Ausgabe 
7.5.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 105 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 7. Mai 1010

monatl. Land- Bftr V IxL, '03^^ B Bl B «U ^W/aA' M Br B auswärts 20 Pfennig,

wirtschaftliche Seitfrage« M B B Chefredakteur: A. Goetz.

Fernlprech-Anschlüsse: B 8|P Bf JBby Verantwortlich für den

für die Redaktion 112, _ politischen Teil: August

"» General-Anzeiger für Oberhefsen MM

Annahme von ÄnzeigeM ® <5.0. für bcn

für bte Taaesnummer Botafion$örtt(f und Verlag der vrühl'schen llniv.'vuch- und steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. Anzeigenteil: 's. Beck. bi5 vormittags 9 Uhr. 0

Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.

König Eduard f.

Nach kurzer Krankheit ist König Eduard am gestrigen Freitag abeno verschieden. Er hatte seine Krankheit, die ihn schon längere Zeit quälte, geheim halten wollen, und es ist für ihn und die englischen Zustände bezeichnend, daß über Leben und Tun des greisen Herrschers auch in den letzten kritischen Tagen die Zeitungen nicht viel zu sagen wußten: König Eduard Hai im Stillen gewirrt, war höfischem Pomp, äußeren Aufwendungen und Veranstaltungen, ab* hold. Als Eduard VII. beim Tode seiner Mutter, am 22. Januar 1901, den Thron der vereinigten Königreiche bestieg, wurde er in der ganzen Welt als ein Mann von ernstem Willen und Zielen erheblich unterschätzt.. Eines wußte man jedoch auch damals schon von ihm: daß er sich auü) als Prinz von Wales nie in den Voroergrund gedrängt hatte. Zn den langen 40 Jahren als englischer Thronfolger hat er sich stets nur als Repräsentant der Königin, seiner Mutter, gegeben, sich nie Rechte angemaßt, die ihm nicht zustanden. Der verstorbene König ha«, das Leben in vollen Zügen genossen: Weib, Wein, Gelang und Sport wußte er zu schätzen. Bei sehr häufigem Aufenthalt in Paris hat er sich diesen Ruf sehr allgemein zugeeignet, aber auch bei seinem wiederholten Aufenthalt in Homburg v. d. H. hatte man (Gelegenheit, ähnliche Wahrnehmungen za machen. Auf zahlreichen Reisen hat sich Eduard V1I. in fernen Tyron- folgerjahren reife Erfahrungen und praktischen Blick an­geeignet. Er wußte mit jedermann zu reoen, und da er stets jovial und anspruchslos seinen Leuten gegenubertrat, lernte er mehr als sonst ein Mann königlichen Geblüts. Er hat die Bereinigten Staaten, Kanada, auch Indien ge­sehen. Er liebte auch die Landwirtschaft und Halle sich auf seinem Gute in Norfolk eine Musterwirtschaft errichtet, die er selbst betrieb. Sein Charakter war offen und en.schieden. Bei aller Entschlossenheit so heißt es in einer Schilderung prägt sich jedoch in seiner Art, sich zu geben, eine große Gutmütigkeit aus. Ueberaus tätig und lebhaft, soll ihm die Muße, die ihm seine Thronfolgerstellung aufgezwungen hatte, und die Unmöglichkeit, eine Karriere zu ergreifen, sehr schwer gefallen sein. Als .König hat Eduard VII., ohne einpersönliches Regiment" zu fuhren, doch einen entschiedenen Einfluß auf die Politik des Landes ausgeübt. Bei seinem Regierungsantritt hat er lebhaft die völlige Ruhe in Sübafrua gewünscht, und unter seiner Regierung ist es tatsächlich gelungen, das englische Regiment unmerklich, mit klugen Maßregeln, in Afrika zum Erfolg zu führen. In späteren Jahren ist der kaufmännische Geschäftssinn des Königs in der Weltpolitik beinahe sprichwörtlich ge­worden. Hier, in der auswärtigen Politik, war er es besonders, der klug und nüchtern die großen Ueberliefe- rungen der englischen Politik fortführte. Erich Marcks hat in seinem neuen kleinen BuchTie Einheitlichkeit der eng­lischen Auslandspolitik" die Verhältnisse in England gut geschildert. Trotz dem Wechsel der regierenden Parteien ist die englische Politik konsequent gebiieoen:

Und dennoch hat über alles dieses, im großen, doch stets wieder jene säkutarc Einheitlichkeit gesiegt und iet« Unregelmäßigkeit schließlich ausgelöscht, und eines hat stets ge­golten: das Vaterland und seine Macht über allem. Ein un­geheures staatsmännisches Erbe, im Denken und 'm Handeln, auch in der Taktik der Politik, hat sich innerhalb der regierenden aristokratischen Schichten durchgebildet und übertragen: es ist längst auch dem Bürgertume, es ist auch dem Arbeitertumc zugeslossen und von ihnen in weitem Maße ausgenommen worden. Wir bewundern die Kraft dieser Schulung, dieser politischen Tradition, dieser politischen, nationalen Instinkte."

Ein nicht geringes Verdienst im Festhalten an dieser großen Ueberlieferung hat aber gerade auch König Eduard gehabt. Nicht nur imi praktischem Kaufmannsbl.ck, sondern auch mit vornehmem Takte hat er die weitverzweigten Ziele des großen Jnselreiches übersehen und gefördert. Die Eng­länder haben heute wahrlich Anlaß zu tiefer, aufrichtiger Trauer. Wir Deutsche haben zwar für unsere Politik von Eduard VII. leine Zugeständnise erhalten, es sei denn, daß wir sie uns selbst eriämpft hätten. Aber wir blicken heute voll Mitgefühl und Ehrfurcht nach dem Buckingham-Palast hinüber, wo der Tod einen Herrscher hinweggeraf st hat, den der bisherige Prinz von Wales,'der am 3. Juni 1865 ge­borene Kronprinz Georg Friedrich Ernst Albert, nur schwer ersetzen kann.

Eduard VII., König von England, der jüngere Bruder der verstorbenen Kaiserin Friedrich, war der älteste Sohn der Königin Viktoria von England und am 9. November 1841 im Buckinghampalast zu London geboren. Er wurde durch Privatlehrer unter Oberleitung seines Vaters erzogen, stu­dierte bann in Edinburgh, Oxford pnd Eambrioge. 1860 bis 1862 bereiste er Nordamerika und den Orient und drei Jahre später Ostindien. Seiner Ehe mit der dänischen Prinzessin Alexandra, Tochter Christians X. von Dänemark (geschlossen am 10. März 1863), find zwei Söhne und drei Töchter entsprossen: Albert Vlltor (geboren 8. Januar 1864, gestorben 1892), Georg (geboren 3. Juni 1865), Luise (ge­boren 20. Februar 186 < und vermahlt mit dem ^Herzog von Fife feit 1889), Victoria (geb. 6. Juck 1868, unvermäqlt) und Maud (geb. 26. November 1869, vermählt mit dem jlönig Haakon von Norwegen).

Mr erhielten nacheinander folgende Meldungen:

London, 6. Mai. Die genaue Untersuchung des Königs durch die Ä e r z t e zeigte, daß sich die Bronchien nicht in einem besseren Zustande befanüen, sondern etwas ernster asfi- ziert erschienen. Ties führte zu den Worten des Krankheits­berichtsernste Besorgnisse". Eine große Menschenmenge sam­melte sich vor den .Gittern des Schloßhoses an. Auch der Erz­

bischof von Canterburp langte im Schlosse an und sprach den Prinzen von Wales unmittelbar nach der Ausgabe des Bulletins.

London, 6. Mai. Amtlicher Bericht von 6 Uhr 20 Min.: Die Krankheitssymptome des Königs verschlimmerten sich im Laufe des Tages. Der Zustand ist jetzt kritisch.

London, 6. Mai. 7 Uhr 41 Min. Alle Mitglieder der Königlichen Familie wurden in den Buckingham- Palast berufen.

Madrid, 6. Mai. Asquith und Mac Kenna haben Sevilla verlassen, um nach England zurückzukehren. Es wird ge­glaubt, daß sie anläßlich der Erkrankung des Königs nach London berufen worden sind.

London, 6. Mai. Um 10 Uhr abends teilte der Sekretär des Königs, Lord Knollys, dem Reuterschen Bureau mit, daß der Zustand des Königs unverändert sei. Tie Menge verharrt trotz des Regenwetters vor dem Palaste.

