Ausgabe 
7.5.1910 Zweites Blatt
 
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Beschränkungen anfzncrlegen, weshalb es vielleicht besser fet, daß man durch den Berkaus an N. Einfluß auf die Bebauungsweise gewinne, da man vl;ne den Verkauf keinen Einfluß auf die Be­bauung des Platzes besitze, den N. schon habe. '

Stadtv. W i n n spricht sich für die Auferlegung von Beschrän­kungen aus, zumal man sie auch anderwärts schon gemacht habe. Auch gegen die Versteigerung des fraglichen Geländes habe er nichts. . m r .

Ter Vorsitzende erwartet von eurer Verstcrgerung nicht viel.

Stadtv. 'Dr. H a b e r k o r n ist der Ansicht, daß der erste Verkauf an Noll groß genug sei, um den Bau der Fabrik zu ermöglichen, und schließt sich im übrigen den Llusführungen des Stadtv. Hau- bach an. , .

Stadtv. Dr. Ebel meint, ob es nicht besser sei, wenn N. auf einem größeren Grundstück seine Fabrik baue als auf_ dem, das er schon besitze, da dann die Gebäude nicht so hoch würden. Vielleicht tönue man das Gelände abtauschen, um ihm anderwärts den Fabri^au zu ermöglichen. Man solle N. entgegenkommen, ohne die anderen Grundbesitzer allzusehr zu benachteiligen.

Stadtv. Löber spricht die Hoffnung aus, daß an der neuen Straße reckst bald und viel gebaut werde, damit dem darniedev- liegenden Nordviertel geholfen werde. Ten schönen Blick vom Trieb auf die Stadt liebe er auch, aber man dürfe ihn nicht kn Kosten eines Einzelnen erhalten wollen.

Stadtv. Troß ist der Ansicht, daß er als Nachbar, wenn er die Wahl zwischen einem Pferdestall und einer Zigarrenfabrik habe, letztere oorziehen werde. Man solle N. keine weitere Be­schränkung auserlegen, als daß er die Fabrikgebäude im Wohnhaus­stil zu errichten habe. Ta verschiedene Käufer für das Gelände da seien, sei eine Versteigerung am zweckmäßigsten.

Stadtv. Wallenfels hält den Preis von 6 Mark für den Quadratmeter für mäßig, zu diesem Preis könne man das Terrain jederzeit verkaufen.

Stadtv. Krumm ist der Ansicht, daß man dem verkaufen solle, der die Einschränkungs-Bedingungen eingeht. Eine Stadt wie Gießen müßte besondere Villengegenden für Leute haben, die ruhig wohnen wollen und es sei gerade für Hausbesitzer gefährlich, nenn man derartige Beschränkungen nicht habe. Tenn weirn niemand davor sicher sei, eine Fabrik vor seiner Nase gebaut zu bekommen, werde niemand mehr ein solches Haus kaufen wollen. Wenn mau bei dem Verkauf keine Beschränkungen mache, werde das städtische Gelände an der neuen Straße entwerft. Man könne vielleicht nochmals mit Noll verhandeln: and) mit der Versteigerung sei er einverstanden, aber mit den Beschränkungs­bedingungen.

Stadtv. Grünewald hält es für natürlich, daß man für .gewisse Gegenden Beschränkungen in der Benutzungswcisc vor- fchreibc. Aber das müsse statutarisch und nicht erst auf Wunsch von Interessenten gemacht werden. Tie Versteigerung solle man mit und ohne Beschränkungen vornehmen und dann entscheiden, wem der Zuschlag zu erteilen sei: ev. solle man an Noll mit Beschränkungen bezüglich der Bauweise verkaufen.

Stadtv. H a b e n i ch t meint, was Noll beabsichtige, beein­trächtige niemand. Man solle nochmals mit den Interessenten verhandeln oder das Grundstück versteigern.

