AniveLsttäts-Naehrichten.
Marburg, 5. Mai. Am nächsten Samstag habilitiert sich in dec philosophisck-en Fakultät Dr. W. Harms mit einer Antrittsvorlesung über „Die Regenerationsvorgänge in ihren Beziehungen zur Entwickelung bcr Organismen".
LustschiffLhrt.
Straßburg i. G., 3. Mai. Der Flieger Wienzieres dnternahm heute abend G Uhr 45^Min. mit dem Antoinette- apparat einen Höhenflug über die Stadt und nm das Münster. Wienzieres gelang das b-n meisten Bewohnern völlig unerwartete Schauspiel ganz vortrefflich. Er kehrte gegen 7 Uhr auf das Pollpponfeld zurück. Für den Flug war durch den Statthalter, den Staatssekretär und einer Anzahl Straßburger Industrieller und Bürger ein Preis ausgesetzt.
Madrid, 5. Mai. Das lenkbare Luftschiff „Espana" hat lnnrte die von der Regierung für seine Uebernahme verlangte Probefahrt gemacht. Es stieg vormittags von seinem etwa 60 .Kilometer von Madrid entfernten Ankerplätze auf, überflog die Stadt, beschrieb über dem Königlichen Schloß mehrere Bogen und kehrte schließlich ohne Zwischenfall zu feinem AusgangÄ- vunktö zurück.
Kleine T^c^chronik.
In Äluwig (Landkreis Trier, warf eine Frau, anscheinend im Wahnsinn, ihr vier Monate altes Kind in einen Brunnen, um es vor dem durch den Kometen drohenden Weltuntergang (!) zu bewahren. Das Kind ist ertrunken.
Die Stadt Aurnvri wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. 8000 Häuser sind niedergebrannt. 30000 Personen sind obdachlos. 16 Personen sind umgekommen und viele verletzt.
SanLel nird Derfcbr,
Bleich enbach, 4. Mcn. Der hiesige Vorschuß- und 5k r e d i t v e r e i n, G. m. u. H., erzielte int abgelauienen Vereins- fahre einen Reingewinn von 2655 Mk. und an 437 Mitglieder konnten 7 Prozent Dividende verteilt werden.
Wrtte.
th. Gießen, 5. Mai. Ter gestrige Himmelfahrt- markt auf Oswald-s-Gartcn zeigte infolge der Anwesenheit des Zirkus Schumann ein anderes Gesicht als sonst unsere Kiiämer- märkte. Die Hälfte des großen Platzes ist von den Schumann-, Zelten eingenommen, so daß sich die Handelsleute mit ihren, Ständen auf beschränktem Raunt cinrichten mußten. Aber die Sache machte sich ganz gut, und auch der Besuch ließ infolge der Anwesenheit des Zirkus nichts zu wünschen übrig. Das Markt- geschäst soll ausgezeichnet gewesen sein. v
th. Gieß en , 6. Mai. Der dieswöchigc Rindviehmarkt hatte^cincn Auftrieb von annähernd 1000 Stück Großvieh, sowie 350 Stück Jungtieren und Kälbern. Infolge des nassen Wetters der letzten Tage und des,damit her vor gerufen en günstigen Standes der Fütterkräuter hat das Angebot von Milchvieh nachgelassen und die Nachfrage danach zugenommen. Schon der Vorhandel zeigte, daß hohe Preise für,schwarz-bunte Kühe gezahlt werden mußten. Der Markt selbst brachte einen außergewöhnlich lebhaften Handel bei Preisen für alle Viehgattungen — mit Ausnahme von Jungvieh —, wie wir sie lange nicht hatten. Tie außerordentliche Preissteigerung in fetten Rindern und Kühen wird von den Viehhändlern damit gegründet, daß durch die Erschwerung der Bieheinfuhr Verhältnisse herbeigeführt werden, die für den Handel und das Fleischergewerbc ungesund sind. Fette Rinder erreichten einen Preis, den man Anfang April für beste Schlachtochsen nicht anzulcgen,nötig hatte. Fette Kühe sind in den letzten 14 Tagen so im Preise gestiegen, daß geringwertige Wurstkühe bezahlt werden müssen, wie sonst Qualitätsware. Beim Kälbermarkt, der nur ein schwaches Angebot gebracht hatte, mußten sehr hohe Preise bezahlt werden, ohne daß es gelang, die Nachfrage für den kommenden Feiertagsbedarf zu decken. Äe Zwischenhändler und deren Abnehmer rechnen jedoch damit, daß