London, 7. Mai. Dem Vernehmen nach befand sich der König Eduard den ganzen Abend über in schlaf­artigem Zustande. Nur zwischen 9 und 10 Uhr trat ein leichtes Erwachen ein. Darauf wurde der König bewußtlos.

London, 6. Mai. 8 Uhr 47 Min. abends. Eine große Menschenmenge ist vor dem Buckingham-Palast versammelt und nahm die ernsten Nachrichten mit Bestürzung entgegen. Der Krankheitsbericht wurde durch Sonderausgaben der Abendblätter sehr schnell in ganz London bekannt und rief überall tiefe Trauer hervor. Als die Königliche Standarte auf dem Palast bei Sonnenuntergang wie üblich niedergeholt wurde, entstand plötzlich eine Totenstille unter den Versammelten. Die Männer entblößten das Haupt, da man glaubte, die Katastrophe sei eingetreten, doch der richtige Sach­verhalt wurde schnell bekannt und die Spannung der Menge ließ etwas nach. Minister Churchill wurde in den Palast berufen.

London, 7. Mai. Ein amtlicher Bericht von gestern abend 11 Uhr 50 Min. meldet, daß der König um 11 Uhr 45 Min. lauft verschieden ist in Gegenwart der Königin, des Prinzen und der Prmzesfin von Wales, der Princeh Royal Luise und des Herzogs von Flse, der Prinzessin Viktoria, sowie der Prin. zessm Luise, Herzogin von Argyll.

London, 7. Mai. Beim Ableben des Königs war von seinen Kindern nur die Königin von Norwegen nicht an­wesend. Diese telegraphierte, daß sie sofort abreise. Ihre An­kunft dürste am Sonntag erfolgen.

:/: Köln, 7. Mai. (Privattelegramm.) Eine Draht­nachricht der Köln. Ztg. aus London besagt: Der Zustand des Königs gab im Laufe des Tages im Westeno zu Beunruhigungen Anlatz, doch wurde anderseits versichert, die Lage sei nicht be­denklich. Der Umstand, daß die Schloßwache wie gewöhn­lich mit klingendem Spiel aufzog und die Musik­kapelle im Schloßhof spielte, hatte die Gemüter beruhigt. In der Altstadt und in den Geschäftskreisen war die Stimmung sehr gedrückt, und aus der ganzen Linie werden bei den Kursnotierungen schwere Einbußen vermerkt. Die Rückwirkungen im Herzen der Hauptstadt blieben nicht aus. Ansehnliche Menschenmassen sammelten sich vor dem Schloß. Der starke Zustrom der höheren Gesellschaft, die ihre Namen einschreiben wollten, wirkte wieder beunruhigend. Mehr als 2000 Personen machten im Laufe des Tages Besuch. Die Nachricht vom Ableben des Königs rief eine allgemeine Bestürzung hervor.

Berlin, 6. Mai. Der Kaiser hat befohlen, daß ihm über das Befinden des Königs Eduard durch die Kaiserliche Botschaft in London fortlaufend direkt Bericht erstattet werde. Bei der hiesigen englischen Botschaft ließ der Kaiser vormittags Er­kundigungen einziehen.

:/: Wiesbaden, 7. Mai. (Privattelegramm.) Der Kaiser war über die nachts eingetroffenen Depeschen, die den Tod meldeten, aufs tiefste erschüttert. Er hatte angeordnet gehabt, daß man ihm jede aus London einlaufende Meldung sofort zustelle. So rasch hatte man die Auflösung nicht erwartet. In einem längeren Telegramm drückte der Kaiser der Königin­witwe sowie dem Prinzen von Wales, dem jetzigen König, seine innigste Teilnahme aus. Der Kaiser beabsichtigt, zu den Trauer­feierlichkeiten selbst nach London zu reisen, doch ist darüber noch nichts genaueres bestimmt.

Mainz, 7. Mai. Der Großherzog und die Groß­herzogin von Hessen brechen mit Rücksicht auf den Tod des Königs Eduard von England ihren Aufenthalt hier ab und kehren heute mittag um 3 Uhr nach Darmstadt zurück. Von dort aus wird sich der Großherzog zur Teilnahme an den Beisetzungs­feierlichkeiten nach London begeben.

