der Klinik starb.
Kreis Alsfeld.
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— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft Die Akademie der Medizin zu Paris wählte den Bakteriologen Löfs l e r (Greisswalde) und den Histologen Retzius (Stockholms zu wirklichen auswärtigen Mitgliedern. — Einem Mitarbeiter des „Neuen Wiener Lagblattes" erklärte Prozessor v. Noorden die von Frankfurter Blättern veröffentlichte Nachricht, daß er Wien verlaße mrd nach Frankfurt zurückkchren wolle, sei völlig unrichtig. Die Noyal Society in London verlieh dem Professor der PMk in Berlin Rubens, für seine Radiumforschungen die Rumford-Medaille.
Heer und Flotte.
' AUS Anlaß der Heeresverftä rkungen tm Rechnungsjahre 1911 sollen neu errichtet werden: Eine General- Inspektion des Militär-Verkehrswesens, eine Inspektion des Mili- lär-Lustschiffahrts- und Kraftwesens, 107 Maschinen-Gewehr-Kom- pagnien, ein Fußartillerie-Regiment, ein Kraftfahr-Bataillon und zwei Luftschiffahtt-Vataillone. Me hierzu erforderlichen Unteroffiziere intb Mannschaften werden zu einem großen Teil durch Etalherabsetzungen bei den bestehenden Truppenteilen und durch Abrcchmmg an bestehenden Formationen gewonnen.
Myrechenv ttnrö mrerenoni waren die gehaltvollen Ansprachen deS Vereinsgeistlichen G l o ck - Nieder-Ramstadt und des Pfarrers Gros-Esch. Ersterer war durch seine persönlichen Berührungen mtt Pastor p. Bodelschwingh vorzüglich befähigt, ein getreues Bild von dem Leben des turnten Mannes der inneren Mission zu geben. Pfarrer Gros, der über die Frage reden wollte: „Was lesen unsere Kinder und was sollen sie lesen", hatte in Anbetracht ^rückten Stunde ;_ur noch wenig Zeit, doch hinterließ auch fern kurzer Vortrag den Eindruck, daß hier eine für Emus, Familie und Volk überaus wichtige Frage vorliegt; besonders sollen die Eltern und Erzieher daran denken, daß nicht nur die Spielkameraden Freunde ihrer Kinder sind, sondern auch die von den Kindern gelesenen Bücher.
_ Alsfeld, 8. Nov. Von Ober-Breidenbach traf bei einbrechender Dunkelheit ein Wagen mit Gerichtsbcamten und Anwälten vor der Stadt ein. An der Straßenkreuzung nach Liederbach trat em Mann Hütter dem Baum hervor und dab Revolverschüsse gegen den Wagen ab. Zum Glück wurde niemand verletzt.
.wischen Frankreich und England Vor-- gewisser afrikanischer Gebiete, lluwlvn4il_u/ __________ . Die englische Regierung habe
damals angeregt, daß Frankreich zur Erleichterung einzelne Gebiete austausche und Jschandernagor ab trete, doch habe Frank» reich diesen Gedanken als unannehmbar bezeichnet und der Vorschlag sei dann fallen gelassen worden.
o — Die Schiller-Lolterie. Die größte Waren- ^Oitene, die wohl temals in Deutschland veranstaltet wurde, wurde Dor einem halben Jahrhundert, am 10. November 1860 mögen. Die Lotterie hat em Jahr lang die Gemüter der neulichen lebhaft bewegt. Major Serie, ein kunst- und literatur- freundlicher Mann, der in Dresden lebte, hatte die Veranstaltung ^um Besten der Tiedge- und der Schttlerstiftung inszeniert, und vieler Mann hatte unglaubliche Mühen und ebensolchen Aerger von der Dache. Da auf jedes Los, das einen Taler kostete, ein Gewinn satten sollte, waren vorher bereits Streitigkeiten über den angeblichen Minderwert der Gewinne entstanden, und selbst Prozesse blieben nicht aus Den Hauptgewinn bildete eine Villa m Eisenach, die der Großherzog von Sachsen-Weimar für die Zwecke der Lotterie erworben und gestiftet hatte. Man kann sich vorstellen, mit welch' lebhaftem Interesse von allen Seiten der Lotterie entgegengesehen wurde, die im alten königlichen Valerie* gebäude in Dresden stattsand. Interessant war diese Ziehung auch noch dadurch, daß Karl Gutzkow als Reprä cntant der Schttler- stiftung eine Rede dabei hielt, luajoem Ritter von Pfotenhauer der Oberbürgermeister von Dresden, eine Ansprache gebalten
Schiller-Lotterie brachte der Schillerstistuug allein etwa den Betrag von 900 000 Mark ein. Major Serie, dem die Aerger- nifse der Schiller-Lotterie die letzten Lebensjahre stark getrübt hatten, starb im Jahre 1864.
