VlUjMXUL, | -LULIIUUL« 0(1 X5CTTQ, Ul ^S- -- ZI. jJJT. Mlisois v.
tsiottschall, Dichter und Schriftsteller, t Leipzig, 85 fs. — April: 2, Dr. Karl von Nemhardsi -Ktuer, Schriftsteller und Neuphilolog, t München, 62 I. - 9. Marian Cralvford, lurbcmerif. Romanschriftsteller, t Sorrenlo, 55 I. — Mai: 18. George Meredith, engl. Romandichter, f Box Hell, 81 I. — Juni: 10. Edward Eoerctt Hckle, ameril. Schriftsteller, t New York, 87 I. — Juli: 13. Jakob Vettelheim, Schriftsteller, t Berlin, 67 I. — 21. 2t. Gustav Karpelcs, Literatnrhistvriter, t Berlin, 60 I. — 22. Teilen v. Liliencron, lyrischer Dichter, + Alt-Rahlstedt, 65 I. -—Au g u st: 3. D. Dr. Adolf Hausrvth (Pseudonym Georg Taylor), Romandichtcr und Kirchenhistoriker, f Heidelberg, 72 I. — 16. Laura Theresa Alma-Tadcma, Schriftstellerin, Ätalerin und Musikerin, Gattin des Malers Laurens' Alma-Tadema, tz London — Novernber: 9. Paul G.yulay, ungar. Dichter, t Budapest, 83 I. — 23. Dietrich Theden, Romanschriftsteller, t Berlin, 52 I. — Gräfin Agnes Klinckowstvoem, Romanschriftstellerin, t München, 59 I.
Bildende Künstc. — Kunstgeschichte. — Heraldik.
Februar: 26. Caran d'Ache (Potte), franz. Karikaturist, r Paris, 49 I. — März: 5. Alexander Charpentier, franz. Bildhauer, f Paris. — 7. Alvis Hauser, Konservator an der alten Pinakothek in München, t München, 68 I. — 10. Alwin Schultz, Kunst- und KulturbistioMw, t München, 70 I. — Aprile 7. Dr. Franz Wickhoff, Kunsthistoriker, t Venedig, 55 I. — 12. Dr. Anton Heß, Bildhauer, t München, 70 I. — 14. Karl Rodeck, Landschaftsmaler,, s Hamburg, 68 I. — Mai: 10. Ludwig Thiersch, Geschichtsmaler, t München, 83 I. — 11. Ferdinand Frhr. v. Reznicet, Zeichner und Illustrator, f München, 4Ö I. — 22, Heinrich Haehncl, Bildhauer, t Dresden, 85 I. — Juni: 28. Arthur Fitger, Maler und Dichter, t Bremen, 68 I. — 28. Dr. Richard Muth er, Kunsthistoriker, f Wölfselsgrund, 49. I. — Fritz Overbeck, Landschaftsmaler, t Brocken bei Vegesack, 40 I. — Oktober: 9. Michele Gordigiani, ital. Bildnismaler, f Florenz, 79 I. — Dezember: 8. Hernürnn Kaulbach, Ge- fchichtsmaler, t München, 63 I.
Theater und Musik.
