gasrsflzna
Die heutige Nummer umfahr 10 Setten.
tot
Die bevorstehenden WaPeu in England.
London, 9. Jan. In der tiergangenen Woche fanden in England rund zwanzigtausend Wahlversammlungen statt Mit dem gestrigen Tage erreichte die Beteiligung der Peers am Wahlkampfe ihr Ende, da die Peers sich nach dem Erla'g eines Parlamentswahlbefehls, der morgen ergehen wird, nicht mehr öffentlich am Kampfe beteiligen dürfen. Gestern sprachen noch zahlreiche Peers öffentlich. Viele von ihnen fanden habet einen feindlichen Empfang, jo der Herzog von Norfolk, der erste Peer Englands, der in Bixton durch fortwährende Unter- brettnmgen am Sprechen verhindert wurde, und Lord R o n a l s h a y in Hör ns ah (London), der unter polizeilicher Ledeckung »ich zuruckziehen mußte, da die Menge die Rednertribüne stürmte Ter Parlamentssetretär in der Admiralität, M a e N a m a r a , sagte in Camberwell, er bedauere, daß die Lords nicht länger in der Qesfentlichleit erschienen, da ihre Reden die Behauptung der Radikalen bewiesen, daß das Haus der Lords eine untaugliche Einrichtung sei. Handelsminister Churchill hielt eine Rede in Leven, in der er ausführte, das Oberhaus habe ans - g e spielt, es sei veraltet und bilde einen Anachronismus, der nur noch den vernichtenden Schlag erwarte, um für immer beseitigt zu sein. Schahkanzler Llohd George sprach in Plymouth vor elftausend Personen und bewies, daß die Regierung 1909 fast drei Millionen Mehrausgaben für die Flotte aufgewandt und im nächsten Jahre noch viele Millionen mehr aufwenden werde. Nachdem er dann noch das englische und das deutsche Steuersystem gegenübergestellt und die brittschen und deutschen
Der Zusammenschluß der Deutschen in Böhmen.
In Prag hat eine Sitzung der deutschen Abgeordneten und ^Vertrauensmänner stattgefunden, in der eine schöne Einigkeit zutage trat: .
Prag, 8. Jan. Der heutige deutsche Abgeordneten- und Vertrauen sm änncrtag lvar außerordentlich Zahlreich besucht. Abg. Dr. Sylvester überbrachte die Grüße der alpenländischen deutschen Abgeordneten und versicherte, die deutschen alpenländjschen Abgeordneten hielten treu an der Gemeinbürgschaft mit den deutschen Sudetcnländern fest. Im Namen des deutschen Volls- rates für Böhmen verlas Dr. Zitta eine Erklärung, in der betont wird, der frühere politische Fehler der Uneinigkeit der Deutschen trage an der gegenwärtigen Lage der Deutschen in Oesterreich schuld. N u r e i n e E i n i g k e i t und der feste Zusammenschluß der deutsch gesinnten Abgeordneten vermöge Abhilfe zu schaffen/ denn mit einem Groß- block werde "die Regierung immer rechnen müssen. 'Jhir nn einem solchen werde sich die Kraft des slawischen Volkes brechen. In Böhmen müsse an dem Grundsatz der nationalen Zweiteilung und der Selbstverwaltung entschieden sestgehalten werden. Die vornehmste Aufgabe der deutschen Abgeordneten müsse es daher sein, in einem geschlossenen, einmütigen Auftreten die sofortige Beratung der Sprachenvorlage der Negierung zu erzwin- g c n. Nach einigen weiteren Reden entwickelte sich eine lebhafte Erörterung, in der allseits der lebhafte Wunsch nach einem engen Zusammenschluß aller nationalen Kräfte zu einem einheitlich wirkenden Par teiv erbau de im Reichsrate ausgesprochen wurde.
