Ausgabe 
5.3.1910 Erstes Blatt
 
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Leizen Roggen

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die gewaltige Steigerung der landwirtschaftlichen Boden- erzeugnifse infolge der verbesserten Methoden beobachtet hat, wird wohl nicht leugnen, daß die Steigerungsmöglich­leit noch lange nicht an ihrer Grenze angekommen ist.

1909

3 755 747 Tonnen;

11348415

1Ö4 162 Tonnen;

seien, ans

Balkankompensationen im

Ans fiaöt nns Land.

Gießen, 5. März 1910.

** Hauptmann a. D. Kramer, der Konservator hiesigen Museums, ist von der philosophischen Fakultät Landesuniversität zum Ehrendoktor ernannt

freien, durch internationale Verträge garantierten Elbschiffahrt zugelassen und unter keinem Vorwande die Erhebung von Ab­gaben auf der Elbe, deren Einführung Teutschland zum Schaden des Handels, der Industrie und der Landwirtschaft Oesterreichs plant, zugestimmt werde. ..

(Lebhafter Beifall.- Darauf ergreift Handelsmmister Werk- kirchner das Wort. Er gab zunächst eine historisch-pragmatische Darstellung der ganzen Frage und verwies auf die große wirt­schaftliche Bedeutung der freien Elbeschiffahrt für L-esterreich, na mentlich Böhmen. Der Minister hob hervor, daß, der freie Elbeweg von Oesterreich in jahrzehntelangen Derhandlungen mühselig er­rungen wvrden sei und daß er bisher an dem freien Elbe­verkehr gegenüber allen Aenderungsversuclren stan d ha f t fest­gehalten habe. (Lebhafter Beifall.) Die Zukunft unseres 'bedeutungsvollsten Industriegebietes Nordböhmen kommt ins Spiel. Identische Interessen wie die Industrie, hat auch die Landwirtschaft cm der Freiheit des Elbeweges (Zustimmung-, auch ihr dient der Strom als billige Zufahrtsstraße und gewährt ihr andererseits Erleichterung des Absatzes ihrer Erzeugnisse. Tie Regierung hat jede Phase des vom Deutscheu Reiche um die Schiffahrts- abgaben geführten Kampfes verfolgt und hat keinen Anlaß tot- übergehen lassen, um soweit überhaupt möglich, über unsere rein sachliche Gegnerschaft keinen Zweifel auf­kommen zu lassen. Ich möchte nur in Paranthese bemerken, daß es sich um keine politische, sondern um eine rein wirtschaft­liche Angelegenheit handelt. (Zustimmung.)

Ter Minister fuhr damr fort: Ich muß mit aller Entschieden­heit erklären, daß seitens der deutschen Regierung diese Frage überhaupt noch nicht an Oesterreich herangetreten ist. (Hört! hört!) Es haben daher weder öffentliche, noch geheime Vorverhandlungen stattgefunden, ich weiß auch gar nichts von beabsichtigten Vorverhandlungen, bezüglich deren einige Blätter schon Düsseldorf als Zusammenkunftsort bezeichnet haben. Ich kann natürlich keinen Vertragskontrahenten hindern, daß er intern erwäge, ob eine Aenderung des Vertrages ihm zweckmäßig er­scheine, aber aus der Tatsache, daß Preußen bei den anderen Bundesstaaten eine Abänderung der Reichsverfassung zu erreichen sucht, schließen zu wollen, daß geheime Abmachungen bestehen und daß Preußen nichts tun würde, wem: nicht ,chon Holland oder Oesterreich im geheimen Ja gesagt hätten, gegen einen solchen Versuch muß ich mich entschieden verwahren. (Beifall.) Tie österreichische Regierring hat tu dieser Angelegenheit stets offen und ehrlich ihre Meimmg bekannt, nicht nur in diesem Haus, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit. Ich möchte aber auch noch auf eine andere Seite dieses Gegenstandes zu sprechen kommen. In einer foeminenten wirtschaftlichen Angelegenheit gibt es auch keinej Kompensationen auf politischem Gebiete; ich muß daher die Gerüchte, als ob

Aus Hessen.

