mnfctficnbe Aussicht über grrnz Oberhessen und die benachbarten MeÄete. Trotz der großen Schwierigkeiten, die sich aus der welt- entrükklen Lage des Turmes, dem ungünstigen Baumaterial und der Ungunst der Witterung ergaben, ist der Turm, der mit allem Zubehör etwa 21 000 Ml. kostet» prächtig gelungen.
Dem Weiheakt schloß sich ein Festessen im Klubhaus auf dem Hohcrodskopf an, das bei einer Beteiligung von rund 100 Personen bestens verlies. Im Verlaus des Mahles brachte Gel). Obersvrstrat Diesenbach einen Trinkspruch auf Kaiser und Großhcrzog aus, woraus Lehrer L i n ck - Rudingshain in packenden Worten noch einmal das Andenken Bismarcks als den Tauspatcn des Turmes feierte, und'.zur Arbeit in dessen Sinn auffordertc. Weiter dankte er allen, die sich um das Zustandekommen des Turmes besondere Verdienste erworben hatten. Dr. A n d r ä - Burgbrohl übermittelte dem Höhenklub die Wünsche desEiselvcrcins, während Pfarrer S ch i ck - Queckborn einen Trinkspruch auf die Frauen, als die treuesten Hüterinnen von Bismarcks Vermächtnis^ausbrachte. Den „Bismarck des Kreises Schotten" (Geheimrat Schönfeld) feierte Landtagsabg. S t ö p l c r - Lauterbach, worauf Herr Schönfeld mit einer humordurchwehten Ansprache dankte. An den Grvßherzog als den Schirmherrn des Klubs wurde ein Begrüßungstelegramm abgeschickt.
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Am Abend des Festtages verkündete ein Freudenfeuer von der den Turm krönenden Feuerschale und daran anschließend ein vor dem Klubhaus abgebranntes Feuerwerk weithin in die Laude das frohe Ereignis.
Zur H a uptve-rsammlung in Grebenhain hatten fiel) die Vertreter fast sämtlicher Zweigvercine in großer Zahl ctngcfunbcn. Als Vertreter der Regierungsbehörden war Joeißainttnann Herberg- Lauterbach (der auch als solcher der Turnrweihe beigewvhnt hatte) erschienen, der dem Klub den Gruß des Kreises Lauterbach entbot. Für den Zweigverein Grebenhain hieß Forstmeister Krug die Klubgenossen willkommen. Ver- toctcn waren 29 von den bestehenden 34 3roeig-
Vereinen. Reu ausgenommen wurden die Zweigvercine
Äerchcnhain, Wenings, Butzbach, Groß-Felda und Schütz. Der von dem Vorsitzenden, Oberamtsrichtcr N i s p e l - Schotten, er- stattere Jahresbericht wies eine Zunahme des Gesamtvereins um i5 Zweigvereine und etwa 800 Mitglieder auf^ so daß er mit rund 2800 Mitgliedern in das neue Geschästchahr eintritt. In allen Zweigvereinen herrschte reges Vorwärtsstrebendes Leben, "das namentlich durch die eifrige Wandertätigkeit gefördert wurde. .Zum erstenmal wurden im Vereinsgebiet drei Schülerherbcrgen nach dem System Hohenelbe unterhalten, die sich eines regen Zuspruchs zu erfreuen hatten. Der Bericht gedachte weiter der Sammlung nir Ober-Mockstadt, die innerhalb des Höhenklubs bis fetzt über 5000 Mark ergeben hat, des gestern seiner Bestimmung übergebenen Taufsteinturmes, sowie der oberhessischen Ausstellung aus der Sportausstellung in Frankfurt. Im Anschluß an be» Bericht wurde mitgeteilt, daß in