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5.7.1910 Erstes Blatt
 
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Nr. 154

Erstes Blatt

160. Jahrgang

General-Anzeiger für Oberhessen

Dienstag S.Juli 1910

Gietzener Anzeiger

für bie Redaktion 112, WX^ Verantwortlich für den

SS= General-Anzeiger für Gberhessen =SSS= A«nal,me »on Anzeigen V 1 6 1 1 u. Land" undGenchts.

bis°rnMaA"s"i'A Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unlv.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition UNS Druckerei: Schnlstratze 7. Anzeigenteü^

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Liu Wort zum Allensteiner Sensationsprozetz.

ak. Wer in den letzten 4 Wochen bie Verhandlungen, Ivie sie sich vor dem. Schwurgericht in Allenstein vollzogen, aufmerksam verfolgt hat, wird sich des Eindrucks nicht ver­wehren gekonnt haben, daß hier eigentlich leeres Stroh gedroschen wurde. Ndußte man doch von vornherein annehmen, daß die Angeklagte, Frau v. Schönebeck, nicht aus die Dauer verhandlungssahig bleiben konnte, wenn ihr bei ihrer hochgradigen Hysterie alles das, was sie im Ver­lauf ihrer Ehe mit Herrn v. Schönebeck fid) hatte zu schulden lassen kommen, fortgesetzt unter die Augen gehalten wurde. Es muß solche moderne Tortur, bei der wir gar nicht da­von reden wollen, daß man auch Herrn v. Göden in seinen intimsten Regungen seit seiner Jugend an zerfaserte und diese Feststellungen auch auf Frau v. Schönebeck-Weber wirkten, eine Frau im höchsten Grade aufregen und ver­handlungsunfähig machen, weil damit das Moment des Gesundheitszustandes zu tlngunsten der Angeklagten fort­gesetzt verschoben wurde. Es ist richtig, der Vorsitzende des Schwurgerichts hat sich alle Mühe gegeben, die Verhand­lungen in einer Weise zu führen, daß die Öffentlichkeit an den sexuellen Perversitäten, wie sie zwischen Frau von Schönebeck und Henn v. Gäben vorgetommen sind, feine, genauere Notiz davon nehmen konnte. Der Vorsitzende hat auch wiederholt und fortgesetzt dafür Sorge getragen, daß der Sumpf des Allensteiner Dramas sich nicht fortgesetzt verbreiterte, indem er es verhütete, daß Personen, die in diese schmutzige Affäre verwickelt waren, wenigstens in­soweit geschont wurden, als ihre Namen und bie Einzel­heiten ihrer Hanblungen nicht an die Öffentlichkeit ge­zerrt wurden. Es blieb nur die Zeugin aus der Hebemann- jtraße, deren Aussagen, weil |ic mix allem, was sonst über Göben von seinen Kameraden zeugeneidlich vorgebracht wurde, in entschiedenstem Widerspruch stehen.

Da diese Aussagen, deren Einzelheiten wir nicht kennen, unter Ausschluß der Oesfentlichkeit abgegeben wurden, haben wir keinerlei Veranlassung, des 9Läheren auf sie einzugehen. Frau v. Schönebeck hat aber diese Marter der ganzen Er­örterungen über sich ergehen lassen müssen uno wenn sie nun am SamStag zusammenbrach, so ist das nicht erstaun- liu). Weshalb diese Marrer, weshalb diese moderne Tortur, wie wir sie auch schon int Eulenburgprozetz hatten? Der Zusammenbruch dieser Frau war vorauszufehen, so daß bie Feststellung der Sachverständigen, daß bie Angeltagte nicht nur verhanblungsuuchhig, sondern rockig geisteskrank und auf Monate hinaus nicht verhanolungssähig sei, feiner weiteren Verwunderung bedurfte.

