Regierung. Ter König sprach hierauf sein Bedauern über die m den Adressen gemachten Angaben aus, die er aus kon fritutionellen Gründen nicht berücksichtigen könne und die unberechtigterweise Männer verdächtigten, die er sür gc eignet ansehe, an der Regierung tci.;unct-men.
Kopenhagen, 4. Cft. Die ordentliche Session des Parlaments ist Henle eröffnet worden Tas svvlkething wählte das bisherige Präsidium nrcöcr, das ^an dsth in g wählte den freikonservativen Abgeordneten Sonne -um Präsidenten.
Der Kampf um den Guruguberg.
AuS einer neuesten Meldung geht hervor, daß die Kabylen den Guruguberg durch einen Angriff zurückerobern wollten:
Melilla, 4. DEL In der spanischen Stellung ist alles ruhig. Der Feind versuchte zwar einen Angriff auf den Guruguberg, zog sich aber infolge der kräftigen Abwehr der Spanier zurück. Auf spanischer Seite sind keine Verluste zu verzeichnen.
^ecr und Flotte.
Englische Kritik der deutschen und österreichischen Manöver, lieber die bcutfdjen imD österreichischen Manöver veröffentlicht die ,,'^all Mall Gazette" einen nicht gerade sehr günstigen RüiLlick.
Die deutsche« Manöver, heißt es in dem Artikel, seien besonders wichtig gewesen durch eine Anzahl neu angeführter Einrichtungen, wie drahtu>se Telegraphie, Feld- telephonie, Motorradordonnanzen, Luftschiffe und durch eine Nachahmung der englischen Einrichtung der freiwilligen Automobil ko rps, das der deutschen Armee in Stärke von 300 Wagen zur Verfügung gestanden habe. Auch in einer anderen, wichtigeren Hinsicht habe man versucht, der englischen Methode zu folgen. Niemand wisse besser wie der deutsche Offizier, daß die geschlossene Formation, m der d.e „automatisch gedrillten deutschen Soldaten" zum Angriff auf den Feind vvrgingen, unter dem Geschoßhagel des modernen Schlachtfeldes die sck)wersten Verluste erleiden müßte. Man beginne einzusehen, daß die alte Strategie fernerhin nidjt mehr zum Siege, sondern nur zur nutzlosen Opferung der Truppen führen werde. Deshalb habe man angefangen, den Soldaten an die zerstreute Schlachtordnung zu gewöhnen, wie sie die englische Armee erprobt habe. Man habe aber gefunden, daß die Tienstzeit zu kurz fei, um den unselbständigen deutschen Soldaten für die neue Taktik zu erziehen. Die lange Dienstzeit des englischen Soldaten erziehe diesen viel mehr zur Initiative. Das würde von den deutschen Offizieren selbst anerkannt. Weiter seien bei den deutschen Manöver« auch die großen Marjchanforderungen auf- gefallen. Diese schienen das Alpha und Omega des gesamten FeldDienstes zu sein. Das Resultat sei oft gewesen, daß die Truppen auf dem Kampfplatz in einer Verfassung anlangten, die fast der völligen Erschöpfung geglichen habe. Noch deutlicher sei dies bei den österreichischen Manöver« in Mähren in Die Erscheinung getreten, wo das Bestreben, den Soldaten bis auf die äußerste Grenze der Mtaft auszunutzcri, in außerordentlichem Maße übertrieben worden sei.
Allzu großes Sachverständnis scheint hier nickst rnit- zuspreck)en, Den« es mußte Dem Verfasser dieser Kritik bekannt fein, dnß das deutsche Heer die zerstreute Schlacht- 'ordnung nickst erst von heute kennt.
Deutsches Reich.
lieber den geplante« Iagdbesuch Kaiser Wilhelms in Oesterreich soll nach der Wiener „Altg. Morr." i« deutsche« Hofkreisen jetzt verlauten, daß er m Godöllo ftatlsinden soll, wo Kaiser Franz Joseph in der erfte« Hälfte des November 2lufenthalt nehmen wird. Kaiser Wilhelm wurde vom Erzherzog Friedrich zur Jagd auf dessen Besitzung in Südungar« eingeladen, und werde sich von dort nach Godollö begeben. Es sei wahrscheinlich, daß Kaiser Wilhelm bei dieser Gelegenheit auch Budapest besuchen werde.
