Ausgabe 
7.11.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

während sie in der Provinz lvu'chsen: bäS ttfte Halbjahr 1910 beraeidjnei 26 Scheidungen weniger als das erste Halbiahr 1909.

Die spinnluftigen Badnerinnen. Um die Er­haltung imb Wiederbelebung der alten Spinnkunft bemüht sich und zwar erfolgreich der Badische Frauenverein. Wie aus seinen: 50. Jahresbericht hervorgeht, haben im Laufe des leisten Jahres 20 Zweigvereine des Badischen Frauenvereins in ver­schiedenen Dörfern des GroßherzvgtumsSpinnkurse" ab halten lassen. Diese Spinnkurse werden häufig mit dem Schulunter« richt verknüpft. So wurde z. B. in Ehrenstetten die oberste Mädchenklasse der Volksschule in die Kunst des Spinnens einge- weiht, und in Linx führt man regelmäßig die Konfirmanden dieser alten, weiblichen Tätigkeit wieder zu. Aber auch schulentlassene Mädchen vereinigen sich gerne zuSpinnkursen", die oft von einer bejahrtenSpiunmutter" geleitet und meist mit großer Lern­freudigkeit besucht werden. Damit auch Unbemittelte ihren Spinn­eifer betätigen konnten, gab der Badische Frauenverein tnt Berichts­jahr 310 Mark zur Anschaffung von Hanf her. Außerdem ge­währte er allen Kursen eine Unterstützung von 10 bis 50 Mark. Auch die Gemeinden bewilligten Unterstützungen, und eine Ge­meindebehörde stellte den lugendlichen Spinnerinnen Raum, Feuerung und Beleuchtung zur Abhaltung der Kurse im Gerneinde- hause unentgeltlich zur Verfügung. Die Zahl der Teilnehmerinnen schwankte je nach der Größe der Dörfer zwischen 6 und 30. Den Abschluß der Kurse bildeten im April hübscheSpinnfeste", die jin nicht weniger als 20 Dörfern abgehallen wurden. Bei diesen Veranstaltungen überreichte man den gewandtesten Spinnerinnen die von der Großherzogin Luise gestifteten Preise: Spinnräder, Kunlelbänder oder Spruchbstder. Auch konnte an 27 Personen die gleichfalls von der Großherzogin gestiftete silberne Spinn­brosche (für mindestens zehnjähriges Spinnen) verteilt werden.

Immanuel Kants Gehalt. Mit welch geringen »Einkünften sich der Schöpfer derKritik der reinen Vernunft" begnügen mußte, lehrt eine Urkunde vom Jahre 1804, die in dem eben erschienenen 2. Band derKulturkuriosa" von Max Kemmerich ans Licht gezogen wird. Danach erhielt Immanuel Kant folgendes Gehalt: 1. als Professor der Logik und Meta­physik: 1. Solarium 166 Taler 60 Groschen. 2. Zulage 86 Taler k73 Groschen IbVs Pfg. 3. Accise 26 Taler 50 Groschen (quar­taliter zahlbar). 4. Mühlengefälle (als annum fällig den 1. April) .4 Taler. 5. Thalheimsche GefäUe (als annum fällig den 19. Juli) 17 Taler 53 Groichen 3 Pfg. 6. an Getreyde 44 Schffl. Roggen, quartaliter zu berechnen, aber gewöhnlich erst im letzten Quartal zu empfangen. Diese sind im Etat ß 40 Groschen p. Schffl. angeschlagen auf 19 Taler 50 Groschen. 7. Aus dem Stipendio Gerhard Janseniarw (als annum fällig den 31. Dezbr.) .75 Groschen. 8. An Zinsen aus der phstosophischen Fakultät (halb­jährig in Ostern und Michael fällig) 10 Taler 88 Groschen IVs Pfg. 9. Ex signis Jnitiationis (halbjährig in Ostern und Michael fällig) nach der Fraktion 27 Taler 17 Groschen 15 Pfg. 10. An Zensur gebühren nach der Fraktion 6 Groschen. 11. Am Holz 5/s, welche von der König!. Holz-Cämmerey im ersten Quartal des Etatjahres pränumerando geliefert werden. Diese sind im .Etat ä 5 Taler per Achtel angeschlagen auf 25 Taler. Ins­gesamt erhielt Kant als Professor 385 Taler 43 Groschen 17 (1713/*o) Pfg. Dazu kommt sein Gehalt 2. als Senator, der sich in ähnlicher Weise zusammensetzt, in Höhe von 43 Talern 59 Groschen 117 Pfg., ferner der als Senior der philosophischen Fakultät jin der Höhe von 100 Talern und endlich eine außerordentliche jgiilage aus der Königl. Ober-Schulkasse im Betrage von 220 Talern. Mithin stand sich der größte Denker, den Deutschland, vielleicht die Erde, am Ende des 18. Jahrhunderts besaß, auf 749 Taler, 23 Grosc^n und 10 Pfg. im Jahre!

Sängertaunen. Ruhm und Erfolg bedeuten für viele Künstler eine Geiahr, und die Theatergeschichte ist reich an Anekdoten, .in denen besonders Primadonnen und große Tenore durch die Be- *rouni)erung und den Jubel des Publikums dazu verleitet wurden, dte Launenhaitigkeit des großen Künstlers über das Pflichtgefühl gegen die Zuhörer triumphieren zu lasten. Der Moskauer Korre­spondent des .Piccolo" berichtet von einem nicht alltäglichen Zwischenfall, der sich kürzlich im Rt o s t a u e r Kaiferl. Theater nbipielte. Seit etwa einer Woche entzückte EHalia p ine, der berühmte russische Bassist, der auch in Deutschland wohlverdiente Lorbeeren erntete, das Publikum durch die Macht seines Spieles kmb die Gewalt seiner Stimme. Eines Abends, mitten in der Vorstellung, eilte C h a l i a p i n e plötzlich wütend m seine Garderobe, erklärte, daß das Orchester ihn schlecht begleite, und will nicht !wei1ersingen. Gesagt, getan. Der Künstler zieht sich um und un­geachtet aller Bitten des Direktors und Regisseurs verläßt er zehn Minuten später in Straßenkleidung das Theater. Was tun? Das Theater war ausverkauft, das Publikum harrte ängstlich^ daß sem Liebling sich beruhigen und gütigst wiederkehren möge. Schließlich begibt sich eine Abordnung, bestehend aus dem Theaterdirektor und einigen einflußreichen Herren aus dem Publikum, in die Privat- wohitung des Sängers, um ihn zu bitten, die Vorstellung zu Ende zu führen. Man fleht und beschwört den Bassifteil, aber der Künsler grollt und will nicht. Endlich, nach zwei Stunden, ist er milder gestinimt, willigt ein, kehrt ins Theater zurück und singt ferne Rolle in .Rustalka" zu Ende. Mit echt slawischem Fatalisnius hat das Publikum inzwischen geduldig im Theater ausgeharrt, und als der Haid versöhnte Sänger nach zweistündiger Pause endlich wieder auf der Bühne erscheint, bereitete man ihm eine äußerst herzliche Aufnahme.

«leine DageSchronU.

Im Stadtviertel Alt-Brüssel ber Ausstellung ist Hegen 5 Uhr früh Feuer ausgebrochen. Drei Häuser find piedergebrannt. Weitere Gefahr besteht nicht.

Der Brand in Alt-Brüssel wird auf Brandstiftung zurückgeführt. Es wurden Reste von Stearinkerzen entdeckt, die auf Stroh gebrannt haben sollen.

In Neuengamme bei Bergedorf wurde bei Boh- ।rungen in einer Tiefe von 200 Metern eine Erdgasquelle nbohrt, die in Brand geriet und mit stundenweit hörbarem Ge­räusch brennt Es ist Gefahr vorhanden.

Ein Zyklon richtete in bet portugiesischen Provinz Algarve großen Schaden an. Die Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Mehrere Fischerboote scheiterten. Ein größeres Schiff ist ge­sunken. Zehn Mann der Besatzung sind ertrunken.

Das LuftschiffP. VI", das auf seiner Fahrt von Kiel in Hamburg glatt gelandet ist, wird am heutigen Montag, wenn das Wetter gut ist, die Fahrt nach Berlin antreten und in Johannisthal landen.

