Ausgabe 
5.4.1910 Zweites Blatt
 
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I gestern abend in der höheren Mädchenschule unter beptr I Vorsitz des Geh. Kommerzienrat Vorster-Köln a. Rh. ob».

das

mir

dieMünch. N. Nachr." veröffentlichen:

Welch wundersam Gesicht! In langer Reih', Schier unabsehlich, wallt an mir vorbei Ein festlich stolzer Zug. Ihn führen an Erlauchte Fürsten. Ihnen allen geht Huldvoll voran des Kaisers Majestät, Zn dichtgedrängtem Schwarme folgen dann Großwürdenträger in des Geistes Reich, ßendjten der Wissenschaft und lorbeerreich Poeten, Künstler, auch der Jüngern Schar, Erprobt im Musendienst seit manchem Jahr. Und wie sie, schon von ferne grüßend, nahn. Hält jeder auf ein Weilchen bei mir an Und reicht die Hand mir, sagt ein freundlich Wort Und schreitet still im Zuge weiter fort. Stand; einer ist mir fremd von Angesicht, Doch mir vertraut, sobald er zu mir spricht. Und manchem voller Freude nick' ich zu. Und rufe: Lieber Teurer, kommst auch du?

Und du? und du ? D wie mir wohl geschah, Ter ich die Welt stets in den Freunden sah Und nun erfahren soll, daß nah dem Ziel Mir Freundschaft ward zuteil so warm und viel, Taß wir das Herz des Dankes Fülle kaum Zu büud'gen. weiß und wär's auch nur ein Traum!

gehalten. Zahlreiche Lehrer aus Nassau, Frankfurt a. M.,, dem Regierungsbezirk Kassel, dem Großherzoginrn Hessen, Baden und aus Nheinpreußen, sowie Vertreters res Vereins für Frauenstudium .und Frauenbildung und des Zweigvereins des allgemeinen deutschen Realschul-i männer-Vereins in Frankfurt a. M. waren erschienen. Ober-fl

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersiläts»Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

fc. VereinfürSchulreform. Aus Wiesbaden wird uns unterm 3. April geschrieben: Die 20. Haupt­versammlung desVereins für Schulreform" wurde

Doch nein, es ist fein Traum! Liegt nicht vor Ties mächtige Luch mit wundervoller Zier Greifbar auf meinem Tisch, geprägt darauf Stein Name? Tief ergriffen schlag ich's auf. Und wie ich staunend luenbe Blatt um Blatt, Erkenn' ich, mich begrüßt an Traumes Statt Beglückend und beschämend Wirklichkeit, Ein Schatz den Enkeln nach in fernster Zeit. Ta sind sie, all die Namen wohlbekannt, Tie güt'gen Worte, die mir Freundeshand Gewidmet, dran im Lebenswintertag Tas Herz des Alten warm sich hatten mag. Tvch so viel Herrliches ach, mehr und mehr Macht s dieses alle Herz im Busen schwer. Und banger nur und lauter tönt darin Die Frage: nahm' ein Sterblicher dahin So Überreiches Äiaß an Lieb' und Ehre Und wähnte, daß er ihrer würdig wäre?

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ey^5L Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießea.

Deutsche Kolonien.

Berlin, 4. April. Die Betriebsroheinnah- men der Schantung-Eisenbahn betrugen im Mo­nat Stär§ 1910 500 000 mexikanische Dollars gegen 325 000 mexikanische Dollars im Vorjahr und vom 1. Januar bis 31. März a. c. 987 000 mexikanische Dollars gegen 745 000 mexikanische Dollars im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Mehreinnahme beträgt somit 242 000 mexikanische Dollars oder 42,48°/° 91 _____________

Kaiser und Reichskanzler.

Homburg v. d. Höhe, 4. April. Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg ist um 3 Uhr 57 Minuten hier eingetroffen; auf dem Bahnsteige waren anwesend der Gesandte Freiherr v. Jenisch und der Landrat Dr. Ritter v. Marx. Freiherr v. Jenisch geleitete den Reichskanzler nach dem Schlosse. Der KaiserempfingdenReichs-

Der letzte Siebener Abdecker.

w. Gießen, 5. April.

