Ausgabe 
7.7.1910 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

tragen:

t)

In St. Quentin hat ein 18 jähriger Tischlergehilse namens Detrauz vor dem Polizeikommissariat einen Schutzmann durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt; der Angreifer, der sofort verhaftet wurde, erklärte, er kenne den Schutzmann nicht, er habe nur den kürzlich Hingerichteten Liaboef rächen wollen.

Infolge der noch immer anhaltenden gro fielt Hitze in New­ark und in den Städten dos Staates sind insgesamt 171 Pe r- oneit der Hitze erlegen.

* Uebertroffen.Meine Violine klingt so schön, daß die Vögel.draufien mitsingen."Und meine Flöte so kräftig, dafi die Fabrikarbeiter heim Zehen, weil sic meinen es wäre eine Dampfpfeife." i

Kleine Tageschronik.

Der DampferMainz" mit der Graf Zeppelmschen Vor­expedition an Bord, der erst am Freitag von Bergen abgehen elfte, ist am Mittwoch nachmittag in nördlicher Richtung von Bergen abgegangen.

Infolge anhaltender Regengüsse schwellen in der ganzen Schweiz die Seen und Flüsse von neuem bedrohlich an. Der Murtensee trat über seine Ufer und überschwemmte auf weite Strecken das bebaute Land.

Lanörvirtschaft.

X Von der oberen Niddn, 6. Juli. Die trostlosen Wetteraussichten rufen schwere Besorgnisse wach. Ist den geschlossenen Wieseirgründen wurde mit der Heuernte zu lange gewartet; jetzt hat das Futter viel von seiner Güte verloren; in tiefer gelegenen Wiesen stellt sich Grund- wasser ein und nicht nur die Aussichten auf Heu, sondern auch auf Grummet sind schlecht, da letzteres nicht eher wachsen itann, als das Heu entfernt ist. Dcts seit 2 Wochen bereits gemähte Heu verliert jeden Tag mehr an Wert. Auch für die Kartoffeln hegt man Besorgnisse. Gurken und Bohnen werden gelb und rostig. In den Gärten richten die Schctr- u s c großen Schaden an. Ebenso treten die ©djneefen in großer Menge auf.

Friedberg vom 19. Dezember 1908

meinben Lollar, Mainzlar, Treis a. d. Lda., Mendorf <t d. Lda Climbach und Londorf zu einem Konsortium, um, vorbehaltlich des Rückgriffs auf die Gesamtheit der am Bahnban interessierten Gemeinden und Gemarkungsinhaber, das erforderliche Gelände zum Dau der genannten Bahn zu erwerben. In einer weiteren Sitzung im Februar 1905 wurden bann die BeitragSquvten festgesetzt für Lollar au: " i, Londorf und Climback) 1/2, Mainzlar, Mendorf a. d. Lda., Treis a .d. Lda., Daubrirtgen 1, Staufenberg, Heiberts- 'hausen, Kesselbach 1/4 und schließlich in einer dritten Sitzung irrt J!rrni 1906 für Gieß en auf Vio- Ein großer Teil der in Anspruch genommenen Gemeinden verweigerte die Zu- srimmung zur Heranziehung überhaupt oder in der vor­gesehenen Höhe, so daß verwaltungsgerichtliche Entscheidung erforderlich wurde. Der Provinziat-Ausschuß übertrug diese jEntschaidung dem Kreisausschuß des Kreises Friedberg, weil der Kreisausschuß des Kreises Gießen beschlußunfähig war. ;2ie Stadt Gießen hat der Heranziehung zunächst die . >Einrede der Verjährung entgegengesetzt, indem sie anführte, ösientftche Abgaben und Gefälle, zu denen der angeforderte Beitrag gehöre, verjährten innerhalb 4 Jahren. Es seien fader schon seit Errichtung der Bcchn mehr wie 4 Jahre ; verstrichen gewesen, ehe man. es für nötig gehalten habe, die Stadt Gteßen davon in Kenntnis zu setzen, daß fie 'einen Beitrag leisten solle. Weiter habe Gießen aber auch gar fein Interesse an der Bahn, da der Verkehr durch sie nicht Gießen zu-, sondern von ihm abgelenkt werde. Die Ge­meinde Lollar versuchte nachzuweisen, daß ihr die neue Bahn nur Nachteile gebracht habe. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg entschied, daß beizutragen seien von den Gemeinden Lollar 13,69 Proz., Londorf 5,08, Mainzlar 5,11, Ällendorf a. d. Lda. 11,69, Treis a. d. Lda. 10,72, Daubringen 4,82, Climbach 1,01, Staufenberg 1,45, Allerts­hausen 0,28, Kesselbach 0,49, Gemartung Heibertshausen 0,07 und Stadt Gießen 45,59 Proz. In der heutigen Ver­handlung war über den Rekurs der Stadt Gießen und der Gemeinde Lollar gegen dieses Urteil zu entscheiden.

