Ausgabe 
8.3.1910 Erstes Blatt
 
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»jette Verhöhnung des Gesetze?. Sympathien, die Blätter des Berliner Freisinns für diese Demonstrarionen zeigen, sind sicher nicht von dem Geiste eingegebcn, der aus den Hauß- mn mischen Worten spricht.

Berlin, 7. März. Ter Polizeipräsident sprach den Ofsizieren, Wachtmeistern und Schutzmännern der Sckwitz- mannschaiten von Berlin und den Vororten seine Anerken­nung für ihr gestriges Verhalten aus und besuchte die ver­letzten Schutzleute im KrankMhanse bezw. in ihren Wohnungen und belobte sie.

Au; den Reichrtagsausschüffen.

: Berlin, 7. März.

Der B u d g e k a u e's ch u st verhandelte am Aäontag zunächst über dm Ban des TienstgebäudeS des Reichsmarineamls, für den als erste Rate 750 000 M!. angefordert werden. Staats- sckretär v. T i r p i tz bezeichnet es als eine unbedingte Notwendig- lei i. für rationelle Arbeit, die auf, mehrere Stellen verzettelten Arbeitsränme in ein Gebäude ',nsammen;uziehen. Es handelt sich um einen Austausch der setzt hierfür benutzten »änfer gegen Grundstücke der Hodwalm in der Bendlerstraste und K'önigin- Augusta-Straste.

Der Berichterstatter empfiehlt die Zustimmung zu diesem Aus­tausch, bei dem das Reich im Gegensatz zu dem früher geplanten Bau in der Bellevuestraße ein gutes Geschäft mache. Es foil ein gemeinschaftlicher Antrag der Fraktionen im Pleinim eiugebracht werden, damit die. Regelung ohne Rachtragsetat erfolgen kann. Daraus wird die Beratung des P o st h a u s h a l l s . zunächst der Stellvertretungsrosten, fortgesetzt. Bon konservativer Seite wird ausgesührt, daß an keinem Haushalt die Ansätze so spar­sam ersolgt seien wie beim Posthaushalt. Trotz 55 Millionen Mark Mehrgehältern sind 52 Millionen Mark Ueberschüsse aw gesetzt. Es fei nicht mehr viel zu sparen. Nerte Stellen feien nicht gefordert. Das Anwachsen des Verkehrs solle trotzdem bewältigt werden. Da dürfe man die Stellvertretungskosten nicht auch noch herabsetzcn. Tenn eine Einschränkung des Erholungs­urlaubs sei auch nicht wünschenswert.

Auch der Vertreter der Tozialdcmolraten ist gegen den vom Zentrum beantragten Abstrich. Der Zentrumsredner meint, wenn von 50 Beamten 2 erkrankten, brauche man nicht sofort Ver­treter zu schicken. Der Aufforderung des Staatssekretärs, seine Gewährsmänner zu neunen, könne er nicht Nachkommen. Der vom Zentrum beantragte Abstrich wird abgelehnt.