R.-B. Darmstadl, 5. März. Die Evangelische Landessynode ist für Donnerstag den 10. März zu den Haushalts-Beratungen einberufen worden. Die Verhandlungen iverben fünf Tage in Anspruch nehmen.

Da zu derselben Zett auch die Haushalts-Beratungen

Zur Frage unserer Getreideproduttion.

Aus unserem hiesigen Leserkreise ist uns folgende Zu- 'schrift mit der Bitte um Abdruck zugegangen:

Angeregt durch den eigenartigen Artikel des Herrn <Reichstagsabgeordneten Köhler über eine Aeutzerung des .Herrn Dr. Mollat in dessen in der hiesigen -Ortsgruppe des Hansabundes gehaltenen Rede seien einem Leser desGieß. Äirz." einige rein sachliche Bemerkungen gestattet.

Dio fragliche Stelle der Rede:Unsere Landwirtschaft kann schon lange nicht mehr die ständig wachsende Bevölke­rung ernähren", hat auch bei mir starkes Kopfschütteln erregt Herr Dr. Mollat scheint in dieser Frage schlecht unterrichtet zu sein. Wenn es auch richtig ist, daß noch heute ziemlich beträchtliche Mengen Brotgetreide eingeführt werden, so steht dem eine große Ausfuhr an solchem gegen­über. An dieser Ausfuhr hat unsere Landwirtschaft gewiß weniger unmittelbaren Anteil als unsere Getreidehändler in den Grenzgebieten.

lieber die in Deutschland 1908 und 1909 erzeugte Menge ,-an Brotgetreide sagt der nationalliberale Parteisekretär A. Zeller in dem kürzlich herausgegebenen Nationalliberalen Jahrbuch für 1910 auf S. 92 folgendes:

Ernte 1909. Nach der deutschen Reichsstatistik sind ge­erntet worden:

rinz begab sich abends 10 Uhr nach Frankfurt a. M.

Prinz Heinrich von Preußen ist von seinem Besuch am englischen Königshofe am Freitag abend wieder in Kiel eingetroffen.

Nach derPost" ist in Verbindung mit der Reform )es bürgerlichen Strafgesetzbuches eine Umarbeitung des Militär-Strafgesetzbuches in die Wege ge­leitet worden. Tabei soll anstatt der jetzt noch vorgesehenen Haftstrafen bei geringen militärischen Vergehen der Per- bnen des Beurlaubten-Standes die Einführung von Geld-

das Entschiedenste dementteren. Dagegen halte ich mich für verpflichtet, zu erklären, daß ich nicht den geringsten Anhalts­punkt habe, um an der Loyalität der deutschen Regierung und der Handhabung der Verttäge zu zweifeln. Ich muß aber mit aller Entschiedenhett erklären und jeden Zweifel darüber besei­tigen, daß die österreichische Regierung zu irgend welchen Zu­geständnissen, welche die volle Freiheit unserer Elbeschiffahrt be­ehren, nicht zu haben sein wird. (Lebhafter Beifall und Hände­klatschen.) Ich bitte daher, meine Herren, ich glaube in dieser Beziehung kann ich wohl auf die Einmütigkeit des ganzen Hauses rechnen, versichert zu sein, daß die Regierung in vollem Be­wußtsein der Verantwortlichkeit, sowie der Größe und Wichtigkeit der hier auf dem Spiele stehenden Interessen den von mir ge- kelmzeichneten Standpunkt mit unerschütterlicher Festigkeit wahren wird. Ter Minister des Aeußern war auch während seines Auf­enthaltes in Berlin gelegentlich des steundschaftlichen Gedanken­austausches mit dem deutschen Reichskanzler in der Lage, auch die Frage der Schiffahrtsabgaben zu besprechen (Hört, hört!) und die Auffassung der österreichischen Regierung zu vertreten (Leb­hafter andauernder Beifall und Händeklatschen).

I Nach einer weiteren Besprechung wurde dem Anträge ein - 'stimmig die Tringlichkcft zuerkannt und darauf der Antrag selbst angenommen.