, Nach längerer Verhandlung entschied der Provinzial-Aus- schuß, daß die Rekurse als teilweise begründet an­zusehen und der Beitrag von Gießen auf 7.16/ der von Lollar auf 3/s zu ermäßigen sei.

*

Die Gr underwerbskosten für die Nebenbahn Lollar-Londorf betragen dem Vernehmen nach 250000 Mk.

Ocach den bisherigen Entscheidungen haben hiervon zu

Aniveriitäts-Nachrichlen.

[] Marburg, 6. Juli. In der theologischen Fakultät habilitierte sich am Samstag Licentiat Bornhauser mit einer Antrittsvorlesung überDas religiöse Problem in Frankreich während der Borrevolutwn."

Karlsruhe, 6. Juli. Wie dieKarlsr. Ztg." meldet, hat der Großherzog mit Wirkung ab 1. Oktober 1910 den Professor Dr. W a g e n ni a n n an der Universität Jena unter Verleihung des Titels Geheimer Hofrat zum ordentlichen Professor der Augen- Heilkunde und Direktor der Augenklinik an der Universität Heidel­berg und für den gleichen Zeitpunkt den Professor Dr. Wilms ß.n der Universität Basel zum ordentlichen Professor der Chirurgie und zum Direktor der chirurgischen Klinik an der Universität .Heidelberg ernannt.

Markte.

th. Gießen, 6. Juli. Gießen mit seinen von altershcr blühenden Viehmärkten entwickelt sich immer mehr als Zentrale des Rindviehhandels für einen großen Teil ^^Westdeutschlands, trotz to Wangelndm EtMichtuLLen, M LtaUüng und LÄsen^

Handel.

Reichs bank und Geldlage. Die Entwicklung des Geldmarktes hat sich durchaus nicht so günstig entwickelt, wie es selbst in vielen Fachzeitungen hingestellt worden war. AlS der letzte Reichsbankausneis mit seinen außergewöhnlichen hohen Anforderungen an das Wechsel- und an das Lombardkonto, sowie mit der um diese Zeit noch nie dagewesenen hohen Notensteuer­pflicht bekannt wurde, würbe zur Beruhigung mitgeteilt, daß aller Voraussicht nach schon die ersten Tage des neuen Monats eine Erleichterung durch starke Rückflüsse in die Bank bringen werden. Diese Erleichterung ist aber bis jetzt nicht gekommen. Im Gegenteil sind, wie aus Berlin gemeldet wird, Neueinreichungen von erheblichem Umfang zu verzeichnen, während in der gleichen Zeit des Vorjahrs bereits stattliche Rückflüsse eingetreten waren. Dadurch werden die Befürchtungen, daß in absehbarer Zeit eine Diskontermäßigung nicht zu erwarten ist, nur bestätigt. Der nächste Ausweis dürste jedenfalls noch hohe Ziffern zeigen.

LuftscWahrt.

Kopenhagen, 6. Juli. Heute abend machten der schwedisck>e Hlieger Boron E e d e r st r ö m und der dänische Flieger Svend- /jen den Versuch,, vom Kopcnhagyter Flugplätze aus den Sund

Provmzialausschusses Oberhessen vom 6. Juli 1910.

nach der Entscheidung des Kreisausschusses

nach Malmö zu überfliegen. Beide erreichten wegen des heftigen Windes nicht ihr Ziel. Baron Cederström landete auf der Insel Säftholm; Svendsen flog nach dem Kopenhagener Flug­plätze zurück, wo er nach einem Fluge von 21 Minuten Dauer wieder glatt landete, obgleich er während des Fluges von Un­wohlsein befallen wurde, so daß et vom Flugplätze f orige-, tragen werden/mußte.

Betheny, 6. Juli. Bei einem Winde von 15 Sekunden­metern stieg Leutnant Bassel mit seinem zusammengekupvelten Zellen brach en 110 Meter auf und verblieb 42 Minuten in dieser Höhe.

