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für die Erforschung angefetzt; sie soll sich auf das westliche Grenzgebiet erstrecken imb dort mit der niederländischen
-liche.
veröffentlichen.
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1. Marz. IM t. stt. 134.
teilungen nicht vorliegt." >
Wie die „Köln. Ztg.".meldet, hat das Reichskolonial a m t für das Jahr 1910 die längst geplante Erforschung des Kaiser Wilhelm-Landes Neuguineas in Aussicht genommen. Es ist eine Dauer von acht Ä^onaten
Expedition die deutsch-holündischc Grenze untersuchen, um die Grundlage zu gewinnen für eine Verständigung hur Ersetzung der jetzigen linearen Grenze durch eine iratur--
. 10128
eLiMweg 31.
Von der Schantung- und Tientsin-Pukouer Eisenbahn.
Noch eine kurze Weile, und man kann von Tsingtau über Tsinanfu Peking und damit Berlin auf dem Schienenwege erreichen. Lchon im Frühjahr 1910 wird, so entnehmen wir einem interessanten Brief der Köln. Ztg. aus Peking, die erste Strecke Tientsin-Tetschou der Tientfin-Pukouer Bahn dem Verkehr übergeben, und etwa um die Mitte des Jahres 1911 die halbe Nordstrecke Tientfin-Tfinanfu be-
wäler wird für la Oabre alt, von auswärts istclle wchc in gutem itoingungen tc. sefchäfltzsielle b. rs erb.
Redaktton, Ervedttton und ®ruderet: Schul»» slrahe 7. Exvevrtton und Verlag; es© 51. Redaktion:S-rKl 12. rel.-Adr^AnzetgerGtetzea.
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Deutsche IColomc«.
Südwestafrika. Der Gemcinberat von K e e t m a n S- Hoop hat am Donnerstag, nach den „öamb. Nachr.", folgendes Telegramm an den Reichstagspräsidenten und den Reichskanzler abgesandt: „Die heute versammelten Einwohner von Keetmanshoop schlossen sich der Lüderitzbuchler Resolution an und protestieren gegen jede Politik^ die durch Ver- schenkung von überaus wertvollen Konzessionen, wie z. B. an die Deutsche Diamantengesellschaft, die Werte aus dem Lande herauszicht, die Schulden aber dem Lande beläßt. Die Gemelnderäte von Windhuk und Swakop- mund telegraphierten an den Retchskanzler riach Berlin:
„Stach Zeitungsberichten soll das Rcichskolonialaint der Deuticheii Tiamanlengeselljchatt dauernde Sonderberechtignngen inr Sperrgebiet ohne (Gegenleistung der ©efeClicbah verleihen. Wir erblicken darin eine schwere Schädignng des Landes und seiner Bewohner, die willig die Kosten der Selbstverwaltung aus sich nehmen, dafür aber auch erwarten, daß die Schätze des Landes nicht von Kapitalisten auSgebeutel werben, die nichts für das Land getan haben. Wir bitten Eure Exzellenz zu veranlassen, daß Sonderberechtigungen nur bei entsprechenden hohen Gegenleistungen der Gesellschaft und nach Anhörung des Gouverneurs und des Landesrates erteilt werden, zumal da ein Grund zu sofortigen Er-
Die „(Heßtttet ZamMendlStter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich betgelegt, daS „Kreisblatt für 6ce Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Stnnft überkommenen Aufgabe herangingen. Die einzige erhaltene hellenistische Germanendarstellung^eigt ein leidenschaftliches Pathos, die römischen Gerinauenbildnisse legen das Hauptgewicht darauf, ein ernstes, ruhiges Dasein herauSzuarbeiten.
