Ausgabe 
8.4.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

chitUe

Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.

praktischer Arzt meder-

1912

vorn.

irzeste1*

einreich.

iue 281 (Tel. 190). ' ^utags nur von 8-9

Berlin in die Nvrdfe. hinaii&retrieüen würrden.

Im allgem.inen werden die Gcf.rhren der Abstürze sehr über- schätzt. Nur dann, wenn durch ein Reihen des Netzwerks die Gondel

sich vollständig vom entw eichenden Ballon ^trennt, ist eine Kata- tvophe unvermeidlich. Als im Jahre 1893 der Berliner Ballon Humboldt" mit einer starten Sck>neebedeckirng aus der Hohe von 6100 Metern abstürfte, belief sich daaegen die Lekundengeschwindig- knt des Slur?ss bis kurz vor Berührung des Erdbodens nicht aus mehr als 2,85 Meter, und als der Fesselballon des Oberleutimnls tziller aus dem Lechselde am 23. Mai 1)02 von einem Blitzstrahl in Brand gesetzt wurde, vergingen immer noch 60 Sekunden, bis her dabei allerdings schwer verletzte Offizier mit den Res den der Ballonhülle aus 500 Bieter Löhe zur Erde l)erabgelang1e. O. K.

*

Anna Schra. mms 70. Geburtstag. Aus Berlin Wird uns geselnieleii: Anna Schramm, diefurchtbar Mette", wird am 8. April eine Siebzigjährige. Sie ist als die Vertreterin des Berliner Ditzes auf der Bühne einst, in ganz Deutschland und Oesterreich bekannt gewe'en, nun aber sck-vn lange als Mit- glich der Berliner Hofbühne als Charakterdarstellerin und zwar nicht nur aus dem komischen Gebiete geschätzt. Wie E. Th. >A. vosff mann von dem Berliner Original Madame Tutitre, die übrigens Anna Schramm in einem Bühnenstückchen trefflich darzustellen wüßte, einstmals behauptete, da st >'ie die Einzige sei, dieden'Ber­liner Tialekt mit Grazie spräche", so sagte auch einst ein Kritiken non Anna Schramm, da st sie verstanden habe,die Sprache der Berliner Schusterjungen zu adeln". Die Zeit, als sie das rat in den sechziger Jahren am Wallnertheater im Verein mit Helmer­ding, Rensckw und Neumann - war die Glanzzeit dieser Künstlerin. Tabei ist Anna)ramm nicht einmal eine geborene Berlinerin. Ihre Eltern waren ein berühmtes Künstlerpaar: der ausgezeichnete Charakterdarsteller Nikolaus Schramm und die nicht minder trcTü siche Schauspielerin Henriette <ochrantm, geb. Großmann. zlnna Schramm erfuhr ihre erste Ausbildung durch die Mutter, später batte sie bei Roderich Benedix dramatisäsen Unterricht, und im Ge­sang bildete sie Franz Abt in Braunschweig aus. Zurfurastbar netten" Berlinerin aber würde sie durch. Karl Helmerding, der, rote wir aus Agnes WallnersLebenseriimerungen" erfahren, sie förmlich erst zu ihren Rollen drillte". Freilich heißt es da werter: Aber als sie bann auf eigenen Füßen stand, wTirde sie auch der Liebling der Bcrlinc:: durch die ungemeine Frische und Anmut ihrer Darstellung, ihre schürfe Beobachtungsgabe und ihr glück­liches Auffassungsvermögen." Damals hatte iie^allerdings schon eine lange Bühnenlaufbahn hinter sich, denn als Sechsjährige hatte sie bereits hi Brauuschnreig die Bülme betreten. Ihren Beinamen Diefurchtbar Nette", erhielt sie, als sie am Wallnertheater in einem SchwankBoedecker" in der Rolle einer Friseurstochter ihren Geliebt, u mit diesem Beinamen zu belegen hotte, was sie so aller­liebst machte, daß die Bezeichnung für sie selbst sprichwörtlich wurde. In den siebziger Jahren begann sie. dann ihre Gastreisen durch Deutschland und Oesterreich. Im Jahre 1885 kam sie auch nach

Karlsruhe

{lieh frisch . hm

t Kuchen

vallonunfäüe.

