Ausgabe 
7.9.1910 Erstes Blatt
 
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Mißstand auf das lebhafteste emphmben und beklagt. Trotzdem wird der Kampf gegen diese Unsitte von den Handwerkern selbst immer noch gemieden oder doch ohne besonderen Eifer und Nach­druck geführt.

Infolge dieser Lauheit hat sich bedauerlicherweise im kau­fenden Publikum, auch in zahlungskräftigen Kreisen, die falsche Anschauung eingebürgert, als könne man gerade beim Hand­werker den Kredit am längsten in Anspruch nehmen. Die Folge hiervon sind Außenstände, die nur langsam und schwer einzu­ziehen sind. Wenn aber die Außenstände schlecht eingehen, wird es in der: meisten Fällen dem Handwerker unmöglich gemacht, seine Lieferanten pünktlich zu bezahlen; die Folge davon ist, daß dem Handwerker die Lieferanten nicht mehr die günstigen Ein- kaufsbedingungen einräumen, und daß dadurch manchem kleinen, sonst aber tüchtigen Handwerker die Existenz vernichtet, oder doch erheblich erschwert wird.

Den Handwerkern kann daher gar nicht energisch genug zu­gerufen werden: Schreibt rechtzeitig Rechnungen und brecht mit dem alten, verrotteten Gebrauch, dem Kunden erst am Jahres­schluß oder halbjährlich Rechnung zu übersenden! Am empfehlens­wertesten ist es jebenfalls, sofort nach Fertigstellung der Arbeit die Rechnung zuzusenden und für Barzahlung innerhalb 4 Wochen einen angemessenen Rabatt oder Skonto zu gewähren, um auf diese Weise auf die Kunden einen Anreiz auszuüben, die Rech­nung bald zu regulieren.

Die durch das Borgunwesen bedingten Mißstände wirken zweifellos auf die Konkurrenzfähigkeit des Handwerkerstandes im allgemeinen und sie gefährden vielfach 'die Existenz des einzelnen Gewerbetreibenden im besonderen, sie haben vor allen .Dingen wegen des langsamen Umsatzes des Geschäftskapitals eine Ver- reuerung der Handwerkerlichen Gewerbeerzeugnisse unausbleiblich im Gefolge. Es ist selbstverständlich, daß jemand, der sein Betriebs­kapital nur einmal im Jahre umsetzt, viel teurer produziert als derjenige, der sein Betriebskapital vier- und fünfmal umzusetzen vermag. Die große wirtschaftliche Ueberlegenheit des mit dem Handwerk in Konkurrenz tretenden Handels und der Industrie beruht in der Hauptsache doch auch darauf, daß diese immer mehr zur Barzahlung übergehen und dadurch in der Lage sind, bei gleichen Leistungen durch ihren mehrfachen Kapitalumsatz billiger zu produzieren als der Handwerker, der wegen der Borgwirt­schaft sein Kapital womöglich nur einmal im Jahre umsetzt. Ein großer Teil der Handwerker hat diese Schäden, die durch das Borgunwesen entstehen, erkannt, fürchtet sich aber, von der bis­herigen Gewohnheit abzugehen, weil er glaubt, die Kundschaft da­durch zu verlieren. Diese Befürchtung ist jedoch unbegründet oder übertriebe::, zumal bei einem gemeinsamen Vorgehen aller Handwerker.

Die Handwerkskammer wendet sich deshalb an den Hand­werker- und Gewerbestand, sowie an jedermann, dem an der Besserung dieser Zustände gelegen ist, und fordert zu gemein­samem energischen Wirken zwecks Abkürzung und sachgemäßer Regelung der Kreditfristen, sowie zur Regelung der Barzahlung die Innungen und Handwerks- und gewerblichen Vereine hier­mit auf. Die Möglichkeit der Durchführung eines prompten Zahlungsverkehrs zeigt das Beispiel Englands unb Frankreichs, wo jetzt bereits in kleingewerblichen Kreisen fast allgemein Bar­zahlung oder verhältnismäßig kurze Kreditfristen üblich sind. Es wird daher auch hier in Deutschland an der Möglichkeit der Beschränkung dieser Mißstände bei ernstem Willen der Jnter- ressenten nicht gezweifelt werden können.

