Ausgabe 
8.9.1910 Erstes Blatt
 
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Lin türkisch-italienischer Zwischenfall.

Ausland.

ist Frankfurt a. M. gewählt morden.

**DerRudcrklubH a s s i a" veranstaltet am näch­sten Sonntag auf der Lahn sein Abrudern, woran eine Vereins-Regatta anschließt, um auch den Ruderern, die noch nicht als Nennruderer Verwendung fanden, Gelegenheit zu geben, das in diesem Führe Gelernte zeigen zu können. Nach dem Eröffnungsfahren wird ein Anfänger-Vierer, ein Vorgaberennen, Verlosungsvierer, sowie die Mubmeister- schaft im Einer ausgefahren. Gemeldet sind 9 Boote mit

des einzigen Wagens, der am Platze von Tophane gefunden wurde, weigerte sich beharrlich und mit großen Worten zu fahren, angeblich weil die Pferde zu müde waren. Er geriet in einen Streit mit dem Kawassen, der Säbel und 9Levolver

Leutnant Helm verhaftete, |ngtc aus, Helm erklärte, daß er Tein Spion sei. Die Anklage lautet auf unerlaubte Ausfertigung von Zeichnungen der Forts Widcly Nedoute, Farlington.

geschaffene wohlgelungene Kopfbildnis von Backes Bronzeplakett angebracht. Es wird von grünblauem Granit umrahmt. Tas Denkmal macht einen sehr würdigen Ein­druck und wird eine hervorragende Zierde unseres Fried­hofes werden. Die .Kosten sind auf 2000 Mark berechnet, von denen 900 Mark auf die Bronzeplakette entfallen.

Wien ab.

Ter belgische Senator Berryer wurde zum M i n i st e r des Innern und der Abgeordnete de Broqueville zum Verkehr smini st er ernannt.

In Pariser Börsenkreisen verlautet, daß in der Tür­kischen Anleihefrage dank der Intervention Rouviers ein prinzipielles Einvernehmen erzielt sei, irach dem als Garantie die gewährten Zolleinnahmen des Wilajets Konstanti­nopel bei der Ottomanischen Bank deponiert werden müssen.

Tie Pforte ließ den Kreta macht en eine Mitteilung zugeheu, in der sie deren Aufmerksamkeit auf die beabsichtigte Er­legung der ausgedienten griechischen Offiziere der kretischen Miliz und der Geirdarmerie durch andere griechische Offiziere lenkt und die Mächte auffordert, diesen neuen U e b ergriff gegen die tür­kischen Souveränitätsrechte zu verhindern.

Aus Peking wird gemeldet: Der frühere Minister Tich l i a n g ist zum T a r t a r e n g e n er a l in Nanking ernannt worden. Diese Ernennung wird als eine wesentliche Schwächung des Einflusses der Partei der Kaiserin-Witwe betrachtet.

Kardimil B a n n u t e l l i sandte von Montreal an den König von England ein Telegramm, in welchem er dem König die Huldigung und tiefe Dankbarkeit des e u ch a r i st i s ch e n Kongresses für die Aenderung der Erklärung bei der Thron­besteigung ausspricht. Ter König erwiderte in einem Danktele­gramm, daß ihn die guten Wünsche des Kongresses mit großep Befriedigung erfüllt haben. Vannutelli sandte auch au den Papst eilt Ergebeuheitstelegramm. Der Papst antwortete, er sei tief gerührt und sandte dem Kongreß den apostolischen Segen. Der Kongreß wurde mit einer glänzenden Feier eröffnet. Vannutelli teilte mit, daß der Kongreß in Zukunft abwechselnd in Europa und anderen innbern abgehalten werden solle.

F. Neumann. Als Ort der nächstjährigen Hauptversammlung

zog. Der italienische Botschafter mußte dem Kutscher einen Stockhieb versetzen und verletzte ihn am Kopfe. Der angesammelte Pöbel stieß hierauf Drohrufe aus und schrie sogar:Tod dem Huttragendcn!" Der Botschafter begab sich sofort zum Minister des Aeußeren und legte energisch Protest ein. Rifaat Pascha gab seinem Bedauern Aus-

Konstantinopel, 7. Sept. Nach Meldungen von italienischer Seite gab es mn Montag abend hier einen ^Zwischenfall mit dem italienischen Botschafter: Der Bot schafter und dessen Gemahlin wollten einer italienischen Wohltätigkeitsvorstellung beiwohnen. Sie wollten vom Quai von Tophane in Begleitung des ersten Dragumans und eines Kawassen nach Pera fahren. Der Kutscher

zwanzig Jahren erhielten, sic betrug nur 17 060 gegen 29 645 im Jahre 1908.

