Ausgabe 
9.9.1910 Zweites Blatt
 
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Nr. 211 Zweites Blatt

160. Jahrgang

Freitag 0. September 1910

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Kamilienblätter" werden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsblatt für den Kitts Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fiagen" erscheinen monatlich zweimal.

General-Anzeiger für Cberheffen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: e=a@ 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen.

die Eindecker imb bie Zweidecker einander fast die Wagen halten. Von 30 Fliegern ist bekannt, daß sie mit der Ausarbeitung der Einzelheiten an neuen Originalmodellen beschäftigt sind. Besondere Erwartungen setzt man auf Paulhan, der in kurzem die ersten Ver­suche nut einem neuen Aeroplan anstellen will, dessen Tragflächen während des Fluges zur Erzielung einer größeren Geschwindigkeit verkleinert werden tonnen.

51 Allgemeiner Genoffenschaftrtag.

rb. Bad-Nauheim, 7. Sept.

Den letzten Gegenstand der heutigen Tagesordnung bildete folgender Antrag des Engeren Ausschusses:

Vorgänge im deutschen Genossenschaftswesen, veranlassen den Allgemeinen Genossenschaftstag zu folgdirden Feststellungen:

1. Die durch das Genossenschastsgesetz von 1889 zugelassene Bildung der eingetragenen-Genossenschaften mit beschränkter Haft­pflicht und von Genossenschaften, deren Mitglieder Genossenschaften sind, hat eine Zentralisation zur Folge gehabt, deren bedeutungs­volle Merkur al e erscheinen: als ein Verstoß gegen den der Genossen­schaft eigenen Charakter der lokalen Begrenzung ihrer geschäft­lichen Tätigkeit durch weitestgehende territoriale Ausdehnung, als ein Verstoß gegen den der beschränkten Haftpflicht eigenen Charakter der Beschränkung der Haftpflicht durch Ausdelmung der Haftpflicht auf Beträge, die der Beschränkung der Haftpflicht tlyren Zweck nehmen, als ein Verstoß gegen das Gebot der llebersichtlichkeit und der Klarheit geschäftlicher Verpflichtungen durch die wechselseitige Mitgliedschaft von Genossenschaften.

2. Die Bemessung des Geschäftsanteils auf eine minimale Höhe und Festsetzung der Haftsumme auf einen Betrag, der zu der des Geschäftsanteils außer Verhältnis steht, unter gleichzeitiger Zulassung des Erwerbs einer großen Anzahl Geschäftsanteile hat sich als eine Gefahr für die Mitglieder, als ein ungesunder An­reiz zur Ausdehnung der geschäftlichen Tätigkeit der Genossenschaft und zur Anwendung der genossenschaftlichen Organisation auf wirtschaftliche Unternehmungen, für deren Betrieb die genossen­schaftliche Organisation nicht geeignet ist, erwiesen.

3. So notwendig für die Genossenschaften ein ihren wirt­schaftlichen Verhältnissen entsprechender Bankkredit ist, so nach­teilig ist den Genossenschaften ein Bankkredit, den sie als dauern­des Betriebskapital gebrauchen und insbesondere zur Ausdehnung ihres geschäftlichen Wirkungskreises benutzen können.

4. Den Gegenstand des Unternehmens auf ein bestimmtes Wirtschaftsgebiet zu beschränken ist ein Gebot für die sichere Ent­wicklung. Ganz besonders zu verwerfen ist die Verbindung von Waren- und Kreditgeschäften. Dies gilt sowohl für die Kredit- und Konsumvereine wie für die landwirtschaftlichen Genossen­schaften und Baugenossenschaften.

5. Die an einzelnen Orten erfolgte Umwandlung von Ge­nossenschaften in Aktiengesellschaften ist nicht in den wirtschaft­lichen Verhältnissen, sondern in den Nebenabsichten einzelner, Personen begründet. Sie ist insbesondere nickst darauf zurück­zuführen, daß die Kreditgenossenschaften Schulze-Delitzsch'schen Systemssich einen kapitalistischen Anstrich zugelegt haben".

