fr3ger war, der nicht int Hillen: Kämmerlein, sondern vor einer größeren Korona dieFafsungderEnzyklika, den mangelnden Einfluß der deutschen Katholiken bei der Kurie und die von Feurstein berührten spanischen Mißstände genau so bedauert habe, wie Feurstein selbst, zum Teil sogar mit Worten ehrlicher Entrüstung. Tr. Feurstein nennt den Namen des hohen Würdenträgers nicht. Nach i'aflc der Verhältnisse kann aber kein anderer gemeint sein, als der hiesige W e i h b i s ch o f Friedrich Justus Knecht, päpstlicher Thronassistent und comes Romanns, seit 48 Jahren Priester, seit 28 Jahren Domkapitular, int Jahr 1894 vom Papst Leo XIII. zum Titularbischof von Nebo ernannt. Von ihm kann man also 'am wenigsten behaupten, daß er die leitenden Kreise der Kirche überhaupt nicht kenne. Dr. Feurstein geht sogar noch weiter; er teilt mit, daß derselbe Würdenträger ihm vor vielen Zeugen und mit dem Nachdruck eines politischen Bekenntnisses erklärt habe, seine (Flursteins- Stellungnahme zur Neichsfinanzresorm, d. h. seine abfällige Kritik an der Haltung des Zentrums in der Reichsfinanzresorm sei die einzig richtige gewesen!
Wir sind gespannt darauf, welche Erwiderung darauf aus der Zentrumspresse erfolgen wird! Die „Germania" hat bisher nur folgende kurze Bemerkung gemacht:
Wir haben dem nichts mehr hinzuzufügen, was wir zu der Angelegenheit schon gesagt haben: Etwas mehr Korpsgeist tut Herrn Dr. Feurstein dringend not. Hoffentlich wird^er eingesehen haben, daß es für einen katholischen Geistlichen sehr leicht ist, in der „antiklerikalen" Presse Furore zu machen, aber daß es auch höchst unangenehm ist.
Die vom „Badischen Beobachter" veröffentlichte, einem Rückzug ähnliche Erklärung des Pfarrers Feurstein, lautet:
Gestatten Sie mir ein allerletztes Wort, zu dem ich von Freunden und Gegnern gedrängt werde. Wohlmeinende Freunde sagen mir, daß der Ausdruck „tadelnswert", von der Enzyklika gebraucht, nicht mit den Gefühlen der Ehrfurcht vereinbar sei, die ein Priester seiner obersten Behörde zu zollen habe. Ich sehe das ein, nehme den Ausdruck mit Bedauern zurück. Ich schäme mich ferner ausdrücklich, in der ersten instinktiven Abwehr persönlicher Verdächtigungen meine 11 Priesterjahre, Jahre eines werdenden Menschen, die im Gesamtbilde der Menschheitsentwicklung ein Nichts bedeuten, in die Wagschale geworfen zu haben. Ich stehe auch keinen Augenblick an, falls mein Gewährsmann, führender katholischer Akademiker Badens mit römischen Beziehungen, sich nicht entschließen sollte, mit seiner Zeugenfchast hervorzutreten, den ersten Punkt meiner Behauptungen in Sachen der spanischen Monsignori für die Oesscntlichkcit preiszugeben. Im übrigen halte ich meine Ausführungen vollinhaltlich ausrecht, da ich meine Ueberzeugung nicht verleugnen kann und mich außerdem durch einen hohen kirchlichen Würdenträger gedeckt fühle, der vor einer größeren Korona die von mir berührten spanischen Mißstände, die Fassung der Enzyklika und den mangelnden Einfluß der deutschen Katholiken bei der Kurie genau so bedauert hat, wie ich selbst, zum Teil sogar mit Worten ehrlicher Entrüstung. Es war dieselbe hohe Stelle, die mir vor vielen Zeugen spontan und mit dem Nachdruck eines politischen Bekenntnisses erklärt hat, meine Stellung zur Reichsfinanzresorm sei die einzig richtige gewesen.
Arns Hessen.
Die „Franks. Ztg." brachte in ihrer Samskagsnummer (3. Morgenblatt) folgenden Artikel:
Gießen, 28. Juli.. Die nationalliberale Partei beabsichtigt, für die nächste Reichstagswahl beit Landwirtschaftsprofessor Dr. Gisevius von der hiesigen Universität als Kandidaten aufzustellen und verhandelt mit dem Bund der Landwirte und der Fortschrittlichen Volkspartei wegen Unterstützung dieser Kandidatur. Tie Fortschrittliche Volkspartei des Wahlkreises hält am nächsten Sonntag eine außerordentliche Hauptversammlung ab, in der über die Stellungnahme der Partei bei der nächsten Reichstagswahl beschlossen werden soll. Voraussichtlich kommt es zu einer eigenen Kandidatur, da man bei 'einer Unterstützung einer ausgesprochen agrarischen Kandidatur mit einem Links- abmarsch der freisinnigen Wählerschaft in Stadt und Land zu rechnen hat.
Zu diesem, der „Franks. Zig." aus Gießen eingesundten Artikel wird uns von nationalliberaler Seite geschrieben: k
Es ist richtig, daß man in nationalliberalen Kreisen des 'hiesigen Reichstagswahlkreises in Herrn Pros. Gisevius den Mann gefunden zu 'haben glaubt, der auf Grund seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit und seines politischen Bekenntnisses in hervorragendem Maße geeignet erscheint, die leider bestehenden Gegensätze zwischen Stadt und Land auszugleichen und die Interessen beider im Reichstag ganz besonders zu vertreten.
Es ist dagegen unrichtig, daß die n a t i o n a l l i b e - r a l e Partei mit dem Bund der Landwirte und der Fortschrittlichen Vollspartei „wegen Unterstützung dieser Kandidatur verhandle". Es ist seitens der nationalliberalen Partei nach keiner Seite hin eine Initiative zu Verhandlungen ergriffen worden. Richtig ist, daß Mitglieder des Wahllreisvorstandes auf eine Einladung der Freisinnigen hin eine unverbindliche Besprechung mit diesen gehabt haben, in der die durch die Freisinnigen vorgeschlagene Kandidatur Rade abgelehnt wurde. Auf Anfrage wurde ihnen dann durch die nationalliberalen Vertreter mitgetcält, daß man beabsichtige, Herrn Pros. Gisevius als nationalliberalen Kandidaten aufzustellen.
Deutsches Hctcb.
Der Kaiser wohnte, wie aus Swinemünde gemeldet wird, am Montag vormittag von 10 Uhr ab dem Besichtigungsschießen des 1. Bataillons des Fußartillerie-Regiments von Hin- bersin, Pommersches 2. in Osternothafen bei. Nach seiner Rückkehr an Bord der „Hohenzollern" empfing er den Reichskanzler, der um 11 Uhr 12 Min. enigetroffen war. Am Bahnhof war der Gesandte von Treutler zur Begrüßung erschienen, er geleitete den Reichskanzler zur „Hohenzollern", wo dieser Wohnung nahm. Später traf Staatssekretär v. K i d e r l e n - W ä ch t e r ein, der ebenfalls aus der „Hohenzollern" Wohnung nahm. Ter Kaiser unternahm nachmittags mit sämtlichen an Bord befindlichen Herren eine Ausfahrt in Automobilen bis über Bansin hinaus mit anschließendem Spaziergang. Im ersten Automobil hatten mit dem Kaiser Platz genommen der Reichskanzler und Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter.
Der Vorsitzende des deutschen Krieger du n des, General der Infanterie z. D. Alexander v. Spitz, ist in Berlin gestorben.
Die bayerische Kammer der R e i ch s r ä t e ist bei der Beratung der S t eu e r g e s e tzr e f o r m in dem letzten, noch strittigen Punkte dem Beschlüsse der bayerischen Kammer der Abgeordneten, durch den der Höchstsatz des Einkommensteuertarifes auf fünf Prozent festgesetzt wird, beigetreten. Damit ist die Einführung der allgemeinen' Einkommensteuer in Bayern gesichert.
