Ausgabe 
8.1.1910 Zweites Blatt
 
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_ -- K. , xa die am 6. September erfolgte. Renschhoirfero verkaufte drete seine

Em vorläufiger Abkommen über öte Gestaltung oer ^berung nicht an Oie Französische Bank, ivntorn diese schoß h^ifiifhcn Linan;en dem Maghzen den zur Auszuhlüiig erforderlichen Betrag vor.

yilUHjtll. Ter Maghzen bestellte ihr dafür boä bis dahm Remchhamcn em.

5t. *8. Darmstadt, 7. Jan. nträumte Pfandrecht an gewissen Ländereten als -Sicherheit. Das

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geräumte Pfandrecht an gewissen Ländereien als Sicherheit. Das Pfandrecht erlischt nach Bezaistrmg des Vorschusses. Datz keine deutsche Bank dos Geschäft maclste, lag daran, öcffbie Bemühungen scheiterten, tveil die Beteiligten vv n de r de u t i chen Regierung unmögliche Garantien verlangten. Beim Bau des SarnmeNanais lstrndelte es sich nickst um eine uns in der Algccirasalte zugestandene Arbeit; ferne Ausführung fomttc nur mit Zustimmung der Signatarnräckste an Renichhausen vergeben werden. Dieses Ziel wurde seinerzeit nadt langwierigem Verhand-

Dte ^vtetzener KamUienblätter- werden dem AAnzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatl fflt de» Kreis Sietzen" zwennai wöchentlich. DieLan-wirtschaftlichen Selb fragen** erscheinen monatlich zweimal.

werden. , ...

Düsseldorf, 7. Jan. Der Kohlen- und Ei, en- markt ist weiter belebt. Die feste Lage auf dem Ersenmarkt hält unverändert an.

Deutsches Ueich.

Die preußische Staatsregierung Hot 1909 für 900 000 Mark Ländereien in den Grenzlreifen .Hadersleben, Apen- rade, Sonderburg und Tondern gekauft, davon befand sich ungefähr die Hälfte in dänischem Besitz. Der Domänen- antauf in Nordschleswig begann erst in den 80er

Redaktton, Lxvcditton und Driicterei: Schul» strotze 7. Expedition und Vertag: 5L

Redaktion:«El 12. Teü-Adr^AnjergerEietzen.

hängt übrigens noch ein zweites ,ehr interesicuttes Gemälde (em' Ecce homo"), das mit der besten baherftchen schule und Pachr in Beziehung zu bringen ist, und wie man mitteilt sollen) au* noch weitere belangreiche Bildfchähe in den Räumen der Universität zu finden sein. Es wäre bedauerlich, wenn an dtcseM Orte Kostbarkeiten der Atehrheit tatsächlich weiterhin verborgen bleiben. .Die Gelegenheit ist günstig, diese Schätze ans Tages­licht zu ziehen.

Bund b e u t f * e t Forscher. Bon einer Reibe nam­hafter Forscher und gelehrter Schriftsteller wurde un letzten Herbst her /Bund deutscher Forscher" mit dem Sitz in Hanno v e r ge­gründet. Der Bund bezweckt den Zusainmenschtub möglichst aller Vertreter der exakten Wissenschaften aus deit deutschsvrachlichen Ländern. Er beabsichtigt in erster Linie die Ausgeftaftimg eines Bentralblatles ftir deutsche Forschung, Unterstützilng alles vernüni- tigen Natur- und Heimatschußes u. a. Besonders löblich ist es, dab der Bund auch für mohl'etlen Bezug einschlägiger Literatur > sorgen will.

Weltausstellung Brussel 1910. Aehnlich wie- bei allen groben internationalen Ausstellungen wird auch bet der Weltausstellung Brüssel 1910 anscheinend der Versuch gemacht, Nebenausstellungen aller Art zu bewertstelligen. Hierzu konimt, daß gewerbsmäßige und zum Teil iibelbeleumundete AuS- siellungsagente>i bei heimischen Gewerbetreibenden jetzt noch für eine Beteiligung an der deutschen Abteilung der Weltausstellung Brüssel 1910 werben. Demgegenüber macht die .ständige Ans- stellungskomniission iür die deutsche Industrie" im Einvernehmen mit dem Reichskoniinissar ausdrücklich daraus aufmerksam, daß die. Zulassung deutscher Aussteller lediglich durch den Neichskommissar (Berlin NW., Luisenslraße 33/4) erfolgt. Bei Uebertiacumg von Vertretungen für d,e deutsche Abteilung wird ferner größte Vor­sicht tnid vorherige Anfrage bet dem ReichSkommtssar brtngenb empfot)len. , . . ... t ,

