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06/08/1910 Erstes Blatt
 
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Aus und Lund

Auslund

arltis ch e r

schloß, ohne Begründung die Entscheidung der F-rage dem Lureau in Bern zu überlassen. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, die Bereinigten Staaten von Amerika zu ersuchen, die Initiative zu einer diplomatischen Konferenz zu er- grelfen, mit dem Zwecke, die Unantastbarkeit des Privat­eigentums zur See zii proklamieren.

4. i c Teilnehmer a n \ c d d c f i n < < - am1' LV- i bcfr'il fr«0,14 J f»° «emdM 'mirV, m ' x)Uh au| bci "^liinz ui der Lillebay, einem Teil der

Der Schiffsverkaus an die Türkei.

Obwohl bereits geineldet lvird, daß in Berlin die Zahlungsformalitäten beim Uebergang der 'deutschen Panzer­schiffe an die Türkei erledigt werden sollen, werden von englischer Seite noch -Querlreiberien versucht.- ,

£ London, 5.'August.

DK. Der Konstant-inovlcr Korrespondent derTimes" drahtet, daß scheinbar noch kein Entschluß wegen des An­kaufs der deutschen Linienschiffe gefaßt lvorden fei, und ebenso auch nicht wegen der Kontrakte für den Bau mm Dreadnoughts. Der Korrespondent behauptet aus zu­verlässiger Quelle erfahren zu haben, daß der Minister- r a t den Wunsch habe, die Schiffe zu taufen, daß aber die technischen Berater der Admiralität d a g e g e n seien, weil sie die in Frage stehenden Schiffe als nicht geeignet für den Zweck ansähen, für den man sie haben wolle. Er fügt hinzu, es fei klar, daß die türkische Regrerung so schnell lvie möglich ein Schiff suche, das es im Kriegsfall mit dem griechischen Kreuzer Avarosf anfuehuien könnte, aber lucnn man bedenke, daß dieses Schiss 22 Knoten fahren tonne und 9,5 zöllige Geschütze habe von 55 Kalibern, dann feien die Bedenken der Admiralität ebenso verständlich.

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Finanzminister Dschavid Bc» soll sich, Ivie aus Konstantinopel gemeldet lvird, nach Berlin begeben zur Erledigung der Zahlungsfornialitäteii für die angekauften zwei Panzerschiffe.

den den Trägern die Mafien abgenommen, ein Xroflcr td u r b e getötet. Gleich hinter Ngamba b c * A a U !l Jc Q 1 *a & 'c K aralvaue mit Speeren uno Pfeilen z u beschießen. Während die Träger davonliefen, erhielt Bretsch neid er einen Pfeil- sch u ft in den Hals, der den sofortigen Tod herbeiführte. Die r c i d) c w nrde unter die an dem U e b e r s a l l beteiligten H ä u p t l i n g e verteilt. Bon den Trä­gern meldeten sich nur zlvei bei der Ezpedilionstruppe. Ans deren Angaben und aus die Aussagen mehrerer aufge- grifsener Makka-Weiber stützen sich die vorläufigen Feststel­lungen. Diese Zeugen stimmen darin überein, daß Bret- sthiwider sich keine Üebergriffe gegenüber den Eingeborenen zu schulden lommen ließ. Die Motive der Tat bedürfen noch der Aufklärung. An Ort unb Stelle bei dem Dorfe voii Ngamba wurde von der Truppenabteilung nur ein Koffer, sine Kiste unb ein Notizbuch des Ermordeten, sowie ein an ihn gerichteter Brief gesunden.

Gießen, 6. August 1910.

Tie Serien beginnen!