Hierauf werden die Entschließungen der Konservativen -Dröscher, Lattmann» und der Nationalliberalen Becki über die P ersonalreform verhandelt. Der Berichterstatter Beck be- 'tont die Schwierigkeiten, die die Besoldungsordnung wegen der steten Vergleiche mit Preußen gemacht habe. Deshalb solle man versuchen, die Organisation der preußischen anzugleichen. Natürlich habe dies eine grotze Tragweite, aber die Mißstände müßten irgendwie beseitigt werden. Die Erörterung wird dann bis 'nach Erledigung des. gesamten Haushalts zurückgestellt. Die weitere Erörterung dreht sich zum Teil über etatrechtliche Fragen, Die Kosten der Schneebrüche, die Entlassung von Arbeitern. Schatz­sekretär Wermuth erklärt schon jetzt, daß er einer Erhöhung der Anleche für F er n sp r e ch z w eck e im nächsten Jahre ent­gegentreten müsse. Staatssekretär K rät ke erklärt, die Reichs- telegraphenvcrwaltung fei der Privatindustrie gegenüber viel ent­gegenkommender als andere Verwaltungen. Datz die Post sich billiger anbiete, um die Privatütdustrie zu verdrängen, fei un­bedingt nicht richtig. Die Gebühren für Legung von Neben­anschlüssen leien kürzlich nachgcptüft worden. Da die Frage der Fernsprechgebühren, schwebe, habe man die Ächnseguenzen noch nicht gezogen. Auf Anfrage aus dem Ausschuß über das Tele- tankensystem in den Kolonien erklärt der Staatssekretär, das Funkspruchsystem verlange vörgeübte Leute und Maschinen; man könne auch nicht so sicher mit der Zeit rechnen und man könne nicht den Fernsprecher anschließen wie beim Drahttelegrapheni Ge­rade der Fernsprecher aber werde stark von Eingeborenen benutzt. Pis, Kamerun zu telegraphieren, fei noch nicht möglich, das Aeußerste fei bei festen -Stationen. Kap Teneriffa. Die Klagen der Privatinduftrie über Unterbietung durch die Post loerben von ver­schiedenen Seiten aus dem Ausschuß bestätigt. Bon natio­nalliberaler Seite wird eine Entschließung eingebracht, wonach die Herstellung der Fernsprechnebenanschlüsse der Privatindustrie überlassen werden soll. Ter Staatssekretär bemerkt dazu, der Lost- ocrmaltnng seien 1100 Nebenanschlüsse in kurzer Zeit gekündigt und der Privatindustrie übertragen; daraus gehe hervor, daß die Pojsl nicht zu billig arbeite. Die Entschließung wird ange­nommen.

Der Posthaushall wird erledigt bis auf die Bittschriften und die auf die Personalrcfovm bezüglichen Entschließungen.

Dienstag: Eisenbahnen, Reichsschatzaml und Haushaltsgesetz.

Aus Hesse«.

In ber Zweiten hessischen Kammer beantragen der Abgeord­nete Raab imb Genossen:Tie Regierung zu ersuchen, im Artikel 1. des Entwurfs des Finanz-gesetzes für das Etatsjahr 1911 teilte Aenderung dahin vorzunehmeu, daß gemäß Artikel 48, Abs. 3 des Gesetzes, die. allg. Einkommen ftc u e r betreffend, vom 12. August 1899, die drei untersten Klassen von der ErhebungfürdasEtatsjahrl911b^freitbleiben, und der dadurch entstehende Ausfall für die Staatskasse von ca. 900 000 Mark durch Vorlage einer Novelle zum Vermö- geussteuergcsetz mit entsprechende!, Progression der Ver- nwgenssteuer cingebradti werden tonn."

Deutsches Aeicv.

Der Kaiser traf am Dienstag gegen 12 Uhr auf dem Bahn­höfe Wilhelmshaven ein, wo er vom Prinzen Heinrich von Preußen, dem Stations-Chef Admiral Graf von Baudissin, deui Flvtten-Ehes Admiral von Hvltzcndvrfs und dem Festungsfom- Mandanten Konteradmiral Merten empfangen wurde. Nach bei Begrüßung burd die Admirale fuhr der Kaiser mit deut Prinzen .Vx'inrid" im Automobil durch die reich beflaggten Straßen unter ten Hurras der versammelten Menge nach dem Exerzierhaus der zweiten 'Matrosendivision, wo he Vereidigung der Rekruten statt­sand. Alsdann fuhr der Kaiser zum LinienschiffDeutschland", no er Wohnung nahm. Fn der Presse tauchen, so schreibt die Nordd Allg. Ztg.", fortgesetzt Angaben über die bevorstehende Reise des Kaisers nad; M j r f u au'. Gerade in den letzten Tagen haben sich die Gerüchte so weit verdickstet, daß schon von Vor- tercitungcn 'um Empfang des :>jijnardAn auf ber Insel berichtet ...nurdp/>Wir möchten f sh alb daran erinnern, daß eine Fahrt ees Kai>ersuch den«?)?ittclmeer für dieses Jahr niemals be- jchlossene Sache war und möchten es als unwahrscheinlich bezeichnen, daß eine solche Reise unternommen wird."

