cf!en Teilen bc<$ Reiches. Mi! den ihm von bcat Sparern uus- ixttrauten Geldern hatte Friedberg die Eristeirz eines reichen Lebemamios geführt. Zur Heranlvckung von Kunden bediente er sich des von ihm herausgegebenen „Ratgebers auf dem Kapitalmärkte", von dem er, um eine yaftwe Auflage üoräutäitfdmt, 5000 Exemplare selbst bezog. Friedbergs Heljer war der 28 jährige Bahn, der von Friedberg sofort nach Beendigung der Lehrzeit zum Tisponenten gemadxt wvrden mar. Börsengeschäfte betrieb Friedberg schon als 20-Jähriger an der Hamburger Börse. Aus' .Hamburg verschwand Friedberg unter Hinterlassung einer Schuldenlast von
100 000 Mark, die zum Teil von seinem Vormunde gedeckt wurde.
In Hamburg hätte Friedberg niemand auch nur eilten Groschen geborgt, um so erstaunter war man, als man hörte, daß er sich tn Berlin als Bankier aufgetan habe und ein Einkommen von 270000 Mark im Fahre versteuere, fldach dem finanziellen Zu- fantmenbrudye Friedbergs, dem die Geschäfte allmählich über den Kopf -gewachsen waren, hätte man unzweifelhaft Bohn sofort verhaftet, wenn dieser nicht den Truck gebraucht hätte, selbst zur Polizei zu gehen, und sich dort als einen der am meisten durch Friedberg Geschädigten hinzustellen. Diese Frechheit imponierte dermalen, daß man ihn laufen ließ. Roch /eine andere Episode zeitigte die Fniedberg-Bvhn-Affäre: Den Konflikt das Krimiual- komMissärs Muller mit seiner vorgesetzten Behörde. Im Laufe derUn- tersuchung hatte Müller ein offenes Telegramm an Friedberg, der sich damals in London aufhielt, geschickt, in dem er ihm riet, sofort zurückzukommen. Dieser eigenartigen Methode, an das Ehrgefühl von Defraudanten zu appellieren, hatte die Pensionierung des Kriminalkommissars zur Folge. Als Friedberg und Bohn im Auslande die Mittel ausgegangeu waren, lehrte Bohu freiwillig aus London zurück und auch Friedberg verließ Mtvyork und stellte sich der Behörde, nachdem ihm teilweise freies Geleit zugesichert wvrden war. Tie Untersuchung zog sich sehr lange hin, so daß die Verhandlung mehrfach vertagt werden mußte. Zti dem Prozeß
-vor dem Landgericht suchten die Angeklagten den Nachweis zu führen, daß sie nicht, wie ihnen vorgeworsen wurde, ein äußerst ausschweifendes Leben geführt und Unsummen mit Dirnen und Maitresseu verpraßt hätten. Friedberg erklärte, baß sein finanzieller Zusam'menbruch die Folge einer Reihe von unglücklichen Zufällen war und daß er, wenn man chm Zeit gelassen hätte, allen seinen Verpflichtungen nadjgtfomnien märe, so daß niemand durch ihn einen Pfennig verloren hätte. In der Beweisaufnahme wurde fcftgefteflt, daß die Angeklagten den Aufträgen ihrer Tepo- sitengläubiger, diese oder jene Wertpapiere zu kaufen, nicht nach- gekommen waren. Ter Gerichtshof sah darin ein Vergehen gegen das Aktiengesetz und verurteilte Friedberg zu 2 Jahren Gefängnis und 9000 Mark Geldstrafe. Bohn erhielt ' Jahr 3 Monate Gefängnis und beruhigte sich bei diesem Urteil. In der Verhandlung vor dem zweiten Strafsenat des Reichsgerichts wurden sowohl von den Verteidigern wie von der Staatsanwaltschaft prozessuale Verstöße geltend gemacht. Das Reichsgericht verwarf sch'lftß- lich die Revision Friedberg-'', sowie die Revision der Staatsanwaltschaft gegen die Freisprechung Bohns von einigen Vergehen. Stattgegeben wurde lediglich der Revision des Staatsanwalts gegen die Freiftn-eckung Friedbergs von der
Anklage, dem Registerrichter wissentlich falsche
Angaben gemacht zu haben.