Für die höheren Schulen unserer Stadt beginnen heute die großen Ferien, für die Volksschüler leider erst mit einem späteren Termin. Obwohl sich der Bürgervcrein in einer Versammlung ganz energisch dafür ausgesprochen hatte, die Frrien für alle städtischen Schulen gemeinsam ein- zurichten, ift cS bis heute doch nur ein frommer Wunsch ge­blieben. Wie hat uns in unserer Kindheit das Wort Ferien doch immer so hoch beglückt! Wenn wir aber glauben wollten, schon seit alten Zeiten hätten Schüler und Lehrer dieses Wonnegefühl gehabt, so befinden wir uns in einem Irrtum. Die Serien sind in ihrer jetzigen Bedeutung eine segensreiche moderne Schöpfung. Unterbrechungen des Unter- richts hat es wohl schon zur Zeit der alten Griechen und Körner gegeben, aber von einer bestimmten Ferienordnung wußte man noch nichts. Diese Art Ferien, wie auch die der mittelalterlichen Schulen entsprangen nid<t gesundheitlichen Rücksichten gegen Lehrer und Schüler, sondern sie galten vaterländischen oder religiös-kirchlichen Rücksichten.

Ein Glück für die Schüler ivar der Umstand, daß zur Zeit des Mittelalters und darüber hinaus die kirchlichen Fest­loge im Jahr außerordentlich zahlreich waren. An diesen Tagen fiel zivar der Unterricht aus, aber die Schüler wurden zur Aufführung der für die Festtage bestimmten Gesänge herangezogen, wie sie überhaupt beim Kirchendienst vielfach mittun mußten. Rur in dem Falle, wenn Semesterschluß und Ofterfeiertage zusammenfielen, dann gab c§ im Schul- bettieb eine kleine Ruhepause. Auch 'zur Weihnachtzeit dehnten sich die Ferien zuweilen bis zuni Dreikönigstage aus. Und dies geschah auch nur in Rücksicht auf die kurzen, kalten Tage, die es bei den mangelhaften Heizungs- und Be­leuchtungsanlagen nicht anders zuließen. Zu den kirchlichen Festtagen traten dann noch die ost mehrtägigen Jahrmärkte, an denen ebenfalls der Unterricht auSficl. Diese freien Tage waren für den Unterrichtsbetrieb recht störende Unter­brechungen, den Schülern aber niemals eine Erholungszeit. In Erkenntnis der Unzweckmäßigkeit dieses Systems hat sich dann später der Gedanke au ordnungsmäßige, längere Ferien allmählich Bahn gebrochen. In den Schillordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts finden sich bereits Bestimmungen über die sogenannten .Hundstagsfcrien". Zuerst aber in der Form, daß m dieser Zeit nur dec Rachmitlagsunterricht ausfiel. Die

Schüler der Volksschulen hatten cs wesentlich besser. In ein- klassigen Schulen und ba§ waren die meisten auf dem Lande hatten die älteren Jahrgänge nur am Vormittag Unterricht; nachmittags kamen die A-B-E-Schützen an die Reihe. Während der Erntezeit fiel der Unterricht ganz au§, und das dauerte oft bis anfangs November. Daß aber dann ein System wohlverteilter Ruhepausen während des ganzen Jahres zum Vorteile der Schüler wie der Lehrer in den Unterricht eingeführt wurde, das ist in der Hauptsache ein Verdienst des Staates, der sich besonders seit dem 18. und 19. Jahrhundert des Schulwesens nachdrücklicher annahm. Durch die Einführung regelrechter Ferien ist für Schule und Elternhaus eine wohltätige Einrichtung getroffen worden, die Lehrern und Schülern nur zum Segen gereichen kann.

*

** Ta ge § kalender. K i n e m a t o q ra p h: Täglich Vor- ftcUiing.

Biograph: Täglich Vorstellung.

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** Lehrerpersonalien. Ucbertragen wurde dem Lehrer Karl Bauer zu Gambach, Kreis Friedberg, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Butzbach.

Eine Falschmeldung. Die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Nachricht, wonach der Geh. Oberschulrat Nodnagel demnächst in den Ruhestand treten soll, entbehrt, wie die amtliche Darmst. Ztg. von zuständiger Seite erfährt, jeder B e g r ü n d u n g.

Pcutjcbcs Aeicb.