Wie aus Rom gemeldet wird, ist der Kronprinz von Griechenland dort eingetvoffen.

Ter spanische M i n i st e r r a t unter dem Vorsitze des Königs beschäftigte sich am Freitag mit den Wahlen, die vom 1.15. Mai stattfinden werden. Ter Ministervräsident erklärte, die Regierung werde sich nicht in die Parteikämpfe Zumischen: sie habe das Vertrauen, daß das Land eine regierungsfreundliche Mehrheit in die Kammer entsenden werde.

schäft und Kunst besitzt, besitzt auch Religion" Auf Bruno Wille trifft dieser Ausspruch vollkommen zu. Er hi eine tief religiöse Natur, die das Befreiende, Erhebende und Begeisternde der Kunst in vollem Maße erfaßt hat. Darum gibt er uns auch mit dem Thema, das er hier behandeln wird, etwas Ureigenstes. Für ihn ist es gerade die Kunst in ihren Uranfängen, in den ersten Schalmeien der Hirten, )cn ersten Kränzen und Blumensträußen, die den Ur­menschen aus seiner Tierheil emporhob zum Menschentum. Er will uns zeigen, wie die Kunst bic Erzieherin des Menschengeschlechtes ist, und wie sie den Menschen bc reit von den kleinlichen, selbstsüchtigen Sorgen des All­tages und Seele und Gemüt emporhebt zu einer höheren Lebensauffassung, und wie sie damit, zur Erlöserin wind.

** Zur Lage des Schuhmacher-Handwerke' bittet man uns um folgende, in der Presse teilweise schon verbreitete Mitteilungen: Es gibt wohl kaum eine Branche ür Anfertigung besserer Maßarbeit und Reparaturen, wie das Schuhmacherhandwerk, die seit Jahren schon mit so chwierigen Verhältnissen rechnen muß und in ihrer Existenz- ähigkeit so schwer behindert ist! Nachdem vor etwa zwei Jahren die Preise der rohen Ware von einem ebenfalls enorm hohen Stand etwas zurückgedrängt wurden, immer­hin aber "noch recht hoch blieben, ist fett etwa dreiviertel Jahren wiederum ein neuer, ganz erheblicher Aufschlag der Rohware von etwa 2530 Prozent für einzelne Sorten sogar bis zu 35 Prozent eingetreten und es ist, durch die allgemeine Lage beoingt, gar leine Aussicht vor­handen, daß überhaupt wieder nennenswerte Abschläge er- olgen, dafür sorgt neben den recht hohen Biehpreijen der Imstand, daß unsere RtohwareWelthandelsartil'el", was früher nicht der Fall Ivar! Teshalb ergeht der äiuf an die Einsicht des Publikums, unserem durch die besondere Lage schwer bedrängten Handwert: dieinfolge der viel teuerer gewordenen Einkaufspreise sämtlicher Materialien höher gegangenen Preise für Reparaturen und neues Schuhwert auch zu gewähren" und ferner auch recht pünktuche Zah­lung zu leisten. Es kommt noch erschwerend hinzu, daß auch die Löhne für die Arbeiter ganz erhebllch gestiegen sind und auch der Lebensunterhalt jetzt bedeutend mehr tostet, als früher!

Nutzholzpreise. Bei der in der ablaufenden Woche stattgefundenen großen Nutzholz-Versteigerung haben die Hölzer aus den Waldungen der Stadt Gießen teilweise sehr gute Preise gebracht. Im Vergleich zu dem Vorjahre dürfte der Mehrerlös 80009000 Alk. betragen. Wenn Brennholz in unserer Gegend weniger gute Preise als im Vorjahr erzielt hat, so lag dies erstens an dem milden Winter und zweitens an dem Ueberangebot in diesem Jahre.

