Ausgabe 
8.11.1910 Zweites Blatt
 
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einen Bericht über die Landwirtschaft int Kreise

Jahve hindurch

'Leppmann zurückgezogen. Der Herr

unlicht

ScottS Emulsion ist in zahlreichen Familien geradezu ein Hausmittel geworden. Dies ist leicht begreiflich, wenn man bedenkt, daß sie sich seit Jahrzehnten bewährt hat und in jeder Be­ziehung eine mustergültige Emulsion ist. Bei der Herstellung von Scotts Emulsion gelangen nur die ausgesucht feinsten Rohstoffe zur Verwendung, und diese werden im Scottschen Verfahren so leicht verdaulich und wohlbekümm- lich gemacht, daß Kinder und Erwachsene ScottS Emulsion gern und mit bestem Erfolge nehmen.

Spitzen,Stoffe und Gewebe, Die empfindlich oder zart, NuraHein die Sunlichtseife Gründlich reinigt und bewahrt!

batte, man wolle ihn kitzeln, und Asching.

sich in ähnlichem Sinne geändert. W ------ .

Bruhn als Freigesprochener den Saal verlassen wird, so nehme er <uis diesem Saale aber auch den Ruhm mit hinaus, da ßsein Blatt in der Geschäftswelt vielfach für einen Schrecken gehalten wurde und daß man die Ueberzeugung hätte, es sei Herrn Bruhn mit Inseraten beizükommen.

Von der Verteidigung

haben wollte. In der Aussagen der Belaftungs- Der Zeuge Jacobsohn hat des Herrn Medizinalrats ___ Staatsanwalt hat aber ver­gessen, die Leute zu erwähnen, die für den Angeklagten eingetreten lind, dessen Gesimrung sie sich treu erinnerten, die seine Zeit­schrift für eine nationale erklärten. Das Blatt hat sich immer nur gegen Schädlinge im wirtschaftlichen und sozialen Leben gewandt, gegen Titel- und Ordensschacher. Daß das geschah durch Angriffe und Sensationsartikel, kamt nicht bestritten werden. Aber ohne Sensation geht es eben nicht an. Aber wie in der dramatischen -Kunst, so ist es auch in der Journalistik. Schopenhauer hat gesagt alle Zeitungsschreiber sind handwerksmäßige Alarmisten. Wenn Jman bei der Lektüre eurer Zettschrift einschlaft, wirkt sie natür­lich nicht, und es kamt auch nicht jede Zeitung nur vonStaats- und Gelehrten-Sachen" berichten. Ter Staatsanwalt sprach von tUmfall. Die Zeugen haben sich hier nur von einer gewissen Strmmungsmache, wie sie der Tahselprozeß erzeugte, frei gemacht rDer Angeklagte ward, wenn Sie ihn freisprechen, woran er und ljich niemals gezweifelt haben, stolz die Anklagebank verlassen geläutert und gereinigt durch dqs .Fegefeuer der 14tägigen Ver- feanblung.

Arr echt mit dieser Mariedem Fisqer dem Garantie» reichen de« Scott» schen VersahrenSl

nur allen

letzt zur Neige gehenden Prozeß mit dem toten Dahsel beginne und durch die vorhin erfolgte Verlesung seiner Aussage auch mit ihm schließe. Der Staatsanwalt habe gesagt, die Zeugen seien umgefallen. Ich behaupte demgegenüber, sie hätten gar nickst auf festen Füßen gestanden; mindestens hätten sie gewackelt. (Heiterkeit.) Was sind denn das alles für Zeugen gewesen? Ich 1 erinnere bloß an den Herrn Sickmeier, der seine schönen Kuxe verkaufen wollte, die niemand haben wollte. In der

Scott» Emulsion wird vou un» ausschließlich tm groben verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht ober Mab, fonbern nur in versiegelten Origmalflaschcn tu Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch). Scott & Lowne, G. m. b. H., Franksurl a. M.

