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9.5.1910 Erstes Blatt
 
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Nr. 106 Erstes Blatt 160, Jahrgang Montag N. Mai 1S1O

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Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

Der Thronwechsel in England.

Tie Urteile in der Presse dec ganzen Welt über den Heimgegangenen Stint sind dieselben: überall wird er als ein hervorragender Herrscher gepriesen. Ter neue König, Georg V., ist noch ein unbeschriebenes Blatt, aber die Ansprache, die er bei der Königsproklamation im Ge­heimen Mtc gehalten hat, ist schlicht und sympathisch; er hat offenbar die Rede Eduards VIL, die dieser bei seiner Thronbesteigung gehalten hat, sehr genau studiert. Wahr- scheinlich bleibt der Kurs in England unverändert, wobei wir Haffen wollen, daß Georg V. weniger Abneigung und Vorurteile gegen die Deutschen hegen möge als sein Vater.

König Georg V. von England.

Ter neue König desvereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland", Kaiser von Indien usw. ist zu Marlboroughousc am 3. Juni 1865 geboren. Am 9. Juli 1893 heiratete er die Braut seines verstorbenen Bruders Albert Viktor, die Prinzessin Viktoria Marie von Leck (geb. am 26. Mai 1867). Der verstorbene König ließ seinen beiden Söhnen eine andere Erziehung angedeihen, als er selber genossen hatte. Beide wurden als Kadetten auf einem Schulschiff erzogen und unternahmen bald weite Reisen. Tie Ehe Königs Georgs ist mit sechs Kindern ge- seanet; der älteste, der gegenwärtige Thronfolger Prmz Eduard Albert, ist am 23. Juni 1894 geboren.

AlS Prinst von Wc^es hat König Georg 1903 seinen Vater bei der silbernen Hochzeitsfeier des ermordeten Königs Humbert und der Königin Margherita in Rom vertreten 1907 besuchte er Irland. Welche Bedeutung riefe Reise fürHome rule" haben wird, steht noch dahin. In derartigen Fragen entscheidet allein das englische Parla­ment Im Jahre 1901 unternahm er eine große Reise nach den Kolonien. Für das Ausland ist König Georg V. noch einunbeschriebenes Blatt". Und ob er stch sonach außen hin sichtbar" an der englischen Auslands­politik beteiligen wird, wie sein Vater, das muß ab­gewartet werden. Anzunehmen ist es kaum.

Seine Friedensliebe hat der gegenwärtige König 1908 in einer Ansvrache in Quebec an den französischen Admiral Jaursguiberrh und den amerikanischen Vtzepräsidenten Fairbants betont. U. a. sagte er damals:

Van dem Geiste der Freundschaft zwischen den Nationen hängt der Fortschritt der .'oumanü.ät ab, und ich hoffe und glaube, daß darin mehr und mehr in künftigen Jahren der wahre Fort- fdiritt seinen Ausdruck finden wird. Tas hoheiJdeal eines Welt- 1 11 e b c n 3 und der Verbrüderung mag noch weit von seiner Verwirklichung sein, aber jeder Akt, der die Harmonie unter den Nationen herbeiführt, zeigt den Weg, auf dem das Ziel zu er­reichen ist."

Es verdient Erwähnung, daß der jetzige König schon im Jahre 1908 in die Staatsgeschäfte erngeführt wurde und im folgenden Jahre unter direkter Aufsicht des ver­storbenen Königs im Buckinghampalast arbeitete

London, 7. Mai. Ter König teilte die Nachricht vom Tode seines Vaters allen Herrschern und Staatsober­häuptern persönlich mit. Er erledigte im Marlboroug- house Regierungsgeschäfte. Bis zum frühen Nachmittag war er nicht im Buckinghampalast erschienen, um nach seiner Mutter und seinen Schwestern zu sehen, ließ jedoch oftmals Erkundigungen einziehen, wie sie den schweren Verlust tragen. Tie Börsen sind geschlossen, die Gerichtshöfe ver­tagten sich.

