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ct: Die am 8. Mai hure Ischhe erössnete öaupniv 5 babiid)etSrf)hii:: men BcgrüßungsansMlV' ii Tagesordnung einstmv rstand beauftragt, bie geh" en Lehrzeit, i°m<r- die Zahl der zu feat* er Mannheimer MMm
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jjf _ Tie bestellten Abonnements zu den Operetten-Gast- spielen werden von jetzt ab an der Kasse auSgegeben. _
•» t i c 17 Hauptversammlung der Deutschen «ii n,'enacsll schäft, die vom 5. bis 8. Mai hier stattsand, Erdete gestern mit einem Ausflug der Teilnehmer nach N a u - beim roo man sich nach einem gern ein,chaftlichcn Elsen verabschiedete Zu den Versammlungen, die sich vorwiegend mit chemisch'wisfenfchastlichen Fragenbeschäftigten, waren eine sehr arcf-c Anzahl Gelehrter erngetrosfen, z. T. auch aus dem Auslande Professor Tr. Svante Arrhenivs, der berühmte stock- bolmer Gelehrte, der „Ueber Veränderungen der irdischen At- mcirliare in geologischen Zeilen" hatte sprechen wollen, war leider in letzter Stunde verhindert worden, so daß dieser auch für den Laien interessante Vortrag zum allgemeinen Bedauern unterbleiben musste Den Vorsitz hatte Dr. Marquart aus Kassel, der in seiner Begrüßungsrede aus Justus von Liebig hinwies und nc Verdienste um bic Ehernie. Außer den Vertretern des
stes, der Stadt und der Universität, sprach noch Geh. Rat i n ft c i n von der physikalisch-technischen Reichsanftalt, & e - . ; u ö von dem Verein deutscher Chemiker. Geh. Rat Pros. Tr.
ern ft aus Berlin gebuchte der im Lause des Jahres verstorbenen Mitglieder, zu denen auch der kürzlich bei einer Ballonfahrt aus jo tragische Weise ums Leben gekommene Breslauer Prof. A b e g g gehörte. Aus dem Geschäftsbericht ist die zunehmende Verbreitung der Bundeszeitschrist für Elektrochemie hervorzuheben. Von hiesigen Gelehrten sprachen Geh. Rat Pros. Tr. E l b s über spezielle organische Elektrochemie, Pros Tr. H. W. Schmidt über Strahlung und Atomgewicht, Pros. Tr. Brand über die elektrolytische Reduktion organischer Lalogenverbindungen. Am Samstag nachmittag stattete ein Teil der Versammlungsteilnehmer dcr Fabrik von E. Leitz in Wetzlar einen Besuch ab, während sich ein anderer Teil zu einer nochmaligen Sitzung im Physikalischen Institut .zusammensand.
*• Exkursionen. Das Geographische Institut dcr LandeSuniocrsitat unternahm am CamStag unter Führung von Professor Dr. SievcrS im Anschluß an einen Vortrag im Gcogr. Seminar von stud. math. Kilian über moderne Erdbebcnstattonen eine Exkursion nach Iugen heim a. d. B. Nachdem der Leiter der dortigen Erdbebenwarte, Dr. Zeißig, am Morgen noch einmal einen eingehenden Vortrag in der Technischen Hochschule in Darmstadt gehalten hatte, erfolgte am Nachmittag unter der Führung Dr. Zeißigs die Besichtigung des Jugenhein,er Seismographen. — Das Gc o- logisch-mineralogische Institut unternimmt im Laufe des Semesters unter Führung von Professor Dr. Kaiser inehrere Exkursionen, darunter an Pfingsten eine zweitägige in den Spessart und am Schluß dcZ Semesters eine mehr- tägige in den Harz.
** Zum Schutz der unschuldigen Singvögel! Ein Freund unseres Blattes schreibt uns von Lich: Gar manche Verwünschung wurde in diesem Jahre ausgestoßen über die Amseln und Finken, die sich am Tage die lieber» re sie auf den Erbsenländern auflasen, die die Mäuse nachts geschädigt haben. Um sich zu überzeugen, legte Einsender zwei Fallen auf das Erbsenland und am nächsten Morgen hatten sich zwei Feldmäuse gefangen und das Land war völlig ruiniert. Sofort kamen die Garten-Nachbarn und überzeugten sich, daß sie den Vögeln unrecht getan und in Wirklichkeit die Mäuse die Schädlinge sind.