Vom kronprinzlichen Hofmarschallamt in Potsdam ist am Montag abend nachfolgender Bericht ausgegeben worden : Der Kronprinzessin und dem Prinzen geht es unverändert gut Weitere Berichte werden nicht ausgegeben.
Tie Reich skassenscheinezulOMk. sollen künftig auf einem haltbareren Papier hergestellt werden, das ungefähr dieselbe Stärke wie die Hundertmarkscheine besitzt.
Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: In der Presse ist die Frage erörtert worden, wann die Vorschrif ten des Fi- nanzgesetzes vom 15. Juli 1009 wegen der Vorschüsse, die künftig von de« B e r u, s g e n o s s e n s ch a f t e n an die Reick)spostverwaltuiig abzuliefern sind, in Wirksamkeit treten. Wir legen Wert Darauf, festzustellen, daß die Verpflichtung, Vorschüsse vom Januar 1910 ab zu leiste«, im Gesetz unzweideutig onsgedrückt ist. Es sind Verhandlungen cm- geleitet, um den Berufsgenossenschaften die Ausführung des Gesetzes, insbesondere hinsichtlich der Aufbringung Der Geld- mittel, während des erste« Jahres «ach Tunlichkeit zu erleichtern.
Aus Kassel wird gemeldet: Die Finanzdezernenten fast sämtlicher deutscher Großstädte, ausgenommen Berlin, berieten am Montag «regen der llebernahme der Talonsteuerbei städtische «Anleihen. Die Mehrheit hielt die Uebernahme durch Die Städte für unvermeidlich.
Die „4Lordd. Mlg. Ztg." schreibt: Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg, Wirtlicher Geheimer Rat von SocbeH, ist seit Anfang Angust erkrankt und befindet fid) nach einer erfolgreichen längeren Kur bei Professor Dr. Dapper-Kissingen noch in der Rekonvaleszenz Da er auf ärztliche Anordnung längere Zeil von jeder dieiiftlichen Tätigkeit sich fernhalte« soll, stoyi Der Termin Der Ueber- naljmc des Amtes noch nicht fest.
Die Bezirkstagswahlen im Elsaß hatten folgendes Resultat: Von Den 21 Litzen erhält das Jen t rum acht (es gewinnt em en und verliert einen), die vereinigten Liberalen und Demokraten fünf (sie gewinnen #vci und verlieren einen Sitz», Die Sozialdemokraten gewinne« einen Sitz und Die Unabhängigen erhalten vier Sitze (sie gewinnen einen und verlieren Drei Sitze. Stichwahlen finden sechs ftatt: an diesen nehmen teil das Zentrum und die Liberale« in vier Fällen, das Zeu- trum unter sich in einem Fall und das Zentrum gegen Die Unabhängige« ai einem Fall. — Ans Lothringen wird bekannt, daß von Den zwölf Sitzen (bisher alle int Bosi'ic des lothringischen Blocks vier dem Block erhalten bleiben, «»ährend nur einer an das Jem rinn übergehl I« zwei toeüeren Kantonen finden Stichwahlen flau? an denen "das
Zentrum beteiligt ist. Die Resultate aus den übrigen Kantonen stehen noch aus.
Der Vorstand der Deutschen Anti-Duell-Liga macht befannr, daß die diesjährige Generalversammlung nicht, wie früher mitgeteilt, am 31. Oktober, sondern am Sonntag den 7. November, und zwar in Würzburg, statt findet.
2lu$lan0.
Eine deutsche Aboronun^ ans (^era-Reuß weihte am Moniag aur dem Friedhöfe zu B e a n ,n v n - e n - A r g e « n e ein Denkmal zu Ehren Der 1870 Dort gefallene« Deutschen ein. An Den übrigen auf dem Friedhof befindlichen Kriegerdenkmälern wurden Kranze meoergelegt.