In der Sitzung des Bundesrats am Aäontag wurde dem Entwürfe der R e ichsve r si cherungs-Qrduung zuge- fl. r m m :. ________

Ausland.

Der bl Önin von England bleibt nach einer Pariser Meldung bis Mittwoch früh in Pari s und begibt sich sodann nad) Biarritz.

Wie aus Loudon gemeldet wird, erklärte Premierminister A » n u i 11) auf eine Anfrage, daß die Entschlietzuugen, welche die Regierung bezüglicki des Oberhames einbringen werde, auch Vor ichlage über die Verkürzung der Dauer ber Parlamentssession ent­halten würden. Kriegsminister Halb an e erwähnte bei seinen Erklärungen zum Heeresbudget auch, daß das Kriegsministerium Erwägungen über die Frage der Selbstlader angestellt habe und dabei ,;n der Anschauung gekommen sei. daß es noch einige Zeit dauern werde, bis die Selbstlader prattijd) verwendbar seien. Der Kriegsministcr gab ferner die Erklärung ab, daß das Kriegs- niiniftcrinm die Einrichtung eines regulären Luftsch.fserkorps be­absichtige: es besitze ein 11 ein ces l en k.b a res Luftschiff m Alder«hot, das zufriedenstellende Erfolge üuiäuipciien habe. Es

fei mit dem Entwurf zu einem grüßen Lenkva 11 on beschäf­tigt, der während des laufenden Finanzjahres erbaut werben solle, während ein großer zum Flottendienst bestimmter Lenkballon im Sommer auf Stapel gelegt werden würbe. Zwei weitere kleine Lenkballons seien in Frankreich zum Auftrag gegeben.

Aus London wird berichtet: Das B a 1 t a n f o m i t c e gab zu Ehren Enver Beis ein Frühstück, wobei Generalpostmeister Samuel einen Trinkspruch auf die türkische Konstitution ausbrachte. Enver Bei sei ber Garibaldi der Türkei. Die Selbstzucht der Jung- türfen sei bewunderungswürdig. Enver Bei sprach in seiner Er­widerung England seinen Dank für die moralische Unterstützung der Türkei aus, die, wie er! hoffe, seinem Vaterlande erhalten bleiben werde.

Die russische Duma bat am Montag den Haushalt des Ministeriums des Innern angenommen. Die Kadetten, die Sozial­demokraten und die Arbeitergruppe, sowie die Muselmanen stimm­ten gegen die Annahme..

Man meldet aus Täbris: Ein aus Teheran eingegange­ner Befehl zur Ausnahme enter inneren Zwangsanleihe im Betrage von einer Million Tomans hat unter den Kaufleuten und der besitzenden Klasse eine Panik hervorgerufen. Sattar Chan widersetzt sich offen der Bildung eines Ausschusses zur Regelung der Frage der Rückgabe des während der Unruhen in Täbris und Ardebil geraubten Gutes an die rechtmäßigen Eigentümer.

Heer und Llotte.

Admiral v. Knorr, durch ।einen Sieg in dem einzigen wirklichen Seegefecht ^während des 5i.Sges 1870/71 einer der populärsten deutschen Seeoffiziere, vollendet heute, Dienstag, fein 70. Lebensjahr.

Aus Stadt und LanS.

Gießen, 8. März 1910.

"Tageskalender für Dienstag, 8. März: Stadt- theater. Benestzvorflelluiig für Regisseur Norden:Ter Hochtourist". Anfang 8 Uhr.

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*' Eine Abschiedsfe ier für Provinzialdirettor Ge­heim erat Dr. Breidert findet am nächsten Sonntag nach- nuttag 4 Uhr in der Turnhalle an Oswalds Garten statt.

