Aber diesen Regleverrieo, oer ihnen lOOOOO Mk. Mehrkosten, verursacht, höchst ungehalten sind und gern die Gründe wissen möchten, die die Verwaltung und die Stadtverordncten-Ver- sannnlung veranlaßt haben, die Arbeit in eigener Regie an§-- führen zu lassen.
w. Weilar, 9. Aug. Nach der jüngsten Vorstandssitzung int b ft und Gartenbauverein höhlt der Verein zurzeit 460 Mitglieder, darunter 102 aus der Bürgermeisterei Krofdorf. Es wurde u. a. beschlossen, am Freitag den 14. Oktober int „Schützengarten" einen Obstmarkt abzuhalten, der von allen Mitgliedern des Vereins beschickt werden tnnn. Die vom Verein eingeleiteten Vogel schutzbestrebungcn haben bi« jetzt gute Erfolge gehabt. Rund 1600 von Perlepsche Nisthöhlen sind anfgel)ängt worden, ebenso eine Anzahl Futterapparate für den Winter.
b. Bietrenkopf, 9. Aug. Die diesjährige Hauptversammlung der Lehrer des Kreises Biedenkopf findet Donnerstag den 25. August im Gasthaus Balbach statt. Im Mittelpunkte der reichen Tagesordnung sind zwei Vorträge vorgesehen: 1. „Alloholbekampfung", Kreisarzt Dr. Fenbaum und 2. „Simultanschule oder konfessionelle Schule", Lehrer Schrupp-Lirfeld.
X. H a n a u, 9. Aug. Der Hauptzollamtsdiener Schmitt, der Sendungen gewaltsam geöffnet und beraubt hat, hat sich zum teilweisen Eingeständnis seiner Schuld bequemt. — Der unter dem Verdacht der Hehlerei in Untersuchungshaft befindliche Uhrmacher Knöchel bestreitet noch immer das ihm zur Last gelegte Vergehen.
LandMSrtscbaft.
X Biedenkopf, 9 Auq. Vorgestern und gestern wurde gelegentlich der Bezirks-Tierschau im Zuchlbezirk II für die Vogelsberger Rindviehrasse ein landwirtschaftliches F e st. ab- gehalten. Tie ausgestellten Tiere lieferten ben Beweis, daß die Rindviehzucht im Hinterland ihre alte Höbe bebauvtet.
Zwei Zölle von Achtungsverietzung vor dem Gicffener Standgericht.
Gießen, 8. Aug. Tas Standgericht des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm verhandelte jn seiner l>eutigen Sitzung gegen den Musketier Sch. der 12. Kompagnie des Regiments nnb gegen den Landwehrmann T. vom Landwehrbezirk Gießen. Ter Musketier hatte sich wegen Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft, der Landwehrmann wegen Beharrens im Ungehorsam, einfacher Achtungsverletzung in drei Fällen uni) wegen Achtungsverletzung vor versammelter ^Mannschaft in einem Falle zu verantworten. Der Musketier Sch., der unter Aussicht seines Kolporalschaftsführers zum Gewehrreinigcn angetreten mar, Ixittc den Schaft seines Gewehres schlecht gefirnißt. Er erhielt deshalb den Befehl, den Schaft .nochmal zu firnissen. Diesem Befehl kam der Angeklagte mir zögernd, pabei vor sich brummelnd, nach. Auf den Befehl seines Korvoralschaftsführers, ruhig zu sein, widrigenfalls er ihn melden würde, entgegnete der Angeklagte: „Tas ist mir egal, wer mich melden tollt, der mag mich melden!" Der Vertreter der Anklage beantragte, den Angeklagten wegen Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft zu 18 Tagen strengen Arrest zu verurteilen. Tas Gericht erkannte auf die Mindeststrafe von 14 Tagen strengen Arrest. Eine Erklärung über Annahme der Strafe gab der Angeklagte nicht ab.