Johannes Bender, der letzte Abdecker unserer ©tobt, ein Original, wie solche immer seltener werden, aber auch ein echter Menschenfreund, begeht heute seinen 7 5. Ge­burtstag. Das Geburtstagskind ist in seinem blauen leinenen Kittel, der Tracht seiner Väter, mit dem er, abhold der neumodischen Kleidung, einhergeht, eine stadtbekannte' Persönlichkeit. Er ist am 5. April 1835 in Montshausen an der Salzböde geboren und ist besonders stolz darauf, daß, dieser Ort früher zu Hessen gehört hat und er vor 1866 noch in Gießen eingewandert ist und so ein getreuer Landes­angehöriger seit seiner Geburt geblieben ist. Als junger, Bursche wurde Bender Bahnhofs-Portier in Dillenburg. Einst wettete er um i/2 Taler und so viel Bier, als er trinken wollte, und er konnte damals ziemlich viel vertragen daß er, ohne sich zu bücken, in das Bureau des Bahn- hossvorstaudes hineinreiten könne. Alles, was von der sonderbaren Wette gehört hatte, war auf dem Bahnhof versammelt, um das Beginnen des Portiers mit anzusehen. Dieser gewann sein Wette, lveil er sich zu diesem Ritt eine« kleinen Esel aus der Nachbarschaft besorgt hatte. Man nannte Bender damals in Dillenburg den Eselritter. Jm> Jahre 1880 kam Beirder nach Gießen zum damaligen städti­schen Wasenmeister Steinrneyer. Nachdem er diesem 6 Jahres treu gedient hatte, erhielt er dessen Tochter zur Frau und heiratete, wie er sich ausdrückte, in die Waseiimeisterei ein. Die Neuvermählten bezogen das Elternhaus der Frau, in dem diese auch geboren ist, das alte windschiefe Giebelhaus in der Wollengasse, in dem die beiden alten Leute heute noch wohnen. )

Die nun 44jährige Ehe war sehr glücklich. Da in ihr Kindersegen ausblieb, so nahmen sich die Leutchen nach einander 7 Kinder armer Mütter oder armer Eltern an,, die sie um Gotteslohn erzogen. Sie ließen besonders ine Buben etwas tüchtiges lernen und sorgten für ihr Fort-j kommen, bis sie der Hilfe der Pflegeeltern entraten konnten., Die sieben Kinder, die heute fast sämtlich einen eigenen!

Paul heyse; Dank.

Paul Heyse hat seinem Danke für das ihm zu seinem 80. Ge­burtstage dargereichte Album, in das sich 300 seiner Verehrer eingezeichnet haben, in dem folgenden Gedicht Ausdruck gegeben,

DieSiebener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS ".Kreisblatt für den Urei» Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragev" erscheinen nwnatlich zweimal.

Und ich was hält ich Großes beim getan? Ich schritt dahin auf ebner Lebensbahn, Ein Sinnender, ein schlichtes Kind der Welt, Von Tank und reinstem Glück die Brust geschwellt Ob all dem Schönen tausendfält'ger Art, Tas mir 9latur und Leben offenbart. Und von den Schicksalsmächten tief bewegt, Tie jedes Menschenherz im Innern hegt.

Hiervon zu zeugen, fühlt ich den Berus, Und da mich mein Geschick zum Lichter schuf. Tat ich's in Bridern, wie sie Phantasie, In bunter Fülle meinem Geiste lieh. In schlichter Red' und tönendem Gesang, Beglückt, wenn mir's einmal nach Wunsch gelang. War s aber ein Verdienst, was wir getan Uns selbst zur Lust, uitb dachten nie daran. Ob unser Werk des Beifalls sei gewiß, Oder die Welt dran nahm' ein Aergernis?

Tes Einen nur berühmen darf ich mich: Stets tat ich das nur,' was zu schaffeir ich 9cid,t lassen könnt', und fand mich nie bereit, Zu huldigen dem Götzendienst der Zeit.