Die ersten Ergebnisse der Urwahlcn für den Gouverneur- Posten in Newhampshire zeigen einen Vorsprung des Kandidaten der fortschrittlichen' Republikaner mit 807 Stirn men-vor dem Kandidaten der regulären Republikaner mit 316 Stimmen. Man nimmt an, daß das Verhältnis dieser Zahlen die Stärke des neuen Flügels der republikani-> schen Partei zum Ausdruck bringen wird.

* Landes Hypothekenbank. Der erste Konto­korrent-Buchhalter Karl Hammon zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen au§ dem Dienste entlassen.

* Fernsprechanschlüsse beim Wohnungs­wechsel. Durch die am 1. Oktober erfolgenden Umzüge

2Iu» Sta&t und Land.

Gießen, 8. Sept. 1910.

" Pfarr Personalien. Der Groß Herzog hat dem Pfarrer Rud. Laut zu Ober-Ofleiden die eoang. Pfarrstelle zu Dietzenbach übertragen.

"Erledigt ist die Stelle deS ForstwartS der Forstwartei Winterstein, Oberförsterei Ober-Nosbach, vom 1. Oktober ab.

47 Ruderern. Am Samstag abend findet int Bootshaus ein Kommers, sowie Uebergabe eines £on den Vereins­damen gestifteten Schrankes statt, der die bisher errungenen 10 Preise aufnehmen soll.

** Prophezeiungen einer Zigeunerin. Von Mücke wird uns geschrieben: Fuhr da kürzlich ein Gendarm mit einer Zigeunerin in einem Abteil der vierten Klasse der Eisenbahn. Die Unterhaltung in dem Wagen drehte sich, wie sollte es auch anders sein, ums Wetter. Dazu bemerkte die Zigeunerin, das veränderliche, nasse Wetter, wie es seit­her ununterbrochen angehalten, werde auch durch den Sep­tember hindurch dauern.Was wißen Sie aber vom Wetter!" entgegnete ihr halb geärgert der Hüter des Gesetzes. Tas weiß ich gerade jo gut", erwiderte die Zigeunersfrau, als ich weiß, daß Sie nur 41 Pfennig im Portemonnaie haben". Der Gendarm zog den Geldbeutel, sah nach und es stimmte. Darob allgemeines Erstaunen der Mitreisenden. Nun horchte man aus die Worte des Zigeunerweibes wie auf die einer Seherin. Die sagte weiter aus, daß der nächste Jahrgang ein außerordentlich guter, fruchtbarer werde. Das Jahr 1913 werde aber ein blutiges Kriegsjahr sein. Wer eS nicht glaubt, zahlt einen Taler.

---Da«bringen, 7. Sept. Sonntag, 11., 18. und 25. September findet das Preisschießen deS Krieger- Vereins Dau bring en zwischen Daubringen und Lollar statt. Die Schußrichtung ist nach dem Lollarer Kops zu.

K a i s e r W i l h e l m trifft mit großer Begleitung am 16. Sep- ligten sich etwa 500 Personen, darunter auch eine Anzahl trmber nndmittogß über Wien und KroManessa im Bakmhos Mitglieder des Gi ebener Vereins. ES gelang ihnen, recht Fünfkirchen ein und setzt von hier bie Reise nach Moyacs ,,, n -r ...

fort, wo er am Bahnhof von Erzherzog Franz Ferdinand unbj J$onc $rf°f9c 1 1'(?S1 «U£\b

Erzherzog Friedrich, sowie den Behörden empfangen wirb. Nach Ehrenpreise: In der Abteilung 300 Silben Jak. Kraft, der Ankunft besteigt der Kaiser bas Schiff unb begibt sich bann 200 Silben K. Kreiling, 180 Silben K. Reitz, 140 Silben ins Karapancsaer Jagbschloß unb abends sofort auf bie erste Pursche. Am 19. September abends reift Kaiser Wilhelm nach

** Der Verband evangelis ch-kirchlicher Frauen vereine in Hessen hielt am Mittwoch zu D a r m st a d t seine 4. Jahreshauptversammlung ab, an der etwa 100 Damen, sowie einige Pfarrer teil­nahm en. Die Schriftführerin des Verbandes Frau Wenzel (Darmstadt) erstattete den Jahresbericht, nach dem dem Verband 49 Vereine unb 21 Einzelmitglieder angehören. Bedauerlich sei, ,daß die Preuß.-Hess. Eisenbahndirektion eine Fahrpreisermäßigung abgelehnt habe, da sie nur billigere Preise berechnen könne bei Verbänden, die sich freiwillig der Krankenpflege widmen. Freudig zu begrüßen sei cs, daß eine Bibliothek errichtet sei. Frau Pfarrer Stract hatte einen Antrag auf Errichtung weiblicher Fortbildungsschulen eingebracht. Dekan Scriba iKönig) erklärte, daß er in seiner Gemeinde für den Winter diese Einrichtung schon getroffen habe. Im ersten Winter seien 28, im zweiten 12 Mädchen regelmäßig gekommen. Wegen der damit verbundenen Kosten seien die Gemeinden vielfach gegen diese Einrichtung. Pfarrer Schwabe (Gießen) hebt die Vorteile der im Kreis Gießen eiiN gerichteten Mander-Haushaltungsschulen, sowie die wohl- , , , v , tätige Wirkung des Wartburgvereins in Gießen hervor,

druck und versprach die Bestrafung der Schuldigen. Gestern Ter .Kassenbericht weist in Einnahme 772 Mk., in Ausgabe abend erhielt der ital. Botschafter den Besuch des Unterstaats- 662 Mk. auf. Im Voranschlag für das neue Jahr sind sekrctärs dec- Aeußern, der offiziell das Bedauern der Re- 500 Mk. vorgesehen. Die Vorstandswahlen ergaben: Fran gierung ausdrückte und vollständige Genugtuung zusagte. Prof. Höhlbaum (Gieße n), Pfarrer Hartmann (Niedcr- Die Untersuchung wurde eingeleitet. Nachmittags besuchte Ingelheim), Prof. Heraeus (Offenbach), Frau Wenzel (Darm- der erste Draguman der italienischen Botschaft den Gon- stadt), Frau Sonne (Darmstadt) als Schriftführerin, Frau vernenr von Pera wegen einer Aussprache in dieser An- Geh. Regierungsrat Noack (Darmstadt), Pfarrer Dr. Bert gelegcnheit. Der Zwischenfall wird als erledigt betrachtet, (Weisenau), Kirchenrat D. Schlosser (Gieße n), Pfarrer nur wird die Botschaft die Bestrafung der Schuldigen ab- Palmer (Offenbach). Hiernach sprach Dr. mcd. Heid (Nicder- wartcn. Die türkischen Blätter schreioen den Vorfall dem Ramstadt) über K r ü p p el f ü r s o r g e, wobei er warm groben Vorgehen des Kawassen zu. für tatkräftige Unterstützung dieser Armen eintrat, deren wir

-jl'------- u--- , . -----jein Hessen etwa 1500 haben.

2lntCrifdilif(f)C Wollen. ** Denkmal fürVater Backes". Der Hessische

Boston, 7. Sept. Die ersten Gouverneurs-^ Landeslehrer^Verein hat unter etwa 150 Bewerbern dem und K o n g r e st w a h t e n in den Ncu-Englandstaaten wur- Bildhauer W. Götze- Darmstadt die Aufstellung eines wür­den heute vorgenommen. Die bisher eingetrofsenen Nach- digcn Denkmalcs für den langjährigen Vorsitzenden Rektor richten über die Wahlergebnisse in Vermont, wo die Backes übertragen. Das Dcn'lmal besteht ans einem zirka republikanische Mehrheit gewöhnlich über 20 000 Stimmen 2,80 Meter hohen und 1,70 Meter breiten grauen Dolomit, betrug, zeigen, dast die Republikaner in diesem Staate die der auf der Vorderseite von zwei hohen Säulen cingefastt Mehrheit behauptet und sowohl den Gouverneur als auch N'ird. In der Mitte ist das von Bildhauer Scholl hier ihre beiden Kongrestkandidaten gewählt haben. j geschaffene wohlgelungene Kopfbildnis von Backes als