** Tas Petroleum wehrt sich. Bei allen Neue­rungen wehrt sich das, was verschwinden soll. So schreibt uns ein Petroleum-Interessent: Die in dem Vortrag des Direktors Stolt e in Krofdorf gegebenen Zahlen über die Kosten der Petroleumbeleuchtung bedürfen einer Auf­klärung. Herr Stolte sagt:Es lostet das Brennen einer Petroleumlampe von 10 Kerzen 1,5 Pfg., 16 Kerzen 2,4 Pfg., 25 Kerzen 3,5 Pfg., 32 Kerzen 4,3 Pfg., 50 Kerzen 7,5 Pfg. mit Flachbrennern und 16 Kerzen 1,5 Pfg., 25 Kerzen 2,35 Pfg., 32 Nerzen 3,0 Pfg., 50 Kerzen 4,i Pfg. mit Rundbrennern." Dazu ist zu bemerken: Flachbrenner lampen von 50 Kerzen Leucht traft dürften wohl kaum irgenbiöo in Gebrauch sein und e-? erscheint mir zweifel­haft, daß sie überhaupt je gebaut sind. Nach Versuchen, die in der hiesigen Lampenfabrit gemacht sind und jeder­zeit wiederholt werden können, verbraucht ein Rundbreniler von 8'" für 0,5 Pfennig, 10"' 0,6 Pfennig, 141,0 Pfennig, Spezialbrenner 15 " 1,5 Pfennig, Luftzuglampc 30' 3,9 Pfennig, Petroleumglühlichtbrenner 1,05 Pfennig Petroleum in der Stunde. Nach Herrn Stolte hat eine Petroleumnormallampe 20 Kerzen (gemeint ist wohl eine 14" Rundbrennerlampe), eine Küchen lampe 10 Kerzen, ob 8 oder 10"' ist nicht angegeben fgemeint dürfte wohl eine 9 sein) und die Leuchtkraft eines guten 14' Rundbrenners dürfte wohl eher 25 als 20 Kerzen betragen. Zum besseren Verständnis bemerke ich, daß ein 15 Spezialbrenner, wie sie von ver schiedenen Fabriken unter verschiedenem Namen hergestellt werden, mindestens die Iftftache Leuchtkraft eines 14"' Rundbrenners hat. Eine 30"' Lustzuglampe hat mm

bestens 70 Kerzen Leuchtkraft, wie f. Zt. auf dem hiesigen Gaswerk festgestellt ist Schließlich bleibt die Leuchtkraft eines guten Petroleumglühlichtbrenners n^cht wesentlich hinter der eines Gasglühbrenners zurück. Tatsächlich kann also feine Rede davon fein, daß die Kosten der elektrischen Beleuchtung,gering er sind, als die der Petroleumbeleuchtung, ganz abgesehen davon, daß man bei Petroleum Installa­tionskosten nicht hat. Daß das elektrische Licht manche Vorzüge gegenüber der Petroleumbeleuchtung hat, ist durch aus nrcht zu verkennen; ein kleiner Nachteil ist aber, daß es ortsfest ist, d. h. daß man für jeden Raum, den man, wenn auch nur vorübergehend, zu beleuchten hat, In­stallation und Lampe braucht, womit man genötigt ist. einen ziemlich bedeutenden Betrag schon in einem fteinen Haus für diesen Zweck festzulegen, der nicht kleiner wird. Man ist sonst eben doch wieder für wenig benutzte Räume auf die Petroleumlampe angewiesen.

x Vom Lande. Bei dem herrlichen Wetter beginnt es sich in Wall» und Feld schon mächtig zu regen. In den sumpfigen Niederungen hat der Kiebitz seinen Einzug ge­halten. Ieldhühner werden schon paarweise in veryaltnis- nräßig großer Zahl angetrvffen. Hasen scheinen arg mit­genommen zu sein. Wintergetreide und Klee haben sehr gui überwintert.

