals auf den heute abend stattfindenden Vortrag von Frau Wäscher-Kassel hin. Die Rednerin wird alle, denen die Bedeutung ihrer Wahlberechtigung zu den Ortskrankenkassen noch nicht klar ist — und es sind deren viele — auf den Ißcrt und die Wichtigkeit ihrer Stimmabgabe aufmerksam machen. Möchte sich keines der weiblichen Mitglieder diese günstige Gelegenheit entgehen lassen, sich Klarheit über seine Rechte und Pflichten hinsichtlich der Krankenkasse zu verschaffen.
c '' Konzert.Verein. Im Inserat (Donnerstag, b. Oktober) hat sich ein kleiner Irrtum eingeschlichen, der zu beseitigen i|t: Das 5. Konzert findet nicht am 9., sondern am 8. Januar 1911 statt.
Verbreiterung des SelterSwegS. Unsere Notiz vom 8. Okt., der die dort genannten Herren übrigens fernstehen, haben wir dahin zu ergänzen, daß allerdings die Absicht besteht, an Stelle deS alten Hauses Seltersweg 12 einen Neubau zu errichten, für den die Entwürfe angefertigt sind. Es liegen aber auch Pläne für einen Umbau vor, da die Verhandlungen mit der Stadt wegen des in die Straße fallenden Geländes noch nicht zu Ende geführt sind und da von deren Ergebnis die Entscheidung abhängt, ob neugebaut oder nur umgebaut wird. Wie wir weiter hören, sollen auch die beiden angrenzenden Häuser neugebaut und zurückgerückt werden, falls das Kröllsche Haus abgebrochen wird, so daß dann die engste Stelle des Selterswegs wesentlich verbreitert würde.
Dämpfung der Maul- unb Klauen- ,e31 t\ß- ^ay.^jnifterium des Innern veröffentlicht nach- tehendes Äusschreiben an die Kreisämter und Kreis- letemnaramter: „Nachdem die Maul- und Klauenseuche der Landesgrenze, in bedrohlicher Weise nahe gerückt ist, veranlassen wir Sre unter Verweisung auf die 'Ausschreiben vom 5. Januar 1905 und 12. März 1907, alle Maßnahme nun vorzüglich anzuordnen, die geeignet sind, erner Verschleppung der Seuche in das Großherzogtum
. Marnh, 8. Okt. Die Militärverwaltung hat be- antrngt, daß zum Vorteil der Landesverteidigung die elektrischen Leitungen nach den Orten, die im Umkreise von drei stunden um Mainz liegen, unterirdisch angelegt wer» den. Dadurch wird die Anlage natürlich außerordentlich verzögert und es dürste noch geraume Zeit dauern, bis die Fertigstellung der Anlagen vollendet ist.
o — Oden Hausen, 9. Ott. Hier hat ein zwölfjähriger «junge einem gleichaltrigen Kameraden, mit dem er während be$ Spieles m Streit geriet, durch einen Schuß in den Arm beriet. Lae versöhnten sich aber rasch wieder und zogen nut anderen Bürschchen zu gemeinsamen Kampf nach Rutters«
Lissabon, 8. Okt. Die Regierung ttnrb noch vor Montag außer dem bereits angeTünbigten 'Dekret über die Freilassung der wegen ihrer Zugehörigkeit zu geheimen Gesellschaften verhafteten Personen Verfügungen erlassen über: Amnestie wegen Preßvergehen, politischer und gemeiner Vergehen Verurteilter, Wiederherstellung des Preßgesetzes des früheren Ministers Barjona Freitas, Aenderung der Eidesformel bei der Uebernahme des Amtes, Ersetzung des Wortes Königlich durch Republikanisch in den Protokollen, sowie über die Verlängerung der zurzeit schwebenden Prozesse um zehn Tage.