Und schätz' ich selbst das Pfand, das ich empfing. Verglichen mit so manckfem, nicht gering: Stets blick' ich, wie ein frommer Jüngling soll. Aus zu den hohen Meistern ehrfurchtsvoll, Ten weltbewegenden, die leuchtend jiehn Am Firmament und niemals untergehn. Tenn jenes Tichterwort ist nur ein Wahn, Ter ost getrogen: wer genug getan Mit feinem Werk den Besten ferner Zeit, Ter hab' ein Anreckst auf Unsterblichkeit. Wie manch-w großer Name, dessen Krnng, Gefeiert einst, weit durch die Lande drang. Ist längst verhallt. In der Geschichte nur Blieb seines Daseins schattenhafte Spur.

Sei's drum! Ter Lebende erwarte still. Wie viel von ihm ihn überleben will. Ist doch das Glück so überschwenglich schon, Wenn nah und fern, mit warmem Herzensbon Glückwünfchend zu den Patriarchonjahren, Sich liebevolle Freunde um uns sa-aren, Tie treu dem allen Freundesbvauche blieben,« Ten Alaun zu überschätzen, den sie lieben. _

München, März 1910. Paul Heyse.

Die Sulaff ung mittlerer Beamten $ur Steuer Veranlagung

Von sachkundiger Seite schreibt man uns aus Darmstadt: 1

Bei Gelegenheit der Zeitungserörterungen über die zu kost- ; (rfenoe Steuerveranlagung in Hessen ist von intereiiierter Seite . ir eberfiolt der Ansicht Ausdruck gegeben worden, daß die mittleren ( !c«fischen Beamten nach ihrer ganzen Vorbildung uiü> ihren Kennt- npfen in keiner Weise geeignet seien, den dienstlichen Anforderungen eines Finanzamtsvorstandes (Steuer kommijjärs) zu entsprechen, ccß vielmei'i im Falle ihrer Zulassung schwere Nachteile heraus- beschworen werden würden. Zur Beleuchtung dreier Ansicht wur­den besonders einige Falle anö der Veranlagungspraxis heraüs- liegriffen, deren sachgemäße Behandlung Kennttusse im Reichs-, und Handelsrecht, sowie in der ^Nationalökonomie erheische, ln Hefe Kenntnisse, die allein durch Universttälsstudmm erworben würden, reiche aber das Wissen der mittleren Beamten nicht heran. Es erscheint keineswegs verwunderlich, daß sich diese von einem alodenn'ch gebildeten Beamten ausgehenden Behauptungen gegen list, Einströmen mittlerer Beamten in den Veraillagungsdienst rief ten, denn wie jede ankere Bernfsgruppe ist auch der kamerattstnch vugebildete Beamlenstand von der Wichtigkeit seiner Vorbildung rnd seiner Amtssähigfeit erfüllt. Ter Widerstand gegen die mitt­leren Beamten erhält aber noch eine besonders scharfe und bis­weilen gereizte Note dirrch Besorgnisse materieller Art, du mit Liefer Reform frage eng verbunden sind. Wenn nämlich mittlere Beamte die gleichen Äemter wie atädemisch vorgebildete Beamte renvalten, bann läßt sich bei einer Vesoldungsrevision die gehalt- lidje Be.ferstelumg der letztgenannten Kategorie für die Gesamtheit nwfjt gut in der Höhe vcrwirllichen, wie dies gemeinhin erholst und erstrebt wird. Ans dieser besorgten Stimmung heraus sind Icnn auch all die kritisckstn Auslaft'ungeii envachsen, die der nationalliberale Antrag auf Verbilligung der Steuerveranlagung über sich ergehen lassen mußte. Aber eoen darum, weil all diese Kritiken dem Vorurteile und dem Jnterefsenstreben einer in ihrem Borwärtslommeu sich bedroht fühlenden Beamtenklasst entsprungen find und weil für ihre Wortführer das Staatsinteresfe erst tn lLtzter Linie kommt, können chre Tarstellungen auch als eine ge­eignete Grundlage zur zutreffenden Würdigung dieses Resorm- vchfchlags leinesiregs angesprochen werden. Ein richtiges Urteil laßt sich vielmehr mir dann gewinnen, wenn man anstelle der je. er realen Unterlage erniangelnden Ansichten und Kombinationen Reser Jnteressenteu cie unbe steckst ickM Faktoren: Tatsachen und Erfahrungen zu Rate zieht.

