Ausgabe 
6.9.1910 Erstes Blatt
 
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Ter französische Minister Pichon erklärte einem Bericht­erstatter desEcho de Paris" über feine Unter: ebung mit Daiki Pascha in der Anleihe frage, daß die franzö­sische Regierung sich nur von den allgemeinen Interessen Frank­reichs leiten lasse und die Zulassung zur Notierung an her Pariser Börse nur dann gewähren könne, wenn die Bürgschaften auf einer soliden Grundlage beruhen, sowie das Vertrauen der franzö­sischen Sparer rechtfertigen. Tie Verhandlungen darüber dauer­ten fort. Das Gerücht, ich hätte beim Großwesir darauf be­standen, daß die Anleihe von der Ottomanischen Bank durchge­führt werde, ist durchaus unzutreffend.

Ter spanische Ministerpräsident Caualefas gibt bekannt, daß die Nachrichten aus Barcelona günstiger lauten. Vor­mittags zogen Gruppen von Frauen durch die Stadt, doch wurde die Ruhe nicht gestört. Die Stadt hat zwar ihr gewöhnliches Aus­sehen, doch herrscht eine getoiffe Beunruhigung. Die meisten Arbeiter kennen gar nicht die Ursack>en des Streiks und leisten dem Ruf zum Streik, wie es scheint, nur aus Furcht Folge. Cana- lcjas ist der Ansicht, daß es sich um eine politische Bewegung handele, der die Republikaner fernstehen.

Das Komitee für Arbeitersolidarität in Barcelona kündigte durch Anschlag für Dienstag den Generalstreik zum Zeichen der Solidarität mit den Ausständigen in Bilbao. Durch diese unerwartete Maßnahme scheinen die .Arbeiter selbst überrascht zu sein.

Die kretischen Schutzmächte tatcu^ neue Schritte bei der Pforte, damit diese die Sage durch neue Forderungen in der Frage der Anerkennung der Wahlen der kretischen Abge­ordneten zur griechischen Nationalversammlung nicht schwieriger gestalte.

Von Jerisewitz ist eine weitere türkische S ch nell - feuerbatterie an die griechische Grenze abgegangen. Bei Maria erfolgte ein Zusammenstoß mit bewaffneten Griechen, von denen drei erschossen wurden, während die übrigen flüchteten. Auf türkischer Sette wurde ein Soldat getötet und zwei Mann verwundet.

Auf dem Kongreß zur Erhaltung der Naturschätze in S t. Paul lobte Präsident Tast die Bestrebungen Roosevelts zur Erhaltung der natürlichen Hilfsquellen' und gab seiner Freude Ausdruck, eine solche Politik übernommen zu haben und zu ihrer Verwirklichung beitragen, zu können. Andererseits bedauerte Taft, indem er deutlich auf den Nationalismus als die neue Idee, welche Roosevelt zu der scinigen macht, spielte, die Zunahme des Bestrebens für alles und jedes auf die Bundesregierung zu rechnen. Die einzige sichere Politik fei, sich in den Grenzen der Verfassung zu halten und die Befugnisse der Einzel st aaten zu achten.

Wie derNewyork Herald" aus Washington meldet, hat das Kriegsdepartement Pläne zur Befestigung des Pa­namakanals ausgearbeitet, die über 14 Millionen Dollars beanspruchen wird und eine möglichst baldige Inangriff­nahme der Befestigung anregl.

Wie Reuter meldet, frühen täglich Verhandlungen zwischen der chinesischen Regierung und den Vizekönigen statt, in denen die Wiedereinsetzung duanshikais er­örtert wird. Die Palastintrignen üben offenbar einen mächtigen Einfluß aus. Die Aussichten Puanshikais Dertingern sich in­folge der Obstruktion von feiten der Kaiserin-Witwe, welche die sich durch die augenblickliche Sage bietende Gelegenheit erfaßt hat und sich bemüht, wieder in den Besitz der Macht zu kommen. Es herrscht die Ansicht, daß dieser Versuch, der wahrscheinlich die letzte Anstrengung ist, die reaktionäre Regierung unter der Leitung der Frau wiederherzustellen, nicht gelingen wird.

21ms Stabt und Land.

Gießen, 6. Sept. 1910.

Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Kaufmann Adolf Sternitzki in St. Petersburg das Ritter­kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen.

