Ausgabe 
5.12.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfofet 12 Selten.

rlusland.

Ll«S M adrid wird gemeldet: Als am SaurStag bet konserv ativ e Minister de la Ciervaü im Automobil nach seiner Wohnung zurückkehrte, warf sich ein hinget Drechsler namens San Milan auf ihn und versuchte, seinen Revolver auf ihn abzuschieben. Nachbarn hatten schon seit mehreren Tagest den Arbeiter in der Nähe der Wobnnng von la .Ciervos bemerkt.

Politischen Teil: August Go ; für .QeuiUe- t»n',,Vermischtes* und

Partei werde deshalb stimmen gegen jede Erhöhung der Getreidezölle, die dem kleinen und -mittleren Landwirt nicht zugute komme, und für Aufhebung der Futter- mittelzölle, was durchaus im Interesse deS Bauern-- standes liege. Zum Schluß ging der Vortragende noch auf die politischen Verhältnisse Hessens und speziell aus die im Wahlkreise Gießen-Grünberg-Nidda ein. Er .erklärte: Ein Zusammengehen mit den hessischen Natio­nalliberalen sei deswegen ausgeschlossen, weil sie das Wort liberal nicht mehr verdienten und es mit dem Bund der Landwirte und dem Zentrum hielten. AlS Beweis führte er die Reichstagsstichwaht in »Alzey-Bingen und die Tatsache an, daß der -Abgeordnete Freiherr von Hern immer noch der hessischen nationalliberalen Fraktion an gehöre. Im hiesigen Wahlkreis sei das gute Einvernehmen zwischen der fortschrittlichen Bolkspartei unb national- liberalen Partei infolge verschiedener Ereignisse -der letzten Zeit derart in Frage gestellt, daß von einem gemeinsamen Vorgehen bei dec nächsten Reichstagswahl nicht die Rede sein könne. Lehrer I ü n g e l-Daubringen schloß die Ver­sammlung mit Worten deS Dankes an Herrn Professor Urstadt.

Die Wahlen in England.

London, 4. Dez. Bis Mitternacht waren gewählt: 50 Liberale, 62 Konservative, 7 Diitglieber der Arbeiterpartei, und 5 giedmvndisten. Die Liberalen gewann« bisher 3, die Unionisten 7 Sche.

In Exter wurde der Liberale Gain mit 4 Kimmen Mehr­heit gewählt Es sind nunmehr gewählt: 51 Liberale, 62 föort- fernabve, 7 Mitglieder der Arbeiterpartei unb 5 Redmondisttu. Die Liberalen gewinnen vier, die Unionisten sieben Sitze.

Die Konservativen haben gestern ni Cb t so gut ab- geschnitten» wie man erwartete. Wen» aber das BerhättniS ihrer Gewinne dasselbe bleibt, so dürste die Regierung doch in die üble Lage geraten, die wahrscheinlich ihren Rück- tritt zur Folge haben würde. Die Liberalen verzeichnen mit Genugtuung den Rückgang der konservativen Mehrheiten in Bir­mingham und ihre Erfolge in London und M a n ch e st e r, insbesondere Mich die Niederlage Bonar fia »i, emeS euvigttt Verfechters der Tarifreform, der seinen sicheren Sitz in London aufgab, um in Manchester zu kämpf en. Norton, Mornomara, Masterman und alle jüngeren Mitglieder der Regierung erhuütsn Sitze in London, während Birell und Houbhouse sich in Brrstol behaupteten. Im allgemeinen besteht eine außerortmLtliche Äehn- lichkcit in den Mehrheiten mit den Wahlen vom Januar: inunev- hm ist ein bemervenswerver Ausfall in bec Gesa mt- stimmeuabgabe zu verzeichnen, der F*nn TeÜ auf das nasse, falte Wetter zu rücken führen ift bad auch emr lebhaftere Wahl' Bewegung auf den Stvaben nicht auftomme» liest,

Mainzlar, 4. Dez«. einer verhältnismäßig gut besuchten Versammlung in der Wirtschaft zum Adler sprach Professor Urstadt über die Politik der fortfetyritt- lichen Volkspartei. Er beleuchtete die politischen und wirt­schaftlichen Fragen und zeigte, wie sich die fortschrittliche Volkspartei zu ihnen stellte und in Zukunft stellen werde. Was zunächst die Reichsfinanzreform betreffe, so könne sie nur als ein Beutezug der Junker gegen das Vol/k aw- gesehen werden. Seine Partei stehe auf dem Standpunkt, daß die direkten Steuern die gerechtesten seien. Sie befür­worte deshalb die progressive Einkommensteuer, die Ver­mögenssteuer und ErbsU-astssteuer. A'.le die gegen diese, auch gegen die von der Regierung später voraesckstagerre Erbanfallsteuer, vom Bunde der Landwirte, der Kerntruppe des Junkertums, geltend gemachten Einwände, als ob der Familiensinn untergraben unb bie Landwirtschaft stark go >ädigt würde, seien hinfällig. Politisch betrachtet be­brüte die Finanzresorm die Herrschaft des Zentrums unb der Kouservattven, also der reaktionären Parteien, hinter denen aber keineswegs die größte Wählermasse stehe, unb welchen bei der nächsten Reichstagswahl gezeigt werden müsse, daß das beutfa)e Volk nidi-T gewillt sei, tbre öerr- Bast weiter zu dulden. Das vornehmste Recht oes Deut­elt Staatsbürgers dürfe unter keinen slmständen angetastet werden, es müsse vielmehr dahin gestrebt werden, daß eine gerechtere Verteilung der Wahlkreise, eine richtigere tat­sächliche Ausführung der ReichSgesetze und eine parlamen­tarische Regierungsweise stattfinde, wonach die »jeweiligen Minister und die Parteien für die von ihnen eingebrachten Gesetzesvorlagen auch die Verantwortung zu'tragen hätten. Die im Jahre 1878 begonnene «Zollpolitik halte die fortschrittliche Volkspartei von vorn herein für a l f ch. Doch könne mit diesem System trübt mit einem* male gebrochen werden. DaS könne nur schrittweise geschehen, einer zukünftigen Weltlage entsprechend. Seine

Deutsches Neich.

Die streikende Belegschaft der Zecke ^Lnkas" beschloß am Samstag, tote aus Dortmund nntgeteiu wird, mit 201 gegen 144 Summen, am Wontaa die Arbeit wieder anfzu-« nehmen.

AnS Rudolstadt wird gemeldet: Da bei der Landtags- sihuna am Samstag vor der Abstimmung über da- Wahlgesetz bie sieben sozialdemokratischen Wgeordneten den Sitzungssaal verließen und infolgedessen der Landtag beschlußunfähig tourde- erflärtc der Staatsminister Frhr. v. Recke, daß bie Verhand­lungen keinen Zweck mehr haben Er vertagte infolgedessen nn Namen des Fürsten bat Landtag.

In Stettin wurde die Pommersche Landgesell­schaft m. b. H. zu Stettin mit einem vorläufigen Stamm­kapital von 4 800 000 Mark gegründet. Als Gesellschafter gehören ihr der preußische Staat, der Provinzialverband für Pommern, die Pommersche Ansiedelungsgesellschaft und die Pom­mersche Landesgenossenscyaftskafse an. Der Beitritt der Pom- merschen Landkreise soll erst im Frühjahr 1911 erfolgen, nachdem bie Angelegenheit sämtlichen Kreistagen zur Beschlußfassung vor­gelegen hat. Die Pommersche Lanbesgesellschaft wirb ihre Tätig' feit 1911 beginnen und die bisher von der Pommerschen An­siedelungsgesellschaft auf dem Gebiete der inneren Kolonisation geleistete Arbeit übernehmen itnb weitersühren.

Au, Hesse».

Kettle Eingaben an die hessisch« RWeite Ham­mer. Der allgemeine deutsche Frauenverein bat eine Eingabe an die Zweite Kammer gerichtet daß sie bei der Beratung der neuen Landgemeindeordnuug dafür sorgen möge,ba& es den Frauen ermöglicht wirb, auj gewissen Gebieten mit Sitz und Stimme in den betreffenden Lmmuissumstz mit-»wirke n".