London, 8. Okt. Die Anzahl der Opfer wurde noch nicht festgestellt, überschreitet aber wahrscheinlich nicht 300. In allen Straßen sieht man Züge von Bürgern und republikanischen Truppen; sie werden mit ihren Fahnen vom Publikum begeistert begrüßt. Theophil Braga erklärte, der Zwech ber* jRetwlUtion sei fein militärischer oder persönlicher wie bei ben Umwälzungen in ber Türkei und Brasilien, sei vielmehr d«s Ergebnis philosophischer Ideen. Die Dynastie Braganza ließ es daran fehlen, mit dem modernen Fortschritt zu gehen; sie bedeutete für das Volk stets die GefÄhr einer Einmischung Englands dadurch, daß sie vergaß, daß das Bündnis zwischen den beiden Völkern und mcht zwischen den beiden Königshäusern geschlossen worden war. Dank dem Admiral Reis brach die Revolution zwei Tage vor dem festgesetzten Termin aus. Ta Admiral Reis an Stelle der verabredeten 31 Kanonenschüsse nur deren drei hörte, glaubte er, die Bewegung fei gescheitert und verübte Selbstmord. Die Revolution brach während des Festmahles aus, das der König zu Ehren des Marschalls Hermes da Fonseca auf Schloß Belem gab. Der König kehrte in das Stadtschloß Mecessidades zurück und wurde von den.Ministern nicht mehr gesehen. Er begab sich im Automobil nad) Mafra Die royalistische Partei hat aufgehört, zu existieren; royalistische Zeitungen erscheinen nicht mehr.
Einstweilige Ruhe.
L i s s a b o n, 8. Okt. Nach den vorliegenden Meldungen ist das Land längs ber Eisenbahnen allenthalben ruhig. Der Durchgangsverkehr an ber Grenze vollzieht sich wieber ohne Umsteigen; auf ben Stationen sammelt sich bie Bevölkerung, welche bie Republik begeistert begrüßt und die Fahnen schwenkt. In Lissabon ziehen Patrouillen durch die Straßen. Auf verschiedenen Plätzen und Straßen sind Posten aufgestellt. Die am Kampf beteiligte Zivilbevölkerung behrelt ihre Waffen. Der Kampf war auf wenige stellen beschränkt. Die Republikaner hatten mit etwa 1500 Soldaten und 1000 Zivilisten auf dem Hügel beim Park Eduard VII. Aufstellung genommen; von dort aus bestrich das Feuer der Artillerie und der Infanterie die Avenida da Liberdade, an deren Ende der Dom Pedro-Platz liegt, wo die treugebliebene Artillerie und Infanterie stand. ■ Während die treugebliebene Munizipalgarde den vergeb- ■ lrchen Versuch machte, bie republikanischen Truppen zu um- j gehen, würben in anderen Stadtteilen nur einige Flinten- . schüsse abgegeben. Die Einwohnerschaft schloß sich in den i Häusern ein und wartete den Ausgang des Bombardements ’ ber Kriegsschiffe ab, bas sich ausschließlich gegen ben Königs- ■ Palast richtete. ' I
vir Revolution m Portugal.
Programm btt Negierung.
58te die Agence Havas meldet, sind die Hauptpunkte int Programm der neuen Regierung bie folgenden: Förderung des öffentlichen Unterrichts, Ausbau der Verteidigung zu Wasser unbju Lande und Unabhängigkeit der richterüchen Gewalt, öte beabsichtigt, wesentliche Freiheiten zu gewährleisten und die Orden zu vertreiben: ferner soll die Trennung der .Kirche vom Staat durchgeführt, der Kredit gefestigt latb der Laienunterricht eingerichtet werden. Die provisorische Regierung wird höchstens drei M-onate währen. Die Republik wurde auch auf den Azoren und in Madeira proklamiert.
gebrochen l in: 1. Edingerhvf bei Edingen, Amtsbezirk Schwetzingen, Großherzogtum Baden; 2. Pillkallen, Kreis Pillkallen, Regierungsbezirk Gumbinnen, am 6. Oktober. 3. Auf dem Viehhofe zu Posen am 7. Oktober 1910.
** Der Viehrnarkt in Lang-Göns, ber auf morgen, ben 11. Oktober, festgesetzt war, findet vorläusig nicht statt' da das Kreisamt wegen Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche die Genehmigung versagt hat.
a. Hof-Altenberg, 9. Okt. Die Kreis-Juna- Viehweide wurde am Samstag geschlossen. Fünf Monate konnte sie diesmal von den Tieren, 41 an der Zahl, ausgenutzt werden. Die stete Zunahme der Weidetiere innerhalb weniger Jahre ist der beste Beweis, daß das Unter nehmen immer mehr Anklang finbet. Trotz des ungünstiger Sommers ist den Tieren der Aufenthalt vorzüglich bekommen. Durchschnittlich ist eine Gewichtszunahme von 75—90 Kg. zu verzeichnen, bei einem Rind des Gastwirts Amend aus Münchholzhausen betrug sie sogar 132 ft» Tas Weidegeld beträgt für das Tier 25 Pfg. pro Tag, der Rest lmrd im gleichen Betrag vom Kreise übernommen Das Weidegelände beträgt jetzt 62 Morgen und kann bei vermehrtem Auftrieb noch vergrößert werden.
△ Butzbach, 8. Okt. In ber gestrigen Gemeinde- rats sitzung würbe Gastwirt Friebr. Wilh. Müller als neugewähltes Gemeinberatsmitglied in sein Amt ein- gewiesen. Herr Müller ist als Ersatzmann für das ver- storbene Mitglieb B. Grüninger IV .gewählt worden. Nach Erledigung verschiedener Einsprüche gegen den städtischen Ortsbauplan fand eine Besprechung über das von der Eisenbahndireltion Frankfurt auf eine Eingabe der Bürger- meisteret wegen Anlage einer Unterführung am Bahnhof eingegangene Antwortschreiben statt. Nach dem Inhalt dieses Schreibens wird bie Anlage einer Unterführung wegen ber vorhandenen Steigung der Straße nicht all zweckmäßig anerkannt. Es könnte nur die Anlage einer Ueberführung in ber Richtung ber Babbrunnenstraße in Frage kommen, wenn von ber Stabt ein Zuschuß bewilligt würbe. Der Gemeinderat teilte aber die Ansicht der Eisen^ bahnbirektion nicht, ba bie Anlage einer Ueberführung in der Richtung der Badbrunnenstraße nicht zweckmäßig und durchführbar sei und nur die Anlage einer Unterführung für den Personenverkehr gewünscht würde. Der Gemeinde- rat ist bereit, einen entsprechenden Zuschuß zu leisten, wenn ihm ein von der Eisenbahndirektion angefertigter Kostenanschlag vorgelegt wird. Die Anlage einer Unterführung am Bahnhofe für den ^Personenverkehr ist dringend notwendig, da durch bie Erweiterung ber Stadt westlich dos Bahnkörpers und die bedeutende Zunahme ber Fabrikarbeiter und -Arbeiterinnen in ben baselbst befinblichen Fabriken am Bahnübergang am Bahnhof em bedeutend regerer Verkehr entstanden ist. Der Unglücksfall des Karl Euler, der erst vor wenigen Wochen sich ereignet hat. ist noch ich ent' in Erinnerung. Obgleich man nicht behauv- ten kann, daß der kürzlich vorgekommene Unglücksfall ftät nicht hätte ereignen können, wenn eine Unterführung vor- Händen gewesen sei, so liegt aber doch die Vermutung sehr nahe. Jedenfalls hatte Euler das lange Warten am Bahnübergang befürchtet und deshalb ben verbotenen Weg über bie Schienengeleise eingeschlagen. Es empfiehlt sich des halb, daß die Anlage einer Unterführung baldigst her- gestellt und nicht gewartet wird, bis ein weiteres Menschenleben vernichtet wird.
L. Bad-Nauheim, 9. Okt. In unserer Umgebung, auf ben Straßen von hier nach Ziegenberg unb von Schwalheim nach Röbgen, werben in letzter Zeit Baumfrevel verübt. Junge Bäumchen würben beschädigt und abgebrochen, ohne baß man von ben Tätern eine Spur hat Das Kreisamt hat auf die Entbecknng ber Baumfrevler eine Belohnung von 100 Mk. ausgesetzt .
? Bad-Nauheim, 9. ' Okt. Prinzessin Viktoria von Battenberg besichtigte heute unter Führung d?S Bürgermeisters Dr. Kayser und deS AnstaltSarzteS Dr, Haeberlin das hiesige Stadtkrankenhaus.