Januar: 15. Ernest Reyer, franz. Tonkünstler und Musik- schrrftsteller, t Paris, 85 I. — 19. Robert Hausmann, Cellist, T. Wien, 56 I. — 27.. Benoit Constant Coquelin b.. Ae., franz. Schauspieler, s Paris, 68 I. — 28. Emma Harke, chein. Hof schauspielerrn, f Kassel, 74 I. — Februar: 2. Dr. Johann Georg .Herzog, Orgelvirtuos, t München, 86 I. — 7. Ernest AlexanderCoquelin d.J., sraarz.Schauspieler, Bruder von Constant C. j Paris, 60 I. — M ärz: 16. Lldalbert Matkowskl), Hoi- schauspieler, t Berlin, 51 I. — 22. Marie Dahn-Hausmann, ehem. Hoffchaufwielerin, t München, 80 I. — April: 4. Adolf Ritter v. Sonnenthal, Hosschauspieler, f Prag, 74 I. — 16 Wilhelm Frey, Musilschriftsteller, f Wien, 76 I. — 27. Heinrich Conried, Bühnenleiter und Schauspieler, Mitbegründer der Har- rard-Universität, ? Meran, 53 I. — Juni: 18. Kqussmann, llnwersitäts-Musikdirektor, t Tübingen, 72 I. — Juli: 2. Hermann Kawerau, Mufiidircktor, Berliner Domorganist, f Bad Thal, 55 I. — August: 3. Wilhelmine Mitterwurzer, Schauspielerin, Gattin Friedrich Mitterwurzers, f Wien, 62 I. — 19. Gottfried Angerer, Musikdirigent und Tonkünstler, t Zürich, 58 I. — 16. Sigmund svtciner, Operettentenor, t Berlin. — 17. Alexander Strakosch, Dortragsmeister, f Berlin, 64 I. — Oktober: 25. Ferdinand v. Strantz, ehem. Direktor dxs Königl. Opernhauses in Berlin, t Berlin 89 I. — November: 8. Lionel Brough, engl. Komiker-, t London, 72 I. — 12. Max Pohle, Musikdirigent, t Chemnitz, 59 I.
Vie lsideikommlhsteuer in Hessen, Hessen-Nassau usw.
Mit der Ermittelung und Feststellung der Fideikommißstcuer, eine der Steuern des Rcichsfinanzplanes, sind im Gebiete der preußischen Monarchie die Stempel- und Erbschaftssteuerämter und in Hessen die Finanzämter «beauftragt worden, die soeben die Aufforderungen zur Abgabe der Steuermcrkinale den Fidei- mhabern zugehen lassen. Nach § 89 Abs. 1 und 6 des Reichsstempelgesetzes vom 15. Juli 1909 ist von Gruirdstücken, die aus Grund der landesherrlichen Vorschriften über Familien-Fidei- tommisse usw, gebunden sind, im voraus in Zeitabschnitten von 30 Jahren eine Abgabe von V3 vom Hundert des Wertes zu entrichten und bis zum Inkrafttreten des Gesetzes über die Erhebung einer Wertzuwachssteuer wird eine Zuschlagsgebühr-Abgabe von einem weiteren Drittel erhoben. Der erste 30 jährige Abschnitt beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem das Grundstück der Bindung unterworfen wird, d. h. fideikommissarischen Charakter erhält, und sofern dieser vor Inkrafttreten des Neichsstempelgesetzes liegt, mit dem 1. Oktober 1909. Unsere Gegend ist besonders reich an fideikommissarischem Besitz, namentlich Obcrhessen, das zur Zeit des alten Reiches eines der am meisten zerstückelten Gebiete gewesen ist. „Die Herrscher waren in der Wetterau so zahlreich," sagt ein Chronist, „als die Könige am Jordan, die Josua mit der Schärfe des Schwertes schlug." Die Wegstrecke zwischen Friedberg und Butzbach z. B. ging durch fünf Herren Länder. Doch hat die Fideikommißwirtschaft in Obcrhessen der Wohlhabenheit der Wetterau nicht geschadet. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Kreise Gelnhausen, im Rheingaukreis und der hessischen Provinz Starkenburg. Den bedeutendsten fideikommissarischen Besitz in der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts haben folgende Geschlechter: den ältesten Besitz hat das Haus Solms, die alten Dynasten und Urgrafen des Lahngaues, der Fürst zu Solms-Braunfels, dessen Besitz liegt in den Kreisen Wetzlar, Gießen und Friedberg, der Fürst zu Solms-Hohensolms- Llch rst angesessen in den Kreisen Gießen, Friedberg und Wetzlar, die Grafen zu Solms-Laubach in den Kreisen Schotten, Gießen und Friedberg, und die zu Solms-Rödelheim und Assenheim rn den Kreisen Friedberg, Schotten und Frankfurt-Land, die dürften zu Psenburg und Büdingen in Büdingen, zu Psenburg und Büdingen in Wächtersbach und der Graf zu Psenburg und Büdingen in Meerholz haben bedeutende Fideikommisse in den Krkftbn Büdingen, Gelnhausen und Friedberg, der Fürst zu Jsen- burg-Birstein in den Kreisen Gelnhausen, Hanau, Wiesbaden- Land <44 Morgen Weinberge in Hochheim a. M.) und Offenbach. Der Graf zu Leiningen ist begütert in den Kreisen Friedberg, der Freiherr voir Frankenstein im Kreise Friedberg, Westerburg und Hanau, der Graf Schlitz gen. v. Görtz im Kreise Lauterbach, der Graf zu Schönboru in den Kreisen Offenbach, Friedberg und dem Rheingaukreis, der Fürst zu Stolberg-Wernige- robe tm Kreise Schotten, der Fürst zu Stolberg-Roßla im Kreise Büdingen, der Graf Waldbott von Bass'.nheim im Obertaunuskceise und Ufingen, der Grat Matuschka im Rheingaukreise, dec Graf Walderdorff tn den Kreisen Westerburg, Rheingau und Friedberg, Graf von Hutten-Czapski im Kreise Schlüchtern, die Grafen zu Erbach-Fürstenau, zu Erbach-Erbach und der Fürst zu Erbach- - $S,n6er9 ™ Kreisen Erbach und Bensheim, sowie in Unter» tonnen und Schwaben, die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim- Freudenberg und Löwenstein-Wertheim-Rosenberg im Kreise Er- bach rm Odenwald, der Fürst zu Leiningen im Kreise Erbach im Odenwald, ^ürst Metternich-Winneburg im Rheingaukreis (Johannisberg), der Fürst zu Wied in den Kreisen Limburg und ^cif von Ingelheim gen. Echter von und zu Meschelbrunn im Rheingaukreis und Unterfrontcn. Wetter finh ^svädnen das Fideikornmiß des Landgrafen von Hessen, tn den Kreisen Hanau, Marburg, Friedberg und Offenbach gelegen,
. Grotzh. Luxemburgische Fideikommiß in Wiesbaden-Land, '^?^"0aukreis und Obertaunus, das der «Grafen von Eltz im '^^^Wukrets und Wiesbaden-Land, das der Nachkommen des Prinzen Albrecht von Preußen im Rheingaukreis und das des ehemaligen Staatsmintsters Freihcrrn v. Stein im Unterlahnkreis, h,r - A ‘ Holzappel an der Lahn, dem Fürsten von
Bcbculcnbc Fideikommisse sind das des Frei- - mmern im Rheingaukreis, das Freiherrlich T’e das Frciherrlich von Ritter'sche im Friedbergs Außerdem gibt es Zahl Fideikommisse jüngeren ' in den Kreisen Schlüchtern Heyl'sche int Kreise Worms
* Was zu einem Schiff gehört. Man schreibt uns aus Bremerhaven: Ein modernes Schiff stellt einen verwickelten Mechanismus von Hz her technischer Vollkommenheit dar, und obgleich unsere Schiffbau-Industrie die verschiedensten Handwerke und Techniker auf ihren Werften vereinigt, gibt es deshalb nicht eine Werft, die alles, was zu einem! Schiff gehört, selbst herstellt. Segel und Tauwerk, Winden und Ankergeschirr, Rettungsböte Lichtanlagen usw. beziehen die Wersten fertig und bauen es nur ein. Zu diesem Schiffsbedarf gehören auch die zur Schiffahrt int engeren Sinne notwendigen Einrichtungen, wie Kompasse, Maschinentelegraphen il a. m. Für Kompasse gibt es auch in Deutschland eine Reihe von geachteten Werkstätten in Hamburg und Bremerhaven, dagegen kommt in Bezug auf Telegraphen- Anlagcn in Deutschland nut' eine Fabrik, die ihren Sitz in Geestemünde hat, in Fraget und wer nickst von England beziehen will, wendet sich daher an diese Fabrik, die durch Lieferungen