ist also oie Verhandlung deS Schönebecks-Prozeß auf unbestimmte Zeit verengt. lieber vier Wochen hat der Prozeß gewöhn und eine große Unmasse von Schmutz ist wieder aus denkleinen Garnisonen" in die Oeffentlichkeit gezerrt worden. Wir fürchten, daß, mag man auch in solchen Fällen den Ausschluß der OeffenUichkeit noch so sehr aus moralischen Bedenken befürworten, dem preußischen Kriegs- ministerium ^eit genug bleibt und Veranlassung gegeben ist, diese Scharte auszuwetzen. Unseres Erachtens liegt der springende Punkt der ganzen sehr unliebsamen Affäre darin, daß Herr v. Schönebeck eine Dame heiratete, die ihm über die nötige Kommißzulage hinaus wohl hinreichend Mittel gewährte, aber nickst in der Lage war, den Ansprüchen zu genügen, bie man an eine Offiziersdame stellen muß. Eine hysterische Frau, ein schlapper Offizier und als Drittes ein phantastischer Hausfreund", finb Leute, die man nicht als typisch ür bie gesellschaftlichen Zustände in unserer Armee ansehen kann.

hessische Wahlkreisgeometrie.

Der Abg. Köhler-Langsdorf hat folgenden Antrag beim Landtage eingebracht:

Von allen Vorschlägen, die Bildung der Wahlkreise be­treffend, entspricht wohl feiner weniger den Anforderungen an Recht, Billigkeit und historische Auffassung als der­jenige der Fraktion des Bauernbundes. Es scheinen in dieser Fraktion andere als die allgemeinen Interessen vor­herrschend wirksam gewesen zu sein. Besonders in die Augen springend erscheint dies, wenn man den neuvorgeschlagenen Wahlbezirk Großen-Linden mit seiner ungewöhnlich niedrigen Einwohnerzahl von 15489 (gegen Gründ erg mit 21375 und Lich mit 20 413 Ew.) in Betracht zieht.

Es erscheint mir durchaus verwerflich, wenn ohne eine andere Nötigung als das Interesse der jeweiligen Mandats­inhaber bie Wähler zu Gruppen zusammengestellt werben, bie sowohl ihren Stammeseigentümlichkeiten als auch ihren Anschauungen, wie überhaupt ihrem geschichllichen Her­kommen widersprechen.

Darum war bie alte Bezirkseinteilung eine richtige, weil sie auf Landgerichtsbezirlen aufgebaut war, die selber die Fortsetzung von vorherbestandenen Grafschaften, Aem- tern, deuten, Markgenossenschaften usw. bildeten. So ent­sprach der seitherige Wahlkreis Hungen-Lich dem jahr­hundertealten Amte Hungen, bereinigt mit Teilen der Graf­schaft Solms-Laubach und dem Kernbestand der Grafschaft Solms-Lich

Nun aber versucht die'Fraktion des Bauernbundes-z. V. die Bewohnerschaft des sog. Hüttenbergs (Urbevölke­rung sind romanisterte Alemannen) mit der fräniisch-roma- nischen Bevölkerung der Solmstschen Grastchaften durch­einander zu werfen, und, was noch verkehrteräst, die Wähler der Rabenau, der althessischen Dörfer um Lollar mit denen der solmsischen Bezirke an Wetter und Horloff zu ver­mengen. Dieselben Leute, die ein ga»z bedeutendes in Aufstellung von Herdbüchern der Simmentaler und Vogels­berger Rindviehrafse leisten, übersehen, daß nicht alles, was Menschenantlitz trägt, gleich sei, und beachten nicht, daß anders geartete Menschen auch andere Wünsche und An­schauungen haben, besonders dann, wenn eine jahrhunderte­alte Eingewöhnung ihre Eigenarten festigte. Darum sollte wenigstens bie Großh. Regierung und die Erste Kammer in letzter Stunde noch solchen Vorschlägen ihre Zustimmung versagen, die wie bie erwähnten aller historischen und vernunftmäßigen Anschauung widerstreben.

Ich beantrage deshalb, die Zweite Kammer wolle be­schließen:

1. den seitherigen Wahlkreis Hungen-Lich in seinem seitherigen Bestand zu belassen,

2. die Großh. Regierung zu ersuchen, eine neue Wahl­kreiseinteilung, unter Berücksichtigung der natürlichen und geschichtlich gewordenen Verhältnisse des Landes und jeiner Bewohner dem Landtage zur Beschlußfassung vorzulegen.

4?olitifd?c Tagesschau.

Erziehung durch die Borromäus-Cnzyklika.