die Preise nach Pfingsten wieder.normal werden, wenigstens soweit es sich um Schlachtkälber handelt. Es wurden gehandelt das Stück: Milchkühe 1. Qual. 500—550 Mk. (einzelne extra gute Stücke bis 600 Mk.), 2. Qual. 420-480 Mk., 3. Qual. 350-400 Mk., junge Stiere und Rinder (schwarzbunte Ware, Höhenrassen, waren so gut wie nicht am Markt) '/Jährig 125—160 Di., bis Ijährig 170 bis 220 Mk., je nach Qualität und Form. Verkauit wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual. 74—76 Mk. (einzelne extraschwere Stücke bis 80 Mk.), 2. Qual. 71 bis 73 Mk.; fette Kühe 1. Qual. 70—73 Mk. (einzelne hervorragend gute Stücke bis 76 Mk.), 2. Qual. 65-69 Ulf., 3. Qualität <>0—64 Mk.: Kälber 1. Qual. 77—82 Mk. (vereinzelte exlraschwere Stücke bis 90 Mk.), 2. Qual. 70—76 Mk., 3. Qual. 64—68 Mk. Der Preis für fette Ochsen, die in der Gegend knapp sind, stellt sich vi bester Ware auf 83—b4 Mk. der Zentner Schlachtgewicht. — Nächster Markt am 24. und 25. Mai.
vom 4. Mai.
Tendenz: lebhaft, ausverkaust.
40-42 80-84
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Preis pro 100 Pfd.
gciüidit von-bls von-bis
58—63 96-104
52-57 88-96
46-49 77-82
fc. Frankfurt a.M. Vieh Hof-Marktbericht Auftrieb: Kälber 1223, Schafe 123, Schweine 1111.
Turch- schmtlsvreis pro 100 Pfd. L'tbenb» Schlachl- gewicht
Kälber.
Feinste Mast- (BoUmilchmast) und beste
Saugkälber Mittlere Diast- und gute Saugkälber . Geringere Saugkälber Schaf e.
Mastlämmer und jüngere Masthanunel S ch w e t u e.
Vcbciib» Sdila tjt- aewichc
Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 44—47 Junge, fleischige, nicht ausgernäftete und ältere ausgemästete 39—43 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere........ 35—39
Färsen, Kühe.
Vostsieischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtivertes 42—47 Vollstenchtge ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtivertes bis zu 7 Jahren . . 35—39 'Heitere ausgernäftete Kühe und wenig gut entwickelte jnngereKühe u. Färsen 30—35 'Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 24—30 Kälbe r.
Feinste Diast- (Vollmilchmasl) und beste
Saugkälber 55—60 Mittlere Diast- und gute Saugkälber . 51—54 Geringere Saugkälber 43—50 Schafe.
Mastlämmer und jüngere Diasthanimel 41—42 Schweine.
Vostsieischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebeiidgewlchl 53—55 Volifleischige Schweine über 2 Zentner itebcndgewicht 53-55 Fleischige Schweine 52—53 fc. Wiesbaden, 4. Mai. Heu- und Stroh markt.
Angefahren waren 9 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu 9.00 bis 11.20 Mk., Stroh (Nichtstroh) 6.40—0.00 Mk. F r ii ch t in a r k t. Hafer 16.40-16.60 Mk. Astes für 100 Kilo.
Ochsen. von-bis von-bis
Vollsieischige, ausgemästete, höchsten
Auftrieb: Rinder 82, Kälber 326, Schafe 38, Schweine 803.
Tendenz: Rinder gut, Ueberstand unbedeutend, Kalber, Schafe, Schweine gut, geräumt. Preis Durch-
pro 100 Vsd. schnittspreis
Lebenb. Lwlachr. pvo 100 Pfund gewicht -
Vostsieischige Schweine über 2'/, Zentner
Lebendgewicht 54.00-55 66.00-69
Fettschwetne über 3 Ztr.Lebendgew. 54.00-55.00 68—70
Fleischige Schweine 53.00-00.00 68.00-00
F.C. Wiesbaden. V i e h h o f - M a r k t b e r l ch t vom 4. Mai.
79-82
45
80
73-77
41
75
70—73
37
71
76-82
44
79
67-70
37
68
60—65
32
62
49-60
27
54
92—100
57
96
85-90
52
87
71-82
46
76
82-84
41
83
68—70
54
69
68—70
54
69
67—68
52
67
Limburg a. d. Lahu, 4. Mai. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 18,10 Mk., weißer Weizen (angebaute Freindsorlen) 17,80 Dik., Korn 11,70 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 Dik., Braugerste 00,00 Mk», Hafer 7,50 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 4,60-6,00 Dik.
LLirchliche Nachrichten.
Evangelische weineinüe.
Sonntag Exandi, den 8. M a i: Gottesdienst.
In der Staütkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D Schlosser.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Matthäusgeineinde.
Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrassistent Haustein.
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.
Pfarrer Schwabe.
Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgenieinde.
Pfarrer Schwabe.
Am 1. Psingstfeiertag wird Beichte und heiliges Abendinahl für die Matthäus- und Diarkusgenieinde im Hauptgottesdienst gehalten werden. Aniiieldiing dazii wird vorher bei dem Pfarrer jeder Geinemde erbeten.
3n der Zohanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r.
Zugleich Ehristenlehre für die Neuloiisirmierten aus der Lukas- gemembe.
Vormittags 91/, Uhr: Professor D. Schian.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.
Pfarrer Ausfeld.
Abends 8 Uhr: Versamnilung und Blbelbesprechung im Johannessaal.
Am 2. Psingstfeiertag findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- uub Johannesgemeiude statt. Anineldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Geineinde erbeten.
Am L Psingstfeiertag wird die Kollekte für die hessische L u t h e r st i s t it n g erhoben werdeii.
Israelitische ächgtotisgememöc.
SottesOteust m öer Spuagoae (Süd-Anlage).
Samstag den 7. M a i 1910 :
Vorabend 7.30 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr. Schrifterklärung.
S a b b a t a u sg an g 8.45 Uhr.
Israelitische üeligionsgejellschast.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 7. M ai 1910:
Freitag abend 7.30 Uhr.
Samstag vormttag 8.00 Uhr.
9lad)mittag§ 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 8.45 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 8.45 Uhr.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Mai
1910
Barometer auf 0° reduziert
der Luft u
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
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(Brib der Q3ciiölhung in gehniei der (Idjlb. Htmmelssi.
Wetter
r, 216
742,2
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SSW
4
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5. 9”
741,5
80
5,6
69
SW
2
3
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739,9
8,2
6,7
82
SW
2
10
Höchste
Temve
ratur
am 4
bis 5.
M
ti = 4
- 12,1 °C.
Niedrigste
■
, 4. , 5.
M
-- 4
5.3 °C.
4. Mai 1910.
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2639
M
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Danksagung»
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Ableben unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante sagen wir unseren innigsten Dank.
Dr. Hermann Alker
Marie Alker
Anna Wagner geb. Alker Caroline Alker geb. Melior
Gustav Wagner.
Friedhofes aus statt.
2655
Todes-Anzeige.
Heute morgen 3 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Schwiegersohn und Schwager
Herr Paul Scheibe
Schriftsetzer.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Emilie Scheibe nebst Kindern.
Gießen (Asterweg 46), den 6. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Sonntag den 8. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen
Gelegen heitskauf in Damengürteln. Einen Poften eleganter Damengürtel zur Hälfte des seitherigen Preises hat abzugebcn (2607 August ft lbinger, Selterswcg 79.
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Giessen, Mai 1910.
d6/6
Im Namen der Geschwister:
Kammerdirektor Birnbaum
Für alle lieben Beweise teilnehmenden Gedenkens sagen wir herzlichsten Dank.
Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen bot, ineine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Katharina Faber, geb. Magnus
im 51. Lebensjahr nach langem schweren Leiden zu sich abzurusen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Faber, Schlossermeister und Kinder.
Großen-Linden, den 5. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Sonntag den 8. Mai, uackm. 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 2654
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Daick.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Louise Kreß.
Gießen Kaiser-Allee 50, den 6. Mai 1910. (03813
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