Bezüglich der Land tag frage wurde die Meinung zum Ausdruck gebracht, daß die deutsch-böhmische Bevölkerung keine Opfer scheuen werde, mit die nationale Existenz des Deutschen Volkes in Böhmen zu sichern und daß zu diesem Zwecke die schärssten Mittel, wenn nötig auch weiter- hin die Obstruktion, zur Anwendung gebracht werden müsse. Die Versammlung drückte einmütig ihr vollstes Vertrauen zur Haltung der deutschen Landtagsabaeordneten in Böhmen aus. Nach siebenstündiger Dauer der Verhandlungen, denen auch der deutsche Landmannminister Schreiner beiwohnte, wurde die Versammlung geschlossen.
Prag, 8. Jan. Infolge der in der letzten Zeit hervor- nefretenen Unzufriedenheit der Deutschen Böhmens und ihrer politischen Führer fand heute zum Zwecke einer Aussprache über die politische Lage eine große Versammlung statt, an der sämtliche deutsche R e i ch s r a ts- und Landtagsabgeordnete B.hmens, sowie Vertrauensmänner und der Presse Deutsch-Böhmens teilnahmen. Graf Erwin Nostitz gab im Verlaufe der Verhandlungen die Erklärung ab, daß der deutsche Hochadel an der bisherigen Politik der deutsch-bürgerlichen Parteien festhalte, nicht aus innerpolitischen Gründen, sondern im Hinblick auf die Macht und das Ansehen Oesterreichs nach außen.
poLMtzche Tagesschau.
Der Wiederbeginn der Parlamente.
Der Reichstag und der preußische Landtag treten am Dienstag dem 11. Januar zusammen. Der Reichstag, her am 15. Dezember in die Weihnachtsferien gegangen ist, veriammelt sich nachmittags 2 Uhr zu seiner 13. Plenarsitzung Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle die Anfrage Lmck-Pachmckc^ v Bvthmer, betreffend die Mecklenburgische Verfassung, und danach die Anfrage Horn in Verbindung mit der Anträge Brandys über die Maßregelung von Reichsbeamten wegen Ausübung thces. kommunalen Wahlrechts. ,.
Weitere Punkte der Tagesordnung des Reichstags sind: die erste Beratung des Gesetzentwurfes, betreffend Aenderungen des Gerichtsverfassungsgesetzes, der Strafprozeßordnung und des Einführungsgesetzes, die erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Aenderung des Strafgesetzbuchs und endlich die erste Beratung der Regierungsvorlage über die Haftung des Reichs für seine Beamten. r ..
Ilm 12 Uhr mittags am 11. Januar erfolgt wt Werken Saale des königl. Schlosses die feierliche Eröfsnung des Preußischen Landtags. Nachmittags 2 Uhr tritt dann das Abgeordnetenhaus, um 3 Uhr das Herrenhaus zur ersten Plenarsitzung zusammen. Im Abgeordnetenhause wird unmittelbar nach der vorläufigen Konstituierung des Hauses der Finanzminister Freiherr v Rheinbaben den Staaishaushaltsetat einbringen., das Herreir- haus wird die Konstituierung des Hauses und die Wahl des Präsidiums vornehmen.
Bei der zweiten Etatslesung int Reichstag dürste es nicht an interessanten .Momenten fehlen. Ein neuer Kriegsminister wird sein Ressort M vertreten l)aben. Staatssekretär Kia ecke wird wieder in eine Defensivstellung gedrängt werden anläßlich der vielen Klagen über die Verhältnisse bei der Reichspost. Die! alten Gegner Dernburgs werden ihm beim Kolonialamt mit Beschwerden afrikanischer Farmer zu schassen machen, und Herr v. Schoe^ wird — soweit hier nicht der Reichskanzler selbst endlich ernspringt — manches zu hören bekommen über den Kurs unserer auswärttgen Politik. Und daß der Reichskanzler bei seinem! Gtat offener Farbe bekennen soll, als bei seiner Programmrede, dafür wird es sicher nicht an Versuchen fehlen,
Verwaltunqsreform.
Em im „Tag" erschienener Ärttkel des Geh. Kommerzienrats Vorster über die Verwaltungsresorm in Preußen ist auch sür uns Hessen von großem Interesse, insoweit er nämlich folgende Ratschläge erteilt:
In allen diesen Dingen können wir vom Auslande noch lernen, insbesondere von den angelsächsischen Staaten, die durch-
Alsines Lerrilletoir.