(ScrscbfsfaaL
R.B. Darmstadt, 7. Jan. Für die an der Kam-m er für Handelssachen anhängige Klage des Geh. Kommerzienrats Lennel und Gestossen in Mannheim gegen die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft wegen Anfechtung von Beschlüssen, die aus der letzten Generalversammlung gefaßt wurden, war für heute Termin anbrraumt, der ohne weitere Verhandlung auf beiderseitigen Antrag bis zum 21. d. M. ver t a g t wurde. — In dem aus dem Automobilunfall auf der Griesheimer Landstraße >wwachsenen Schodenersatzprvzeß, der namens der Kinder her damals ums Leben gekommenen Frau netto'. Wolfsturm gegen die Süddeutsch? Eisenbahugesells cha f t anhängig gemacht worden ist. fand h Ute erster Vwhandlungstermiu vor der Zivilkammer T. des Landgerichts' statt. Tie Anklage ist auf Haftpflicht gestützt unb beansprucht bis auf weiteres eine Rente von 4500 Mk. jährlich, während die beklagte Gcsellschast jed? Schuld eines Betriebsunfalles bestreitet, sich auf eigene* Verschulden der Getöteten lzu rasches Fahren des Automobils) beruft und die Höhe des Entschadigungs- ansprucks bestreitet und Klageabweisung beantragt. Rach Verhandlung der Prozeß bevollmächtigten Rechtsanwalt Hoff mann II. und Iustizrat Hallwuchs wurde beschlossen, vorerst die über den Fall vorhandenen Akten der Staatsanwaltschaft einzu- rorhem, woraus die Verhandlung vertagt wurde.
Landwirtschaft.
-= Mainz, 7. Jan. Auch der zweite und dritte Tag des <ani>w. Vvrtragskursus her Londwirtschaftskammer war stark besucht. Am Mittwoch sprach Geheimerat Professor Dr. Edler über die Ziele und die Wege der landwirtschaftlichen Pflanze n Züchtung" und behandelte dabei in interessanter Weise die zurzeit auch für Hessen wichtige Fragen über die praktische DurchMrung der Pflanzenzüchrung. Ebenfalls im Vordergrund des Interesses stand der Vortrag von Tr. Schmidt- Wandsbeck über seine Erfahrungen auf dem Gebiete der l a n d w. Buchführung und deren Bedeutung für Steuer und Betriebsorganisatiion. Der Referent wies auf Grund praktischer Beispiele und von Zahlenmaterial darauf hin, daß die Benutzung der Buchfuhtungsstd 1 c der Landwirtschaf tslammer durch die Landwirte sehr wichtig sei. Ter Donnerstag brachte au erster Stelle einen Vortrag des bekannten Tier Züchters Domänenrat Brödermann -Knegeudors über Schweinezucht, der wich- ttge landw. Tagcsftagen aus der Schweinezucht behandelte und den Schweinezüchtern wertvolle Winke und Fingerzeige gab. Ein
seiner Ueberromterimg an der Cüdknste der Melvilleinsel („SBintcr- Hasen"). 1819/20, niedergelegten Bericht mitgebracht habe.