Land esu niversi tat. Der Groß Herzog hat den außerordentlichen Professor an der Universität Heidelberg Dr. med. et phil. Nud. Otto Neumann zum ordentlichen Professor in ber medizinischen Fakultät der Landesuniversität, besonders für das Fach der Hygiene und zmn Direktor des hygienischen Instituts, ernannt.

** Schulpersonalien. Ter Großherzog hat den Ober­lehrer an der Oberrealschule zu Ossenbach Franz Petersohn zum Oberlehrer an der höheren Mädchenschule und dem Lehrer­seminar zu Mainz, den Oberlehrer an ber Realschule unb dem Progymnasium zu Alzey Konr. Richter zum Oberlehrer an ber höh. Mädchenschule zu Ossenbach unb ben Lehramtsassessor Dr. Frietzr. -Lchrod aus Ossenbach zum Oberlehrer an ber höh. Mädchenschule zu Ossenbach ernannt. Bestätigt würbe ber von bem Prinzen Friedrich zu Solms-Brauusels als Vormund des minderjährigen Fürsten Georg zu Solms-Braunsels aus die erledigte erste Lehrerstelle an der Genieindeschule zu Griedel prä­sentierte Lehrer H. Jung dafelbst, ferner von dem Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die erledigte zweite Lehrerstelle an der Ge- meinbeschule zu Rothenberg präsentierte Lchulamtsaspirant H. Spieß aus Bechtheim. Erledigt ist eine mit einem eöaug. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Staden.

** Feldberetnigungskommtssär. Der Groß- h erzog hat den Regierungsasfessor Dr. Ernst Goertz aus Friedberg zum FeldbereinigungSkommiffär mit dem Amtstitel Kreisamtmann" ernannt.

** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 10. März, nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1.Mit­teilungen. 2. Baugesuch Hermann Bender für Bleichst raße 3. 3. Baugesuch Jakob Heilbronner für Rittergasse 7. 4. Gesuch von P. Christophersen um Belassung eines Erkers am Hause Friedrichstraße 7. 5. Baugesuch des Eisvereins. 6. Wieder­herstellung von Straßen im Jahre 1910. 7. Herstellung eines Verbindungswegs zwischen Ebel- und Stephanstraße. 8. Herstellung von Anschlüssen an das elektrische Kabelnetz. 9. Zusatz zur Polizeiverordnung vom 2. Marz 1901 zum Schutze der Bürgersteige. 10. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 11. Bebauungsplan für die Schwarz lach und das Gart seid. 12. Plakatsäule am Ludwigsplatz. 13. Das Schulgeld der höheren Lehranstalten. 14. Die Rechnung des Realgymnasiums und der Oderrealschule für 1908. 15. Elektrische Einrichtung int Realgymnasium. 16. Be­schaffung von Schulbänken. 17. Errichtung neuer Lehrer­sdellen an den Volksschulen. 18. Verpachtung von Kellern im Schulhaus an der Wäshanlage. 19. Definitive Besetzung von Lehrerstellen. 20. Neufestsetzung der Schulferien. 21. Gesuch des Feldschützen Wenzel um Versetzung in den Ruhestand. 22. Gesuch Friedrich Weber um Erlaubnis zum Betriebe einer Gast- ltnd -Lchankwirlschast im Hause Tiesen- weg 4. 23. Desgl. Karl Hartmann für Frankfurter Straße 62. 24 Desgl. .Valentin Lotz zum Schantwirtschafls^etriebe im Hause Ludwigsplatz 15. 25 Desgl. Theodor B.äulke für Ludwigftraße 55. 26. Desgl. Wilhelm Bolte für Wolfstr. 9. 27. Desgl. August Rath für Neuen Baue 22.

e* Stadttheater. Am kommenden Sonntag nachmittag wirdTer fidele Bauer" nochmals wiederholt; am Abend gehen Sudermanns .Strandkinder" in Szene. Beide Vorstellungen finden bei kleinen Preisen statt.