— „H ö r er" uni) „S ehe r" _i n d e r Schule. Mit einem bedeutsamen Unterschied in der psychologischen Veranlagung der Schüler, der bei der Pädagogik praktische Berücksichtigung suchen sollte, beschäftigt sich der italienische Pädagoge Ugo Pizzoli tn einem interessanten Aufsatz, der im Resto del Carlino verösseittltckr wird. Piz-zott fordert eine Trennung der Aug enmensch en und der O h r e n m e n f ch e n in der Schule, denn nach fernen Erfahrungen erfordern die beiden Typen eine völlig verschiedene pädagogische Behandlung. Es handelt sich dabei um die Trennung der Kinder, die il-rc stärksten Eindrücke von GesichtSwahrnel> mungerr herleiten, von den anderen, bei denen die durch bas Ohr vermittelten Eindrücke Richtung und Spannweite der Vorstellung bestintmen. Die Gespräche der Schüler untercrnander, ihre Fähigkeit, musikalische Sätze zu behalten und wredcrzugeben, ihre zeichnerische Veranlagung bieten sichere handhab en, um dre beiden Typen zu bestimmen. „Man erzähle den Kindern eure Geschichte, bei der die Beobachtungskraft des Auges und des Ohres in gleicher Weise in Anspruch genommen wird, und lasse dre Schüler dann die Geschichte nach dem Gedächtnis nieder, chretben; dabei wirb sich sofort zeigen, ob das einzelne Kind zur Kattgorw der Ohremnenfchen oder der Augen Menschen: gehört." Pizzoll forderte eines Tages einige Schüler der fünften Klasse aus, das Pferd zu beschreiben. Bei einem der Jungen zeigte srch sosort, das; er oas Pferd leibhaftig vor sich sah: er beschrieb das^Pferd seines Onkels, begann mit der Farbe, schilderte dann dre Satteldecke, das Zaumzeug, die Farbe der Mähne, der fllugen und vergaß nicht zu erivähneu, daß „dem Pferd erst vor einigen Tagen Der Schwanz abgekürzt worden sei." Ein anderer dagegen, ent Hörer", begann seine Schilderung mit Gehörswahrnchmungen, er beschrieb ausMvlich, wie das Pferd fdxtrrt, wie es wiehert, wie eS schnarcht und wie es starnpft. Um es' zu letten, müsse man mit der "Peitsche knallen, rmd bann ahmte das Kind bie Ruse nach, mit benen Pferde angctricbcn werden Beobachtung zeigt, ball die Zahl der „Seher" weitaus größer rst als dre der //Obrer"; es gibt jedoch auch Menschen, in bcm-.it betbc Artens Der sinnlichen Wahrnehmung in gleicher Starte miteinander laufen. Tas sind die besten Schüler, beim bei ihnen verdrängt nicht ine eine Wahrnehmungsweife die andere und alle Energien werben
I zu gleicher Zeit harmonisch nutzbar gemacht.
I Das Kommersbuch als Jubilar. Im nächsten
LolMsche Lagesscharr.
Der Streit der Bischöfe und des Staatssekretärs für Elsaß-Lothriugeu.
Interessant ist, was die konservative .Kreuzztg." zu der neuesten Streitfrage im Reichslande sagt. Auch sie nimmt vernünftigerweise — wenn auch in sehr milden Ausdrücken — Stellung gegen das Verhalten der Bischöfe, indem sie schreckt:
Auf die (Srtoibenmgen der Bischöfe von Aiotz und Straßburg hat der Staatssekretär für Elsaß-Lothringen bisher nicht geantwortet. Wir hoffen aber, daß dies bald geschieht, denn die offenen Briefe der Bischöfe machen aus das katholische Volk keinen der Staatsgewalt günstigen Eindruck und bedürfen einer Richtigstellung. Wir als Zeitung sind dazu nicht in erster Lime berufen, und wenn die „Kölnische Zeitung" mit „einiger Spannung" darauf wartet, nröe wir uns zu der ganzen Angelegenlwit stellen würden, so müssen wir ihre Geduld noch ein wenig in Anspruch nehmen. Wir tun das um so unbefangener, c63 gerade die „Kölnisä-e Zeitung" nicht des Wunsches nach neuen KulturLampftonflikten verdächtig ist und selber mit großer Vorsicht an die heikle Angelegenheit heran tritt.