Laubach jugendliche Wanderer für 50 Psg. Uebernachtung und Frühstück erhalten. (Anmeldungen bei Kreisstraßenmeister Sommerkorn. > Der von Rendant K e u tz e r - Schotten erstattete Rechnungsabschluß für 1909 ergab bei 4098,51 Mk. Einnahmen und 3409,59 Mk. Ausgaben einen Ueberschuß von 688,92 Mk. Vom Zweigverein Taufst«in - Gießen werden für dieses Jahr wiederum 300 Mk. für die Kosten der Wasserleitung aus den Hoherodskopf zur Verfügung gestellt. Die nächstjährige Hauptversammlung wurde >L a ubach übertragen, während Schotten den Herbstausflug für 1011 erhält. Er beabsichtigt, damit die Feier des 30 jährigen Bestehens des Gesamtvcreins zu verbinden. Der Antrag des Zweigvereins Offenbach, das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr zu verlegen, wurde nach kurzer Besprechung zurückgezogen. Der von dem Zweigverein Taufstein-Gießen gestellt? Antrag, neben dem Klubhaus einen Erweiterungsbau zu errichten, fand mit der. Maßgabe Annahme, daß der für die Bauten der Klubs zu errichtende Bauausschuß den vorliegenden Plan prüfen und einer für den Sommer cinzuberufendcn außerordentlichen Hauptversammlung endgiltige Vorschläge unterbreiten soll. .Der von Stadtbaumeister Gerbel-Gießen angefertigte Plan für den Neubau sieht ein 17» stückiges Haus von 96 Quadratmeter Grundfläche vor, das im Erdgeschoß einen Wirtschaftssaal und im Kniestock mehrere Logierzimmer aufnehmen soll. Die Baukosten sind zu 9500 Mark veranschlagt. In den Bauausschuß werden gewähtt Architekt Faber-Frankfurt, Zahnarzt Jäger-Gießen, Direktor Schisfinann-Hungcn, Kulttiringenicnr Steinbach-Gießen und Kreisbaumeister Witzler-Schotten. Ein Antrag des Zwcigvereins Ulrichstein gab Veranlassung zu einer Aussprache über die Schülerherbergen. Sic sollen auf Kosten des Hauptvereins geführt werden und späterhin durch ähnliche Einrichtungen für andere jugendliche Wanderer ergänzt werden. Ter Voranschlag für 1910/11 wurde auf 4348 Mark festgestellt. Finanzrat H o o s - Friedberg dankte zum Schluß dem Gesamtvorstand für seine erfolgreiche Tätigkeit mit einem „Frischauf".
Ein Festessen und daran anschließend ein .Konzert vereinigte die zahlreichen Festteilnehmer in lebhaftester Stimmung bis zum Abgang dm letzten Bahnzüge. Neben gemeinsamen Gesang würzten .Ansprachen der Heinen Prof. Bender- Frankfurt, Schncider- Gelnhausen und Architekt Faber-Frankfurt die Unterlraltting. Grebenhain hatte zu Ehren der Fahrgäste reichen Schmuck angelegt
Aus Stadt rind Land.
Gießen, 6. Juni 1910.
*' Fernsprechwesen. Zum unbeschränkten Fernsprechverkehr mit Gießen sind neuerdings zugelassen: Altenburg (Sachs.-Alt.), Artern, Burg (Bez. Magdeburg), Freiberg (Sachsen), Pegau, Staßfurt, Torgau und Zwickau (Sachsen). Das gewöhnliche Dreiminuteugespväch kästet 1 Mk.
•• Der 71/, Mi nutenbetrieb d er Stratzen-bahn bis zum Schützen Haus wird zunächst probeweise an Sonn- und Festtagen von nachmittags 3 Uhr bis abends 8'/2 Uhr ausgedehnt, bisher ging der 7]/2 Minutenverkehr nur bis 7 Uhr abends.