** Ernannt wurden die Regierungsbauführer Oskar Christ aus Mainz, Aug. Nau aus Reinheim, Fritz Nod- nagel aus Darmstadt, Adolf Schaumberg au§ Hom­berg a. d. Ohm und Karl Storck aus Darmstadt zu Regierungsbaumeistern.

** Erledigte Sehr erstell en: Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende 2. Sehrerstelle an der Gemeindeschule zu MoSbach; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Klingen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Nosenberg steht das Präsentations­recht zu; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Sehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Hausen a. B. (Kreis Friedberg). Mit der Stelle ist Organisten- sund Sektordienst verbunden. Dem Fürsten zu Solms-Sich steht das Präsen- tationSrecht zu.

* * Der Parteivorstand der christlich- sozialen Partei gibt das Programm für den vom 11.13. September in Siegen statt sind enden 14. Parteitag bekannt. Danach finket am Sonntag nachmittag eine all­gemeine Eröffnungsversammlung statt. In dieser Ver­sammlung werden verschiedene Redner, darunter die Reichs­lagsabgeordneten Dr. Burckhardt (Godesberg) und Franz Lehrens (Essen) über:Unser Programm" sprechen. Am gleichen Tage findet abends eine Begrüßungsversamm- 'hing statt. A m Montag vormittag nehmen die Verhand­lungen des Parteitages ihren Anfang. Abgesehen von der Beratung und Beschlußfassung über eine neue Satzung der christlich-sozialen Partei gewinnt der diesjährige Parteitag dadurch an Interesse, daß man sich bei der diesjährigen Tagung über ein neues Parteiprogramm schlüssig werden wird. Der Reichstagskandidat für den Wahlkreis Sieaen-i Wittgenstein-Biedenkopf, Generalsekretär Lizentiat Reinhard Mumm (Berlin), wird über diesen Punkt Bericht erstatten. Am Dienstag abend geht die Tagung zu Ende.

Billiges Futter. Die Grummetgras-Ver­steigerung der städtischen Wiesen hat einen Gesamterlös von nur 4 2 28 Mk. 60 Pfg. gegen 10 647 Mk. 09 Pfg. im Vorjahre erbracht.

* Von den Wandernden. In der Herberge zur Heimat kehrten im August ein 1049 Gäste (gegen 1355 im August 1909). Davon nahmen SogiS an gegen Arbeits­leistung 489 (676), gegen Bezahlung 566 (679). Offene Stellen waren angemelüet 163, darunter für Handwerker 52, für Arbeiter 113. Besetzt wurden im Ganzen 82 Stellen,

mit Handwerkern 22, mit Arbeitern 60. Der Rest der nicht besetzten Stellen erledigte sich durch Zurücknahme (63 Fälle) oder durch Fristablauf.

**Die Maul- und Klauenseuche ist ausge- brochcn in Erlau, Bezirk Rochlitz im Königreich Sachsen, am 2. September, und in Baer walde, Kreis Neustettin, Regierungsbezirk Köslin, am 3. September.

Alsfeld, 5. Sept. Im Kreise Alsfeld wurde die Tuberkulose-Ausstellung wie folgt besucht: Romrod von 800, Kirtorf von 650, Homberg a. d. O. und Nieder-Ohmen von je 1000 Personen. Insgesamt fanden 22 Vorträge statt. Die Ausstellung wandert dem- nächst in die Kreise Friedberg und Gießen.

Helgi) auf en, 5. Sept. Bürgermeister Dickert ist nach etwa 30jähriger Amtszeit im Alter von fast 80 Jahren gestorben. Er war 25 Jahre Ortsoberhaupt der beiden Orte Uetzhausen und Nieder-Stoll, und als sich Nieder-Stoll als eigene Bürgermeisterei vor etwa 5 Jahren abtrennte, wurde er hier zum dritten Male wiedergewählt.

Ortenberg, 5. Sept. Der bekannte Crtenberger kalte Markt" ist auf den 3. November festgesetzt.

A Hcrbstein, 5. Sept. Sparkasserechner Waitz, eine nn oberen Vogelsberg weit bekannte und beliebte Persönlichkeit, wurde unter sehr starker Beteiligung aus der gesamten Umgegend beerdigt. Er hat die Bezirkssparkasse 33 Jahre verwaltet.