— Goethe über die weltmännische Bildung. In ungedructten Briefen von Goethe und Alexander, von Humboldt, die K. Th. Zingeler im Januarheft der Deutschen Rundschau mitteilt, finden sich sehr interessante Aeußerungen des greisen Dichters über die weltmännische Bildung. Fürst Karl von Hohenzollern hatte sich, um einen neuen Hofmeister für seinen Sohn Karl Anton zu gewinnen und von autorativer Seite, zu erfahren, ob es rötlich sei, diesen in Gens studieren zu lassen, zunächst nn Alexander von .Humboldt gewandt, und als er von diesem keinen ^friedigenden Bescheid erhielt, an Goethe ^geschrieben, den er 1822 in Karlsbad kennen gelernt hatte. Er hebt chr- vor, daß in Genf, obwohl die Mathemattk vorwalte, auch die Geschichte der Philosophie von der älteren bis auf die neuere Zett und somit auch die deutsche Philosophie der letzten Jahre soweit vorgettagen werde, als zur historischen Kenntnis dieser lebhaften geistigen Bewegung hinreichend sei, und fällt dann über diese zeitgenössische deutsche Philosophie folgendes interessante Urteil: „Sobald es nun die Bildung eines jungen Weltmannes, wenn ich so sagen darf, bettifst, so darf ich wohl meine Ueberzeugung folgendermaßen ausspreck-cn: die Genfer Lehranstalt geht mit einer ihr eigenen Methode auf den nicht anders als zu billigenden Zweck los, junge Männer in demjenigen auszubildcn, was zum praktischen Leben am entschiedensten gefordert wird, und was die höhere Geistesbildung anbelangt, so gibt sie dabey, und nicht mit Unreclst, der Mathematik einen hohen Rang. Das Gewicht, das aus deutschen Universitäten theoretischen Ansichten, wozu uns die Philosophie besähigt, gegeben wird, ist ihr daher fremd, und der Gang, welchen deshalb die deutsche Bildung nimmt, mit jener beynahe unverträglich. Ist nun ein junger Eavalier, daß ich mich des Ausdrucks hier bediene, ans jene Weis^in Wissenschaft und Leben eingeleitet worden, so dürste ihn ein philosophischer Unterricht, wie er ihn in Deutschland finden könnte, vielleicht nur irre machen: denn unsere neueste Philosophie, die sich auf jene von Kant und Fichte eingeleitete Lehre bezieht, ist mit sich selbst noch in Zweispalt. Hegel in Berlin, Schelling in München kontrastieren auf eine lebhafte Weise miteinander, indem sie ganz nahe verwandte Ueberzeugungeu jeder aus eine andere oder eigene Art als folgerichttg will gellen lassen. Wir ankern, die wir dem Gang dieser Lehren feit so vielen Jahren gefolgt sind, und gewissermaßen in diesem Felde mitgewirkt haben, begleite« diese aus successiver Aufklärung entspringenden Irrungen nur mit Anstrengung und können keineswegs einem jungen Manne vom Stande rathen sich in diese auf ganz eigene Weise das
ber Preis zuerkannt. Man bat jedoch den itimftfcr, an f ernenn! Entwürfe einige Umänderungen und Ergänzungen vvrzunehmen. Tas Unglück wollte, daß Earminati int Mai des vergangenen Jahres starb, bevor er seine Arbeit vollenden konnte. Ursprünglich wurde nun beabsichtigt, den Entwurf Earminatis zu vollenden, aber jetzt hat man sich entschlossen, die Ausführung des Denkmals endgültig dem bekannten Bildhauer Enrico Butti zu übertragen. Der Künstler wird Verdi aufrecht stehend auf einem Sockel dar- ftdlen, in ungezwungener und natürlicher Haltung.
— M iltv n vor Gericht. Aus Petersburg schreibt man: Das hätte sich wahrlich der große Engländer Milton (geb. 1608, gestorben 167-1) nicht träumen lassen, daß er noch einmal die russischen Gerichte beschäftigen würde. Und doch geschah es vor kurzem! vor der Charkower Gerichtskammer. Angektagt luar eigentlich der russische Privatdozent Tiander, aber der Inhalt der Anklage richtete sich gegen die gemeingefährlichen Ideen Miltons. Herr Tiander hatte nänclich eine Broschüre über „Das Lebcn^ und die Werke Miltons" verfaßt und in der Druckerei der Charkower Gouvemementsverivvltuiig veröffentlichen lassen. Ter Inspektor tu Pressecmge'legenheiten fand nun, daß die Ideen Miltons im Bolw „Feindschaft und Haß gegen die Regierung, sowie gegen die Kirche und die Geistlichkeit hervorriefen". Die Broschüre iv'urde beschlagnahmt und die Sache dem Staatsantvalt überwiesen. Dieser fand eb-enfakls, daß in der Broschüre die monarchische Staatsordnung scharf kritisiert werde und der Gedanke zum Ausdruck käme, daß die Macht dein Volke gehören, münc._ Folglich Hetze der Verfasser bcstimnit zum Sturz der in Rußland bc- stehenden Staatsordnung aus. Der Verteidiger wies darau 1 hm, daß die Brvschitte nur ein unveränderter Abdruck von Artikeln, die tu der Monatsschrift „Dowreiimteni Mir" erschienen waren, und daß der Verfasser als Lehrer für englisch^ Literatur an der Universität anläßlich des Jubitäums Miltons, sich nur der Ausgabe unterzogen habe, über dessen Leben und Weltanschauung das russische Publikum zu unterrid)ien. Die Gerichtstammer sprach zwar den russischen Privatchozenten frei, Milton aber und feine Ideen blieben auch weiter int Verdacht.
— Di a Langlebigkeit d e r Musiker. Mit der Frage, welchen Einfluß die Musik auf die Lebensdauer der Künstler ausübt, die sich ihr berufsmäßig widmen, hat Otto Keller in München sich eingehend beschäftigt und eine Statistik von rund 670 Komponisten und Berufsmusikern ausgestellt, deren Ergebnisse er in der jüngsten „Allg. Musttztg." mitteilt. Daraus gern hervor, daß die durchschnittliche Altersgrenze, die sonst gewöhnlich zwischen das 60. mtb 70. Jahr fällt, bei den Musikern zwischen das 70. und 80. Jahr zu setzen ist. Von den 6/0 Musikern.
Exporte und die britische und die deutsche Schinahrt verglichen^ hatte, ließ er seine Rede in den Gedanken ansttrngen, paß ine Heimat von Sir Francis Träte nicht das Land sei, m dem man sich vor den deutschen Schisfsbauten fürchte einem
anderen Orte sagte Lloyd George, seine Rundreise durch-da- Land gab ilim die Gewißheit, daß die Liberalen einem ^iege ent- gegengiugen. . . ,, .,.
London, 9. Jan. Ter konservative „Observer" gibt eine Anzahl Berechnungen wieder, die von Experten der beiden Parteien über die W a h l a u s si ch te n angestellt worden sind und weist dabei auf den bedeutenden Unterschied in den Resulkateiz hin, wozu die Versasser gelangt sind. Ein Konservativer sage eine Majorität von neunzig, ein anderer von vierzig,Stimmen sür die Konservativen voraus, ein dritter berechne sur ine ■egige Regierung eine Majorität von sechzehn Stimmen. Ein Radikaler glaube, die Regierung werde zweihundert, etn zweiter, sie werde hundertzehn Stimmen Maiorttat bekommen, während ein dritter fürchte, daß die Konservativen mit acht Stimmen siegen werden. Ter „Observer" schließt Mit der Bemerkung, daß die öfsentliche Meinung Eiiglands sich am Vorabe.id der Wahlen niemals so im Unllaren über den Ausfall befunden hätte, wie gerade jetzt.