Ter Wehrmann D., im Zivilberuf Lehrer, mar am 2. Juni zum Aushebungsgeschäft nach Lich beordert. Ter Gestellungsbefehl enthielt den Befehl, die Militärpapiere mitzubringen. Diesem Befehl kam D. jedoch rücht nach: angeblich hatte er seinen Paß vergessen. Er erhielt den mündlichen Befehl, seinen Militärpaß dem Äauptmeldeamt einzusenden. Auch diesem Befehl kam der Wehrmann nicht irach. Nach seiner Angabe wollte er den Patz, wenn er gelegentlich nach Gießen käme, auf dem Bezirkskommando abgeben. Er ist auch angeblich in Gießen gewesen, um den Paß abzugeben, fand aber das Bezirkskommando verschlossen, da es bereits nach 6 Uhr abends war. Auf einen dritten, schriftlichen Befehl sandle der AngeNagte dann seinen Militärpaß ein. hierbei machte sich nun der Angeklagte einer Achtungsverletzung schuldig, da er bei dem Rückschreiben an den Bezirksfeldwebel, seinem militärischen Vorgesetzten, absichtlich das Wort „Sjerr'^ in der Anrede wegließ, da er glaubte, daß ihm in dienstlichen schreiben die Anrede „Herr" ebenfalls zustände. Ter Angeklagte wurde nun wegen dieser beiden '.Vergehen zur Vernehmung aufs B^irks- kommando beordert. .Hier begegnete ,er nun einem Unteroffizier auf dem Flur, den er .mit den Worten, „Sie, ist hier eine Kantine?" anredete. Als diese Frage, verneint wurde, ging er leise vor sich hin pfeifend an dem Unter» offizir vorüber. Nach diesem Vorfall begab er sich in den Hof und fetzte sich zu anderen Uebungs- leuten in die dort befindliche Laube, die dem Besitzer des Hauses gehörte. Ein Unteroffizier, der fcrie Leute in der ^Laube sitzen lab, rief ihnen zu: „Wollen Sie machen, daß Sie aus der Gartenlaube kommen." — Gleichzeitig wurden die Leute darauf hingewiesen, daß die Laube nicht zum Bezirkskommando gehöre. Ter Angeklagte D., der sich durch den Ton, mit dem die Leute aus der Laube gewiesen wurden, verletzt fühlte, erwiderte, daß ihm dieses hätte vorher gesagt werden müssen. Ferner, daß der Sergeant das auch in einem anständigen -Lorig hätte sagen können, er lasse sich einen solchen Ton nicht gefallen, er würde sich darüber .beschweren. Durch eidliche Bekundung eines Zeugen wurde jedoch erwiesen, daß der Sergeant in einem sehr ruhigen Tone sprach, wahrend der Angeklagte ein krankhaft aufgeregtes Wesen zur 5cbau'trug. Als der Angeklagte nun von dem Bezirksoffizier vernommen werden füllte, benahm er sich ebenfalls in einer die .Achtung verletzenden Weise. Auf die^Aitt- sorderung, zu warten, setzte sich T. ohne weiteres auf einen L>tuhl, da er glaubte, eine Aufforderung zum Platz nehmen erhalten zu haben. Auf sein unmilitärisches Benehmen aufmerksam gemacht, trat er ganz erregt an den Schreibtisch heran, deutete mit den Hand auf die darauf liegenden Akten und sagte: „Ich kann verlangen, daß ich hier mit Herr angeredet werde, denn ich stehe auf einer bedeutend höheren Bildungsstufe als ein Bezirks,eld-- webel und deshalb habe .ich —." Hier brach der AngeNagte plötzlich ab, da er wohl bemerkte, daß er anfing, sich zu belasten.
