L'L ÄS -chotteo. h, Llock- unb q{m e Fahr-
gs-?"""'
fre'tn Kiebe»
nasser
Auslande lebenden Deutschen mit dem Vaterlande einzutreten, insbesondere für eine angemessene Aendernng des Konsulatsgesttzes vom 8. 9iooember 1867 und des Gesetzes vom 1. Juni 1870 über den Erwerb und Verlust der Staatsangehörigkeit.
*
Das Direktorium des Hansabundes dotttzog, nrie aus Berlin gemeldet wird, einstimmig folgende Wahlen: Präsidenten des Hansabundes: Geheimer Justiz rat Professor Dr. Rieß er, Landrat a. D. Dr. Rptge« und Ehrenoberbürgermeister Richt; Wz-eprasidenten: Rw- dolf Crasemann (Hamburg), Dr. Stecke (LeiPKig) inti> Ingenieur Hirth (Cannstatt).
Wien, 4. Oft Die „Wiener Abendpost" schreibt zunr ersten Iahr estage .der Annexion von Bosnien und der Herzegowina: „Am ersten Jahrestage des Staatsaktes vom 5. Oktober 1908 wenden sich den beiden Säubern und deren Bewohnern die herzlichen Gefühle der Völker des Reiches zu. Allgemein herrscht der aufrichtiges Wunsch vor, daß Bosnien und die Herzegowina auf der glücklich betretenen Bahn kulturellen Fortschritts erfolgreich weiterschreiten mögen und daß das bevorstehende Jnsleben- treten verfassungsmäßiger Einrichtungen eine neue Blüte der beiden Länder ein lecke."
Nachklänge zur Alberti-Affäre.
Einem Teil des dänischen Boltes scheint die Unter* suchung über die bekannten Verfehlungen des Ministers Alberti nickt zu genügen, und man scheint das jetzige Mini- sterium nicht für ganz rein zu halten." Alberti hatte oe- kanntlich Gelder unterschlagen. Erne Abordnung beim König wurde von diesem, wie es jcheint, ziemlich ungnälng ab- gewiesen:
Kopenhagen, 4. Olt Der König empfing heute; nachmittag zwei Deputationen, welche zusammen 140 000 Männer und Frauen repräsentierten und Adressen überreichten, in welchen der Wunsch ausgesprochen werd, daß durch das Reichsgericht eine Untersuchung in der Albertiangelegenheit eckigeleitet werden möge undf gleichzeitig dem Bedauern Ausdruck gegeben wird, über die. Aufnahme des Verteidigungsministers Christensen in die
Die Krise in Ungarn.
O f e n p e st, 4. Okt. JnderKonferenzderUuab- hängigkeitspar t e i berichtete Parteiführer Kossuth über die Audienz beim König. Es sei chm wohl nicht gelungen, Se. Majestät von der Richtigkeit des Stondpuuktes der Unabhängigkeitspartei zu überzeugen, doch seien dick Verhandlungen nicht abgebrochen worden. Die; Konferenz beschloß hierauf, keine weitere Vertagung des Abgeordnetenhauses eintreten zu lassen, doch sollen Fragen, die mit der Krisis in Verbindung stehen, nicht erörtert werden. Infolge des Zerfalles der zwälitttm dankten die beiden Vizepräsidenten ab, von welchen der eine der Versassungspartei, der andere der Volkspartei angehortck.
Omen frieren ieren
i. Rudolph ieu Hoflieferant SS'fii?eparatnr* belterswet' 9L
Mtaura^ b® i b sein,i3 reben wcb e ßütd
Telephon luia* zgog'UM ivatschule ’priSereVorberei- t,eirh?Pri®aner TiC“' ciasson
•tisiS*
kleines FeuslLeton.