A Schlitz, 5. Sept. Eine Versammlung der Bürgermeister des Schlitzerlandes, die gestern nachmittag hier stattsand, beschäftigte sich mit der Beteiligung des Schlitzerlandes an der landwirtschaftlichen Kreisschau des Kreises Lauterbach. Es wurde auch beschloßen, sich an dem Festzug zu beteiligen.

Nidda, 4. Sept. Das Bismarck-Denkmal auf der .Beunde" ist nahezu vollendet und weithin sichtbar.

Von der oberen Nidda, 5. Sept. Die Mäuse - plage hat einen solchen Höhepunkt erreicht, daß man kaum über einen Acker gehen kann, ohne auf eine Maus zu treten. An den Kartoffeln richten die Tiere empfindlichen Schaden an. Auch die sogen. Scharmäuse fressen an schon starken Bäumen die Wurzeln ab, daß sie absterben. Es ist dringend nötig, daß von Obrigkeitswegen zur Vertilgung der Mäuse gezwungen wird, sonst ist die Winteraussaat und der junge Klee verloren.

Butzbach, 5. Sept. Der Verbandstag der gemeinnützigen Bau vereine im Großherzogtum Hessen findet am (Sonntag dem 18. September imTaunus­hotel" hier statt. In der Tagesordnung sprechen: Bürger­meister Treber-Rüsselsheim (Wie können die Bauvereine ihre Entwicklung günstig beeinflußen ?) und Amtsrichter Müller-Vilbel (Das Neichsgesetz über die Sicherung der Bauforderungen und die Baugenossenschaften). Nach der Tagung findet ein gemeinschaftliches Essen statt. Im Ver­sammlungslokal werden gleichzeitig Baupläne und Modelle zu Häusern mit kleinen Wohnungen zur Ausstellung gelangen.

Bad-Nauheim, 5. Sept. Die Abgeordneten-Ver- sammlung des Deutschen Architekten- und Ingenieur-Ver­bandes besuchte gestern mit ihren Damen Bcrd-Nauheim. Sie wurden von der Kurverwaltung zum Diner eingeladen. Hierauf besichtigten sie unter Lettung der einzelnen Ressort­chefs die Mafchinenzentrale, die Salinen sowie sämtliche technischen Neueinrichtungen.

r. Münzenberg, 5. Sept. Der Zar, der Groß­herzog, sowie die Sicher Herrschaften nebst Gefolge nahmen nach der Besichtigung der Burg in der Garten­wirtschaft H. Klein den Kaffee ein. Bei dieser Gelegenheit ivurde es dem Photographen August Konrad in Hungen ge­stattet, eine Ausnahme der gesamten Kaffeegesellschaft zu machen.

Ehringshausen, 5. Sept. Unser Bahnhofsumbau ist jetzt nahezu vollendet; das neue Bahnhofsgebäude ist dieser Tage dem Verkehr übergeben worden. Das alte Ge­bäude ist abgebrochen.

Oberursel i. T., 5. Sept. (Priv.-sTelegr.) Heute vormittag 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Vereins nassauischer Land- und Forstwirte, Präsident der Sandwirtschaftskammer Barttnann-Südicke-Franksurt a. M., in derRose" die 89. Generalversammlung des Vereins in Anwesenheit von 225 Delegierten, zahlreicher Gäste und der staatlichen und städtischen Behörden, unter denen sich Regierungspräsident v. Meister, Landrat Ritter v. Marx u. a. befanden. Nach der Verlesung des Rechenschafts-t berichts kam der Vorsitzende auf die Fleischnot zu sprechen und sagte: Fleischnot existiert nicht, sondern nur eine Fleischteuerung, die durch die Anforderungen der Haus-, freuten mit verursacht ist, weiter durch die hygienischen Maßnahmen und durch die Unkosten bei der Schlachtung. Der Grenzschutz muß bleiben, schon wegen der Seuchen-, gefahr. Daß das Fleisch billiger wird durch Oefsnen der Grenzen, ist nicht der Fall. Das Fleisch im Auslande ist ebenso teuer wie im Inland.

wandern und Reisen.

Roths illustrierter Führer Nr. 2. Gießen und das Sahnt al von der Sahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitentälern in ihren unteren und mittleren Stufen. 4. Ausl., bearbeitet von Heinrich Suerssen. Mit etwa 100 Illustrationen und 6 Plänen, 4 Kärtchen und einer großen Uebersichtskarte. Verlag von Emil Roth in Gießen. Der gediegene Roth'sche Führer durch das Sahntal, der nun schon in vierter Auflage vorliegt, ist gegen die früheren Auflagen wesentlich ergänzt und erweitert worden. Neue Wande­rungen sind auf genommen und die alten durchgesehen und, wo es notwendig war, berichtigt worden. Die alten Vorzüge des Luerssen'sckien Führers sind geblieben, nämlich die praktische Ein­teilung des Buches und die übersichtliche Anordnung des Stoffes, die das Wairdern sehr erleichtert und zu einem wirklichen Genuß

macht. Tas Buch soll dem praktischen Gebrauch des Toutisierr dienen und hält sich aus diesem Grund in glücklichster Weise davon fern, eine trockene Geschichtschronik der zum Lahntal ge­hörigen Landschaften, Burgen ufiu. zu werden. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß die Geschichte ganz aus dem Buche aus­geschaltet werde. Sie ist gerade soviel erwähnt, wie zum rechten Verständnis der Gegend notwendig ist. Die Markierungsarbeit unserer Toutistenvereine ist in hervorragendem Maße berück­sichtigt, so daß sie auch dem Nichteinheimischen richtig nu'jbac gemacht ist. Die beigegebenen Karten zeichnen sich durchweg durch große Deutlichkeit aus und auch die zahlreichen in den Text eingeftreuten Illustrationen sind sauber und deutlich, wozu die hinsichtlich der Farbe mit dem Text übereinstimmende Druck­art wesentlich beiträgt. Der Führer läßt die noch lange nicht genug gewürdigten Schönheiten des Lahntales im günstigsten Sichte erscheinen und wird ihm sicher viele neue Freunde werben.

üeberschwemmungen.

Karansebes (Komilctt Krasso-Szoereny), 3. Sept. Der ^emesfluß hat heute infolge 48 stündigen RegenS den Damm durchbrochen und einen großen Teil der Stadt unter Wasser gesetzt. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Der Schaden ist groß. Man befürchtet, daß Menschenleben den Fluten zum Opfer gefallen sind. Auck) aus anderen Teilen des Komitats wird großer Wasserschaden gemeldet. Gifenbabnbäntme wurden mehrfach be­schädigt, weswegeN-der Bahnverkehr eingestellt ist.

O r s o v a , 5. Sept. Infolge des anhaltenden Regens überschwemmte der O s e r n a b a ch das Eseratal und überflutete die Bahnkolonie mit allen Häusern. Die Landstraße wurde völlig weggeschwemmt, so daß der Verkehr unterbrochen ift Im Eseratal sind fünf Häuser eingestürzt. Die Bahnbrücke bei I a b l a n i c z a ist gleichfalls weggeschwemmt. Der B a h n v e r- ke hr i ft unterbrochen. Auch in anderen Orten richtete das Hochwasser großen Schaden an. Nähere Mitteilungen fehlen ledoch, da der Verkehr vollständig unterbrochen ist.

Bukarest, 5. Sept. Infolge Wolkenbruches ist die Eisen- bahnsttecke Tumu-Severin-Vercioreva beschädigt. Die Ausbesse­rungsarbeiten werden eine Woche erfordern.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 6. Sept. Heu- und Stroh markt. Angelahren waren 5 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,003,40 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2,50 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft langsam. Die Zusuhren waren aus Oberhessen, dem Kreise Dieburg unb dem Ilntertaunuskreis.

Briefkasten Ser BeSaktion.

(Anonhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Z. Auch in Dienstwohnungen kann einqimrtiert werden.

Meher-Fürstcr. Grünewald bei Berlin, Beymestraße 7.

Amtlicher Wetterbericht.

Verlauf der Witterung seit gestern früh: Die nach Südost- ellropa abziehende Zyklone hat auch gestern und in der Nacht noch Regenfälle gebracht; doch hab'en bei von Westen vordringendem hohem Druck die Niederschläge wesentlich an Starke abgenömmen. Die Temperaturen sind anhaltend herbstlich 2-3 Grad unter dem Mittel. Die Jslandzyklone hat sich wieder aufgelöst, so daß jetzt hoher Triick Einfluß geiuinnt.

Wetteraussichten m Hessen am Mittwoch dem 7. Sept. 1910: Wolkig und nebelig, trocken, kühl. Ruhiges trockenes Herbstwetter m Aussicht.