Trotz Gewitter sturm s mit Hagelschauern sammeln sich an verschiedenen Punkten der Stadt große Menschenmengen, um Zeuge der Proklamation des neuen Königs zu fein. Ter König nimmt den Namen Georg V. an.

Halbamtlich wird mitgeteilt, daß wegen des Hinscheidens des Königs nicht, mie ursprünglich geplant, der Prinz und die Prinzessin von Wales, sondern der Herzog von Eonnaught zur Eröffnung des neuen Parlam ents nach Südafrika geht.

London, 8. Mai. Nach einer amtlichen Kundgebung von heute abend wird die neue KöniginKönigin M a r y" genannt.

Des Königs Antrittsrede.

London, 7. Mai. Die Mitglieder des Geh. Rats be­gannen sich um l/»4 Uhr nachmittags im St. Jamespalast zu versammeln. Unter ihnen befanden sich Minister Wind­ston Ehruchill, Earl of Erewe, Burns, Buxton und Morley, ferner Balfour, Rosebery und der Erzbischof von Canterbury. Ter König fuhr am nachmittag in Admiralsuniform ohne Estorde vom Marlboroughhouse nach dem St. James­palast, ehrerbietig von der nach Tausenden zählenden Menge begrüßt. In der Ratshalle erwartete ihn eine glänzende Versammlung. Nach den gebräuchlichen Zeremonien unter­zeichnete der König eine Proklamation.

Darauf hielt er eine Ansprache, die folgen­den Wortlaut hat:

My Lords, Gentlemen! Mein Herz ist zu voll, als daß ich heute mehr als wenige Worte an Sie richten könnte. Es ist meine schmerzliche Pflicht, Ihnen den Tod meines inniggeliebten Vaters mitzuteilen. Bei diesem unersetzlichen Verlust, der mich und das ganze Reich so plötzlich getroffen hat, tröstet mich das Gefühl, daß ich die Sympathie meiner zukünftigen Untertanen besitze, die mit mir trauern werden um den geliebten Herrscher, der sein eigenes Glück darin fand, das Ihrige zu teilen und zu fördern. Ich habe nicht nur des Vaters Liebe verloren, sondern das herzliche und innige Verhältnis za einem teuern Freund und Ratgeber. Nicht weniger zuversichtlich bin ich in der allgemeinen liebenden Sym­

pathie, die meiner teuersten Mutter in ihrem Überwäl­tigenden Kummer gesichert ist. Als unser geliebter König vor wenig mehr als neun Jahren hier stand, erklärte er, so lange ein Atemzug in seinem Körper wäre, würde er für das Wohl und die Verbesserung der Lage des Volkes arbeiten. Ich bin sicher, die Meinung der ganzen Nation ist, daß er diese Erklärung voll ausgeführt hat. Mich zu bemühen, feinen Fußtapfen zu folgen und zu gleicher Zeit eine konstitutionelle Regierung im Reiche aufrecht zu erhalten, soll das ernste Ziel meines Lebens sein. Ich bin mir der schweren Verantwortlichkeit, die mir zugefallen ist, tief bewußt. Ich weiß, daß ich mich auf das Parlament und das Volk dieser Inseln und überseeischen Besitzungen verlassen kann, sowie auf ihre Hilfe bei der Erfüllung dieser schweren Pflichten und ihre Gebete, daß Gott mir Stärke verleihen und mich führen möge. Dabei gibt mir die Ueberzeugung Mut, daß ich in meiner lieben Frau eine treue Gehilfin in jedem Streben für das Wohl unseres Volkes habe.

Tie Trauer in England.