Das führende Blatt des deutschen Zentrums, dieKöln. Volksztg.", mit dem schönen Wahlspruch:Gemäßigt in der Form", harte bisher allzu abstoßend wirkende Schmäh­schriften über bie Reformation und die Reformatoren ab» geschüttelt. Nun aber haut sie in dieselbe Kerbe wie die Enzyllila desFriedensapostels" auf dem Stuhle Petri und bringt eine solch massive Schmähung des Protestantis­mus, wie man sie in einer deutschen Zeitung selten gesehen hat. In einem Leitartikel:Germanisation ist Protestanti-

sation" spricht sie darüber, daß die katholischen Polen, wenn sie nach dem piwtestantischen Norden Deutschlands zur Ar­beitserlangung auswanderten, zu Tausendenverkommen". Von den Arten dieses Verkommens nennt das Blatt in lapidarer Kürze zwei: Prostitution und Mischehe mit pro­testantischer Kindererziehung. Wörtlich heißt es über die in andere Landesteile abwandemden Polen:

IN dem katholischen Westfalen und Rheinland finden sie in der geordneten Seelsorge und der kompakten Masse ihrer Landsleute noch einigen Rückhalt, ziehen sie es vor, nach dem protestantischen Norden sich zu wenden, dann verkommen sie zu Taufenden. Man möge nur den Polizei­präsidenten von Berlin fragen, welches erschreckende Kon­tingent für die Berliner Prostitution unsere früher so sittenreinen polnischen Mädchen stellen. Mischehen mit protestantischer Kindere^iehung sind an der Tagesord­nung. Mir ist ein Fall bekannt, daß alle sechs Schwestern auf diese Weise in Hamburg ihren Glauben verleugnet haben."

Nach der ,M>ln. Volksztg." wird also Prostitution und Protestantismus gleich gewertet. Diese unerhörte Schmä­hung des protestantischen Glaubens läuft letzten Endes auf eine Verdammung unserer Ostmarken polillk hinaus, und gegen die preußische Regierung wird der Vorwurf erhoben, daß dieselbe unter einseitigster Verfolgung des politischen Zieles, die polnischen Schulkinder vermittels der Schule und der Kirche zu germanisieren, die religiös-sittliche Bil­dung der Jugend und ihre Vorbereitung für das spätere Leben gröblich vernachlässigt". Diese Angriffe gegen die Regierung sind ja nicht neu; neu ist aber der jeglichen Talles entbehrende Ton, in dem sie neuerdings vorgebracht werden und der beweist, daß bie Enzyklika Pius' X. in ultra- montanen Kreisen in der 'tat Schule gemacht hat.

Abbanberechtigung der Deutschen Kolomalgesellschaft für Südwestafrika.

Die neueste stummer desDeutschen Kolonialblatts", des Amtsblattes für Schutzgebiete, enthält bie Verfügung des Reichskanzlers über den Ber g o au im süd west­uf rikani scheu Schutzgebiete. Diese Verfügung bat sich burch den bekannten Diamantenvertrag als notwendig erwiesen und bezweckt, die durch den Vertrag bewirkten Abänderungen der bisherigen Vereinbarungen rechtlich sicher zu stellen. Die neue Verfügung bestimmt, baß die .Sonder- berechngung der deutschen Kolonialgejellschaft für Südwft- afrila auf Schürfen von Diamanten int Sperrgebiete am 31. März n I also am Ende der vereinbarten Sperr­zeit abläuft. Um jeden Zweifel zu beseillgen, wird gleich- zeillg festgesetzt, oaß die bis zu diesem Zeitpunkte von der Kolonialgesellschaft ordnungsmäßig belegten Edelmineral- Schürsfeloer in Bergbaufelder umzuwandein sind. Hierdurch wird der Einspruch, den bie Lüderitzbuchter Bergbehörde gegen die Umwandlung erhoben hat, hmfällig und die Kolonialgesellschaft in den bauernden Besitz von Tiamanten- selbern gesetzt. Mt dem Ablauf der Schürf sperre geht die Sonderberechtigung zur ausschließlichen Aufsuchung und Gewinnung von Mineraiietr aus den Fiskus über.

Die kretische §rage.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Kreta: Venizcles Vorschlag, die Mohammedaner gemäß dem Verlangen der Schutzmächte ohne Treueid zuzulassen, Nmrde a b g c - lehnt, womit auch der Gedanke des Koalltionskomckees hinsälll. Um erregte Sitzungen zu vermeioen, die eine gefährlicheRuckwirkimg im Lande haben müßten, beschlossen die Freunde von Venizeles, Überhaupt nicht an den Kammersitzuitgen leüzunehmen, wodurch die Kammer beschlußunfähig würde. In diesem Falle würde, wie der Korrespondent derKölnischen Zeitung" Weiler erfährt, Venb

SchiapareM.