•• Lebensretter. Am Juxplatz an der Lahn, roo- selbst ein Karussell ausgestellt ist, tummelten sich gestern nachmittag roic gewöhnlich eine große Anzahl Kinder. Hierbei siel ein 5 Jahre alter Junge in die Lahn. Ein junger Mann namens Renschling aus Klein-Linden sprang dem Kind nach, allein er vermochte eS nicht ans Ufer zu bringen, sondern geriet selbst in Gefahr. Em Sohn des Karussell- besitzers Walldorf sprang daraufhin ins Wasiec und brachte unter Mithilfe anderer Personen das Kind und den Reusch- ling ans Land. Weiteren Schaden hat daS Kind anscheinend nicht erlitten. Eine Einfriedigung längs des Jurplatzes er- fcheint sehr angebracht, sie soll auch bereits in Aussicht genommen fein«.
** Schlägerei. Am Samstag nachmittag kam es zwischen einem Studenten und einem jungen auswärtigen Tierarzt auf offener Slraße zu einer Schlägerei, wobei der Hut des Tierarztes jert nimmer t wurde. Verletzungen trug keiner der beiden Kampflustigen davon.
"Hilfe für Ober-Mockstadt. Der Verein der Oberhcsien in Worms veranstaltete auf Anregung der Freifrau Mathilde von Heyl, geb. Prinzessin von Mriburg- Büdingcn, ein WohltatigkeitSsest zu Gunsten der bet dem Zusammenbruch der Ober-Mockstädtcr Vorschußkasse Geschädigten. Die Veranstaltung erbrachte einen Reinertrag von 9000 Ast
r. Eberstadt, 8. Mai. Ein bei manchem Offizier aus Manöverzeiten m gutem Gedächtnis stehender Mann, Hcinr. Holler I, feiert am 10. d. M. seinen 83. Geburtstag. Dieser unser ältester Mitbürger ist noch einer der Wenigen, die den badischen Feldzug im Jahre 1849 mitgemacht haben. Der Jubilar erfreut sich noch einer seltenen geistigen Rüstigkeit und kann noch ftuiibcnlang erzählen von seinen Zügen, die ihn s. Z. bis an den Bodensee führten.
/^Herbstein, 8. Mai. Das neue Stadthaus, daS an Stelle des vor drei Jahren zerstörten Stadthauses erbaut roird, ist jetzt im Rohbau vollendet. In feinem schmucken Baustil stellt sich das stattliche Gebäude äußerst vorteilhaft aus dem Marktplatz dar. Es enthält im roestliche Flügel das Stadtroirtshaus mit Metzgerei, im östlichen das Rathaus mit zwei Lehrerivohnungen. Die Eröffnung des neuen Stadthauses soll am 1. Oktober erfolgen.
△ RebgeShain, 8. Mai. Der Segen der Heimindustrie unserer fleißigen Einivohner macht sich immer mehr in einem größeren Wohlstand bemerkbar. So rourde ein größeres Gut hier versteigert, roobei zahlreiche Arbeiter und kleine Landwirte ihren Besitzstand zu vergrößern suchten. Infolgedessen wurde daS Gut in vielen Parzellen versteigert und die schöne Summe von 42 000 Mk. erzielt. Die Heimindustrie besteht im Herstellen von Holzroaren, Rechen, Sensengriffen, Schindelbrettern usw.
△ Feldkrücken, 8. Mai. Um dem ständigen Lehrerwechsel zu steuern, hat unsere Gemeinde ein neues Schulhaus erbaut Es enthält einen Schulsaal und eine Lehrer- wohnung mit fünf Zimmern. Mit der Einweihung des Neubaues im Herbst wird zugleich die definitive Besetzung der Schulsielle erfolgen. Die Schulverwalter wechselten seither -sehr oft.