Es stellte sich heraus, dast die Republikaner bei den Wahlen in Vermont die kleinste Majorität seit fünfunb^

liche Beseitigung des § 100 Q der Gewerbeordnung und ersuchte erfolgen.

den Ausschuß des deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages, .. m?; t fm » n kn n if a

beit gesetzgebenden Körperschaften eine entsprechende Denkschrift TtnieliveUöeutfdge Stenographenbund

vorzuleaen. Stotze-Schrei) hielt vom 3.5. September in

! S-1.ü__,1---!lüi_2?us?"...1. - j-i | bett seine 2 4. Jahres-Hauptversammlung ab. An

dem mit der Tagung verbundenen Wettschreiben betei-

werden gewöhnlich auch zahlreiche Verlegungen von Fern- Minneapolis, 7. Sept. Eine Versammlung des sprechanschlüssen erforderlich. Es liegt im Interesse der 3n(l«ber solcher Anschlüsse, die Verlegungen möglichst

an, in der die Absetzung des Kabinettssckretärs des Anmeldung kann lncht zur Folge haben, datz die Arbeiten Innern, Ballinger, empsohlen und erklärt wird, daß 8um gewünschten Zeitpunkte ausgcsuhrt werden.

dic Anklagen gegen fein Departement begründet feien. Der ** Kirchenherstellungen. Denkmalschutz und Kreis- Vorsitzende stellte jedoch fest, dast nicht die nötige Anzahl bauamt lassen sich seit einigen Jahren die Erhaltung der von Mitgliedern vorhanden sei, und' vertagte die Vcrsamm" alten Kirchen angelegen sein. Früher geschahen die Neno- lilng bts auf Frcttag, yvo ctne ähnliche Rcsolutton bent oicnmqen vielfach ganz willkürlich, meist ohne sachkundige Ecsamttomrtee unterbreitet werden wrrd.__________________ Aufsicht, so daß manche wertvolle Altertümer verschwanden,

DciiH/cfcc« Hfia nicht selten Stil und Formen der Gebäude verwischt . . L , ' _ wurden. Jetzt ist hierin Wandel geschaffen. Mehrere

. r l i n war die ckusfuhr lebenden Z. iehes Astern wäh- Gotteshäuser sind bereits stilgerecht erneuert worden, es sei rend des Marktes gezerrt. DerAllg. Flepcher-Ztg." zufolge ist * ' . ' r n. r. . ' ~

die Sperrung wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche nur erinnert an Großen-^mden, Leihgestern und Allendorf. erfolgt. Indessen wurde die Ausführung von Schlachttieren zum Gegenwärtig wird wieder eine der älteren Kirchen, die in sofortigen Abschlachten und] auswärtigen, mit direktem Bahn- Stangenrod, renoviert. Sie stammt aus dem 12. und anschluß versehenen SchlacküHöfen bchördttch genehmigt. Es ist 13. Jahrhundert. Die alten Gewölbe und Nippenansätze

fd,Dn fUr bCU ""^" werden stilgerecht erneuert, die asten Gemälde an Brüstung^

Der in Stuttgart tagende 11. Deutsche Hand, »nd Emporen werden als emc Zierde der Kirche neu her.

Werks- und G e. w e r b e. k a m m e r 1 a g beantragte die gänz- gestellt. Im Herbst soll bie Einweihung des Gotteshauses

---- Staufenberg, 7. Sept. Nächsten Sonntag findet hier dieKirchweih" statt. ES trifft sich nach langen Jahren wieder einmal, daß uxihrend der KirmeS Ein­quartierung nach hierher kommt, nämlich Montags eine Kompagnie 87er. Die Vorsta 1> tstra ße hat eine Er­weiterung erhalten dadurch, daß ein Teil der alten Festungs. mauer beseitigt wurde. Noch weitere Straßen-Aufbesserungen sind vorgesehen. Da auch die hiesige Gemarkung dieses Jahr mit Mäusen sehr gesegnet ist, wird auf Gemeinde» kosten Gift beschafft werden, um der Plage Einhalt zu tun.