Ter Vertreter der Anklage, der darin, daß der AngeNagte die beiden erhaltenen Befehle, seinen Paß vorzulegen, nicht befolgte, ein Beharren im Ungehorsam erblickte, beantragte, den Angetlagten deswegen zu der'Mindeststrafe von 14 Tagen strengen Arrest zu verurteilen. Wegen her Achtungsverletzung, begangen durch absichtliche Weglassung des .Wortes „Herr" bei der Rückschritt an den Bezirksfeldwebel wurden 8 Tage mittleren Arrest, wegen Achtungsverletzung, dadurch begangen, daß er sich auf dem Bezirkskommando gegen einen ihm begegnenden Unteroffizier in immilitärischer Weise benahm, 4 Tage ^mittleren Arrest und wegen der Achtungsverletzung dem Bezirlsadiutanten gegenüber 6,Tage mittleren Arrest beantragt. Für hie Achtungsverletzung auf dem Hose des Bezirkslommandos beantragte her Anklagevertreter, da sie vor versammelter Mannschaft begangen sei, ebenfalls auf die Mindeststrafe von 14 Tagen strengen Arrest zu erkennen und diese fünf Einzelstrasen zu einer Gesamtstrafe von 28 Tagen strengen Arrest zusammenzuziehen.
Der Angeklagte bat hierauf, jhn freizusprechen, da er alle diese Handlungen unbewußt begangen hätte und seit 3 Jahren leidend sei, da er vor drei Jahren an einer Oberkijeserknock)en-> eiterung operiert sei. Auch sei er schon verschiedentlich an einer Mittelohrentzündung krank gewejen. Infolge dieser Leiden und seines Berufs sei er etwas nervös veranlagt und leicht erregbar, Tas Gericht kam zu der Ansicht, daß im ersten Falle nur ein einfacher Ungehorsam vorliegt .und erkannte hierfür ans drei Tage mittleren Arrest. Wegen der ersten Achtungsverletzung wurde auf 5 Tage und wegen oer zweiten und dritten Achtungsverletzung. ivorin das Gericht nur eine fortlaufende Handlung erblickte, auf 5 Tage mittleren .Arrest erkannt, da daS Gericht bei der brittcn Achtungsverletzung den Begriff der „versammelten Mannschaft" nicht für vorliegend .hielt. Wegen der letzten .Ach
tungsverletzung erfannte das Gericht teuf 3 Tage mittleren Arrest.
Diese 4 Einzelstrasen wurden in eine Gesamtstrafe von 12 Tagen mittleren Arrest zusammengezogen. x
Ter Angeklagte behielt sich .eine Entscheidung über die Annahme der Strafe vor.
Luftschiffahrt.
u 6 b e r l a N d s l u g Frankfurt, Mainz, M a n n h e i NI. Die Höhe der Preise zu diesem Fluge ist nun auf 41 000 Mark gestiegen, und zwar haben gestiftet: Krupp von Bohlen-Halbach, Freifrau von Rothschild, Baron von Schen, Walter von Rath, Frau Theodor Stern, Dr. Karl Lanz und Graf Thiele-Winkler; außerdem stellten die Städte Mainz und Mannheim Preise zur Verfügung. Tie Preisverteilung gehl in Mannheim vor sich: das Preisgericht besteht au§ fünf Herren unter dein Vorsitz des Oberst von Ilse. Die Fahrllinie folgt dem Blain und Rhein. Tie Veranstaltung soll rein sportlichen Zivecken dienen und zur Hebung des Flugsports. Das Betreten des abgesperrten Frankfurter Exerzierplatzes kostet für Person und Tag. 3 Mark, für Automobile 20 Mark, wobei die Leitung jedoch keinesivegs die Garantie übernimmt, daß an diesem Tage ein Flieger aufsteigi. — Auch Lindpainlner hat nun zu dem Ueberlandslug fest gemeldet, v. Alumni hat die Strecke, an deren Endpunkten, auf dem Mainzer Sande und dem Mannheimer Exerzierplätze zur besseren Ueber- icht Drachen und Fesselballons aufgelassen werden, im Automobil abgefahren.
Johannisthal, 9. Aug. Nationale Flugwoche. Heute flogen Behrend (Behrendtyp' acht Minuten, Wiencziers iAntoinetteapparat) mit einem Passagier 41 Min., Brunhuber (Sommerapparat) 18 Min., Keidel lWrightapparat) allein eine, mit einem Passagier neun Min., Thelen (Wrightapparatl 40 Min., Heim (Wrightapparat) 27 Min., Laitsch lVoisinapparat) 27 Min., Torner (Dornerapparatt mit einem Passagier 29 Min, Jeanin (Farmanapparat) 10 Min.: Engelhard ^Wrightapparat! log eine Minute, lanbete wegen eines Motordefekts und brach das Fahrgestell.
Der „Räuberhauptmann" Karl May als Kläger.
< Hohenstein-Ernstthal, 9. August.
Vor dem hiesigen Schöffeirgericht stand heute ein interessanter Beleidigungsprozeß zur Verhandlung, den der in letzter Zeit vielbesprochene Reiseschriftsteller Karl May gegen den Waldarbeiter Krügel angeftrengt hat. Bekanntlich wird der Kläger Karl May von dem Führer der „Gelben" Gewerkschaften, Redakteur L e b i u s beschuldigt, daß er seine zahlreichen Reifewerke nicht auf Grund eigener Anschauungen geschrieben habe, wie Mav behauptet, sondern diese rein erfunden seien, da er überhaupt noch nicht über die Grenzen Deutschlands hinausgekommen sei, daß Moy ferner wiederholt schwer bestraft wordcn sei, u. a. weil er in früheren Jahren der Führer einer regelrechten Räuberbande in erzgcbirgischen Wäldern gewesen sei und sich an zahlreichen Einbrüchen und Diebstählen beteiligt habe. Als Redakteur Lebius diese Anschuldigungen in seinem „Bund" niederlegte, strengte May die Privatklage an, doch wurde Lebius freigesprochen, nachdem Map zugegeben hatte, daß er wiederholt bestraft sei. Aus welchen Gründen die Bestrafungen erfolgten, wollte er aber nicht angeben. Map stellte nun in der Folgezeit fest, daß Lebius sein Material von dem Waldarbeiter Richards Krügel in Hohenstein erhalten habe und strengte nun gegen diesen die Privatklage an.
In der heutigen Verhandlung erklärte der Beklagte, daß er die Mitteilungen, die er Lebius gemacht habe, vo.n feinem verstorbenen Bruder Louis erhalten habe. Dieser habe ihm u. a. erzählt, daß er von Karl Mav unterstützt worden sei und zwar regelmäßig an seinem Geburtstage. Er habe aber nur alle vier Jahre Geburtstag gehabt, denn er war am 29. Februar geboren. Der Bruder habe ihm weiter erzählt, daß May ihm einmal 500 Mk. geschickt habe, daß er und Map in Niederwinkel und in einen Uhrmacherladen eingebrocheit seien, daß sie den sie verfolgenden Feldjägern ein Schnippchen schlugen und daß die Turnerschaft und Feuerwehr ausgerückt sei, um ihn und Karl Man zu sangen. Der Beklagte gibt weiter an, daß er auch diesen Erzählungen nicht viel Gewicht beigelegt habe und sie Lebius nur mitteilte, loeÜ dieser ihm gesagt habe, die Sachen sollten in humoristischer Weise in einem Kaleitder behandelt werden.
(£ine Reihe von Zeugen bekunden, daß der verstorbene Louis Krügel ein Mann war, dem nichts zu glauben war. Er habe viel renommiert und allerlei phantastische Geschichten erzählt. Als der Vorsitzende die Strafakten Mahs verlesen will, protestiert dessen Rechtsbeistand. — Der Vorsitzende stellt fest, daß die Strafurteile gegen May wichtig seien, wenn die Anklage in vollem Umfange ausrechterhalten werde.