k 77 Eine neue Pacificbahn. In absehbarer Zeit werden die Vereinigten Staaten eine neue Rieseneisenbahnlinie «- , halten, die das Festland in einer Länge von 60J0 Kilometern durch- wird. Wie die Zeitschrift „Technik und Wissenschaft"
rklrche und Schule.
B. Gießen, 9. Nov. Das 32. Jahresfest des Oberhessischen Vereins für innere Mission wurde am Dienstag morgen 10i/2 Uhr im oberen Saale des Gemeindehauses Kirchstraße 9 mit einer Versammlung der Dekanats-Synodalvertreter für innere Mission eröffnet. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Mitteilungen wurde über die Notwendigkeit der Einrichtung von Volksbibliotheken auf dem Lande verhandelt und allseitig der Hobe Wert dieser Büchereien hervorgehoben. Die Mittel zur Anschaffung sind durch Gründung von Lesevereinen und durch Unterstützungen aus öffentlichen Kassen zu erlangen. Hierauf berichtet Kirchenrat D. Schlosser- Gießen über die Tätigkeit des Evangelischen Nachrichten- Verbandes für Hessen, dessen Organisation weiter ausgebaut werden soll. In der Nachmittaasversammlung, die um 3y2 Uhr von dem Vorsitzenden, Geh. Schulrat D Stamm- Gießen eröffnet wurde, führte Kirchenrat D. Schloss er
Mittwoch den 9. Nov. im Kaiserhos eine außerordentliche Generalversammlung ab, um über seine Vorschläge für die Stadtverordnetenwahlen zu beraten.
** Zur Stadtverordnetenwahl. Gestern abend fand im Einhornsaal eine außerordentliche Hauptversammlung des Nordostoereins statt, die sehr gut besucht war. Nach dem von dem Vorsitzenden und dem Schriftführer erstatteten Bericht über die bi8 jetzt bezüglich der Stadtverordnetenwahlen erfolgten Schritte erklärte sich die Versammlung mit dem Anschluß an dem BürgerschastS- ausschuß einverstanden. Dem Ausschuß soll der Verems- vorsitzende Rentner M. Friedberger als Kandidat vorgeschlagen werden, während man im übrigen der vorn Bürgcrverein vorgeschlagenen Liste sich im allgemeinen anschloß.
** Ein hesfisch es Flurnamenbuch. Diehessi- sche Vereinigung für Volkstunde plant, wie wir s. Zt. pe- richteten, die Herausgabe eines Flurnamenbuches, zu einer umfassenden Sammlung aller irgendwie erreichbaren heimischen Ortsbezeichnungen. Alle Ortsbezeichnungen innerhalb unserer Feld- und Waldgemarkungen, einschließlich der Straßen-, Gassen- und Häusernamen sollen gesammelt werden. Dazu ist aber die freiwillige Hilfe weiterer Kreise nötig. In den Provinzen Startenburg und Oberhejsen ist bereits die Hälfte in Bearbeitung genommen. Bedeutend erleichtert wird die Sammelarbeit dadurch, daß das erste Heft des Flurnamenbuches bereits im Druck vorliegt. Es enthält die Flurnamen von Schlitz, gesammelt von Pfarrer Wilhelm Hotz, und kann als Musterbeispiel einer solchen Sammlung jebent, der an dieser Arbeit teilnehmen will, vortreffliche Dienste leisten, zumal da eine von .Staatsarchivar Dietrich verfaßte Einleitung zugleich eine genaue
» R 0 h r b ach bei Büdingen, 8. Novbr. Oberhalb der Finndörfer Mühle bei Düdelsheim fand man in einer sehr tiefen stelle des Seemenbaches die Leiche des 19jährigen Emrich von hier nach langem Suchen. Der Bursche hatte sich am Sonntag vom väterlichen Hause entfernt. Seinen Hut hatte er am Ufer abgelegt und man fand den Vermißten auch an dieser Stelle. Die Grunde, die ihn in den Tod trieben, sind nicht bekannt. Im vorigen Jahre verlor die Familie schon einen Sohn, der in der Klinik starb.