Wolffschc Burl-au teilt mit: Bon ausländischen flattern wurde gemeldet, der Kaiser habe von dem Ko n i n v o n Rn in ä ii i e n eine Einladung zu beit rurnäni djen Manovern erhalten. Diese Angabe ist irrtümlich: es ist keme Einladung erfolgt. Unseres Wissens finden in Rn. mamen Königsmanöver nicht statt. Der Kaiser und die Kaiserin sind um 6.40 Uhr auf dem Bahnhöfe in Hannover erngetrofsen; ftc begaben sich in Automobilen durch die geschmückten Straßen zu dem Prinzessinnen Denkmal, welches der Kaiser der Stadt Hannover zum Geschenk ae macht hat. Das Denkmal von Casal, nach dem bekannten Lchadowschen tLriginal geschaffen, fand seinen Platz am Eingang zum Ellenrieder Park. Beim Denkmal waren Oberprasibent Dr. v. Wentzel, Stadtdirektor Tramm und der Bizebnrgermelster anwesend. Die beiden letzten Herren sprachen dem Kaiser den Dank der Stadt für das Geschenk des Denkmals ans: der Kaiser und die Kaiserin besichtigten das Kunstwerk eingehend. Unter lebhaften Knndgebnngen des PubliluniS fuhren die Majestäten nach dem Königlichen schlosse, mo sie Wohnung nahmen.

Die b ahrif che Kam m er der Abgeordneten nahm das Finanzgesetz, das eine Zustimmung znin ganzen Budget bedeutet, gegen die Stimmen der Sozial demokraten an.

Grotzbah, an gekommen. Don gelang es, einen zur Anlegung einer Station geeigneten Platz zu finden. Es wurden mehrfach Auf- st i e g versuche mit kleinen Ballons unteriwminen, die eine sehr b^MÜllche Höhe erreichten. Am 30. Juli gingenMainz" und oj r öur Eisgrenze ab, während Gras Zeppelin mit seinen Begleitern landeinwärts über die Hochebene nach Westen zog. ^,ort soll wahrscheinlich der' Ballonplatz angelegt werden.

d'e Geschaftsverhältnisse bei den Behörden der inneren Verwaltung hat, ohne weiteres klar, daß sie sich der ebenso schivierigen lvie zeitraubenden Steuerveranlagung mit der (Kun blich leit nicht widmen können, die auf diesem Gebiet unbedingt notlvendig ist, Wenn erfolgreich gearbeitet werden soll. Keinem anderen Zweig staatlicher Betätigung wachsen in aiich nur entfernt ähnlichen Umfang sozusagen von Tag zu Tag neue Ausgaben zu wie den Behördeii der inneren Verlvaltuiig. Nun ist die Arbeit der Veranlagung der direk- ten Steuern nicht gerade angenehm und bequem; sowohl der schriftliche lvie der mündliche Verkehr mit den Stener- zahlern bringt mancherlei Verdrießlichkeit, und auch die Arbeit in den Veranlagungskommissionen ist nicht nur recht anstrengend, sondern in vielen Fallen auch sehr unangenehm, n Tdd)td näher, als daß ein schon im Übrigen

stark beschäftigter Beamter leicht geneigt werden wird, sich gerade auf diesem Gebiete seiner Amtstätigkeit, so weit zu entlasten, als dies nur immer nach Gesetz oder sonstiger Norm irgendwie zulässig ist. Und ein anderes kommt hinzu: in fo delikaten Fragen, wie sie sich bei Behandlung von ^teuerangelegenheiten ergeben, bei denen

.VrUr enigeheiid alle Vermögens- und Einkommeiisver- Yalt nisse zu ermitteln, sondern recht oft auch Familien- "?. '0iijlige persönliche Dilige zu erörtern sind, lvird jedes Eindringen in all solche Verhältnisse voin Steuerzahler um |o lveiiiger unbequem empfunden, je mehr der fragende Beamte nach seiner dienstlicheii ulid persönlichen Stellung i? r gielchwertig erscheint. In dem Maße, in dem die Bei Handlungen mit dem Steuerpflichtigen 5?ilfsbeamten geringerer Wertung zugeschoben werden müssen, wächst die Gefahr, daß die ^teuerziahler sich durch jede Rückfrage, ttyrer Deklaration usw. belästigt unb verletzt suhlen es wachst damit aber auch die Gefahr des Mißerfolgs ledes Versuchs, in die Einkommensverhältnisse der Zensiten naher cu^ubrüigcn.