Die traurigen Schicksale der BallonsPommern" und ,,Schle- iien" mahnen daran, daß mit der fortschreitenden Entwickelung der Luftschifsahrt auch die Zahl der Unfälle, absolut genommen, wnehmen must. Ob >'u relativ zunimmt, ist indes die ^wage: ovdi vor dem ung^ahnten Ausschwung der Lufffchifiahrt waren Unfälle dieser Art leine Seltenheit. _ Don den Bahnbrechern der Luitschiffahrt haben schon seit den ersten, int vorletzten Jahrzehnt >e3 18. Jahrhunderts unternommenen Aufstiegen viele ihre -.eben (aiieit müssen. Tas erste Opfer der Luftschiffahrt war der bc- LÜlymtc ffanzrfische Gelehrte Pilätre de Rosiers, der, durch den Dorgang des BerusSluftschiffers Blanchard angespornt, am lo. Juni 1785 bei dem Versuch', den Aermcltanal zu überfliegen, mit dem Boukoqner Arzt Romain, mit dem infolge einer Erplvsion lichter- (oh brennenden Ballon aus 500 Meter Höhe schrecklich verstümmelt ruf die Klippen der französischen Küste stürzte. Nicht minder ^agffch war da-> Schicksal des italicitiichen Luftschifsers Fcancesoo Zambeceari, d-.w am 21. August 1804 bei Bologna durch Explosion eines Ballons schwere Brandwunden erlitt, ins Meer stürzte und rech in denffclben Zai re, kaum genesen, bei einem ebenfalls von fHogna aus unternommenen Ausstiege tödlich verunglückte.

Eine lange Reck e von Unfällen begann, als wenige Jahrzehnte nadt der Erfindung des Luftballons die Baltonausstiege ein Zug­stück für Bogelwft'cn und große Vollssestc wurden, bei benen die berufsmäßigen Fahrer ihre halsbreckwrisckxn Kuulfftücke zeigten oder sich aus schwindelnder Höhe mit deut Fallschirm niederließvn, der nickt stltcu versagte. Eine keiueswags vollzählige Ltatistü über die Jahre 1805 bis 1821 besagt, daß in dieser Zeit nicht weniger als V.) Luftschifser, darunter auch eine Dame, Frau 2-em'oinc, durst Brand oder Reißen des Ballons verunglückten. Verhängnisvoll war die Fahrt, die die französischen Gelehrten Sivel, Croce und Tissandier am 15. April 1875 unternahmen, wobei die beiten erstgenannten in 8000 Meter Höhe an Sauerstofsmangel zugrunde gingen. Um die Fahrt des Schweden Andree zum Nord­pol breitet sich der Schleier der polaren Sphinx. Der verdicnst- iwlle deutsche Militärlustschiffcr Hauptmann Bartsch von Sigsjeld n»urde, als sein Balkon über die holländisäw Tiefebene raste, mn 1. Februar 1902 jammervoll zu Tode gcsckstcist. Fast ein Winrder war es, daß i ic Strandung des Militärluftschiffs Groß I auf dem Stettiner .v iff am 12. November 1908, obwohl der Ballon zw".-i Stunden lami auf dem Wasser getrieben wurde, ohne töd- lMm Unfall endete. Um so grausiger dagegen war die Todes- sOhit jener beiden deut-chen Offiziere, die gelegentlich des Gordon- Bennett-Rennens der xrüftc im Herbst 1908 von Schmargendorf bei

«lot:

»etag.

asse IQ ||

dwi§ Kröll mi Hause

ILBiele^

Tn«« ' . W8»

Wien nicht Bangen, ihre Berolinismcn könnten dort nicht den rechten Widerhall finden. Im Jahre 1891 ivard ne dann ans HostlMter verpflichtet, und das einstigeMilchmädchen von Schöneberg" und der ehemalige Schusterjunge rnKrsthi und ME" wurdeklassisch" und errang sick Bewunderung als Amme inRomeo und Julia", als Taja in-OLathan", als Marthe Sckweicklein usw., und man feierte sie als die geutige Erbin der F-rieb-Blumauer. Bor einem Jahrzehnt etwa beantwortete die Künstlerin die RundfrageWann wird eine Frau alt'/" dahrn: , Wenn der Spiegel es ihr sagt und ihr Her; es suhlt! Mit Anstand alt werden, ist eine Kunst! Manche lernt's nie!' Auch Anna Schramm hat, so sckxffit es, diese Kunst nie gelernt, wenn auch in anderem Sinne, als sie das gemeint hat- <pie ist mit Anstand jung geblieben in ihrer Kunst.