— Ludwig Knaus, der vor ttiapp einem Menschenalter Cfö der größte deutsche Dialer angesehen, mürbe, begeht heule seinen 80. Ccourtslag. 1829 als der Sohn emcs Mechanikers zu Wres- baden geboren, hatte er als Sehr Ling in der SBevf|tatt fernes Vaters lange mit beit schwersten Entbehrungen, zu kämchen, bis er dittch die Unterstützung eines besreunoeten Malers sich ganz seiner Kunst widmen tonnte. Er studierte eine zecklang in Düsseldorf, wo er unter Schatrows Willkür viel zu leiben hatte und gutg nach längerem arbeitsreichen Aufenthalt in Billingshausen ut Hessen un Jahre 1832 nach Parts, wo er bis 1860 weilte. Hier euttvickelle er sein schönstes Talent und galt den Franzosen als der beste deutsche Dialer. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, baß er die Farbe zu Ehren brachte, während er in den Vorwürfen zu seinen Silbern fast nie über das genrehastc hinaus- tam was bei dem großen Publikum allerdings starken Beifall fand Im Jahre 1861 siedelte er nach 'Berlin über, wo er später an der Akademie der Künste als Lehrer tätig war. Daß er heute nicht mehr so hoch geschätzt wird wie ernst, das liegt zum großen Teck auch an seinen unzähligen Nachahmern, Die lahrzehntLtang die Anekdote ut der Maleret eitrig kultivierten. Trotzdem wird Knaus immer einen Ehrenplatz ut der Deutschen Kunstgeschichte einnehmen, meinen ersten Erfolg errang er mit seinem Bilde „Hessische Kirmesseier" und am wuchtigsten zeigte sich seine Kunst ut dem Bilde: Hessisches Begräbnis. Professor Ludwig Knaus ist Ehrensenator der Akademie der Künste u_ Ritter des Ordens Pour le Mercke; in seiner stillen Villa m der Hildebrandtsttaße zu Berlin verbringt der gemütvolle^ Künstler seinen Lebensabend: ab und zu plaudert er mit guten §reunben, alten und jungen Künstlern, wie Di eher heim oder Gantz, von der Kunst, wie sie war, wie sie ist, und wie sie sein sollte.
— 3um 2 5. Todestage Hans Makarts, oer auf den letzten Sonntag fiel, durften einige bemerkenswerte Inge aus seinem Leben von Interesse sein. Trotz seiner berühmten Schwiigsamleit, die ihm den Ehrentitel des ,,-Uto.rtc unter den Mchern" eintrug, machte er aus seiner Bewurcherung für gemale Sängerinnen Durchaus kein Hehl. Natürlich auf seine Weise, gan; besonders schivärnite er für eine junge Dcmlandecm, Emilia -tag- liana, die später an der Wiener Hofoper und ut Berlin nicht Nur mit vollendeter Eesangskunst, sondern auch mit dem ganzen einschmeichelnden Zauber ihres italienischen Naturells wircke. Han^ Makart besuchte sie häufig und schaute sie unablässig icchveigend am So sehr sie sich'durch die Bewunderung dev berühmten Maler-, geschmeichelt fühlte, sein gespenstiges SHvaigen brachte jie ut Verzweiflung. Auch anderc.i ging es nicht bener, und als die Tagliana einmal zur Feier ihres Geburtstages Gaste zu sich lud, bemühte sich der Tifchnachbar Makarts vergebens, diesen zum Reden zu bringen. Er hatte den Versuch schon aufgegeben, als ihm beim Abtragen des Desserts eine Weuurauoe die ^dee gab, DAckart uni seine Ansicht über die bekannte Anekdote von dem griechischen Dialer Zeuxis zu fragen. Makart teilte vollkommen den Unglauben seines Tischnachbars in dieser brache, „^cijjeiüit, fügte er hinzu, „habe die Probe gemacht, ein paar der sdwMten blauen Trauben auf Leinwand gemalt, und in meinem Garten aufgehängt. i Kein einziger Vogel hat im Laufe des sanMt-Lvm- mers baran gechckt- Bei Tieren ist das Äeruchsorgan esttsBeidend.
4. daß er somit selb st keine politische Partei ist, da die ihm innerlich zugehörigen Mckglieder aller po litt scheu Parteien in ihm Platz finden, woH aber eine wirtschaftliche Vereinigung mit den durch ihr wirtschaftliches Programm bedingten, unter I. fest- gestellten politischen Zielen. Er wird daher, ohne Rücksicht auf politische Gegensätze, Fühlung mit allen Mrrteien unterhalten, welche sich zu feinen Grundgedauren und Zielen bekennen und wird auch bei den Wahlen die politischen Parteien bei Ausstellung und Durchsetzung solcher Kandidaten unterstützen, welche die Gewähr dafür bieten, daß sie in ihrer parlamentarischen Tätig keck von den Grundgebastton des Bundes nicht abweichen werden.