*• Sechs Söhne unter die Fahne geschickt hat der Badewärtcr Hrch. Steuler in Bad-Nauheim. Zwei Söhne haben beim hiesigen Kaiser-Wilhelm-Negiment, einer hat bei der Berliner Garde, einer bei der Festungsartillerie in Straßburg gedient, und einer ist vor nicht zu langer Zeit nach Erledigung seiner Dienstpflicht aus Kiantschon zurückgekehrt. Der jüngste Sohn steht zurzeit bei dem Artillerie- Negiment Nr. 61 m Darmstadt. Der Vater, ein noch völlig rüstiger Siebziger, ist begreiflicherweise stolz auf diese Ehre. Das beweist so recht der Ausspruch der Meinung, daß, wenn noch sechs Söhne da wären, diese ebenfalls der Wehrpflicht genügen müßten. Wohl aber ist der Vater des halben Dutzend Soldaten ein Anhänger der Wehrsteuer geworden. Diese Ueberzeugung ist wohl nur natürlich, denn man stelle sich einmal vor, wie viele Pakctchen wohl aus dem Elternhause gewandert sein mögen. Jeder weiß, was es auf sich hat, einen Buben durch gelegentliche Beihilfe über die einfache soldatische Lebensweise hinwegzuhelfen. Und wenn man gar ihrer sechs hat!
0 Rebgesha in, 3. Juni. Eine weit verbreitete irrige Meinung ist cs, wenn man glaubt, in unserer Gegend würden nur Flachs, Kartoffeln und Hafer gedeihen, und in geographischer und touristischer Literatur findet man noch durchgängig die uralte Mitteilung, daß hier oben die übrigen Getreidearten und vor allem Obstbäume nicht angepflanzt werden. Das ist aber falsch. Nicht nur werden jetzt in sämtlichen auf dem kahlen Plateau des Vogelsbergs gelegenen Ortschaften Winterroggen und selbst Weizen gezogen, sowie Ob st bäume gepflanzt, selbst mit der Zucht qmer empfindlicheren Pflanze, des Spargels, hat man hier neuerdings gute Erfahrungen gemacht. Man sieht, es geht vieles, wenn man nur Versuche an stellt. Im Jahre 1904 war unser Ort allerdings noch die einzige Gemeinde im hohen Vogelsberg, in der bei der Obstbaumzählung nicht ein einziger Obstbaum verzeichnet wurde. Es ist jetzt aber anders geworden, nachdem neuerdings durch die Ulrichsteiner Spar- und Leihkasse, mit der eine Pfennigsparkasse für die. umliegenden Orte verbunden ist, alljährlich an die Schulkinder gratis junge Baumstämme verteilt werben. Mit dieser in volkswirtschaftlicher Hinsicht sehr segensreich wirkenden Einrichtung hat man in den letzten Jahren schon die besten Erfahrungen gemacht. Die Stämme, meist Trierische Wein- und Boikenäpfel, werden hauptsächlich anS der Fürstl. Pflanzschule zu Lieh geliefert.
0 Flensungen, 3. Juni. Der von unserer Gemeinde angekaufte nahe Solmfische Hof soll teilweise für Schulzwecke eingerichtet werden. Das noch dem Kreise Schotten, dessen Grenze dicht an unserem Orte verläuft, angehörige Gut wird jedenfalls zu diesem Zwecke unserem Kreise ein» gekreist.
x Bad-Nauheim, 3. Juni. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern hierin der Usinger Straße. Ein 8jähriges Schulmädchen spielte in der Küche in der Nähe des Herdfeuers. Es fing dabei Feuer und erlitt gefährliche Brandwunden, an denen es heute morgen im städtischen Krankenhaus gestorben ist.
hc. Darmstadt, 3. Juni. Professor Dr.-Jng. Ernst Vetterlein, Privatdozent für Baukunst an der hiesigen Technischen Hochschule, hat bei dem Wettbewerb um den Neubau eines Theaters in Hagen einen Preis von 3000 Mark unter 107 Mitbewerbern erhalten.