CH antecler in Wien. ?lus Wien wird uns unterm 5. April geschrieben: Das Thoatre de la Porb-Saint-Martin hat mitChantecler" eine Gastspielreise unternommen. Daß die Tirektion eine Zweitbesetzung für genügend hielt, zeugt Von geringer Achtung vor dem ausländischen Kunst verstehen. Eine beut) me Sckwiibühne lstitte wahrscheinlich unigekehrt den Star in die Fremde geschickt und den Lückenbüßer zu Hause spielen lassen. Farbloser als Maggie Gauthier kann man das Fasanweibchen, das Ehanteeler durch seine Liebe von der Lebensaufgabe loctt, nicht herunterleiern, tenorhaft unausstehlicher den Hahn nickt dekla­mieren, als Dovivales tot. Und nur sstogers Lövhs teniperanient voll hüpfende Amsel, die den Lichtwecker verspöttelt, Tabelle durch Bewegung und Sprockstempo ein besonderes Bogdliveien vor. Gleiche Wirkung interessanten Tierlebens schenkten auch die EHör­stel len, und das Bühnenbild fesselte die Sinne durch leine Pracht. Wenn das weiche Lickt der ausgehenden Sonne m die starren Dinge fließt, Baum uiH Berg und Stadt ww von inneiiheraus zu leuchten beginnen, dann klingt die Freude über drows Erlebnis so hell durch unser Herz wie einst, als wir zum ersten Male im Theater saßen.

Genickstarre und Nikotin. Ter französische Mi­litärarzt Renö de K'ermabon unterbreitet loeben Beobachtungen der Ocffentlichkeit, die geeignet sind, weit über roissenstckaftliche Kreise hinaus Auffchen und Jntereste zu erregen. Dr. Kernvabon will nämlich festgestellt haben, daß,das Nikotin gegen die Genick­starre immunisiert. Tem 41. 5 n f an ter i er e g i men t jugeteut, hat sich Dr. Kermabon vorwiegend mit den in leineni Regiment vorgelommenen Fällen von Genickstarre^besaht und hierüber eine interessante Statistik geführt. Bom 1. ^annar 1907 fad 41. xx» jembtr 1909 mürben im 41. Jnianterieregiment 49 Fill? von Genickstarre beobachtet. Bon 43 Kranken die Dr. Kermabon ui Behandlung nahm, waren 19 Nichttaucker, also 44,1 Proz., 13 Gelegenheitsraucher, also 30,2 Proz., und 11 G«vvhnheits- rtnidper, also 25,6 Proz. Unter neun an der Genickstarre ver-

Ber l in , 6. April. <W. B.) Die türkische Botschaft tcilt über den Vorfall v o n I p e k folgende Darstellung mit:

Wegen B e r ä n d e r u n g d e s L o k a l z o l l e s versammelten i o gegen 1000 Einwohner der Umgebung von P r ischt in a und ükotchitrin und besetzten die verschiedenen, dorthin sührenoen Si raßen. Ein Ausschuß, bestehend aus Zivil- und Militär- keimten, wurde zu ihnen entsandt mit dem Auftrage, btc)c Leute u beruhigen und, roenn möglich, ihnen Vernunft cin;ureben. Die Ausrührer erklärten jedoch, daß sie sich teder ^tcuererbohung widersetzen unb der Einführung von Reformen nicht zustiminen würben. Am nächsten Tage wurde nun, wie bekannt, der Gou­verneur von Fstek, Ismail Hakki Bep, sowie der Kommandeur be* 60. Infanterieregimcnts, Ruschdi-Bey, auf offener Straße mgegriffen und letzlerer tödlich verwundet. Die Unter- uetzuiig ergab, daß dieser Anschlag von einigen Einwohnern der Oi ischaft Rikka vorbereitet worden war. Der Mörder, em schon 'rüher zum Tode verurteilter Sträfling, ist flüchtig. Die, ganze Scroegung ist dem Umstande zuzuschreiben, daß eine gewisse An- ,anl Leute, welche unter dem alten Regime alle möglichen Ber- Aechen ungestraft begehen durften, sich durch die Wiedereinfuhr,mg bei Konstitution in ihren Machenschaften gehemmt fühlen. Die Regierung hat sofort den Belagerungszustand über Ipek verhängt.

(Ein Ausstand der Albanier.

L,Lvndon, 6. April.