Wenn zur Beileidung der Borstandsstellen bei unseren Finanz­ämtern das kameralistische Studium mit feinem volkswirt- schastlichen Inhalt notweudig wäre, dann würde unsere äfegicrung tvS Kameralstudium vor einigen Jahren nicht aufgehoben haben. imD trenn zur erfolgreichen Versehnng des Steuerveranlagungs- Rcnstes die j u r i ft i f ch e Vorbildung unbedingt erforderlich wäre, iHtnn wären unsere heutigen Steuerkommissäre, die ohne Ausnahme stiimeralwisfenschstst studiert haben und deshalb wenig mehr als üi mittlerer "oeamter an juristischen Vortenntnifsen ihr eigen nennen, deir Anforderungen ihres Berufes nicht gewachsen. Ta man letzteres nicht behaupten kann, so erhellt schon hieraus, daß rir die Geschäfte der Steuerveranlagung eine cigeniltdfe Unl^ rersitätsbildung nicht als Erfordernis gelten kann, sondern das; die' nötigen volkswirtschastlick^n und juristischen Kcuntnifje am heften in der Praxis erworben werden, wie dies ja in der Haupt- lache auch der J-all ist. Wenn die uns überlegenen Staaten Preußen, -ackfen und Baden, also Länder mit weit größeren und zahl­reicheren Brennpunlien des industriellen und kommerziellen Lebens unb Länder, W infolgedessen die Schwierig lecken der Steuer- sxstsetzung, nämlich: verwickelte Erwerbs- und Lesitzverhältnisfe, ioMplizierte Feststellung der für die Sleuerbemessung entscheiden­den Wertgrößen, stärkere Fluktuation der Bevölkerung usw. häufiger und in höherem Maße an den Beranlagimgsceamten herantreten, trotzdem die Steuerveranlagmig in die Hände mittlerer Beamten legen und damit anerkanntermaßen die besten Erfahrungen gemacht haben, dann ist nicht einzufehen, warum gerade in dem Kleinstaat .dessen mck seiner verhältnismäßig einsameren Steuerveranlagung cut ausschließlich studiertes Beamtentum erforderlich sein soll. Also mit der Schwierigkeit des Dienstes kann die Notwendigkeck der akademischen Vorbildung hier nicht begründet werden, und nur geljen vielleicht nicht fehl, wenn wir den Erklärungsgrund iN oem Grundsätze suchen, den ein früherer hesfifcher Fmanzminister Einmal aussprach und der wohl bis heute richtunggebend ist, nämlich: Wmn der Staat ein Studium kreiert, bann hat er