[] Ma rburg, 5. Juni. Unter dem Vorsitze des Grafen Adalbert zu Erbach-Fürstenau tagte heute hier die Hauptversammlung der vereinigten Ortsgruppen Großherzog- tum Hessen und der Provinz Hcssen-Nassan der Anti- Duell-Liga. Aus dem Geschäftsbericht ist zu erwähnen, daß die Ortsgruppen jetzt in Hessen-Nassau 81 und im Großberzogtum Hessen 157 Mitglieder zählen. Dem Vortrag des Rechtsanwalts Sieger aus Darmstadt über „Die Behandlung des Zweikampfes im deutschen Strafgesetzbuch" folgte eine rege Besprechung, in der das Duellwesen scharfer Kritik unterzogen und der Ergänzung der bereits bestehenden beruflichen Ehrengerichte durch Schaffung allgemeiner staatlicher Ehrengerichte für weitere Bevölkerungskreise das Wort geredet würde. Es gebe wohl keinen Staat, der auf die Dauer das ungesetzliche Duell erlauben und richterlich anders bewerten könne wie jedes andere Vergehen. An der Tagung nahmen die hiesigen katholischen Studentenverbindungen fast vollzählig teil.
X. Hanau, 5. Juni. Gestern und heute hielt der hessisch-nassauische Verband Gabelsberger Sreno- g r a p h e n seinen 31. V e r b a n d s t a g ab. Zugleich feierte der Hanauer Gabelsberger Verein sein 50jähriges Bestehen. Der Verband hielt gestern abend zunächst eine Vertreter- Versammlung ab, zu der 114 Vereine Vertreter entsandt hatten, u. a.: Msfeld, Bad-Nauheim, Butzbach, Friedberg. Gießen, Grünberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Lauterbach, Schlitz, Wetzlar. Der Verbandsvorsitzende, Oberreal- ^chuldirektor Dr. Pitz-Mlsfeld, eröffnete den Vertretertag mit einer Begrüßung. Der zweite Vorsitzende Herr Lehrer W. Müller-Offenbach erstattete den Bericht des Vorstandes. Gegen das Vorjahr haben sich die Verbandsvereinc um 14 vermehrt, demgemäß ist die Mitglieder zahl bedeutend gestiegen. Der Verbcmd zählt gegennrärtig 7000 Mitglieder in 170 Vereinen (Großherzogtum Hessen 91, Hessen-Nassau 69, Bayern 4, Waldeck 4, Rheinprovinz, 2). Innerhalb des Verbandes wurde eine rege Tätigkeit an Schulen entfaltet und eine Reihe von Schülerstenographen-^reinen gegründet, auch neue iMlitär-Stenographenvercine wurden ins Leben gerufen. Mibgeteilt wurde, daß am 8. Juni d. I. in Berlin die Vorkonferenz zur Schaffung einer deutschen Einheitsstenographie zusammen treten imrb. Die Verbandsbeiträge bleiben in der seitherigen Höhe bestehen. Direktor Dr. Pi'tz lehnte eine Wiederwahl als 1. Vorsitzender wegen dienstlicher Ueberlatstung ab. Er wurde wnt Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Wahl des Berbandsvorstandes ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Lehrer Wilhelm Müller- Offenbach, 2. Vorsitzender Lehrer Gg. Schäppe-Mainz, Rechner Lehrer P. Hermann-Offenbach, Beisitzer Rechnungsrat Haupt-Kassel und Dr. Kranz-Busch-Wiesbaden. Ms Ort der nächstjährigen Versammlung wurde Gießen bestimmt. — An dem Wettschreilien beteiligten fick) 726 Personen. Um 12 Uhr fand eine öffentliche Versammlung statt, bei der Prof. E. Keller-Fvcyrffurt a. M. übxr' Stenographie und Schule" stWsch.
Die Prinz-heinrich-Lahrl.
Nürnber g , 4. Juni. P r i nz-H e i n r i ch-Aa.hrt. Kurz, nach 2 Uhr traf Prinz Georg von Bayern mit dem Grafen Bopp von Oberstat und dem Grafen Berswaldeck im Luitpoldhain ein, wo sic vom Vizepräsidenten Schütte des Bayerischen Automobilklubs und dem Ausschuß begrüßt wurden. Um 3 Uhr 8 Min. kam als erster Wagen Nr. 1 an, bann folgten in kurzen Abständen Wagen auf Wagen. Um 3 Uhr 38 Min. traf Prinz Heinrich ein, der den Prinzen Georg und den Ausschuß herzlich begrüßte. Sie hatten sehr stark unter der Hitze und dem Staub zu leiden. Als Unparteiische fuhren deutsche und österreichische Offiziere mit. Festlichkeiten sind in Nürnberg nicht geplant.