III. Im einzelnen wird der Hansa-Bund eintreten: 1. Im Staatsleben: a) gegen die Gewährung von Sonder - vorteilen oder Vorrechten an einzelne Erwerbsstände, soweit sie nickst etwa mit Rücksicht auf das Gesamtwohl geboten und gereckst- fertigt erscheinen: b) für freie Bewegung und Tätigkeit von Gewerbe, Handel und Industrie, insbesondere dafür, daß diese für das Gesamtwvhl grundsätzlich unerläßliche und nur mit Rücksicht auf das Gesamtwohl einzuschränkende freie Bewegung nicht durch unnötige Verordnungen und Eingriffe von Staats- und Ver- walttingsbehörden gestört und gelähntt wird; c) für die praktische Durchführung und allgemeine Verwckklickstuig des auch für die Stellung des erwerbstätigen Bürgertums im Staate entscheidenden Grundsatzes, daß alle Ataatsstälen ausschließlich mit Rücksicht auf die persönliche Tüchtigkeit und Qualifikation der Bewerber aller Richtungen vergeben werden dürfen: d) für Vereinfachung des Verwaltungs-Apparats und Schreibwerks in der Reichs-Staats- und Kommunalverwaltung, für eine praktischere Ausbildung unserer Gerichts- und Ver- waltungsbeamten und eine zweckmäßigere Ausgestaltung des Unterrichts an unseren Volksschulen, höheren Lehranstalten und Universitäten,"
Von den weiteren ausführlichen Leitsätzen sind die folgenden noch von allgemeinem Interesse:
In der Sozialpolitik wird der Bund eintreten für eine, auf die gemeinsamen berechtigten Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter Vermeidung bureaukratischer Ausgestaltung Rücksicht nehmende soziale Gesetzgebung, deren Fortschrecken, Inhalt Und Kostenlast sowohl der Äonkurrenzmögiichkeck der deutschen gewerblickfen Tätigkeit auf dem Weltmartt, wie der inneren wirtschaftlichen Lage Rechnung trägt und mck dieser Maßgabe nament- lick) auf Sicherstellung der Zukunft aller Arbeittiehmer und auf Erhaltung ihrer Arbeitsfreudigkeit Bedacht nimmt.
Der Hansa-Bund wird sich jedoch in Gemäßheit seiner allgemeinen Grundsätze (s. oben II 2) auch in sozialpolitischen Fragen, unter Wahrung strikter Neutralität, jeder Tätigkeit da enthalten, wo sich entgegengesetzte Interessen und Forderungen der in ihm vertretenen Erwerbsgruppen und deren Angehörigen gegenüberstehen. Dies gilt insbesondere von ent- gvger'gesetzten sozial, wl'tisckei. um» Jrüer-fterk des
Großhandels und der Großindustrie einerseits und des Acittel- und Kleingewerbes oder Handwerks andererseits, und von denen der Arbeitgeber auf der einen und der Arbeitnehmer auf der anderen Seite. Der Hansa-Bund vertritt nur die gemeinsamen Interessen von Gewerbe, Handel und Industrie, die Vertretung von sozialpolitischen Sonderforderungen einzelner Erwerbsgruppen, insbesondere der Unternehmer und Angestellten, muß er ihren Sonderoerbänden überlassen.
Der Hansa-Bund hält es endlich für seine Pflicht: über die Bedeutung von Gewerbe, Handel und Jndusttie und der son- sttgen Erwerbsstände in allen Schichten der Bevölkerung volle Aufklärung zu verbreiten, und u a. für die Erhaltung und Belebung der staatlichen und persönlichen Verbindung der im
Richtlinien der hansabMder.
Tre Leitung des Hansabundes hat am gestrigen Montag in Berlin allgemeine Richtlinien für die Tätigkeit des Bundes festgestellt. Wir erhalten vom Präsidium heute den Wortlaut der Beschlüsse mit einem Begleitschreiben, in dem es ausdrücklich heißt, daß es sich nur um Richtlinien für die nächste Tätigkeit des Bundes handelt, denn ohne Zweifel könne jeder Tag und jeder neue gegnerische Angriff dem Honsabutche neue Aufgaben bringen. Aus den vorläufigen Beschlüssen geht hervor, daß der Hansabund keine programmatische Parteiziele verfolgt und auf schroffe Aus- eirlandersetzungen für die nächste Zukunft verzichten will. Besonders erfreulich ist die Kundgebung, daß bei einem etwaigen Gegensätze die nationalen Interessen allen ein fettigen gewerblichen Interessen ohste weiteres und be- dttigungslos voranKustellen seien. Die Leiiung des Lundes scheint also in gemäßigter, wohlüberlegter Weise geführt sm werden, und bei den verschiedenartigen Elementen, aus denen der Hausabuud besteht, ist es von Wert und Bedeutung, daß nach einigenden Richtlinien im nationalen Sinn gestrebt werden muß. Der Hcmsabund wird eine praktische Tätigkeit nur bei Wahlen ausüben, und hier wird dtt Entscheidung auch nicht immer leicht sein. Es muß anerkannt werden, daß die Leitsätze, die gestern beschlossen wurden, einer ruhigen Auffassung entspringen, die jeder Aufrührung des Partechaders abhold ist. Wir geben nachstehend den Wortlaut der Beschlüsse wieder:
Präsidium und Direktorium des Hansa-Bundes haben in ihrer ammmamen Sitzung vvm 4. Dftober 1909 nachfolgende Richt- linien für die nächste Tättgkeck des Bundes einstimmig beschlossen:
L Der Hansa-Bund ist davon durchdrungen, daß der moderne Staat nur gedeilM kann, wenn der Grundsatz der Gleichberechtigung aller Erwerbsstände den leckenden Gedanken und die unverrückbare Grundlage auch seiner Wirtschasls- polckck bildet. