Ausgabe 
6.4.1910 Erstes Blatt
 
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ve;ug*prets:

«Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Ein moderner Kreuzzug.

üas Landschustsblld Jerusalems stören, utib daß es einen j Die dem Staatsministerium vorliegende Vorlage berücksichtigt Anachronismus bedeutet, wenn der Kvifer sich hier in der I diesen Wunsch zwar nicht, sondern bewegt sich in dem Rahmen

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werde. . .

Tie Vertreter der Parteien hatten dreies Mi amen abgetehnt mit der Begründung, daß, nachdem das Reich auf Preußen keine Rücksichten im Juni 1909 genommen hätte, Preußen nicht ge­zwungen wäre, die Tarife des Reichs zu adoptieren und ferne Beamten in der Zukunft zu schädigen. Es wurde von den Frak­tionen der Wunsch ausgespvochen, die endgültige Regelung so vorzunehmen, daß kein preußischer Ort herabgesetzt werde, dagegen die preußisckiLN Orte, die nach der preußischen Skala niedriger ständen als in der Reichsskala, heraufgesetzt würden. ______

Kampf im Baugewerbe.

.Die Berliner Morgenblätter berichten: Der KamPfiml Baugewerbe scheint nunmehr fast unvermeidlich. Sämt­liche in Frage kommenden Arbeiter-Organisationen haben das ihnen vom Arbeitgeberbund als Uiiimdtiini vorgelegte Tarifnruster abgelehnt.

Berlin, 5. April. Der gemeinsame Verbandstag der Maurer und Bauhilfsarbeiter Deutschlands faßte heute nach stundenlanger Erörterung einstimmig eine Entschließung,, in der es heißt:

Die Maurer und Bauhilfsarbeiter Deutschlands lehnen den Dresdner Musterverttag des Deutschen Arbettgeberverbandes ab und beschließen, in den Kampf gegen die Arbeitgeber einzutrettn zrvccks Erreichung des von den Arbeitnehmern geforderten Tarif" Vertrags.

Der Berbandstag der Zimmerer Deutschlands und der Verbandstag der christlichen. Bauarbeiter Deutschlands haben sich den Beschlüssen des Verbandstages der Maurer und! Bauhilfsarbeiter einstimmig angeschlossen.

, .... Landtage den Anträgen groijti .puiiciw. fichl willfähriger zeigen wirb. Sicherlich sind bei Beratung dieser Vorlage noch größere Erörterungen zu lum>arten. Gelingt erne Einigung, so soll die endgültige Festsetzung der Wohnungsgelbi zuschiisse bereits vom 1. Juli 1910 ab gelten. . Q ..

Die Vorlage wird dem Abgeordnetenlmusc nt nächster Zeit

überwies, u. a. folgendes ausgesprochen:

Ich bettachte es als eine Auszeichnung, an der Huldigung für unsterblichen AnttSvorgänger, unser aller Meister, teil*

[d,mT«9&8« will 100 Orte, büTimter 20 ®«®*ennKgJrte, in eine niedrigere Klasse versetzen und ol0 Orte, dEUttr Berlin, f<mft meistens aber kleine Orte, hevaufsetzsn. ^e Kosten der Heraufsetzung betragen 6 Millionen 9)üirf, durch die .Hinnntersetzung werden 4 850 000 Mark erspart, so daß durch die vorgefchlagene Neuregelung über eine Million Mark Acel/r kosten entstellen.

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und Sturmhaube in einem Bronßeslandbrld verewigen lretz, I wie seine Gemahlin in mittelalterlicher Gewanduna mit dem üblichen Modell der Oelbergstiftung tu der Hand.

Es ist nicht zufällig, daß Kaiser WrHelm gerade seinen zweiten Sohn, den Prinzen Eitel Friedrich, mit der Ein­weihung der Marienkirche und Oelbergstiftung betraut hat. Prinz Eitel Friedrich ist bekanntlich Hochmeister des neuen reußischen (evangelischen) Johanniterordens, den Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1810 zum Andenken an die Auf­hebung der Ballei Brandenburg gründete und ihn dadurch in historische Begehung setzte zu dem werter bestehenden alten (katholischen > Johanniterorden. Deutsche katholische und evangelische Johanniter werden deshalb in den bevor- tehenden Festtagen eine Art Verbrüderung feiern, auf dem Boden, den schon die alten Ritter vom souveränen Orden des hl. Johannes in Jerusalem beschritten, und so eine Kundgebung ihres Deutschtums veranstalten. -. f

Kairo, 5. April. Prinz und-Prinzessin Eitel Friedrich sind von Alexandrien abgereist und fahren heute nachmittag mit dem DampjerSchleswig" nach ^assa.

mit Pflanzenfetten ist jetzt zum Äusttag gelangt. Preisträger sind i Tr. G. Fendler in Barlin und Dr. Erich Ewers in Magdeburg.