Einige Eisenbahnwünsche hat der Stattvvrstiand do« Alsfeld an die Kammer gerichtet. Er wünscht, daß bie Bahn Alsfeld Niederau la durch das Eisatal und nicht durch bat sogenamtten Homberg gerührt und btt dafür erforder­lichen Mehrkosten bewilligt werden unb der Erbauung einer Dahn von Alsfeld nach LoShausen nähergetreten totrbi

Ter Gemeindevorstand zu Gan-AlgeSheim ersucht die Kammer in einer Eingabe um Maßnahmen zur Liirderrmg der Notlage der Winzer in Gau-Alges heim. Die Bittschrift ersucht, bet der Regierung aus Eindringung einer Vorlage hinPMnrken, die 1. die Lieferung von Kupfervitriol und Schwefel auf Kosten deS Staates oder gegen linslofe Stundung vvrsteht; 2. dabei abdc die Bekanuffuna der Rebschädlinge Mvangdroeift zur Dnvchfühvmg bringt, sowie 3. die baldige Neuregelung der Grundsteuer-Rein' ertragsklassen der Weinberge vorzunehnren. Die Weinberg« hab«! seit Jahren keinen ober nur einen ganz bescheidenen Reinertrag geliefert, werden aber mit den höchsten RernerttLgeu w heu Steuer herangezogen.

Novtag. 5. Vezrmd« M

monatlich 75 ty., trtettd- jährlich Dtt. LL0, durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.; durch die Post Mt.L. vieriel- jähri. auSschl. Bestellg. Zeilenprei-: lokal lbPst, auswärts 20 Plenniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den

die 9bitixynaniberülen sich gewissermaßen von Herrn Koh­le r die Erlaubnis zur Kandidatur geholt hätten; Professor GiseviuS habe ledtglich als Bekannter mit Köhler ge­sprochen. Seiber seien die Verhandlungen mit der fort­schrittlichen Volk-Partei zu keinem befriedigenden Ergebnis lekoiumLn, und Professor Rade-Marburg stehe &u wett links.

Hierauf ergriff Professor Gisevius das Wort zu seinem VortragAufgaben unserer heutigen Politik". Diese Pro­grammrede ist unseren Lesern im wesentlichen aus der nattonatliberalen Versammlung zu Grünberg (s 9kr. 261) bekannt. In sympathischer Weise betont der Redner jm voraus, daß in der jetzigen Zeit der Gegensätze und der wirtschaftlichen und politischen Kämpfe es gelten Müsse, versöhnend und vermittelnd zu wirken, persönliche Differenzen und Schärfen müßten vermieden merben. Eine Mittelpartei sei notrombig, die nach rechts unb linte auszugleichen habe Zwischen den bürgerlichen Parteien sei ein Friedensschluß unbedingt nötig, weil es wirtschaftlich und politisch nicht anders gehe. Er sieht in den Nattonalliberalen die rechte Mittelpartei, die nach links und rechts schließt, ohne mit den Extremen zu paktieren Die über einstündigen Ausführungen des Redners wurden mehrmals von Bravo^fen unterbrochen urvb schll ssen unter lebhaftem Beifall mit der Mahnung, die staatserhaltenden Parteien möchten sich bei der bevorstehenden Reichstags­wahl rein sachlich bekämpfen, damit ein Zusammen­gehen bei der Stichwahl möglich sei Nach kurzen Dankes- iDorten deS Vorsitzenden, Rechtsanwalt Kaufmann, begann bie Aussprache. Hier erhielt Stadlv Krumm-Gießen als Vertreter der sozialdemokratischen Partei das Wort, «seine Sachlichkeit verdient alle Anerkenunung. Er erklärte, er sei deshalb hier, weil feine Partei in Nidda kein Lokal bekommen könne. Er ist mit Professor Gisevius darin einig, daß eine Hebung der Volksbiloung anzustreben sei. Dreiviertel der Bevölkerung sei von den Errungenscl-aften der Kultttr ausgeschlossen. Diese Nichtteil- näl)me an diesen geistigen Gütern wirke noch schlimmer als der Mangel an Brot. Die besitzende Klasse sei versehen mit dem ganzen Rüstzeug der Kultur. Die herr­schenden Kreise, die vielfach östlich der Elbe wohnen, hätten kein Interesse an einer fortschrittlichen Entwicklung und einem besseren Schulwesen. Was den deutschen Reichswohl­stand betreffe, so sei es nur eine ganz verschwindend kleine Zahl, bie das Nationalvermögen besäße. Die große Mehr­zahl deS Volks kämpfe schwer unter den teuren Zeiten Der Redner erörtert dann btc Stellung der Sozialdemokraten zur Landwirtschaft. Stets fei sie bereit gewesen, die Mittel zur Hebung der Viehzucht zu bewilligen. Nur bei dem Zollsckutz sckieden sich die Wege. Nur den Groß­grundbesitzern, die etwa V* deS Grundes unb Bodens be­säßen, komme der Zollschutz zugute, und diese verrichteten ihre Arbeiten mit ausländischen Krusten. Unter der falschen Steuergesetzgebung litten gerade die kleinen Larrdwirte. Wir sind, so fugr Herr Krumm fort, auch für den Senchenschutz Wir wollen mehr Einfuhr st ationen für Schlacht­vieh an den Grenzen. Der neue Reichstag würde sicher neue Stenern bringen, dfi, mögen die Großen die Taschen öffnen Da die Zeit drängte und die Herren noch in L ich eine Versammlung abhalten wollten, so hob Professor GiseviuS in seinem Schlußwort nur kurz hervor, daß Industrie und Landwirtschaft nicht gegeneinander Ar­beiten dürsten, sondern als zwei sich notwendig ergänzende Dinge Hand in Hand gehen müßten. Kurz vor 6 Uhr schloß Rechtsanwalt Kaufnrann die gut verlaufene Versammlung mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. Samstag abend hatte eine Versammlung in Lana-Göns statt ge­sunden, bie von etwa 90 Personen besucht war, auch ycer sanden die Ausfühinngen des Professors Gisevius dankbare Zuhörer. Als antisemitischer Gegen rebner trat Ober­lehrer Dr. Werner-Butzbach auf. \