Ter Korrespondent derTimes" in Konstantinopel tele­graphiert, daß in der türkischen Hauptstadt große Aufregung dar­über' herrsche, weil offiziellen Nachrichten zufolge in Nord- Albanien ein Auf stand gegen die Türken bevarzu- sl-hen scheine. In Ipek zum Beispiel ist bereits der Belagerungs- j.iitand proklamiert worben, nachdem die Unzufriedenen den dor­igen Mutesarrif verwundeten und einen türkischen Offizier er» mordeten Stark Militärabteilmigen würden sofort nach Ipek, Aiakvwa und Prischlina geschickt. In einer späteren Meldung tv effcen >porresponl enten l>eistt es, baß es bei dem letztgenannten Crt 6,i ernsten Kämpfen zwischen den türkischen Truppen und den Albaniern gekommen fei.

Diese beunnchigenden Meldungen Werden auch von einem rclegramrn bestätigt, welches derDaily Telegraph" von seinem licrresponbenten in Belgrad erhält. Hier wird auch berichtet, big die Zustände in Alt-Serbien einen sehr ernsten Charakter an» gmummen hätten. In mehreren Tisttikten des Landes herrsche - i.-nc Anarchie, und b.ie Albanier seien aufständisch. Die tür­kischen Behörden hätten sich bisher nur zu sehr rottoig energischen f^aßregeln entschließen können mit dem Ergebnis, daß die Lage immer schlimmer anstatt besser geworden sei. Viele Albanier hätten ic geroeigert, ihre Steuern weiter zu zahlen, unb andere wieder weigerten sich, in dem Heer zu dienen. Täglich kämen neue Anschläge und Anschlagsversuche auf Beamte der Regierung vor, und gestern morgen kam es an fnt Fluß Lab zu einem regelrechten Kampf zwischen l.likiscken Truppen und einer Abteilung Albanier, die sich in iv: Nähe des Flusses verschanzt hatten und von da aus auf die Soldaten feuerten. Auf beiden Seiten sollen schwere Verluste zu 1 cflageit gewesen sein, aber die Albanier scheinen schließlich am i u abgeschnitten zu haben, denn sie nahmen den türkischen 'ruppen verschiedene Geschütze ab. In Ipek und Prischtina, »wie in anderen Städten herrsche ein Zustand offenen Aufstandes, imb die Albanier am Flusse Lab würden in den Nächsten Tagen auf bedeutende Verstärkungen rechnen können.

der ungewissen Zukunft: der iein 'N a v, gativns oft i»ie r wa Sturm der Sck:lackten: der das schiff, Deutschlands Muck und Leben trug,iäxr zum Fwiedenshort leitete: auf den 6eld m<" sXige dieser^Sohn des Heeres an der Spitze d^ General­stabes stand, war er ein Freund.der i^otte, erkannte^er ih«: Be deutung und ihre Notwendigkeit, «chon 18h4 beklagte er ct, Dah die Operationen des Landlx^res nicht von einew Flotte nnt«- stützl werden konnten, unb 1870 vxV er mit Besorgnis bn deutsche Küste fast Wehrlos der feindlich?n Leeniackt gegenüber Herzens stimmte er daher 'einem uigendlicken Herrn, ,imfereM erlaudjten Kaiser zu, als dieser dem ^euttcken Reich d e 6lvtto schuf, wie sein großer Ahn ihm das \ieei- gesoffen l>atte. Und als der Kaiser im Jahre 1891 den FeldmarichÄll ä Seebataillons stellte, wollte er damit Hinweisen auf die innige Verbindung die zwischen Heer und Flotte bestehen »oll und be­nehm muß zum gemeinsamen Sckntz deutschen

Ehre. Um diesen Gedanken auck ferner wack zu "kattem wollen Seine Majestät, daß dieser Kreuzer den Namen .Mottke tragen soll. Du aber, Du starkes m, das nun e,ntauchen.soll in sein Element, Mögest Du sein wie er, denen Namen xu^riü)rcnjj>U|t. Allezeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit. Trage meinen Nanivn mit Stolz unb Deine Flagge mit

feined Lebens die Piuck: war, io sei sie >inck Richtschnur. Deiner Offiziere und Deiner Mannschaft." Aus Vewhl Leiner Maiestnt des Kaisers unb Königs taufe ich Dich:Miottke . Und wie ut diesem "Namen sich nun Heer und Flotte emt, ,o lrollen ne immm gemeinsani dastehen, Lchulter an Sämlter M Schutz u^d Drntz, bereit, zu kämpfen und zu liegen tur unicr deutsches Baterlaub, für unseren Kaiser und Herrn. Tas irrolkn wir bekräftigen, m- Dem wir rufen: Seine Majestät unser Kaiser und Kriegsherr hurra, hurra, hurra!''