.....- I meinen

Neue preußische wohnungsgelüzuschüße.

Ob* Berl in, 5. April.

Wie wir hören, ist ein Entwurf zur Neuregelung der preußmüen Wohnungsgeldzuschüsje dem Lftaatsrnmisttrium ^g^angen und ro.rb demnächst auch dem preuw'chen ^ndMgevvrgelegt werden^ Wie bekannt, sind die neuen Wohnungsgeldzuschmse m Preußen nur provisorisch geregelt worden mit der, Bestimmung, die end­gültige Regelung bis zum 1. April ^Oll spatestms vorzunehmen. Bei der Festsetzung der provisorischen Zuschülst m Preußen stand im streiche damals noch die Beschlußfassung über den Reichstarif aus. Ter Reichstag hatte im Vorjahre aber auf die preutzijchcn Beschlüsse wenig Rücksicht genommen und den ^arif m vielen Fällen abwe.chend von dem preußischen gestaltet, pas preußische Finanzministerium stellte sich darauf auf den Standpunkt, daß cs zeitgemäß fei, die Reichst ar issätze auf Pveuveu zu übertragen, um eine Uebeveinstimmung zwischen dem Reich und dem größten Bundesstaate herbeizufühccn. Es wurde demgemäß eine Vorlage ausgcarbeitet, die für alle preußischen Orte die Klasseneinteilung des Reichs übernahm und in Verfolgung dieser Praxis eine größere Reihe preußischer Orte herunlersetzte, andere aber hinauf- setzte. Diese Vorlage sollte die endgültige Festsetzung bis 1918 sein. Nach den allgemeinen für die Staatsbeamten geltenden Bestimmungen wäre burdji diese Neuregelung augenblicklich niemand geschädigt worden, da ein Beamter durch gesetzliche ÄMaßnahmen niemals an Gehalt unb Wohnungsgeld (letzteres so lange er am gleichen Orte beschäftigt bleibt, geschädigt oder herabgesetzt werden darf. Es Hütten also bei Annahme dieser Vorlage durch den Landtag die temtcn in zu deklassierenden Orten ihre alten Wohtiungsgeldbezüge weiter erhalten, neu hinzuverfetzte Beamte hätten aber niedrigere Wohnungsgelder erhalten.

Ter Finanzminister hatte im März mit Vertretern der Par teien des Landtages Konferenzen abgehalten, um ihnen seine Pläne in dieser Richtung vorzulegen und hatte den Wunsch ge­äußert, die Parteien mochten feiner Vorlage die Zustimmung geben, olme Abänderungen vvrzunehmen, damit die ersehnte Gleich­stellung der Wohninrgsgeldbezüge im Reich und in Preußen erzielt

Dentdcbes lleicb.

Der Kaiser machte dem Reichskanzler im Mu­seum der Saalburg Ansichten des Kastells, sowie Rcachi bildungen von Fundstücken und einen Spazierstock zum Ge­schenk, der aus 2M0jährigem Eichenholz angefertigt ist.

Aus Homburg v. d. H. wird gemeldet: D^r Kaiser stieg am Dienstag vortnittag auf feinem Ausritt auf der Saalburg ab und wohnte der Ausgrabung eines alten Brun­nens bei. Nachmittags unternahmen die Majestäten mit Gefolge in Automobilen eine Ausfahrt über Oberursel nach dem Sandplacken. Von hier aus tmrrde zu Fuß durch die Berge nach Schmitten gegangen und von da aus in Auto^ mobilen in weitem Bogen über Merzhausen, Usingen undi die Saalburg hierher zurückgekehrt.

Zur Millionenersparung int Reichshee^ macht in derNat.-Ztg." Generalmajor z. D. v. LoebelL einen Vorschlag, in dem er die Aufhebung der Ober­er s a tz k o m m'i s s i o n e n im Aushebungsersatzgeschäft an- regt. Er teilt mit, daß die Angelegenheit zurzeit im Kriegs-, mrnjsterium erwogen werde.