Bestanbteile: Feinster Mebiziual-Lebertrau 150,0, pruna Glyzerin 50,0, unterphoSphorigsaurer Kalk <S, unterphoöpdorigsaureS Natron puio. Tragant 3,0. feinster arab. Gummi pulv. 2,0, Wasier 1X9,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Bimt», Mandel» uno ^aultveriaijl ic 2 Trovsen.

män kernen Einfluß auf die Gesetzgebung habe. Man muffe nicht hur die jetzigen Getreidezölle beibehalten, sondern auch noch ihre Erhöhung anstreben. Man solle nur Abgeordnete wählen, dick das richtige agrarische Herz hatten. Er wünsche die Einigungl aller bürgerlichem Parteien. Im 1. oberhessischen Wahlkreis (Gießen) scheine es allerdings zum Krieg aller gegen alle zu kommen.

Kreisveterinärarzt Dr. O e h l führt zur Bullenfrage aus, daß durch ein gutes Knochengerüst auch eine gute Fleischbildung ermöglicht werde. Bei der Haltung der Faseltiere solle man nicht aufs billigste sehen, am besten sei es, wenn die Gemeinden die Haltung selbst übernehmen. Auch wenn dies teurer sei, sei es wegen der besseren Erträge doch vorteilhafter. Wenn auf den Weiden einzelne Tiere nicht gedeihen, so beruhe dies auf Krank­heiten.

Landwirt M o g k macht darauf aufmerksam, daß man die Weiden heute nach anderen von Prof. Falke-Leidig empfohlenen Gesichtspunkten aus betrachte und damit durchaus gute Resultate erziele. Wichtig sei es, daß der Auftrieb früh erfolge. Fünf Monate Weidegang kosteten nur 35 Mark, dafür sei im Stalle kein Tier zu halten.

Oekonornierat Schlenke bemerkt noch, daß die Weiden ztt Tiergarten, Wenings, Lauterbach und Alsfeld vom Provinzial­verein vor 15 bis 20 Jahren mit bescheidenen Mitteln auf aus­gemergeltem Boden angelegt worden feiert. Sie seien von Jahr zu Jahr besser geworden.

Ueber den Stand der Ziegenzucht im Kreise sprach dann Landwirtschaftslehrer Wagner. Der Kreisziegenzucht­verein besteht z. Z. aus 7 Ortsvereinen zu Ranstadt, Echzell, Büdingen, Berstadt, Nidda, Blofeld und Höchst a. d. Nidder. Zwei weitere Vereine zu Hain- und Mittel-Gründau sind wieder ein- gegangen. Tummelplätze such in Berstadt und Echzell vorhanden. Die Vermittelung von Verkäufen durch den Kreisverein hat sich bewährt, im letzten Jahr sind für 1935 Mark Verkäufe zu durch­weg recht guten Preisen (4 Wochen alte Lämmer erzielten 12! bis 15 Mark, Böcke 70 Mark und mehr) vermittelt worden.

Kreisrat Boeckmann redete ebenfalls der Förderung der Ziegenzucht das Wort. Die Ziegen seien gute Futterverwerter und sehr genügsam. Das Vorurteil gegen die Milch sei bei genügender Reinlichkeit unberechtigt. Namentlich für kleine Leute sei das Halten einer Ziege neben der Schweinehaltung recht vorteilhafte

Auf Vorschlag des Vorsitzenden spricht sich die Versammlung dafür aus, daß der Kreistag die seither für die Ziegenzucht he- toilligten 200 Mark auch fernerhin gewähren möge.

Hierauf entsteht eine ausgedehnte Besprechung über die Hand­habung des K ö r g e s e tz e s, die vom Vorsitzenden eingelettet wird. Außer ihm beteiligen sich daran Bürgermeister S ch r c p f- Burgbracht, Bürgermeister M e l i o r - Vonhausen, Kreis-Vet.-Arzt Tr. O e h l und Landwirt M o g k - Grundschwalheim. Die Er­örterung ergab, daß die Körung von Faseltieren im allgemeinen bei den Hauptkörungen im Frühiahr und Herbst vorzunehmen sind. In der Zwischenzeit können auf Antrag Sonderkörungen vor­genommen werden durch ein Mitglied der Kommission, der Grund ist aber im Antrag besonders anzugeben, auch ist das Alter des Tieres anzugeben, da sonst Rückfragen und Verzögerungen ent­stehen. Es empfiehlt sich, zur Beschleunigung und Verettifachmig des Körverfahrens und um den Zuschuß der Landwirtschaftskammer zu erhalten, von hessischen Züchtern zu kaufen. Am besten ist es allerdings, trenn die Gemeinden, bereits angekörte Zuchttiere kaufen.