an große deutsche Schiffsaesellschaften und die Kaiserliche Marine bewiesen hat, daß deutscher Gewerbefleiß auch auf solchen Gebieten mit England den Wettbewerb ausnehmen kann. Iw früheren Zeilen übermittelte der Kapitän seine Befehle an den Maschinisten durch ein einfaches Sprachrohr, und auf Flußfahrzeugen ist das auch heute^ noch allgemeiner Brauch. Mit der zunehmenden Größe der Seeschiffe und ihrer Maschinen wurde das unzuverlässig: und da Versuche mit Übermittelung der Befehle auf elektrischem Wege manche Fehl schlage ergeben haben, wird j etzt allgemein der mechanische Telegraph verwandt. Dieser besteht aus einem Gebe- und einem Empfangsapparat. Aeuß-erlich zeigt sich der Gebe-Appacat als eine metallne Säule, die ein Gehäuse von der Form einer großen Taschenuhr trägt; auch ein Ziffernblatt ist vorhanden, dock trägt es statt der Stunden Ziffern die Bezeichnungen: äußerste Kraft, alle Fahrt, große Fahrt, halbe Fahrt, langsam und zwar doppelt, einmal für den Vorwärtsgang und einmal für den Rück- wärtsgang der Maschine. Ein Hebel ist uni das Gehäuse drehbar, und wenn er z. B. auf das Wort Vorwärts gestellt wird, überträgt sich diese Stellung durch eine gallsche Kette auf den Empsangs- apparat in dem Maschinenraum, und unter gleichzeitigem Glvcken- signal springt auch dort der Hebel auf Vorwärts. Unsere großen Personendampser haben Telegraphenleitungen pon 100 Meter Länge, und dennoch haben die mechanischen Telegraphen sich besser bewährt als die elektrischen, die für Handelsschiffe zu teuer und schwer und für Kriegsschiffe Deshalb unpraktisch sind, weil sie in dem engen Kommando-Turm zu viel Platz wegnchmcn und die Erschütterung durch das Schießen schlecht vertragen. Es kommt auch in Betracht, daß ein Versagen — der Seemann sagt: llnklarwerden nicht bemerkt werden kann. Besondere Anforderungen werden an einen Apparat für Torpedoboote gestellt, für die alle Ausrüstungsgegenstände so leicht wie möglich sein müssen. Tas neueste aus dem Gebiete der Maschinentelegraphcn sind Einrichtungen, die in einem Gehäuse den ganzen Kommando-Apparat für drei Schisfsmaschinen, wie man sie auf Kreuzern und Linienschiffen hat, vereinigen; da sind im ganzen drei Hebel, einer für die Steuerbord-, Backbord- und Mittelmaschine. Mit drei Handgriffen kann der Kommandant die drei mächtigen Maschinen beseitigen, und mit einem Blick kann er sich in federn Augenblick davon überzeugen, welches Kommando jede der Maschinen erhalten hat. Was die Kompaß-Industrie betrifft, so ist Deutschland auf diesem Gebiete schon zahlreicher vertreten afö in dem eben geschilderten Handelszweig. Ter Kompaß von heute ist nicht mehr die einfache Rose, nach der vor 60—70 Jahren die Segelschiffe ihren Kurs steuerten. Keines der Instrumente, bereu sich die Schiffahrt bedient, hat in den letzten Jahrzehnten'wohl solche Verbesserungen erfahren wie dieser unentbehrliche Wegweiser des Seemanns. Tie größte Umwälzung befindet sich aber erst im Werke: die Ersetzung des magnetischen Kompasses durch den Kreiselkompaß, der auf dem Grundsatz beruht, daß ein Kreisel immer die gleiche Richtung anzeigt.
* Abgewinkt. „Fräulein Irene, ich glaube, daß ich Ihrem Herrn Vater als Schwiegersohn nicht unwillkommen wäre?" — „Aber, Herr Tummler, meine Schwester ist doch erst vierzehn Jahre alt!"
* Im Wirtshaus. Mehrere Gäste: „Na, Kellner, wird's bald, uns zu bedienen?" — Wirt (eben eintretend, erzürnt zum Kellner): „Sie Esel! Nicht einmal die paar läufigen Gäste können Sie bedienen?"