Ausland,
... Zu Paris sind infolge eines am Sonntag gefaßten Be- Ichlustes die Dachdecker, sowie die Blei und Zinkarbeiter in den allgemeinen Ausstand getreten. In Frage kommen mehr als 12 000 Arbeiter bei 1200 Unternehmern. Die Streikenden verlangen eine Lohnerhöhung von zwei Francs pro Tag und 50 pro- zentigen Zuschlag für 111 verstunden. Sie üben eine strenge Kontrolle der Arbeitsstätten aus.
Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Minister des Innern^ ist am Montag abend nach Mazedonien und Albanien abacreiH. Ter Reise, welche von einem außerordentlichen Mi- mfterrat beschlossen wurde, wird die größte Bedeutung beige- .nessen. sicherem Vernehmen nach soll der Minister in erster
Linie den Uebergriffen der Behörden bei der Entwaffnung (Einhalt gebieten. Ferner soll er der Anwendung des Kirchengefetzes und der Frage der mohamedanischen Einwanderung, sowie den Straßenbauten feine Aufmerksamkeit widmen.
Ter Internationale Friedenskongreß wurde am Montag in Stockholm feierlich eröffnet. 600 Delegierte von 24 Ländern und das diplomatische Korps waren anwesend. Der Saal zeigte die Flaggen der verschiedenen Nationen und war mit dem Bildnis Nobels geschmückt.
Deutsche Kolonien*
Als künftigen Unter st aatssekretär im Kolo n i a 1 a m t e nennt die „Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung" ben Generalkonsul in Mexito, Bünz, die „Teutfche Tages- zeitung" den Geheimen. Legationsrat Schmidt- Targitz.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 2. August 1910.
Das Zarcnpaar in Oberhcsscn.
Das Zarenpaar wird am 24. August in der hessischen Heimat der Zarin eintreffen. Die Zarin, deren Gesundheits- zustand sehr notgelitten hat, soll aus Wunsch ihrer ärztlichen Berater eine sechswöchentliche Kur in Bad-Nau- h e i nt genießen. Das Zarenpaar sowie das Großherzogspaar werden vom 25. August ab in dem Großh. Schlosse in Friedberg Wohnung nehmen. Da diese Räume seit dem Tode des Großherzogs Ludwig IV. nicht mehr bewohnt wurden, werden sie zurzeit einer gründlichen Neuherstellung unterzogen. Seither waren schon über 100 Zimmer in dem herrlich gelegenen Schloß bewohnbar; ihre Zahl wurde jetzt mit Rücksicht auf das große Gefolge auf 115 erhöht. Der Minister des Innern, der Hofmarschall sowie Polizeirat Dr. Kranzbühler-Darmstadt, dem der Sicherheitsdienst übertragen wurde, haben das Schloß in den letzten Tagen wiederholt besichtigt und heute wird der Großherzog dort eintreffen, um die vorgeschlagenen Anordnungen zu prüfen. Auch in Bad-Nauheim sind für die Badekur der Zarin schon Vorbereitungen getroffen. Vorerst ist der Aufenthalt in Friedberg auf 6 Wochen berechnet, doch wird es darauf ankommen, wie die Zarin die Bäocr verträgt; hiernach wird sich der Aufenthalt in Darmstadt und Wolfsgarten bemessen.
*
'* Tageskalender für Dienstag, 2. Ang. Stadt- t h e a t e r: „D i e F ö r st e r ch r i st e l". Anfang 8 Uyr.
L. U. Landes Universität. Dem Hilfsbibliothekar an der Groß herzoglichen Universitäts-Bibliothek Dr. Phil. Hugo i.H c p d i n g wurde die venia legendi bei der philosophischen Farultät sür das Fach der klassischen Philologie erteilt.
** Titelverleihung. Der Großherz og hat dem Sekretär bei der Brandversicherungskammer Ludw. Scriba den Charakter als Regiernngsrat erteilt.
"Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlnng am Donnerstag 4. August, nachiu. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch Flick für die Bismarckstraße. 3. Bau- gcsuch Hofmann bei der Veterinärklinik. 4. Hostor Kaplaiiei- gaffe 7. 5. Ortsbausatzung für die Lonystraße. 6. Eigentum am Stadtkirchturm und der Friedhofskapelle aus dem Rahrungs- berg. 7. Haltestelle der Straßenbahn an der Braugasse. 8. Uebersicht über die wirklichen Einnahmen undAusgabcn des Realgymnasiums und der Oberrealschule für 1909. 9. An
lage eines israelitischen Friedhofes. 10. Volksbad für Frauen. 1!. Gesuch des Ernst Heinrich Beutner um Erlaubnis zum Schankwirtschastsbetnebe Plockstraße 13.
** Die 55. Vor standssitzung der Laudwirt- schaftskammer am Montag befaßte sich mit Fiagen der Verwaltung, Gesetzgebung, Bodenkultur usw. Ein Antrag Dehlinger, betr. die Unterstützung der Wetter-Beschädigten in Oberroden, wurde angenommen und der Voranschlag zur Beschickung der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Kassel 1911 genehmigt. Die Verlängerung des Amwncenpachtoertragcs mit der Firma Rudolf Masse bis 31. Dezember 1913 wurde gutgeheißen. Eine Preisstiftung für die Braugerstenausstellung für 1910 wurde genehmigt. Die Schaffung einer Zentralstelle für Tarifwesen soll unter- stützt werden. Genehmigt wurde ferner die Drucklegung der Bestimmungen für die Prämiierung landwirtschaftlicher Buchführung. Besprochen wurde weiter die Einrichtung eines Obstmarktes in Frankfurt a. M., sowie ein Schreiben der Intendantur Frankfurt, betr. die frühere Abschätzung der Manöver-Flurschäden. Eine Reihe von Gegenständen mußte zurückgestellt werden.
** Wirten großen Erfolg hat der Turnverein Gießen auf dem Kreisturnfest in Kreuznach zu verzeichnen. Bei dem gestrigen Emzelwettumen (Sechskampf) errang Turner Ludwig Bep l er den ersten Preis. Bei den großen Anforderungen, die gerade bei diesem, dem hauptsächlichsten turnerischen Wettkampf gestellt werden, und der sehr starken Beteiligung der besten Turner des weit über 100 000 Turner zählenden Mittelrheinkreises ist das ein ganz außerordentlicher Erfolg, der fiel) den vor Jahrzehnten errungenen Erfolgen von Haustein und Nehmeyer gleichwertig aureiht. Besonderen Wert gewinnt Beplers Sieg dadurch, daß es einem geborenen Gießener Kind vergönnt war, seine Vaterstadt so würdig zu vertreten. Herr Bepler gehört Dem Turnverein seit feinem 14. Lebensjahr fast ununterbrochen als treues tätiges Mitglied an und nur wenige Jahre, in denen er fern von hier weilte, turnte er nicht in Gießen. Es ist daher verständlich, daß der Turnverein ihm und den ebenfalls ausgezeichneten Turnern der beiden Nlusterriegen einen besonders herzlichen Empfang zu bereiten gedenkt. Der Verein empfängt die heute abend 843 wieder hier eintreffenden Turner am Bahnhof mit Musik und geleitet Jie im fest- liehen Zuge in die Stadt. Daran anschließend findet im Einhornsaal Kommers statt.