-e-. Utphe, 3. Marz. Gestern abend sprach hier der Generalsekretär des Evangelischen Bundes, Pfarrer Lizentiat Brae unl ich aus Halle a. 6. über: .Die Gefahr für Deutsch­lands Protestantismus und unsere Abwehr". Nach dem Vortrag traten 48 Gemeindemitglieder dem Evangel. Bunde bei, die einen Zweigverein Utphe bildeten. Den Abend ver­schönte der GejangvereinEintracht" unter der Leitung des Lehrers Keller von Utphe durch stimmungsvolle Chorgesänge.

x Bad Nauheim, 4. März. Die letzte dieswinter­liche Veranstaltung des Vor tr a g sv er eins lvar noch einmal ein künstlerisches Ereignis. Frederie Lamond aus Cyarlottenburg, der als einer der hervorragendsten Bee^ Hovenspieler gilt, war für ein Konzert im Sprudel-Hotel gewonnen worden. Auf dem mit großem Beifall aufge­nommenen Programm war Beethoven auch bart vertreten. Besonders dieSonate Apassionata" mit ihrer Gedanken­fülle hat ihren Eindruck nicht verfehlt. Außerdem kamen Kompoftlionen von Händel, Schubert und Schumann zum Vortrag.

L. Friedberg, 4. März. An der hiesigen Reahwuie fand in diesen Tagen die Prüfung derjenigen Abiturwnten statt, die die Berechtigung zum einjährrg-freinnlligen Drenir erlangen wollen. Von 20 Schülern waren 4 vom mund llchen befreit, 17 bestanden. Die Lehrerveteranen, ui

trafen in Aussicht genommen werden.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Uebcr. die Wahl- echtskundgebung am vorigen Sonntag finden wir Angaben imStandard", wonach der Kaiser den M a f f e n a u f § u g von den Fen st ern des Schlosses aus beobachtete. Das ist falsch. Ter Kaiser hat von der Demonstration nichts bemerkt. Unrichtig ist auch, > in den Schloßhöfen für den Notfall Truppen neben der Polizei bereitgestanden haben. Verwendung von Militär war nicht vorgesehen. Ebenso falsch sind aber auch die Mel­dungen, wonach der Kaiser mit Rücksicht aus die Zusammen- öße am vorhergegangenen Sonntag der Polizei strengste Zurückhaltung bet den Straßenkundgebungen befohlen haue. Der Kaiser hat vielmehr in keiner Weise in die Anord­nungen des Polizeipräsidenten eingegriffen.

Der Berliner Polizeipräsident ließ an den Vorsitzenden des Mtionsausschuffes des Verbairdes der ozialdemokratischen Wahlvereine von Berlin und Umgegend die Mitteilung gelangen, daß er den vomVorwärts" als KundgebunggegendiepreußifcheWahlrechts- v o r I a g e für Sonntag angekündigten M a f s e n s P a z i e r - gang nach dem Treptower Park als eine nach dem Reichs- Vereinsgesetz genehmigungspftichlige Veranstaltung ansehe und ihr entgegentreten werde.

Wie dieNorod. Allgem. Ztg." mitteilt, enthält der nunmehr eingctroifenc amtliche Text des deutsch-kana­dischen Handelsabkommens die Bestimmung, daß die Zurücknahme der Zugeständnisse des Abkommens beider- eitig an eine zweimonatltche Kündigungsfrist geknüpft ist. Eine solche Zurücknahme ist bekanntlich vorgesehen für den Fall, daß nicht nach angemessener Zeit ein Handelsvertrag zustande kommen sollte.

f Brotgetreide

- ^T^otz der Auswinterung des Weizens ist also die Gesamt­menge stes^vpn der deutschen Landwirtschaft produzierten Brotget^ides noch um rund 600000 Tonnen größer als im Jahre 1908.

jr£-nn nun nach allgemeiner Annahme (Engels, Lexts) 180 bis 190 Kilogramm Brotkorn den rationellen Seb ar eines Menschen befriedigen, so ist auch in diesem Jahre toeit über den Brottornbedarf des deutschen Volkes hinaus produziert worden, so daß noch ein großer Ueberschuß zu Zütterungs- und Brennzwecken dienen kann usw."

Eine einfache Berechnung ergibt einen Brotgetreide­bedarf von rund 11500 000 Tonnen, so daß also für Futter- und Brennzwecke rund 3 600 000 Tonnen verbleiben. Wer

hinter sich hat, befand sich, wie uns die Direktion mitteilt, in den letzten zwei Tagen nicht wohl, da er sich eine Er­kältung zugezogen hatte, heute jedoch ist sein Befinden wieder normal. Man kann als sicher annehmen, daß Saeco fein Ziel von 40 Tagen erreichen wird. Temperatur am heutigen Tage 362, Atmung 18, Puls 103, Verbrauch an Gertrudis- brunnen bisher 37 Flaschen, 177 Zigaretten. Auf das Auftreten des bekannten und auch hier so beliebten Humo­risten Otto Reut ter, den die Direktion des Kolosseums zu einem dreitägigen Mstspiel verpflichtet hat, sei nochmals hingewiesen.