* Ihr Kummer. Siebzigjährige Witwe (am Todestage ihres Gatten seufzend): „Solch einen Mann bekomme ich nie wieder!"
Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprach- v *.reind.
* Allzuviel Lieb e. Die liebe „Hil^fs aktiv n" ist trotz unserer Verhöhnung, die sehr viel Beifall gefunden immer noch ein Liebling der deutschen Wohltätigkeit- treibenden, der Behörden und der einzelnen. Jo, die Liebe zu diesem schönen Zwitter wächst noch immer mehr; konnte man doch kürzlich lesen: „In der heutigen Sitzung wurde beschlossen, daß die Stadt die Hilfsaktion für die Verunglückten der gestrigen Brandkatastrophe (!) in die Hand zu nehmen fydbe." Hat der Beschluß wirklich so gelautet? Unmöglich ist es nicht. Also zärtlichst nimmt man die Hilfsaktion in die Hand! Ein köstliches Bild, unter das man wohl die Worte setzen könnte: „Geschmack, Geschmack, verlaß mich nicht!" — Und wann wird die „Hilfsaktion" uns verlassen? Wann wird die große Liebe zu ihr erkalten? Sicherlich erst dann, wenn die allmächtige „Mode" ein neues und womöglich noch schöneres Sprachungeheuer zur allgemeinen Benutzung „aufgetan" hat. Ach, wann lernen wir lieben Deutschen einmal, diesen Überschwang von Liebe nicht den Fremdlingen zuteil werden zu lassen, sondern urrserer eigenen so reichen und bildsamen Sprache?
* I n der Person. „Tatsächlich tint denn auch der ingeud- liche Mörder mit dem feinem Opfer geraubten Gelbe die Nacht tn der Stabt in zweideutiger Gesellschaft verbracht und ist am nächsten Abend nach dem Dorfe zurückgefabren, wo er auf einem Vergnügen die Nacht durchtanzte, und wo ihn die Polizei wenige Tage später in der Person des erst 22jährigen Schuhmc chers B. als den mutmaßlichen Täter festnahm". Ja, diese schöne Wendung „in der Person", die hat schon manchem einen Streich gespielt, aber selten solch schlimmen wie den hier: „Ter Mörder ift nach dem Torf zurückgefahren, wo ihn die Polizei ii der Person deS B als Täter festnahm." Welch eine Mißgeburt von Satz! Und weshalb? Nur, weil wieder einmal zuviel hi >ein- geflopft wurde. Wenn es hieße: . wo er . . . tanzte und wo
dm die Polizei als den mutmaßlichen Täter sestnahm", dann war alles in Ordnung; in einem neuen Satze mußte dann folgen: „Es ist der erst 22jährige Schuhmacher B." oder etwa: „Sie erkannte jn ihm den . . . B."
Börsen Wochenbericht.
— Frankfurt a. M., 31. Dezember.