Aus Winnipeg in Manitoba kommt die Meldung, daß die Staatsirrenanstalt brennt; es wird befürchtet, daß viele In­sassen verbrannt sind.

wie Zigeuner überwintern.

Auch die Zigeuner sind so entnehmen wir einer Plauderei der von I. Landau herausgegebenen Zeitschrift Die Welt auf Reisen" unter sich verbunden, betrachten sich als eine Nation, die in verschiedene Stämme cingeteilt ist, und jeder Stommes- älteste wacht über die Reinerhaltung seines Stammes und handhabt ungeschriebene Zigeunergesetze. Jene Zigeuner, die zur Zigeuner­gemeinschaft gehören, ziehen gegen Ende des Jahres in weniger bewohnte Gegenden (Galizien, Bukiwina, Ungarn), um dort in Erdhöhlen zu überwintern. Jeder Zigeunerstamm hat einen be­stimmten Sammelpunkt; denn die Ueberwinterung geschieht stammesweise. Alle Angehörigen des betreffenden Stammes strömen, sofern sie nicht durch P^lizeiaewalt aufgehalten werden, diesem zu. Ist ein Stamm ziemlich vollzählig geworden, fo beginnt er mit dem Bauen von Erdhöhlen. Diese werden von allen Stammesangehörigen gemeinsam gebaut, und zwar für jede Sippe eine. Solch eine Sippe besteht aus mehreren Familien, da alle Schwiegersöhne zur Sippe gezählt werden, immer also drei Generationen dazu gehören. Bis zur Fertigstellung der Höhle kampieren die Zigeuner im Freien oder in Zelten.

. Bevor die Höhle bezogen wird, findet eine eigenartige Abwehr- Zeremonie statt. Der Ansicht der Zigeuner zufolge gibt es Menschen, die durch Fernwirkung anderen Schaden zufügen können. Dieser Einfluß muß also unschädlich gemacht werden, und zwar geschieht dies, indem ein Feuer von Stechapfelftauden angezündet wird, in das die Zigeuner Alaun schütten. Von diesem Abwehr­feuer wird in jede einzelne Höhle etwas getragen. In früheren Zeiten, als die Wanderzigeuner in Deutschland noch nicht so sehr in ihrem ft eien Umherziehen durch die Wachsamkeit der Polizei­organe behindert waren, bezogen sie Winterquartiere auch an den Südabhängen deutscher Gebirge, z. B. am Spessart und in den Vogesen, im Odenwald ufw. Man findet dort bei der Land­bevölkerung hin und wieder noch den Glauben, daß der Stechapfel­strauch eine den bösen Blick bannende Wirkung habe, und dieser Glaube läßt sich bestimmt auf den Einfluß der Zigeuner zurück- führen. Tas Stechapfelfeuer ist für sämtliche Zigeunerstämme der Bukowina, Galiziens unb der Slowakei unbedingt vor Einrichtung der Winterquartiere erforderlich. Erst nach diesen Vorbereitungen bringen die Zigeuner ihre wenigen Habseligkeiten in den Höhlen Unter. Mit einer Emsigkeit und einem Arbeitsfleiß, den man bei diesem Volk gar nicht vermuten sollte, werden die Höhlen zrun nach Möglichkeit wohnlich zu machen gesucht

Sämtliche Vorbereitungen zum Bewohnen der Höhlen müssen in einem halben Tag vollendet sein, da die zwecke Hälfte deS Tages einem Stammes-Festgelage gewidmet ist Der Stamm versammelt sich zu einem gemeinschaftlichen Mahl, das aus ge­fangenem Wildbret, erbettelten oder gestohlenen Gemüsen, Wein oder Branntwein besteht und bei dem, wenn eben möglich, auch gebratene Igel, der Leckerbissen der Zigeuner, nicht fehlen bürfen. Während des Mahles spielen die Männer ihre stürmischen Weisen, die, um mit Liszt zu reden, doch eine Veredelung der primitiven Jnstintte des Wesens der Zigeuner hervorgerufen haben. Als Stamm und Nation zum Mahle vereint, fühlen sich alle Zi­geuner ganz ,fn>m" (d. h. Zigeuner) und geben sich angesichts des drohenden Wmterelendes noch einmal ihrer ausgelassenen, aber harmlosen Freude hin.