** Das neue Cafe Ernst Ludwig. An Stelle des ehemaligen Reatzschen Hauses ist nach Planen des Archi­tekten Hans Meyer ein neues Wiener Cafe entstanden, das in feiner ganzen Durchführung ein wirklich großstädtisches Etablissement ist, in dem bequem 300350 Personen Platz finden. Der innere Ausbau und die für ein solches Eta­blissement geschaffenen Einrichtungen sind in modernisierten Barock- und Empiereformen durchgeführt. Die einzelnen Räume wirken einfach, nicht überladen und sind unter­einander harnronisch paffend abgestimmt. Ter Cafetier Aug. Rath hat bei dem Neubau grundsätzlich nur Gießener Hand­werker und Lieferanten herangezogen, für die ihre Lei­stungen eine warme Empfehlung sind. Das neue Cafä verfügt über das eigentliche Cafe, den Damensalon, den Spielsaal und die eine Treppe hoch gelegenen Gesellschafts- Räume, die alle in ihrer Farbenwirkung prächtig ab­gestimmt sind und einen schönen und gemütlichen Aufent­halt ermöglichen.

* Gesellschaft für Soziale Refor m. Der Hefsisch-Nassaulsche Zwcigverein der Gesellschaft für Soziale Reform hält Sonntag, den 13. Nlärz 1910, vormittags 11 Uhr, in Frankfurt a. M. im Kaufmännischen Vereins- hauS am Eschenheimer Tor eine öffentliche Versammlung ab, in der Dr. Osterrieth aus Berlin, Generalsekretär der Ge° uosicnschaft deutscher Bühnenangehöriger, über dieLage der Bühnenangestellten und den Erlaß eines Theatcrgesetzes" und Rechtsanwalt Tr. Hugo Sinz Heimer über da§Arbeits- vertragSrecht der Bühnenangestellten" sprechen werden. Es steht zu erwarten, baß ' noch weitere juristische Fachinänncr, sowie Mitglieder der Bühnen m der Diskussion das Wort ergreifen werden.

** Zu dem Vor trage von Dr. Bruno Wille schreibt man uns noch. Goeihe jagte einmal:Wer Wissen-

1908

3 767 767 Tonnen, 10504 874 ,,

14 504 641 "Tonnen.

worden.

** NuhestandSversetzung. Der Großherzog hat am 2. März den evangelischen Pfarrer Hermann Heyer zu Naunheim auf sein Stachsuchen, unter Anerkennung seiner angjahrigen, treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom, 1. Mal 1910 in den Ruhestand versetzt.

**Ausdem Militärwochenblatt. Freiherr von Seckendorfs, Generalmajor und Kommandant von Mainz, wurde unter Verleihung eines Patents seines Dienstgrades in gleicher Eigenschaft nach Königsberg versetzt.

** Stadttheater. Es fei nochmals darauf hin- gewiefen, daß die beiden morgigen Sonntagsvorstellungen, nachmittagsDer dunkle Punkt", abendsRobert und Bertram", bei kleinen Preisen stattfinden. Bei dem Gastspiel von Irene Triesch am Samstag, 12. März, bei dem erhöhte Preise eintreten müssen, genießen die Abon­nenten gegen Abgabe des,6. Abfchnittes des Ermäßigungs-- tuponS Vorzugspreise.

* Ricardo ©acco, der bereits 12 Hunger tage

der Kammer im Gange sind, wäre es besser gewesen, wenn man die Synode später einberufen hätte.

Deutsches Uerch.

Die Kronprinzessin ist am Freitag um 1 Uhr

45 Minuten nach Fr a n k f u r t a M. ab gereift; der Kron-

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