Leben besruchtende, ins Leben einwirkende Grundlehren mttein- zulassen. . . Ich erlaube mir noch eine ganz besondere Bettachtung hinzuzusiigen: man sucht in Deutschland männliche und weibliche Gouvernanten von Genf heranzuziehen, wie denn auch obengenannter Herr Soret ein Genfer ist, und dies nicht allem um des Französischen willen, sondern auch weil man dort Überhaupt die Elemente einer gewissen schicklichen Lebensweise vorauszusetzen scheint. Sollte nun jene Stadt, der man zutraut, daß sie Prinzenhofmeister erziehen könne, nicht auch unmittelbar einen Prinzen auszubilden im Falle seyn?" . . . Zwei Jayre später sollte der junge Prinz Karl Anton seine Studien in Berlin abschließen, und sein Vater wandte sich deshalb wieder an Alexander von Humboldt, der in seiner vom 16. April 1830 datierten, französisch geschriebenen Antwott der Universität Berlin cm glänzendes Zeugnis ausstellte; er-führte die stattliche Reihe von großen Gelehrten an, die die verschiedenen Disziplinen an per Universität vertreten, und er macht zugunsten Berlins Wetter geltend: „Die Sammlungen sind schöner und zugänglicher als anderswo ... Ich glaube, daß der Aufenthalt in Berlin ftir einen jungen Prinzen einen sehr nützlichen Heber gang pvm Studienleben zum gesellschaftlichen Leben bietet. Das Gesellschafts- leben (selbst am Hofe) ist keineswegs zu lebhaft, nm zu große Zerstteunngen zu bieten. Es wird von dem Gouverneur seiner Hoheit abhängen, diese Zerstreuungen in gerechten Grenzen zu halten: da übrigens der Geschmack am Unterricht und an den Künsten sehr verbreitet ist, auch bei 5)ofe, so hatte ich die Gesellschaft sür etwas besonders Nutzlick>es. Das große Museum wird zu der Zeit, wo der Prinz bei uns sein wird, eröffnet fern, und es wird leicht sein, ihn methodisch führen, zu lassen, um über die Geschichte der Malerei, der griechischen Skulptur, der etruskischen Vasen (der König hat mich die berühmte Sammlung des General Koller in Neapel sür WO 000 Taler erwerben lassen», die ägypttsäfen Altertümer, die von dem General Mmotoli und von Panalaqua heimgebracht sind, die Fülle von soliden Kenntnissen zu erwerben, die heute einen so wesentlichen Zweig einer sehr sorgfältigen Erziehung bilden. . ."
C. K. V v m V e r d i - D c n k ni a l. Der Plan der Errichtung eines Daitmals für Verdi, mit dem Italien seinem großen Komponisten eine Ehrung darbringt, ist bisher von 'Mißgeschick heurn gesucht worden. Das Denkmal soll am 10. Oktober 1913, am hundertsten Jahrestage der Geburt des Meistes, eitthüllt werden. Vor drei Jahren, so berichtet die „Revue", wurde das erste Preisausschreiben erlassen: es blieb erfvlgbos: keiner der ern- gereichlen Entwürfe wurde preisgekrönt. Bei beut zweiten Aus- > schreiben wurde kann dem! Entwürfe des Bildhauers Earminatt
Die Beratung von poftsragen.
Die schon mehrfach angekündigte Beratung im Reichspostamt wurde am Freitag mittag im Gebäude des Reichspostamts eröffnet. Tas Reichspostamt selbst war it. a. durch Ministerialdirektor Kobelt und Geh. Postrat Hosfmann vertreten. Außer diesen nahmen an beit Beratungen 22 Vertreter der verschiedenen Zweige der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft teil. Den Vorsitz führte der Staatssekretär des Reichspostamts, Exsellenz Krälke. Aus der Tagesordnung der Beratung, die nicht össentlich ist, standen die Gründe gegen eine Wiedereinführung des A n k unsts --
stempels bei gewöhnlichen Briefen, die Mitwirkung des Pubti- kums bei der Ausfüllung von P o st e i n l i e fer u n g s-Bescheinigungen, Einlicserungsbeschemtgungen sur Pakete, Eiitsührung von P o st-La g er f a r t cn und die Mißstände un N achnahmeverke h r. Bei dem ersten Punkt hob der Staats- sclretär Krälke die bereits früher vielfach erörterten Gründe i-t längeren Ausführungen hervor, die gegen die Wiedereinführung des Aiikünftsstempels bei gewöhnlichen Bricfsendungen sprech?,:. Die Verhandlungen dauerten am Freitag bis gcgeit_ 4 Uhr. Am Abend waren die Teilnehmer der Beratung beim StaatSsettttär Krätkc zu Gast geladen. , m f.