.Hierzu ist aber dringend geboten, daß von allen Handwerks­organisationen, seien es nun Innungen, gewerbliche Vereine oder sonst gewerbliche Organisationen, ungesäumt energische und zusammenhängende Maßnahmen zur Bekämpfung des Borg­unwesens ergriffen und durchgeführt werden.

Als Waffen in diesem Kampfe gegen das Borgunwesen sind folgende Mittel empfohlen:

Die Rechnungsstellung der Handwerker hat tunlichst sofort unter genauer Angabe der Zahlungsbedingungen, oder sofern dies nicht angängig erscheint, am Ende eines jeden Monats, spätestens aber am Ende dreier Monate zu geschehen.

Zu dem Zwecke empfiehlt sich:

a) Für die einzelnen Gewerbezweige einheitliche Zahlungs­bedingungen auf einheitlichen Rechnungsformularen einzu­führen. Bei Ablieferung oder Fertigstellung jeder größeren Bestellung bezw. Arbeit ist dem Auftraggeber sogleich bei der Ware eine Begleitrechnung zuzustellen.

b) Diese Begleitrechnungen sind mit einem gedruckten Vermerk zu versehen, daß Reklamationen nur binnen 14 Tagen (4 Wochen) nach Zustellung der Rechnung geltend gentadjl werden können.

c) Im Falle sofortiger oder innerhalb von 4 Wochen nach Zustellung der Rechnung erfolgender Zahlung ist ein Skonto von 2 Prozent (4 Prozent) zu gewähren, um auf diese Weise einen Anreiz zur Barzahlung zu bieten.

d) Für alle nicht innerhalb 3 Monaten nach Zustellung der ersten Vierteljahrsrechnung berichtigten Beträge sind auf Mahnung Verzugszinsen m Höhe von 4 Prozent in Rech­nung zu stellen, die dem Betrage der Rechnung zuzu­fügen sind.

e) Aus den Rechnungsformularen sind die obigen Zahlungs­bedingungen ausdrücklich zum Ausdruck zu bringen.

f) Da, wo in Gegenrechnung gearbeitet wird, ist möglichst am Schlüsse jeden Vierteljahrs Abrechnung zu halten.

Durch, regelmäßige öffentliche Bekanntgabe solcher Vorschläge, durch Aufforderungen an das Publikum, die ausgeschriebenen Rechnungen auch zu bezahlen, durch Uebertragung der Forderungen an Kreditinstitute (Kreditgenossenschaften) zur Einziehung, durch Errichtung und Beitritt zu Kreditanstalten und zu Kreditschutz­vereinen ist die Wirksamkeit der ergriffenen Maßregeln zu sichern.

Diesem Rundschreiben ist ein Musterbeispiel für ein Rech- nungssormular beigefügt und es würde weiterhin dringend gebeten, energisch und geschlossen den Kampf gegen das Borgunwesen auf­zunehmen, das noch vielfach durch die herrschende Nachlässigkeit in der Buch- und Rechnungsführung unterstützt wird; darum wird es eine weitere wesentliche Ausgabe der handwerkerlichein Korporationen sein müssen, die Handwerker durch Einrichtung von Buchführungskursen für sich und auch für ihre Frauen und Töchter zu einer regelmäßigen Buch- und Rechnungsführung zu erziehen.

Tie Handwerkskammer wird nicht unterlassen, die Bestrebungen der Handwerker hinsichtlich der Bekämpfung des Borgunwesens auf jede Weise zu unterstützen und auf diese Weise mit ihrer Autorität das Vorgehen der einzelnen gewerblichen Vereinigungen decken.

TCircbe und Schule.

* Evangelischer Verein der Gustav-Adolf- Stiftung. Die 62. Hauptversammlung findet vom 19. bis 22. September in Stralsund statt. Für das gemein­same Liebeswerk werden vom Zentralvorstand die Gemein­den Hüningen im Ober-Elsaß, Pfarrkirchen in Nieder-Bayern und Wiener-Neustadt in Nieder-Oesterrerch vorgeschlagen. Den Schluß der Versammlung bildet die Vorführung des

OratoriumsGustav Adolf" von Bruch. Auf der Tages­ordnung steht u. a. ein Antrag des Leipziger Hauptvere'ins, sämtliche Haupt- und Zweigvereine möchten schon von jetzt an durch jährliche Zurücklegung einer ihren Einnahmen ent­sprechenden Summe einen Jubiläumsfonds schaffen, aus dem bei dem Reformationsjubiläum 1917 eine größere An­zahl von Kirchen oder Bethäusern in der Dffaspora gebaut werden kann.

wandern und Reisen.