** Vereinigung selbständiger Buchbinder. Vom 30. Juli bis 1. August sand hier der 4. Verbandstag der Vereinigung selbständiger Buchbinder in Hessen statt, der durch einen Kommers auf der Liebigshöhe eingeleitet lvurde. Aus allen Teilen Hessens waren die selbständigen Buchbindermeister erschienen, um über das zu beraten, was denr Buchbinder-Handwerk nützlich und förderlich ist. Die gesamten Verhandlungen standen unter der Erlenntnis, daß dem Handwerk nur 'dann Besserung seiner Lage erwachsen kann, wenn seine Vertreter sich einmütig zusammenschließen, um für die Jnteresseu des Handwerks nützliche Arbeit zu leisten. In diesem Sinne gab auch der Gast der Verhandlungen, Stadtv. L. Petri, der als Vertreter der Handwerkskammer zu Darmstadt er- ichieneu war, der Versammlung beachtenswerte, nützliche
Fingerzeige. Nach den Verhandlungen fand ein Spaziergang nach Textors Terrasse statt. Am Montag früh besichtigten die auswärtigen Teilnehmer die Ilniveriitätsbiblio- thek, in der eine Auslese der prächtigsten Einbände ausgestellt war, und deren Erläuterung, sowie die Führung durch die einzelnen Räume der Bibliothek Mblrothelar Tr. Fritzsche vornahm. Ter Montagnachmittag vereinigte die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Ausflug auf den Gleiberg, der bei gutem Wetter angenehme gesellige Stunden bot
** Die 55er, die in 1855 Geborenen, hatten sich am Sonntag nachmittag zu einer Familienfeier im! Schützen Hans hier zusammengefunden. Die Beteiligung war sehr groß. Zunächst gab es Kaffee und Kuchen, bann wurde der lieben Kleinen gedacht und Geschenke an sie verteilt. Tie Stunden gingen bei Gesang und Ansprachen rasch vorüber, bis um 7i/2 Uhr.ein gemeinsames Men dessen statt- sand, an dem 120 Personen teilnahmen. Hierauf folgte ein Tanzvergnügen, das die heitere Gesellschaft bis abends 11 Uhr zusammenhielt. Tie Kosten für Speise und Trank wurden aus der Kasse bestritten.
•* Nachahmenswert. Eine hiesige Firma überwies der frciiu. S a n i t ä t s k o l o n n e v o m Roten Kreuz unt» dem Säuglingsheim je 25,— Mk., da eine andere Firma gerichtlich verurteilt worden war, 50,— Mk. an sie zur Verfügung für gemeinnützige Zwecke zu zahlen.
** Fahrraddieb stahl. Gestern nachmittag wurde vor einer Wirtschaft in der Rod Heimer Straße ein Fahrrad geitohlcn, während sich der Eigentümer im Lokal befand. Der Dieb wurde alsbald in der Person eines wegen Dieb- Itahls bereits mit Zuchthaus vorbestraften Arbeiters ermittelt und verhaftet. Das Rad hatte er an einen anderen Arbeiter verkauft.
Verhaftet. In den letzten Wochen trieb sich im Philosophemvald und auch in anderen Stadtteilen ein junger 'Mensch zeitweise umher, belästigte vorübergehende Damen und nahm dabei unsittliche Handlungen vor. Heute morgen gelang es denselben zu ermitteln und s e st z u n e h m e n.
4- Klein-Linden, 1. Aug. Gemeinderat und Kirchenvorstaud haben die Renovierung unserer Kirche beschlossen und die Arbeiten bereits an hiesige Meister vergeben.
-r- Heuchelheim, 1. Aug. Der Turnverein hielt am Sonntag sein Ab turn en ab. Die Feier verlies in der schöistlen Weise. Den Höhepunkt biloete ein von Turnwart.Schmidt mit hiesigen Damen eingeübtev Reigen. Die glänzenden Kostüme und die bengalische Beleuchtung gaben dem ganzen einen feenhaften Zauber. — Nach langem Hin- und Herreden ist endlich die Kirche weihe auf übernächsten Sonntag verlegt worden. Aus- schlaggebend wird wohl die zu erhoffende Einquartierung lein. Die hiesige Kirchweihe bilderhowohl für Heuchelheim, als auch für die Umgegend ein rechtes Volksfest. — Trotz, des unbeständigen Wetters schreiten die^Ebntearbeiten täglich fort. Auch die Schule hat heute ihre dreiwöchigen Ernteferien angetreten.
r. Treis a. Lda., 1. Aug. Ein seltener Genuß wurde uns gestern abend in Benners Saal hier durch ein in allen. Teilen wohlgelungenes Vollskonzert geboten, das Fräulein Bätz, Lehrer. Eberle, Opernsänger Will und der hiesige Mä n n c r g esan g v e r e i n veranstaltet hatten. Nur edle Musik wurde zum Vortrag gebracht Zwei- und vierhändig« Klavierstücke unserer besten Meister .vechselten mit Violin und GcsangSvorträgcn; alles war auss beste eingeübt und wurde geradezu meisterhaft vorgetragen, so daß es die Anwesenden an dem nwhl verdienten Beifall nicht fehlen ließen. Der Ertrag des Konzertes, der bei dem von Zuhörern geradezu vollgestopften. Saale gewiß ein erklecklicher gewesen ist, soll, loic wir hören, nach Abzug der Unkosten einem wohltätigen Zwecke zugute lammen. Bon vielen Zuhörern wurde der Wunsch nach möglichst öfterer Veranstaltung derartiger Konzerte geäußert, die gengnei sind, in unserem Landvolk den Sinn und Geschmack für gute Musik zu wecken und zu pflegen.