Die nur iwch langsam fortschreitendeörtliche Verbreitung des Schulze-Delitzsch'scheu Kreditgenossenschaftswesens" findet in her großen Zahl der bestehenden Kreditgenossenschaften ihre natür­liche Erklärung.

Weder die Entwicklung der Sparkassen zu Bankinstituten noch die Errichtung von Filialen der Banken bieten einen Ersatz für bie Kreditgenossenschaften. Die wirtschaftliche und 'soziale Not­wendigkeit dieser Kreditorganisationen ist unberührt geblieben durch die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse.

lieber diese Leitsätze verbreitete sich Verbandsanwalt Prof. Dr. Crüg er in einer anderthalbstündigen Darlegung. Er wies zunächst darauf hin, daß die vorstehenden wichtigen Fragen drmgeno einer Erörterung auf dem Genossenfchaftstage bedürften, der dafür auch vollständig kompetent sei. Man habe sich über die an­geregten Punkte schon häufig unterhalten, es sei nun an der Zeit, bestimmte Grundsätze aufzustellen und der Öffentlichkeit zn unter­breiten. Diese Grundsätze seien das Ergebnis der Erfahrungen, und der Lehren, die man zur Zeit aus der Gesamtheit des Ge­nossenschaftswesens sieben könne. Der Redner erläuterte dann an der Hand statistischer und praktischer Ergebnisse die einzelnen Punkte des Antrags, dem schließlich von der Versammlung ein­mütig zugestimmt wurde.

Damit war die Tagesordnung dieser Hauptversammlung erschöpft; es folgten am Nachmittag Sonderversammlungen.

rb. Bad-Nau heim, 8. Sept.

In der heutigen letzten Hauptversammlung erstattete zunächst der Verbandsanwalt Dr. Crüger einen eingehenden Bericht über die langfristigen Kredite. Er führte aus, es handle sich bei Durchführung der Aufgaben der Kreditgenossen­schaften nicht um die Frage, ob Schultze-Delitzsch oder Raiffeisen, sondern um allgemein geltende Grundsätze für alle Genossen­schaften. Durch Erlaß des preußischen Landwirtschaftsministers sei schon 1896 bestimmt worden, daß beide Genossenschaftsarteft gleichwertig für das landwirtschaftliche Kreditwesen in Betracht kamen, uick) das fortdauernde Anwachsen der Schultze-Delitzsch en Genossenschaften auf dem Lande trotz der Gründung vieler Dar- lehnskassen beweise, daß sie allen berechtigten Kreditansprächen der Landwirtschaft gerecht würden. Der Redner bespricht dann die Frage des Real- und Personalkredits, den Mobiliar- und Im­mobiliarkredit und bemerkt,, daß der vom Präsidenten der Preuß. Zentralgenossenschaftskasse eingenommene Standpunkt, daß, wenn die Kreditgenossenschaften schon mit hohen Hypotheken belastet seien, sie auch, noch toeitere ähnliche Lasten auf sich nehmen könnten; das wäre doch sehr bedenklich. Es sei eine Verminderung der Hypothekenkreditgewährung anzustreben und es müsse der Grund­satz gelten, daß den Kreditgenossenschaften die Pflege des kurz­fristigen Personalkredits obliegt. Die Gewährung des Erstkredits sollte grundsätzlich nicht über die Zeit bis zur nächsten Ernte ausgedehnt werden.

Die in diesen Ausführungen sich bewegenden Leitsätze des Verbandsanwalts werden, nachdem Bankdirektor Thorwart be­fürwortet hat, die Grenze für die Kreditgenossenschaften nicht zu ipeit zu ziehen, mit unwesentlichen Abänderungen angenommen.