. slchon diese Umstände für die in Süddeutschland

durchgefuhrte Trennung von innerer Verwaltung und Steuerveranlagung, so darf für jic luvlil auch daS Interesse der inneren Verlvaltung selbst ins Feld geführt lverden. Die atigfeit der Behörden der inneren Verwaltung um* faßt, die Wohlfahrtspflege für ihre Kreise und Kreisan­gehörigen im weitesten Umfang. Sollen sie Ersprießliches wirten, fo muffen sie auf die Mitarbeit der KreiSangesessenen rechnen können, wie and) von deren Vertrauen überall getragen fein. Die Steuerveranlagung schasst, soll sie gerecht und gründlich durchgesührt werden, nicht nur zufriedene Steuerzahler. Man ist dabei immer und immer wieder veranlaßt, schärfer zuzusehen und zuzusassen, nnd fommt dabet leider anck> recht oft zu verdrießlichen Verhandliingen gerade mit solchen Personen, auf deren Silfe der Beamte 'der uuieren Verwaltung vielfach wieder angewiesen ist. Es heißt aber gewiß übernienschliche Objektivität voraussetzen, wollte man eifrige Mitarbeit auf dem Gebiete der inneren Ver­waltung morgen von denen eriunrten, denen man gestern bei der Steuerveranlagnng hat Verdrießlichkeiten bereiten müssen.

Wo diese Trennung durchgeführt ist, zeigt sich denn auch weder bei den Steuerzahlern noch bei den Behörden ein Verlangen nach Aendernug des bestehenden Zustandes Für die Wertschätzung, die man z. B. der Treilnnng von innerer Verwaltung und Steuerveranlagung in Hessen entgegenbringt, ist es doch ungemein charakteristisch, daß in den hier eben sehr intensiv geführten Verhandlungen über eine Vereinfachung der Staatsverwaltung sich bis jetzt keine maßgebende Stimme für die Beseiti- gnng jener Trennung erhoben hat. Und wer diese Zustande ans der Nähe zu beobachteii Gelegenheit hat, der halt es nicht für zweifelhaft, daß es wohl auch für ßrenfjert einen Fortschritt nach den verschiedeuste'li Rich-- tnngen bedeuten würde, wenn es sich dazu entschlösse, die suddentsche Einrichtung zu übernehmen unb für die ganze Monarchie besondere Veranlagnngsbehörden eiiiznrichten.

politifebe LcHgcstzcbau.

Innere Verwaltung und Steuerveranlagung.

ImTag" führt G e h e i m r a t D r. B e ck e r (Dann- stabt > aus:

Die in den letzten Jahren in Parlament und Presse, so lebhaft geführte Erörterung darüber, ob in Preußen die Steuerveranlagung auch in Zukunft den Beamten der inneren Verwaltung überlassen oder aber besonderen Be­amten übertragen lverden soll, hat man auch in den übrigen Bundesstaaten mit großem Interesse verfolgt. Handelt es sich dabei doch um eine Frage, die nicht nur organisatorisch verschiedene Seiten hat, sondern deren Lösung im einen oder anderen Sinne auch recht erhebliche finanzielle Wirküngen für Staat und Steuerzahler teils erhoffen, teils befürchten läßt und damit insbesondere bei den gespannten Budgets, mit denen lvohl alle Einzelstaaten zurzeit rechnen müssen, doppelt ernste Bedeutung gewinnt.