Die serbische Skupfchlina ist zum 14. Oktober zur ordentlichen Session einberufen nrorDcn.
Nach einer Depcfche des Wali von fernen verlautet, daß Said Jdna aus Sadia entflohen ist und daß die Belagerung der Stadt Zehre aufgehoben wurde. Am Sonntag find von ilonfiantinopel wieder zwei Bataillone nach dem fernen abgegangen
Nach Meldungen mehrerer in Vera erscheinender Blätter ist ein in Konstantinopel ciugetrcf.encr V.rireter einer englischen Gruppe um den lofonigcn Rückkau, der französischen Konzession >ür die türkischen Leuchttürme bemüht. Tie Grupve beabsichtigt, die Leuchtturmgebühren um 40 Proz. zu eimäbigen.
Saatenftanö und Lrnteschätzung vorn f. ©fiober <909.
Deutsches Reich.
Die von der Preisberichtstelle des Tückschen Landwirtschafts rat» »irm 1. Oktober vorgenommcne Sckxüuug des Ernteertrages hat zu folgenden Ergebnissen ausgedrückt ui Prozenten einer Mittelernte/ geführt:
Winter- Sommer- Wniter-
u Oft. 1909
1. Sept. 1909
1. Oft. 1908
Weizen 92.6 98.9
94.8 97.4
94.9 89.9
Spelz Gerste Haier Kartoffeln
102.3 102.4 106.1 95.Ö
100.6 102.4 105.8 -
91.9 89.4 Öl.8 94.4
Tie Beendigung
der Getreideernte hat sich bei den häufige«
Niederschlägen, uon Denen namentlich das westliche Teutswland betroffen wurde, bis Ende September hinausgezogen; vereinzelt waren sogar zurzeit der Berichterstattung noch nicht alle Felder
geräumt. Der größere Teil des spät geernteten Weizens und Lasers hat unter übermäßiger Nässe gelitten: vielsach w'rd über Auswuchs und beim Has er über Verluste durch Ausfallen der
Körner berichtet. Während aber die erwähnten Sa>aden bei letzterer Gelreideart das im allgemeinen günstige Ergebnis kaum jendcr lid) beeinflußt l^Lcn, ja sogar eine Erhöhung der letzten Sck-ätzung nickst zu verhindern vermochten, ist Die etwas ungünstigere Be- gutlickstinig Der Weizeneriilc in crslcr Linie den obigen Oucilitäts Verlusten zuzuschreibcu. Auch scheinen Die durch Rost her vor- gern ft neu schaden vielfach größer zu sein, als im Vormonat migcnonuncn wurde. Jedenfalls werden über Erdrnsd) uno Qualität des Weizens selbst in solch.n Gegcgenden Klagen laut, in Denen die Ernte in trockenem Zustande und bei günstiger Wit lermrg eingebradjt werden konnte. Was die noch im Gange befindliche Kartossclerntc anbelangt, so haben sich die aus diese Frucht gcsetzien Erwartungen meist nicht ersüllt. Die Kartossein sind überall klein geblieben, vielfach hat ein rasdstS Abstecben des Krauts die Entwicktlung vorzeitig zum Abschluß gebracht. Im Becid-tsmonate hat übermäßige Nässe Krankheiten und Fäulnis stärker um sich greifen lassen, so daß man vielfach mit Verlusten von 10—20 Prozent rcd-neu zu müssen glaubt. Es bezieht sich dies indes auf die sür den Kartoijelbau weniger wichtigen Gebiete. Dagegen dürften im Osten größere Ausfälle dncd) Er Frantung h.um zu befürchten fein. Das Wachstum der Rüben läßt ün allgemeinen viel zu , ivünfc^n übrig und Dürfte eine Mittelernie kaum erreicht ivcrden. Ten sZutlerpflanzen ist dte Feuchtigkeit vieljach noch zustatten gekommen und Klee und Wiesen haben tetüpeifc, Luzerne ziemlich befriedigenden Nachivud)s gc liefert. Leider mar das Einbringen der gut geratenen Grummct- ernte infolge andauernder Nässe vielfach mit Ld>wierigfciten ocr knupst; vereinzelt war ein Teil davon bei Abgabe der Berichte nodj nicht geborgen. Die Herbstbestellung lyat fid; durch Die späte Räumung der Felder, zum Teil durd) häufigen Regen verzögert, schreitet aber jetzt rasch vorwärts und war vereinzelt bereits beendet. Dtc ersten Saaten sind gut auigclaufcii, stctteii weise wäre im Osten dazu mehr Fcnchtigkht erwünscht.
2itts Stafct und Land.
Gießen, 5. Oktober 1909.
** Tageskalender für Dienstag, 5. Oktober: Stadttheater: So m m c r n a ch l s t r a ii in".
** Vorn Großherzoglichen Hofe. Prinz Albert von Schleswig-Holstern ist am Sonntag nachmittag wieder von Wolfsgarten abgereist. Die Kronprinzessin von Griechenland und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nahmen am Sonntag nachmittag am Tee im Jagdschloß Wolfsgarten teil. Prinz und Prinzes'in Heinrich von Preußen begaben sich am Montag früh 5 Uhr mit Gefolge im Auto nach Friedrichshafen.
** Landung des Parfcval in Gießen. Ter Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Luft skotlenvereins hat Den Führer Des Parfcval Ballons ein gelaDen, eine Landung in Gießen auf Dem Triebe zu veranstalten. Oberleutnant Stelling, Der Derzeitige Führer des Parfeval, hat sich hierzu unter der Bedingung bereit erklärt, daß für die erste Landung eines lenkbaren Lust schiffes in Gießen ein Preis von 1000 Mk. ausgesetzt wird. Nachdem es in sehr kurzer Zeit gelungen ist, einen Garantie fonds in ausreichender Höhe zu befdmffcn, ist Der Preis nunmehr ausgesetzt unD Die Leitung des Parfeval erfucht worden, Tag und Stunde des Fluges nach Gießen fo genau als möglich milzuteilen. Sobald die Antwort cintrifft, wird fie und alles was sonst noch über Die Veranstaltung zu sagen ist, bekannt gemacht werben.
*• BermessungSwesen. S. K. H. der Groß- hcrzog haben den RrciSgcomcter des KreisoermessungSarnts Zwingenberg Gg. Haber mehl zun» Kreisgeometer deS KrelsvermcstungSamtS Offenbach (Land) ernannt.
** Lehrerpersonalien. In Den Ruhestand ver setzt wurde Der Lehrer an Der Vorschule Der Oberrealschule zu Worms, Hch. Schniahl, auf fein Nachsiichcn, unter Aiierkemiimg feiner langjährigen treuen Dienste, und Der Lehrer an der Genieindefchule zu Nieder Stoll, itvnr. E « rich, auf fein Nachsuchen. —Erledigt jinD: An der Volksschule zu W orm s Drei Lehrerstellen für evang. Lehrer und je eine Lehrerinstelle für eine evang. und eine lall). Lehrerin; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an Der Gemeindeschule zu Ermenrod.
’* Straßenbahn. In dem Bericht über die letzte Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung ist mitgeicill, daß befchloffen worden sei. Den 7^,-Allinuten-Berkehr schon vor 8 Uhr zu beginnen. Wir werde« Darauf aufmerfjam ge
macht, daß dies nicht zutrifft. Ter dahingehende Antrag wurde vielmehr abgelebnt.
— Allerts ha use u, 4. Okt. Am Sonntag hielt in unserem Kriegerverein .Ernst Ludwig zur Treue* der Bezirksoorsteher des Hasna-Bezirks Gießen, Lehrer Taab von Lollar, einen mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag über Napoleon I.