A Ober-Moos, 8. Mai. Ein Luftballon ging heute vormittag, aus südlicher Richtung kommend, in unserm Orte nieder, der mit Beobachtungsinstrumenten versehen war. Er hatte einen Durchmesser von 4 Metern und war in Konstanz aufgestiegen.
△ Vom oberen Vogelsberg, 8. Mai. Heftiges Schneegestöber und empfindliche Kälte herrschten gestern
und heute. Zeitweise war der Himmel ganz verfinstert, rann ging Schnee und Hagel nieder, sodaß bald die Notnr m Winterklcide prangte. In den Waldungen bei Herchcn- jain und Hartmannshain liegt der Schnee stellenweise gc- chlosfen. Vielfach trat in den letzten Tagen Frost ein. Das Grün der Walder ist noch sehr zurück; auf Feldern und Wiesen kann nichts wachsen, und das Futter wird knapp.
[] Marburg, 8. Mai. Nachdem kürzlich die Probe- ahrt des vom Kurhessischen Verein für Luftschiffahrt an- jefauften ZallonS glücklich von statten gegangen war, fand eute mittag in Anwesenheit einer nach Tausenden zählenden, aus Warburg und der Umgebung zusammengeströmten Menschenmenge die Ballontaufe und anschließend der Aufstieg des Vereinsballons „Marburg" statt. Während der Füllung des Ballons und bei dem Festakt, bei dem Prof. Dr. Brauer die Ansprache hielt und Fran Tr. Külz den Taufakt vollzog, stellte sich anhaltender Platz regen ein und aus der Feine war sogar Donnerrollen vernehmbar. Als dann die Sonne wieder durchbrach, bestiegen Dr. Wegner, Dr. Krusius und Dr. Hecker den Kord, woraus sich der Ballon langsam und majestätisch unter den brausen den Hurrarufen der Menge und den Klängen der Jägerkapelle in die Lüfte erhob und bald in nordöstlicher Richtung verschwand. Die Mitglieder des Kurhessischen Luftschiffer- Vereins vereinigten sich dann zu einem Festmahl im Hotel Pfeiffer.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Großen-Bus eck feiern morgen Philipp Scheid und Eheirau silberne Hochzeit. — Zu ban Konzerlbericht über die Aufführung des Liedes von der Glocke in Grünberg sei noch nachzutragen, daß als Solistin noch Fräulein Alarie Möser von Grünberg tätig war und großen Beifall sand. Jn Londorf singt seit einigen Tagen allabendlich eine Nachtigall. — Ter gestern in Schlitz tagende Bezirkstag des Hassiabezirks Lauterbach-Schlitz beschloß, sein mit dem 25 jähr. Jubiläum des Bezirks zu verbindendes Jahressest in Reuters abzuhalten.
Dortrag über die wertzuwachssteuer.
In der von Rechtsanwalt Raab geleiteten öffentlichen Versammlung des Vereins der Hausbesitzer, die am Samstag abend im „Hotel SMtz" ftattfand, sprach Stadtverordn. Paulig aus Frankfurt a. £). über die Reichszuwach sfteuer. Er schilderte, wie man immer wieder den Grundbesitz, der bequem zu fassen ist und nicht „fortlaufen" tonn, mit Vorliebe mit Steuern, namentlich mit kommunalen Sonderabgaben belastet und den städtischen mehr, als den ländlichen Besitz. Nun kommt das Reich mit seinem Gesetzentwurf, der das praktische Leben verkennt und ohne Rücksicht auf die Produktion der gewerblichen Stände den reinen Konsumentenstandpunkt betont, als wenn der Hausbesitzer nur Einnahmen und keine Ausgaben hat. Ter Umsatz des Grund und Bodens ist ftbon heute gegenüber dem beweglichst Vermögen über Gebühr verteuert. Berechtigt ist die Besteuerung des unverdienten Wertzutvachses und zwar dann, wenn diese Besteuerung der Gemeinde dienstbar gemacht wird. Wo alles im Lauf der Zeit teurer geworden ist, darf man nicht erwarten, daß ber Grund und Boden der Aufwärtsbewegung nicht folgt. Der Redner