Auch wir wollen zur genaueren Orientierung unserer Leser den Artikel wiedergeben, den die Bischöfe den katholischen Lehrern des Elsaß „zur Kenntnisnahme" kirchenamtlich haben unterbreiten lassen. Prälat Nigetiet schreibt im katholischen „Schulfreund" an die Adresse derer, die sich dem liberalen „Allgemeinen deutschen Lehrervereine" an- geschlossen haben:
„Die heilige Sache der katholischen Lehrer deines Landes hast du verlassen. Dein feiges und unsechständicws Mitgehen war ein böses Beispiel für deine Kollegen. Du sagst: „Dar große Deutsche Lehrerverein Hat wirs angetan. Er hat die Lehrer 'Deutschlands groß gemacht u'.rd eröffnet eine neue Aera für Lehrerglück und Lehrer große." Sv heute, und im Lichte der Sterbekerze? Kennst du den großen katholischer Lebrerverband? Tu nanntest ihn lügnerischerweise Pfarrknechteverein und schämtest dich seiner. Ob auch Christus sich deiner schämen wird? „Es ist zu spät; ich gab mein Wort; ich bin gebunden: ich kann nicht mehr zurück: meine Freunde lassen mich nicht mehr frei." So heute, und im Lichte der Sterbekerze? Du hast unrecht getan,. Dich ernzulaisen, größeres Unrecht, Dich zu binden, und das größte, das umitttiche Band nicht zu lösen. Du hast nickt als Mann gehandelt, hast alle Würde männlicher Selbständigkeit von Dir geworfen. „Ich habe ja nicht unterzeichnet; andere haben für Mick gesprochen, für mich gezeichnet und sogar für mich gezahlt." So jetzt, und um Lichte der Sterbekerze? Es war gemein, die eigene Persönlichkeit wegzuwerfen. Wie wird Dein Wasa^appengesicht zu den Charaktcr- köpfen des Himmels passen?"
„Dieser Artikel enthält", so fügt die „Kreuzztg." hinzu, „ohne Frage recht schwere Beleidigungen, und es ist dringend erwünscht, daß die Staatsbehörde ihre Lehrer gegen solche Beleidigungen in Schutz nimmt, besonders wenn sie von einer mit den Staatsbehörden tonkurrierenden kirchlichen Instanz den Lehrern zugefügt werden, und man also nicht erwarten und auch nicht wünschen kann, dM die Beleidigten sich an die Gerichte wenden."
Ter Allgemeine deutsche Lehr er per ein beabsichtigt nach Blättermeldungen zu dem Konflikt zwischen der reichsländischen Regierung und den Bischöfen, an dem der Verband ja mittelbar beteiligt ist, selbst! Stellung zu nehmen. Er wollte sich ursprünglich in einem offenen Briefe an Professor Spahn in Straßburg wenden, nahm aber schließlich davon Abstand und wird statt dessen in feiner periodisch erscheinenden Korrespondenz eine Erklärung
triebsfertig sein, bis auf die Brücke über den Gelben Fluß, den gefährlichen Hoangho. Beide Bahnen, die Schantung- Bahn und die Nordstrecke der Tientsin-Pukouer Bahn, werden mit deutschem Geld e, deutschem Material und von deutschen Ingenieuren gebaut. Bei beiden stellten und stellen sich während des Baues ungeahnte Schwierigkeiten entgegen. In die Zeit des Banes der Schau kungbahn fielen dazu die Boxer-Unruhen von 1900. Trotzdem wurde unter der bewährten Leitung des Baurats Hildebrand der Bau rüstig weiter gefördert, und zur festgesetzten Zeit fuhr im Jahre 1904 der erste von Tsingtau kommende Zug in den Westbahnhof von Tsinanfu ein. Wer jetzt, behaglich in die Polster des Abteils zurückgelehnt uno die abwechslungsreiche Gegend betrachtend, in zehnstündiger Fahrt die 400 Kilometer lange Strecke von Tsingtau , aus über die interessanten Plätze Weihsien, Tsingtschousu, Tsckoutsun der stattlichen Hauptstadt T inanfu mii seiner hübsch gelegenen Frembenniederlasung entgegenrollt, macht sich kernen Begriff von den zahllosen Hemmnissen, denen seinerzeit der Bahnbau auf Schritt und Tritt begegnete. Gerade in Lchcm- tung, der Provinz der großen Weijen Konfuzius und Men- zius, die wie bie Mandschurei die Stammprovinz bet jetzigen Dynastie, bie Stammprovinz bes Gaubens unb ber Moral bes Volkes ist, war gegen bie althergebrachten religiösen Gebräuche viel zu kämpfen. Balb lag ein Gräberfeld im Wege der Linienführung, bald lü-ar ein Tempel ober altes Kloster zu umgehen, balb hinberke ein heiliger Berg, ber wie geschaffen zur Herbeischafjung bes Schotters war, bie Weiterarbeit, weil man seiner „Heiligkeit" wegen [ nunmehr von weither sich Steine beschaffen mußte.