Die deutschen Uleinstaaten

jvefanirMch besteht seit dem Inhre 1909 zwEschsen den zwei kl em en deutschen Fürstentümern Schwarzburg-Rudo! Habt und Schwarzburg-SonderShausen eine Personalunion in Gestalt ihres Fürsten Güntl^er. Nun verlautete, daß eine weitere Verschmelzung dieser Länder im Werke sei, indem gewisse Finan^behöroen vereinigt werden sollen. Die ,Post^ knüpfte, wie wir mitt eilten, daran verschiedene stactts- rechtlick-e Bedenken, besonders im Hinblick darauf, daß txu vereinigte Schwarzburg, das zusamrnen etwa 200 000 Ein­wohner zählt, im BundeSrat jetzt stärker vertreten sei, als andere viel bedeutendere Bundesstaaten. So verfügt fr. B das fünfmal so stark bevölkerte Hamburg nur Über eine Stimme und da- zwanzig Mal so große Königreich Sachsen hat gerade mir vier Stimmen in jener Rerckssvertretung gegenüber den beiden Stimmen des Fürsten Günther.

Ohne Zweifel sind, so schreibt die Deutsche Volksw Uorr zu bie,em interessanten Thema, diese Bedenken be­gründet, aber tS wird nicht leicht sein, chnen abzuhelfen §)te Verteilung der Stimmen im Bundesrat ift bei der Schöpfung dieser Kärperschast nicht etwa nach der Größe und Bedeutung der Staaten erfolnt, sondern beruht auf dem heitte veralteten Stimmenverhältnis im Frankfurter Bundestage. Durch die verschiedene Entwickelung der Bun­desstaaten ist das schon im Jahre 1867 erkannte Mißver­hältnis immer arößer geworden, und es Kugt von dem guten Willen uno dem Gemernsinn der Bundesregierungen, daß diese Inkongruenz bisher nicht stärker empfunden wor­den ist. Fürst Bismarck hat sich während seiner Ver­waltung mit dieser Frage und den vermeintlichen Konse­quenzen wiederholt beschäftigt, ohne aber ni einem be­stimmten Entschluß KU kommen, dwM seiner Zett die Frage bet Personalunion zweier Bundesstaaten nicht praktisch ge­worden war. Er warnte vor dieser Möglichkett, weil sie daS Verhältnis im BundeSrat störe»-und eine der wesentlich­sten Grundlagen der ReichSregiemna berühre. Dabei aber Lttc eS sein Bewenden und seine Nachfolger haben dann ber natürlidjen Entwickelung freien Lauf gelassen, offen­bar unter denselben Bedenken, die der erste Kanzler ge­hegt hatte. Man hätte von Rechtswcaen in das fürstliche Erbrecht und das durch die Reichsverfassung nicht beschränkte Partikularrecht ber Bundesstaaten in irgend einer Weise eingreifen müssen, um den Schwierigkeiten zicvorzukommen. Daß ein solcher Weg nicht betreten wurde, wird man be­greifen und billigen müssen. Das Vertrauen, das die deut­schen Bundesfürsten unb ihre Regierungen in bie Zentral- öewalt deS Reichs setzen, beruht wesentlich aut ber Zurück­haltung, von der sich letztere bei Der Bebandlung solcher Fragen leiten läßt. Vielleicht wird aber bie öftere Wieber- holung einer Entwicklung, wie wir sie bei den beidenSchwarz- burgs sehen, die arößeren Bundesstaaten veranlassen, sich mit ber Frage wirksam zu beschäftigen. Ein Zusammen­fall weiterer kleiner Bundesstaaten tu ber Form der Per­sonalunion wivd sich bekanntlich in absehbarer Zeit wieder­holen.