Sport.

s. Marburg, 6. Juli. Das 19. Gauverb ands- s chießen der Schützenvereine des Gaues Hessen-Nassau ging gestern abend zu Ende. Das Ergebnis des Preisschießens ist: Fe st scheibe (100 Meter): 1. Preis Ehr. Kremer, Weilburg; 2. Langenbach, Siegen; 3. W. Plitt, Biedenkopf; 4. K. Brühl, Biedenkopf; 5. C. Deitermann, Siegen; 6. Manneschmidt, Bieden­kopf: 7. G. Stang, Marburg; 8. H. Uuckel, Marburg; 9. G. Fendt, Marburg; 10. Ad. Maus, Herborn; 11. H. Saueä', Neunkirchen; .12. Holtmeier, Butzbach. 13. P. Lowka, Marburg; 14. A. Sommermann, Marburg; 15. E. Vogt, Butzbach; 16. Fr. Brauer, Marburg; 17. Eh. Tag, Homburg; 18. Psannschmidt, Neunkirchen; 19. H. Wießler, Butzbach; 20. W. Menz, Marburg; 21. G. Lommcl, Weüburg. Meister scheiben: 100 Meter: H. Bücking II., Alsfeld; 175 Meter: I. Schmitz, Frankfurt a.M.; 300 Meter: I. Schmidt, Hanau und O. Dula, Marburg (Ehren­preis, gestiftet von Herrn Dr. Reich in Düsseldorf für den besten Marburger Schützen). Wildstand:^ Ehr. Tag, Hornburg; A. .Pascoe, Gießen. Fe st scheibe (175 Meter): 1. Preis F. Er­in ert, Betzdorf; 2. H. Laper, Marburg; 3. Schreiner, Herborn; 4. Neumann, Butzbach; 5. Hacker, Biedenkopf; 6. I. Schmidt, Hanau; 7. H. Schmidt, Gießen; 8. H. Wolf, Homburg; 9. Gunfch- mann, Darmstadt; 10. A. Wolf, Betzdorf; 11. H. Thoeme, Biedenkopf; 12. F. Holtmeyer, Butzbach; 13. Ehr. Tag, Hom­burg ; 14. K. Dietrich, Marburg; 15. P. Lowka, Marburg; 16. I. Bueck, Bockenheim. Fe st scheibe (300 Meter): 1. Preis A. Wolf, Betzdorf; 2. Reinhaeckel, Suhl; 3. Jüngst, Biedenkopf; 4. I. Bueck, Bockenheim; 5. H. Jllig, Bockenheim; 6. C. Sommer, Siegen; 7. A. Dicköre, Gießen; 8. Paffratb, Marburg; 9. W. 'Jung, Siegen; 10. A. Beek, Herborn; 11. W. Wollberg, Neun- kirchen; 12. Fr. Bang, Marburg; 13. Themel, Biedenkopf; 14. Wießler, Butzbach; 15. Metzler, Weilburg; 16. Maus, Herborn. Der Wanderpreis fiel nach Betzdorf. Das nächstjährige Fest soll (in Neunkirchen stattfinden.

Vermischtes.

* Der verkannte Eduard. Kaum glaublich aber nichtsdestoweniger wahr ist ein Stückchen, das sich jüngst in einem Gebirgsdörfchen ereignete. Dort bescherte Ge­vatter Storch eine Familie mit einem kleinen Weltbürger. Das Kind wurde tags darauf getauft und erhielt den Namen Eduard. Als der kleine Mann jedoch drei Tage alt war, entdeckte man, daß Jung-Eduard gar kein Knabe, sondern ein Mädchen war. In aller Stllle wurde nun aus dem wackeren Eduard eine Agnes gemacht. Auf diese nicht mehr ganz gewöhnliche Weise kann ein Menschenkind zu zwei Taufpaten, einem Paten und einer Patin, kommen.