— Persönlichesüber Tw. Cv >o k. Dem amerikanischen Gesandten in Kopenhagen, Dr. Maurice F. Egan, dem die „Rational Tidende" vorgeworfen hatte, daß er sich für Dr. Cook zu ost ins Zeug gv.legt, wurde, wie die „Voss. Ztg." mitteilt, von seiner Regierung ein kurzer Heimatsurlaich bewilligt, den der Gesandte dazu benutzt hat, sich in Washington zu rechtfertigen. Wie Dr. Egan öffentlich erklärt hat, ist er weder von dem Präsidenten Taft, noch von der dänischen Regierung wegen seines Eintretens für C-ook getadelt worden. Präsident Tast sei in seiner Glückwuusck>depefche sehr zurückhaltend gewesen und frohe nur von „her Behauptung gesprochen, das; Covt den Nordpol erreicht hätte". Ms Vertreter der amerstänischeu Negierung erklärte Tr. Egan weiter, hatte ich die Pflicht, Cook zu begichsten. Tr. Cook würde auch nicht wegen seiner eigenen Persönlichkeit so begeistert von den Damen empfangen, sondern weit er Amerikaner ist. Peary Würde ebenfalls so herzlich aufgenommen worden sein. Nach seinem ersten Vertrage vor den dänischen Gelehrten sagte ich zu Cook: „Doktor, Ihr Vortrag stellt mich nicht ganz zufrieden," woraus Cool mir erwiderte: „Ja, wissen Sie, ich habe nicht die Absicht, clley zu erzählen." Ich hatte keinen Grund, Cooks Worte zu bezweifeln und hielt ihn, wie alle Dänen, für einen ehrenhaften Menschen. Seine Einfachheit in Rede und Benehmen bestärkte dessen Eindruck. Er war schüchtern wie ein Schuljunge. Seine Verlegenheit bei den ihm zuteil gewordenen Ehrungen gewann ihm iebnen die Herzen der dänisck>en Frauen. Cook wär fein geschickter Redner und machte zeitweise einen verstörten, um nicht zu sagen einfältigen Eindruck. Wir führten das jedoch aus seine Entbehrungen und seine Abgeschlossenheit in den Polargegendew zurück. Ich stellte Cook mein Heim zur Verfügung und empfing alle, die ihn sehen wollten. Ich will nicht behaupten, daß Cook ein Betrüger ist, aber seine Papiere find unparteiisch und ftreng wissenschaftlich geprüft worden. Tatsächlich war ihm jedes Mitglied dm Universitäts-.Kommission fteundlich gefilmt. Tas Urteil besitzt daher einen großen Wert. Ich kann nur wiederholen, daß Cook einen überzeugend aufrichtigen und schlichten Eindruck matfrte. Die dänischen Frauen und Mädchen sind auch freute noch so von ihm eingenommen, daß sie cm feiner Entdeckung nicht zweifeln.
allgemeines Interefse fand der Vortrag des Generalsekretärs Burckhardt-Berlin über die F l e i s chve r so r g u n g Deutschlands..imd die für die Landwirtschaft daraus erwach- senden Aufgaben. Der Refereitt wies an Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials, en nommen den al.gemein zirgänglichen statistifchm Nachweisen, nach, daß die deutsche Landwirtschaft jetzt nnü in der Zukunft in der Sage ist, das deutsche Volk mit Fleisch zu versorgen. Besonders wurde festgestellt, daß auch im Jahre 1909 von einer Fleischnot nicht die Rüde fein könne.
vermischtes.
"Der dänisch-schwedische Unterfcctunnef. Dev Riesenplan eines Unterfeetunnels, der eine Verbindung des fchwedifch -norwegischen und des dänischenEisen- bahnnetzeszu st rategisöben Zwecke nIrewerkstelligen soll, nimint greifbare Formen an. Dänemark und Schweden soll durch den Tunnel zu einer milttärisck-en Einheit gemadit werden. Es wird darum interessieren, welches Gutachten darüber der Oberingenieur Quistgard in einer nordischen Zeitschrift für Ingenieure abgibt. Von den beiden Pläncn des Oberingenieurs Quistgard wird voraussichtlich die Verbindung zwischen Kopenhagen unb Malmö jur Ausführung gelangen, da. der andere Plan eines Tunnelbaues zwifchen Helsingör und Helsingsvrs wegen der Tiefenverhältnisse an der nördlichen Stelle der Ostsee schwer durchzuführen wäre. Tie Tunnelbahn wird tron dem neuen Hauvt- bahnfrofe Kopenhagens, der augenblicklich im Bau begriffen ist, aus gefreit, unb von frier aus auf einen TaMm und einer Brücke ach die Insel Amager übergeführt werden, an deren Südfpitze lief,* 1 die^Einsahrt ins Tunnelportal befinben soll. Auf der kleinen Insel Sa l t Holm wird die Bahn wieder oberirdisch werden, worauf sie an der Ost'küste der Insel wieder unterirdisch wird und m Schonen ausmündet. Nack dem Gutachten des schwedischen Ober Ingenieurs wird die Gesamtlänge der Bahn 36 Kilometer fein. Tie Tunnel sind als „niederzusenkende Rohre" gedacht. Tie Eisenbahnzüge werden elektrisch getrieben werden, und die Bahn wird doppelspurig gebaut Durch den Tunnel wird sich auch eine f edeutende Zeitersparnis für Reifende ergeben. Auch für Deutschland hätte der Tunnel eine große wirtschaftliche Bedeutung, fowie lne Pläne eines Tunnels unter dem Großen Belt unb einer Eisenbalinbrücke scher den Kleinen Best verwirklicht werden. Tann tchrde die Reisezeit von Hamburg nach Malmö, dem Berl. Börs. Cour, zufolge, um 3i_> Stunden verkürzt werden. Ter Plan dieses Tunnels wird in Kürze den Mitgliedern des schwedischen Reichstages übermittelt werden.
* Ein Besuch beim serbischen Thronfolger. Eine fesselnde Schilderung eines Besuches beim Prinzen Alexander, ^em Thronsolger Serbiens, gibt ber in Belgrad weilende Berichterstatter der „Daily Mail", der Gelegenheit hatte, sich' ausführlich mit dem künftigen König des serbischen Reiches zu unterhalten. „Er ist kaum über Mittelgröse, das Gesicht gebräunt mit einem Schimmer von Olivfarbe," so schildert ihn der Besucher, „groß, schön unb dunkel sind die Augen, das Haar schwarz, ein leichter Schnurrbart beschattet die Oberlippe: das ganze Wesen des Prinzen, sein sicheres Auftreten zeigen die charakteristischen Merkmale seiner Favtlie. Er trägt Augengläser, und 'obgleich er kein Bücher wurm ist, merft inan ihm an, daß er seine Studien mit Eifer mtb vollem Interefse betreibt." Prinz Alexanber erzählt von seiner Jugendzeit in Petersburg. Als der Besucher ihn rmcfr seinem russischen Lieblingsdichter fragte, -antwortete er: „Das ist eine lck>wierige Frage. Es scheint, daß mein Urteil mit dem Alter wechselt. Ich laö mit leidenschaftlicher Vorliebe Turgenjew, Tolstoi und Tostojewski. Vielleicht zieht mich Dostojewski am meisten an." Ter Thronfolger spricht außer dem Serbischen fließend Russisch und Französisch und auch ein wenig Deutsch. Gegenwärtig studiert er Reckstswif scnf chast unb Kriegswesen. „Im ersten Facl>e helfen mir zwei Universitätspwfesforen, und in der Kriegswissenschaft betten mich zwei Offiziere. Ich kann Ihnen sagen, bis jetzt habe ich damit vollauf Arbeit genug." Prinz Mexander hat eine besondere Vorliebe für Sport und körperlick-e Hebung, er selbst ist ein gewandter Tennisspieler. ,^va," meinte er lächelnd, „ich habe eine große Vorliebe sür Sportspiele und ich würde gern sehen, ic mn alle Arten von Freilustsport bei uns im Lande eingeführt würden." Er ist vor kurzem dem serbischen Schi- und Bobsleigh- Klub beigetreten und verfolgt voll werktätigen Interesses di.: Ent- wickttmg dieses Vereins. ,^Ich erhalte auch ein Automobil, aber es ist noch nicht angekommen." Tie größte Leidenschaft aber zieht den jungen Thronfolger zur Musik. „Das ist eine wirkliche Leidenschaft, ich bin der demütigste Sklave meines Flügels, und er ist mir die Quelle, die.mir reinere Freuden gibt, als irgend etwas anderes auf der Welt."
