strauches, der schon im frühen Mittelalter au5 Vorderasieu in Europa eingeiübrt nmrbe, dient zu Drechflerarbeiten. Leider wird die Kultur des Mispelstrauches immer mehr vergessen und vernachlässigt. „Es wäre gut," schreibt Wilhelm Wöltetting in der „Landwirtschaftlichen Umschau", „meim sich Förster, Landwirte imb Gärtner dieses mißachteten Gewächses annähinen; denn seine jetzige Vermehrung ist immer nur von verschiedenen Zufälligkeiten abhängig und beschränkt sich stets bloß auf ein kleines Gebiet. Zur Kultur des Mifpelstrnuches eignet sich jeder Boden in feucht schattiger Lage. Die Kerne liegen jedoch zwei Jahre in der Erde, ehe sie aufgehen, weshalb es sich empfehlen dürfte, wenn einem Edelreiser zur Verfügung stehen, die Verinehrung durch Pfropfen auf Weißdorn, Birnen-, Apfel- oder Quittenbäumen vorzunehmen.
Meine Tageschronik.
Die Ahr führt infolge der andauernden Regengüsse wieder Hochwasser und ist bisher um 2X/S Meter gestiegen. (Änige der von den Pionieren errichteten Notbrücken wurden fortgerissen.
Im v--Zuge Paris—Köln ist eine Kölner Dame kurz vor Lüttich ihrer Juwelen im Werte von 15 000 Franks sowie ihrer Wertpapiere im Werte von mehreren tausend Franks gewaltsam beraubt worden. ________________________________
Handel.
— Reichs st empelabgaben. Nach der Uebersicht der Einnahmen an Zöllen, Stellern imd Gebühren vom 1. April 1910 bis zum Schlüsse des Monats Mai 1910 hat die Jsteinnahme von Wertpapieren Mk. 8 576 752, von Gewinnanteilscheiuen und Zins- boqeu Mk. 927 115, von Kauf- und sonstigen Anschaffungsgeschäiteli Mk. 1194 002, von Vergütungen an Mitglieder von Aussichtsräten Mk. 1 981 839 und von Schecks Mk. 585 554 betragen. Für das
ganze Rechnungsjahr 1910 sind veranschlagt die Abgaben voii Kauf- llnd Wertpapieren und Gervinnanlellfrtzelnen mit 49 Millionen Mk., von Kani- und sonstigen Anschaffungsgeschäfteii nut Mk. 13 520 000, voll Vergütlmgen an Aufsichtsratsmitgkeder mit Mk. 3 920 000 und von Schecks mit Akk. 7 350 000.
Markte.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
fc. Frankfurta.M. V i e l) h of- M a rkt b e r l ch r vom 7. Juli. Auftrieb: Ochsen 23, Bullen 8, Färsen und Kühe 151, Kälber 733, Schale 108, Schweine 887, Ziegen 3.
Tendenz: Kälber glatt, Schafe und Schweine ruhig, aus- verkaufl. Preis pro 100Pfd.
Lebend- Schlacht-
Kälber.
Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber . . . . Geringere Saugkälber Schafe.
gewicht Mk. Mk. 58—62 96—104
53-57 90-95 48—50 82—85
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 37—38 78—80
Aeltere Masthammel und gut genährte Schafe 35-00 76—00 Schweine.
Vollfleischige Schweine über 21/, Zentner
Lebendgeivicht 53.00—55.00 67.00—69.00
Fettschweme über 3 Ztr.Lebendgew. . 54.00—55.00 68.00—70.00
Fleischige Schweine..... . 52.00—54.00 66.00—69.00
Briefkasten der Redaktion.
Bor vierzig Jahren. Angenommen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentließe Wetterdienststelle Gießen.
Verlauf der Witteruiig seit gestern früh: Ter hohe Druck im Westen ist auch heute ivieder vorgedrungen. Trotzdem steht unser Gebiet noch immer imter dem Einfluß des östlichen Tiefdruckgebiets, jedoch ist mit einer geringen Ausbesserung zu rechnen.
Wetteraussichten in dessen ain Samstag dem 9. Juli 1910; Wolkig, geringer Regen, kühl.
DrrgLnaL-VrahLmeLdnngEo
Mannheim, 8. Juli. Der Wasser st and des Rheines und des N e ck ars ist bedeutend gewachsen. Der Rhein ist hier von 6.75 Meter auf 7.15 Meter, der Neckar bei Heilbronn von 1.67 Meter auf 3.05 Meter gestiegen.