Da die Zett mittlerweile ziemlich vorgeschritten war, wurden die noch a|uf der Tagesordnung stehenden Gegenstände zurück- gestellt und die Versammlung geschlossen.

mündlichen Verhandlung sind die zeugen in sich zusammengefallen sich hinter das schwere Geschütz

'ix6 Kapitalismus scharf zu bekämpfen hatte. Wie alles dem Großkapttalismus erliege, dafür sei gerade der Angeklagte Bruhn ein rypisches Beispiel. Wenn er schließlich die Inserate der Firma 'Jandorf nahm, die er ursprünglich bekämpft hatte, so erlag eben auch er der kapitalistischen Großmacht. Gewiß habe dieWahr- $eii" etwas Sensation getrieben Die Beweisaufnahme habe aber ergeben, daß die Straßenhändler das ihrige dazu tun, einen sensationellen Artikel noch sensationeller zu färben Man muß im übrigen einen großen Unterschied zwischen einer Tageszeitung mit festem Abonneillenkreis und einer Wochenschrift machen. Wenn dem Angeklagten Wetter vorgeworfen worden sei, daß er persön­liche Dinge erörtert habe, so sei darauf hinzuweisen, daß große Berliner Blätter, .wieBerliner Lokalanzeiger" undBerliner Tageblatt" sich ebenfalls nicht scheuen, die intimsten Bettvorgänge ,in Hofkreisen, beispielsweise anläßlich der Affäre der Kronprinzessin von Sachsen, auszuplaudern Herr Bruhn plaudere eben nicht Hofvorgänge, sondern gewisse pttante Ereignisse der oberen Zehn­tausend des Tiergartenviertels aus. R.-A Brederek geht sodann die einzelnen Fälle der Anklage durch und stimmt dem Staats- -tinroalt darin bei, daß von einer strafbaren Erpressung keine Rede Jein könne. Zum Schluß seines Plaidoyers versichert der Ver­teidiger, er sei nicht, wie heute in derWelt am Montag" stand, per Klopffechter Bruhns und er habe auch nichts getan, was über j)en Rahmen des Prozesses hinausging. Wenn er jetzt angesichts des nahe bevorstehenden Abschlusses des Prozesses eine vielleicht nicht streng zur Sache gehörige Aeußerung tun wolle, so sei es bie> daß i die zähe Energie sowie die Kraft und Ruhe des Angeklagten bewundere, mit welcher er der anderthalbjährigen .Voruntersuchung mit all ihren Aufregungen und diesem frag­würdigen Zeugenmaterial standgehalten habe.

Hierauf nahm

Rechtsanwalt Dr. Schwindt

das Wort: Ein eigenartiges Zusammentreffen will es, datz dieser

»Meine Frau war ihr Leben lang über 50 Jahre mit einer häßlichen « a M behaftet. Kein gesundes Fleckchen

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Die Ziehung der 5. Feuaer-Geldlotteric wurde wegen ungenügendem Los-Absatz auf 19., 21 unb 22. November 1510 verlegt._______________________________(D%

Gichtige Leiden, vorzügliche Dienste.

Das mir auf Verordnung des Herrn Dr. med. de K. in S. übersandte St. Georgsguellenwasser hat mir bei meinem gichtischen Leiden vorzügliche Dienste geleistet,- ich werde nicht verfehlen die St. GeorgSaneüe in BlSkirchen an der Laho meinen Leidensgefährten auf bad Wärmste zu empfehlen. Stadtfekretär Schm. m E.

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spricht als erster

Rechtsanwalt Brederek:

Dm Prozeß sei ein Kind des Dahsel-Prozesses. Damals habe die Äerteidigung das Bestreben gehabt, alle Schuld auf Bruhn zu Häusern, und unter dem Eindruck des Dahsel-Prozesses hätten auch die Zeugen des Dahsel-Poozesses in der Voruntersuchung ganz anders ausgesagt als heute. Eigenartig war auch das Prinzip dckr Anklage, den Antisemiten Bruhn mit jüdischen Zeugen zu Fall zu bringen, lleberhaupt war das Zeugenmaterial, die Be­sitzer der Nachtcafes, fragwürdige Annoncenakquisiteure usw., nicht gerade vorbildlich. Der Verteidiger schildert dann, daß dieWahr­heit' ein ernstes nationales Blatt sei, daß sie sich streng an das Programm der Nesormpartei hielt und somtt auch die Auswüchse