Wiesbaden, 7. Mai. Heute vormittag wurde die Stan­darte auf dem Kaiserlichen Schlosse auf H a l b m a st gehißt. Der Kaiser begibt sich heute abend nach Potsdam, ohne den in Schlitz beabsichtigten Besuch zu machen.

London, 7. Mai. Die Nachricht von bem Tode des Königs wurde dem Publikum vor dem Schlosse mitgeteilt, unmittelbar nachdem der Prinz von Wales das Schloß verlassen hatte. Sie wurde von der Menge mit tiefem Schweigen angehört. Alle Blätter heben in ihren Nachrufen die große politische Bedeutung der Regierung des Königs hervor.

Wien, 7. Mai. Wegen des Ablebens des Königs Eduard wird die (Eröffnung der Jagdaus st ellung verschoben.

Rom, 7. Mai. Tie Nachricht von bem Ableben des Königs Eduard ruft überall schmerzliche Teilnahme hervor. Die Zeitungen widmen dem verstorbenen Fürsten herzliche Nachrufe.

Paris, 7. Mai. 'Die gesamte Presse widmet dem verstorbenen König von England sympathische dttuhruse. Er wird namentlich als treuer Freund Frankreichs gefeiert.

London, 7. Mai. Die Vlorgenblätter veröffentlichen lange Abhandlungen, in denen sie dem nationalen Schmerz über das Ableben des Königs Ausdruck geben. Die aus Deutschland kommenden Beleidskundgebungen werden aufrichtig gewürdigt.

Daily Chronicle teilt mit, daß die Krankheit des Königs in einer astmathischen Herzaffektion bestanden habe. Ter H u st e n hatte die linke Herzkammer angegriffen. Selbst Sauerstoffzufuhr verschaffte dem Kranken keine Erleichterung mehr.

politijebe Wochenschau.

'Gießen, 7. Mai.

Auch die Schlußabrechnung zwischen dem Staatsse.re.är Temburg und dem Abgeordneten E.z^erger hat die Ueoer-

legenheit des Staatssekretärs offenbart. Mil dem Kriegs- ostensteuergesetz wird es nichts werden. Tas wochenlange Erzbergersche Gefecht, an dem manche seiner eigenen Partei- zenossen leine Freude hatten, wird wohl nicht einmal die »emagoaische Wirkung haben, die der Herr von Butten hausen sich für das Zentrum versprochen hatte: Herr Dem bürg verfügt gleichfalls über ein Programm, das auch den Massen niajt gleichgültig sein tonn, und er hat am Schluß tage der britien Lesung höchst wirkungsvoll seinen Ijart- nädigen Widersacher damit abgeblitzt. Erzberger will un tatlhaste Entrechtungen, brutale Enteignungen und der Staatssekretär steht dagegen für die Unverletzlichkeit des Eigentums ein, indem er das Wort prägte, der Begriff des öffentlichen Wohls fei nicht mit dem des öffentlichen Säckels zu verwechseln. Herr Erzberger hat tatsächlich, und mit berechnender Absicht, Schein und Sein verwechselt, er wollte die Finanzre^cmpolitik des Zentrums mit einer Großtat krönen, und indem er die Arbeitermassen vor das Guckloch nach bem Diamantenschatz der südwestafrila nischen Kapitalgesellschaften führte und damit die Begehr- lici)icit lockte, hat Dernburg ihm die Rechtslage Dar ge­macht und sich auf einen besseren Gefühlsboden gestellt. Mit berechtigtem Nachdruck hat der Staatssekretär seine Üdlvestasti.ainschen Beschweroefuhrer auch auf die leLigen Folgen des deutschen Parteigetr^ebes, das sie angerusen i;atien, hingewie.en. Tie übertriebenen Schilderungen aus Südwest würden beinahe der Kolonie zu einem Steuer­gesetz mit ungewöhnlich Hohen Belastungen verholsen haben' Ter Ertrag des Gesetzes würde nicht etwa der Kolonie andern dem Reichssäckel zugute gekommen sein! Wir können uns in der Tat freuen, daß der Leiter unserer Kolonial- lolitik den Parleirunststückchen fein wohlwollendes Interesse versagt und das Erzbergersche Puppenspiel von der t'olo- nialen Bühne vor aller Welt schonungslos hinweggefegt hat. Tas toloniale Interesse hat mit demogogischen Partei- hilssmitteln einstweilen nichts Gemeinsames.

