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3.1.1910 Erstes Blatt
 
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Montag 3. Januar 1910

macht Bagger-Khans iit dort verblieben. Die Telegraphen-! Tendenz die ihrer straft nno Beoeurung ^ut sprech ende Bür- Linie AharTäbris ist total zerstört. tretnng und stelle niemanden m fernen politischen Rechten

x f ( a t am am Sava

Die heutige Nummer^umsatzt 10 Seiten.

schlechter als andere Staatsbürger.

und 184 a und b des Strafgesetzbuches und §§ 56,12 miD 42 a der Reichägewertzevrdnung ergänzt und entsprechend enveitert wer­den". Ferner gelangte ein Antrag von Dr. Milippi^nc Annahme: Die Bürgerschaft ersucht den Senat, es veranlagen zu wollen, daß die schulpflichtige Jugend und deren Eltern bei jeder Gelegen­heit vor der Schmutz- urrd Schundliteratur eindringlich gewarnt werden; daß der Jugend von feiten der Schule gute Bücher in reichilichem Maße zur Verfügnng gestellt werden, und daß die Schulbibliotheten mit den hierfür erforderlichen Mitteln versehen werden; daß die privaten Bestrebungen zur Verbreitung guter Literatur unter der Jugend, insbesondere die Unternehmungen des Jugendsch-riftenausschnises und die Kinoerlesezimmer der Patrio- tischeii Gesellschaft in jeder Weise, namentlich durch Gewährung öffentlicher Räume und durch Geldbeihilfe gefördert werden."

Das Rollen des Donners. Jedermann kennt daS dem Blitz folgende rollende Getöse, das sich, nach seiner Ent­stehung und in verkleinertem Maßstabe, dem Knistern des elek-

Der österreichisch-ungarische Ausgleich.

Ofen pest, 3. Jan. In Erwiderung der von Mit­gliedern der Kossuth-Partei zum Jahreswechsel dargebrachten Glückwünsche erklärte Handelsminlsler Kossuth, daß der Gründling einer selbständigen Bank derzeit un­überwindliche Hindernisse im Wege stehe. Die Krone hege Mißtrauen gegen die Bestrebungen der Unabhängigkeits­partei und habe sie daher nach dem Zerfalle der Koalition nicht mit der Führung dec Regierungsgeschäfte betraut. Die zwei wichtigsten Vorbedingungen der selbständigen Bank, näm­lich ein von Oesterreich unabhängiger Geldmarkt und die Auf­nahme von Barzahlungen seien beinahe gesichert ge­wesen, da mit französischen Geldkräften bereits Vereinbarungen getroffen gewesen seien und Aussicht bestanden habe, die Zü­

nden Senat zu ersuchen, an I skops gewinnen konnte.Die Kanäle treten auf diesen Photographien nicht auf", so bemerkte der englische Ge­lehrte trocken:die Erklärung dafür ist, daß das Teleskop zu stark war, nm sie wiederzugeben. Die neuen Photographien be- deuten einen gewaltigen Fortschritt gegen alle bisher möglichen Marsaufnahmen, aber von den Kanälen ist nichts gebtieben. Sie

yerugsprevr: monatlich 75 Ps^ viertel­jährlich Mk. 2.20; durch

Dr. Mönckeberg angenommen,bat Senat zu ersuchen, an I s zuständiger Stelle (Bundesrat) dahin zu wirken, daß zum Zwecke eines besseren Schutzes der Jugend die Bestimmungen der §§ 184 j 1

irischen Funkens einer Elektrisiermaichine vergleichen läßt. Wie entsteht aber dieses Geräusch? 2.?rauf gibt eine slkotiz der Reuter- Korrespondenz Llntwort, wonach in dem Physitalischen Labora­torium des Professors Trowbridge iwn der Harvard-Uni­versität in Cambridge (Arajfachusetts) interessante Versuche angestellt wurden, aus Denen hervorging, daß das rolleiide Ge­räusch des Blitzes als Ursache den Zerfall von Wasser­dampf hat, durch den die Explosion der Hydrogen- und Oxygen- Gase herbeigesührt wird. Bei feinen Versuchen mit künstlichen Blitzen hat Professor Trowbridge einen wahren Regen von riesigen elektrischen dienten erzeugt. Tas Geräusch der EnUadung war so stark, daß man seine Öhre;: mit Baunuvotte verstopfen und außer­dem noch mit einem dicken Tuche zubinden mußte.