Fest flehe aber jedenfalls, daß sich, eine Reihe von Zeugen be- tabt fühlte. So habe der Zeuge Tietz gesagt, daß er das Gefühl batte, man wolle ihn kitzeln, und AschinZer, Krojanker usw. hätten enn nun jetzt auch

dingen währeiid der Jahre 1905 1909. Danach ist das landwirtschaftliche Unterrichtswesen im Kreise in erfreu­licher Cmtwickelung begriffen, wenn auch die landw. Winterschule in Büdingen und die Haushaltungsschule in Lindheim aus dem Bezirk immer noch besser besucht werden konnten. Namentlich werden in Lindheim immer noch Städterinnen und auch Preußinnen aufgenommen, weil die Töchter der Landwirte aus dem Bezirk die Plätze nicht alle ausfüllen. In Lindheim sind durchschnittlich 22 unb in Büdingen 32 Teilnehmer in einem Kurse vorhanden. Die Feldbereinigung ist von weiteren Gemeinden beantragt worden, wenn auch naturgemäß ihre Zahl fleiner geworden ist als sie war, da die meisten dafür geeigneten Gemeinden sie schon durchgesiihrt haben. Immerhin sind noch Gemeinden vorhanden, die sie mit Nutzen durch führen konnten. Gerade im letzten nassen sich der Nutzen der Feldbereinigung gezeigt, ba durch,fte eine rasche Beendigung der Heuernte möglich war. An Meliorationen zur Beseitigung von Wüstungen wurde viel­fach gearbeitet. Die Hederichbekampfun g wurde vor zwei Jahren in Angriff genommen, sie darf aber sich noch mehr ver­breiten. Die Saatgutbeschaffung wurde durch die Land­wirtschaft sehr erleichtert. Die in Büdingen gemachten Anbau­versuche, die von großer Bedeutung für die Sortenauswahl' lind, werden fortgesetzt. Der Wiesenbau, der durch die Wiesen- rimbgänge im Frühjahr gefördert wird, ist von großer Bedeutung, da der Kreis Büdingen erheblich an der großen Aufgabe der Fleisch- ücr)orgung des deutschen Volkes Mitarbeiten muß. Durch eine Vermehrung der Heuevzeugung werde eine Vergrößerung der Viehzucht ermöglickst und dadurch am besten die Meinung be­kämpft, daß die deutsche Landwirtschaft nicht imstande sei, ge- imgend Fleisch zu erzeugen. Noch seien im Kreise viele ein* schärige Wiesen und Wüstungen vorhanden und auch in der Un­krautbekämpfung könne noch mehr geschehen. Die Pferdezucht sei im Aufblühen begriffen, sie habe sich mehr und mehr dem Ichweren belgisch-rheinischen Schlag zugewendet. Die bei der M i l ch w i r t s ch a f t zu beobachtende Vermehrung der Molkereien habe leicht den Nachteil im Gefolge, daß die Milchprodutte in den landwirffchöstlichen Haushaltungen seltener mürben. Dadurch könne es leicht zu einer Unterernährung der landw. Bevölkerung kommen, weshalb man bei Neugründung von Molkereien vorsichtig sein||e. Bei der Beschaffung von Faseltieren sollten die Gernemden nicht sparen, denn dqs sei am verkehrten Platz gespart. Sie solltet: stets auf^ gutes Material unb gute Haltung sehen, am besten sei es, die Tiere in eigener Regie zu halten. Die Weide iu Wenings sei im ausgezeichneten Zustaitee, durch die guten llimatischen Verhältnisse und die ausgezeichnete Düngung habe sie auch in trockenen Zeiten eine gute Futterproduktion. Die zur Weide angemeldeten Tiere sollten vor dem Weidegang nicht über­füttert werden. Die Schweinezucht fei in letzter Zeit bei ben guten Preisen recht lohnend gewesen, augenblicklich seien aller­dings die Preise stark zurückgegangen. Die Ziegenzucht habe ich gut entwickelt, dagegen komme die Geflügelzucht nicht so gut voran, wie es wünschenswert sei. Im O b ft b a u werde mehr geleistet als früher unb gerade in diesem Jahre habe man sehen können, daß die Arbeit gute Früchte bringe. Man habe gesehen, welch hervorragendes Obstbaugebiet der Kreis sei, und daß gute Preise erzielt werden könnten, bei denen der Züchter bestehen könne Der lokale Markt sei aufnahmefähig, deshalb solle man die Obst­baumzucht weiter fördern, aber die Preise nicht zu hoch schrauben, damtt der Konsum genügend sei. Der Obstbauverein habe eifrig an der Hebung des Obstbaues im Streife milgewirkt, und werde dies auch fernerhin tun. Das Ergebnis der diesjährigen Reichs­tagswahl sei für die Landwirtschaft nicht befriedigend gewesen, da Landwirtschaft und Sozialdemokratie vollständige Gegensätze eien. Die hohe Stimmenzahl der Sozialdemokratie fei aber nicht anders zu erklären, daß auch Landwirte soziawemokratisch gewählt hätten, oft chlerdings aus den lleinlichsten Gründen. Deshalb ollten sich die Landwirte über das eigentliche Wesen der Sozial­demokratie mehr unterrichten. Wenn die Sozialdemokraten über bie Preissteigerung der lanbm Produkte sprechen, sollten sie doch bedenken, daß es sich zum größten Tell dabei um Arbeitsertrag nicht um Kapitalertrag handle und was dem einen recht sei, fei dem anderen billig. Der Stimmzettel müsse viel ernster genommen und nicht nur zum Protest benutzt werden, dann werde die nächste Wahl ein besseres Ergebnis zeitigen. (Lebh. Zustimmung.)

