Ausgabe 
5.10.1910 Erstes Blatt
 
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Nr. 233

Erstes Blatt

160* Jahrgang

Mittwoch 5. Oktober 1010

Bezugspreis;

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Nachklänge zu den Moabiter Urawallen.

ereins der auslän

Der belgische besuch in Wien.

des

mir am

führt. Seitens der Arbeitgeber wurden einige

»klommen, und ein Hamburger Grvßkaufrnann, der auch L .. 1 n9 .

rach Portugal exportiert, machte dem Korrespondenten die Zugeständnisse g

em acht. Von der Annahme oder

Ablehnung der Einigungsvorschläge seitens der Arbeiter

hangt nunmehr die Frage ab, ob am Samstag die Aus-«

der Handlung als ein Mann voll böser Leidenschaften, I in durchaus nicht geij rauher Grausamkeit und Rachgier, aber selbst in der tollsten menge, die nach Scher

Einigungsverhandlungen zwischen dem Ausschuß des Gesamtverbandes der Deutschen Metallindustriellen und den Vertretern der Arbeiterorganisationen weiterge-

Berlin, 5. Okt. Ueber Hamburg erfährt derBerl. lokalanz.", daß in Portugal gestern nachmittag der gesamte rasen -und Eisenbahnverkehr stockte, lieber die lrsache war nichts bekannt. Größere Hamburger Firmen »atten seit gestern mittag keine Nachrichten aus Lissabon

Nitteilung, daß es sich anscheinend um den bereits schon vor intger Zeit angekündigten Eis en bahn erau sftand handelt.

dischen Presse in Berlin vom 2. Oktober hat der Polizeipräsident mit einein Schreiben geantwortet, in dem es heißt:

Auf die Entschließung des V bischen Presse in Berlin

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(Ein Entgegenkommen der Arbeitgeber in der Metallindustrie.

Hamburg, 4. Okt. Heute vormittag wurden trotz gestrigen Beschlusses des Metallarbeitern erbendes die

Wenn über die Auffassung der Rolle ShYtockS sich schließ­lich streiten läßt, so verdienen die Uebertreibuugen einiger anderer Mittoirkenden aber entschieden Mißbilligung. Den Prinzen von Arragon des Herrn Goldberg muß man schon in eine Posse oder Kinderkomödie verpflanzen, um ihn genießbar zu machen. Der Mann, der vor Porzia

Wien, 4. -Okt. Kaiser Franz Josef verlieh bem König der Belgier das Großkreuz des Stefansordens und der Königin den Elisabethorden.

Bei dem heute zu Ehren des Königs und der Königin von. Belgien in der Hofburg gegebenen Galadiner brachte Kaiser FranzJosefin französischer Sprache folgenden Trinkspruch aus:

Ach bin glücklich, Eure Majestäten als meine erlauchten Gäste und meine teuren Verwandten zu begrüßen. Es lv Herzen, Ihnen für Ihren liebenswürdigen Besuch aufrichtig und herzlich zu danken. Die liebenswürdige Gegenwart der Königin bereitet mir ganz besondere Freude, für die ich Ihr huldigend meinen aufrichtigen Dank darbringe. Ich schätze, Sire, diesen Besuch hoch, als einen Freundschaftsbeweis, der nicht ermangeln wird, dazu beizutragen, die ausgezeich­neten Beziehungen, die seit langem zwischen Belgien und Oesterreich-Ungarn bestehen, noch inniger zu gestalten. Indem ich Eurer Majestät das Regiment, dessen nerehrte Inhaber weiland König Leopold II. und dessen Vater, König Leopold L, waren.

Porzia und Nerissa sind zwei Frauen gestalten, wie sie nur ein Shakespeare schassen konnte. Welche scharfsinnigen Betrachtungen in dem Munde der losen Spötterin und Viel­umworbenen, wieviel Witz und Entschlossenheit in ihren kühnen Wagnissen, ohne daß doch dies alles aus dem Rah­men holder Weiblichkeit herausfällt. Ein feiner Humor macht Sprache uird Handlungen so flüssig und selbstverständ­lich. Frl. Koch beherrschte die lieblichen Gaben der Naiven, ohne aber das Shakespearesche intellektuelle Gewebe ganz auszufüllen, und ihre Nerissa des Frl. Engel schüttete die köstliche Philosophie vom Mittelstandslose und andere Schel­mereien aus, als ob es leere Schoten wären. Frl. Nietzsch- mann als Jessiea blieb unauffällig, was kein Fehler, aber auch kein Vorzug ist.