Der Verband Deutscher Gebirgs - und Wan­dervereine hielt in Neustadt a. d. H. seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der zweite Verbandsvorsitzende Dr. Schneider-Fulda leitete die Verhandlungen. Nach dem Jahres­bericht zählt der Verband 62 Vereine mit rund 200 000 Mit­gliedern. Als nächstjähriger Ort des Verbandstages wurden B ü - dingen oder Bad Wildungen in Vorschlag gebracht. Die Rech- nungsablage ergibt einen Barbestand von 1950 Mark. Ter Ver­bandstag faßte unter anderem folgende Beschlüsse: Der Verband soll sich, wenn es die Mittel gestatten, an der Internationalen Ausstellung für Reise und. Touristik in Berlin 1911 beteiligen. Der Verband wird alle Bestrebungen zur Hebung der Wanderlust in der deutschen Jugend tatkräftig fördern. Er soll eine Austausch­stelle für touristische Publikationen der Verbmws-Vereine und ferner Auskunftsstellen im Auslande zur stärkeren Heranziehung des Auslandes in die deutschen Mittelgebirge schaffen. Deutsche Gebirgsvereine in Böhmen dürsen in den Verband ausgenommen werden, wenn sie sich, weder politisch noch konfessionell betätigen, Tie Anregung des Pfälzer Waldvereins, bei den Eisenbahndirek­tionen zu beantragen, daß die Altersgrenze für die Schülerfahr­karten von 10 auf 16 Jahre hinaufgesetzt werden möchte, soll statt- gegeben werden. Zur Begrüßungsfeier im großen Saal des Saalbaues hatten sich mehrere Tausend Teilnehmer eingesunden. Von den Vereinen des Verbandes waren 34, darunter auch der Odenwaldklub und der Vogelsberger Höhenklub, durch etwa 200 Personen vertreten.

Gerichtrsaal.

Prag, 6. Sept. Der Bahnbeamte Zeis, welcher am 25. De­zember 1909 den bei Uchersko erfolgten Eisenbahnzusammenstoß, bei dem 13 Personen umkamen, durch Fahrlässigkeit verschuldet hatte, wurde heute vom Krtzisgericht in Chrudim zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt.

Luftschiffahrt.

Berlin, 6. Sept. Das Kriegsministerium stiftete für die vom 9. bis 16. Oktober in Berlin statt­findende nationale Flug Woche einen Preis von 25 000 Mark unter der Bedingung, daß sich jemand findet, der einen zweiten Preis von 10000 bis 15000 Mark spendet. Dieser Preis soll ungeteilt zuerkannt werden. Außerdem stellte das Kriegsministerium weitere 9000 Mark für die Flugwoche zur Verfügung.

Straßburg, 6. Sept. Wie aus Oos gemeldet wird, iftL. Z. 6" um 4 Uhr 15 aufgestiegen und in süd­westlicher Richtung nach dem Rheintal gefahren. Für mor­gen ist eine Zielfahrt nach Pforzheim geplant.

Baden-Baden, 6. Sept. Die Fahrt des Luftschiffes L. Z. 6" nach Frankfurt ist für den 15. oder 16. Sep­tember festgesetzt. Für diese Fahrt sind sämtliche Fahr­karten bereits vergeben. DerL. Z. 6", der heute nachmittag 4 Uhr' 10 zur Fahrt nach Straßburg aufgestiegen war, änderte unterwegs seinen Kurs und nahm die Richtung nach Weißenburg und Wörth, von wo er gegen 6 Uhr nach Baden-Baden zurückkehrte und um 6 Uhr glatt in Baden-Oos vor der Halle landete.