Paris, 8. Juli. Die Seine ist infolge der starken Regengüsse wieder bedeutend gestiegen und hat die Kais der Vororte bereits üb er schwemmt. Auch die M ar n e, Saone und Aisne sind bedeutend gestiegen und haben schon großen Schaden angerichtet.
Madrid, 8. Jüli. Die tz-andelsvereinigung hat an den M in ist e r p rä s id en t e n eine Eingabe gerichtet, in der darauf hingewiesen wird, daß die Kaufleute durch die Konkurrenz der Kongregationen, die steuer- und abgabefrei seien, derart geschädigt würden, daß die meisten vor dem Ruin stawden. Am Schluß wird dann um entschiedene Maßnahmen gebeten, die diesem unhaltbaren Zustand ein Ende bereiteten.
B 9088
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Fra ÄV Bücking
geb. Gross
im 82.
Lebensjahre.
3761
(Süd-Anlage
Giessen
14), 8. Juli 1910.
findet dem Wunsche der Verstorbenen gemäss in der
Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bittet man abzusehen.
Ministerium.
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Ich gewähre, um mit meinen Sommer-Beständen zu räumen, auf
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Gerade in der jetzigen Reisezeit ist ein Schutz gegen die drohende Ansteckungsgefahr besonders geboten. Schon wiederholt hat man die ungeheure Menge von Bakterien, die sich in dem Staube der Eisenbahn-Eoupes trotz aller hygienischen Maßnahmen immer noch findet, nachweisen können.
Eine neue Veröffentlichung über die große Verbreitung der Bakterien in der Eisenbahn, auf der Straße usw. und. über ihre wirksame Bekämpfung und Vernichtung durch Formamint wird jedem Interessenten auf Wunsch völlig kostenlos zugesandt von der Firma Bauer L Eie., Berlin SW. 48, Friedrichstraße 231. Ein Versuch mit den Forma- mint-Täbletten kann jedem nur dringend empfohlen werden.
Wenn es nun auch dem völlig gesunden Organismus möglich ist, sich eine Zeitlang der Batterien zu erwehren, so vermag dagegen der Körper bei einer auch noch so geringfügigen Schwächung der Gesundheit den Kampf nicht mehr erfolgreich aufzunehmen.
Aber wie iit der Sage die guten Feen den Menschen vor den bösen Gnomen schützten, so findet er jetzt in den Mitteln, welche die moderne Wissenschaft zur Vernichtung der Bakterien aufgefunden hat, einen starken Bundesgenossen im Kampfe gegen diese kleinen Lebewesen.
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Daher bieten die Formamint-Tabletten einen vorzüglichen Schutz gegen alle die drohenden Ansteckungsgefahren, denen wir jederzeit und überall auf der Sttaße, auf der Eisenbahn, im Bureau usw. ausgesetzt sind. Formamint-
Die Beerdigung Stille statt.
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Ter Kampf gegen die Infektionskrankheiten.
Böse Gnomen, die mit vergifteten Pfeilen aus dem Hinterhalt auf ahnungslose Menschen schießen oder sich zur Nachtzeit an den Schläfer heranschleichen und ihm das Blut aus den Adern saugen: — das ungefähr war die Vorstellung des Mittelalters und Altertums von dem Wesen oer Infektionskrankheiten. Zwar wissen wir heute, daß keine bösen Geister gibt, die die Gesundheit der Menschen bedrohen; aber wenn wir auch an die Macht einer bösen Gottheit nicht mehr glauben, die Sache ist dieselbe wie früher: „Den Bösen sind wir los, die Bösen sind geblieben."
Ein Heer kleinster, allerkleinster, für das unbewaffnete Auge völlig unsichtbarer Lebewesen, die sogenannten Bakterien, bedroht unsere Gesundheit auf Schritt und Tritt. In der Luft, die wir atmen, in unseren Kleidern, auf unserer Haut, in unseren Nahrungsmitteln sind sie in ungeheurer Menge verbreitet, und wir nehmen sie tagtäglich auf alle mögliche Weise in uns auf.
Naturgemäß ist die Haupteingangspforte für die Bakterien die Mundhöhle, die mit ihren zahlreichen Winkeln und Falten und ihrer dauernden Feuchtigkeit und Wärme einen geradezu idealen Nährboden siir sie bietet.
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