* Schw albe und Kreuzspinne. Dem B. L.-A. wird von einem Leser geschrieben:Gestern nachmittag fiel vom Dach eines 5)auses eine Schwalbe herab. Ich nahm das Tierchen vom Boden auf, um es zu pflegen und vielleicht zu retten. Während ich es untersuchte, kroch aus dem Ge­fieder eine Kreuzspinne hervor, die ersichtlich sich voll Blut gesaugt hatte. Gleichzeitig bemerkte ich am Hals der Schwalbe einen kleinen kahlen Fleck. Ich tötete die Kreuz­spinne und hierbei zeigte sich, daß sie erst vor kurzem der Schwalbe Blut ausgesogen haben mußte. Ich toanbte nun meine Sorgfalt dem Vögelchen zu, allein^es half nichts mehr; die Schwalbe starb nach einer halben Stunde." Daß Vögel von Spinnen angegriffen werden, dürfte in Deutsch­land wohl zu den größten Seltenheiten gehören.

* Wenn man M e v c r heißr.... Es gibt gewisse Namen, die man getrostSammelnamen" nennen könnte, weil eine Unzahl Menschen mit ihnen benannt oder, wenn man will, behaftet ist. Zu diesen Sammelnamen zählt neben den Müller und Schultz auch der am meisten verbreitete Meyer mit seinen zahlreichen ay-, ei- und ey-Varianten. Der Besitz eines solchen Sammelnamens bedeutet für dessen Träger manchmal geradezu eine Katastrophe, denn er provoziert nicht selten die ärgerlichsten Verwechslungen und Mißverständnisse. Eine solcheMeyerjade" bereitete jüngster Tage auch einer jungen Dame in Wien im 2. Bezirk eine höchst peinliche Viertelstunde. Die Betreffende war nach der launigen Schilderung der Oesterreichischen Volks­zeitung verlobt und unterhält mit ihrem Bräutigam, wie das bei Brautleuten meistens Brauch ist, einen recht lebhaften Briefwechsel. Um dem Erkorenen er heißt Franz Meyer das Ersteigen ihrer im vierten Stock gelegenen Wohnung mög­lichst zu ersparen, bestimmt sie ihm gewöhnlich^ brieflich eine Stunde, in der er sie an der nächstgelegenen Straßenecke er­warten kann. Auch kürzlich wurde aus seinem Wege ein Zu- ammentreffen vereinbart, dem ein gemeinsamer Spaziergang eigen sollte. Die Braut ist pünktlich zur Stelle, der Bräutigam nicht. Sie wartet geduldig und geht auf und ab. Schritt ur Schritt mit ihr, aber weder bemerkt noch beachtet, promeniert auf der anderen Seite der Straße eine korpulente, nicht mehr ganz junge Frau. Sie ist sichtlich sehr aufgeregt, verfolgt ge­bannt jeden Blick der Wartenden, schreitet endlich energisch über den Fahrweg, pflanzt sich breitspurig vor dem erschreckten Mädchen auf und fragt schließlich barsch und mit funkelttdeu Augen? Fräulein Camilla?" Die Angesprochene bejaht.Sie erwarten hier einen Herrn. . . Sagen Sie nichts. . . Ich weiß es be- timmt . . . einen Herrn Franz Meyer . . . N.-Straße Nr. 54./' Ja, aber ..."Woher ich das weiß? . . . Daher . . . aus diesem Brief. Ist der von Ihnen oder nicht?" Zornig hält sie dem Mädchen das Billet hin, das dies gestern geschrieben.. Fräulein Camilla errötet unwillkürlich und stammelt dann:Ich . . . ich werde doch an meinen Bräutigam schreiben dürfen?" . . .Bräutigam? Schändlich! Sie unterstehen sich, einen ver­heirateten Mann mit drei Kindern als Ihren Verlobten aus­zugeben?". . . Das Fräulein wandelt eine Ohnmacht an. Ihr Franz sollte FamUienvater. . .? Unsinn. Sie rafft sich auf und will nun ihrerseits mit erhobener Stimme replizieren. Aber ihre Gegnerin läßt sie nicht zu Worte kommen.Aha," ruft fie, Sie werden blaß . . . Sie sind also schuldig! Na, ich werde Ihnen zeigen, meinen Mann in Ihre Netze zu locken." Sie aßt das zitternde Mädchen hart an, aber just int kritischen Mo­ment erscheint der Bräutigam.Franz!" kreischt Fräulein Ca­milla, reißt sich los, durchbricht den Kreis der Neugierigen, der ich natürlich schon versammelt hatte, und stürmt ihrem Verlobten entgegen. Ihr nach die feindliche Dame und ein Teil des Publi­kums. Bald ist der Bräutigam über die kritische Situation auf­geklärt, Er richtet einige nicht eben freundliche Worte an die erregte Verfolgerin und diese muß Abbitte leisten. Denn der Brief war irrtümlich bei ihrem Gatten abgegeben worden, der auch Franz Meyer heißt und in demselben Hause wohnt wie dev junge angehende Ehemann. Ja, wenn man Meyer heißt! . . ,

%

Mk.