Dieselben Wibrigkeiten hat jetzt bie Oberleitung ber Nordftrecke ber Tientsin-Puiouer Bahn zu überwinden, vielleicht in noch höherem Maße, weil inzwischen der Einfluß ber Gentrys ber Provinzen mit der Einrichtung der Pro. vinziallanbtage bedeutend gestiegen ist unb weil die Bahn, bie burch mehrere Provinzen fährst keinen so starken Rückhalt in der Nahe'hat, wie ihn bie.Schantunabahn beim Bau in dem nahen Kiautfchougebiet besaß. Jckensalls hat bie Schanlungbahn bie auf sie vorläufig beim Bau gefetzten Hoffnungen voll unb ganz erreichst ein tzaupthebel bes Wirt- schaftslebens unb ber Entwickelung des wecken Hinterlandes von Tsingtau zu werben unb im Verein mit bem neu- geschaffenen Hafen ihrerseits zum Aufblühen ber Hanbels- tolonie Tsingtau beträchtlich beizutragen. Eine weitere neuere Einrichtung ber Bahnverwaltung ist bie hochwillkommene Aufforstung längs ber Bahnlinie, woburch nicht nur bie eigenen Zwecke der Bahn u. a. burch spätere Ber- meitbung ber Bäume als Bauholz geförbert werden, fonbem auch bie Bestrebungen ber Promnzialregierung zur Aufforstung bes waldarmen Schanlung Ermunterung erfahren. Anscheinend ist heute auch der langgehegte Wunsch des Gouvernements Kiautschvu für den weitere Ausbau des Eisenbahnnetzes im Hinterlande des Schutz- gebiets gesichert. Es ist zu hoffen, daß Tscngtau besonders durch die Fertigstellung der Zweiglinie Kaumi- Jhsien in wirtschaftlicher Beziehung viel gewinnen wirb, währenb es wieder durch die jetzt im Bau befindliche Tsinansn-Lientsin-Bahn, besonders wenn diese billigere Frachtsätze einführt, teilweise verlieren wird, zumal bie Wegstrecke von Tsinanfu nach Tientsin 70 Klm. geringer ist als bie von Tsinanfu nach Tsingtau. Deshalb sollte die deutsche Reichsregierung alles baransetzen, ben Bahnbau Kvnmi- Jhsien möglichst zu beschleunigen, auch in der Bergbau- Konzessionssrage klüglich nachgeben, ohne sich babei zu viel zu vergeben. Vielleicht könnte ber Ausweg so gesunben werben, baß Deutschlanb int Grunbsatz auf bie Konzession der 15 Klm. rechts und links ber neuen Bahnstrecke verzichtet unb sich nur, bas Gesicht wahrend, „einige Punkte" an ber Bahn zur Ausbeutung Vorbehalt. Den .Hanpt- schreiern ber No kabeln würbe man bamtt ben Mund stopfen und auf ber anbereit Seite boch nicht zu viel verlieren mtb sicherlich würbe auch bie chinesische Regierung auf biefen Vorschlag eingehen.
Alesnes Ferriilleton.
n. Mainz, 8. Jim. Die erste Herren-Sitzung des Mainzer KarneoÖl-Vereins fanü bei überaus zahlreicher Betetltgung in der sehr hübsch gefchstNückten dtarrhakla statt, und diesmal nach langen Jahren wLeber in „liläpp und Stern". Wie alljährlich wohnten aud? diesmal bie Spitzen der Stadt der, Veraujtaltung bet unb sogar unser Oberbürgermeister Tr. Gö ttelmann war zum 'erstenmal der Einladung des närrischen Prinzm gesolgt und Warin „Kapp und Stern" erschienen. Als er in Begattung des Bürgermeisters Kuhn und Beigeordneten Haffner den Saal betrat, erhob sich ein überaus lauter Beisall. Um 8,11 Uhr, der närrischen Zeit, eröffnete die Musik mit einer lustigen Melodie die Sitzung, zu der sich mcmcke sck.-on stundenlang vorher eingefimden hatten, um einer guten Platz zu erlangen. Tie darauf folgende, überaus ^heiter u. scherzhaft gehaltene Eröffnungsszene erzielte lebhaften Bet- sccll. Ter neue Präsident Dr. R e e n hielt baiut die Begrüßungsrede, bie voll züirdeuder Schlager war, und seine karnevalijtischc Be- Siuttg vollauf erwies. Auf feine Begrüßung der „Spitzen",
te Exz. von Goßler, der Gouverneur der Festung, in launigen Worten und fand damit dankbare Zuhörer. Auch die Vorttäge unb Lieder wurden eifrig beklatfckt. Die erste Veranstaltung war schön und gut gelungen, viviaut seguentes!