Rühmenswert waren die prächtigen Bühnenbilder, die geschickte Inszenierung, die Direktor Steingoetter selbst besorgt hatte. Das klassische Stück stellt mit seinen zahl­reichen bedeutungsvollen Rollen natürlich die allerhöchsten Anforderungen; oer Gesamteindruck der gestrigen Vorsreb- lung war aber durchaus würdig, was im reichsten Beifall der Zuschauer sich kund gab. Wir glauben, au^h ferner viel Gutes von unserer heimischen Bühne erwarten $u dürfen

Revolution in Portugal!

Die ernstesten Nachrichten kommen heute alus Portugal, ioo es bekanntlich schon lange gärt und wo die Regierung tn den Verfassungskämpfen bisher sich unnachgiebig gezeigt hatte. Am 23. Sept, erst waren die Cortes eröffnet worde'n, wobei aber die Opposition demonstrativ ferngeblieben war. Zu den letzten Nachrichten über Bombenfunde und Verschwö- amgen treten folgende schwerwiegende Meldungen:

Paris, 5. Okt. Mehrere Blätter erhielten die Nach­richt, wonach mittelst Telefunken von einem in Portugiesin scheu Gewässern kreuzenden Schiff in St. Mauris de la Mere folgende Nachricht eingegangen sei:

Lissabon, 5. Okt. Die Revolution ist aus- gebrochen Um 2 Uhr nachmittags begann das Bom­bardement des Königspalastes durch die Kriegs­schiffe. Ein großer Teil der Armee und die ganze Marine itnb auf feiten der Republikaner. Der Zugang zur Ztadt ist ab gesperrt und es ist unmöglich, Einzel- heiten zu erlangen. Andere Blätter erhielten aus London jnb Mailand Gerüchte über den Ausbruch der Revolution. DerDaily Mail" wird telegraphiert, daß der K ö n i g d e r befangene der Revolutionäre sei, während dem ,Figaro" gemeldet wird, der König habe Lissabon verlassen.

L i s s a b o n, 5. Okt. Hente nacht brach hier die R e v o - ution aus. Ein Teil des Heeres mit der Artillerie und ne ganze Niacine sind auf republikanischer Seite. Die Mo- nne-Kaserne, die Kreuzer Adamator und Rafael, sowie die intsufrigenForts hißtendie republikanischeFlagge. Der Palastsaal ist umKngelt. Augenblicklich ist dort heftiges feuergesecht.

Paris, 5. Okt. Der hier weilende Führer der portu- pesischen Revolutionäre Lim ar erllärte einem Mitarbeiter )esMatin", die Revolution überrascht uns nicht. Wir laben, wie seit langem angekündigt, gehofft, » die Aenderung der Regierungsform nicht in Ruhe und Ordnung lediglich durch die Wirkung des frei ausgedrückten ttolkswillens vollzogen werde. Die Hartnäckigkeit und Ver- ilenbung der Machthaber hat dies nicht erlaubt.

Der König gefangen genommen.

.Madrid, 5. Okt. Hier gingen von einem deutschen Schiff aus St. Quentin Meldungen ein, wonach in Lissa- wn die Revolution ausgebrochen ist. Kriegsschiffe bom- 'ardierten das Königspalais, wo Revolutionäre republü- anische Fahnen hißten. Von anderer Seite wird gemeldet, > der König gefangen genommen worden ist.

Staatssekretär velbrirü in Hamburg.