L. Friedberg, 9. Okt. Die Wahlen zur Stabt- verorbnetenverfammlung werben demnächst statt- sinben. Vier Stadtverordnete scheiden aus und für einen weiteren findet Neuwahl statt. Die Sozialdemokraten, die zurzeit einen Vertreter haben, erstreben ein zweites Mandat
S Ilsdorf, 9. Okt. Heute fand die Einweihung unseres neuen Schulhauses statt. Gesang ber Schüler von Flensungen eröffnete bie Feier. Straßenmeister Hoffmann überreichte bent Bürgermeister ben Schlüssel Da Bürgermeister bankte Geh. Regierungsrat Schönfeld von Schotten, Dekan Wagner-Grünberg und Schulrat Eck-Alsftlt ür ihr Erscheinen und fügte hieran ben Dank für ben Stifter bes Bauplatzes, Horst, ben Dank für die Kreisschulkommission Alsfeld und für Bauleitung und Bauarbeiter. Geh. Regie- rungsrat Schönfeld-Schotten führte aus, wie er schon vor 43 Jahren als Kreisassessor des damaligen Kreises Grünberg die Gemeinde Ilsdorf und ihren Bürgermeister Bast kennen gelernt habe. Er schilderte die Schwierigkeüen des Schulbesuchs der Kinder von Ilsdorf und Solmsilsdorf zur Winterszeit und wie sich deshalb die Gemeinben fett Jahren nach einer eigenen Schule gesehnt haben. Weitv erwähnte er ben Staatsbeitrag zum Schulbau, der 19000 Mk. gekostet, unb übergab bem Vertreter ber Ortsschulbehördc, Pfarrer Weinberger von Klein-Eichen, ben Schlüssel Pfarrer Weinberger hielt bann bie Weiherebe. Schulrat Eck- Alsfelb^richtete einbringliche Worte ber Mahnung an Uttern und Schüler, wie die heutige Zeit eine weitgehende Bildung erfordere und die Schuljugend diesen Anforde- Zungen.durch Fleiß und Gehorsam begegnen könne. Gesang ber Schuler von Breibenbach beenbete bie Einweihung-' f^er. Der Strom ber Festgäste füllte bald die Gastwirt- chaft. Die Jugend eilte zum Tanzboden.
Kein Teil der Hauptstadt außer ber Aveniba ba Liberbade unb bem Platze Dom Pebro hat burch bie Kämpfe gelitten; an biefen beiben Punkten würben bie Gebäube von ^schossen getroffen. Die Beschäbig ungen sinb ziemlich bebeutenb: Mauern würben burchschlagen, Fenster zerschmettert. Tie Bebeutung ber burch bie Revolution verursachten materiellen Schüben ist also nicht so groß nne man sich im Auslanbe vorgestellt hat. Was bie pöli- t ischeLage anbetrifft, so scheint das neue Regime keinem ernsten Widerstand begegnen zu sollen. Es mag zu einigen Zwischenfällen kommen, aber sie werden ohne Bedeutung bleiben. Man 'bemerkt nur eine gewisse Erregung auf fetten ber Bevölkerung gegen bie Mitglieber des Klerus Die Kirchen sind noch geschlossen. Der Kampf um das Jesuitenkloster Guelhas dauert noch an.
Die Ausweisung der Ordensgesellschaften.
Lissabon, 8. Okt. Das Dekret über die Ausweisung ber Kongregationen, bereu Mitglieber das Land binnen 24 Stunden zu verlassen haben, wird morgen veröffentlicht.
Lissabon, 8. Okt. Margnis de Pombal wurde heute ver h astet unter der Anklage, Ordensgeistliche unb Waffen in seiner Wohnung versteckt gehalten zu haben.
Die Deutschen in Lissabon.