Birklar, 1. Aug. Die Kültiiriuspeltiou Gießen läßt in unserer Gemarkung größere Feldbereini- gungsar beiten aussühren, die die beträchtliche Summe von rund 12 000 Mk. erfordern. Dieselbe Behörde führt auch in der Nachbargemeinde ViUingen Trainagearbeiten. aus, die zu 15 000 Mk. veranschlagt sind.
d. Hungen, 1. Aug. Von zwei gestern in Frankfurt aufgestieaenen Luftballons landete der eine gestern abend in der Nähe der Jungviehweide Tiergarten. In dem Ballon befanden sich ein Herr und eine Dame. Der Ballon war beim Landen an einem Baum hängen geblieben und nachdem er von cherbeigeeilten Leuten befreit worden war, wurde er verpackt und mit Fuhrwerk hierher gebracht, von wo ans er mit der Bahn nach Frankfurt zurückgesandt wurde. Der andere Ballon landete bei Unter* Schmitten.
A Hangen, 1. Aug. Vom 1. Oktober an sollen auf der Bahnlinie Hungen—Laiibach—Mücke e l c kt r i s ch e Triebwagen verkehren. Gegenwärtig wird hier hinter dem Maschinenschuppen die Kraftstatiou erbaut. 9luch die Bahnbeamten sind schon für 1. Oktober nach hiesiger Station beordert. Unser Personenbahnhof und Güterschuppen sollen wegen des fortwährend wachsenden Verkehrs abermals eine Erweiterung erfahren.
)( Ruppertsburg, 1. Aug. Am Mittwoch findet hier Bürg er meist er wähl statt, da die Amtszeit .des Bürgermeisters Lehr abgelauseu ist. Dieser hatte das Amt seit 27 Jahren inne. Jetzt hat sich noch ein Kandidat auf- gestellt.
R. Babenhausen II., 1. Aug. Bei der heute vor- genommenen Gemeinderatswahl wurden die seitherigen Mitglieder Heinrich Roth I., Johannes Merz wieder- und Heinrich Haman neugewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr gering; von 135 Stimmberechtigten wählten nur 70.
-o- Oppenheim, 1. Aug. Zum Hnbert' schen Konkurs ist zu melden, daß sich nun die wirtschaftlichen Folgen der Riesenunterschlagungen des Notars bemerkbar machen. Es ist nicht gelungen, den Zusamvienbruch verschiedener Geschäfte zu verhindern, die durch Hubert schwer geschädigt wurden. Wie mir vernehmen, steht eine Reihe von Konkursen unmittelbar bevor und als erstes Opfer siel bereits das Maurergeschäft von Heinrich Windisch in Dexheini, dessen Konkurs angeineldet ist.
tq. Kirchhain, 1. Aüg. Auf etwas leichtsinnige Weise zog fich der Gastwirt F. Schick int benachbarten M ardv r ss eine B l u t v c r g t f t u n g zu. Er hatte sich einen kleinen Schnitt in der rechten Hand bcigebracht und untivickeltc das verlcAte! Glied, um die Blutung zu stillen, mit einem Zigarrenbändcben Bald darauf stellten sich heftige Schmerzen ein, Arm und Hand fckiwollen an und schließlich mußte der Arm abgcnonimcn werden, um das Leben des Erkrautten zu erhalten. - Gegenwärtig finden wieder Vorarbeiten zur Ncg ulierun g der O h m statt Im allgemeinen Interesse wäre es, wenn die seit langen Jahren erwogenen Arbeiten endlich zur Ausführung gelangten; in diesem ^zahrc find durch die häufigen Ueberschwemmungeu wieder groß'