Hamburg, 5. Okt. Bei dem gestern abend zu Ehren des Staatssekretärs Delbrück vom (Senat veranstalteten Fest­mahl begrüßte Bürgermeister Dr. Schröder den Staats­sekretär mit herzlichen Worten, wobei er'dankbar der rast­losen, erfolgreichen Tätigkeit Delbrücks gedachte. In seiner Antwort führte der Staatssekretär Delbrück unter an­derem aus:

Bei der Fahrt durch den Hafen mit seinem mächtigen Verkehr sei es ihm klar geworden, daß der Geist der deutschen Kaufleute!, von Hamburg, wie er vor Jahrhunderten war, auch heute noch nicht erstorben fei. Als er das Denkmal des Fürsten Bismarck, des großen Kanzlers, gesehen habe, sei ihm wieder llar geworden, Sa6 nicht nur Selbstbewußtsein und Wagemut her Hamburger, sondern auch ein anderes mitgewirkt habe, an den Erfolgen, deren wir uns heute erfreuen und die jeder bewundere. Dies sei der größte Eindruck heute für ihn gewesen, daß in dem großen,' deutschen Reiche, bei aller Tüchtigkeit einzelner Glieder, doch schließ­lich alles, was uns erfreue, das Ergebnis her h cut f d) cic Einheit sei, und daß gerade in der Hgnsastahl das Bewußtsein des Wertes der deutschen Einheit und das Verständnis für Deutsch­lands Größe ganz besonders lebhaft sei. Der Staatssekretär schloß mit dem Wunsche, daß es dem deutschen Vaterlande allezeit er­halten bleiben möge, dieses Hamburg, in dem die ganze Lebens' kraft des deutschen Vaterlandes zunr Ausdruck komme, in dessen Hasen sich der größte Teil unseres überseeischen Verkehrs ver­einige, dieses Hamburg, das immer noch, wenn auch die Flagge nicht dieselbe geblieben sei, die erste unter den Städten sei, die den deutschen Namen im Ausland mit Achtung und Anerkennung erklingen lasse.

Brandung zeigt er sich in sich selbst gewendet, ringt er mit seinen grausen Gedanken und Absichten, befragt er voll Düsterkeit das Erbteil seines Stammes. Beim Abschluß des Leihvertrages rühmt er sich selbst seiner oft geübten Geduld, und so muß er folgerichtig in der Tragödie seiner unmenschlichen Rache als verschlagen und verhärtet im Ge­wissen mit verhaltenem Grimm auf seinem Schein bestehen. Hier tritt Shakespeares Forderung an den Schauspieler heran:Mitten in dem Strom, Sturm und, nrie ich sagen mag, Wirbelloürd eurer Leidenschaft müßt ihr euch eine Mäßigung zu eigen machen, die ihr Geschmeidigkeit gibt." Herr Gühne, der über reiche und wirksame schauspiele­rische Mittel und eine erprobte Routine verfügt, hatte danach manchem leidenschaftlichen Ausbruch Zügel anlegen dürfen. Freilich, diese wogende und stürmende Rolle gestattet aucl) bas Ausgeben des Aeußersten. Mer wieviel wirksamer ist es, wenn der herzlose Händler und Schacherer die Worte seines Hasses, der ja nicht erst heute aufgelodert ist, sondern den er jahrelang hat v erwürg en lernen, kalt und mürrisch über die Lippen bringt! Shylock ist in feinem Haufe, bei Jessica, ein Anderer als auf der Straße, wiederum ein An­derer vor den Gerichtsschranten. Herr Gühne hat gestern die beste Leistung von allen geboten: seine Ausbrüche infer­nalischen Hasses ioaren echt und erschütternd, seine ilNaske und sein Mienenspiel glaubhaft. Man hatte auch nicht den Eindruck, daß er im Ueberfluß seines leidenschaftlichen Spieles ermüdete. Dennoch fragt man sich: sollten z .B. die harten Worte Shylocks über dasFaultier" Lanzelot, seinen jugendlichen Burschen, nicht besser ein grimmiges Selbstgespräch, denn ein laut polterndes Schelten sein, zumal der Bursche ja sein Bündel schon geschnürt hat und gegangen ist? Und ist eS nicht vielmehr ein Sichselbstberauschen in Rache, wenn Shylock seinem Stammesgenossen sein Herz öffnet und zum Schluß, in Gedanken schon weit voraus, murmelt:Geh, guter Tu dal, bei unserer Synagoge, Tubal!"

sperrung in der gesamten Metallindustrie erfolgt oder nicht. Die Arbeitervertreter erklärten, eine definitive Antwort bis Mittwoch abenb 8 Uhr erteilen &n wollen.