Darauf zieht der Rechtsbeistand Mays die meisten Anklage- Punkte zurück und es bleibt nur die Anklage wegen der mitgctciltcn inkriminierten Punkte bestehen. Nach weiterer Beweisaufnahme kommt schließlich ein Vergleich auf folgender Grundlage zustande :
„Der Beklagte bedauert, dem Schriftsteller Lebius diejenigen Tatsachen über den Privatkläger erzählt zu haben, die den restlichen Teil der erhobenen Privatklage bilden. Er erklärt toeiter, daß er diese Angaben ungeprüft toeitergegeben habe und nicht aufrechterhalten könne. Er nimmt infolgedessen diese beleidigenden Angaben zurück."
Ter Privatkläger May erklärt hierzu, daß er mit dem Vergleiche einverstanden fei, zumal er eine gerichtliche Bestrafung des Beklagten nicht wünsche, da dieser nur in Unkenntnis der wirklichen Tatsachen gehandelt habe. Bezüglich der Kosten einigen sich die Parteien dahin, daß der Beklagte die Gerichtskoften übernimmt, während die außergerichtlichen Kosten gegeneinander ausgewogen werden.
Darauf zieht der Privatkläger seinen Strafaittrag zurück. Der Schriftsteller Lebius war als Zeug'e geladen worden und an Gerichtsstelle auch .erschienen, doch wurde auf sein Zeugnis allseitig verzichtet._________________________________________________________
(Ein Revolveranschlag ans den Bürgermeister von Newyork.
Newyork, 9. Aug. Ter 'Bürgermeister Gaynor von Newyork wurde, als .er auf dem Lloyddampfer „Kaiser Wilhelm der Große" nach Europa adreisen Ivollte, durchweinen Revolverschuß schwer verwundet: der Täter ist verhaftet. Sein Name ist Jules Gallagher. Er war Wächter des städtischen Hafenamtes und gibt als Grund an, der Bürgermeister habe ihn um fein Brot gebracht. Ein Lloydbeamter schlug den Angreifer nieder. Gaynor war wegen seiner durchgreifenden Reformen wiederholt Drohungen ausgesetzt.
In dem Augenblick, wo das Attentat erfolgte, stand Gaynor auf dem Oberdeck des Dampfers in Unterhaltung mit mehreren Freunden. Tie Kugel drang in die linke Kopfseite ein. Gaynor beabsichtigte auf einen Monat zur Erholung nach Nordeuropa zu reifen. Er erlitt eine Verwundung am Halse, die nicht lebensgefährlich erscheint, und wurde ,inö Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist ernster pls zuerst angenommen wurde. Es wurden drei Schüsse auf ihn abgegeben, von denen zwei fehlten. Auch der neben Gaynor stehende Kommissar Edwards wurde durch eine Revolverkugel leicht verletzt.
Ikrmiicbtes.