0/0 /

Mk.

Lollar . . .

13,69

34 225

12,92

32 300

Bondorf . .

5,08

12 700

6,39

15 975

Mainzlar . .

5,11

12 775

6,43

16 075

Allendors . .

-

11,69

29 225

14,71

36 775

Treis . . .

10,72

26 800

13,49

33 725

Taubringen .

4,82

12 050

6,06

15 150

Climbach . .

A

1,01

2 525

1,27

3175

Staufenberg .

A

1,45

3 625

1,82

4 550

Allertshausen

0,28

70J

0,35

875

Kesselbach . .

-

0,49

1225

0,62

1550

Heibertshausen

0,07

175

0,09

225

Gießen . . .

45,59

113'975

35,85

89 625

zusammen

100,00

250 000

100,00

250 000

bahnanschlufi unmittelbar am? Marktplatz. Würde man für unsere Märkte einen allen Anforderungen entsprechenden Viehdof schaffen, so würde jebe Woche sich ein Markt entwickeln und die Btärkte würden einen Umfang annehmen, von dem man beute fiel) kaum einen Begriff machen kann. Mit dem Voryarrdenseiu eines Vieh- Hofs würde selbstverständlich auch der vollständig zu einem Markt ausgebildete Handel in Milchvieh auf der Eilgutsrampe sort- fallen, der fast jede Woche mit den eintrefsenden großen Traust Porten von schwarzbuntem Vieh stattftndet zum Schaden unserer Märkte, beiten dadurch das so sehr gesuchte Qualitätsviey zum größten Tell entzogen wird. 9luch diesmal wurden beim Vor­handel wieder starke Transporte Milchkühe und Jmtgtiere ver­kauft, trotzdem betrug der Auftrieb des Marktes 1400 ^t. Groß­vieh, 450 Jungtiere und Kälber und 300 Schweine. Für Milch­kühe legten die Einkäufer für Frankfurt, Wiesbaden und Koblenz, die gute Ware suchten, recht belangreiche Preise an, so daß der Preis für die geringeren Qualitäten dadurch gesteigert wurde. Jungtiere, die u. v. auch aus der Eifel gekommen waren, gingen flott zu angemessenen Preisen fort. Der Handel in fetten Rindern und Kühen war bei recht hohen Preisen sehr belebt. Das gleiche Bild zeigte der Kälbermarkt, bei dem die hohen Preise des letzten Marktes bestehen blieben. Der Handel in Ferkeln und Läufern litt unter dem nassen Wetter, doch wurde der kleine Vorrat zu den Preisen des letzten Marktes unter gebracht. Es wurden für das Ltück bezahlt: Aillchkühe 1. Qual. 550 bis lüO Mk. (vereinzelt schwere Tiere bis 650 Mk.), 2. Qual. 460530 Mk., 3. Qual. 370 bis 444 Mk., Jungvieh je nach Alter und Form 140240 Alk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual. 80 bis 82 Mk. (einzelne extra schivere Tiere bis 85 Aik.), 2. Qual. 77 bis 79 Mk., leite Kühe 1. Qual. 72 bis 75 Mk., 2. Qual. 6972 Mk., geringere Ware fehlte. Kälber 1. Qual. 8388 Mk. (vereinzelt extra schwere Stücke bis 92 Alk.), 2. Qual. 75 bis 80 'Mk., 3. Qual. 68 bis 73 3)lf. Fette Echsen sind in der Gegend überaus fuapp und sind nur von Handelsleuten zu haben, welche für 1. Qual. 8688 Mk., 2. Qualität 83 bis 85 Alk. ver­langen. Die Preise für Ferkel stellten sich für das Paar 6 bis 8 Wochen alt, 4454 Mk., 10 bis 13 Wochen alt 60 bis 70 Mk., leichte Springer 80 bis 100 Alk., Mittelware bis 130 Mk., schwerere Tiere bis 160 Mk. Gute schlachtreife Schweine werden in Fleisch­ware nut 6364 Alk. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt. Nächster Markt am 19. und 20. Juli.