Nach kurzer, inerterer Aussprache stellt Stadtv. Grünewald den Antrag, die fraglichen Geländeteile ganz und geteilt, sowie mit und ohne die Beschränkungen öffentlich zu versteigern und der Versammlung die Genehmigung der Versteigerung vorzu- behalten. Falls dieser Antrag abgelehnt wird, beantragt er weiter, an Noll mit der Beschränkung zu verkaufen, daß er nicht höher als 15 Meter bauen darf, den nördlichen Teil von 10 Meter Tiefe unbebaut läßt uni) nach Norden zu keine Fenster anbringt.

Tie Abstimmung ergab Annahme des Antrags Grüne­wald auf Versteigerung, doch soll vorher nochmals eine Einigung der Interessenten auf der Grundlage des zweiten Antrags Grüne­wald versucht werden.

Baugesuche.

Die Firma Ab er mann u. Kling will an ihrem Neubau in der Ludwigstraße Erker anbringen. Ter erforderliche Dispens wird befürwortet.

Hermann Hofmann will an der Straße nach der Vetcrinär- llinik ein einstöckiges Wohnhaus errichten, dessen Giebel in Holz- fachwer! gebaut werden soll. Hierfür wird der Dispens befür­wortet, dagegen nicht für die einstöckige Bauweise.

Wilhelm Seipp III. baut an der Roonstraße ein Haus, an dem Erker angebracht werden sollen. Ter Dispens wird be­fürwortet.

Befürwortung findet auch das Tispensgesuch von C. Bu­derus für Ecke der Ludwigstraße und des Leihgesterner Weges.

Fr. Wilh. Schmidt (Hotel Viktoria) will in dem nach der Liebigstraße zu gelegenen Vorgarten eine Glasveranda anlegen, die Wirtschaftszwecken dienen soll. .Ter Bauausschuß beantragt Ablehnung, da das hübsche Bild, der Vorgärten in der Liebig- ftraße hierdurch zerstört werde.

Stadtv. Eichenauer sprach sich für die Genehmigung des Gesuches aus, da die Ausübung des Wirtsckwftsbetricbes in einer Glasveranda immer noch ein schönerer .Anblick sei wie in einem offenen Vorgarten.

Stadtv. Grünewald spricht sich für Versagung der Ge­nehmigung aus, damit den vom Bahnhof kommenden Leuten an dieser Ecke nicht der Anblick eines Wirtschaftsbetriebs geboten iverdc. llebrigens werde Herr Schmidt durch die Versagung nicht benachteiligt, da er ja nach der Bahnhofstraße zu genügend Garten­gelände für den Wirtschaftsbetrieb habe.

Nach kurzen werteren Bemerkungen von Oberbürgermeister Mecum und Stadtv. Zughardt fand der Ausschußantrag Annahme.

'Der Firma Abermann u. Kling wird für ihre Neubauten Keplerftraße 9 ynb 11 die Anbringung von Baikonen befürwortet.

Straßen» und Grundstücksaugelegenheiten.

Gegen die Ortsbausatzung der Bebauung für die Lony- straße, die offene Bauweise vorsieht, hat Peter Krvnenberg Einspruch erhoben, da er Verzögerung eines Baugesuches be­fürchtet. Ter Einspruch wird zurückgewiesen.

Bei dem Bebauungsplan für das sämtlich der Stadt gehörige Gelände zwischen Landmann st raße und Lärchenwäld­chen hat das Ministerium einige Abänderungen der beschlossenen Ortsbausatzung gewünscht, die von der Versammlung teils gut- geheißen, teils für nicht zweckmäßig gesunden werden.

Ter Platz an der Friedrichstraße zwilchen der Bahn und dem Wetzlarer Weg ist in den Besitz der Stadt übergegangen. Man beschließt, für das dort befindliche Wasserhäuschen eine Jahres­pacht von 30 Mark zu erheben.

Stadtv. Simon wünscht Verbesserung der jetzt sehr schlechten Zufahrt von der Ebelstraße zum Leihgesterner Weg.