Es folgte ein Vortrag von Landwirtschastslehrer Wagner über Liebigs Gesetz vom Nährstoffminimum und den Düngungsver such auf dem Finndörferhof. Der Vortragende verstand es ausgezeichnet, seinen Zuhörerti Liebigs Gesetz vom NährstosfMinimum, das auch heute noch volle Geltung besitze, klar zu machen. Liebig hat in diesem Gesetz nachgewiesen, daß das Wack?stum der Pflanzen sich nach den Nährstoffen richtet, die in den geringsten Mengen ün Boden vorhanden sind. Eineratio­nelle Düngung muß deshalb so beschaffen fein, daß sie die dem Wachstum der Pflanze förderlichen mineralischen Stoffe, die nicht in genügender Menge im Boden vorhanden sind, ihm zuführt. Die 7 verschiedenen Wiesendüngungsversuche, die seit 1906 auf dem Versuchsfeld beim Finndörfer Hofe angestellt worden sind, haben ergeben, daß die Düngung mit Kalisalz, Thomasmehl und Ehllisalpeter zwar die höckfften Erträge, aber nicht die beste Qualität brachten. Am zweckmäßigsten ist die Düngung mit Thomasmehl und Kali, die bei ebenfalls sehr guten Erträgen seh.' gutes Heu erbrack-te.

Oekonornierat Schlenke wies ün Anschluß daran ebenfalls auf den Wert einer reichlichen und guten Futtererzeugung hin, damtt sich die deutsche Landwirtsck)aft dem Bedarf in Fleisch und Milchprodukten gewachsen zeige. Das Fleisch dürfe auch nicht zu teuer fein, damit es nicht zum Luxusartikel werde. Werm die demsche Landwirtschaft nicht genug Fleisch liefern könne, könne die Negrerung doch zur Grenzöffnung gezwungen werden, trotzdem auch, rm Ausland das Fleisch teurer geworden sei. Wenn das Fleisch zu teuer sei, werde auch in anderer Beziehung am Zoll- werden. Bei der Faselkörnng fei es wichtig, daß die Tiere schone Formen und ein vollkommenes Skelett hätten Die Viehweiden seien ein ausgezeichnetes Mittel, gute Tiere zu nzeugen. Auch auf ein gutes Gangwerk der Tiere müsse ge* eben werden, da bei uns das Rindvieh auch zum Ziehen benutzt werde. Wichtig sei es, daß,jeder selbst Düngungsversuche mache, um das fer letne Verhältnisse geeignete herauszufinden.