"* Ergebnis eines Preisausschreibens. Auf einen von der Baugenossenschaft des Evang. Arbeiter­vereins ausgeschriebenen Wettbewerb unter der deutschen Archtiektenschaft zur Erlangung von Entwürfen von 40 bis 50 Gebäuden, Wohnhäusern für kleinere '-Beamte und bessere Arbeiter, auf einen 15 000 Quadratmeter umfassenden, von vier Straßen begrenzten Geländeblock, der durch weitere Straßenanlagen aufgeleilt werden kann, find 27 Konkurrenz­entwürfe eingegangen. Das Preisgericht, dem u. a. Ober­bürgermeister Mecum, Baurat Diehm, Stadtbauineister Brau­bach , Sparkassen - Direktor Doering und Beigeordneter HeyUgenslaedt angehörten, hat den 1. Preis den Architekten 'JJ1 a 1) r und Mark wort- Darmstadt, den 2. Preis dem Architekten Hans Nteyer-Gießen und den 3. Preis dem Kreisfiraßenmeister M o h r-Gießen zuerkannt. Weiter wurden zwei Entwürfe angetauft, darunter em Plan des Architekten Hamann-Gießen. Die Ausführung der Bauten am Süd- ende der Stadt gegenüber der Heyligenstaedt'schen Fabrik ist in allernächster Zeit geplant und erfordert im ganzen eine Baujumme von 500 000 Mk. Es war in dem Ausschreiben für den Wettbewerb bestimmt, daß die cinzureichenden Pro- lekte enthalten sollten: Einzelhäuser, Doppel- und Drillings- häuser mit Wohnungen von 2 und 3 Zimmern, Küche und Zubehör. Auch sollte eine Anzahl größerer Mietshäuser von drei Stockwerken mit ausgebautem Dachgeschoß, sowie eine Kleinklndelschule mit Versammlungs- und Lesesaal m den Entwürsen enthalten sein.

V. H. E. Ein lad;vnocr, sonniger Frühlingstag inor es, ber bic Mitglieder des V. H. E. Gießen am Sonntag bei ihrer

zwölften unb letzten Vcremswandonmg 1909z10 begleitete. Durch das prächtig.' Wetter angeTetft, hatte sich eine stattliche Schar, rund 100 Teilnehmer, am Sammelpunkte Kn getan dem Auf guter Landstraße ging es über Steinberg nach Grün tagen, das in knapp zwei Stunden erreicht war. Tas Arnvlb'sck)e Gasthaus formte die Wanderer nickrt alle beherbergen, so baß man zum Teil geswungen war, eine andere Unterkunft ui tarnen, währenb ein anderer Teil feinen Imbiß mri offener Straße, umgeben von der Dorf tagend, einnahm. Der weitere Weg führte auf teilweise recht unbequemen Feldwegen über Eberstadt nach M ü nzcn- berg, demWetterauer Tintenfaß", nro wiederum, diesesmal längere Zeit, Rast geljalten wurde, die vorwiegend zur genauen Besichtigung der alten Burganlage, ber mächtigsten Smlaßruine der Wetteron, verwandt wurde. Auf ziemlich aufgeweichten Feld- wegen ging es hierauf an Rockenberg vorbei über Griedel nach dem industriereichen Butzbach, bem Endziele der Wanderung. Hier würbe nun Zunächst unter liebenswürdiger Führung des Inhabers die dyein. Waschanstalt Braubach u. Fischer, wohl- weit und breit das bedeutendste Werk dieser Brawch.', eingehend besichtigt, bem namentlich bic zahlreichen Damen lebhaftes Interesse entgegen- brachteu. Ten Schluß, der Wanderung bildete ein feucht-fröhlicher Kommers im Taunus-Hotel mit dem iieugegrünfcetCH V. H. E., Zw-eigverein Butzbach. Hier wechselten Ansprachen, Gesang und Vorträge in bunter Reihe ab, Auch die Monotsoersannnlung des Zweigvereins am letzten Freitag, die ausnahmsweise im Cafe Ebel ftattfanb, war sehr gut besucht. Tas Vercinsmitglied, stud. E. Schneider, hielt einen mit vielem Beifall aufgenommenen Lichtbildervvrtrag über die kurifche Nehrun g. Er verstand es ausgezeichnet, den Zuhörern bic Entstehung ber Nehrungsbildung verständlich zu machen unb auf einer Wanderung über die Nehrung die eigenartigen Landwirtschaft! ichen Reize jener entlegenen Gegend zu zeigen.

** Schach. Der hiesige Schachllub veranstaltet am nächsten Donnerstag in feinem Klub lokal im Cafe Ernst Ludwig eine Simultan v o r st e l l u n g, za ber auchNichd Mitglieder willtommen sind. _ Anmeldungen beliebe man bis zuni Donnerstag abend < Uhr im Cafe Ernst Ludwig niederzulegen. Das Spiel beginnt um J $9 Uhr.

L ich, 6. März. Im Änfchlitß an den beendigten Anfänger­kurs würbe am 6. d. M. durch dir 2 le iw a raphen-Gefei 1 fd'.a ft Gabtzlsberger"-Gieß.en ein neuer Verein, die Stenographen-- GefellichaftGabelsb er ger" Lich, gegründet.

)( Hungen, 7. März. Der GesangvereinEintracht" veranstaltete gestern in derTraube" eine Abendunterhal- tung, zu der eine Abteilung der Gießener Regimentskapelle engagiert war, bic eine besondere Anziehungskraft ausübtc. Tas zur Auftührnng gebrachte vieraktige Volksstück ,/T i e Torf- Hex e", wurde mit viel Geschick burchgeführl und fand lebhaften Beifall. Musik- unb Gesangsvorträge stillten die Pausen zwischen den. einzelnen Akten aus und später reihte sich der 'hüb'ch ver­laufenen Veranstaltung noch ein Tanzvergnügen an.

d. Büdingen, 7. März. Heute morgen siel in der Woll­spinnerei von Otto ^chaeser der Arbeiter Karrer, als et mit dem Schmieren seiner Maschine befchästigt war, infolge Ausglcitens mit bem Bein herab und verletzte sieb au der rechten Hand sehr schwer, indem er mit ihr in eine Fensterscheibe schlug. Nack> An­legung eines Notvcrbanbes verbrachte man den Schwerverletzten in bas hiesige Krankenhaus, wo die beiden Acrzte ihm sofort die Wunden verbanden. Ter Unfall soll durch Unvorsichtigkeit beS Arbeiters entftanben sein.

1. Butzbach, 7. März. Heute sand unter dem Vorsitze des Schulrats S ü ß - Friedberg die F r ü h i a b r s i o n f c r c n 5 der Lehrer des Bezirks Bntzbaeh in der Voltsjchnle zu Butzbach stall. Lehrer Woli-Butzbach hielt einen intern (ernten Vortrag über die deutsche Grammatik und ihre Behandlung in den ersten vier Schuljahren. Taraus folgte ein ebenso interessanter Vortrag des Lehrers E i ch b o r n - Okarben über eine Reife, die et mit dem deutschen Flottenverein im vergangenen Jahre an btr '1'3 aif er tarne machte. Reicher Beisall lohnte den Redner mtb seine vuio " äsch, ; bald humoristisch klingenden AnSführungen. An die K'L-...iwenzj schloß sieh ein Mittagessen imHessischen Hof".,

? Bab 9c an L) e t m , 8. März. iXcl.) Der Salinen amtSbiener Wily. Seisserr har sich heule vormittag 8 Uhr in seiner Wohnung krankheitshalber erschossen. Tic Kaste­ist in Ordnung.

Ossenbach, 7. Niärz. Der Selbstmord des Vor­stehers der Offenbacher städtischen JnvalidenvcrsicherungSstelleZ Leouh. Ferd. Nipper, der sich mit einem Armeerevolvei am Portal des Friedhofs erschoß, erregt in den weitesten Kreisen Offenbachs das größte Aufsehen. Man glaubte an-- sanglich annchmen zu können, daß Ripper Jamilienzerwürs-« niffe in den Tod getrieben haben, aber bic sofort eingeleitete 1 Untersuchung hat bas Ergebnis gezeitigt, daß Veruntreu-! ungen mit das Motiv zur Tat gebildet haben, deren Höhe! nach den bisherigen Feststellungen uul 60UU Mark an-I gegeben wird.