Stratzenbahnangelegeuheiten.

Die Versammlung hat früher beschlossen, sämtliche Wagen der roten Linie bis zum Schützenhaus durchlaufen zu lassen. Um dies auszuführen, bedarf man zweier neuen Wagen, die für Be­trieb, Amortisation usw. jälfrlich 8000 Mark erfordern. Da es ungeroiü und sehr fraglich ist, ob durch die Neueinrichtung eine entsprechende Mehrcinnahme erzielt wird, hat der Ausschuß mit Stimmengleichheit beschlossen, die Sache zunächst nochmals der . Versammlung vorzulegen.

ES entsteht hierüber eine längere Besprechung, an der sich die Stadtv. Löber, Dr. Ebel, Wallenfels, Haubach, Schaffstaedt, Troß und Emmelius beteiligen, die sämt­lich unter diesen Umständen für eine abwartende Stellung ein» traten.

Es wird beschlossen, zunächst es bei dem jetzigen Zustand zu belassen und feine neuen Wagen anzuschafsen. Auf Anregung des Stadtv. Schaffstaedt sollen aber die nur bis zur Moltke- straße fahrenden Wagen besser gekennzeichnet werden.

Oberbürgermeister Mecum teilt noch mit, daß er voraus­sichtlich schon in nächster Zeit den Antrag stellen werde, die Linie durch die Frankfurter Straße zu bauen.

Stadtv. Habe nicht wünscht bei der grünen Linie eine / Fahrplanänderung. Tie Wagen sollen von morgens 8 bis etwa 1 Va 10 Uhr und nachmittags 38 Uhr nach dem Friedhof fahren, 1 während sie jetzt nur. von 27 Uhr fahren.

Der Vorsitzende will Erhebungen über die fetzige Frequenz usw. zu den einzelnen Tageszeiten anstellen lassen.

Rechnnngsangelegenheiteo.

Die Rechnungen des Elektrizitätswerks und des G a s - und Wasserwerks für 1908 sind von den Stadtv. Heichel­heim und Huhn geprüft und richtig befunden worden. Sie wer­den genehmigt.

Eine Rechnung für die freihändige Anschaffung eines Wiesen- pflnges für 73,50 Mark wird gennehmigt.

Ter Kaiserbesuch hat 1000 Mark Kosten verursacht. Ta bei einer vom Oberbürgermeister vorgenommenen Umfrage sich niemand gegen die Straßenschmückung usw. ausgesprochen habe, sand damals keine Sitzung statt. Ter Betrag wurde bewilligt.

Tie Stadtv. Krumm und O r b i g erklären, gegen die Be­willigung zu stimmen.

Stadtv. Troß führt aus, die Nichtbewilligung durch Stadtv. Krumm liege nicht im Interesse der Stadt, sondern im Interesse der sozialdemokratischen Partei und geschehe anscheinend blos pro forma, da Stadtv. Krumm vorher sich nicht geäußert habe. Er habe früher Herrn Krumm zum Stadtverordneten gewählt in der Annahme, daß er die damit verbundenen Verpflichtungen auf sich nehmen werde. .Tie Stadt habe von dem Kaiserbesuch unzweifelhaft großen Vorteil und der Tag sei jedenfalls schöner verlaufen als die sozialdemokratische Maiprozession.

Stadtv. Krumm hält es für unnötig, auf diese Ausfüh­rungen zu antworten.

Für die H e n s e l st r a ß c, die von Kommerzienrat Gail als Privatstraße gebaut wurde, würde bei einem Verkauf jetzt Wert­zuwachssteuer zu erheben sein. Man beschließt, sie niederzuschlagcn.

Ebenso erfolgt die Niederschlagung von Kanalgebühren, die irrtümlich der Bahn für das ganze Gelände bis zum Klein- Lindener Viadukt, anstatt nur für die an die Entwässerung an- geschlossene Fläche, berechnet worden sind.

Verschiedenes.