* Kleine Mitteilungen aus dem Kreise Alsfeld. Zu dem Bericht über die Schulhauseinweihung in Heimbach sei mttgeteilt, daß die Abschiedsrede am alten Schulhaus Lehrer Naß hielt.
Kreis Lauterbach.
5. Lauterbach, 8. Nov. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung dec Bezirkssparkasse Lauterbach wurde aus Vorschlag des Bürgermeisters Löfsler-Ilbeshausen ein- ttnnmig beschlossen, den seitherigen Sparkassengehilfen Konrad Peter hier an Stelle deZ verstorbenen Rendanten Wahl in
feine Vorschläge über die Organisation des evangelischen Nachrichtenverbandes, der die Aufgabe hat, die hessische Presse mit evangelisch-kirchlichen Nachrichten zu versorgen, weiter aus. Die Versatnmlung stimmte den Ausführungen des Referenten allseitig zu, wünschte aber, daß alle in ^unserem Lande verbreiteten Blätter ohne Unterschied der politischen Richtung mit solchen Nachrichten versorgt würden. Da der Berichterstatter über den zweiten Punkt der Tagesordnung über Fortschritte in der Landkrankenpflege, Pfarrer Schwabe-Gießen durch Kran'cheit am Erscheinen verhindert ist, teilte Kirchenrat D. Schlosser mit, daß die getroffenen Einrichtungen mit der Ausbildung von Land- i-rankenpflegerinnen sehr guten Ersolg gehabt und beabsichtigt ist, die Kurse fortzusetzen. Sodann berichtete der 'als Fachmann wetthin bekannte Pfarrer Gros-Esch im .Taunus über „Die Befriedig ung des Lese- up,d Bücherbedürsnisses auf dem Lande". Die «geistige Regsamkeit auf dem Lande, so führt der Redner aus, kommt zum Ausdruck in dem Lesebedürfnis der Landbevölkerung. Dieses Lesebedürfnis wird gestillt durch Kalender, Sonntagsblätter, Tagespresse, aber auch durch die Schmutz- und Schundliteratur. Letztere ist zu bekämpfen durch Voltsbibliotheken und Kolportage guter, dem Ge- schmacke des Volkes entsprechender Schrijten. Diese Kolportage lann geschehen durch Anstellung von Bücherboten; dieser Weg ist aber wegen der damit verbundenen hohen Un- fkosten und gar mancher Unannehmlichkeiten nicht zu empfehlen. Empfehlenswerter ist der Massenbezug guter Schriften von der Buchhanblung durch den Pfarrer, der sie dann durch einen Vertrauensmann im Dorfe vertreibt. In der sich an den Vortrag anschließenden sehr regen Besprechung weist u. a. Oberstaatsanwalt Lang-Gießen auf die Einflüsse hin, die die Schmutz- und Schundliteratur auf die Kriminalität hat. Kirchenrat D. Schlosser wünscht, daß in jedem Dekanat ein Versuch mit einer Be- zirtskolportage gemacht würde, ein Wunsch, den Pfarrer Gl0ck-Nieder-Ramstadt dringend empfiehlt, da solche Versuche bereits in mehreren Letanateu guten Erfolg gehabt haben. 1 n
Um 6y2 Uhr fand in der Stadtkirche der übliche F e ft g 011 e s- dienst stall, der ziemlich gut besucht war. Der Festprediger, Pfarrer Schuster-Hering L O., verstand es ausgezeichnet, mtt feinen tiefgehenden Ausführungen über Joh. 9, 1—5 das Interesse feiner Zuhörer zu fesseln, indem er zeigte, wie das maimigsuchen Elend in der Welt nur durch die Liebe Christi siegreich überwunden werden könne. Die Feier wurde durch Mitwirkung des hiesigen Kirchengesangvereins und des Knabenchors verschönert. Auch in dem am Abend in Steins Garten abgehattenen ösfent- lich en Familienabend, der aus Teilen unserer Gemeinden gut besuäst war, legte der Kirchengesangverein bedeutende Proben seines Könnens durch mehrfache Gesangsvorträge ab. Ebenso