Fürth, 4. Juni. Wagen Nr. 120 der Prinz-Heinrich-Fahrt geriet bei der Fahrt durch Fürth zwischen einen Straßensprcng- wagen und einen Straßenbahnwagen. Das Automobil wurde schwer beschädigt.
Ein Unfall.
Nürnberg, 4. Juni. Bei der Ankunft der Automobile wurde in der Burgschmiedstraße das 5 Jahre alte Töchterchen des Zahnarztes Geißler von dem Automobil Nr. 72, Besitzer Erhard Leuschner-Charlottenburg, überfahren und schwer verletzt. Nach amtlicher Mitteilung trifft den Führer des Wagens keine Schuld.
Nürnberg, 4. Juni. Sofort nachdem Prinz Heinrich von dem Unfall, der durch den Wagen Nr. 72 verursacht wurde, Kenntnis erhalten hatte, ließ er sich zu den Eltern des Kindes fahren, wo ihm von den behandelnden Acrzten die Mitteilung gemacht werden konnte, daß die Verletzung nicht so schwer wäre. Das Augenlicht sei nicht gefährdet.
Lustschiffahrt.
Zeppelins Fahrt nach Wien.
Wien, 4. Jlmi. Gral Z e v v e l i n tritt seine Reise nach Wien am 9. Juni nachmittags 6 Uhr an. Die Fahrt wird besonders in ihrem letzten Teil derart eingerichtet werden, daß er am 10. Juni um 3 Uhr nachm. vor dem Königlichen Schlosse in Schoen br nnn eintrifft. Die Fa hr tdaner kann sich je nach der Windrichtung und Stärke bis zu 12 Stunden verschieben. Die Fahrt nach Dresden erfolgt nm 11. Juni 6 Uhr nachmittags. Arn 12. Juni soll in Gegenwart des sächsischen Hofes auf dem Exerzierfelde von Dresden gelandet werden.
Wien, 4. Juni. Ter Sladtrat bewilligte für die Empfangsfeierlichkeiten für den Grafen Zeppelin zwanzigtausend St r o n e n.
Wien, 4. Juni. Bürgermeister Dr. N e u m a y c r fordert die Wiener Bevölkerung auf, durch Beflaggung der Häuser den Grasen Zeppelin, den genialsten und bedeutendsten deutschen Luftschiffcr, der am 10. Juni mit dem Luftschiff nach Wien kommt, zu ehren und dem lieben Gast des Herrschers einen gebührenden Empfang zu bereiten.
L. Z. 6.
Friedrichshafen, 4. Juni. Tas Luftschiff „L. Z. 6", ehemals „Z. 3", ist nach vollendetem Umbau gestern zur ersten Probefahrt a u f g e st i c g e u. Das Luftschiff nahm erst die Richtung nach Konstanz, wandte fiel) bann nach Bregenz und landete um 7 Uhr 45 Min. glatt vor der Halle, nachdem es über ihr mehrere Schleifen ausgeft'ihrt hatte.
Friedrichshafen, 4. Juni. Das Luftschiff „L. Z. 6" ist heute nachmittag 4 Uhr aufgestiegcn. Es machte eine Fahrt in der Richtung nach Konstanz. Um Voß Uhr erfolgte eine glatte Landung vor der Luftschiffhalle im Riedle-Park. Um 746 Uhr stieg es zum zweiten Male auf und flog in der Richtung «nach Lindau. Beide Fahrten wurden unter der Führung des Grafen Zeppelin unternommen, der heute vormittag mit dem Aufsichtsrat der Deutichen Luftschiffährts-Aktiengesellschaft beriet und sie zu den Fahrten eingeladen hatte. An jeder Fahrt nahmen zehn Gäste teil.
Friedrichshafen, 4. Juni. Das Luftschiff „L. Z. 6" ist von seiner zweiten Fahrt um 6 Uhr 15. Minuten nach glatter Landung in die Halle zurückgekehrt.