Amerikanische A st r o n o m i e. Aus Amerika kommt wieder einmal eine Alarmnachricht; diesmal über Lon­don: Die phantastischen Schilderungen von Den lebenden Be­wohnern des Mars und ihren gcwattn/'n analbauten sind zu Ende. In der letzten Sitzung der englischen Astronomischen Ge ­sellschaft hat der Leiter Dvs Grecnwich-'Obfervarorinms, E. Ä. 'J-innrrber, erklärt, daß auf dem Mca's keine Kanüle vor­handen feien und daß alle Geschichten von den Marsbewohnern nichts anderes sind als Einbildungen. Es wurden die neuen Marsphotographien vo.gelegt, Die der bekannte amerikanische Astronom Pros. Hole jetzt von seiner Sternwarte auf dem Mount Wilson in Kalifornien mit Hilfe seines großen 60 zölligen Tele­

Der Neujahrrtag in Berlin.

Berlin, 1. Jan. Das leichte Frofiwct.er am heutigen Neujahrsmorgen hatte die Straßen Berlins nach den letzten Regentagen säubern helfen, und so fand sich auch mit Dem anbrechenden Tag, als die Kaiserstandarte, die Königs-, standarte und die Kurbrandenburgische Flagge auf den Zinnen des königlichen Schlosses emporstiegen, eine ge­waltige Menge Schaulustiger im Lustgarten und beim Kaiser Wilhelm-Denkmal ein, die bis zum Beginn des großen Weckens auf etwa 12- bis 13 000 Personen anschwoll. Ilm 8 Uhr 2 Minuten traf auf dem Anhalter Bahnhof Prinz Rupprecht von Bayern ein und fuhr zum Schloß, wo er die Terrasfenwohnung bezog. Der Katser traf bald nach 9 Uhr vom Neuen Palais her im Automobil hier ein, die Kaiserin um 9 Uhr 22 Minuten mit Sonderzug auf dem Potsdamer Bahnhof, von wo sie im Galawagen sich nach dem Schloß begab. Während die Majestäten im Schloß die Neujahrswünsche des königlichen Hau,es und der Hof­staaten entgegennahmen, erfolgte die große Anfahrt der Fürstlichkeiten, der Generalität, der Staatswürdenträgei und der Hofchargen. Die Schloßgarde-Kompanie formiert; sich, die Galawachen der Gardes-du-Korps und die sogen Leibgarde der Kaiserin rückten an.

Um 10 Uhr begann in der Schloßkapelle der feier­liche Gottesdienst. Oberhofprediger D. Dryander predigte über das vom Kaiser ausgesuchte Textwort Ev. Johannis I, B. 4In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." Dies Licht der Menschen führte der Oberhofprediger aus, sei die Liebe, die Liebe Gottes, die uns leuchte, und die Liebe, die auch aus uns leuchten soll, jene selbstlose Liebe, die nicht das Ihre sucht, die ge­duldig ist und verzeihen kann. Und weil unser keiner diese Liebe ausgelernt habe, darum träten wir jedes neue Jahr mit neuen Vorsätzen zu dieser Liebe an. Leuchten möge die Liebe in die dunkle Welt, und könne es nicht sein auf einen weiten Kreis, ein kleines stilles Leuchten, er­wärmend, erquickend, könne von jedem ausgehen. Was uns Pas neue Jahr bringe, wissen toir nicht, aber was wir zu tun hätten, daran sei kein Zweifel. Und in das Gelübde, unsere Pflicht in Liebe zu tun, schlössen wir dann oncb das der Treue für unfern Kaller and fern cSayfi v«h

<saterla<y.v ein. Baid nach n sihr begann die Gratu­lation s-iDefiliorcour Lei Ihren Majestäten, während die Leibbatterie des 1. Garde-Feld-Artillerie-Regcmeuts im Lust­garten Salut schoß.