Hk. Darmstadt 7. März. Bei dem Wettbewerb für öciiI Entwurf des Jnucnausbaues Der ich a e 1 i s k i r d> c in H am -I bürg erhielt ber außerordentliche Prozessor für das Zeichnen, s Entwerfen und Modellieren von Ornamenten an der hiesigen Tech- mscher. Hochschule Augusto Barnes i. Ikui ersten Preis unb die« Ausführung des Hauptaltars

Appenheim (Rhcinh.', 7. März. Ter cinnig. PfarrerI Sch e l l m annwurdc 101 i n f e t n cin.^'f 11 e a u f g e f u n b c n. 1 Nach ärztlicher Feststellung ist er infolge Einatmens giftiger'; Gafc, die einem amerikanischen Ofen während ber Nacht ent-1 strömt finb, erstickt. Auch bic int Zimmer befindlichen Kanarieu-1 Vögel lagen tot in den Käfigen. Pfarrer Schellmanu war feit 1; Fahren in Avpcnbcim tätig und vorher 212 Jahr Pforrwtar int Ober-Ingelheim. Das tragische Htnscheidcn des geachteten MannesI ruft lebhafte Teilnahme hervor.

Schwab en heim a. d. Selz, 7. März. In der Nähe der hiesigen Bahnstalion feuerte der 21 jährige Phil. Waller aus f Bubenheim fünf Rev 0 lverschüf e auf feine Geliebte,, die gleitaaliengt Singer von hier. Hieraich richtete er die Waste gegen sich selbst und tötete sich durch einen Schuß in Den Mund. Das Motiv der Tat vermutet man in aussichtsloser Liebe. t Tas Mädchen ist lebensgefährlich verletzt,

s. Wcglar. 7. März. Gestern wurde der Genossen-' s ch a f t s t a g für die 1 o n d w. G e u o s s e n s ch a f t c n mtd Kasiitoe- des Kreises Wetzlar abgehalten, der seht stark besucht war. Aus der Tagesordnung standen 2 Vorträge, Die mit großem Jniercsic angehört wurden. Oekonomierat A r m b r n ft m a chcr - Bonn fprad; überRationelle Düngung und genossenschaftlicher Bezug vonDünge- und Futtermittel." Er zeigte an zatzlreichen Bei­spielen wie der Lawdwirtschast alljLhrlid, .norme Summen ver­loren gehen durch unzulängliche Düngung, durch falsche oder cm seitige Düngung unb durch An laus schlechter Düngemittel. Er wies nach, wie gebüngt werden soll uni) wrderle die Landwirte zum gemeinsamen Bezug durch die Bezugskommiiston und die bezogenen Düngemittel auch auf ihren Gehalt mtiersuchen zu lassen. Ver bandsrevisvr Koch-Bonn sprach über:Tic Pflege des Kleiit- sparverkehrs durch Kreditgen-ofsensch aften.'' Er erläuterte die Schulst Par taffen, Heimfparbüchfcn und hob besonders den Spor­kartenverkehr l-ervor, ber im Hessischen Genossensch aftsverband all gemein verbreitet, aud) im hiesigen Kreis ber verschicbcncn Kassen mit Erfolg eingeführt sei. Lehrer Ebe 1 Hard gab aus seiner Tätigkeit eingehende Erläuterungen.

zx Waldgirmes, 7. März, teilte zahlreiche EememD.' füllte gestern unsere Kirche bis auf den letzten Platz. Für die Pfarrei Naunheint-WaldginneS wurde durch Dekan Korndörser- Gladenbach der erwählte neue Pfarrer Anthes in sein Amt eingew-iescii. Herr Anthes ist seit 1. Mai v. I. als Vikar tätig.

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