In unserem gegenwärtigen polillscl>en Leben handelt es sich mehr als früher um rein materielle Interessen, das zeigt schon die ständige Vermehrung der wirtschaftlichen Organi­sationen, die in den politischen Kampf eintreten. Soll aber dieser Kampf darum immer blindwütiger geschürt werden? Und werden die gegenseitigen Verhältnisse da­durch klarer? Dr. Hugo Böttger hat dieser Tage in bei Nationalzeitung" einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er Konservative und Liberale darauf hinweist, sie möchten beim Schädel,packen wegen der Winschastsfragen nicht außer acht lassen, daß es zwei sehr mächtige Parteien in Deutschland gebe, die sich ihr politisches Wesen nicht völlig durch die Messer- und Gabelfragen ruinieren lassen, das Zentrum und die Sozialdemokratie. Der Gedanke ist sehr richtig und muß in den Vordergrund gestellt werden: beide be­nutzen die wirtschaftlichen Kämpfe mit bestem Erfolge zu ihren MachlAwecken. Die bürgerlichen Parteien haben durch­aus kein Interesse daran, ob einiger, allerdings höchst wläs­tiger Wirtschaftssragen sich gänzlich zu zerfleischen, und die abgebrauchten Tagesphra,cn und Schinipswone, mit denen heute der Menschheit Schnitzel gekräuselt werden, sind doch wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluß. Gewiß, die großen Wirtschastsfragen und Gegensätze werden und tonnen nicht aus der Welt geschafft werden, aber soll man darum immer das Haupt der Medusen, seines Feindes verhaßte Gestalt" sich vorschweben lassen? Nichts ist unverständiger, als wenn bei den Wahlen immer wieder das abgeklapperte K'ampf- geschrei angestimmt wird, ohne Rücksicht auf die Lage des Wahlkreises. Tas mag sich z. B. auch Herr Dr. Strecker, der Bad-strauheimer fortschrirtl. Führer, merken, der in einem Bad-Nauheimer Blättchen mit seinem vollen Namen den Nationalliberalen des Wahlkreises Friedberg-Büdingen und uns, die wir die betannte Entschließung für das Zusammen gehen der bürgerlichen Gruppen gebilligt haben, in über­aus bescheidener Tonartpolitische Armseligkeit" vorwars. Man mag es ja solchen Leuten von ihrem engherzigen Partei- standpunit nachfühlen, daß sie ihre eigenen Wege gehen wollen, aber bann sollen sie sich wenigstens nicht ge­bärden, als wären sie die unfehlbaren Führer zur höchsten Weisheit, zu einer neuen Kultur. So schablonenhaft, wie es in dem erwähnten Aufsatz geschieht, sehen wir die politische Lage nicht an. Es gibt für eine vernünftige praktische Rechnung noch mehr Faktoren als nur: Reichsfinanzreform, Teile des Bülowblocks, Bund der Landwirte und Knüttel

gestalten wird, wsversammlung

i in Frankfurt D-r. v. Helmolt Beschlüsse sind b geschlagen 'orgehen br

Aahlichl Igem

«iE

Die Wertjuwk

Der Ausschuß für die W ertzu trotz bet Abmachung des Aeltestenratt. " Beratung fortzufahren. Man trat in betreffend die St euerskala, eiju

Wie die Wahl in Friedberg-Büdingen si ist noch nicht abzusehen. Die hessische L des Bundes der Landwirte hat am 3.^ nunmehr die Kandidatur des Rechts empfohlen, und die letzten natio anscheinend auch von dieser Seite^K^ worden. Heute wird von einem ffoo^ Liberalen gemeldet. Auf alle am 16. Juni für die Parteic politischen Zustände im Reiche

zum Losschlagen. Der gemäßigte Liberalismus will nicht den Streit um des Streites willen, er vertraut weniger auf Schlagworte als auf friedliche Aufklärungsarbeit nach links und rechts, er ist auf die Anbahnung einer besseren parteipolitischen Lage bedacht, in der es Zentrum und So­zialdemokratie nicht so leicht wird, das Fett abzuschöpfen. Nebenbei gedeihen bei einer solchen Taktik auch weniger die zügello.en Uebertreibungen unb Anschuldigungen, deren rabitaieRechtsucher" in der Regel nicht entraten können.