(=) Hungen, 7. Sept. Zum Abschied der hier ! 14 Tage lang einquartierten vier? Kompagnien des 8 7. Inf.-Reg ts. erschien gestern abend ihre Regiments.^ ; kapclle noch einmal vollzählig unb ki^rzertierte von 1 ?9 bis ! 1/2IO Uhr int Sch lost Hof. Die Bevöll.'erung hatte sich über­aus zahlreich eingefundcn, um der exatten schönen Musik i mit Begeisterung zu lauschen. Um J_>10 Uhr spielte die Kapelle mit detn Trommler- und Ppeiferchor den Zapfen- ' streich, bei dessen Wiederholung man der Bahn zu mar­schierte. Unterwegs machte die Ka^?ellc vor dem Eafs : Schmidt halt und spielte nochmals den Zapfenstreich unb einige andere Stücke. Damt gings unter den Klängen des ; Liedes: ,,Must i denn" zum Bahnhof, gefolgt von der zahl­reichen Menge. Heute früh haben mns die Soldaten, bie sich für ihre guten Quartiere übcrams hilfsbereit zeigten, I verlassen, um in Leihgestern und (Steinberg Quartier zu. beziehen.

L. Friedberg, 7. Sept. Unser durch das Bomben­attentat stark mitgenommene Rathaus ist jetzt im Innern soweit her gerichtet, daß bis auf die Sibadtkasse und Bürger, meifterci alle Aemter wieder in ihm untergebracht sind. Aeußerlich wird man zunächst die Schiesettbedeckung des dritten Stockes und daß Dach herstellen unb bann auch dem übrigen Teil des Gebäudes ein neues Kleid gebevt.

N. Mainz, 7. Sept. General', v. Schliessen, Gouverneur der Festung Mainz, nimmt an den Manövern des 2. schweizerischen LlrmeekorpS teil.

[) A u S dem Kreise Marburg, 7. Sept. Aus dem Kreisverwaltungsbericht für 1909 ist zu ersehen, daß nach dem Maße der direkten Staatssteuern. an Gemeinde. Heuern folgende Sätze erhoben werden: 1 Gemeinde = 310 Proz., 4 = 300 Proz., 1 = 275 Proz., 13 = 250 Proz., 1 = 245 Proz., 2 = 235 Proz., 1 = 233 Proz., 8 = 225 Proz., 24 = 200 Proz., 1 = 196 Proz., 1 = 190 Proz., 8 = 175 Proz., 2 = 160 ijkoz., 12 = 150 Proz., 5 = 100 Proz., 1 = 96 Proz., 1 = 80 Proz., 2 75 Proz., in der Stadt Wetter 100 Proz. und in der Stadt Marburg 145 Proz. Aus dem Bericht ist ferner zu ersehen, daß im Kreise, abgesehen von der Stadt Marburg, 69 Volks bi b lioihe ken vorhanden sind; im letzten Winter bestanden im Kreise 24 F ort bildungs- schulen, die von 521 Schülern besucht winden.

Dcrmiiditcs.

* Eine erschütternde F a m il 1': e n tr a g ö di e spielte sich gestern in Schön eberg ab. Stiem 62 jährigen Kaufmann und Freiherrn v. C. mar feit Wochen die Mit­teilung der Acrzte schwer zu Herzen gegangen, daß ein Leiden seiner gleichaltrigen Gattin nnheilbaw sei. Gestern abend begab sich das Ehepaar in die Küche unb drehte dic Gashähne des Kochherdes auf. Als nach einiger Zeit Haus- bctvohner eindrangen, fanden sic die beiden Leute eng an­einander geschmiegt 101 auf dem Kohlciikasten sitzen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

* Ein Schriftsetzer als Doktor., Die philosophische Fakultät der Universität Berlin verlieh dieser Tage bem Zeitungs- Schriftsetzer Hans Hinke den Doktorhut. Das Them.r seiner Disser­tation lautete:Auslese und Anpassung der Arbeiters im Buchdruck­gewerbe mit besonderer Rücksichtnahme auf die Setzmaschine". Dr. Hinke, der seit mehreren Jahren als Maschinensetzer tätig ist, stammt aus Bielitz in Oesterreicknsch--Schli'sien. Er bereitete sich in feinen Mußestunden durch Selbstunterricht ,uiun Abiturium vor, das er 1906 am Ghmnasium in Ohlau bestand Darauf ließ er sich später in Berlin an der Universität immatrikulieren unb hörte besonders staatsrechtliche unb national ökonomische Vor­lesungen, deren Besuch ihm die Druckerei durch geeignete Schicht­verlegung ermöglicht hatte.