Tie letzte Woche des Jahres brachte der Börse einen lebhaften Geschäftsverkehr. Mehr noch als vor dem Weihnachtsfeste war die Aufmerksamkeit durch die mit der U 11 i in o r e g u 11 e r u n-g zusammenhängenden Transaktionen in Anspruch genommen. Wenn die Schwierigkeiten, die sich bei der Effettenversörgung zeigten, der Börse zunächst noch Zurückhaltung aiderlegt hallen, so kam nach Beendigung der Ultimolignidation doch die bisher latente Hausse- ft r ö m u n g wieder zu voller Entfaltung. Obwohl außergewöhnlich umfangreiche Engagements in das neue Jahr hinübergenommen werden und die Prolongation nur unter erschwerenden Bedingungen möglich gewesen ist, engagiert die Börse sich weiter stark nach oben, da man eine baldige Erleichterung der Geldverhältmsse und eine weitere günstige Entwickelung der industriellen Konjunktur erwartet. Man glaubt, im Frühjahr die Ware wieder zu höberen Preisen los zu werden als Heu leichte Geldsätze die Unter-
tze en
Ile uulilen sich Uleiuiei)t liuet uein juueuil uc» icyicu Fttihmyres halten. Ueberdies sollte man nicht übersehen, daß gegenwärtig den günstigen Aussichten zum erheblichen Teil Rechnung getragen ist. Die Bewegung, die durch die Börse geht, ist gegenwärtig so stark, daß alle Bedenken unbeachtet bleiben. Eine Stütze hat die zuversichtliche Stimmung in der Haltung der Auslandsmärkte die recht günstige Disposition erkennen lassen. Die New porter Börse wurde zwar vorübergehend durch unlautere Manöver m den Shares der Rocke Island-Bahn, wodurch diese spruug- weise um 30 Prozent in die Höhe getrieben und ebenso rasch wieder geworfen wurden, ungünstig beeinflußt; eine nachhaltige Wirkung vermochten jedoch die Vorgänge nicht auszuüben. Ausgehend von Montanp apieren, in denen sich größerer Teckungsbedarf geltend machte, erstreckte sich die Kauflust später auf fast alle Gebiete. Besonders wollte man auch Memungskäuse aus Rheinland-Westfalen beobachten, woraus der Schluß gezogen wurde, daß die Anzeicheu zunehmender K o n j u n k t ii r b e j s e r - u n g sich vermehrt haben. Nene Meldmigen in diesem Sinne lagen insofern vor, als in der Generalversammlung der Gelsenkirchener Gußstahlwerke eine erhebliche Zunahme der Auftragsbestände konstatiert und vom Londoner Metallmarkt weitere lebhafte Nachfrage nach Kupier und Zinn gemeldet wurde.
Dagegen ist hervorzuheben, daß die Bemühungen um einen Ztisaminenschlliß der Roheijenwerke bisher an den Ansprüchen des Kraftwerkes gescheitert sind und mithin eine Besserung der Situation mit dem Roheisenmarlt vorläufig noch nicht in Aussicht zu nehmen ist. Bon sonstigen I n d u st r i e p a p i e r e n lagen noch (Slehrt- zitätsaktien sehr fest. Kaliwerke verkehrten in abwartender Haltung m Ungewißheit über den Ansgang der Verhandlungen mit den amerikanischen Kontrahenten. Von T r a n s p o r t a n st a l t e n waren Lombarden begünstigt aut die bevorstehenden Saniernngs- verhandliingen. B anken traten erst m den letzten Tagen etwas mehr hervor. Heimische und fremde Fonds lagen fest.
Pnoatdiskonto 4l/,6 Proz.
Märkte.
fc. Wiesbaden, 31. Dez. Heu- und Stroh markt. Angefahren waren 8 Wagen mit Hei, und Stroh. Man notierte: Heu ILOG bis 11.60 Alk., Stroh (Nichtstroh) 6.60-7.40 Alk. Fruchtmarkt. Haier 16.00—16.40 ML Alles für 100 Kilo.
Spielplan der vereinigten Xrantfurter Stadttheater.
(Opernhaus.
Montag den 3. Jan.'): „Mignon." Dienstag den 4. Jan.: „Don Juan." Mittwoch den 5. Jan., nachm. */,4 Uhr: „Jung Habenichts." Abends ' ,8 Uhr: „Tie geschiedene Fran." Donnerstag den 6. Jan: „Jzepl." Freitag den 7. Ian. geschlossen. Samstag den 8. Jan., abends 6 Uhr: „Tie Meistersinger von Nürnberg." Sonntag den 9. Jan., nachm. */24 Uhr: „Jung Habenichts". Abends 7 Uhr: „Madame Butterfly." Montag den 10. Jan., abends 1/,8 Uhr: „Tie geschiedene Frau." Tienslag den 11. Jan., abends V28 Uhr: „Elektra." Mittwoch den 12, Jan.: „Die Atrikanerin."
Schauspielhaus.