Rechner Mich e l - Burgbracht bemerkte, daß man im Vogels- berg wenig Erfolg mit Kali, aber mit Thomasmehl und Jauche gute Erfolge be: Wiesen hatte. Das Kreisamt solle darauf hin- wirken, daß in allen Gemeinden Apfelweinkeltern vorhanden seien, um den Obstzüchtern das Keltern zu ermöglichen.

JD 0 9 k - Grundschwalheim führt aus, daß keine Fleifchnot ^vorhanden sei. Die deutsche Landwirtschaft sei in der ^age, genügend Fletsch zu produzieren. Daß das Fleisch teurer geworden sei, beruhe bar aut daß die Produktionskosten gestiegen ^ade durch die Oeffnung der Grenzen werde man durch die Seuchengefahr cme Fl ei |ch liot heraufbeschwören. Die Sperrung & s 5Vine friste uz frage für die deutsche Landwirtschaft.

Fortschritt der Technik müsse der Landwirt auch poliliich fortfchreiten, denn was nützten alle technischen Fortschritte, wenn

gab Frau Arnold ihrem Sohne ScottS Emulsion, der sich dadurch aus einem zarten Kinde zu einem kräftigen, lebens­frohen Menschen entwickelte.

t rr Zoppot, 20. Dez. 1909, Eisenhardtstr. 17. _ -Ich habe schon vor Jahren Ihre Scotts Emulsion bei meinem üobne angewandt, der ein sehr zartes Kind war nnd im Alter von l1/, Jahren das Köpfchen noch nicht steif halten konnte. Da hat er allerdings Jahre hindurch Scotts Emulsion bekommen. Nun ist er 16 Jabie alt, wiegt 136 Pfund und ist so kräftig im Knochenbau und Aiuskeln, wie selten ein Mensch. Wenn er ein ichwächliches Kind sieht, dann denkt er immer noch mit Vergnügen an Scotts Emulfion zurück.- (gez.) Frau Arnold,

Schwester vom roten Kreuz.

Ter dritte Verteidiger Rechtsanwalt Meyer L kommt in seinem Plädoyer $u dem Schluß, daß {bie Anklage auch vom furisttichen Standpunkt aus unhaltbar sei. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung seien auf den Umfall der Zeugen zu sprechen gekommen und hätten ausgeführt, daß gerade jüdische Charaktere Leichter gar Haß {und Liebe geneigt feien. Gegen diese Aus­führungen müsse er sich entschieden wenden, toenn damit gesagt werden solle, daß jüdische Zeugen mehr zum Meineid neigten als ftndere. Der Verteidiger bettutt, daß ihn eine Weltanschauung von dem Angellagtan Bruhn trenne, trotzdem müsse er sagen, daß die lAnllage nicht genügend substantiiert war und beantrage daher die Freisprechung.

Der Gerichtshof beschloß, die Ercklärungen der Angellagteii pkorgen entgegenzunehmen und setzte die Schlußsitzung auf nurraen Dienstag mittag 12 Uhr, an. '

Hauptversammlung de; lan-wittschaftlichen vezirk verein; vüdingen.

U«ker schr ,<chlrcicher Sdeilitpmg namentlich der^Bürger- jneifter t>e§ Streifes, fand heute nachmittag unter der Leitung des Vorsitzenden Kreisrat B o e ck m a n n im Saale zumGambrttius" die Hauptversammlung des landw. Bezirksvereins Büdingen statt Der Vorsitzende begrüßte zunächst den Vorsitzenden des Provinzial- pererns, Oewnomierat Schlenke-Friedberg, sowie die übrigen An- weieudeir und führte dann aus, daß sich zwar die großen Hoff­nungen, die der Landwirt im Frühfahr hatte, nicht erfüllt hätten ha die nasse Zett Mel verdorben habe, aber dennoch könne der Landwirt trotz Mau|Oiftaß und Seuchengefahr zufrieden sein. Er N'ö blC Künftige Lage der deutschen Landwirt-

^chaft auch m Zukunft bleibe bamit der Landwirt für seine schwere ^bett auch den entiprechenden Lohn erhalte. Jedenfalls müsse ^der staatliche Schutz beibehalleu werden, den die Landwirtschaft

verhinderten OekonoinicratS Andrae erstattete «n der Hand von dessen Anszeirhnnngcn der Vorsitzende bann1

10&25 Pfennig