L. Friedberg, 6. Juli. Trotz der recht ungünstigen Witterung war der Verkehr auf unserem heutigen Vieh markte sehr leb­haft. Llahezu 1400 Schweine waren aufgetrieben und von 7 Uhr nwrgens an entwickelte sich ein lebhafter Handel. Die Preise hielten sich in früherer Höhe, ja sind noch hinauf gegangen. Tas Paar Ferkel, ganz junge Ware, kam aus 36 Alk. zu stehen, schwerere Tiere auf 50 bis 70 Alk., schon gegen mittag war der Markt ge­räumt. Die Zufuhr zum Markt nimmt mit jedem Jahre zu.

Limburg a. d. Lahn, 6. Juli. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreis pro Malter. jHoter Weizen (nassauischer) 16,55 Alk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 16,10 Alk., Korn 10,80 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 Alk., Braugerste 00,00 Alk., Hafer 7,25 Alk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 4,405,00 Alk.

ke.Frankfurta.M. V i e b h of-Al a r k t b e r i ch t vom 7. Juli. Auftrieb: Ochsen 23, Bullen 8, Färsen und Kühe 151, Kälber 733, Schafe 108, Schweine 887, Ziegen 3.

Tendenz: Kälber glatt, Schafe und Schweine ruhig, aus­

verkauft. Preis pro 100Pid.

Lebend- Schlacht­gewicht

Kälber, Mk. Mk.

Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 5862 96104

Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 5357 9095

Geringere Saugkälber......... 4850 8285

Schafe.

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 3738 7880

Sichere Masthammel und gut genährte Schafe 35-00 76-00

Schweine.

Vollfleischige Schweine über 21/, Zentner Lebendgewicht.........

Fettschweme über 3 Ztr.Lebendgew. .

Fleischige Schweine.......

53.0055.00

54.0055.00

52.0054.00

67.0069.00

68.0070.00

66.0069.00

Kird?lid?e Nachrichten^

Israelitische HelißionsgemeinOe.

Gotter-ienst in der Synagoge (Süd-Anlages

Samstag den 9. Juli 1910:

Vorabend 7.45 Uhr.

Al 0 r g e n s 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbatausgang 9.35 Uhr.

Samstag den 16. Juli, nachmittags 4 Uhr: Jugerrdgottesdienst mit Predigt.

Israeiitijche Religionsgejellschast.

s Gotterdlenft.

Sabbatfeier am 9. Juli 1910:

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Illachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.35 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

FamiLien-NQchrichtcn.

Geburten: Herrn Pfarrer Schttltheis und Frau in Hoch- Weisel eine Tochter. Herrn Lehrer Jung und Frau in Maulbach ein Sohn.

Gestorbene: Frau Elisabethe Falk, geb. Schultheis, in Steinfurth. Herr August Diehl in Butzbach. Frau Anna Bender, geb. Schmidt, m Gambach. Herr Wilhelm Lind in Laubach. Fräulein Henriette Weitz in Alsfeld. Herr Johannes Euler in Mittelgründatl. Herr Jakob Koch im Hof Ronneburg bei Büdingen. Frau Fanni Löwenstein, geb. Meier, in Echzell. Herr Johannes Bittet in Darmstadt. Herr Paul Wolff, Frau Katharine Düster Witwe, geb. Bauer, beide in Wetzlar. Herr Karl Roth in Groß-Rechtenbach. Frau Marie Matthaei, 1 geb. Schneider, aus Marburg (geft. in Omaha (Nord-Amerikas). Herr G. Ziffer in Niedereisenhausen. Herr Hermann Weigold in Wiesbaden.

------------------- =......

Briefkasten dev Redaktion.

(Anouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Nidda. Wir bitten um Einsendung der Arbeiten.

Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. Lange.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

JE

1910

Barometer auf 0* reduziert

c

&

der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

Grad der Beuvlbung in gehnrel der sichtb. Himmelrfl.

Wetter

\

6.1 2«

739,3

14,4

10,7

88

8 .

2

10

Regen

6. 9"!

738,4

11,8

10,0

97

ENE

2

10

7,1 7-b

740,7

13,0

9.8

89

SE

2

0

Sonnenschein

H

öchste

Tetnpe

ixitur

mn 5.

bis 6.

Ju

i = 4

14,0 6 a.

Niedrigste

w

r 5.

- 6.

H

= H- 11,5 °c.

Foulard - Seide v. 95 Pf. ab

- Schon verzollt! Verlangen Sie Master!

D6/t G. Henncberg, Zürich.