lehr er Dr. Weimer-Wiesbaden sprach über denZeitgeist und> seinen Einfluß auf unsere Jugend". Dr. Weimer hat in Wiesbaden eine Reihe von statistischen Erhebungen gemacht, die ein wenig erfreulich Licht auf die häusliche Erziehung: unserer Jugend werfen. So z. B. wurden in einem hiesigen^ Variete an vier Abenden 35, 26, 43 und 83 Kinder gewählt, in drei Wirtschaften waren von 150 Gästen 49 Kruder. | Wir befinden uns in einer schwierigen Uebergangszeit. Alte überlieferte geistige und sittliche Worte werden angezweifelt/ die Bande der Ehrfurcht und Autorität lockern sich, das Neue aber hat noch keine bestimmte Form gefunden. Auch> die heute vielfach übliche, verweichlichende häusliche Er-> ziehung hilft die Bande der Ehrfurcht und des Gehorsams / lösen. Der Vortragende hofft, daß die Frauenbewegung segensreich einwirien werde, döachdem er dann noch die stark« Verbreitung der Schmutz-und Schundliteratur-6e=. rührt hatte, schloß er mit einem Hinweis auf das Anwachsen größeren Kunstverständnisses im Volke und die Vorliebe unserer Generation für den Sport als erfreuliche^ und sörderungswürdige Aeußerungen des Zeitgeistes. In der' Aussprache pflichtete Direktor Dr^ W a l t e r - Frankfurt cl M. (Musterschute) den Ausführungen des Vortragenden bei und vemerkte, daß die Lehrer mehr als Erzieher zu gelten hätten und mit der Jugend, insbesondere mit dem Elternyause, mehr in Berührung treten müßten. Heute vormittag, wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Prof. Dr. Lentz- Danzig erstattete den Jahresbericht. Nach ihm arbeitet derVerein für Schulresorm" (gegründet 1889) für eine stete Fortentwickelung des höheren Schulwesens nach den Gesetzen körperlicher und geistiger Gesundheit und in vater­ländischem Sinne. Er unterstützt die Ausbreitung der so­genanntenNeformschulen". Ihre Zahl betrug im ver­flossenen Schuljahr im Deutschen Reich 135. Für das nächste Schuljahr sind 13 bis 14 neue zu erwarten. Es wird ge­fordert: Im Lehrplan der Reform-Gymnasien ist in U Il­li I die 3. Geschichtsstunde wieder herzustellen. Tas latei­nische Extemporale in der Reifeprüfung der Gymnasien

aud) die . erp.lla.tung, jur u.e m.re> mum ^.mrurtcr 5U fvrgm. I Dieser Satz bat aber nach Aulbebung des Kameralstudtums für f unsere I mauz Verwaltung seine Bereckstigung verloren, und das j Staatsinteresfe erfordert gebfeternck icme Ennchrankung vayin, , daß nicht höher vorgebildete Beamte in Poften emgewwien werden, j die ctcniogut, aber billiger durch mittlere oder untere Beamte , cmsgefÄlt werde.: können. . .., .

Tie gegnerischen Ausführungen tn Nr. 108 zetchnen be­sonders dadurch aus, daß die zu gunjten der niittferen <x-inten Iprechmdcn Atomente teils völlig ignoriert, teus m das dtrecte Gegenteil verkehrt werden. So wird auch behauptet, pte Mittleren Beamten hätten die Steuerittaffächert nur mechanlich^rechneriich nad;-oUprüfen. Jeder Veranlaguttgsveamtc, der dreien Letl fernes Dienstes nrck t etwa seinem Gehilfen, wlvstandrg überlaßt, wrrd aus eigener Erfahrung bestätigen,^datz die. Nachprüfung sich arrl die richtige Anwmdrmg sämtlicher Ltrachestrmmungen bezreht. Wrc hier, so fiitbet auch beim Strafwesen der Zölle und Rerck-vchrucrn eine eingehende sachliche Prüfung statt. Was dre bei cknrrahme des nationalliberalen Antrags sich ergebenden Ersparnrjw anlangt, so wollen wir die Zahlen reden lassen:

Baden bat eine Bruttoeinnahme an Vermögen^'rmd Ein- kommerrfteuer von 31 688 050 Ml. und daber 909 060 Äik. persön­liche Kosten der Veranlagung. In He s sen beträgt das ^teuersoll leinsM. Erhöhung^ 17 822 085 Mk. Im VerhaltnrS zu Baden dürfte also Hefteir nur 511276 Mk. an persönlichen Beranlagungs- lbsfeir arisgelen. In Wirklichkeit betragen die letzteren der mrs rund 600000 Mk. also im Vergleich zu Baden 88724 9)1 a r k mehr, was in den höheren Gehältern unseres akademischen Personals feine Ursache hat.

Zum Schlüsse gelangt der Herr Einsender zu dem abenteuer­lichen Vorschlag, sämtliche Bezirkslässen auszuheben, wodurch 100 000 Mk. geipart werden könnten, lieber die ^ragrocite einer derartigen Lrganisationsänderuug wird sich ihr Befürwoicker wohl kaum ein Bild gemacht haben. Wir urteilen wohl rtafetg, ivenn wir diesen Reformvorichlag lediglich als eine der mittleren Be­amtenschaft zugedaäfte Vergeltmigsmaßnahme auf taffen, Die wir einer ernstlichen Widerlegung nicht für geeignet^haiten tonnen. 'Nur so viel sei über das Kassenwesen gesagt: ä.ie Einrtcytung der Untererfjebfeellen ist sehr teuer und wird selbst ohne ihre weitere Ausoildung von Jahr zu Jahr loftspieltger.aßt man aber noch mehr Bezirlskassen zu Gunsten von Untererhebern etn- gefjen, so sind leDeutenhe Mehrkosten unausbleiblich, und man tonnte eine derartige Umgestaltung in einer Zett finanzieller Notlage nicht aut verstehen. Wie jeder andere Berufsstand haben auch die Uufererlfeber das gewiß nicht unberechtigte Bestteben, ihre Lage zu rerueffem. Eine Regulierung des Hebgebührentarifs wird ali© auf die Tauer höchstens nach oben, nicht aber nach unten statt finden. Außerdem wird in nicht zu ferner Zeck die Kammer aud« über ein Begehren der Untererbeber, fämtli che Fürsorge- Kassenbeckräge auf die Staatscasse zu übernehmen, zu befchließen haben. Bei Bettachtmtg des fiskalischen Kasfenwesens sollte man nicht vergessen, daß die, allgemeine ökonomische Ausgabe stets die fein muß, mit möglichst geringen Kosten die Geldgeschäfte aus- iufüljren, Geldsendungen tunlichst zu vermeiden, den baren Käste- bestand auf ein Mimmum zu beschränken und sowohl unter den Kassen, als aud] mit Privaten das bloße Abred>nungs]hstem (Ver­bindung mit Banken, Postscheckverkehr) einzuführen. Diesen bedeut­samen Forderungen der modernen Finanzwisfenschast und -Praxis vermag das Institut der Unteverheber in keinem Punkte gerecht zu werden, .so daß seine Beseitigung einen Fortschritt in der Ent­wickelung unseres Kasfenwesens bedeuten würde.

Wir sehen jetzt an der Spitze unserer Finanzverwaltung eine Persönlich feit, bereit vorurteilsloser und die Bedürfnisse der Gegen­wart erfassender Blick erhoffen läßt, daß aud) in diesem Ressort ' zeitgemäße Umgestaltungen vor genommen werden, wenn dadurck) Vorteile zu erzielen sind. Aber noch keine größere Verwaltungs- resorm ist durchgeführt worden, ohne daß eine Bureaukratie versuckst : hätte, sie aufzuhalten oder nach ihrem Willen zu lenken._________

kanzler unmittelbar nach deßen Ankunft^ und kon­ferierte mit ihm längere Zeit. Um o Uhr begab sich der Kaiser mit dem Reichskanzler durch den ^chloW- garten nach der neuen Erlöserkirche, um mit dem Reichs­kanzler die Kirche zu besichtigen. Hiernach machte der Kaiser mit dem Reichskanzler ohne weitere Begleitung eine Ausfahrt im Automobil nach dem Taunus. Der Kaiser fuhr mit dem Reichskanzler nach der Saalburg und machte von da aus einen einstündigen Spaziergang durch den Wald: um 6i/2 Uhr kehrte der Kaiser nach dem hiesigen Schlosse zurück. Zur Abendtasel bei den Majestäten war der Reichskanzler geladen. . .

Frankfurt, 4. April. Die Kaisert n traf heute nachmittag, im Automobil von Homburg tommenb, um 4 45 Uhr hier ein, um ihrer im Dr. Lampeschen Sana­torium weilenden Schwester Prinzessin Feodora^ einen Besuch abzustatten. .

Homburg v. d. Höhe, 4. April. Der Reichs­kanzler ist um 11 Uhr 1 Mnute nach Berlin ab- g er e ist.

Nr. 78 Zweites Blatt 160. Jahrgang * Dienstag 5. April 1910

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General-Anzeiger für Gberheßen