Am Samstag versammelten na) die Mitglieder ber Reichs- postkonferenz schon bald nach 7 Uhr, um genieinschastlich einen Besuch der wichtigsten Postämter zu unternehmen. Die frühe Morgenstunde war gewählt worden, weil man sich aus diese Weise über den sehr umsangreicheu Geschäftsbetticb am besten rnsormieren konnte Bei der Besichtigung des Briefpostamtes, das um diese Seit daS gesamte Material vom Abend vorher und von der Nacht zu bewältigen hat, kam es der ReichSPostverwaltung hauptsächlich daraus an, zu zeigen, daß die Aussetzung des An- kunstsstempels auf gewöhnliche Sendungen eine Betriebserschwerung und Zeitversäumnis bedeute. Nach dem Besuche einer tJtcibe weiterer Postämter in der Stadt begaben sich die Aitt- gliedcr der Konferenz zum Gebäude des RcichSPostamts zurück, um dort die Beratungen wieder aujzunehmen. Nach ^urchsyrcchung sämtlicher Punkte bet Tagesordnung wurde die Konferenz gc- fcblo'fen Tas durch die Beratungen der Konferenz gewonnene Material soll, wie der B. L.-A. meldet, später im Zusammenhang veröffentlicht werden.
Tas amtliche Wolff'sche Bureau berichtet noch: Die SÄtutz- sitzung der Postkonferenz wurde seitens der Reichspostverivaltimg mit bet Darlegung der Gründe eingeteitet, die für den Wegwll kes Arckünf!sße:npcls für gewöhnlicke Briese bestimmend gcir.ien sind. In der sich anschließenden Aussprache wurden von den Vertretern der einzelnen Jnteressentengruppen die bei fandet, Industrie, Handwerk und Landwirtschaft bestehenden Wunsche nach Wiedereinführun desg Aittunstsstempels zur Geltung gebracht. Bon einem Teile der Mitglieder wurde die Wieberemfüyrung allgemein gewünscht, von einem ankeren nur für gewisse Be- frellung5.it ; einige Mitglieder sprachen sich oahin aus, sie hatten bei der vorhergegangenen Besichtigung der Betriebseinrichtungen die Ueberzeugung gewonnen, daß durch den Fortfall des Stempels 10—15 Minuten Zeit gewonnen würden, die für die Postverwal- hmg und alle, denen es in erster Linie auf beschleunigte Zu- fteHung antonunc, wertvoll seien. Der Staatssetterär nahm alle Anregungen mit Tank entgegen und sagte ihre gewissenhafte Prüfung zu.
Äkr.7
Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 10. Januar 19^0
Ter Gießen nzetger HA monatlich7öPsviertel-
erscheint täglich, außer A jährlich Mk. 2.20: durch
Sonntag?. - Beilagen: , fe;. Ab hole- u. Zweigstellen
viermal wöchentlich MW IBH MW monatlich 65 Pf.: durch
GietzenerFamlienblatter; M W MM MM O W* MW ßß M M M MM Ä diePostMk.2.- viertel-
SwKKvllvi AllivlUvI S58B ***** v SV V V V g v EXÄ
^eriisprech - Anschlüße. volittschen Teil: August
~~ General-Anzeiger für Oberhessen WL ßtt"ch^Tagesnum!ner Rotationsdruck tittb Verlag der vrnhl'schen Unw.-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. ^liizeigente^!:' H." Beck.
bis vormtttags 9 Uhr. ......