b Ohhn ö> w

ertfl.,: x 0{llllL

(aUtSkrsig 3a(yrc sind taiWien. fett in toeetat Wmvscn unb blutigem Ringen dec Grundstein gelegt Wurde ^u dem stolzen Bau, unter dessen -' ätzendem Dach die deutschen stamme heute wohnen, seit das i errichtet wurde vor dessen Toren die Jugeiidkraft des ge.t. reu Deutschland schirmend steht "i Wchr und Waffen. Seit vierzig Jahren erfreut der Deutsche sich des ae'ickerten Friedens, den seine Brüder und seine Vater ihm er­kämpft staben. Wie es aufblüht in Feld unb Flur, roenn das Gewitter darüber hingebraust ist, wie neuer Trieb sich regt, wenn die Sonne Weber scheint, so blühte auch in deutschen Landen ein nem5 frisches Leben auf, nachdem der Gewittersturm des letzten großen Krieges sie burchschüttert hatte unb die Sonne des Friedens röieber leuchtete. Mächtig entfaltete iid) Handel und Gewerbe. Deutscher Ernerbsfleiß unb deutsche Intelligenz schufen neue Werte. Ter Kaufmann zog hinaus über bic Meere, im- ff.edUchen Wett- kämpf eroberte sich die deutsche Jndusttie den Markt der Welt. Bald stand der deutsche Außenhandel an zwei er ^telle unter allen Völkern der Erde, an den Gestoden des attontudj n unb indischen Ozcans erwarb das Deutsche Reich die ersten Kio Ionien und ans den Inseln der Dublee pflanzte es fein Banner auf. Doch feilt e cs an Schutz der so gewonnenen nationalen Güter unb int rollen Gefühl seiner Verantwortlichkeit für die Sickerung deuffchcr Entwicklung schuf um er Kaiser die deut, Flotte. Lic wäre nicht denkbar, roenn nicht vor 40 Jahren die bis da hm zeriplitterten Kräfte der deutschen Stamme durch Blut und Eisen zusamMcngeschmiedet waren. Wohl ziemt es uns oaher. Trenn wir nun mft diesent Schliff ein neues Glied der Wehrkraft unterer Flotte einfügen können, dankbar der Manner zu g-> ' denken, die einst der deutschen Zerrissenheit em Ende machten, hie den stolzen Bau des Reiches errichteten, in dem wir stark . unb sicher heute wohnen. Wir gedenken unseres grotzen Kaiser-- i und seiner Paladine und unter ihnen richten wir unseren Blick aus - beit Mann, der treu unb fest dem alten Heldenkaiser zur Leite

stand, so ost er hinauszog in den Krieg, hinaus aus das Ace er

W«L

'S geliefert pro Zlr. 70

» , , 90 ,

. i , 75 ,

giten Tagespreisen: kohle«, Seftmelierte <ge« Hotmbtitettf unb den Saskoks unb frdicn Vreanholz.

r Zahl

Franffmtrr Str. 151 ickbetten chlich gefüllt, Ltülk 21 N ckbetten 18 Mk. 21 Ml. u. s.

Kissen

fi.25 ffll. 8 U.i.e.

p & Co.

Bahnhofstrasse 44 . -varVereiiiiguug.

äsche? cftcoS ^J^Tbleicbt^-jeblaui «ai» -«SAS"" talt ,M«'

Telepho^L-

vermittlung der Regierung beim Aurstand im Baugewerbe?

Berlin, 8. April. An den gestrigen Berh and- lu n g en des G csain 1 v or fta n d c s des deutschen Ar­beitgeberbundes für das Baugewerbe^nahmen tretet aus allen Teilen Deutschlands terl. Nach mehrstttn- diger Aussprache wurde beschlossen, die heute aufcl*- anlas ung des Reichsamtes des ^nnern rm R c i ch s t a g s g e b ä u d e stattfindende K o n s e r e n 8 zu beschicken. Da die Berhandlnngcu geheim geführt wurden, sind die Mitteilungen über das Auseinandergehen der nord- und süddeutschen Arbeitgeber m ihren ^lnsichten mit Vorsicht aufzunehmen. __

Das Vrinzenvaar (Eitel .Friedrich in Jerusalem.