Gun weiterer Antrag des Anwalts lautet: Die Verfügung über einen den Bedürfnissen, aber auch den wirtschaftlichen Ver­hältnissen des Gewerbetreibenden entsprechenden Kredit ftft nach wie vor eine der wichtigsten Vorbedingungen für die Erhaltung des Mittelstandes. Die Tätigkeit der Schultze-Delitzschen Kredit- geiwssenschaften aber lehrt, daß eineMittelstands-Kreditnot" nicht besteht. Dringend muß im Interesse des Mittelstandes vor Be­strebungen gewarnt werden, die auf Gründung von Sonder­genossenschaften für den Betrieb bestimmter Geschäftszweige ab­zielen.

Verbandsdirektor Stein-Darmstadt betont, daß es Auf­gabe der Sch.-D. Kreditgenossenschaften sei, durch Bereitstellung eines ausreichenden Kredits die Erhaltung des Mittelstandes zu fördern. Sie erkennen es als ihre Aufgabe an, alle die Geschäfts­zweige zu pflegen, die sich aus den heutigen Wirtschaftsverhält­nissen für sie ergeben und die vereinbar sind mit dem Charakter der Genossenschaft als Personalgesellschaft. Die Versammlung er­klärt sich mit diesem Antrag einverstanden.

Der Verbandsanwalt berichtet sodann über die Pflege des Güterhandels usw. und empfiehlt die Annahme folgender Leit­sätze:In den fortgesetzten Bestrebungen, die Kreditgenossenschaften für die Pflege fopy Güter Handels und die Anteilnahme an der inneren Kolonisation zu gewinnen, sie zur Förderung der land­wirtschaftlichen Entschuldung durch Uebcrnahme langsrisliger oder gar unkündbarer Bürgschaften heranzuziehen erblickt der Allgemeine Genossenschaststag eine ernste Gefahr sur die Kreditgenossen' schäften, die diese Geschäftszweige aufnehmen." Zur Begründung führte: der Anwalt aus, daß namentlich in den Kreisen des .Groß­

grundbesitzes eine starke Abneigung gegen die privatwirtschaftliche Aufteilung ländlicher Besitzungen herrsche. In Bayern habe sich bei der Beratung über das Güterhandelsgesetz eine erhebliche Opposition gegen die Heranziehung der Genossenschaften zum Güter­handel gezeigt, die Kapitalkraft der Darlehnskassen reiche aber bei weitem nicht aus, Güter zu bewirtschaften resp. aufzuteilen. Die Genossenschaften sollten sich nicht auf gefährliche Wege drän­gen lassen. Ein vom Landrat Berthold eingebrachter Gegen­antrag hierzu wurde abgelehnt, der Antrag des Anwalts mit einigen Aenderungen angenommen.

Dann wurde noch eine vorn Direktor Peter- Karlsruhe näher motivierter Antrag des Verbandes der Unterbadischen Kre­ditgenossenschaften angenommen:Der Genossenschaststag emp- Pfiehlt wiederholt den Genossenschaften, ihre Jahresbilanzen so aiufzustellen und zu veröffentlichen, daß sie ein klares Bild über die Liquidität geben, für größere Kreditgenossenschaften erscheint es zweckmäßig, entsprechend dem Vorgehen der Großbanken Zwischenbilanzen zu veröffentlichen."

Damit sind die Beratungen beendet und Justizrat Dr. Alberti dankt allen Teilnehmern und behördlichen Vertrftern, worauf die Tagung mit einem Hoch auf die Verbandsleitung schließt.

* E i nOpfer d e r P o l i t i k". Der 34jährige vorbestrafte Schreiner Friedrich Nell aus Frankfurt kam nach Mainz und logierte sich unter der falschen Vorspiegelung ein, er sei in Arbeit bei einem Spezereihändler und Wirt. Als er für acht Tage Kost und Logis in Höhe von 10,37 Mk. schuldig war, kehrte er heimlich nach Frankfurt zurück. Er hatte sich gestern vor dem Schöffen­gericht Mainz wegen Betrugs zy verantworten und war vom persönlichen Erscheinen entbunden. Da'ür sandte er eine mehr­seitige, mit der Schreibmaschine hergestellte Rechtsertigungsschiift ein, die bei ihrer Verlesuug öfters stürmische Heiterkeit erregte. So behauptete er, einOpfer der Politik" zu sein, die Sozialdemokraten verfolgten ihn, die Liberalen riefen ihm zusie müßten ihn haben", aber er sei überzeugter Anhänger des Zentrums und lasse sich nicht irre machen. Dadurch komme er überall außer Stellung und könne dann seinen Verpflichtungen nicht nachkommen. DasOpfer der Politik" wurde wegen Betrugs zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Hochwasser.