Montag den 3. Jcm.'): „Tas Konzert." Dienstag den 4. Jan.: „Die Nabensteinerin." Mittwoch den 5. Jan.: „Don Carlos." Donnerstag den 6. Jan., abends *j,8 Uhr: „Wenn der junge Wein blüht." Freitag den 7. Jan., abends ’,?8 Uhr: „Das Konzert." Samstag den 8. Januar: „Ter moralische Teeabend." Sonntag den 9. Jan., nachm. 31/, Uhr: „Die fremde Frau." AbeudS 7 Uhr: „Moral." Montag den 10. Jan.: „Was ihr wollt." Dienstag den 11. Jan.: „Der moralische Teeabend." Mittwoch den 12. Ian., nachm. 2‘/2 Uhr: „Wilhelm Teil." Abends 7 Uhr: „Die zärtlichen Verwandten."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Meteorologische Beobachtungen der Station Eiehen.
Höchste Temperatur am 1. bis 2. Januar = + 1,9 ° C.
Niedrigste „ „ 1. „ 2. , = — 0,1 °C.
Jan.
1909
Barometer auf 0° rednziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Arid der Bewvlkung In gehnicl der sichtb. Hlmmelsfl.
Wetter
2. 2"
758,4
2,0
5,0
94
SSE
2
10
Nebel
2 915
758,2
0.8
4,7
96
S
2
10
Bed. Himmel
3.i 7« 1
758,4
0,7
4,7
96
8
2
10
» •
Nieoerschlag: — 0,1 mm.
TeBefösiische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel
imuI IndngtrT":*'Gio<<<iep.
Frankfurter Börse. 31. Dezember, Lio Uhr.
3'/,% Reichsanleihe .-. .. 94 25 3°/„ do. ________ vb.35
3'/.% Konsols ... 24.30 3n/0 - do. 85.30
3'/,"/» Hessen 93-00
37,l,|n Oberhesseu . 93-00
4"/0 (Jestern Goldrente . - . 99 90 47s°/o Oesterr. Silbenente. 98.80 4",0 Ungar. Goldreute 95.40 -l00 Italien. Rente . . .. 104.50 3° 0 Portugiesen Serie I . 63.50 3°/0 Portugiesen „ ITI . 65.00 4’/,% russ. Staatsanl. 1905 99 35 47,°/0 japan. Staatsanleihe 96.35
4°/0 Conv.Türken vou 1903 94.50 Tiirkeulose 182.20 47g Griecb. Monopol-Anl. . 47.30 4° o äussere Argentinier/. 91.30 3°/0 3Iexikaner 67.30 47,% Chinesen . ... 99.80
Aktien:
Bochum Guss 253.70 Buderus E. W. . r - -• 117.00
Tendenz fest
Berliner Börse, 31.
Canada E. B 183.20 Darmstädter Bank ... . 138.30 Deutsche Bank .... 250.50 Dortmunder-Union C.-*. . 96.00 Dresdner Bank . . . 164.00
Tendenz unregelmässig.
Elektriz. Lahmeyer . . . 107.25 Elektriz. Sfhuckert . . . 141.00 Eschweiier Bergwerk . . 212.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 224 10 Hamburg - Amerik. Paketf. 136.40 Harpener Bergwerk . . . 213.80 Laurahütte ..... 201.80 Nordd. Lloyd .- . . . . 103.80 Oberschles. Eisen-Industrie 112.90 Berliner Handelsges. . . 183.50 Darmstädter Bank . . . 137.90 Deutsche dank .... 250.00 Deutsch-Asiat. Bank . . 151.00 Diskonto-Kommandit . . L'7.60 Dresdner Bank .... 163 70 Kreditaktien 211.50 Baltimore- und Ohio- '•
Eisenbahn . .. . 118.70
Gottbardbahn . . .—
Lombard. Eisenbahn . s . 23.90 Gesten. Staatsbanu . . 161.00
Prince - Henri - Eisenbahn). 136.80
Dezember. Aufaugskucsa.
Harpener Bergwerk ... . 213.90
Laurahütte i,. 201.80
Lombarden E. B. . . 7. 24.00
Nordd. Llovd . . -. 103.90
Türkeuluae . . 184.90
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