'Die Miete für einen der Häute- und Fettverwer­tungsgenossenschaft überlassenen Raum wird auf 100 Mk. festgesetzt.

Ein Gesuch des Männerturnvereins um Ueberlassung des Triebs zur Feier seines 25 jährigen Bestehens wird gutgeheißen mit der Einschränkung, daß der zum Philosophenwald führende Weg nur an den eigentlichen Festtagen gesperrt wird.

Ebenso findet ein Gesuch des 1. Gießener Stemm- und Ringklubs um Ueberlassung des Triebs für seine Hebungen Genehmigung, insoweit nicht bereits früher erteilte Genehmigungen dem entgegenstehen.

Tie Einführung des A ch t u h r l a d e n s ch l u s s e s für die Lederhandlungen, Parfümerie- und Toilette- Handlungen, die auf Wunsch der Interessenten erfolgen soll, findet Befürwortung.

Gegen das Gesuch des Gg. Ehrhardt um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb hat die Versammlung nichts einzuwenden.

Canöwkh'diaft

)( Hungen, 6. Mai. Diese Woche land der A u f t r i e b aus der Jungviehweide Tiergarten statt. Es wurden 36 Fohlen und über 80 Rinder auf die Weide gebracht. In nächster Zeit sollen noch 9 Fohlen und auch noch einige Rinder hinzukommen, so daß sich daun im ganzen 45 Fohlen und etwa 100 Rmder auf der Weide befinden. Auch ein Zuchtbiille ist da- elbft untergebracht. Mit dieser Zahl hat die Viehiveide Tiergarten dell stärksten Austrieb an Jungvieh von den oberhessischen Weiden zu verzeichneii. Tie Weldeverhältnisse sind aber auch denkbar günstig, besonders ist der Fullersland in diesem Jahre ganz vor­züglich.

Vermischtes.

* Wegen Dumm heil fr ei gesprochen. Aus Hamburg wird der,,Köln. Ztg." berichtet: Taß ein Mensch vom Gericht lediglich wegen übergroßer Dummheit frei- gesprochen wird, ist jedenfalls ein erwähnenswerter Vor­gang. Der Glückliche ist ein Musketier M. von der 11. Kom- lagnie des 31. Jnsanterie-Regiments. Eines Tages hatte >er RekrutenunteroffiKier seinen Leuten die erhebende Ge- chichte erzählt, daß ein Soldat die Schmerzen eines zer­quetschten Fingers mit großer Heldenhaftigkeit ertragen habe und deshalb zum Gefreiten befördert worden sei. Der Musketier M. wollte auch gern Gefreiter werden, obgleich er erst seit dem vergangenen Herbst beim Militär steht, chnitt sich deshalb auf dem Abort mit K'altblütigteit selbst )en kleinen Finger der linken Hand ab und meldete seinem Vorgesetzten, ihm sei der Finger durch ein Versehen bei der Schießübung abgeschossen worden. Im Lazarett wurde )ieses Märchen sofort durchschaut, uno die Folge war eine Anklage gegen den Musketier wegen Selbstverstümmelung, um sich dadurch vom Militär freizumachen. Vor dem Kriegs­gericht blieb er dabei, daß er fick) nur eine bessere Charge beim Militär habe erringen wollen, da er mit Leib und Seele Soldat fei. Alle Vorgesetzten schilderten ihn als einen Ausbund von Dummheit, und sein früherer Lehrer agte aus, M. habe bei seiner Entlassung von der Schule intellektuell auf dem Standpunkt eines neunjährigen Jungen gestanden. Tas Kriegsgericht folgte dem Anklagevertreter, )er den M. als ein großes Kind bezeichnete, das für seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden tonne, und sprach den Angeklagten frei.

Börsen-Wocheubericht.

Frankfurt a. M., 6. Mai.