Der Abend des Festtages sieht den Zigeuner nicht mehr beim Feiern. Er hat Wichtigeres zu tun. Mit dem Einrichten der Höhlen ist die Tagesarbeck noch nicht getan. 9kach seiner Vor­stellung hat er noch gegen mancherlei geheime Mächte vorher Maßregeln zu treffen. Hat die Zigeunersippe vor dem Dtahl die Einflüsse fremder Personen bannen müssen, so hat sie nach dem Mahl mck dem Tod zu tun. Es ist eigentümlich, daß die Zigeuner in unmittelbarem Anschluß an eine Stammesfteuden- feier des Todes gedenken, so ^war, daß nach einer stürmischen Musik gleich das Memento man erschallt Kaum ist das Festmahl beendet, so wird zur Verbrennung einer mit Tannengrün und Efeu geschmückten Strohpuppe geschritten, deren Asche die Kraft hat, den Tod zu bannen, weshalb sie auch zunächst in die Höhlen gestreut wird, um dadurch den Sensenmann für den Winter vom Lager fernzuhalten. Außerdem füllt jede Sippe des Stammes ein Säck­chen mit dieser Asche, das sie auf allen ihren Fahrten im nächsten Sommer mitnimmt, um nötigenfalls die Füße todkranker Familien­angehöriger damck einzureiben.

Vüchertijch.

Der Bank-Kontokorrentverkehr ist für den Kaufmann zu einer wichtigen geschäftlichen Einrichtung geworden. Als ein praktischer und unparteiischer Ratgeber in diesen Fragen erweist sich da die neueste Schrift von Julius ChenauL-Repond: Kaufmann und Bank im Kontokorrentverkehr. Einfühning in die Praxis des Rechnungsabschlusses mit den wichtigsten Bedingungen für den Bankkontokorrentverkehr," Muth'sche Verlagshandlung, Stuttgart

Cavalleria rusticana, das Meisterwerk Pietro Mascagnis, das auf allen Bühnen der Welt mit ungeschwächtem Erfolg seinen Siegeszug fortsetzt, bringt das im Verlage Ull­stein u. Co erschienene neueste Heft derMusik für Alle". Tie melodiöse Oper hat wohl für jeden, der sich mck Musik befaßt, Interesse, und namentlich in der Form, wie sie zum Abdruck gelangte, wird sie eine willkommene Gabe sein. Das Heft beginnt

rnft hem Vorspiel, dem sich Turiddus StändchenO Lola, rosen­gleich blühen deine Wangen" anschlleßt, es folgt die große Ein­gangsszene der Oper, die den Ostermorgen schildert. Wir hören das Fuhrmonnslied Alfios. Zu einem ruhigeren breiten Strom der Melodie führt uns dann dec Chir der Kirchgänger,Laßt uns preisen", in dessen Verlauf Santnzza mit ihrem Sologesang einsetzt. Das DuettSantnzza reize mich nicht" bildet einen der Höhepunkte des Werkes. Ein scharfer Kontrast ist L^las Lied O holde Lckie" mit seinem Unterton des italienischen Volksliedes. TasIntermezzo sinfonico" ist vollkommen zum Abdruck gelangt. Im zwecken Teil finden wir das Trinklied TuriddusSchäunck der fuße Wein im Becher". Die Schlußszene wird mit dem rührenden Abschied Turiddus von der Mutte, eingeleitet, wonach sich die Katastrophe schnell abspielt. Während er davoneilt, dem Zwei­kampf entgegen, schildert Mascagni in grandioser Melodie die ganze bedrückende Trostlosigkeit, die Turiddu durch seinen Leicht­sinn heraufbeschworen hat.

Amtlicher wetleroencht.

Oefsentliche Wetterdienststelle Gießen.

Verlaus der Witterung feit gestern früh: Eine gestern int Westen erjchienene Zyklone ist oslivärts nach Schottland gezogen und febr kräftig geivorden. Nach vorübergehendem Llachlassen der sJltebeijd)lüge sind über Nacht wieder weit verbreitete Regelt ein­getreten. Im Gebirge ist Schnee gefallen. Tie Temperaturen lagen in der Nacht nahe dem Gefrierpunkt. Im Gebirge herrscht ärost. Die Zyklone bringt vor.