München, 7. Sept. Nach längerer Pause unternahm gestern Parseval trotz ungünstiger Witterung vom Münchner Ausstellungsplatze aus einen Aufstieg. Auf dem Flugplätze Puchheim, wohin sich das Luftschiff wandte, stieg mit seinem Aeroplan der dort übende Flieger Lindpaintner empor, um 300 Meter hoch in den Lüften den Pmffeval zu begrüßen. Lindpaintner fuhr dann unter dem Luftschiff durch, das mehrere Schleifen machte und landete nach fast zlveistündiger Fahrt, während deren es anhaltend gegen Wind und Wetter kämpfte, glatt bei der Ballonhalle in München.

Paris, 6. Sept- Bei den gestrigen Schauflügen zu Havre erhielt der Deutsche Wiencziers den Passagier­preis. Er war nahezu 61 Kilometer in einer Stunde und einer Minute mit einem Passagier an Bord geflogen.

Die Lhotera.

Lemberg, 6. Sept. Die bakteriologische Untersuchung der in Kamionka-Strumilowa vorgekommene:: Todesfälle schließt jeden Choleraverdacht aus. In der Einbruchsstation Sto­janow ist Sanitätsrevision für alle russischen Passanten angeordnet.

Rom, 6. Sept. In dem apulischen Cholera-Ge­biet sind während der letzten 24 Stunden 14 Erkrankungen und 12 Todesfälle an Cholera zu verzeichnen.

Neapel, 6. Sept. Mehrere hier vorgekommene Fälle von Dysenterie sind genau untersucht worden. Nach dem Er­gebnis befand sich kein C h o l e r a f a 11 darunter.

verrnrschtes.

* Ein hervorragenderDeutschamerikaner. Wie aus Newyork gemeldet wird, ist in St. Paul '(Minnesota) Heinrich August Haupt, einer der deutschen Pioniere des amerikanischen Nordwestens, im Alter von 82 Jahren gestorben. Geboren in Sieglingen im Nassauischen, kam er beretts in jungen Jahren nach Amerika, wo er einer der Vorkämpfer des Deutschtums wurde. Haupt, einer der Gründer des nordamerikanischen Turnerbundes, gehörte zu den markantesten Gestalten des Westens.

* Sehr schmeichel haft. ImHandbuch des größeren Grundbesitzes", herausgegeben vom Bayerischen Landwirtschaftsrat, findet sich auf Seite 387 bei Beschreibung der Besitzungen der Freiherren August und Oskar v. Feilitzsch folgendes:Der V i e h st a n d zählt 2 Pferde und zirka 16 .Stück Rindvieh (so lange dieBesitzernichtselbstaufdemGute wohnen)."

Kleine Tngeschronik.

Wilhelm Schmidtbonn, Verfasser desGrasen von Gleichen" stürzte im bayerischen Hochgebirge bei einer Hochtour ab und erlitt einen Beinbruch. Er be­findet sich in Starnberg in ärztlicher Behandlung.

In Troppau fällt seit heute nacht ununterbrochen ein wolkenbruchartiger Regen. Die Oppa, die Ostrawitza, die Weichsel und die Olsa steigen rapid.

In den Bergen fällt, wie aus Zürich gemeldet wird, Schnee. Gleichzeitig schwellen die F1 ü s s e nördlich vom Gotthard unheimlich an. Von der Südseite des Gotthards dagegen wird prächtiges.Sommerwetter gemeldet.

Aus der Station Altenbrunslar der Main-Weserbahn wurde die S t a t i o n s k a s s e in dem Augenblick a.uS geraubt, als der Stationsbeamte einen Nachmittagspersonenzug abfertigte.

Der Kieler DampferNarual", von Stettin nach Rotterdam mit Getreide unterwegs, ist heute früh bei Helgoland von dem einkommenden Hamburger DampferZelia" in den Grund gerannt worden. Die Mannschaft wurde gerettet und in Cuxhaven gelandet.

Aus Constantine (Algerien) wird gemeldet, daß der Mühlendirektor Bacheley, als er mit seiner Gattin auf der Veranda seines Landgutes zu Mohuna beim Mittagessen saß, erschossen wurde. Man vermutet, daß das Verbrechen von Eingeborenen aus Rachsucht verübt worden ist.

Handel.