— Eine r öinis ch c Bronze düste eines alten G e r in a n c n ist jetzt in Unnnvn aufgetaucht. Anton Vetter veröffentlicht daS inlercssante Wert, daS ben anderen Germanen- bilbnilien der römischen Kunst sich ebenbürtig anreiht, tm eben erscheinenden Hefte des „MannnS". Die Büste, die sich in einer Privatsäminlilng in Komorn befindet unb einen bärtigen Mann mit länglichem Gesicht darstellt, läßt die Brnstpanie unb die beiden Schullern ans einem breiten Blaittelch emporwachsen. Sie zeigt die charakteristische Haartracht der Germanen: hinten kurz geschnitten, vorn lang gewachsen, nczch ber rechten Seite hinuber- gekämmt unb über ber Schläfe zu einem dicken, wutfhgcn Knoten geschlungen. Tie Aehnlichkeit bc§ Kopfes mit ben Germanen- barstellungen am Tropaion von Abamklissi, bie Furtivänqler veröffentlicht hat, führt auf eine Datierung ber Büste ins erste Jahr- hundert n. Ehr. Für bie große Büstenform, bie aus bem Blcttl- kclch emvortaucht, bietet schon in claubischer Zeit die bekannte sog. Klytia einen Beleg, wie man überhaupt biete reizvolle Verbinbnng menschlicher unb pflanzlicher Motive in ihrer Entstehung bis in hellenistische Zeit wirb rucken muffen. Das Werk bietet einen neuen Beleg für bie starte Anziehungskraft, welche bas Erfassen frember Vüttertypen für bie römischen Künstler hakte, und andererseits für die eigenartige Auffassung, mit der sie an diese von ber hellenistischen
Das Zubelsest der Misten Dragoner.
R.B. Darmstadt, 9. Jan. Die Festlichkeiten zur Feier des 50jäbeigen Bestehcns des Leib-Dragvner-Re- g imenU Nr. 24, dessen Chef der Kaiser von Rußland tft, wurde gestern nachmittag mit einem glänzenden Reiter fest ein- geleitet, dem auch das GroßherzogSpaar, KronpriiiA und Kronprinzessin v. Grieckenland, Prinzessin Friedrich Karl v. Sm en, der Staatssekretär des Aeu'ßern, Frhr. v. Schoen und bie Spitzen der staatlichen und militärischen Behörden beiwohnten. Dem Fest- spiel lag die Idee des „Karussells" zu Grunde, das tut ^ahre 1/73 im Lager von Krasnioja-Selo zu Ehren der Verniählung des Großfürsten Paul von Rußland mit der Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Tarntstadt veranstaltet worden war. Zu diesem Zwecke- war ein Teil der Reitbahn des Rcgimntts in ein Zeltlager verwandelt worden, in dem die Zuschauer Platz nahmen, wahrend der als Tairnenwald tzergerichtete Teil ben Schauplatz der Rettenchete bildete. Ten farbenprächtigen Einzug der gepLnzerten Reiter leitete ein Herold mit Standarte cm, und Ritter und allerlei Krieasvoll folgten, worauf nach einer poetischen Begrüßung durch ben »ererb der Einzug des Großfürsten mit prächtig kostümtertLM Gewlge hoch zu Roß sich vollzog. Eine Kavalkade bildete bst Schluß des Zuges und nachdem der Großfürst: mit Gefolge unter einem Baldachin Platz genommen hatte, erfolgte der Einzug der Prinzesiiii-Braut Wilhelmine mit ihrer Mutter, ber großen Land- grämt Karoline, die mit reichem Hofstaat und goldstrotzenden Uniformen unter den Klängen eines atthessischLn Reitermarsches nt von feurigen Schimmern und Füchsen gezogenen und von zehn Kostümierten geleiteten vergoldeten Schlitten erschienen. Dann begannen die eigentlichen Resterspiele mit iMeressanten Waffen- spielen altrussischer Panzerreiter, die von 16 Unteroffizieren des Regiments ausgeführt wurden. Weiter folgte ein von Ofsizters- bcrmen gefahrenes schneidiges Tandent, und daran schloss Qi fidp lnrmorvolle Vorführungen von Kösak'entänzeii zu Fuß und zu Pferde, ausocsiihrt von den 20 besten Turnern des Regiments. Naah