Die Londoner Zeitungen veröffentlichen lange Artikel, in benen sie dem nationalen Schmerz und der Bestürzung über den plötzlichen Tod des Königs Ausdruck verleihen. Von allen Sedni rref'en Syrnpathielundgebungcn ein; bie aus Deutschland werden in Aufrichtigkeit voll gewürdigt. Alle Blätter betonen die politische Bedeutung und die Regierung des Königs, die mag- netifdte Kraft in seiner Persönlichkeit und seine außerordentliche Popularität.Taily News" sagt: Der König galt allen in Wesen, Geschmack und Interesse als typischer Engländer. Daily Telegraph" schreibt: Es sc: zu wenig gesagt, daß der König populär in gewöhnlichem Sinne gewesen sei. Die Art der Verehrung, die ihm schon als Prinzen von Wales die Herzen von Hoch und Niedrig gewann, ging loeit darüber hinaus. Er war in dm verschiedensten Lebenstagen tolerant, ver­söhnlich und weise. Er war eine familiäre Gestalt in der Phantasie des Volkes und wal;rte dort die Würde des historischen Thrones.D a i 1 y Telegraph" rühmt das politische Wirken des Königs, weist auf das Bündnis mit Japan und die Beziehungen zu Frankreich und Rußland hin. Das aufrichtige Eintreten des Königs für Wohlwollen unter den Nationen wurde auch von Teutlchland und Oesterreich anerkannt.M orning P o st" führt auS: Ter König wurde im Zmith seines Ruhmes plötzlich dahingerafft: seine Thronbesteigung bedeutete den Beginn einer neuen Epoche Bei Beginn seiner Regierung war England in Europa isoliert; er hinterläßt England und sein Reich glück­licher, stärker uiid einiger. Ihm verdankt Englaiid seine jetzigen guten Beziehungen zu Frankreich und Rußland. Tas Blatt fährt fort: Niemand wünschte aufrichtiger und erstrebte es ernst­licher als er, die Beziehungen zu D eu t s ch 1 a n d zu ver­bessern. Von König Eduards Regierung ist ein bebeutenbed Er­starken des nationalen Bewußtseins und der staatlichen Organi­sation zu datieren; unter ihm wurde der Verband des Reiches fester gefügt.D aily Chronicle" sagt: Das bemerkens­werteste seiner Regierung ist die Stellung, die die Krone in der auswärtigen Politik einnahm. Ter Einfluß der Königin Vik­toria blieb größtenteils verborgen. König Eduard übte seinen Einfluß offen, aber stets konstitutionell aus.

'Die Popularität des Königs wird durch eine Rede gekennzeichnet, die der sozialistische Führer Will Brocks am 6. Mai in einer Versammlung hielt und wobei er seine Zu­hörer ausjordcrtc, die Nationalhymne zu srngen. Tann sagte er: Ich fühle und weiß aus dem Grunde meines Herzens, daß der König der größte Staatsmann ist, den die Welt gegenwärtig besitzt. Ter Weltfrieden in seinen Händen ift vollkommen und sicher. Ich weiß, er sorgt für das gemeine Volk, sowie für die Behaglichkeit des armen Mannes; er ist in der Tat der Vater von uns allen. Ich bete aus dem Grunde meines Herzms, daß er uns erhalten bleibe.

Das Leichenbegängnis.

London, 8. Mai. Die neuesten, noch nicht offiziellen Bestimmungen sind folgende: Tas Leichenbegängnis König Eduards soll am 2 0. Mai stattfinden. Auf die Aufbahrung der Leiche im Thronsaal des Bucking- hampalastes, zu der nur Mitglieder des Haushaltes und bevorzugte Persönlichkeiten zugelassen werden, folgt die öffentliche Aufbahrung in der Westminsterhalle.

Petersburg, 8. Mai. Die Kaiserin-Witwe Maria und Großsürst Michael Alexandrowitsch sind abends nach London abgereist. Der Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Heinrich von Preußen halten vorher bei der Kaiserin-Witwe im Anitschkowpalais diniert und gaben ihr dann bis Zarskoje Sselo das Geleite.

Rom, 7. Mai. Wie die Blätter melden, wird der Herzog von Aosta den König bei den Beisetzungs­feierlich leiten in London vertreten.