Kapitän BernierS Fahrt tn die arktischen Meeresteile nördlich von Kanada. DemGlobus" zu­folge ist Kapitän Beruier nut dem kanadischen Regierungsdampfer ülrcttc" (dem früheren dentschen SüdpotarschifsGauß") von einer neuen vierzehnmonatigen Fahrt in die arktischen Vleeresteile nörd­lich von Kanada hetmgekehrt. Er batte die EiSvrrhalmme in der Hudsonstraße im Jahre 1908 zu untersuchen und einige der volaren Inseln, darunter Banksland, für Kanada formell m Besitz zu nehmen. Er teilt ferner mit, daß er den von Parry wahrettd

Jahren und nahm bis 1900 ständig zu. Im Anfang dteses Jahrhunderts trat eine Stockung em, bis der Ankauf un^er dem jetzigen Oberpräsidenten mit voller Kraft einfetzte. Dre Jtzehoer Nachrichten stellen fe]r, daß die Regierung in der Älordmark insgesamt für 4,5 Millionen Mark Grundbesitz gekauft hat, und zwar für reichlich 3 Millionen von Deute scheu und für fast 1,5 Millionen von Dänen.

Staatssekretär v Sch o e n begab sich mit kurzem Urlaub nach Darmstadt. Er war früher Offizier im dortigen Leib- Tragoner-Regiment und ist zur Teilnahme an dem 50,agr. Stiftungsfest des Regiments in der hessischen Residenz be.

Unsere wirtschaftlichen Interessen in Marokko.

DieTägliche Rundschau" brachte in ihrer Morgenausgabe eine Reihe ton Angaben, denen gegenüber dieNordd. Allg. Ztg. folgendes feststellt: Das Dankleiegramm der Tangerer Firma Renschhausen vom 29. Dezember bezieht sich mcht^auf die Be- gleick'ung der Renschhausensck-en Forderung für den ^ammelkanal,

Stoffen aus der deutschen Geschichte zuwende. Sudermann soll bann von der No twend ig keit d er moder­nen Dramatik gesprochen haben, die vielleicht nur einen! Umweg darstelle, um wieder zu der großen Tradition Schillers zu gelangen. Ter Kaiser meinte aber, ihm sei die Lchillersche Tradition jedenfalls lickber als dieser Umweg.

lieber den neu entdeckten Münchner Matthias Grünewald, von dem kürzlich die Rede roar, wiro derVoss. Ztg." aus München berichtet: Dr. Heinz Braune, Kustos an der alten Pinakothek, ivird als der Entdecker des verborgen" gewesenen Gemäldes genannt, das er keinem Ge­ringeren als Malllstas Grünewald zuschreiben möchte. o.teGertze- lung Christi", um die es sich handelt, Iwar aber keineswegs an einem unauffinbbaren Platze verborgen, sondern hing seit Zähren im kunsthistorisck)LN Seminar der Vucnchener Universität. Tausende, Studenten und Fachleute, sind wahrscheinlich teilnahmlos an bcin Bilde vvrübergegangen, einzelne haben es gewiß aurmerklainer be­trachtet und einzelne haben möglickjerweise bähet an, Meister Matthias gedacht. Braune darf jedenfalls das Verdienst für sich m Anspruch nehmen, sehr energisch aus den Zusammenhang mit bekannten Werken Grünewalds aufmerksam gemacht zu haben. Professor Alfred Schmidt in Prag, der uns lange auf die große Grünewald-Publikation warten läßt, soll die Braunesche Zu­schreibung bestätigt haben. Tie wissenschaftliche Meinung wird ihr letztes Wort erst sprechen tonnen, roeim das Bild des näheren nnter- sucht und gereinigt worden ist. Die undeutliche und zweifelhafte Zahlenschrift deutel auf das Entstehungsjahr 1503. Wir hatten somit ein Frükstverk des Meisters' Vor uns. Mehr noch als der ge­fesselte Heiland interessiert in der Komposition eure ganz tm Vordergründe befindliche, unerhört gelenkige unb großzügig hin­gestellte Landskneckstsacstalt. Es gibt auch noch andere Details, die selbst weniger geschulte Augen jetzt, da das Stichwort gefallen ist, an Grünewald denken lassen, z. D. der merkwürdig angel pannte Ausdruck der Hände Christi und die Haltung des Oberkörpers. Daneben wirken andere Teile des Bildes schwach, tote durch lieber- mrftnngen entstellt, so die untere Partie bc-5 Heilands. Diese und andere Punkte wird die Publikation' des Tr. Braune wohl klärend beleuchten Interessant ist dabei, daß die Universität zurzeit int Zweifel befangen ist, ob das Bild Privateigentum oder Staats­besitz ist. Der Universität wurde das Bild 1803 aus Landshut überwiesen. Tschudi erlangt es begreiflicherweise nnnmehr für die alte Pinakothek. In demlselben Seminarsaal der IbriPerfität