? H u n g e n, 4. Okt. Gestern wurde in der evang. Kirche das Erntedankfest gefeiert. Das der M»T(hengcfang- verein durch einen Edor verherrlichte. Zahlreich waren besonders tajoii geratene Früchte aller Art am Altar nieder- gelegt und hübscv arrangiert. Sie fanden um grösUen Teil im fttantenhauie Verwendung — Bei Den Diesjährigen Ob ft Der Weigerungen wurde« in unserer Gemarkung im Durchschnitt recht hohe Preise erzielt.
n. Schotten, 4. Okt. Am nächsten SarnStag. 9. Okt., wird auf Dem Lehrerheün die Haiiptversammlung des Vereins .Lehrerheim Vogelsberg* stattffnden. Die Tagung fällt in eine Jahreszeit, da die crholungfuchenden Sommerfrrfchler unser Gebirge nicht mehr bevölkern und auch der Besuch der Versammlung hat stets unter diesem späten Termin zu leiden, die .Saison* selbst aber gebt tm Vogelsberg überhaupt nicht niehr zu Ende. Auch im dicksten Winter finden Touristen, die den .Basaltköppel* kennen und schätzen gelernt haben, den Weg hinauf auf unsere prächttgen Höhen. Und daß dem so ist, verdankt unsere Gegend neben den steten Bemühungen deZ Vogelsberger HohenklubZ nicht in letzter Linie and) dem hessischen Lehrerheim, das ftcls wieder neue Besucher in unjere Berge führt. So war der Besuch in dem Luftkurort hessischer Lehrer auch im letzten Sommer besser Denn je, und Das .heim geht immer mehr einer erfreulichen Entwicklung entgegen.
Doltsbilöungstag in Dortmund.
Dortmund, 3. Oktober.
Der diesjährigen Hauptversammlung der Gesell s ch a f l für Verbreitung von Bolksvildung ging eine Sitzung des Zcntralausfchasfes vorauf, in der befchloffen wurde, die kleineren Bibliotheken bei der Erwerbung von eigenen Buchern möglichst zu unterstützen.
Tor Begrüßungs- und Unterhaltungsabend fand um 81/2 Uhr abends im Fcjtsaale des alten Rathauses statt, bei Dem Lehrer R orig (Dortmund) über „Westfälische Dialektdichtung" sprach.
Die aus allen Teilen des Reiches zahlreich besuchte Hauptverjammlung sand vormittags lli/2 Uhr statt.
Der Vorsitzende erstattete den Bericht über Die Tätigkeit Der GeseUschasl im letzte« Geschäftsjahr Der Samier- Punkt liegt heute i;i Der Gründung von Volksvwliothekeit und im Vortragswesen. Schwierigkeiten bereiten Dem gc meinnüyigen Wirken der Gesellschaft leider die Sortimenter des deutschen Buchhandels, die ganz vergessen, daß gerade eine sv geartete Tätigten die beste Agitation für den Buch handel ist, weil fie das Buch populär macht.
Der Berick)t wird nach einigen Seiten vorn General- fetretär I. Tews ergänzt, wobei besonders Die ad- jo lute Te n D e n z l o s i g k e 11 m Der Tätigkeit Der Gesellschaft betont wird. Die allein Den Erfolg verbürge.
Sodann sprach Schriftsteller Tr. Heinr. Spicro (Hamburg) über das Thema. „Das Volk und die Literatur." Der Redner begann mit einem Hinweis auf den nahe bevorstehenden 100. Geburtstag Schillers und des Dichters Briefe über Die ästhetische Erziehung t>e# Menschen. Heute erscheine das gefunbe Gefühl oft mißleitet, das Bedürfnis nach Spannung und Erholung werde häufig aus Den unfauberen Quellen einer Sck)Uiid- und Hiiitertreppenliteratur besttitten. Alle gebildeten Kreise sind zur Bekämpfung des Uebols berufen. Es ist gerade Die Pflicht Der höheren Staude, sich iclbft roinzuhalten. Tur«) Gewöhnung an gute Unterhaltungsliteratur, gute Vollstunst tonne eine Hevung Des Geschmacks ocr Massen erfolg en.