Die Geschäftsstelle zur Errichtung eines Bismarck-» Nationaldenkmals auf der Elisenhöhe teilt uns mit, daß der Kartellverband der katholischen deutschen Studenten-» Verbindungen, an dessen Spitze Amtsgerichtsrat Münd» nich in Koblenz steht, auf Antrag derQuestfalia" in Tübingen folgenden Beschluß gefaßt hat:

Tie reick)Si«ntschen Vervindnngen des Kartellverbandes zeich-- inen für das Bismmck-Nattonäldenkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück eine Summe von 5 0 0 0 Mark."

Diese reiche Gabe wird in allen patriotischen Kreisen: dankbare Anerkennung finden und die Spender in hohem Maße ehren. Auch der Bund der Landwirte hat voU kurzem den Betrag von 500 Mark überwiesen. Denselben Betrag sandte zum 95. Geburtstag des eisernen Kanzlers nnttelst telegraphischer Anweisung der Vorsitzende des aka­demischen Bismarckausschusses in Hamburg, Dr. v. Reiche. Fürst v. Bülow, der Präsident des Großen Ausschusses zur Errichtung eines Bismarck-Nationaldenkmals auf der Elisenhöhe hat in einem herzlichen Bealeitschreiben zu einer Gabe von 500 Mark, die er Ende März von Rom aus!

er auch feine kleinen Freunde, von denen er manchmal Schreck­liches zu berichten weiß, in anmutigen Versen befangen, so daß ihn bereits Victor Hugo in seiner pomphaften Verherrlichungs­wut den Homer der Insekten nannte. 'Der hochbetagte Greis, dessen milde Züge die Spuren des hohen Alters nicht verraten, vermochte auch die Ehrungen, die ihm unter der Führung des Unterrichtsministers Doumergue dargebracht wurden, ohne Schaden für feine Gesundheit und seine heitere Laune ertragen. Es muß bemerkt werden, daß Fabre nur ein einziges Mal aus das Drängen des damaligen Ministers Victor D u r u y nach Paris kam, dem Kaiser Napoleon III. vorgestellt wurde unb diesem auf seine Frage nach seinem Laboratorium ohne jeden Ansluq von Ironie antwortete: Mein Laboratorium ist das Welt­all. Wie sollten übrigens den alten Herrn die Ehrungen irgend­wie verwirren, da er doch schon von 'Darwin als ein bahnbrechender Forscher mit großer Herzlichkeit anerkannt wurde und da er Männer, wie Maeterlinck, zu seinen glühenden Verehrern zählt.

W ie groß ist der Halleysche Komet? Auf der Perkessternwarte hat Damard jetzt auf phvtograpbischen Ausnahmen, Die an einem Zehnzöller gemacht sind, den Turchmeiser des Holley- schen Kometen gemessen und gleid: 300 000 Kilometer gefunden. Tie Sckiweiflange war ianscheinend 1 Grad, was einer wahren Länge von 8 Millionen Kilometer entspricht. Jedenfalls wird, wie der Astronom Berberich in derNaturwissenschaftlichen Rund­schau" ausführt, um die Zeit der Sonnenähe die Schveifentwickelung noch viel bedeutender fein, so daß nicht daran zu zweifeln ist, daß -am 18^Mai, zur Zeit des Turchgangs des Kometen zwischen Erde und Sonne her Schweif über die Erde hinausreichen wird. Bei der unvorstellbar geringen Tichte der Sck-weisdämpfe wird sich deren Zusammentreffen mit der Erde und der Erdatmosphäre aber schwerlich irgendwie, zum Beispiel -optisch, magnetisch oder elekttisch äußern können. Uebrigens scheint der neue Wmet 1910 a noch viel imposantere Dimensionen zu haben. Seinen Schwei schreiben die äußersten Schätzungen eine Länge von 45 Grad oder über 200 Millionen Kilometer zu.

Kleine Chronik aus Kunstund Wissenschaft. Die Kgl. Gesellschaft der W i sf en s cha fte n zu Göttingen beabsichtigt, eine Expedition zur Beobachtung des Halleyschen Kometen nach Island zu entsenden. Zum Tivettor des im Bau begriffenen Zoologischen Gartens in Rom, her im Tqptrember eröffnet werden soll, ist der deutsche Zoologe Tr. Knottnerus-Metzer berufen worden. Das von einer Anzahl Landwirtschaftskammern und anderen Jnteressenverbänden vor einigen Jahren veranstaltete Preisausschreiben zur Ermittelung eines Verfahrens zur Feststellung von Butterperfälschungen speziell