Neue Lenkballone und Luftschiffhallen?
Friedrichshafen, 4. Juni Der Aussichtsrat der Deutschen Luftschiffbau-Gesellschaft, der zurzeit in Friedrichshafen vereinigt ist, hat beschlossen, bei der Luftschiffban-Gefellschaft Zeppelin ein neues Luftschiff zu bestellen, doch ist es noch nicht in Auftrag gegeben, da zuerst ein technischer Ausschuß darüber beschließen soll, welche Bedingungen das Luftschiff zu erfüllen hat. Der Aufsichtsrat hat ferner den Bau einer L u s t s ch i f s h a l l e in Frankfurt a. M. beschlossen. Außerdem soll in Hamburg eine Luftschiffhalle errichtet werden, doch schweben hierüber noch Verhandlungen, die voraussichtlich zu einem günstigen Ergebnis fuhren werden.
Ausscheidungsfahren.
Essen, 5. Juni. Bei dem Ausscheidungsfahren für Deutschland um das Gordon-Bcnnetfliegen stiegen im Wettbewerb vier Ballons auf, außer Wettbewerb ebenfalls vier. Die übrigen Ballons mußten wegen des einsetzenden Sturmes entleert werden.
Durchgegangener Ballon.
Essen, 5. Juni. Bei der heutigen Ausscheidungsfahrt für das Gordon-Bennetsliegen flog der Bonner Ballon „Prinz A d o l f" bei einem starken Windstoß während der Füllung aus seinem Netz.
Das englische Ärmceluftschiff.
London, 4. Juni. Das Ärmceluftschiff, das irt Aldershot unter der Leitung von Oberst E a p p e r gebaut worden ist, stieg gestern abend um 11 Uhr 30 Minuten bei Farnborough auf und flog einer starken Brise entgegen nach London, was nuc wenig über zwei Stunden in Anspruch nahm. Das Luftschiff umkreiste die Sankt-Pauls-Kathedrale. Es erreichte eine Höbe von 330 Metern und kehrte sodann nach Farnborough zurück, wo es um 3 Uhr morgens ohne Unfall landete.
Windsor." lag: „Tas (Garmen:
Hochzeit."
7'/, Uhr:
Mittwoch:
Spielplan der vereinigten Xraiiksurter Stadttheater
Opernhaus.
Montag, abends 7'/, Uhr: „Der Graf von Luxemburg.' Dienstag*): „Tannhäuser." Mittwoch: »Tie lustigen Weiber von (Fran Fluth: Frau Guthest-Schober a. G.) Donners- ©lürf." „Maurer und Schlosser." Freitag: „Garmen/ 6rau Guthest-Schoder a. G.) Samstag: „Figaros oonntag: „Der fliegende Holländer." Montag, abends „Ter Graf von Luxemburg." Dienstag: „Undine."' „Der Freischütz."
Schauspielhaus.
Montag"): „Der böse Geist Ltunvazioagabundus." Dienstag: „Brand." Mittlvoch : „Iphigenie auf Tauris." Donnerstag, abends 77, Uhr: „Der dunkle Punkt." Freilag, abends 77, Uhr: „Der Herr Verteidiger." Samstag: „Ter Raub bei1 Säbinerinnen/ Sonntag: „Der Raub der Säbinerinnen." Montag: „Brand/ Dienstag: „Die Räuber." Mittwoch: „Brand."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
MüllerMe VadeanstiM.
W aff e r tuä r m e der Lahn 1 7 °R.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen.
Juni
1910
Barometer auf 0® reduziert
Temperatur der Luft
Absoltite Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeii
Wind« richtmig
Windstärke
Grad
Oft *B«)6lhmig in Zehntel der ffchib tztmmelsst.
Welter
C)pi üx
2*7 736,5 28,1 14.3 j 52
9*i| 738,0 i 21.5 14,2 75
7” l 740,51 20,4 12.8 1 72
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Höchste Temperatur nm 4.
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Niederschlag: — 8,4 mm.
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