Der F-riedberg-BohwSchwindel, der vom! 26. Marz v. I. ab mehrere Wochen hindurch die zweite Strafkammer des Berliner Landgerickfts I. besckrästigt hatte, gelangte heute vor dem Reichs- qerickft da sowohl der Staatsanwalt tote Friedberg Revftwn ein- gelegt hatten, nochmals zur Verhandlung. Der finanzielle Zw- lammenbruch von Siegmund Friedberg und dessen Hypotheken, und Bankgeschäfts erfolgte vor etwa IV2 Jahren und erregte toett über Berlin hinaus großes Aussehen. Bereits ut den ersten Dagen meldeten sich gegen 600 Tepositengläubiger des Gesiuchteten auS

Kleines Feuilleton.

Exzellenz Alfred Hegar, eint der ehrwürdigsten Erscheimmgen unter den batet eben Aerzten, der hervorragende Frauenarzt in Freiburg i. Br. feierte gestern seinen achtzigsten Geburtstag. Er ist einer der Begründer der modernen, be­sonders der operativen Frauenheilkunde. Schon sein Vater Johann August Hegar genoß als Arzt und Gelehrter einen großen Ruf. Er hatte als Feldarzt die Freiheitskriege mitgemacht und sich dann in D a r m st a d t niedergelassen, wurde Hofchirurg! und Hofmedims und hat besonders über Cholera wissenschaftliche Arbeiten vew öffentlickst. Ter Sohn Alfted studierte in Heidelberg, Berlin und Gießen und wurde 1852 Arzt. Tann ging er zur weiteren Ausbildung nach Wien und ließ sich ebenfalls in Darmstadt als Arzt nieder. Zunächst hielt er allgemeine Praxis, wandte sich aber immer mehr der Fraueroheilkmioe zu und versclxnfte sich aus diesem Gebiete einen solchen Namen, daß er 1864, ohne icmals Assistent gewesen zu fein, oder eine Universitätsstellung bekleidet w haben, nach dem Fortgang von Spiegelberg als ordentlicher Professor und Direktor der Frauenklinik nach Freiburg i. B. be­rufen mürbe. Vierzig Jahre hat er hier geroirft, bis er 1904, seines hohen Alters wegen, von feinen1 Aemtern zurücktrat Durch fern ganzes Wirken imb seine Schriften webt ein Zug vollkommen selbständigen Denkens und ursprünglicher Auffassungen. Zu seinen größten Verdiensten zählen, rote die Voss. Ztg. mitzuteilen weiß, feine gynäteliogischen Operationsmethoden, auf sie erstreckt iich sein gemeinsam mit seinem Schüler Kaltenbach verfaßtes Haupt­werkOperative Gpnävoliogie", das seither in vielen Auflagen erschienen ist. Eine Reihe Kiner Schriften haben enge Berührung mit der Psychologie intb sozialen Fragen. So untersuchte er vielfach die Seelenstimmungen der Frau bet ton durch ihr Geschlecht be­stimmten Störungen, und feine Abhandlung über ton Gesckstecksts- ttieb, in der er sich entschieden gegen Auffassungen in Bebels Buch über dte Frau wandte, fand allgemein Interesse. Auch^ statistische Arbeiten sind von ihm veröffentlicht worden, sowie eine Studie über ,Jgnaz Philipp Semmelweiß, sein Leben imb seine Lehre".