Mailand, 4. Juli. Der Astronom Schiaparelli ist g e st o r b e n.

Der Name des genialen italienischen Astronomen, der gestern in Mailand gestorben ist, war gerade in jüngster Zeit wieder bei der Erdnähe des Planeten Mars im Munde aller Astronomen, obwohl der Fünf und siebzigjährige schon seit zehn Iühren den wohlverdienten Ruhestand genießt, handelt es sich doch gegenwärtig um die Entscheidung da­rüber, ob das, was Schiaparelli in feinen bahnbrechenden Untersuchungen über die Rotation uno die Topographie des Mars vor mehreren Jahrzehntett unumstößlich festgestellt zu haben schien, nämlich das Dasein der berühmten Niars- tanäle, auf Wirklichkeit ober Täuschung beruhe, ob wir mit­hin ein Recht haben, an dem Dasein von Marsbelvohnem als Erbauern solcher Riesenfanalanlagen festzuhalten oder rricht. Wenn auch, wie es leider wahrscheinlich ist, die Ent­scheidung zu ungunsteu der Kanäle und ihrer problemati­schen Schöpfer ausfallen wird, so kann das dem bleibenden Werte des auf zwanzigjährigen Beobachtuitgen beruhenden großen Marsw-erkes Schiaparellis keinen Abbruch tun. Der Anstoß, den es der Marsforschung gegeben, wird bis in ferne Zukunft fühlbar fein. Schon vor dem Beginn feiner Mars­beobachtungen hatte der junge Astronom, der feine Bildung neben dem heimischen Turin bcu Sternwarten zu Berlin und Pulkowa verdankte und schon mit 27 Jahren (1862) Direktor der Sternwarte zu Mailand wurde, sich durch einen BandBemerkungen und Reflexionen über die Theorie der Sternschnuppen" einen Namen gemacht. Er lvieS darin nab), daß offenbar manche Kometen an dem Auftreten ge­wisser periodischer Sternschnuppenfälle beteiligt sind, und daß vor allem der August- ober Laurenllus sch warm in engster Beziehung zu bem Kometen 1862III steyen müsse. Die Forschung hat diese Annahme bestätigt, und heute ist es uns ein ganz geläufiger Gedanke, bap die großen Srernfchnuppensrröme ihr Dasein der Zersplitterung be­stimmter Kometen berbanien, deren Bestandteile, durch die Anziehungskraft der Erde aus ihrer Bahn gelenkt, die oberen ,

Schichten der Atmosphäre durchqueren und hier ins Glühen i geratend das prächtige Bild der Sternschnuppen gewähren.! Bon weiteren wissenschaftlichen Arbeiten unb Erfolgen des unermüdlichen Forschers ist die Entdeckung eines der kleinen Planeten, Hesperia, die Feststellung der Rolationsdauer des Merkur uno der BenuS diese nicht imaiifechtbar sowie eine Reihe sehr mühsamer und genauer Messungen an DoppelstLruen zu nennen. Die letzten Arbeiten sowie feine Untersuchungen über numnigfache Themata aus der histo­rischen Astronomie, bie ihn bis in seinen Ruhestanb be­gleiteten, iverbeit nur vom Fachmann recht nach Verdienst gewürdigt werben können.