Lissabon, 7. Mai. König Manuel wird sich zu den Beerdigungsfeierlichkeiten nach London begeben. Alle Blätter sprechen ihre Teilnahme an dem Tod des Königs Eduard aus.

Kaiser Wilhelms Trauer.

Berlin, 7. Mai. Der Kaiser erließ nachstehende Order an den Staatssekretär des ReichS m arineamts:

Wiesbaden, den 7. Mai 1910. Um das Andenken meines am heutigen Tage entschlafenen geliebten Oheims, des Königs Eduard VII. von Großbritannien und Irland, des Kaisers von Indien Maiestät zu ehren, bestimme ich hierdurch: 1. die Offiziere Meiner Marine legen auf acht Tage Trauer an, 2. die in der Heimat im Hafen beiinblidjcn Schiffe haben am Tage nach der Bekanntgabe diejer Order unter Hetzen von Tovpflaggen Halb­stock zu flaggen, die englische Flagge im Großtopp. Die in eng­lischen Häfen oder mit englische» Kriegsschiffen zusammenliegenden Schiffe schließen sich dem örtlichen Zeremoniell an, 3. mit dem Halbstockflaggen ist ein um 12 Uhr mittags beginnender Trauer­salut zu verbinden. Wegen Entsendung einer Abordnung zu den Beisetzungsfeierlichteitcn behalte ich mir die Bestimmung vor. Sie haben diese Order meiner Marine sogleich telegraphisch be­kannt zu geben.

Der Präsident des Reichstages, Graf von Schwerin-Löwitz sandte an den Kaiser folgendes Tele­gramm: .Euer Kaiserlichen und Königlichen Majestät habe ich die Ehre, die innige Teilnahme des Reichstages an der tiefen Trauer auszusprechen, welche Eure Majestät und das ganze Kaiserliche und Königliche HauS durch das Hmscheiden Seiner 'IHajcftät des Königs Edward von Großbritanien und Irland betroffen hat.*

Auf daS Beileidstelegramm ist folgende Antwort ein» gegangen: .Ich spreche Ihnen und dem Reichstage meinen wärmsten Dank für die Anteilnahme an meiner tiefen Trauer über den unerwartet schnellen Heimgang meines teuren Onkels, deS Königs von Großbritanien und Irland, auS.4

Berlin, 8. Mai. Der Ka iser erließ einen Armee - befehl, in dem er, um daS Andenken des Königs Eduard zu ehren, bestimmt, daß sämtliche Offiziere der Armee acht Tage Trauer anlegen und baß bei dem erneu Garde-Dragoner- Regiment Königin Viktoria von Großbritanien und Irland und oem Husaren-Regiment Fürst Blücher Wahlstatt (Pom- merschcn) Nr. 5 die Trauer drei Wochen dauert. Der Kaiser behält sich weitere Bestimmungen wegen der Entsendung von Aborbnungen zu den Beisetzungsfeierlichkeiten vor.

Der Reichskanzler stattete am Samstag dem eng­lischen Botschafter einen Besuch ab, um das Beileid der Kaiserlichen und der preußischen Regierung auszusprechen; ebenso sprach Staatssekretär Freiherr von Schön auf der Botschaft sein Beileid aus. Der deutsche Botschafter in London wurde beauftragt, der englischen Regierung das Beileid der Kaiserlichen 'Regierung zur übermitteln. Graf von Wolff-Metternich, der sich in Urlaub befindet, ist sofort auf seinen Posten zurückgekehrt.

DieNorddemsche Allg. Ztg." schließt ihren Nachruf für König Eduard:

In Deutschland gedenken mir des Heimgegangenen in auf richtiger Anerkennung seiner persönlichen Vorzüge und großen Eigenschaften als Beherrscher eines Weltreiches. Wie er bk Deutsche Sprache von Jugend auf beherrschte, so zog cs ihn immer wieder nach deutschen Gegenden, die er liedgcnwnnen hatte. So nimmt das deutichc Voll aufrichtigen Anteil an den schmerz­lichen Empfindungen, die der Heimgang des Königs vor allein in unserem Kaiserhause weckt. Wenn sein Volk mit fteicr Dank barkeit seiner gedenken wird, wird in der Geschichte die Erinnerung an diesen Monarchen in hohen Ehren fortleben.