Gegenüber der Auffassung, als ob die Aussperrung der Metallarbeiter unvermeidlich wäre, wird von maßgebender Stelle mitgeteilt, daß der Verhandlungsausschuß des Gc- samtverbandes deutscher Metallindustrieller die beiden Par­teien einander nähergebracht und prinzipiellwichtige Zugeständnisse für die Arbeiter aus den Wersten erreicht hat. Es handelt sich nur noch darum, daß die Ai> beiter unerfüllbare Forderungen aufgeben und sich damit begnügen, was bei der augenblicklichen Lage des Schiffs­baues gegeben werden kann.

Es besteht kein besonderes Reporterrecht; also muß wie jedermann, so auch der Reporter, Aufläufen und Zusammen­rottungen grundsätzlich fernbleiben, wenn anders er nicht min­destens gegen die öffentliche Ordnung verstoßen will. Aber bei den Moabiter Vorgängen hat es sich ohne wesentliche Schwierig­keit ermöglicht, daß alle diejenigen Herren Reporter, welche sich an die Polizei wandteir, in deren Nähe einen Platz angewiesen! er­hielten, von dem aus die Voraänge verfolgt werden konnten; so standen sie zugleich unter dem Schutze der Polizei, und es waren also für sie Unannehmlichkeiten, wie sie denlMerren, die ihren Platz selb stgeivählt hatten, widerfahren sind, von vorw- herein ausgeschlossen. Voraussichtlich wird sich auch in späteren Fällen ein gleiches Verfahren ermöglichen. Dazu ist mir von journalistischer Seite der Antrag auf Einführung eines Re- porter-Legitimationsabzeichens in Aussicht gestellt worden. Ich selbst lege großen Wert aus die Placierung der Herren Reporter an einem solchen Punkte, von dem aus sie das ganze Verfahren der Polizei sehen können, denn objektive Be­richte auf Grund eigenen Sehens sind das beste Abwehrmittel gegen alle Tartarennachrichten, welche grundsätzlich jeden: scharfen Vorgehen der Polizei von interessierter Seite angehängt werden.

In derselben Anaelegenheit hatte der Vorstand des: Vereins ider ausländischen Prejsse in Berlin sich am 1. Oktober mit einer Eingabe au den Reichskanzler gewandt. Dem Vorstanoe ging im Aüftrag des Reick)skanzlers von dem Unterstaatssekretär v. Wahnschaffe eine Erwiderung zu, in der mitgeteilt wird, daß auch der Reichs­kanzler die Erlebnisse der betroffenen Herren bedauert. Der Vorfall werde durch den Mi­nister des Hnnern geprüft, der dem Vorstand von dem Ergebnis Mitteilung machen werde. Besondere Maßregeln zum Schstche der Pressevertreter unterlägen .zurzeit der Erörterung bem Polizeipräsidenten, dem bereits Anregungen aus journalistischen Kreisen in dieser Richtung zugegangen seien. Er werde etwaige Vorschläge des Vereins der ausländischen Presse gern entgegennehmen.

Der Aus stand bei der Firma Kupfer & Go., der tzu den großen Ausschreitungen in Moabit Veranlassung gegeben hatte, nahm jetzt dadurch ein Ende, daß sämtliche Arbeitsposten durch Arbeitswillige, die sich in großer.Zahl gemeldet haben, besetzt sind. <

Wegen der Moabiter Unruhen wurden bis jetzt 52 Personen verhaftet und bem1 Unter­suchungsrichter vorgeführt.

ist los en Wendungen von derToren- v . ie nach Scheine wählt", spricht, ist zwar ein Geck, aber am Ende doch kein 5)answurst. Den lebhaften Sause­kopf Lanzelot zu spielen ist nicht ganz einfach; Frl. Hill überschritt gan^ bedenklich die von Shakespeare selbst vor­beschriebeneBescheidenheit der Natur", und nicht wenig Sprünge und Kratzfüße fielen aus dem Rahmen einer frasst^ scheu Darbietung völlig heraus.