erläutert verschiedene Härten, die aus dem Gesetzentwurf entfernt werden müssen. Die darin verlangte Sicherstellung der Steuer vor Auflassung des Grundstücks bedeutet eine Erschwerung des Grundstücksmarktes und eine Begünstigung des Großkapitals. Tie bis 1. April 1910 vorgesehene rückwirkende Kraft der Steuererhebung bringt in die nachher abgeschlossenen Käufe eine be- bcnflidK Unsicherheit und kann leicht zu Prozessen führen. _ Tie gesamtschuldncrisckx: Haftung der nacheinander an den Käufen Beteiligten fordert zu fünfter Mißbilligung ljcraus. Tie Abzüge vom Beräußerungspreis und die Hinzurechnung zum ErwcrbSpreis hält der Redner nicht für ausreichend. Man bar nicht bet mittleren und kleinen Städten Millionengewinnc unterstellen oder erhoffen. Für die Arbeit, die der Unternehmer als Handwerker oder als Architekt bei BMilrusführung leistet, ist als Unternehmergewinu 5 Prozent "ber Bausummc als abzugsfähig zu erklären. Eine gesunde Spekulation ist nötig, sie ift die Vorbedingung in jedem Geschäftszweig. Mit jeder Spekulation äst ein Risiko verbunden und hierfür ist eine „Nisikoprämie" zuzubilligen. Fideikommisse uni) Aktiengesellsckioften find im Entwurf ohne Grunb geschont worden. Ungerecht ist cs auch, daß u. U. mit rückwirkender Ktast bis 1. Januar 1885 dem altklugesesseneu Besitz -das entzogen wird, was er schon jahrelang als sein Vermögen versteuert hat. Ter „Mehnvcrt" ist in solchen Fällen ost schon langst in der Form von Hypotheken realisiert worden. Schon wegen des sinkenden Geldwertes und zur Vermeidung unnützerArbeit 0er Behörden und Scherereien für das Publikum ist zu verlangen, daß vom Wertzuwachs mindestens 10 Prozent steuerfrei bleiben. Tie Verteilung der Wertzuwachssteuer mit 50 Prozent auf das Reick», 10 Prozent auf den Bundesstaat und 40 Prozent auf bic Gemeinde soll die Regel sein, es ist aber dem Bundesstaat gestattet, über bic 40 Prozent bes Gemcinbeanteils eine „andere Bestimmung zu treffen", d. h. die Versuck)ung liegt nahe, daß der Bundesstaat die zweiteii 50 Prozent ganz nimmt oder daß der Bundesstaat den Gemeinden gestattet, für sich noch außerdem Zuschläge zu erheben.
Ter Vortragende verstand cS, die spröde Materie in volks- tümlid)€r, gemeinverständlichcr Weise zu behandeln und erntete lebhaften Beifall.
Rechtsanwalt Raab stattete dem Redner den Dank der Versammlung und des Vereins ab und leitete die Aussprache mit dem Hinweise ein, daß bie WertzuwachSsteuer auch aus taktischen Gründen Interesse verdient, weil sie für das Reich das Sprungbrett bildet, um von Erbschaftssteuer, Besitzwechjelabgabe zu den reinen direkten Reichssteuern, wie Reichsvermöaens- und später Reichs- emrommenfteuer, hinüberzuspringen. Alsdann teilte er prnf- lijchc Fälle aus dem Gießener Wertzuwachssteuer-Gebiet mit, und zeigte, zu welchen roiberfinmgen Konsequenzen oit die übereilte Gesehmacherei unb die starre Anwendung der Bestimmungen führt. An der Besprechung beteiligten sich noch Bauunternehmer La unspach, Prokurist Balzer, Stadtv. Löbcr, der versprach, nötigenfalls seinen Alaun zu stellen. In feinem Schlußwort forderte Herr Paulig dazu auf, die Interesselosigkeit auszugeben und unter dem Hinweis auf die Opferwilligkeil von Arbetter- und Gewerkfchaftsverbänden noch ganz anders, als bisher, beizutragen zum Streben nach den großen Zielen, die neben den berechtigten eignen Interessen das Wohlergehen aller an dem getarnten Wirtschaftsleben beteiligten Stände dienen.