Weizen im Welthandel. Nach einer Schätzung des. ungarischen Ackerbauministeriums wird sich die Welternte an Weizen für das laufende Jahr auf 991,36 Millionen dz beziffern,, ö. i. auf 22,29 Millionen dz, mehr als im Vorjahre. Der Em- fuhrbedarf an Weizen wird geschätzt für England auf 57 Millionenl dz, für Deutschland auf 22, Oesterreich und Belgien auf je 13, Frankreich und Italien auf je 12 Millionen dz. Das wäre für diese sechs Länder zusammen ein Bedarf von 129 Millionen dz. demgegenüber kommen mit einem Ernleüberschuß für die .Aus­fuhr in Betracht: Rußland mit 56, Ostindien mit 25, Ungarn mit 20, Rumänien mit 19, die Vereinigten Staaten mit 18, Argentinien mit 16, Australien mit 14,50 Millionen dz, was zusammen 168,50 Millionen dz ergibt. In dieser Aufstellung fehlt indessen Kanada, das z. B. im Jahre 1908 für 168 Millionen Mark Weizen exportiert hat. Kanada dürfte, nachdem ihm der Mitgenuß des deutschen Vertragszolls zugestaiwen worden ist, als Weizenlieferant auch für Deutschland wesentlich in Betracht kommen. In den letzten Monaten sind aus Kanada bereits 80 000 dz Weizen nach Deutschland eingeführt worden, während vorher eine Einfuhr von dort, wenigstens auf direktem Wege, überhaupt nicht stattgefunden hat. Unter den Ländern, die Weizen nach Deutschland einführen, steht Kanada zurzeit an sechster Stelle, nämlich hinter Rußland, Argentinien, Australien, den Vereinigten Staaten und Rumänien. Im Jahre 1908 hat England für 772 Millionen Mark Weizen aus dem Auslände bezogen, Deutschland (nach Abzug der Ausfuhr) für 307, Belgien für 196, Italien für 141, Holland und die Schweiz für je 63 Millionen Mark.

DeutscheKolonialgefell schäft für Südwest- afrika Berlin. Die Ausbeute der deutschen Diamanten G. m. b. H. ist auch im August erheblich hinter den Erwartungen! zurückgeblieben, ohne daß eine Erklärung hierfür vorliegt.

Märkte.

ko. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 7. Sept. Aufgetrieben waren 1354 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 00.00-00.00 DU., Schlachtgewicht 00-00 Mk. Vollfleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 55.0056.50 Mk., Schlachtgewicht 6870 Mk. Vollfleischige Schweine über 2*/2 Zeickner Lebendgew. 55.0t57.00. Mk., Schlachtgeivicht 69.0072 Mk. Jett- schweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 55.5«)57.50 Mk., Schlachtgew. 7274 Mk. Fleischige Schweine Lebendgewicht 54.0057.00 Mk., Schlachtgewicht 70.0073 Mk. Sauen Lebendgewicht 0000 Mk., Schlachtgewicht 0000 Mk. Markt mittelmäßig, nicht geräumt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Verlaus der Witterung seit gestern früh: Ein gestern über Ungarn lagerndes Tiefdruckgebiet ist nordwärts nach Ostdeutschland gezogen und ruft dort starke Regenfälle hervor. Westlich der Oder ist das Wetter dagegen meist trocken unter den: Einfluß eines großen von Schottland bis Finnland reichende»: Hochdruckgebietes. Der hohe Druck ruckt langsam vorwärts.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag dem 8. Sept. 1910: Zunächst strichweise einzeln Regen, dann wieder trocken und lang­sam weitere Besserung, Nordwind, kühl. Besserung von Bestand.

GrigirraL-DrahtmelSrrirgerr.

Frankfurt a. M., 7. Sept. Im Städtischen Kranken­hause berichtete Geheimrat Ehrlich über weitere erfolg­reiche Behandlungsfälle durch Präparat 606. Bisher seien 5700 Fälle bekannt, die fast alle gut verliefen. Die seither gemeldeten Todesfälle, auch der jüngste in Kopenhagen (Siehe Feuill., 2. Bl.), beträfen Kranke mit schwerer Störung im Zentralnervensystem. Bei diesen aller­schwersten Fällen sei von einer Injektion mit Präparat 606 dringend abzuraten.

W

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