Jerusalem, 7. April. Als das Prinzenpaar Eitel Friedrich am Mittwoch vor dem Stiftunashcruse eintraf, wurden zum ersten Male die Stiftungsglocken ge­läutet, deren prächtiger Klang weit über das Land hallte^ Vom Psortenhause über den Außenhof hin bis zur Ei aanaspforte des Hospizes bildeten arabische Bauarbeiters und zahlreiche als Sand- und Kiesträger beschäftigte Kin­der Spalier. Auf dem Wege waren Palmivedel gestreut. An der Eingangspforte wurden die Herrschaften vom Kura­torium, dem Präsidenten Barkhausen, Konsistorialrat La- Husen und den Baumeistern erwartet. Bei bei Begrüßung überreichte der erste Kurator, Freiherr v. Mirbach, einen, massiv silbernen, mit dem Oelbergtreu^e als Hauswappen verzierten Sck)lüssel, eine prächtiae Arbeit eines Schnnebe- meisters in Jaffa. Weiter wurde dem prinzlichen Paara als Geschenk des Kuratoriums das -Oelbcrgkreuz in Brillan­ten überreicht. .

Machdem der Prmz seinen herzlichsten Dan! ausgedruckt hatte, erfolgte die Besichtigung des ganzen Hau,es, das

Sechs Bataillone des 3. Armeekorps sowie acht Bataillone des Konstantinopeler Gardekorps sind bereits unterwegs nach Prffch- tina und Prizrenb, zur Wiederherstellung der Oibnung, Be- hafung der Schuldigen und Unterstützung der emzufuhrenden

7. April. D-r Minier-. 6at be- schlossen, die nach Prischtina zu entsendenden Truppen des 3 Korps auf 18 Bataillone zu erhöhen unb außerbem noch 18 Ba­taillone bes 1. Korps dorthin zu entseirden ferner wurde be­schlossen, dem Kommandierenden der 21. Division kommando zu übertragen und den Belagerungszustand auf den großen Sandschak Prischffna auszubehnen, ohne sofort Kriegsgerichte einzusetzen, ^^r Oberlommandnrendi. wurde beauftragt, die Ausstäiidischen durch Triippengewalt zu zerstreuen und die Rädelsführer zu berliaften 6-erncr rouibc beschlossen, in Albanien eine Volks za hl un g u n be ine Katastrierung dnrchzusühren, Militärdienst einzufuhren und allgemeine Steuern einznbringen.

Nach den Depeschen des Mickesiariss ans Prischtina haben die Truppen bei dem vorgesttigen Kampfe bei Bessmo vier -^ote und sieben Verwundete gehabt. Weiteren Nachrichten^ zufolge sollen die A ü fst ä n d i s che n eine Kanone erocutct haben.________________

(Eine Schiffstaufe durch denEeneraiftabschef v. Moltie.

Hamburg, 7. April. Heute nachmittag ist auf der Werft von Blohm u. Voß der große Kreuzer ,,G glücklich von Stapel gelaufen Generalftabschef von M o l t k e als Vertreter des Kaisers hielt die Taufrede. An der Tauffeicr nahmen noch unter anderen teil: staats- Minister v. Moltke, Gutsbesitzer Ludwig v. Moltke, Vizeadmiral Winkler als Vertreter des Staatssekretärs des Reichsmarineamts, der präsidierende Bürgermeister Dr. Predöhl und eine Anzahl Senatsmitglieder.

Die Taufrede des Generalstab'sches v. Moltke

Nr. 81 Erstes Blatt 160. Jahrgang Freitag 8. April l 610

WiWtttr AmelaerM

unb^reitaq); » V M I | öL ® Ä. M. M M B W ML W auswans

ää i jv V Hr | v w KSÄ

rernsprech-Anschlüsse: tkjw V politischen Teil: August

Miiir die Redaktion 112, 9 Goetz, für .Fenille-

ess? General-Anzeiger für Gberyeffen ZMZ

ROtationsbra(1 und Verlag »er vrühl'schen Univ,v«ch- und Steindruckerei R. fange. Reöaftion, ärpeöition und Druckerei- Schulftrahe 7. ° s. B°ck.

bis vormittags 9 Uhr.