Universitäts-Nachrichten.
§ Marburg, 7. Mai. Tie Immatrikulationen an der Universität gingen heute offiziell zu Ende. Auch diesmal ist wieder eine Zunahme der Studierenden, besonders der Frauen, zu verzeichnen. Insgesamt sind (ohne die zum Hören der Vorlesungen Berechtigten) 219 7 Studierende vorhanden, darunter 60 Frauen. Im vorigen Sommcrsemester, als zum erstenmal die Zahl 2000 überschritten wurde, waren es 1994 9)tänncr und 32 Frauen und im letzten Wmterfemesler, das ja immer etwas zurücksteht, 1840 Manner und 31 Frauen. Zahll man noch die Hörer und Nachzügler hinzu, so kann man auf eine Gesamtziffer von 2300 Universitatsbesuchern rechnen.
Das Erdbeben in Mittelamerika.
Tie Nachrichten, die über das Erdbeben in Mittelamerika etn- lau! en, sind nur sehr spärlich, und ein Ueberblid über den gesamten Schaden läßt sich vorläufig kaum gewinnen. Eine neuere Nachricht meldet:
San Iofc (Costarica), 8. Mai. Man schätzt, daß in Cartago tausend Menschen umgekommen unb taufend
verletzt worden find. Zwei Holzgebaude sind die einzigen Häuser, die noch stehen.
Tie Stadt Cartago, Hauptstadt der gleichnamigert Provin; der mittelamkrikanifchen Republik Costanca, liegt 1400 Meier übet dem Meere im Süden be5 stets in Tätigkeit befindlichen Vulkans Jiazu ober auch Cartago. Im Jahre 1522 gegründet und früher eine dlühenbo Stadt, ist Cartago infolge der mchrfachen.Erdbeben. von denen eS hcimgcfncht wurde, zurückgegangen unb zählt gegenwärtig nicht einmal 10 000 Einwohner.
Cartago ist bereits mehrmals durch Erdbeben geschädigt worden, besonders schwer in den Jahren 1723, 1825, sowie am 2. Sevlbr. 1841? Tie Stadt liegt an der Bahnluue Puerto-itiman-Punta- Aremas und ist seit etwa 1828 ständig zuruckgegangen. Ter größte Teil des Ottes, namentlich die Kirchen, befanden sich in einem bejammernswerten Lersall.
vermischtes.
• Eine folgenschwere Explosion, die zahlreiche Menschenleben forderte, ereignete sich am Sonntag gegen Abend in Hulk. BiS jetzt roird darüber berichtet: Heute abend ereignete sich in den Dynarnitroerken in Hüll (Ouebec) eine Explosion, durch welche zroanzigPersonen getötet unb dreißig verletzt wurden. Die Explosion zerstörte mehrere benachbarte Häuser, deren Bewohner zum Teil verschüttet wurden. Hunderte von Fensterscheiben wurden in dem zwei Meilen von Hüll entfernten Otawa durch die Gewalt der Explosion ^epstört.
• Tar wohl einzig dastehende Fall, daß ein Kakadu und ein Papagei als Ortsarme in bas Armenhaus ausgenommen worden sind, ereignete sich in 3)1 a i b en- h e a b; Tord wurde eine Frau irrsinnig und mußte ut bic Jrren- cu statt von Hauwell üöerfuijrt werden. Die Geineuide Maideuhead war vei-pflichtct, bie der Frau gehörigen Gegenstände in Verwahrung zu nehmen, um sic ihr bei ihrer Entlassung unversehrt wieder zürückzugebeu. Unter dein Besitz der Frau befanden sieb ein Kakadu und em Pcwagei, und die weisen Stadlväter von Maidenhcad beschloffen nach längerer Beratung, die beiden Vogel vorläufig als „21tme* in das Armenhaus anizunehmen.
Kleine Tageschronik.
Der Zwest im Sun b für Mutterschutz endete vor- läufig damit, daß in einer stürmisch vorlaufenen ©cnc- ralversammlung der Berliner Ortsgruppe Frau Dr. Stöcker ein Vertrauensvotum erhielt und sie wieder zum ersten Vorsitzenden der Ortsgruppe geroäylt wurde.