Der Kaiser und Sudermann. Der Kaiser wohnte cart Mittwoch, wie mehrere Blätter melden, im königlichen Schau- fpieshause der Aufführung von SutormannSStr and ki ro­de rn" bei. In der Pause enrpsing der Monarch ton Verfasser und iprad) ihm feine Anerkennung über fein Werk aus. Der Kaiser äußerte sich, über die motonte Dichtung und gab seiner Freude Ausdruck, daß sich die moderne Dramatik wieder mehr den.

reite eingetroffen.

Der Gesamtvorsband des Bundes der Jndu st rtel-. len Hat einstimmig einen neuen Widerspruch gegen tonj abermals im Reichstag eingebrachten Entwurf der Fern-^ sprech gebühre nordnung beschlossen, da die gep.antei Verteuerung des Telephonverieljrs auch die Industrie schwer belasten wurde. Der Bund der Industriellen spricht sich ,ür die Beibehaltung der Pauschgebühr aus und ist >amit einverstanden, daß bei llebesibürdung eines An­schlusses, etwa mehr, als 10 000-Gespräche im Jahre, der Zwang zur Anschaffung eines neuen Anschlusses eintritt. Die Etnsührung der Gesprächsgebühr von 75 Pfg. für Fern­gespräche auf 100 bis 250 Kilometer wird von dem Bunde 0 Aus Hamburg meldet man: An dem Frühstück, das am Freitag -u Ehren der chinesischen Marine-Stu­dien-Kommission im Rathause stattfand, nahmen außer dem Prästdenten des Senats Dr. Predöhl, Bürger­meister Schröder, Senatoren il <l auch der preußische Ge­sandte Graf v. Götzen, Admiral Hollmann, Geroeraldirekter Datlin und der Präsident der Seeberussgenos^enschast RtcH C. Krogntann teil. Die Studienkommijsion begab sich nach der Besichtigung der Werft von Blohm und Voß nach der neuen Vulkanwerft, die ebenfalls eingehend besichtigt wurde. Um I1/2 Uhr wurde ein vom Senat im Rathmis gegebenes Frühstück eingenommen. Die chinesische Marine-Studien- Kommission ist Freitag abend in Kiel eingetroffen.

Die diesjährige Generalversammlung der Ka­tholiken Deutschlands, die 57. Jett B Gründung der Katholikentage im Sturmiahr 1848, wird im August in Augsburg abgehalten werden. Als eine besondere An­ziehungskraft des diesjährigen Katholikentages gelten die Oberammergauer Pa.sionsspiele, die nur wenige Stunden von Augsburg entfernt im Sommer d. I nach zehnjähriger Pause wieder vor sich gehen werden. Da man mit einem großen ZufMg von Katholilen aus allen Teilen des Reiches zu der Generalversammluna rechnet, so sind schon jetzt hier alle Vorbereitungen im Gange, um die Veranstaltungen den früheren dieser Art würoig an die Seite stellen zu können. Man plant den Bau einer riesigen Fefthalle mit Arbeiter-, Handwerker- und Gesellender',ammlungen und vier geschlossenen und öffentlichen Hauptoerfammlungen... Für die Generalversammlung sind die Tage vom 21. ms 25. August d. I. bestimmt.

Dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer ist heute das vorläufige Abkommen näher formu- 1 teert worden, das zur Ordnung der Finanzen und Gestal- hing des Budgets für 1910 die Grundlage für eine gcnnem- same Beratung zwischen den Finanzausschüssen beider Ständekammern und der Regierung bitt)en soll. Diese heute festgestellten Vorschläge gehen von der Amuahme aus, dag dem hessischen Steuerzahler unter ckernen Umständen eine Steuer erhöh ung vonöOPro- zent zugemutet werden könne; es müsse viel­mehr das ernsteste Bestreben von Regierung und Volksver­tretung sein, den geforderten Prozentfatz so weit als irgendmö glich herab zu drücken. Wie schon gestern bernckftet, tyat sich der Finanzausschuß mit der vorge­schlagenen Schuldentilgung im allgemeinen einverstanden erklärt, jedoch nur unter der Bedingung, daß für 1910 nickst, wie der Finanzminister bertoigt, der ganze Rest des Aus- gleichsforods mit 1059 000 Mk. und dazu 650 279 Mk. ans allgemeinen Staatsmitteln, in Summa rund 1700000 Mk., fonoern nur der zweitgenannte Betrag zur Schuldentilguitg verwendet, der Rest des Ausaleichssonds aber nt allgemeinen Staatszwecken bereit gestellt wird. Aus diesem Betrag soll nach den Vorschlägen des Ausschusses die Halste, rund 5 00000 Mk., zur Verbesserung der Beamten­gehälter für 1910 dienen, und zwar wird beabsichtigt, bei Einkommen bis 2000 Mk. 5 Prozent und bei Einkommen darüber 2 3 Prozent als ein­malige Teuerungszulage zu gewähren, wo­durch die allgemeine Revision der Besoldungsordnung na­türlich nicht berührt wird. Man hofft, diefe Zulagen vom nächsten Jahre ab verdoppeln zu können, doch behalt sich der Ausschuß alle weiteren Entschließungen daricher vor.

Die andere Hälfte des Restbetrags vom Ausgleichs so nds soll in die Staaiskasse fließen, so day dadurch eine Herab­setzung der 30prozentigen Steuererhöhung a u f 3 5 P r 0 - zent ermöglich! werden würde. Weiter hofft der Aus­schuß, daß es bei der Haushaltsberatung gelingen wird, durch Erhöhung der Einnahmen und wesentliche Verkürzung der Ausgaben nicht unerhebliche Ers parnif s e zu machm und er knüpft an feine Vorschläge außerdem die Bedingung, daß die Regierung bis fpätestens Ende 1911 der Kammer eine Vorlage machen soll, in der durch­greifende Vorschläge zur Vereinfachung der Staatsverwaltung und Verbilligung des ganzen Verwaltungsapparates enthalten sind. Weitet wünscht der Ausschuß, daß eine Revision des Em- kommensteuergesches vom Jahre 1899 in die Wege geleitet wird mit der Tendenz, eine ähnliche Progression der höheren Einkommen herbeizuführen, wie sie in Preußen besteht und die kleinen Einkommen bis zu 900 Mark von jeder Steuererhöhung auszuschteeßen; auch sollen toe Aktiengesellschaften zur Besteuerung herangezogen und der preußische Modus des Kinderprivilegs eingefuhrl werden. Auf diese Weise hofft der Ausschuß, we'tere 5 Proz. an der geforderten Steuererhülmng sparen zu können; auch soll bestimmt werden, daß die Erhöhung nur p r 0 v i s 0 r i s ch und, wie in Preußen, auf 3 Jahre festgelegt werden darf und darnach eine Neuordnung der Steuerverhältnisse stattzu- ftnden hat. ,

Aus die gemeinsame Beratung dieser Vorschläge darf man gespannt sein. Wir halten aber angesichts der ganzen Situation auch 20 Proz. Steuererhöhung noch viel zu hoch und sprechen die Erwartung aus, daß es gelingen wird, und gelingen muß, mit all er höchste ns 15 Proz. Steuer­erhöhung auszAkoinrnen. ________________ _______

Ausland.

Nach einer Meldung aus Saigon flüchteten 1 5 0 D e s e r - teure chinesischer regulärer Truppen nach Laokav auf tenlu nesisches Gebiet. Da sie sich weigerten, den begehenden Ver­trägen entsprechend die Waffen zu strecken, wurden sie am o. ^anuar nach heftigem Kampfe, bei dem es zahlreiche Tote und Berrountote gab, zerstreut. Auf französischer Seite sind em Hauptmann, ein Leutnant, ein Unteroffizier und zwei Schützen leicht verwundet worbe il_______________

Die Zriedberg-SohlteissärHr dem Reichsgericht.

4 Leipzig, 7. Jan.

tungen erreicht. .