In S ü d d e n t s ch l a n d bat man jenen Meinungs­streit mit einer gewissen Genugtuung sich entwickeln sehen Die in Preußen von weiten Kreisen der Bevölkernng cr- ftrebte und nach den letzten Zeitungsnachrichten jetzt an­scheinend auch von den beteiligten Ministern als wünschens lvert anerkannte Trennung von innerer Verwaltung und Steuerveranlagung besteht hier schon seit Jahrzehnten, und sie hat sich, wie hiuzugesügt werden darf, durchaus bewährt. Klagen über ungleichmäßige Steuerveranlagung, lvie man sie für Preußen im Verlauf jener Erörterung gewiß, viel fach zu Unrecht ober doch mit starken llcbertreibungen erhoben hat, sind in den süddeutschen Staaten nahezu völlig unbekannt: auch berufsmäßige Nörgler erkennen die Gerech­tigkeit und Gleichmäßigkeit der Steiierveranlagung an, mögen sie an ihr im einzelnen auch noch so viel auszusetzen haben. Und daß die Staatskasse bei der bestehenden Einrichtung nicht schiedst fährt, das zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Eiunahineu aus bi reiten Steuern in diesen Staaten und insbesondere z. B. auf das Wachsen der all gemeinen Einkommen unb Vermögsnssteuer, wie es in Hessen seit einem Jahrzehnt zu beobachten ist.

In der Tat ist es doch auch jedem, der etwas Einblick!

OestcneichS stellte, diesen ehrgeizigen. Plänen ein jähes Ende. Deutschland sah die Ehanee und sicherte fid) durch feine Seknn banlendieuste an Oesterreich einen dankbaren Freund hinter allen Aktionen des Thrvnsol.u'rS scheint die kluge Hand seiner Frau zu walten. Franz Ferdinand hätte eigentlich Prinzessin Gabriel le, die Tochter des Erzherzogs Friedrid) heiraten sollen Er war täglich Gast im Palais, so daft eine Zeitung schon die bevor stehende Verlobung anaekündigt hatte. Ta stellte eS fid) plötzlich heraus, daß die Besuche nicht der Prinzessin, sondern ihrer Ho bame, bei Gräfin EHotel, gegolten hatten. Wie klug und vor fiditiq die Gräfin manövriert hatte, beweist wohl der Umstand bah niemand im Schloß von den Absichten des Erzherzogs auch nur etwas ahnte. Am Tage, an dem sie den Palast verließ, um fid) mit Zranz Ferdinand zu verloben, gab sie der Prinzessin Gabrielle noch den Rat,cm lichtblaues Kleid anzuziehen, weil der Erzherzog diese Farbe liebe". - Die Choleko find keine bedeutende Adels- lamme und die Ernennung zur Hofdame streß anfangs auf Wider­stand m bei höheren Aristokratie. Die jetzige Fürstin Hohenberg hat nun Gelegenheit, diese Herrsd>asten jene Animosität entgelten zu lafien, aber man hat bisher noch nichts gehört, daß sie ihre Macht in dieser Richtung gebraucht hätte: sie ist eine Frau die nicht um der Heiniidien Rache des Augenblicks willen sich die Arbeit für die Zukunft zerstören will. Sie verstand es sehr ge­schickt, fid) mit Rom und mit dem deutschen Botschafter in Wien gut zu stellen, und es unterliegt heute keinem Zweifel mehr daß sie ihren Galten veranlassen wird, die erste passende Gelegenheit zu ergreifen, um die Gesetze der Thronfolge (bic ja kein andere» als der ien,eilige Kaiser bestimmt) zu regulieren . . . Der deutsche Kaiser hat früher den Aspirationen der Fürstin Hohenberg sehr wohlwollend gegenübergestanden, und bei seiner Zusammenkunft Möniq Eduard in Ervnberg soll er seiner Meinung in nn zweifelhaften Worten Ausdruck gegeben haben, eine Parteinahme btc der Position (brr Fürstin in Oesterreich sehr genutzt hat' Inzwischen leboch sind Gerüchte ausgetancht, daß die Prinzesiin <mtoria Louise, die deutsche Kaisertochter, sich mit dem lnibschen dem Thronfolger nach Franz Ferdinand, Anftnnk rH 1 "d wenn diese bedeutsame Alliierung tatsächlich iH/i-6k; J°»nt 111C11 " lehr fraglich, ob der deutsche

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Jcr i u t e rn a t i o n a l e Friedenskonare ß hielt am Freitag in Stockholm seine letzte S i tz u n'q ab Mo- Hamined Farid Bey forderte den Kongreß ans, seine Slini- pathle snr Aegvp t cn auszusprechen und dafür zu sorgen, daß die ägyptische Frage auf das Programm des nächsten Kongresses gesetzt werde. Von polnischer Seite wurde da­gegen protestiert, baß bie li o 1 n if dH Frage nicht auf das Programm des Kongresses komme. Der Kongreß bc-

Ueber bie Hochwasserschäden in Rhein­hessen haben die Abgeordneten v. Brentano nnd Penn rid) ui- der Zweiten Kammer folgende Anfrage gestellt:

. Sind der GroßH. Regierung die enormen Wafser- schaden bekannt, weldie die rheinhessischcn Gemeinden, besonders im Kreise Bingen, durch die letzten Hochwasser erlitten haben'? Gedenkt die Regierung eine staatliche Hilfstat igkeit einzuleitcn zur Erhaltung vieler be­drohten Existenzen und in welcher Weise? Was gedenkt die Regierung zu tun, um derartige Schäden für die Zukunft möglichst zu verhüten'?

** Ans dem M ilitärwochenblait. Dr. Eichel, Oberstabs- und Regts.-Arzt des Leibgarde-Jiis.-RegtS.' (1. Großherzogl. Hess.) Nr. 115, zum Gen.-Oberarzt, vor­läufig ohne Patent, befördert und zum Div.-Arzt der 37. Div. ernannt.

_ ** oft PC vf o »alic n. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus dein Dienste: das Aügeineine Ehrenzeichen am Vande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Post- agenten Eurth in Staden. Bestanden: die Postsekretar- prüüing der Postafsislcnt G c l h a r in G i e ß e n : die Poslassistenten- prüinng: die Poslgchilfen Schlegelinilch in Bad-Nauheiin und Steuiacker in Butzbach. E t a t S in ä ß i g a n g c ft e l l t: der Post- sekretär Mohr in Lauterbach. F r e i iv i l l i g a u s g e f ch i c d e n: die Telegraphengehilfinnen H. Berg in Bad-Naubcim und M. Bormann in Alsfeld. G c st o r b e n: Postgchilfc Friedrich Der- heiiner in Lost ar.

Personenbeförderung durchLandpostfahrten. Gs scheint nicht genügend bekannt zu sein, daß die von Gießen ausgehenden La n dp ost f a hrten nach Großen-B nseck «über Wieseck), nach Grün in gen (über Steinberg), nach Krofdorf nnd nach Lützellinden (über Klein-Linden und Allendors) hin und zurück auch zur Personen befürdernng benutzt werden dürfen. Die Fahrzeiten sind aus dem Adreß- bnche Seite 294 zu ersehen; die Aenderung der Zeiten be­züglich der Post nach Lützellinden enthält Nr. 181 des Gießener Anzeiger". Die Fahrpreise sind sehr mäßig. ES ist allerdings aus den Landpostwagen im allgemeinen mit für zwei Personen Platz vorhanden. Wie unS aber berichtet wird, werden auch diese wenigen Plätze verhältnismäßig nur selten benutzt. Auf der um 3.20 nach Alten-Buseck abfahren­den Landpost, mit der man z. B. für 30 Psg. nach der in diesem Jahre neu eröffneten Ludwigsburg'fahren kann, icht man nur selten einen Mitreisenden.

** Lieb i g - G c d ü ch t n i S h a l l e ober Z ahnärzt­liches Institut. Die Stadtverordnetell beschlossen in der nichtöffentlichen Berlmndlung, bas alte Liebiq-Labvra- tonum m der Liebigstraße dem Verein deutscher'Ehemiker zur Errichtung eines Liebig-Museilms für 60000 Mark käuf­lich zu überlassen unter der Bedingung, baß der Kauf bis l. September abgeschlossen wird; ist dies bis dahin nicht der Falt, so soll das Bauwerk dem Verein hessischer Zahn-