Den Kaufmmm Antonio spielte Herr Bakos ruhig und zurückhaltend, und sein Freund Bassanio erhielt durch Herrn Goll gleichfalls eine gleichmäßige, schlichte Darstellung. Bon den übrigen Freunden des Antonio fehlle Sierra Ti­ru i a n als Graziano ein guter Teil Schwung und Sicherheit, während Herr Marx als Lorenzo ein erfreuliches Tempe­rament entwickelte. Herr Direktor Steingoetter hatte die Rolle des Prinzen von Marokko übernommen und er­spielte diesen südländischen Bewerber der Porzia mit dem selbstbewußten Pathos, wie es in der Rolle liegt. Den alten Gobbo, Lanzelots Vater, gab Herr Norden zufrieden­stellend, und am Tubal des Herrn Gunolt ist die famose Maske zu loben.

Die Wiedereröffnung des Eichener Ztadttheaiers.

Der Kaufmann von Venedig.

Gietzen, 5. Oktober.

Shakespeares Gestalten haben in der Begeisterung des unaen Wilhelm Meister, dem der Schauspieler-Beruf als das höchste vorschwebte, das ausdrucksvollste Zeugnis erhalten. Bietleicht hatte der Beschützer Mignons gerne imKauf­mann von Venedig" gelesen, als er zu Jarno herausspru- relte:Man gtcatbt vor den aufgeschlagenen ungeheuren Büchern des Schicksals zu stehen, in denen der Sturmwind )es bewegtesten Lebens saust und sie mit Gewalt hin und viedec blättert." Was den Jüngling so packte und be- vegte, war noch nicht das komplizierte Seelenleben der Zhakespeareschen großen Gestalten seine feinen Gedanken kber Hamlet sagte er erst späteri es war vielmehr die prühende dramatische Handlung, es waren diesegcheim- aisvollsteu Geschöpfe der Natur", die da in den Stücken wndelten, ,^ls Mnn sie Ubren wären, deren Zifferblatt and Gehäuse man von Kristall gebildet hätte". So un­mittelbare Eindrücke von einer großen, köstlichen Theater- melt nimmt man in einer Eröffnungsvorstellung gerne mit, nb es war ein guter.Gedanke der Direktion, mit demKauf­mann von Venedig^' die Spielzeit zu beginnen, feuern poM- lören Drama, in dem ein tragischer Knoten auf so srohe und befriedigende Weise gelöst wird, in dem zarte und rauhe £öue so wunderbar durcheinander klingen, erschüttern und °rheitern, und die Mannigfaltigkeit der Gestalten neben* nnander die Ausgaben der Schmlspielkunst als so erhebend ^nd bedeutungsvoll erweisen. Dem Spiel lauschte ein volles Qtni3. Sämtliche Figuren des Dramas werden, um mit Goethe zu sprechen,auf die gelindeste Weise mit uns be* fQnnt gemacht", auch die harmlosesten Gemüter begreifen bas milde Freurrdesherz des iKaufmannes, die Geld- und machgier des tückischen Jicden, die richterlichen Versuche, b'e List der Weiber. Bei aller Einfachheit des Uhrenwerkes vernimmt das ernster zuhorchende Ohr aber doch die Laute und Worte, die einer höheren Wett anzugehören scheinen, die das Genie Shakespeares seinen Figuren eingegeben hat, nicht um sie der Natur zu entfremden, sondern um uns Wahrheit und Natur doppelt eindringlich zu machen.

Tenn Shakespeare wollte M e n s ch e n auf der Bühne ^ben, feine überlebenslauten Titanen der Schauspielkunst und auch leine Arrilaturen. Shylock steht im Mittelpunkte

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General-Anzeiger für Gberhessen

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