Wetterausiichten in peffen am Dienstag dem 8. Novbr. 1910; Niederfchläge, teilweise Schnee, besonders tm Gebirge, stark windig, kühl.

Letzte Nachrichten.

P. 6 zerstört.

Hamburg, 7. Nov. P. 6 ist heute nacht infolge böiger Winde unterhalt) der Hülle beschädigt und undicht geworden. Der Ballon wurde ftbgerüftet, verpackt und nach Berlin ge- schasst.

rm. Darmstadt, 7. November. Landgerrchtsdirektor Bücking in Gießen wurde in den Ruhestand versetzt. ,An seine Stelle tritt Oberlandesgerichtsrat Schmecken­becher in Darmstadt.

Köln, 7. Nov. DerKöln. Ztg." wird aus Berlin gemeldet, daß sich der Verkehr zwischen dem Zaren und dem Kaiser sehr herzlich gestaltet habe und in der ange­nehmsten, verwanoocha,llichen Werse verlaufen Jci. Bei den Unterredungen zwischen dem neu ernannten Mi­nister des Auswärtigen L a s o n o w mit dem Reichs kanz­le r und Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter wurden alle Punkte berührt, bei denen deutsche Interessen in Frage kommen Es wurde beschlossen, bei allen Vor­kommnissen, die zu Meinungsverschieden­heiten führen könnten, eine offene Aus­sprache herbeizusühren

Berlin,?. Nov. Ter Verweser des russischen Ministeriums des Aeußern, Gasonow, ist gestern abend 11»/, Uhr nach Petersburg abgereist. Zur Verabschiedung auf dem Bahn­hofe waren Äaatssekretär von Kiderlen-Wächter, der deutsche Botschafter in Petersburg, Graf Pourtales, und. das gesamte Per­sonal der russischen Botschaft erschienen.

Wien, 6. Nov. Heute nachmcktag fand hier eine große Protestverfammlung der Katholiken Wiens gegen die Rede des römischen Bürgermeisters Nathan statt. Anwesend waren mehrere Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe, die aus Anlaß der Bischofskonferenz hier versammelt waren, sowie zahlreiche Reichsräte und Landtagsabgeordnete. Die Versammlung nahm eine Eittschließung an, in der sie scharf gegen die Rede Nathans protestiert. In einer zwecken, von der Versamuckung angenom­menen Erttschließung wird den Brüdern im Reiche für die zahl­losen und herzlichchi Ermuickerungs- undZustimmungskundgebungen gedankt. Eine britte Entschließung protestiert gegen die öster­reichischen Hochschulen wegen des Ausschlusses der Lttholischen Studentenschaft vom Rechte des Farbentragens.

Rom, 7. Nov. Auf Veranlassung der Vereinigung zur Hebung des Fremdenverkehres fand heute hier eine Versammlung statt, um gegen die im Auslande verbreiteten Gerüchte über den öffentlichen G e su n d h eit s hei ts z u st and in Jta-f lien zu protestieren. Unter den Teilnehmern befanden sich Deputierte, Munizipalräte und. Vertreter von Handel und Industrie.

Ko n stantinop el, 7. Nov. Wie verlautet, hat der Ministerrat die Bedingungen des Anleihevertrags für günftig befunden und den Entwurf genehmigt. Der Finanz Minister hatte abends darauf eine neue Beratung mit dem Direktor Helfs erich.

Serajewo, 7. Nov. An der bosnisch-türki­schen Grenze kam es gestern ftüh zwischen Uvao und Rudo zu einem Zwischenfall. Bosnische Gendarmerie und otwmanische Grenzwächter wechselten mehrere Schüsse; von den Gendarmen wurde keiner verletzt. Den Anlaß bildete vermutlich eine aus Unkenntnis der Grenzlinie er­folgte Ueberschreitung der Grenze.