Waldenburg, 8. Sept. Die anhaltenden Regen-i güsse der letzten Tage verursachten gestern nachmittag auf der eingleisigen Strecke Dittersbach Glatz in der Nähe des Bahnhofes Ludwigsdorf einen Dammrutsch. Der Damm senkte sich in einer Länge von etwa 40 Meter. Der Güterzugverkehr sist eingestellt. Der Personenverkehr wird durch Umfteigen aufrecht erhalten.

Breslau, 8. Sept. Die durch Dammrutsch auf der Strecke DittersbachGlatz hervorgerufene Ver­kehrsstörung Nrird voraussichtlich bis Sonntag andauern. Die Oder und ihre Nebenflüsse steigen weiter, so daß eine Katastrophe wie im Jahre 1907 befürchtet wird.

Breslau, 8. Sept. Die Oder ist oberhalb von Ratibor langsam im Fallen begriffen, während sie in Radibor selbst gestern nachmittag um 50 Zentimeter stieg. Der Höchststand von 1907 ist damit um 10 Zentimeter über­schritten. Vom Unterlauf wird überall steigendes Wasser gemeldet; auch die Nebenflüsse steigen noch. Aus der ganzen Provinz werden Hochwasser und Ueberschwemmungen gemeldet. Das Wetter ist abwechselnd regnerisch und heiter.

Brünn, 8. Sept. Dem Hochwasser in der Ge-i meinde Kunowitz sind Kebn Personen zum Opfer ge­fallen. Hundert Häuser sinv eingestürzt und weitere hundert drohen einzufallen. In dem mährischen Bezirk Ungarisch-, Ostta sind 50 Häuser eingestürzt und eine große Zahl gilt als unrettbar verloren. Die. zur Hilfeleistung erbetenen Pioniere begannen die Rettungsarbeiten; der Regen dauert fort.

Luftschiffahrti ~

Die Flugpost in der Wüste.

Der französische Kriegsminister, der einer der begeistertsten Anhänger der Flugmaschine ist, hegt die Absicht, die französischen Kolonien durch eine Flugpost quer über die Sahara in eine engere Verbindung miteinander zu bringen. General Bailloud, der Kommandeur des algerischer Armeekorps, der selbst bereits einen Aufstieg int Aeroplan gemacht hat, soll in Colvmb-Bechar in Süd-Oran eine Militärfliegerschule errichten, der acht Flug­maschinen zur Verfügung gestellt werden. Hier soll eine Sektion Flugmaschinenführer ausgebildet werden, während Offiziere der Kolonialarmee ihre Ausbildung in Frankreich erfahren. Wenn zwei Mannschaften genügend oorbereitet sind, soll die eine von Colvmb-Bechar, die andere von Timbuktu aus fliegen, und beide sollen in der Wüste zusammentreffen. Es wird zunächst eine Etappe geflogen uttd ein Depot für Reparaturen errichtet werden, von dem aus die nächste Etappe in Angriff genommen wird, und so werden beide Abteilungen in der Wüste Vordringen, bis sie auseinander stoßen. Aus diese Weise soll Algerien mit Tim­buktu durch eine Reihe von Flugstationen verbunden werden. Die kolonialen Behörden sind der Ansicht, daß die Flachheit der Wüste und der sandige Boden ein sicheres Fliegen und leichtes Landen ermöglichen und daß der Versuch also alle Aussichten auf Erfolg bietet. Bereits in den nächsten Wochen werden die Vorarbeiten des kühnen Plans begonnen werden.

Verrnrscbtes.