Das Auswärtige Amt und die Tägl. Rundschau.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: DieTägl. Rundsch." veröffentlicht unter oer lieber sehr ist Civis gerrnanus suin? eine Darstellung des Falles des Pflanzers Rudolf Haß aus Venezuela, die beweisen will, daß das Auswärtige Amt deutsche Rechtsansprüche im Aus lande schützen lasse. Der Artilel beginnt mit Der Behauptung, die Firma Rensch- hausen in Tanger habe ihre Geschäfte an Franzosen ver­äußert, weil es sich für Deutsche nicht mehr lohne, im Ver­trauen auf den Schutz des Reiches zu arbeiten. Ferner wird gesagt. Der Gesandte v. Pilgrim sei auf einen toten Winkel abgeschoben worden. Er habe Caracas mit Cettinje ver­tauschen müssen, weil er sich in der Verteidigung deutscher Interessen zu streng gezeigt habe. In Wirklichkeit hat Pil- grim, der damals Geschäftsträger in Venezuela war, Caracas zugleich mit dem englischen Vertreter infolge des vorüber- aehenden Abbruchs der diplomatischen Beziehungen ver­lassen und sodann unter erheblichem Avancement den neu errichteten Posten eines Minifterpräfidenten in Cettinje er­halten. Der die Firma Renschhausen betreffenden Behauptung stellen wir die Tatsache gegenüber, daß gestern hier an amtlicher Stelle ein Telegramm eingegangen ist, in Dem Renschhausen durch Vermittlung des taiserlichen Ge­sandten in Tanger dem Auswärtigen Amte Dank für die äußerst tatkräftige, wertvolle Unter,iützung bei jeinen Unter­nehmung en in Marokko ausspricht. Was den Fall Haß an­langt, so trifft es zu, daß dieser unglückliche Mann auf Grund ärztlicher Gutachten vor kurzem zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt übergeführt worden ist. Die ärztlichen Gutachten kommen zu dem Er­gebnis, daß Haß an typischem Luerulantenwahnfinn leidet. Damit stimmt die Ansicht Der ihm zunächst stehenden Per­sonen überein, die ihn nach seinem ganzen Verhalten bei der Verfolgung feiner Rechtsansprüche vor Den venezolani­schen wie vor den deutschen Behörden für geisteskrank üalten.

Zur Wahlceform in Preußen.

Der beruhrnre Staarsrea-lslehrer Prof. Dr. Lab and eröffnet den neuen Jahrgang Der von ihm mith er ausgege­benenDeutschen Juriften-Zcitung" mit einem Aufsatz über die Wahlreform. Echt Labandschen Stil zeigt and) dieses neueste Erzeugnis des besten Kenners unseres Veriassungs- tinäfp wird von Innere he'-je..p $r. yorea,- daß u_ia) er das Verlangen nach einer -Reform Des Wahlrechts in Preußen ans formellen und sachlichen Gründen als durch­aus berechtigt anerkennt. Eingehend untersucht und wider­legt er die Gründe, die für die Beibehaltung des jetzigen Wahlsystems geltend gemacht werden, mit trefflicheren Argu­menten erörtert er jedes einzelne in Frage kommende Wahl­recht, ' as an die Stelle des jetzigen treten könnte, und spricht sich Dahin aus,daß, wenn man auch Die Forderung nach einer Wahlreform in Preußen als durchaus berechtigt anerkennen müsse, doch nicht dasselbe von dem Verlangen gelte, das Wahlgesetz für den Reichstag einfach mit einigen Fassungsänderungen für Die Wahlen zum preußischen Ab­geordnetenhause in Geltung zu setzen". Um Die Mängel des gegenwärtigen plutoirattfchen Wahlrechts zu vermeiden, ohne in das brutale System der Kop^ahlmajorität zu ver­fallen, sei vielmehr die Proportional Wahl der einzig mögliche Weg. Sie bestehe bereits in vielen Staaten, und Die technischen Schwierigkeiten, welche anfangs ihrer Durch­führung entgegenstanDen, habe man zu überwinDen gewußt. Sie allein fichere jeder sozialen Klasse und jeder politischen