Börsen-Wochenbericht.
--- Frankfurt a. M., 7. Januar.
Tie ersten Tage des neuen Jahres brachten der Börse eine Enttäuschung. Abgesehen davon, daß die Entwicklung des Verkehrs unter den Störungen zu leiben hatte, bic bie Abtrennung ber Dividendenscheine unb bic babureb veranlaßte Veränberung ber Kurse mit sich bringen, kam die Aufwärtsbewegung ins Stocken und die Neigung zu Gewinnrealisationen gewann die Oberhand. Zum Teil war dies wohl darauf zun'ickzuführen, daß die leitenden Großbanken in ihren Berichten Anlaß genommen hatten, auf den hohen Kursstand der Wertpapiere hinzuweifen und angesichts der großen Hausseengagements eine Lösung der Verbindlich ketten anzuraten. Ties führte zu einer gewifsen Entmutigung, die teils große Zurückhaltung, teils Abgabelust zur Folge hatte. Dazu kam, bq3 die Newyorker Börse erhöhte Aufmerksamkeit beanspruchte, weil sie recht unsichere Haltung erkennen ließ. Befürchtungen wegen der zu erwartenden Tastfchen Spezialbotschasten haben dort den Markt stark deprimiert unb bie Vorstöße ber Baissiers hatten um so größeren Erfolg, als ihnen eine heftige Versteifung beS Gelbstandes zu Hilfe kam. Gleichzeittg waren bei uns bic Gclbver h ältniff c dazu angetan, Verstimmung hervorzurufen. Der Gelbbedarf zum Jafrresfchluß war geradezu phänomenal. Von allen Seiten, namentlich von der Börse, sind starke Ansprüche an den Geldmarkt unb an bic Rcichsbank heran- getreten, so baß biefe mit nicht weniger als 617,89 Mill. Mark in bic Notensteuer geriet. Inzwischen haben sich toteber größere Rückflüsse vollzogen unb auch am offenen Markte ist Geld leichter und ftüfsiger geworden. Man wird aber bamit rechnen müssen, baß ber Verbilligung ber Gelbsätze halb ein Ziel gesetzt ist, zumal wenn die Börse weiter den Geldmarkt stark in Anspruch nehmen und Handel und Jndusttic wieder mit größeren Ansprüchen hcr- vortteten sollten. Heberrascht hat die Diskontermäßigung der Bank von England auf 4 Proz., da die Lage unb nächsten Aussichten bes englischen Gelbmarktes iroch keineswegs frei von Bedenken finb. Menn auch nicht anzunehmen ist, baß bie Reichsbank bem Vorgehen ber englischen Bank sofort folgen wird, fo isv doch angesichts ber zu erwartenben Rückflüsse auf eine balbige Herabsetzung ber ofsiziellen Rate auch bei uns zu rechnen. Mft ber Erleichterung am Geldmarkt hat sich die Stimmung der Börse wieder gehoben, zumal auch die Vorgänge in Amerika später einer ruhigeren Beurteilung begegneten. Man war geneigt, den Nachrichten aus dem Wirtschaftsleben größeren Einfluß einzuräumen unb an anregenden Momenten hat es nicht gefehlt. Erwähnt feien die verschiebentlich gemeldeten Eisen-Preiserhöhungen, die gebesserten Nachrichten vom Kohlcn- marft und die günstigen Berichte vom amerikanischen Eisenmarkt. In allen diesen Niomenten erblickte man eine Bestätigung der schon lange vorherrschenden Meinung, baß der wirtschastttche Aufschwung im lausenden Jahre weitere erfteuliche Fortschrftte machen wird. Daß unter diesen Umständen das Interesse für Montau- und Jndustriepaviere wieder neu belebt wurde, ist natur* ßemäß; die anderen Verkehrsgebiete traten dem gegenüber ganz in den Hintergrund, wenn auch auf ihnen im allgemeinen ein fester Grundton nicht zu verkennen war. Privat-Diskont 36/is%.
handel.