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23 ie König Georg seine Rechnungen bezahlt. Sogleich nach seiner Thronbesteigung wanbte König Georg V. feilte Aufmerksamkeit barauf, wie btc zahlreichen Rechnungen des königlichen Haushaltes beglichen werden. Er setzte, wie eine gut unterrichtete englische Gesellschastszeitfchrist zu berichten weiß, eine Rechnungskammer ein, bie unter ber Aufsicht bes Schatzmeisters Sir William CarringtonS steht und ordu''1 an, daß alles, was der königliche Haushalt an jedem Tage bm< nicht, in den Küchen, in den Vorratskammern nnd vom Hoffchlächtcr genau aufge­schrieben und so dem veranUvortlichen Rechnungsführer borge- legt werden sollte. Jede Aufstellung verzeichnet ben Lieferer der einzelnen Gegenstände unb den Preis. Die Aufstellungen jedes Tages werben in ein Generalbuch übertragen, und von diesem wicber in Hauptbücher. Diese Hauptbücher sind in dunkel- rotes Leder gebunden und zeigen aus der Vorderseite eine Krone in Goldpressung. Jeder Unternehmer, ber für den königlichen Haushalt liefert, sendet seine Rechnung am Ende des Monats ein, sie wird mit oem Hauptbuch verglichen und roenn keine Be­anstandungen erfolgen, sogleich bezahlt. Die Hofhaltung ver­langt nirgends und niemals eine Ermäßigung, es wird schon beim ersten Abschluß vorausgesetzt, daß der Häirdler seine Waren zu einem angemessenen Preise abgibt. Kommt der Händler nur in den geringsten Verdaust, daß er nicht vorwurfsfrei oertauft, so werden ihm auf der Stelle die Lieferungen entzogen. Wie lcder HaushaltUngsvorslanb, so schließt aud) König Georg durch feine Beamten für ständige Lieferung länger währende Verträge ab. Dies geschieht z. B. für Kohlenlieferungen, die immer auf drei Jahre abgeschlossen und halbjährlich beglichen werden. Im Marlborough House geschieht auch das Putzen der Fenster, das!

Reinigen der Teppiche und das Fegen der Kamine auf Grund I langjähriger bindender Abmachungen, die aud) das Reinigen der ' Scheiben über den kostbaren Gemälden des Palastes mitein- begreifen. Die Dienerschaft erhält ihren Lohn allmonatlich, die höheren Stellen durch Schecks, die ihnen vom Schatzmeister zu­gehen. Alles, was für den persönlichen Bedarf König Georgs bestimmt ist, wie Zigarren, Theaterkarten, Zeitungen, Bücher, wird von seinem Sekretariat aus begHdjeu. Die Bezahlung er­folgt ebenfalls in jedem Monat, König Georg wünscht die Rech­nungen vor der Zahlung aber immer erst zu sehen. Wie bei anderen Fürstlichkeiten, so geschieht es auch bei König Georg selten, daß er gegen bar einkauft, unb in Paris ereignete sich eines Tages, als er noch Prinz von Wales war, eine drollige Geschiftste. .In einer Buchhandlung sah er einige Sportreitschriften und Micher, ging hinein und kaufte sie. Bei der Bezahlung hatte er kein Geld bei fid} und sein Adjutant nur einen halben So­vereign. Die Büä)er sollten aber 20 Franks kosten.Das Geld wird Ihnen zugefandt werden!" sagte der AdjutmU. Ans den Prinzen zeigend, fügte er hinzu:Der Herr ist der Prinz von Wales!" Der Prinz selbst stand schon an der Tür, als ihm der Bmhhändler nachgelaufen kam und die Bücher wieder abnahm. Vor einigen Tagen kam einer und sagte, er sei ein englischer Herzog," meinte der Geschäftsmann, ,,id) habe seitdem weder von ihm noch, von den Büchern etwas gehört, bie er mitnahm. Sehen Sie, da steht: Verkauf nur gegen bar! Wie soll ich den Prinzen von einem Herzog unterfdjdben ?" Der Prinz sagte, der Mann habe sehr reckst unb versprach, die Bucher abholen zu lassen. Das geschah, aber der Buchhändler war auch bann noch nicht überzeugt, daß der Käufer der künftige Erbe deS Thrones von England gewesen fei: er hatte ja nicht mal 20 Franks bei stch gehabt!

Knrze Nachrichten aus Kunst n. Wissenschaft. Bei der Hunverljahrfeler ber Erlanger Universität wurden u. a. Professor Kahl- Berlin, Professor S e e b e r g - Berlin und Major P a r s e v a l - Berlin zu Ehrendottoren ernannt. Die Jntei ' nationale Ausstellung für Hvgiene in Buenos-Aires, woraus auch Deutschland vellreten ist, wurde in .Gegenwart dcS Präsidenten Figneroa Ale ort a feierlich eröffnet. Zu dem mit dem neunten deutschen Gabelsberg ersehen Stenographentag in Stutigarl verbundenen Wettfchreidcn am 24. Juli babeit ftd) insgesamt 203S Teilnehmer gemeldet. Die Wettjchreiben nm- lassen Gefcywind.igtci.ten vpn 120 bis 360 Silben,