Der Hafenbau von Larasch rourto auf der Algeciras- , Konferenz unserer Industrie butbepäfteJt, aber über die Beschaffung tos Geldes für das Unternehmen ein Abkommen mit dem Maghzen zu treffen, blieb unseren Interessenten Vorbehalten. Angesichts , tot marokkanischen Finanzlage konnte tor Bau erst beZvnnen wer­den, nachdem tor erforderliche Betrag Tank dem franzysischeii Entgegentorormen in die bctwtftepcnto Slnteihe erngestellt roar Die Kosten des Hafenbanes werden, was sich erst nach der Alge ciras-Konferenz herausstetlte, etwa sechs Millionen Franks be­tragen ; demgegenüber stehen nur drei Millionen, als Baupreis Dte Franzosen reservierten sich die Arbeiten in Casablanca und tu Saffi Zu in Ausgleich hierfür und in Anbetracht der Einstellung des Larascher Baupreises in die Anleihe haben unsere Interessenten der französischen Beteiligimg an dem Larascher Unternehmen zu gestimmt Nach neuerer Abrede wird indessen ton F-ranzvsen ein anderes Aegnivolent geboten werden. Auf tor Algeciras Konferenz sind lediglich damals die zwischen dem Maghzen uni- ton v Lisch edenen Interessenten gruppen vertragsmäßig sesigelegten Unteruel mutigen uns tozw. ton Franzosen Vorbehalten worden: alte iteren Arbeiten unterliegen ton Adjubikations^Bestimmmigen tor Älgecirasalte. Zwischen tor marokkanischen Negrerung und den touticben Interessenten ist teboch, rote dieNordd Mg. Ztg ausdrücklich feftstellt, bislang niemals cm anderer Vertrag ab­geschlossen worden als der über ton Inzwischen ausgeführten iNolenban.

Ein handelzgerichtshof in ven vereinigten Staaten

Washington, 7. Jan. Tie Sonderbotschaft des Präsi­denten Taft an den Kongreß empfiehlt die Schäftung eines Hantolsgerichtshoses für die Vereinigten Staaten zur Behandlung aller Eisenbahn-Stteitsachen. die sich aus Bermgungen dos zwischen­staatlichen Handelsausschusies ergeben. Prasibmt Taft erllart, die Notwendigkeit eines solck>en Gcrichtshofts,sei durch bte Jahres­berichte des zwischenstaatlichen Handelsausschusies errate,en, ut tonen festgestellt werde, daß die Wirksamkeit tos zwiichenstaat- lichen Handelsgesetzes durch die Verzögerungen beeinträchtigt werde, welche mit tor gegenwärtigen Methode tor Eisenbahnen, an irgend ein Bundeskreisgericht zu appellieren, torbunden müh . .

Der in Aussicht genommene Gerichtshof soll auS T u n t hter - tu ernannten Richtern bei Bunbeskreisgerichte bestehen; gegen seine Enrscheibungen soll nur tor oberste ^>^rrchrsyof der Vereinigten Staaten angerufen werden können. Zn der Bot­schaft wird ferneT der Ansicht Ausdruck gegeben, daß gegen -umP abmachungero zwischen den Eisenbahnen nichts einzuwenton sei

Präsident Tast schlägt ferner vor, dem zraftchenstaatllchen Handelsausschusse die Befugnis zu geben, Klagen gegen eine un­billige Klassifizierung der zu befördernton Waren aw­zustrerogen, die Tarife festzusetzero, sowie die Klage emgereicht ut, um die betreffenden unbilligen Klassifizierungen wieder gut zu machen. Der Ausschuß soll weiter das Recht erhalten aufzn- schieben, zu verändern und für ungültig zu erklären solche Ver­änderungen tor Tarife ober anberroeitigen jLarifbefhmmungen, welche ton Reetorn ungebührlich' Belastungen auferlegen. Der Ausschuß soll ferner ton zwischenstaatlichen Eisenbahnen ver­bieten, Aktien von Konkurrenzbahnen zu erwerben und neue Aktien ober Borobs auszugeben außer ber Genehmigung tos zwi.axn- staatlichen Handelsausschusses. Ueberbies dürfen Aktien nicht unter pari und Bonds nicht unter dem mittleren Marktwert ausgegeton

Nr. 6 Zweites Blatt 160. Jahrgang Samstag 8. Januar 1910

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Srneral-Anjeiger für GderheMn