4 9- ott- Bei ben Lissaboner Unruhen ist
de u tsch e s E tge n tum nicht zu Schaden gekommen, ^igstens ist bis setzt noch kein Fall von Beschädigung deutschen Eigentums bekannt geworden. Der deutsche Kaufmann .Kusenberg und seine Frau sind leicht verletzt. Das ist der einzige Fall von Verletzung. Angesichts ber Um- ftanbe tnuf? dies als Glück bezeichnet werben, denn es hatte leicht zu schweren Schädigungen der deutschen unb ""deren Fremden kommen können, wenn bie Fremden nicht noef) gefunden hätten, die Häuser zu verlassen, welche im Falle eines Vernicktungskampfes die einzige Zuflucht der in Roew Einaeschlossenen von den von allen Seiten vorgehenden Revolutionären bedrängten Soldaten gebildet hätten. Als der Sekretär der deutschen Gesandtschaft, von Schm"ldthals, von den kämpfenden Parteien einen Waffenstillstand, lvahrend dessen die deutschen und die anderen Fremden die dort gelegenen Hotels und Häuser ver- lasim konnten erwirkte, war die Lage in diesen Hotels durch das Explodieren von Schrapnells und Granaten bereits recht gefährlick). Die siegreichen Revolutionäre hatten anfangs Anast, daß während dieses Waffenstillstandes ihre Feinde wegtaufen könnten. Indessen begannen während hiefer Stunde die letzten Regierungstruppen mit ihren N"ern zu fraternifieren, so daß der Vernichtungskampf t^n der nachdrangende Janhagel zweifellos zu Plünderungen benutzt hätte, überhaupt nicht mehr stattfand.
Die Kö'nigsfamilie in Gibraltar-
hi- ?Ä?-r-aftar' 8- Okt. Die Königinmutter Amelia, rn/rtiT111’2 Maria Pia unb ber Herzog von k.porto gingen an Lanb, unternahmen eine Spazierfahrt
Konzert d es Hannoverschen Lehrer-Ge- s a n g v e r e i n s. Bei vollbesetztem Haus fand bas Konzett statt. Ter Ruf, der dem Vereine vorausging, hat sich auch hier voll und ganz bewahrheitet. Schon in dem ersten Ehor „O Isis unb Osiris" von Mozart verrieten sie ihre Leistungsfähigkeit. Bis m bie feinsten Nuancen war bas Werk ausgearheitet unb bot Ichon für sich einen Kunstgenuß Auch bie übrigen Chöre kamen mustergültig zum Vorttag. Unter ihnen ist besonbers ber schwierige Chor „Kaiser Karl in ber Johannisnacht" von Hegar hervvr- zuheben. Mit biesem Chor zeigte ber Verein, baß er auch ben chwierigsten Aufgaben gewachsen ist. Weiter waren auf bem Programm noch brei Werke von einem Mitglieb bes Vereins. (Derr Winkelhake), ber nach bem letzten Chor erscheinen mußte und für ben Beifall dankte. Hervorragende Leistungen bot bas Solo-Quartett bes Vereins, unter benen besonders der Tenorist - ^.^ekeborf gefiel. Mer auch ben anderen drei Herren (Win- kelhake, Mester, Schrader) gebührt volle Anerkennung. Tie Leitung ber Chöre lag in ber sicheren Hanb des Herrn E. Taegener der sich als feinfühlenber Musiker zeigte. Aber nicht nur als Dmgent, fonbem auch als Pianist hat er sich Ruhm 'erworben Zu ben beiden programmäßig en Nummern kamen noch zwei Nummern, die nicht verzeichnet waren (Liszt, Schumann) Durch einen künsllerischen Vorttag wußte er bie Zuhörer zu fesseln bie atemlos ben Tönen lauschten. Nach dem „Andante spianato" von Chopin, rn bem er seine reiche Technik entfaltete, mußte er eine Zugabe Vorträgen. So bot bas ganze Konzert einen Kunstgenuß ersten Ranges, bas mit bem Chor „Am Rheine ist Leben" von L. Geller-Gießen beschlossen würbe. Auch nach biesem Chor der lerne Wirkung nicht verfehlte, erschien ber Komponist vor bem Publikum. Nach bem stürmischen Beifall wurde der Chor noch einmal gesungen. Auch noch andere Chöre mußten zweimal gelungen werden. Aber auch ber Dank blieb ben edlen Säugern mcht aus Reicher Beifall nach jedem Vorttag lohnte ihnen die Arbeit und wird sie auch fürderhin zu ihren hohen, edlen Taten begeistern. a.