lUetnes FeuMeton.

Die Frauen an den deutschen Universitäten. Die Gesamtzahl der an Den 21 Universitäten des Reichs als voll- berecktigte Studentinnen eingeschriebenen Frauen beträgt sim lausenden Winterhalbjahr 1856, gegen 1432 int Sommer, 1108 im vorigen Winter und 320 vor zwei Jahren, als den Frauen erst acht süd- und mitteldeutsche Universitäten zugäng­lich waren. In dieser Steigerung innerhalb weniger Jahre, wie in der neuesten Zunahme zeigt sich deutlich der große und fort­schreitende Umsang des Frauenstudiums imb Die Bedeutung, die das Bildungsstreben der Frau zu beanspruchen hat. Von den 1856 Studentinnen dieses Winters mögen etwa 1400 (im letzten Winter 950) reichsangehörig und davon etwa 900 (620) aus Preußen sein, die übrigen stammen aus dem Ausland, ein größerer Teil aus Rußland und aus Amerika. Eingesügt sei hier, daß an den französischen Universitäten letztes Frühjahr 3609 Frauen eingeschrieben waren, die saft zur Hälfte, (1643), dem Ausland angehörten. Die einzelnen deutschen Universitäten haben alle, Straßburg und Freiburg ausgenommen, sowohl im Ver­gleich mit Dem Vorjahr als mit Dem letzten Semester, eine sum Teil sehr beträchtliche Zunahme an Zahl ihrer Stu­dentinnen aufzuweisen. An der Spitze steht Berlin mit 632 (im letzten Winter 400), Dann folgen: München mit 183, Göt- nngen mit 160, Heidelberg hat 142, Bonn 135, Freiburg 86, Bres­lau 84, Leipzig 59, Greifswald 49, Münster 47, Königsberg 46, Marburg 38, Gießen 37, Straßburg 28, Halle 27, Jena 24, Tübingen 23, Erlangen 19, Kiel 18, Würzburg 10 und Rostock 3. In Preußen sind 1242 Frauen immatrikuliert, in Bayern 212, in Baden 228 und an Den übrigen Universitäten 174. Auf die einzelnen Fakultäten bezw. Fächer verteile-,r sich die Frauen wie folgt: Philosophie, Philologie oder Geschichte studieren 975, mithin mehr als die Hälfte aller Studentinnen, gegen 505 im Vorjahr, Der Medizin widmen sich 476 (322), den naturwissen­schaftlichen Fächern und der Mathematit 287 (175), Der 3ol)i* Heilkunde 46 (40), der Rechtswissenschaft 32 (20), Den Staats- Wissenschaften und der Landwirtschaft 27 (40), der evangelifck-en Theologie 5 (3) und der Pharmazie 2 (3). Die mit der Zu­lassung Der Frauen zu Den preußischen Universitäten und zur .Prüfung für das höhere Lehramt im Vorjahr eingetretene <a<v flfrung Des Zuflusses zu Den philologischen uno naturwissen- ichaftlichen bezw. mathematischen Fächern hat demnach auch in öte{em Winter weiter angehalten.