Die Orientreife, die Prinz Eitel Friedrich und Gemahlin vor einigen Wochen antraten, u. die sie bisher nach Aegypten ; führte, erhält morgen dadurch ihren Abschluß, daß sie in xsn]fa an der Küste Palästinas landen und damit ihr eigentttches Ziel, das heilige Land und Jerusalem, erreicht haben. Sie treffen hier, nachdem sie noch die schwäbische Kolonie in Sarona besichtigt haben, mit dem Strom deutscher Pilger zusammen, die die Osterzeit nach Jerusalem führte, und für deren Transport der österreichische Lloyd einen großen Teil seiner Levanteflotte verwendet hatte. So wird das deutsche Fürstenpaar, wenn es am 9. und 10. April die Einweihung der katholischen Marienkirche auf der Dormition und der evangelischen Oelbergstiftung vollzieht, von zahl­reichen Landsleuten beider Konfessionen umgeben sein, die dadurch zeigen, daß es sich bei diesem modernen KreuMlg nicht um eine Tat der Proselytenmacherei zu Gunsten des evangelischen oder katholischen Glaubens handelt, sondern um eine Tat des gesamten Deutschtums in religiös und sozial christlicher, iveiter aber auch in wirtschaftlicher und politischer Beziehung.

Den ersten Anlaß zu den jchigen Feierlichkeiten in Jerusalem bot die Reise des deutschen Käiserpaares nach Palästina im Jahre 1898, wo Kaiser Wilhelm die Erlöser- lirche auf dem Muristanplatze einweihte, die evangelische Jerusalemstiftung begründete und es gleichzeitig beim Sul­tan durchzusetzen wußte, daß den katholischen Deutschen auf der Tormition ein Bauplatz für eine Kirche und den evangelischen Deutschen ein solcher für den nämlichen Zweck auf dem Lelberg zur Verfügung gestellt wurde. Der Grund­stein zu der katholischen Marienkirche auf der Dormttion konnte schon damals in Gegenwart des Kaiserpaares ge­legt und die Gründung der Kaiserin Auguste Viktoria-Stif­tung auf dem Oelberge vollzogen werden. Und wenn es bei der Marienkirche 'hauptsächlich die Opferwilligkeit der deutschen Katholiken war, die jetzt den Abschluß des Baues ermöglichte, so waren es bei der Oelbergstiftung, durch die den evangelischen Deutschen eine Kirche, die Himmel- fahrtslirche, nebst umfangreichen Schul- und Hospizgebäuden errichtet worden ist, der Kaiser und die Kaiserin selbst, die durch Hergabe eines Drittels der schließlich auf 21/2 Mill. Mk. angewachfenen Baukosten jetzt das Werk in Erscheinung treten ließen. Das zweite Drittel wurde von Frau Laura Oelbermann in Köln, der reichen Vorsitzenden der evange­lischenF-rauenhilfe", bestritten und der Rest durch frei­willige Beiträge aufgebracht. Tie Marienkirche ist lediglich für den Gottesdierist besttmmt, bei der Kaiserin Auguste Viktoria-Stiftung dagegen sollen die neben der Himmel­fahrtskirche in wuchtigem Burgenstil aufgeführten Gebäude für andere Zwecke dienstbar gemacht werden. Sie sollen in der heißen Jahreszeit Deutschen in Palästina und be­sonders deutschen Diakonissen uno Missionsmitgliedern zur Erholung und Genesung dienen, sie sollen ferner Pilger und Reisende ohne Unterschied des Glaubens und des Lan­des in den Monaten November bis Mai aufnehmen, sie sollen schließlich von deutschen Mädchen in Palästina als Haushaltungs- und Fortbildungsschule benutzt werden und zu allgemeirlen Wohliätigkeitszwecken dienen. Manche Leute hatten bemängelt, daß die Tanten mit ihrem wuchtigen Turm

Kleines Feuilleton*

Heber die Beer di g un g» des berftorb ene'it Professors Achenbach in Tüsseitdorf geht uns folgende Drahtnachricht zu: Köln, 5. Llpril. Heute nachmittag wurde die Leiche des Professors Andreas Achenbach beerdigt. Bor dem Sarge schritt die Kapelle des 39. Infanterie-Regiments imb die Akademiker, neben demi Sarge Professoren und Lehrer der Akademie. Hinter dem Leichenwagen gingen die Familienange- hörigen, der Vertreter des Kaisers, Generalleutnant von Boehm, Beigeordneter Tr. Wülffing als Vertreter des Oberbürgermeisters, weitere Beigeordnete und Stadtverordnete, fast der getarnte Lehr­körper, die Mnstlerschaft und zahlreiche Bürger. Im Namen des Kaisers und des Kultusministers wurden Kränze niedergelegt.

Eine wertvolle P0rzellansamntlung wurde bim der Stadt Frankfurt angekauft und zwar unter eigen­artigen Hm ständen. Ter Draht meldet uns darüber unterm 5. April: Zum Ankauf einer Sammlung von Erzeugnissen der ehemaligen Höchster P 0 r zel lan m a nu f a kt ur beantragte der Magistrat die Bewilligung von 45000 Mark. Tiese For­derung wurde in der heutigen Stadtverordnetensitzung mit Rück­sicht auf die Finanzlage der Stadt von verschiedenen Seiten lcbhait bekämpft. Lei der namentlichen Abstimmung ergab sich Stimmengleichheit, worauf der Vorsitzende den Ausschlag für den Ankauf der Sammlung gab.

Heber die eigenartige Beschädi gung eines lwlertvrlün Gemäldes in der Pinakothek zu München wird uns geiefrieten: Ter äußerst heftige Sturm, der in der Nacht vom Tonnerstag auf Freitag herrschte, hob in der alten Pina kothe k ein Oberlichtfenster aus und warf es gegen das Gemälde der G r a b l e g u n g C h r i st i von von Tyck. Ein Stück Scheibe streifte den Acrniel der Madonna. Es besteht die be­gründete Aussicht, das Bild wieder so herzustellen, daß, keine Spur von der Verletzung übrig bleibt.

Einen selbständigen und bescheidenen Ge­lehrten und zugleich Schriftsteller, der ohne den Mandarinen- knöpf der Hniversitäten und der literarischen Autoritäten Be­deutsames erreicht bat, feierte am Sonntag in seinem kleinen Heimatsdörfchcn S ß r i g n a n in der Provence eine Schar Ge­lehrter, Literaten und amtlich'r Persönlichkeiten unter großem Jubel seiner Mitbürger. Ter 87jährige I. H. Fabre hat es 00m einfachen Torfschulmeister zu einem der geschätztesten Kenner der Jnsektenwelt gebracht, der er sein ganzes langes Leben hin durck) eine liebevolle Aufmerksamkeit widmete. Seine Entdeckungen auf diesem Gebiete sind weithin bekannt und haben manche epoche machende Veränderungen hervorgeruscn. Seine Studien zeichnen sich durch ihren flotten und poetischen Stll aus, der sie zur Lekttire auch, für die einfachsten Leute geeignet macht. So hat

rlus L^ej-en.

Der Präsident der hessischen Zweiten Kammer,, Geh. Regierungsrat Haas, hat an die Mitglieder des zur Umgestaltung der Staatsverwaltung au§ der Ziveiten Kammer gebildeten Ausschußes ein Schreiben ge­richtet, worin er ein bestimmtes 9( r b e i t § p r 0 g r a m m füv die demnächst auszunehmende Tätigkeit in Vorschlag bringt- Tanach soll eine Arbeitsteilung in der Weise stattfinden, bafc* innerhalb des Ausschusses Berichterstatter und aus der Zahl^ der Stellvertreter Gegenberichterstatter für folgende in sich! j usammenhäugende Zweige der staatlichen Verwaltung ge­bildet werden: 1. Allgemeine Staatsverwaltung und innere Verwaltung, einschließlich Landwirtschaft, Gewerbe und Bau- .vesen, 2. Kirche, Schulwesen, Wohlfahrtspflege und soziale Fürsorge, 3. Justiz, 4. Forst- und Kameralverwaltung, Eisen­bahnwesen, Katasterwesen usw., 5. Allgemeine Finanzwirt-* schäft, sinanzielles Verhältnis zum Reich, Steuerwesen usw. Als Unterlage für die Verhandlungen sollen nicht nur die zu erwartenden Reformvorschläge der Regierung dienen, sondern auch die Vorschläge, welche in möglichst ausgiebigem Maße» aus der Initiative der Ausschußmitglleder hervorgehen. Dazu werde es nötig sein, durch geeignete Vorarbeiten alles er­forderliche Material auS den Akten und Verhandlungen der Zweiten Kammer auS früheren Jahrgängen zusammenzutragen, zu sichten und in Form von Denkschriften, Vorträgen, Tabellen usw. zusammenzustellen.

Nr. 79 Erstes Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 6. April 191«

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blatt für ben Kreis (Siefoen M ߣ H iQf M H B E» M W Vtfc M HL H H Zeilenpreis: lokal IbPs^

(Dienstag und Freitag); Dff M W « « «L B M Ä H H auswärts 20 Pfennig.

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für die Redaktion 112, /Uf. Goetz; für .Feuille-

"ä General-Anzeiger für Gberheffen

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