Den zweiten Vortrag hielt Rektor Pretzel (Berlin) über Das Thema: „D i e 1 i t c r a r i j ch e Erziehung der Jugeiid in Schule und Haus." Als das Ziel Der literarischen Erziehung bezeichnet er. Daß jeder. Der für Schöpfungen Der Literatur Interesse, Zeit unD CtelD auf- ivcnDet, aus innerem Triebe ijeraue fie Der guten Literatur zuwenDe. VorbeDrngung Dafür ist aber lilorarische Ge> jchmacksbilDung. Als wick)tiges, eigcntüdi einziges Mittel Der literarifcheu Erziehung bezeichnet Der RoDner Die ständige und lonfcquent durchgejüi-ne Genöhnung an gute Lektüre. Statt Des jetzt üblichen Diclteiligc« Lojebuck)s, von Dem für jeDe Klasse ein bcjonDcrer Teil bestimmt ist, wünscht Der Vortragende zwei Bücher, Die Das Kind von Der JJtiUel- ftufe ab Durch Die ganze Schulzeit begleiten, eine Gedichtsammlung unD eine Sammlung Der doste« Prosastücko. Neben Dem £ejcn in Diese« Sammelwerke« soll aber von Anfang an auch das Lesen ganzer Bud)er geübt rocrDeu, beginnend auf Der Mittelstufe etwa mit einer Auswahl Grimmscher Märchen, eiiDigeno auf Der Oberstufe mit Erzählungen unserer besten Novellisten unD Dramen unserer große« Dichter. Nach einem lurzen Hinweis aus die Forlbildungsschulo gelft Der Vortragende auf Die häusliche Erziehung über, zeigt zunächst, tote sehr hier häufig durch gedankenloses Gehcniassen und durck) schlechtes Vorblld gesündigt wird. Wichiib sei, daß das Kind nicht nur auf s Bucyerleihen angewiesen fei, sondern nad) unD nach eine eigene kleine Bibliothek eriverbe.
In einer lebhaften Debatte würbe besonders die Lesebuch m i s e r e betont. Folgende Entschließung Tews wurde einstimmig angenommen:
Die Versammlung richtet an die staatlichen unD korn- munaien SchulbehöiDen Die Bttte, Dm Kampf gegen die «sd)unt)Literatur insboionoore auch oadurch auizunchmt^n. Daß sie für Die Schülerbi'vliokheko« und den Leseupierricht De« Schulen größere Mittel zur Verfügung stellen unD Die Bestrebungen Der Lehrerschaft, ocr ZugonD mehr und Besseres aus der deutschen Literatur zu bieten, nach jeder Richtung hin unterstützen.
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Sport.
** Leichtathletik Ter Gießener Ballspielklub 1904 hielt am Sonntag aus der Rennbahn fein zweites inrerneS lcichtarhlctischeS Meeting ab. Wenn auch Die Laufbahn zu feucht und zu grasig war, so waren die Leistungen int allgemeinen recht ansehnlich. So wurde z. B. int Kugelstoßen der Rekord deS Bezirks von 9,06 Meter auf 9,50 Meter gedruckt. Tie Konkurrenzen des Fünfkampfes ivaten: Fußballwcitstoß, 100 Meter- Xiauf, 400 Meter-Lauf, TlSkuswcrsen und Kugelstoßen. Ten Wanderpreis und Die Meisterschaft für ein Zahr .rcang Emil Balser mit 45 Punkten, den zweiten errang Earl LoeS mil 14 Punkten, 3. Wilhelm, 1 F. Trohn, 5. Emil Oehler, 6. Reitz, 7. Pf eis er, 8. Klotz, Dtc mit Diplomen und Kränzen aus- gczeichnet wurden, weiterhin errangen Kranze Rühl, Erb, R. Lwos und L. Sier. Ten 100 Meter Juniorlaui errang R. Iwos, zweite waren Tchl unD Ttdharot. Ten Staiettcnlauf über