In Innsbruck ist am Sonntag Schneefall emgetreten, der bis zu den Abendstunden anhielt. Auf den Feldern liegt bic Schneedecke 30 Zentimeter hoch. In den Bergen besteht große Lawinengefahr.
Allgeuieine Wetterlage feit gestern früh: Das nördliche Tiefdruckgebiet ist in langsamer Austösung begriffen. Ein Teil ist südostwärts nach der Ostseeküste gezogen und brachte gestern noch vielfach Regenfchauer. Heute morgen herrscht Nebel. Beim Vordringen eines großen westlichen Hochdruckgebietes ist jetzt wärmere Witterung in Sicht. .
Wetteraussichten in Hesieii am Dienstag dem 10. Mat 1910: Ziemlich heiter, vorwiegend trocken, etwas warmer.
GriginaL-DrahtmeiSungen.
Die Vorbereitungen in Friedberg-Büdingen.
R.B. Friedberg, 9. Mai. Dcr von der national- liberalen Dertretervarsammlung am 1. Mar ernannte Anschuß trat am Samstag nachmittag zur Aufstellung eines Kandidaten zufcunmen. Als solcher wurde einstimmig Professor Tr. van Gatter in Straßburg bestimmt. Für den 6. Mai ivaren Verhandlungen mit den Vertretern des Bundes der Landwirte unb der fortschrittlichen Voltspartei zu dem Zweck angesetzt, eine gemeinsame Kandidatur aller bürgerlicheit Parteien zustande zu bringen. Die Berhandlungen mit dem Bund der Landwirte führten zu keinem Erfolg, da dieser Dr. v. Hellmolt als Kandidaten aufstellte. Daaegen wird die fortschrittlich eVoltsparteidie nationalliberale Kandidatur unterstützen, fall» er Gegner der vom Bund der Landwirte erstrebten weiteren Erhäl)ung der landro. Schutzzölle ist, für die E r ba n f a 11 st e u e r und unbedingt für Erhaltung des jetzigen Reichstagsroahlrcchte eintritt. Außerdem soll die nativnalhbccale Partei in Landeshut-Jauer und Usedom-Wollin für die sortschrttt- lichen Kandidaten cüureten. — Prof. Tr. bau Colter entstammt bäuerlichen Verhältnissen und hat selbst landwirt schastlichen Grundbesitz.
Die Stichwahlen in Frankreich.
Paris, 9. Mai. Bis um 3lA Uhr waren die Ergebnisse von 225 Stichwahlen bekannt Gewählt wurden in den Stichwahlen 20 Republikaner, 104 Radikale und Sozialistisch-Radikale, 13 unabhängige und 47 unifizierte Sozialisten, 28 Progressisten, 1 Nationalisten und 9 Konservative und Liberale. 1 Resultate stehen noch aus. Die Republikaner gewannen (einschl. der Hauptwahlen) 11 und verloren 12 Sitze, die Radikalen hotten 29 Gewinne unb 42 Verluste, die unabhängigen Sozialisten 5 Gewinne und 11 Verluste, die geeinigten Sozialisten 29 Gewinne unb 9 Verluste, die Progressisten 18 Gewinne und 9 Verluste, die Nationalisten 3 Gewinne uift> 5 Verluste und die Koro servativen und Liberalen 4 Gewinne und 9 Verluste. Tie neue Kammer wird aus 79 Republikanern, 262 Radikalen und Sozialistisch-Radikalen, 26 unabhängigen und 76 geeinigten Sozialisten, 72 Progressisten, 16 Nationalisten unb 62 Konservativen und Liberalen bestehen.
Paris, 9. Mai. Brisson wurde in der Stichwah in Marseille wiedergewählt.
Köln, 9. Mai. Noch einer Meldung dcr »Köln. Ztg.^ auS Madrid werden die Gebr. Mannesmann bei Melilla den Bergwerksbetrieb im größeren Maßstab wieder aufnehmen. Sie finden bei der Bevölkerung das größt« Entgegenkommen.
1-MAI-16OKTOBER