, . Zu m Stampf gegen Die Schmutzliteratur bat otc Mehrheit Der Hanwnraei: Pürgerfck-ast einen, Antrag bi->

politische Tagesschau.

Die Kämpfe in Nordpersieu.

Die von der Teheraner Regierung in das nordpersische Aufstandsgebiet entsandte Expedition hat in den letzten Tagen durch die Einnahme Ahars einen neuen beträchtlichen Erfolg über die Banden Rahim-Khans errungen. Einem Bericht des B L.-A. aus Täbris entnehmen wir folgende Stellen: t .

Die Expedition Jephrem, welche sich mit der berittenen Streitmacht Samed-Khans nördlich von Sarabstadt ver­einigt hatte, griff Die Streitkräfte Rahim-Khans beim Dorfe Meraban an, vertrieb Den Gegner aus seiner Stellung und verfolgte die fliehenden Reiterfcharcn, welche ein Gebirgs­geschütz mitführten, dreißig Kilometer weit, eroberte sechs Dörfer, aus denen alle kampffähigen .Anhänger Rahim- Khans flüchteten, dessen Streitmacht, total aufgelöst, sich nach Der Stadt Ahar zurückzog, wo er bisher den Wohnsitz hatte. Die Verluste des Gegners sind bedeutend, er büßte sämtliche Bagage und alles Kriegsmaterial ein.

Die Expedition nahm am vergangenen Montag die Verfolgung wieder auf und beschloß. Dem Befehle der Tehe­raner Regierung, Ahar unbedingt einzunehmen, nachzukommen. Rahim-Khan hatte dort feine Streitkräfte gesammelt, besetzte das schwierige Gebirgsgelände und lauerte auf die herannahende Avantgarde, wurde jedoch nach längerem Gefechte zurückgeschlagen. Unsere Verluste sind zwei Tote, drei Verwundete und acht Pferde. Die Gegner hatten große Verluste. Die Führer der Expedition beschlossen nunmehr Die Beschießung von Ahar. Rahim-Khan, ein- geschuchtert durch das mörderische Feuer unserer Maschinen­gewehre sowie das ununterbrochene Vordringen unserer Ka­vallerie, zog es vor, nach Ahar nicht zurückzukehren, sondern 'flüchtete nach Norden. Die Expedition eroberte ein öfter» ircichisches Feldgeschütz sowie eine Gebirgskanone, viele Ge­wehre und bedeutendes Kriegsmaterial. Die Bevölkerung hatte Duytf) Eilboten die Führer gebeten, Ahar nicht zu bombardieren, und verweigerte Rahim-Khan die Rückkehr nach der Stadt. Der alte Rahim-Khan beteiligte sich nicht an Den Operationen, er liegt schwertrank nördlich von Der Stadt Ahar DarnieDer. Die Streitkräfte wurden von feinem ..neftcn Sohne befehligt. Der Bezirk Ahar ist nunmehr

1 ei-b pPTrh'-m bpr* M a ch t - - b * c t -V >' i ii £ ec? l y i c - IUNg ein Der leibt, ein außerorüentlicher Erfolg Der Expedition Jephrem. Polizei und Justiz werven neuorgani- iiert Die zurückgebliebenen Rädelsführer und ihre Au- i änger sind verhaftet. Die Bevölkerung atmet auf, sie ist für ihre Befreiung aus der Knechtschaft Rahim-Khans dank- uar. Der Endschumen sowie eine taufcudlöpfigc Volksmenge empfing die Expedition beim Einmarsch enthusiastisch. Hier waren enorme, aus Der Stadt Ardclut geraubte Guter auf» gestapelt; sie wurden jedoch von Rahim-Khan teilweise nach Morden in Sicherheit gebracht. Dieser soll unweit Ahar neue Streitkräfte sammeln. Weitere blutige Zusammenstöße stehen bevor. Tie Expedition ist trotz der großen Strapazen und Gewaltmärsche in guter Verfassung Munition ist vor­handen. Sie erwartet Marschorder. Die Creuzvtgeschütze sind in Dem schwierigen, teilweise von meterhohen-Schnee- tnassen bedeckten Gebirgsgelände nicht in Tätigkeit getreten, dagegen Die Maschinengewehre, welche von einem deutschen Instruktor befehligt werden. Große Erfolge verdankt Die Expedition in Den siegreichen Gefechten diesen Waffen. jSarabftaDt ist von russischen Truppen besetzt. Die Streit­