* Tie Untersuchung gegen den Rektor Bock zieht, wie aud Berlin gemeldet wird, immer weitere Kreise. Dem Rektor Bock ist einer seiner Lehrer in das Unter-, suchungsgefängnis gefolgt, und auch sein eigener Sohn, ein Junge von noch nicht ganz 16 Jähren, hat sich nach dem bösen Beispiel seines Vaters mit Schülerinnen zu schaffen gemacht. Der Lehrer war gerade von einer Lllpemeise zurück- gekehrt. Er spielte den Schöngeist, trieb viel Musik und vraljUe viel mit vornehmen Liebschaften. Seine Sangeskunst soll, wie er behauptet, eine Schülerin zu der Bitte veranlaßt haben, ihn in seiner Wohnung besuchen zu dürfen, damit sie. sich dort rav seinen Vorträgen erfreue; ionnc. Die Seche liegt aber anders. Er hat auch ost ehemalige Schülerinm.i nach .feiner Wohnung mitgenommen pnd ihnen unsittliche Anträge genyacht- ReLor
Dock unterhielt zwei feste Wsteigeauarticre, die er auch bcfreutU beten und bekannten Herren überließ, nachdem er ihnen Schülo rimien zugeführt hatte. Tas geschah im Amtszimmer, wohin er die Mädchen kommen ließ, damit sie vor seinem Gaste (^dichte aufsagten. Er verließ bann scheinbar gezwungen das Zimmer auf ein Weilchen. Tie .Bekanntschaften, die auf diese Weise vermittelt wurden, sanden nach der Schulentlassung ihre Fortsetzung. Nicht bloß in feinem Amtszimmer führte Bock Kinder mit feinen Freunden zusammen, sondern auch in Cafss und verschwiegenen Zimmern gewisser Wirtschaften. x Zu geeigneter Zett verschwand er dann und .überließ es seinen Freunden, die Mädchen betrunken zu machen'.und hierauf nach den Absteigequartieren zu verschleppen. Es ist auch uotgetoinmcn,_ daß der Rektor die Kinder unmittelbar nach einem Quartier bestellte, um mit ihnen Schokolade zu trinken und seine Freunde zu erwarten. Dieses ganze Treiben ist schon fange ruchbar gewesen, aber es blieb immer bei Anspielungen und Andeutungen.^ Jetzt gehen der Kriminalpolizei tagaus, tagein von ehemaligen Schülerinnen Briefe ohne Unterschrift zu. Ihre Verfasserinnen behaupten, daß ihnen noch unendlich viel mehr Material, als bis jetzt der Oeffentlichkeit übergeben worden ist, bekannt sei.
Kleine Tagcschroniik.
Aus Wilhelmshöhe meldet man: In der Gemarkung deS Vorortes Heckershausen wurde der 68 jährige Landwirt Krebs er s cho ssen aufgesunden. Er hielt einen Revolver in der Hand, doch wird Mord angenommen. Ein Polizeihund verbellte ben eigenen Sohn bes Erschossenen, mit dem dieser in Un- frieben gelebt hat.
In Laub st n h l wütet, wie die „Pfälz. Presse" meldet, eit Dienstag 6 Uhr in der Sickingerbrän ein Großfen er. Ein Teil des Gebäudes brannte nieder. Tas Feuer sprang bann auf die gegenüber liegenden Häuser der Straße über und setzte auch hier sein Zerstörungswerk fort. Ter Schaden ist sehr bedeutend.
Ganz ungewöhnlich starke Regengüsse verursachten in den letzten Tagen in I a p a n 11 e b e r f ch w e m ni ungen , insbesondere in der Provinz Shizuoka. Hunderte von Häusern sind unter Wasser gesetzt; Eisenbahnzüge wurden zur Entgleisuna gebracht.
Zwischen San Francisco und Santa Rosa ist ein P e r s o n e n z n g mit einer Lokomotive zusa m m enge st o ß e n. Dreizehn Personen wurden getötet, zwölf verletzt.
Märkte.
fe. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht üom 10. 9lng. Aufgetrieben waren 1211 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 00.00-00.00 AU., Schlachtgewicht 00—00 Mk. Votlsteischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 54.50-56.50 Mk., Schlachtgewicht 68—71 Mk. Vollsleischige Schweine über 2'/z Zentner Lebendgewicht 56—57.53 Mk., Schlachtgewicht 72.00—78^Mk. Fetisch weine über 3 Ztr. Lebendgewicht 56.00—57.50 Mk., Schlachtgew. 72—78 Mk. Fleischige Schweine Lebendgewicht 56.00—57.00 Mk., Schlachtgewicht 72.00—73 Mk. Sauen Lebendgewicht CO—00 Mk.: Schlachtgewicht 00—00 Mk. Geschält langsam, bleibt Ueberstand.
Amtlicher Wetterbericht.
O e f f e n t l i ch e Wetterdienststelle Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag dem 11. August 1910: Heiter, trocken, mäßig warm.
GrsginaL-DraktrncLdrrugen.
Offenbach, 10. Aug. (Privattelegramm.) Bei der Kirchweihe in Oberrad, die am 17. Juli stuttfcmd, war ein Schutzmann von vier Burschen überfallen und verletzt worden. Ter Offenbacher Kriminalpolizp! g-elang es nun, die Täter KU ermitteln. Es find vier Kerlchen im Alter von 19—22 Jahren.
Dortmund, 9. Aug. Oberbürgermeister Schmr-e- ding erlitt heute nachmittag einen Schlaganfall. Sein Zustand ist ernst.
Berlin, 10. August. In der Nähe von Sadowa stieß gestern abend um 91 2 Ühr der P er s o n e n d a rn p f e r „K Y f f - 1) ä u f c r I" so heftig mit dem P i i v a t m o t o r d o o t „A g n es" zusammen, daß dieses sofort sank. Eine in der Kajüte des Bootes befindliche Dame kam ums Leben, während die anderen vier Insassen, zwei Damen und zwei Herren, gerettet werden konnten. Der Dampfer wurde am Vorderteil unerheblich beschädigt. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, konnte nicht festgestejlt werden. Einesteils wird behauptet, daß eine Unvorsichtigkeit des Führers des Motorbootes die Ursache des Zusammenstoßes gewesen sei, andererseits wird behauptet, der Dampfer habe viel zu stark seillichen Kurs genommen.
Berlin, 10. August. "Nach Unteridjlqgungen bon 3 0 0 0 0 Mark flüchtete der frühere Inhaber einer Möbelfabrik in Eharlottenburg, der verheiratete 45 Jähre alte Möbelfabrikant B r a u n f i s ch. In seiner Begleitung soll sich die Freundin seiner ältesten Tochter, die als Verkäuferin in einem Juweliergeschäft tätig gewesene 17 Jahre alte Gun Hilde Brolin befinden. Diese zeigte ihre Ankunft Bekannten in Kopenhagen an. Man nimmt an, daß die Geflüchteten sich dorthin begeben haben.
Bremen, 10. August. Eine gestern abend vom Verbände der S t a a t s a r b e i t e r einberufene Versammlung erhob Wider- spruck) gegen die Art der Behandlung ihrer Anträge auf Ver- . besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnifse in den Staatsbetrieben und beschloß, über sämtliche Staatsbetriebe die Sperre zu verhängen, also den Zuzug von ihnen fernzuhalten.
London, 10. Aug. Ter Sta h ltrustpr eis für Stahlschienen ist von 28 Doll, auf 261? Doll, herabgesetzt worden. Diese Maßnahme wurde dadurch bedingt, daß die deutschen und englischen Kaufleute ihre Schienen trotz des hohen Zolles in San Franzisw zu billigerem Preise einzufuhrcn vermochten.
Konstantinopel, 10. August. Die Blätter veröffentlichen eine Depesche des Mali von Svrien, nach welcher bet dem am 3. August gemeldeten Angriff von Drusen gegen drei Dörfer des Hauran 69 Personen, darunter sechs Nicht-Mohammedaner und 12 Frauen ermordet wurden. Die in Konstantinopel befindlichen Drusen-Beys forderten die Drusen mtt, sich den Regierungstruppen zu unterwerfen. Nach einer Depesche des Wali von Koisowo oesübte der BifchoWikar IPid <^dbftmotb, da er das der Regierung gegebene Versprechen, Wastendepots anzugeben, infolge eines früheren dem bulgarischen Komttee geleisteten Eides nickt halten konnte.
N e u y o r k, 10. August. Der Präsident von Ehile, Mont, ist an Bord des Lloyddampfers „Kaiser Wtthelm der Grotze" nach Europa abgereist, wo er Bad-Nauheim zu besuchen gedenkt.
Buenos-Aires, 10. Aug. A. Rodrrguez ,e>ao wurde zum Präsidenten gewähll. _________
Rüsselsheim M»m
[Man verlange Preisliste.