Dresden, 7. Jan. Ter Aufsichtsrat der Sächsischen Kammgarnspinnerei Hart hau beschloß, der auf den 13. Februar einzubcrufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 9 Prozent (i. V. 5 Prozent) vorzu
schlagen unb unter anderem Dem Reservefonds lüu uuu ivcail (i. V. 6785 Marl zu überweisen. ..
"rite.
Gießen, 8. Jan. Marktbericht. Aui hentigein Wocken- maifte kosiere: Butter pr. Psd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Pfg., Enteneier 1 St. 0 Big., Mäfe pr. Sl. 6—8 Ps., Erbsen p. Pkd. 00—00 Pfg.. Linsen v. Pfd. 00— 00 Vfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Dlk., Hühner pr. Sl. 1,00—1,60 Mk., Hähne vr. Stück 0,80—1,80Gänse vr. Pid. 60—70 Pf-, Enteil vr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Cdüenfleijcl) pr. Psd. 76—84 Pfg., Kuhfleisch vr. Pid. 60 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 70—74 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Pfg., Schweinefleisck^ gesalzen, vr. Pfd. 96 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 72—76 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfd. 60—80 Pfg. Kartoffeln vr. 100 Kg. 5.50—6.00 Alk., Zwiebeln ver Zlr. 5,00—6,00 Alk., Alilch ver Liter 20 Pfg., Weißkraut ver Stück 10—15 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00., Aepfcl per Ztr. 10—18 Mk., Birnen per Ztr. 10—15 "Mk. Nüsse 100 Stück 40—50 Lsg., per Ztr. 0—00 Alk. Alarktzeit von 8—2Nhr.
F.C- Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 7. Jan. Austrieb: Rinder 84, Kälber 126, Schale 49, Schweine 186.
Tenhenz: Rinder minelmäßig, Kalber lebhaft, Schale mittelmäßig, Schlveine mittelmäßig. Preis Diirch-
pro 100 Pfd. schnulspreiS £iti>enb> 2,»lad)t« pro 100Pfund gewickil eeocnb« SÄla^r.
Ochsen. oon-lnKvon-blS keivichi
Vollfleischige, ansgeinästete, höchsten
Schlacytn'ertec', höchstens 6 Jahre alt 42—4b 76—81 43 78
Junge, fleischige, nicht ausgemäslete und
ältere ansgemästete 38—40 72—74 39 73
Färsen, K ü h e.
Bollfleischige ansgemästete Färsen höchst.
Vollfleiichige ausgemäslete Kühe höchst.
3d)(acbtiverted bis zu 7 Jahren . . 33—38 64—70 35 67
Aellere misgemäsiete Kühe und wenig
gut entwickelte jüngercKühe u. Färsen 30—32 60—65 31 62
"Mäßig genährte Kühe und Jäisen . . 25—27 50 - 54 26 52
Gering genährte Küye und Färsen . . 20—23 33—40 21 36
Kälber.
Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste
Saugkälber 48—52 80—88 50 84
Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 42—46 70—76 4-1 73
Geringere Saugkälber . .... 36—40 62—70 38 66
Schafe.
Mastlämmer unb jüngere Masthammel 35—36 70 — 72 35 71
Schwein e.
Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner
LebendgeivickU 58—59 73—75 58 74
Vollfteiscyrge Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht ... .... 58 —59 73 —75 58 74
VoUfleischigc Schweine über 2*/2 Zentner
Lebenbgewicht 55—56 70—72 55 71
Feltschweine über 3 Zentner Lebeubgeiv. 55—56, 70—72 55 71
TeSefomsche Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt vou der Bank für Hande' und In<1n<<t,*$o.s*f*ipssen.
Frankfarter Börse, 7. Januar, 1.15 Uhr.
3’/.% Reichsanleihe .x.. .. ^4 25 3°/’ do. Lb.30
37,°/0 Konsuls • • ‘J4.30 3";„ do. . 85.30
3Hessen —
Oberhessen 93-00
4°/„ Oesterr. Goldrente.100-00 4'/5% Oesterr. Silberrente. 99.10 4° 0 Ungar. Goldrente .... 95.75 4° 0 Italien. Rente 104.60 3° 0 Portugiesen Serie I . 63.10 3°/0 Portugiesen „ III - 65.10 4 '/?n/0 russ. Staatsaul. 1905 99-45 4' japan. Staatsanleihe 97.90 4% Conv.Türken von 1903 94.90 Tilrkenlose r. 182.00 l"'„ Griech. Monopol-Anl. ■. 47.70 4°/0 äussere Argentinier V. 91.50 3°/0 Mexikaner . . 69.00
4‘/2o/o Chinesen . 99.90
Aktien:
Bochum Guss . .. -. <•. 253<2o
Buderus E. W. -^- Hö^OI
Elektriz. Lahmeyer . . . 107.00 Elektriz. Scbuckert . . :. 140.50 Eschweiier Bergwerk . . 214.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 222 80 Hai.iburg - Amerik. Paketf. 13x75 Harpener Bergwerk . . 215.40
Laurahtttte .....201.20
Nordd- Lloyd ." . . . 103.9 )
Obcrscbles. Eisen-Industrie 112.00 Berliner Handelsges. . . 183.00 barmstädter Bank . . . 138.70 Deutsche feank .... 250.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 153.00 Diskonto - Kommandit . . . 11'6.60 Dresdner Bank . . . - . 163 40 Kreditaktien . . . . . 212.00 Baltimore- und Ohio- •
Eisenbahn .... "L 118.30 Gotthardbahn . . \ .—
Lombard. Eisenbahn . / . 23.70
Oesterr. Staatsbahn . 160.80
Prince - Henri - Eisenbahn $•; 136.00
Tendenz fest.
Berliner Börse, 7. Januar. Aufaugskuras.
Cauada E. B 182.00
Darmstadter Bank . . 138.60
Deutsche Bank . . 250.00
Dortmunder-Union C. . - 95.60
Dresdner Bank . . 163.50
Ten<ienz fest.
Harpener Bergwerk .- .
Lanrahütte . . . ,'i..
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd ... t'.S.
Türkeuiuse , . ■ . 182.70
L 201.90
1' 103.70
Zu haben In den einschlägigen durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften.
Ein täglicher Begleiter.
Nicht nur bei Husten und Katarrh als Folge der schlimmen Herbst- und Winterwitterung schätzen Tausende in den berühmten Wvbert - Tabletten ein vorzügliches Linderungsmittel, das wie kein anderes geeignet ist, als wahres Hausmittel zu dienen. Bei nahe noch größer ist die Zahl derjenigen Personen, bei welchen Wybert-Tabletten im täglichen Gebrauch stehen als außerordentlich angenehmes Bonbon, das bei anhaltendem Sprechen den Mund feucht, erhält, das beim Singen der Stimme Wohlklang und Kraft verleiht, kurz das Unzähligen von Menschen zum unentbehrlichen täglichen Begleiter und Beschützer geworden ist. Sie finden Wybert-Tabletten in Schachteln ä Mk. 1— in allen Apotheken. Depot in Gießen: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. (ss10/^
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t__L. r-i;L ।. r-r-. r?: — Maschinenbau,Elektrotechnik,Bk
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