Paris machten sich die Folgen deS Treffens bei Coulmiers bemerkbar: während die Bevölkerung noch kurz vorher trotz Favres 1 imt) Gambellas Erklärung: Krieg bis zum Aeußersteu! sich i geneigt gezeigt Halle, einen Waffenstillstand, auch ohne Ver- | Proviantieruug der Stadt, einzugehen, um den Frieden einzuleiten, wollte sie nach dem 9. November nichts mehr von Unter- I Handlungen und Einstellung der Feindseligketten wissen; sie hoffte ' nun auf eate Fortdauer des Glücks der franzüsisck)eu Waffen, auf ( eine baldige Befreiung der „heiligen" Stadt aus der eisernen I Umttammerung der deutschen Barbaren und auf eine vollständige j ^ermchtung dieser germanischen Horden; der Gedanke, doch noch i siegreich ins Berlin em-uzicheu, lebte überall wieder auß i
Der London« Kvrrefpondenl vev „Tortur* bezeichnet baS V«ücht, wonach Frankreich die Stadt Jschandernagor m Französisch-Indien an Eng la n d abtreten wolle, als n - begründet. Es sei em Augenblick die Rede davon gewesen, nls im April b. I. -wische F— öespreckningen bftr. die Begrenzung namentlich Gambiens stattfanden.
AttS Stadt und Land.
Gießen, 9. Nov. 1910.
** Ordensangelegenheiten. Der König von Preußen hat dem Hauptmann a. D. Klinger zu Groß-Lichterfelde, bisherigem Kompagniechef im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, den Roten Adlerorden 4. Klasse verliehen. Der König von Preußen hat ferner den nachbenannten Personen die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen hessischen Orden erteilt, und zwar: des Komturkreuzes zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Fürstlich Stolberg-Wernigerödcschen Kammerpräsidenten, Geh. Oberregierungsrat Lohmann in Wernigerode; des Ritterkreuzes erster Klasse desselben Ordens dem Münzdirektor Brinkmann in Berlin und dem Fürstlich Solmsischen Oberförster K u n tz e in Hohensolms; des silberner Kreuzes desselben Ordens: dem Haushofmeister Kuhn und dem Wagenmeister S t i l k e, beide in Diensten des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode; des Hess. Allgemeinen Ehrenzeichens: dem Lakai Schilling, dem Portier Martini, dem Kutscher W i e n k e, dem Schloßwachmann Hoppe, dem Leibjäger Heise, sämtlich in denselben Diensten.
** Bei der Lanbesversicherungsanstalt Großh. Hessen sinb im Oktober 245 Rentengesuche (217 Jnvaliben- unb Krankenrentenanträge, sowie 28 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerlebigt würben in ben Monat übernommen 235 Rentengesuche, so baß 480 Gesuche in Bearbeitung stanben. Es fanben Erlebigung: 135 burch Rentenbewilligung (120 Jnvaliben-, 4 Kranken- unb 11 Altersrentengesuche); 47 burch Ablehnung, weil unbegrün- bet (45 Invalidenrenten- und 2 Altersrentengesuche), 22 durch andere Weise —Zurücknahme usw. — (19 Jnvaliben- und 3 Altersrentengesuche), zusammen 204, so daß 276 Gesuche als unerledigt auf November übernommen werden mußten. Ferner wurden 272 Anträge auf Beitragserstat- lung gestellt, und zwar 227 infolge Heirat weiblicher 23er- icherter (H.), 43 infolge Todes versicherter Personen (T.) und 2 wegen Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden übernommen 69 Erstattungsanträge, so daß zu bearbeiten waren 341 Gesuche. Bewilligt wurden 226 Anträge (191 H. und 35 T.), abgelehnt würben 21 Anträge (12 H., 8 T. unb 1 U.). Unerledigt blieben 94 Erstattungsanträge (74 H., 18 T. unb 2 U.), bie auf November übernommen würben. — In welchem Umfange bie Laubes- Versicherungsanstalt Heilver^ahrenskosten übernimmt, ergibt sich baraus, baß Enbe Oktober 1910 in Anstalten 335 versicherte Personen untergebracht waren.