FuchssclManzreitens Troika usw. folgte zum Schluß eine von Offizieren unb deren Tanten gerittene Quadrille zu 16 Paarew und ein farbenprächtiges Gruppenbild aller am! Spiel Beteiligten. Ter Reinertrag des Festspiels war zu wohltätigen Zwecken bestimmt. Teii Aussühruugen schätz sich int Ossizierrasino eine Festtafel zu 170 Gedecken, an der der Großyerzog, ixr General- adjutant des Kaisers, v. Scholl, der preußische Gesandte Freiherr! v. Ionisch, der russisch^ Gesmidte Baron v. Knorring, der englische Gesandte Mr. Harsord, Staatssekretär tr. Schoen, der Tivisions-
Jahre wird das populärste aller Studenteubücher, das bei Moritz Sckraunbnrg in Lahr erscheinende „Allgemeine deutsche Kommcrs- buck", das Jubiläum seiner 100. Auflage erleben. Dieses vm- breitetste aller akademischen Liederbücher erschien, von Friedrich Silchec und Ludwig Erk herausgeaebeii, erstmals 1858 und Ivar bem greisen Freiheitssänger imb Vaterlandsfreunde Ernst Moritz Arndt gewidmet. Gegenwärtig ist der bekannte Kulturhistortter Prof. Tr. Eduard Heyck ber Herausgeber der sogenannten „Lahrcr Bibel", der auch die Jubiläumsausgabe zurzeit mit Unterstützung' anderer Sachkenner voröereilet. Ter Umfang des el-emals schinäck- Ligen Buches hat sich durch ben Zuwachs von allmählich neu auf - gekommenen „Kantussen" zu eurem aebiegeiten Ewbonpoint aus- gewrasen. Reben Mütze, Land, Schlägern uno c.nbereit akademischen Emblemen gehört bas Kommersbuck) , nut oder ebnen die blanken „Biernägel" zuni Schutze des Einbandes gegen die Uoberschw>emmungen der Kneiptascli zu den teuersten Erinnerungs- ob jetten zahlloser „alter Herren" und bildet eilt Symbol der ^n ehr oder minder lauge eittsckwwtdenen Burschenherrlichkeit. Seine. Llhneitreihe geht bis zum 18. Jahrhundert zurück. Tas erste Kommersbuch erschien 1781 in Halle unter dem Titel „Stubentätlicher", gesammelt und gebessert von Ehr. W. Kcknviebeu; 1782 und 179a folgte in zwei Bändchen das „Akademische Liederbuch" von' Angus! Riemmtll, 1791 eine Sammlung „Trink- oder Commerschliebet" von I. C. Rüdiger, 1791 das „Akademische Lustwüldletn ober Ausbund lieblicher Burschenlieder", gesammelt durck Herkules Rauiseifen. Gewissermaßen klassisch in seiner Art sollte aber erst bad Schauen bürg sche Kommersbuch werden, das heute als der eigenttiche Kanon aller int Gebrauch befindlichen ernsten und heiteren Studentenlieber gelten darf.
— Born Kriegs! chaupl atz der NeWyorkcr Opern. Aus Rewliort wird berichtet: Der ^roße Zweikampf zwischen den Newyorker Opern, der Metropolttan Opera und der Manhattan Opera, ist in ein neues Stadium getreten: Hammer stein, der Leiter der Manhattan Opera, scheint k am v sesm üd c. Tie Melba, die Tettazzini, Marp Garden und Bvnei, die früher ihre Gesangskunst der Manbattait Opev liehen, haben den goldenen Versühruugs'tünsten der Metropolitau ^ Oper nicht widerstanden mtb sind ins feindlickw Lager über gegangen. Hammerstein gibt jetzt ,;U, daß er einer vernünftigen Verständigung mit dem Gegner nicht länger abgeneigt ici nn> baß ein Abkommen zwischen ben beiden Opern. beiden Parteien, nützen würde unb zitgleich auch der Kunst. ,,Gegeuwärlig sind wir bie Affen des PubliAmS," so äußerte i'ick ein wenig bittet der Direktor der Manhattan-Oper; „mir find der Gnade bet
teilt ÄadifiilfC' oemte u.
iie unter 0116 Lrizö^n ttc lWS hl im Deutschen, lote unter 020S s^erb-__________
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Nr. 7 Zweites Blatt 160. Jahrgang Montag 10. Januar WW
Bjeiger
General-Anzeiger für Sbechehen