Wie dieFranks. Ztg." aus Rudolstadt meldet, be­faßte sich der dortige Landtag an Freitag mit dem Ministe- rialbefret betr. den Regierungsantritt des Fürsten in Schwarzburg-SonderShausen Abg. Sommer (natL), Re­ferent über diesen Punkt, betonte, daß eine Verschmel­zung der beiden Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sonoershausen wünschenswert sei und die Re­gierung bestrebt sein müsse, Einrichtungen für Vereinfachung unb Verbilligung der Verwaltung zu treffen. Der Rechts- ausschuß trat in einem Gutachten diesen Ausführungen bei, worauf Staatsminister Freiherr v. d. Recke erklärte, daß eine einheitliche Handhabung der Regierungsge­schäfte beider Länder durch einen beiderseitigen Staatsvertrag ermöglicht werden könnte. Schließlich stimmte der Landtag dem Gutachten des RechtSauSschusses zu Der beginnende Wahlkampf im NeichUagswahlkreir

Sictzen.

- (Siegelt, 4. De;. Die heute im FelsenkeNer hier tagende äußerst ^ihlreich aus Stadt unb Land besuchte Vertrauensmännerversammlung der b cu t f d>- sozialen, ber christlich-sozialen unb ber 91 e- form-Partei hat nach längerer Aussprache einstim - miß bie Unterstützung ber nationalliberalen SandibaturGiseviusabgelebntundbenseit- herigen Abgeorbneten Köhler mit allen gegen drei Stimmen wieder alS Reichstags- kandibaten ausgestellt. Nach Schluß berichtete b*r Landesvorsitzende ber deutsch-sozialen Partei Dr Wern er- Butzbach noch über einige Interna der Partei, frisierte ihr Verhalten gegenüber den anderen Parteien und schilderte zuletzt die gestrige Versammlung des Herrn Pros. Gise- oius in Lang-Göns, in der er als Gegeurebner aufge- treten war.

In einer am kommenden Sonntag stattfindenden Ver- scnnnllung deS Bundes der Landwirte soll ebcnfal^S zur Reichs tag skandidatur entscheidLnd Stellung genommen erben.

*

* Nidda, 4. Dez. Kurz vor 4 Uhr eröffnete heute Rechtsanwalt Kaufmann- Gießen die Versammlung, zn der Pros Gisevius sprechen sollte. Herr Kaufmann mied daraus hin, warum die Nnttonul iberalen schon jetzt ihren Kandidaten aufgestellt hätten Nicht mit Unrecht habe man bei der letzten Reichstagswahl der Partei den Vorwurf g - macht, daß sie zu spät zu ihren Wählern geiommen Jei. Jetzt toollc man srühzettig ymausgeheu Es sei nicht richtig, daß

edtOrmi-llch. Mifrer fevnfUe««. - Deitafltn: ptermel wScbentllck Mrntr^imillcnblätlcr |ip<t:ndl iwödierULKtdit h*(lftr**XrtUeitfren (tifn«tafl und Freiiag); zweimal monotl. tant« »infchostllche Mtfrwmi - tbMluflt;

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