"Der Nationalliberale Verein Gießen hält
mitteilt, ist ber Ausgangspunkt bieser großen Linie Boston, ihr Endpunkt Prince Rupert. Der größte, östliche Tett ist bereits fertiggestellt und schon einige Jahre im Betriebe. Der bisher schon beträchtliche Verkehr wird erheblich zunehmen, da besonders im letzten Teile fast noch jungfräuliche Gebiete ausgeschlossen werden. Der Reichtum an Bodenschätzen, Getreide, Wild und fischen ist hier besonders groß. Fast überall wird zu beiden Seiten der Linie fruchtbares Getreideland berührt, das in Verbindung mit dem großen Waldbestande gute Verkehrsgrundlagen für die Bahn ergeben wird, ganz abgesehen von der Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung in dem Teile von Kanada, der durch Erwärmung des Klimas mittels des gigantischen Planes der Eissprengung im nördlichen Teile des Atlantijchen Ozeans nach dem Plane von MacLonan erschlofsen werden soll. Objchon ein eigentlicher Wettbewerb mit den anderen Pacisicbahnen wegen der Entfernung der Linien und der besonderen zu befördernden Güter kaum in Frage kommt, so ist die Bahn den etwa mitbewerbenden Strecken gegenüber im Vorteile, da fie einmal kürzer ist als die anderen und sodann auch günstigere Steigungsverhältnisse auf- wetst. Infolgedessen sollen Züge mit der fast unglaublich klingenden Nutzlast von 2000 Tonnen befördert werden, obschon die Wasserscheide 1100 Meter über dem Meere liegt Eine ganz besondere Bedeutung erhält die Bahn noch durch die Hafenanlage an ihrem Endpunkte bei Prince Rupert, von wo aus die Entfernung nach Asien geringer als die der übrigen Häfen ist. Es wird daher auf einen lebhaften Verkehr dorthin, insbesondere auch mtt Japan, gerechnet, da außerdem die geschützte Lage des Häsens, feine utiefe und sonstige günstige Verhältnisse eine gute Benutzung ermöglichen.
: Anleitung dazu Das Heft wird ai5 Werbeschrift ait ! alle bie geschickt, bie ein Interesse an ber Sache haben unb sich an ben Sammlungen zu beteiligen wünschen. Eine ' möglichst große Beteiligung, insbesonbere ber Lehrer, Bürgermeister unb Pfarrer, ist bringenb erwünscht
•• Der Verein Großh. Hess. Geometer zweiter , Klasse hält seine Hauptversammlung am 2 7. November jn Frankfurt a. M. ab.
**DieGießener freiw. Feuerwehr begeht am Samstag ben 12. b. M. ihr 55jähriges Stiftungsfest in der Turnhalle bes Turnvereins. An biefem Abenb werben den Kameraben, bie seit Jahrzehnten ber Wehr angehören unb sich um sie verbient gemacht haben, von ber Stabt unb ber Wehr besonbere Ehrungen zuteil werben. Da auch von^ Mitgliebern bes Stabttheaters ein Theaterstück zur Aufführung gelangt unb von ben Herren Goll unb Gühne einige Darbietungen ernsten unb heiteren Inhalts zum Vortrag kommen, bürste ber Abenb eine reichliche Unterhaltung bieten. Eine große Anzahl eingelabener Fest- gäste, Behörben unb Vorstänbe ber benachbarten Wehren haben bereits ihr Erscheinen zugesagt.