* .Der Fieberta^g. Eine merfmür folge Rolle spielt bei den Griechen der 10. September. An ihm soll nämlich das Fieber entstanden sein. Dieser Tag war es nach einer alten Tradition, da die Tochter des Herodias vor Herodes tanzte und von ihm den Kopf des Johannes verlangte. Aber als der Kopf des Täufershergetragen iwurfoe in einer Schüssel", wurde Herodias jählings vom ftostigen Schauer befallen und bekam das Fieber. Seit der Zeit ist diese Plage auf Erden allgemein geworden. Am Jahrestage gehen nun alle Griechen, die an Fieber leiden, in die Kirche, opfern eine Wachskerze, und wenn sie verbrannt ist, schwindet das Fieber. Manchmal freilich auch nicht.

* 5 0 0 Flieger. Die so ereignisreiche Flugsaison 1910 naht sich jetzt ihrem Ende; sie hat einen Aufschwung in der Kunst foes Fliegens gebracht, an dessen Möglichkeit noch vor wenigen Jahren niemand geglaubt hätte. Aber nicht nur die Einzelleistungen im Dauer-, Schnell- und Höhenflug ivareu so impouiereud, auch die Zahl der Flieger ist außerordeiillich geivachsen. Eudo 1907 waren es ganze vier Mann die beiden Brüder Wright, Santos Dumont und Henri Farman die die Bewunderung der Weit durch die ersten Flüge erregt hatten. Ende März 1910 war die Zahl der Leute, oie fliegen konnten, bereits aus 200 gewachsen, und heute zählt man nicht weniger als 500 Flieger. Es gibt dabei mehr als 30 bekannte verschiedene Typen von Flugmaschinen, unter denen

Handel. *

Dortmunder Union. In focr ordentlichen General Versammlung wurde die Dividende auf 5 Prozent wie im Vor­jahr für bie Lit. D-Aktien und auf 3 Proz. gegen 2 Pro^. für bie Lit.-Aktien festgesetzt. Betreff des taufenfoen Geschäftsjahres! würbe mitgeteilt, baß ber Monat Juli sich etwas besser angetanen habe, als ber gleiche Monat bes Vorjahres. Die Bestellungen hätten reichlich zugenommen. Auf bem Werk herrsche lebhafte: Tätigkeit. Das lausenbe Jahr werbe foemnach voraussichtlich günstig ausfallen. In ber barauffolgcnden außerordentlichen Generalversammlung wurde die Verschmelzung mit der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerksgesellschast einstimmig genehmigt.

Deutsche Kolonialgesellschaft für Süfowest- a f r i f a. Die Gesellschaft hat die Mitteilung gemacht, daß sie für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 64 Prv-^ in Vorschlag bringen werde gegen 25 Prozent int Vorjahr. Die Spekulation scheint mit bem Ergebnis wenig zufriefoen zu sein, bernit sie hatte noch vor wenigen Wochen 100 Proz. Dividende erwartet Allerbings zuletzt, als bie ungünstigen Nachrichten über bie Dia- mantenausbeute in ben letzten Monaten einliefen, hatte mmt nur noch zwischen 50 unb 60 Prozent erwartet. Die Gesell­schaft hat bekannt gegeben, baß bie für bie letzten Monate vor- liegenben Ausweise unb Berichte über Diamanlenausbeute rmb> Eingang von Schürfgebühreu usw. einen wesentlichen Rückgang aufweisen, so baß, wenn bie fehlenden Monate des laufenden Geschäftsjahres nicht erheblich günstiger ausfallcn, mit einem geringeren Erträgnis gerechnet werden muß. 64 Prozent sind an sich immer noch eine ungewöhnlich hohe Dividende, aber man wird zufrieden sein können, wenn man für die folgenden Jahre wieder nur 25 Proz. und eventuell etwas darüber ausrichten famt,, da sich aller Voraussicht nach die zu weit gehenden Erwartungen auf bem Diamantengebiete nicht erfüllen werden. Die an ber Kursbewegung interessierten Kreise scheinen sich auch nicht klcry barüber gewesen zu sein, sinfo es wohl auch jetzt noch nicht, welche erheblichen Gewinneinschränkungen für bie Gesellschaft bas Ab­kommen mit sich bringt, bas sie mit bem Fiskus getrofserr hat unb in bem sie auf einen sehr wesentlichen Teil ihrer Gewinns aus ber Diamantenprobuktion neben all ben anderen Konzessionen Verzicht leistet. Dazu treten noch bie Erforbemisse für den Ausfuhrzoll unb bie sonstigen Abgaben. Es ist zu hoffen, baß der Geschäftsbericht recht ausführliche rückhaltlose Auskunft über bie Gesamtlage ber Unternehmung gibt.