Obwohl die Newyorker Börse wieder stark schwankende Haltung erkennen ließ und die übrigen Auslandsmärkte feine be- öndere Anregung gaben, zeigten die deutschen Börsen einen stark ausgeprägten Willen zur Hausse. Die Erklärung dafür liegt viel­leicht darin, daß diesmal die Banken und die Berufsspelulatiow mit den außenstehenden SVreifen einträglich zusammenwirken. Bei dem Zusammenarbeiten aller Faktoren ist es naturgemäß, wenn die Haussebewegung an Kraft zunimmt und störende Ein­flüsse die Stimmung £aum beeinträchtigen können. Einen Halt hatte die feste Tendenz in verschiedenen ytomenten. Aus vielen Gebieten der Industrie hat eine Belebung von inner heraus stattgesunden, besonders verspüren die gemischten Montanwerk kein Nachlassen ihres Beschäftigungsgrads, der Reedereiverkehv entfaltet sich kräftig und die Elektrizitätsindustrie steht vor großen Aufgaben, die ihr eine weitere Hebung der Rentabilität in Ans­icht stellen. Dazu kommt, daß dieinternationalenGeld- verhältnisse eine wesentliche Besserung erfahren haben, so oaß mit einem leichteren Geldmarkt und stärkerem Geldangebot für produktive und spekulative Zwecke zu rechnen ist. Man sollte aber nicht übersehen, daß viele Geschäftszweige noch abseits der besseren Konjunktur stehen und vielfach Elemente tätig sind, die ich an Aufgaben heranwagen, die chre Kräfte übersteigen. Die Börse hat angesichts der Erfolge, die sie erzielt, keine Lust, ich durch kritische Betrachtungen die Laune verderben zu lassen. So streben denn die Kurse zahlreicher Werte einem Niveau zu, bei dem eine gewinnbringende Anlage schon fraglich erscheinen muß. Es gilt dies vor allem für die in den letzten Wochen stark in die Höhe getriebenen Elektrizitätswerte, namentlich für Schuckert-Aktien, die seit längerer Zeit im Mittelpunkt der Börsenbewegung stehen und auch in dieser Woche wieder eine beträchtliche Avanze erzielten. Nack)dem die Verwaltung erflärte, daßnichts Besonderes" vorliege, was die auffällige Kurssteige­rung erklären könnte, aud) die Dividendentaxe der Börse von 8 Prozent unbedingt zu hoch erscheine, fanden allerdings einige Gewinnrealisationen und Blankoabgaben statt, wodurch der Kurs etwas zurückgedrängt wurde. Andere Elektrizitätswerte gaben daraufhin ebenfalls nach, doch stellen sie sich gegen die Vorwoche immer noch höher. Von anderen Jndustriepapieren,blieben chemische Aktien, Maschinen- und Zuckerfabriken lebhaft gefragt bet steigenden Kursen. Wittener StahlröhreA, Bast-Preßhefe und.

Zcllstoff-Waldhof litten unter Verkäufen. Montan werfe zeig­ten vorübergehend festere Tendenz, neigten jedoch später zur Schwäche, obwohl man für die industrielle Lage eine langsame und stetige Besserung in Aussicht nimmt. Bankaktien blieben vernachlässigt. Mehr Interesse zeigte sich für Transport- ansta 11en, von denen die Aktien der Schantungbahn weiteren bedeutenden Kursgewinn erzielten. Auch Orientalische Eisenbahn, Henri und Warschau-Wiener wurden vielfach gekauft bei höheren Kursen. Amerikaner stellen sich etwas niedriger, Schiffahrts­aktien Jagen dagegen fest, da man erwartet, daß das lausende Jahr bei unseren großen Gesellschaften einen starken Verkehrsausschwung zeitigen wird. Deutsche Anleihen, namentlich 3 prozentige Werte, konnten sich im Zusammenhang mit dem leichteren Geld­stande befestigen. Von. fremden Renten waren Mexikaner bo günstigt, auch Türkenlose zogen an. Privatdiskonto 3Vi Prozent.

Märkte.