** U t b e Franzosentib, bie köstliche Erzählung aus Fritz Reuters Ollen Kamellen, würbe gestern in einer ganz willkürlichen, possenhaften, nur aus die äußerlichen Effekte berechneten „Bühnenbearbeitung", die ctll s Nebensächliche herbeigezogen hat, zum Andenken an des Dichters 100. Geburtstag auf unsrem Stadtlheater aufgeführt. Armer Fritz Reuter, der so bearbeitet wird! Glücklicher Fritz Reuter, der diese Verballhornung nicht mit anzusehen brauchte! Und selbst dies beiseite. Die Aufführung! Fränzi Koch, Salondame im Bauernkostüm, reinstes Hochdeutsch! Ueberhaupt diese Mundarten. Berlinisch, Sächsisch, Münch- nerisch — alles, alles, — nur kein Plattdeutsch — wenn man von Hermann Bakoss prächtigem Möller Voß a&* sieht und von Lore S ch 0 l z e n s köstlicher Westphalen.' Auch Friedrich Timians Friedrich sei dankbar gedacht. Sehr gut war Rolf Gunolt als Chasseur und Rudolf Goll in einer charakteristischen Napoleonmaske als Oberst Toll. Famos in seiner Art war auch Hermann Norden als Herse in der Erzählung vom richtigen Mann. Dem Spiel voraus ging ein schönes Festgedicht, das Direktor Stein- go ette r warmherzig und wirkungsvoll vortrug. — Die Zuschauer, die Fritz Reuter nicht kennen, haben mächtig geklatscht. Einzelne Abonnenten, feinfühlige, empfindunas- fähige Menschen, waren weggeblieben. Armer, glücklicher Fritz Reuter! — „Wer oewer kann em Help en?" -h.
** Eine sangesfrohe Zeit wird der Vorsommer 1911 für die Vereine unserer Gegend werden, finden doch Gesangs- Wettstreite in Klein-Linden, Leihgestern, Lang-Göns, Londorf, Ilbenstadt und Wetter statt
** Zwei Geflügel-Aus ftellungen sind en am nächsten Sonntag in unserer Gegend statt und zwar in Hungen und in Kirch-Göns; am 27. November steht eine wellne Geflügelschau in Oberhörgern bevor.
*' Erweiterung der Festung Mainz. Der Großherzog hat dem Reichs-(Nlilitär-)FiSkuS, vertreten durch das Gouvernement der Festung Niainz, das bereits früher verliehene Enteignungsrecht auf die Gemarkungen Schwaben- Heim a. S., Ginsheim, Bauschheim unb Bischofsheim ausgedehnt. Die Frist zur Stellung des Antrags auf Enteignung wurde bis zum 1. Dezember 1912 erstreckt
** Baumfällen. In d« Zeit des 23mrmf2llens werdcn all den Straßen unb in den Ortschaften die Reichs-Telegraphen- und Fernsprechleitungen burcf) umftüczcudt Bäume ob« durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil bie Personen, denen das Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung ber Tclegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht ob« in ungenügendem Rtaße treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mittettung zu machen. Da auch fahrlässige BeMbigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichs-Strafgesetzbuches mtt Strafe bedroht sind, wird den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstall von ber bevor- stehenden Baumfällung so zellig zu benachrichtigen, daß die Entsendung eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch erspart sich der Baumbesitz« Uw annehmlichkeiten; alle Kosten für die Sicherung der Tele- graphenlettungen trägt außerdem in diesem Falle die Telegraphen- v «waltung.
Kreis Büdingen.
X Tübingen, 8. Nov. Heute wurde uns eine Anzahl reifer Himbeeren und gut entwickelte Feuerdorn« bluten aus einem Garten ber Bahnhofstraße (Nr. 30) als Seltenheit vorgezeigt.
= Lorbach, 7. Noo. Zu dem in Nr. 259 des Gieß. Anz. veröffentlichten Bericht über die Gemeindecatswahl sei mitgeteilt, daß der neugegrundete sozialdemokratische Wahlverein sich nicht an der Gemeinderatswahl beteiligt und sonach auch feine eigenen Kandidaten ausgestellt hat. Also kann keine Rede davon sein, daß Kuhl die ganze Sache geleitet hat.
Bleichenbach, 7. Nov. Heute wurden hier vier Gemeinderäte gewählt, nämlich Gg. Granting ll. mit 86, H. JohS. Kraul mit 85, Heinr. Kröll I. mit 87, H. Karl Naumann mit 83 Stimmen. Stimmberechtigt waren 183, abgestimmt hatten 166 Wähler, also 91 Proz., woraus ersichtlich ist, daß die Wahl das Zeichen größter Erregung trug. Zwei seitherige Gemeinderäte verloren ihre Sitze.
-t Rommelhausen, 6. Nov. Bei der gestrigen Wahl wurde Maurermeister Gustav Wilhelm Hensel mit 31 Stimmen zum Beigeordneten der Gemeinde Rommelhausen gewählt.