Gklgtnal'DrahttticlVungen«

51. Allgemeiner deutscher Genoffeuschaststag. (Telegraphischer Bericht.)

Rb. B a d-iNauheim, 6. Sept.

Der 51. allgemeine deutsche Genossenschaststag wurde, heute früh 9 Uhr im Konzertsaal des Kurhauses eröffnet Etwa 1000 Teilnehmer, darunter sehr viele Frauen, hatten sich zu der feierlichen Eröffnung eingefunden. Justizrat Dr. Alberti (Wiesbaden) eröffnete die Tagung und wies in seiner Rede darauf hin, daß die Beteiligung, obschon der Genossenschaststag nun schon zum drittenmal im Westen ab­gehalten werde, eher stärker als schwächer geworden sei. Unter den zahlreichen Abordnungen befanden sich Vertreter der Reichsbank, der Dresdener Bank, der Handelskammern und der Behörden. Tie hessische Regierung war vertteten durch Geheimrat Best, Kreisrat Schlrephake und Landesökonomierat Müller.

Geheimrat Best begrüßte im Namen der hessischen Regierung und der übrigen Gäste die Versammlung und wies darauf hin, daß in Hessen die Genossenschaften nach Schulze-Delitzsch die erste Stelle einnehmen. Da die Form des Erwerbslebens immer verwickelter würde, seren die Ge-, nossenschaften nachdrücklich zu fördern. Regierungsassessor Römheld (Berlin) begrüßte die Versammlung im Namen des preußischen Mnisteriums, Bürgermeister Dr. Kayser im Namen der Stadt Bad-(Nauheim. Außerdem sprachen noch der kaiserliche Direktor Belin g (Frankfurt), Gustav Richter (Wien) als Vertteter der österreichischen Handels­und Gewerbekammern.

Die Tagesordnung wurde von Pros. Dr. C r ü g e r mit der Bekanntgabe des Jahresberichtes eröffnet. Danach ge­hören gegenwärtig 23 309 Genossenschaften zu dem all­gemeinen Verband deutscher Erwerbs- und Wirtschafts- genossenschaften, deren geschäftliche Leistungen sich auf 20 Milliarden Mark beziffern. Um 1 Uhr ging die Sitzung zu Ende.

-m. Friedberg, 6. Sept. (Privattelegramm.) Heute früh um 6 Uhr erschoß sich hier der Salinenwärter Georg Becker, der den Zaren kürzlich nach der Saline begleitet hat. Becker hatte wegen seines Lebenswandels eine Ver­warnung erhalten, tvas er als Kündigung auffaßte.

Wien, 5. Sept. In der ganzen Bukowina ist, tote dieNeue Freie Presse" aus Czernowitz meldet, die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Abhaltung aller Vieh- inarfte ist untersagt und die Vieheinfuhr nach Czernowitz verboten. Es herrscht großer F1 eischm a ng e l.

London, 6. Sept. Dem Handelsamte sind zur lieber^ Mittelung an einen Polizeibeantten unö^wei Bootsleuten aus Leith goldene Uhren zugegangen, die der deutsche Kaiser in Anerkennung ihrer beim Kentern eines dem Schoner' Heinrich" aus Geestemünde gehörigen Bootes am 1. Januar 1910 geleisteten Dienste für sie bestimmt hat.

Mittwoch den 7. September b. Js., nachm. 2 llbr, werden in dem Bieterschen Saale Möbel aller Arten, 1 Pserd, 3 Kasten­wagen, 1 Grammophon, 1 Näh­maschine, 1 Trückkarrcn, Schuh- u. Sattlerwaren, 1 Kaffenschrank, 1 Pianino, Wirtstische u. -Stühle, 1 vierräd. Handwagen, 1 Partie Werkholz u. a. m. versteigert. 4804

Die Versteigerung des Drück- karrens sindet bestimmt statt.

Geißler. Gerichtsvollzieder.

Mili -3tr. 20 Pfg., vertäust Viehhändler Baer.

ZUMOMM

Junker- und M-Oefeo

Es können in einem demnächst einlaufenden Waggon obigcrOefen noch solchenach besonderem Wunsch wie creme, blau, braun, weiß oder sonstige Farben mitbezogen werden. [4805

Gangbare Stapelnummern hiervon stets vorrätig. Bestel­lungen erbeten an Spezialgeschäft der Ofen- und Herdindusttie, Neuenweg 18.________________

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