Gießen, 7. Mai. Marktb erichf. Aus heutigem Wochen­markte kostete: Butter pr. Psd. 1.251.30 Mk., Hühnereier 1 St. 67 Pfg., Enteneier 1 Stück 8 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Erbfen p. Pfd. 0000 Pfq., Linsen v. Psd. 0000 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 6070 Pf., Enten vr. Stück 1,80 bis 2,20 D!k., Ochfenfleisch pr. Psd. 7684 Pfg., Kuhfleisch pr. Psd. 60 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 7074 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 8096 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8084 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6084 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.000.00 Mk., Zwiebeln per Ztr. 9,0010,00'JliL, Milch per iJiter L0 Pfg., Weißkraut per Stück 1015 Pfg., per Zentner Alk. 0.000.00., Aepfel per Ztr. 1018 Mk» Birnen per Ztr. 1015 Alk. Nüsse 100 Stück 4050 Pfg., per Ztr. 000 Alk Marktzcit von 71 Uhr.

Die nach- Appnfa sind am Sonntag dem 8. Mai stehenden Ävl £ilv nur von 12 < hr mittags bis 12 cür nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen: [D 7/6

Dr. Kipper, Wilhelmstr. 2. Dr. Mneller, Liebigstr. 47.

Auszug a. d. Stanöcsamtsregiftern 6er Stadt Siebe». Aufgebote.

April 30. Johann Wilhelm Alöller, Former in Lollar, mit Anna Elisabeth Klobes in Lendorf. Mai 3. Wilhelm Heß, Schneider,mit Katharine Euler, beide in Gießen. Wilhelm Valentin Stohr, Gärtner in Gießen, mit Karoline Bager in Lau­bach. Johann Georg Reitz, Landbriesträger in Nteder-Ohmen, mit Lnise Auman« in Londorf. Philipp Ruhl, Kellner in Mar­burg, mit Liua Alöhl in Gießen. 4. Julius Aulmaun, Metzger mit Katharine Schmidt, beide in Gießen.

Eheschließungen.

April 30. Wilhelm Sparr, Eljendreher, mit Marie Wehn, beide in Gießen. Wilhelm Zipp, Masseur, mit Ida Voigt, beide in (Wiegen. Mar 4. Gnstav Holzigel, Schntzmann, mit Marie Ruhl, beide in Gießen.

Geborene.

April 26. Dem Taglöhner Gotthilf Hoß ein Sohn, HanS Ludwig Gotthilf. Dein Oberleutnant Adolf Wehrheim eilte Tochter, Erika Elisabeths Ida Hermine. 27. Dem Händler Friedrich Jqkob Becker eine Tochter, Ernestiue Karolmc. Dem Schuhmacher Heiurich Wilhelmi ein Sohn, Heinrich August. 28. Dem Zementarbeiter Heinrich Lenz ein Sohn, Andreas. 30. Dem Hilssheizer Theodor Lehrmund eine Tochter, Wilhelnrine. Alai 1. Tein Weißbinder nnd Lackierer Heinrich Lndwig Hellmold eine Tochter, Katharine Charlotte. Deni Former Ludwig Ott eine Tochter, Ottilie Margarete. 4. Dem Lokomotivheizer Ernst Heinrich Karl ein Sohn. 5. Dem Bergwerksarbeiter Heinrich Weber ein Sohn.

Gestorbene.

April 29., Elisabeth Wasserschleven, geb. Gail, 62 Jahre alt. Wilhelmstr. 25. 30. Therese Birnbaum, geb. Groppe, 66 Jahre alt, Liebigstr. 17. Minna Alker, 51 Jahre alt, Süd-Anlage 3. Mai 2. Elise Schmehl, geb. Wettläufer, 56 Jahre alt, Bismarck» traße 28. 3. Helene Leinweber, 4 Alte, alt, Schützenstr. 8. August Wieber, Superintendent i. P., 76 Jahre alt, Henselstr. 8. . 6. Paul Scheibe, Schriftsetzer, 37 Jahre alt, Asterweg 46.

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