* E l n n e u n j ä h r i g e r I n n g e, der seine Ak utter anzeigt. Eine Gerichtsverhandlung, die trotz Bein Akiba noch nicht dagewesen ist, spielte sich, wie derJul." aus Wian geschrieben wird, vor einigen Tagen vor dem Wiener Bezirksgericht in der Josephstadt unter dem Vorsitz des Bezirksrichters Dr. Btlaschtoivitska ab. Angeklagt war die Witwe Marie Zeltler ivegeu ULberschreitung des Züchtiquugsrechtes und der dlnklager war ihr ^»euniähriger Sohu. Es ist nicht verwunderlich, daß die ganze Geriichtsverhaud- llmg unter großer Heiterkeit sämtlicher BetLlligteii zu Q/.iibe geführt Siirde, als uiügeteilt iviirbe, baß der kleine netinjahrige Knirps Höchstpersönlich die Anzeige gegen seine Mutter bei der Polizei er­stattet hatte, weil er sich einmal unberechtigterweise gezvlchtigt vor­kam. Der Sachverhalt mar folgender: Ein^s Tages hatte die Angeklagte ihren Jungen, der erst kurze Zeir bei ihr wohnte vorher war er bei einer Kostfrau nmergebracht durchgeprügelt, iveil er sehr unartig war. In der Verhaudlnng wurde festgestellt, daß die Mutter durchaus nicht etwa qtob zugehanen hatte, sondern ihrem Jungen nur eine ganz milde Strafe zudiktiert batte, die im Verhältnis zu seiner Ungezogenheit durchaus leicht zu neunen war. Trotzdem aber fühlte sich der Knirps in seiner Ehre gekränkt unb lief auf das Polizeikonuuissoriat Alfergrund, da er gehört halte, daß auch tue Eltern nicht das Recht zur übermäßigen Züchtigomg ihrer Kinder haben. Hier auf dem Polizcikommissariat klagte er feine Not und ließ sich bescheinigen, daß er Prügel befonunen hatte. Trotzdem die Polizisten irgend welche nachhaltige Wmkung an seinem Körper nicht scststetteii fomuen, brachten sie die Sache zur Aiizeige, da der Juiige baranf bestand. Der Richter fragte nun den Knaben, ob er es bei feiner Mutter gilt habe. Der Stnabe be­stätigte, daß seine Alutter ibn sehr lieb bnbe, und daß sie ibm viel besser zu eficit gebe als die Mofifrau, bei der er bis vor knrzer Zeit nciuobnt habe. 9hm saud folgeudesZwiegespräch statt: Richt-n-: .Hast du auch viel Schläge bekommen ?" Slimbe:Ja." Richter: Warst du oft ungezogen?" Knabe:Ja, fehr ost." Richter: Unb ivie oft wurdest bu gehauen?" Knabe:Gimnal." Richter:Hat bich bie Mutter mit einem Stock gehaucn?" Kitabe;Nein, mit bet Hanb?" Richter:Aber ivicfo kommst du darauf, deine eigene Aluller anzilzeigen?" Knabe:Ja, sie hat doch damit meine Ehre verletzt . . Die jubelnöe Hmterkeit, die diesen Worteii folgte, unterbrad) alle werteren Aeußernugen des in feiner Ehre schwer verletzten uipdernen Kuides. Selbstvcrsiänd- lid) wiirde die Mittler daraufhin von der Aiiklage der Mißhiilidliing freigesprochen nnd bnrfte in Begleitung ihres aufgeivcckten jungen* den Gerichtssaal verlassen. Bei dem Hlnausgehen nahm sie ihr Büischd^eii liebevoll bei der Hand unb sagte mit zärtlichem Blick auf beit naseweisen Knirps:Erlist aber dock) ein fehl- lieber Bursch/ Der Jitnge sck)iiiiegte fiel) babei zärtlich an seine Mmter an unb gab bem Rid)ter bas Versprechen, von nun an jeme Mutter, die es so gilt mit ihm meinte, nicht mehr anzuzeigen

*S chulmeiste r z n Pferde". In den Abruzzen kom­men auf 100 Einwohner 68 Analphabeten trotz der großen Menge Sckmlen, die matn in den letzten fünf Jahren errichtet hat.. Die Sckmlen werden nicht besucht, und die Bewohner des Berglandes leben weiter, ohne sich in die Aitfangsgründe der Bildung zu vertiefen. Da hat denn Professor Emilio Agoscknoni ein xngew-