VtirhiiiffAnri Duell zeigt sich die günstige Wirkung der veruiuiionu Myrrholinseife auf bte Haut, sie macht den Teint zart, sammetweich, reinigt ihn von allen Unreinheiten. Sollten Sie die Li y r r h o l i n s e i f e noch nicht kennen, so mache« Sie gefälligst einen Versuch, welcher Sie gewiß überzeugen wird.

Statt besonderer Anzeige.

Heute nacht verschied vlötzltch unsere liebe, treu sorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Lanie

Fanny Stern, gell. Lchck,

tm Alter von 73 Jahren.

Um scklle Teilnahme bitten

Die trauernden Hinterbliebenen:

LouiS Stern und Familie.

W i e s e ck, Wetter, Schmittew den 5. November 1910.

Die Beerdigung findet DienStag den 8. November, nachmittags 2V» Uhr, vom Sterbehause in Wieseck aus statt. 6146

Bezirksverein Nord - Ost.

Dienstag den 8. November, abends Sl/2 Uhr findet im

Hotel Einhorn eine

antzerord. Generalversammlung

statt mit der Tagesordnung:

1. Stadlverordnetenwahl; 2. Verschiedenes.

Wir bitten um zahlreiches Erscheinen.

^6129 Der Vorstand.

Museum für Völkerkunde.

Mittwochs 35 Uhr:

Eintritt 50 Plg.

Sonntags geöffnet von 111 Uhr, Eintritt frei. D7/u

Versteigerung.

Dienstag de» 8. Novbr. L nachm. 2 Uhr, versteigere idj Neustadt 56 dahier gegen Barzahlung:

L 1 Lederwalze,

2. 1 Break, 1 HalbverdeL eine Registrierkasse, 8 Kassenschr., 30 Lorbeerbäume, 1 Fahrrad, 1 gold. Damenuhr, 6 Hand­taschen, 2 Bierüehalster, eine Ladeneinrichtung, 2 Soias, 1 Vertiko, 1 Schreibtisch, mehr. Betten u. a. S.

Die Versteigerung -u L findet bestimmt statt. 16143

Born, Gerichtsvollzieher

in Gießen.

Mittwoch den 9. Nov. 1910, nachm. 2 Uhr, versteigere ich tm Biekerschen Saale 9teuftabt 55:

L Möbel aller Arten, Betten, 1 Himmelbett, 1 hochf. Herren- schieibtisch,l Ladeneinrichtung, 1 Partie Stroh' u. Ftlzhüte, 20 Hühner, 8 Faß Weißwein, 120 Flaschen Champagner, ein Grammophon mit 28 Platten, 1 Polyphmunstrument, 1 gr. Partie Schuhwarett, 1 Laden« thele mit 3 Glaskasten u. a. m.

IL 10 Mannen Lack, zwei goldene Ringe, 1 Uhr mit Kette.

Die Versteigerung unter 11. fin­det bestimmt statt. (6150

Geißler, Gerichtsvollzieher

Familienabend

des vberhesfischeu Vereins für innere Mission Dienstag den 8. November, abends 8VS Uhr, in Sterns Garten

unter Mitwirkung des Ev. Kirchengesangvereins.

Vorträge von Pfarrer Glock aus Nieder-Ramstadt über D. von Bodelschwingh", und von Pfarrer Gros aus Esch über:Was lesen unsere Kinder, und was sollen sie lesen?"

Zur Tecknahme laden herzlich ein: (v7

Adolph. E. Kausfmann. Lang. D. Schian.

______O. Schlosser. Schwabe. O. Stamm.

Vortrag

Freitag den 11. November, abends b1/, Ubr im großen Hörsaal der Universität

Pastor Rambaud aus Lüttich

über

die Songofrage oil die proteslanliscbe Mission"

Eintritt 50 Pfennig Eintritt 50 Pfennig

Es laden dazu ein: (D6/^

Die Ortsgruppe des Evangelischen Bundes, der Baseler Frauen­missionsverein, der Frauemmsslonsverein der Lukasgememde, bte Gemeindefrauenoereine» der Gustav'Adolfsftauenvereln.

Obcrlebrer Schmoll. 1>. Schlosser, Pfarrer Bechtolsbcimer, Pfarrer Schwabe, Pfarrer LlnSfeld, Fräulein L- Wortmanv