erklären sich als optische Täuschungen. Einen wirklichen Grund zu Der Annahme, daß diese Ersc^inungen an Der Marsober­fläche ein Werk künstlicher Arbeiten seien, hat es nie gegeben. Nur das Seltsame Des Gedankens fomite es möglich machen, daß Die phantastische Annahme so viel besprochen wurde. Es ist gut für Die Wissenschaft, Daß Diese Idee nun enbgültig beseitigt ist " In derselben Sitzung äußerte sich A. C. D. Crommelin über den Hailey scheu Kometen.Wenngleich der Komet eine außer­ordentliche Schnelligkeit zeigt, so ist er Doch von so geringer Dichtigkeit, daß wir auch Dann nicht Den geringsten Schaden nehmen würden, wenn wir Den Kopf des Kometen in Der Mitte durchkreuzten. Voraussichtlich wird Die Erdbahn den Lauf des Kameen Durchschneiden. Seit Dem Jahre 240 v. Chr. wissen tvir von Dem riesigen Schweife dieses Kometen, der Millionen von Meilen lang ist. Aber Die Dichtigkeit dieses Schweifes muß sehr gering fein, Denn als im Jahre 1861 Die Erde Den Schweis durchkreuzte, erfuhr man erst nachher von dieser Tatsache."

Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft. Ter Prinzregent verlieh Dem ans Dem Staatsdienst scheidenden Atad?miepwfessar Franz von Defregger Die große goldene Luitpoldmedaitle. Der Regent übergab Die Medaille während Der Tafel dem Geladenen. - Zum Direkt» r Der Dresdener Gemäldegalerie wurde als 'Nachfolger des Geh, Hoftats '2t Wo er mann der Assistent am Kaiser Friedrich-Museimr in Berlin, Dr. Hans P p s s e, ernannt. Am Hoftheater in Rudolstadt hatte Lco Blechs komische OperVersiegelt" einen starken Erfolg. Zur Ausarbeitung eines einheiMcherr Autoren Vertrages, der für all. Bühnen Geltung haben soll, werden Vertreter des Verbandes deutscher Dramatiker und des Bühnen- Vereins in nächster Zeit in Berlin zusainnttenkommen. Vom Bühnen verein sind Ernst vonVossart, Intendant von M utzc nbecher (Wiesbaden) und Dircllor Marter steig (Köln), vom Autoren- verband Oskar Blumenthal, Max Dreyer und LudnZia niilba abgeorbnet. Freiherr Alfred von Berger wird ü i r cito i- des Wiener B u r g t h e a t e r s. Wir haben kür^ sich bereits die b^ orflehende Ernniinui^ miitgeteilt, die jetzt durst den Kaiser erfolgen wird.

Nr. 1 Erstes Blatt 1C9. Jahrgang

Ter Giehrner Anzeiger M M

erscheint täglich, außer MA W

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wirtschaftliche seitsragen ffl Ws WU 'W xr Chefredakteur: A Goetz,

^en.sprech-Anschlüsse: Rf WM 93e.ra'cl.n,Or»iC? bC?t

für die Redaktion 112, /HU. < politischen Teil: August

5» General-Anzeiger für Gberhessen WM für die Tagesnummer nofafiottsbrutf und Verlag der Vrühsschen llniv.'Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: §chulstrahe 7. A^zeigen'teck^'h."Äck bis vormittags 9 Uhr. __ _____________________________

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