Kleine Finanzchronik. Aus Lonfoon wirb be­richtet, baß bie Zeichnung auf bie 4proz. innere argentinische An­leihe von 1 209 600 Lstr. von Erfolg gewesen ist. Die Subskription auf bie neue Anleihe ber Stabt Frankfurt a. M. ist sofort nach Eröffnung wieder geschlossen worben.

Lnsnrlien-Nttcbvicdten.

Verlobte: Fräulein Hanna Groß in Worms mit Herrn Ebuarfo Göbel in Bab-Nauheim. Fräulein Margarete Lemp in Berlin mit Herrn Frieforich Hollmann in Burgsolms.

Vermählte: Herr Ferbinand Planz mit Fräulein Emma Müller in dllsfelb. Herr Willy Danneberg mit Frl. 'Aenne Wieb- kmg in Holzhausen-Leipzig.

Gestorbene: Frau Wilhelnnne Meinschein in Friefoberg. Frau Emilie Schrimpf, geb. Schubt, in Butzbach. Herr Hein­rich Damm in Niefoer-Weisel. Frau Marie Elise Vogel, geb. Boller, in Griebel. Herr Lufowig Pedler II., Herr Ludwig Eibach, beide in Büdingen. Frau Karoline Alt, geb. Spahn, in Selters. Frail Christine Heulheck, geb. Krebast, Frau Katharine Volz, geb. Nies, beide in Babenhausen. Herr Ludwig Klös in Kohden. Frau Elisabeths Kimmel, geb. Haust, in Alsfeld. Herr Wil­helm Schwab in Darmstadt. Frau Laura Bus Witwe, geb. Müller, in Hainmelbach. Herr Karl Befort tn Wetzlar. Herr Phil. Haasenstrauch in Braunfels.. Herr Friedrich Tropp in Ehringshausen.

kirchliche Nachrichten.

Lvangeiljche wemeinoe.

16. Sonntag nach Trinitatis, den 11. September: Gottesdienst.

3n der Ztadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent H a n st e i n.

Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus ber Matthäusgemeinbe.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe.

Jn der Johanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Zugleich Christenlehre für bie Neukonsirmierten aus ber Lukas- gemembe.

Vormittags 9/2 Uhr: Pfarrer Zlusfeld.

Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal der Johanneskirche: 93er* sammttmg und Bibelbesprechung.

Nächstkünstigen Sonntag den 18. September findet in bet Johanneskirche Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johanuesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

katholische Hememüe. Gottesdienst.

Samstag den 10. September:

Nachmittags um 5 Uhr unb abenbs um 8 Uhr: Gelegenheit ziir heil. Beicht.

Sonntag ben 11. Sept., 17. Sonntag nach Psingstent Fest Mariä Geburt.

Vormittags von 6A Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Dtesse.

um 8 Uhr: Austeilung ber hl. Kommunion.

, um 9 Uhr: Hochamt mit Prebigt.

um 11 Uhr: Heil. 'Messe mit Predigt.

Nachnnttags um 2 Uhr: Muttergottes-Andacht mit Segen.

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Meteorologische Beobachtungen ber Station Gieffm.

7. bis 8. Septbr.

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Wetter

18,5 C.

11,7 'O.

NNW WSW

81

92

G 3

8.1 2

-49,4 749,5 748,5

65 | N

Höchste Temperatur am Niedrigste , ,

Niederschlag: = 0,0 mm.

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Sept.

1910

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Regen

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