Stuttgart, 7. Mai. TerStaatsanzeiger" schreibt anläßlich des Ablebens des Königs von Großbritannien und Irland ist Hoftrauer von heute an auf drei Wochen, die erste Woche in dritter, die weiteren Wochen in vierter Abstttfung der Hofttauerordnung angeordnet roorbcit.

Trauerkutidgedungen im Ausland.

O Paris, 7. Mai. Die Hiobsposten über König Eduard riefen in Paris eine fieb erhafte Aufregung hervor. Die Stimmung ist ausgesprochen b c sorgt. Jetzt tritt klar hervor, wie sehr man hier in dem Könige den Eckstein der Entente Eordrale erblickte und wie verhältnismäßig schwankend das Vertrauen ift, das man auf die Freundschaft des eng> IrschenVolkesunddesenglischenParlamentS setzt. Tie Entwicklung im Balkan läßt ein vereintes Gegen gewicht der Westmächte und Rußlands gegen dtze germa­nischen Zenttalmächte den Franzosen geradezu als Not wendigkett für ihr Prestige in der Zukunft erscheinen. Und andrerseits genügte es in Persien nur einer geringen Ver­schiebung der Tirektionsverhältnisse in England, um einen Wiederausöruch des Antagonismus des Elefanten und des Walfisches herbeizuführen. Aber ohne beide Stützpunkte im Westen und im Osten ist nach französischer Auffassung die germanische Hegemonie über Europa un - abwendbar. Mit dem König Eduard persönlich hängt für die Franzosen trotz der parlamentarischen Herrschaft tu England die Entente Eordiale so innig zusammen, daß sie jedenfalls an Festigkeit verlieren muß, da er nicht mehr seine schützende Hand über sie halten kann. Und bann war König Eduard auch von jeher den Franzosen ein so Ver­trauter, daß ihre Teilnahn.e für ihn auch aufrichtigen, nicht politischen Freundschaftsgefühlen entspringt.

Paris, 7. Mai. In einem Telegramm an den eng lisch en Staatssekretär des Aeußern, Sir Edward Grey, er­klärt Minister Pichon, daß er als Minister des Aeußeren ganz besonders die Trauer Frankreichs teile. Frankreich sei mit England durch Freundschaft verbunden, die innig zu gestalten König Eduard so mächtig beigetragen unb die nicht aufgehört habe, an für ben Frieden glücklichen Ergebnissen reich zu sein.

Präsident Fallieres richtete au die Königin - Witwe unb ben Prinzen von Wales ein Telegramm, in dein er seine Teilnahme an bem unerwarteten Verlust bes Sou veräns aussprach, der Frankreich so viele Beweise ber Freundschaft gegeben habe. Das Elysee, die Ministerien unD die öffentlichen Gebäude haben Hatbstock geflaggt. In Paris rief bie Tobeskunbe große Bewegung hervor. Tie Zeitungen ließen Sonberausgaben erschetnen Viele Einwohner vom Zentrum ber Stabt steckten mit Trauerflor umhüllte Fahnen in den ftanzösischen unb eng­lischen Farben aus.

Fast die gesamte Pariser Presse widmet dem ver storbenen König Eduard überaus warme Nachrufe, in denen er als großer Souverän unb insbesonbere als teurer und herzlicher Freund Frankreichs gefeiert wirb. Der Figar o" schreibt: Ebuard VIL war in ben Augen ber ganzen Welt ein großer König und aus diesem Grunde muß man seinen Heimgang auf bas tiefste bedauern. Et- war in den schwierigsten Augenblicken der große Werkmeister internationaler Beziehungen, welcher auf gefahrvolle ehr geizige Bestrebungen und Zornesausbrüche mäßigend und auf erregte Nationen versöhnend eintoirfte. Seiner klug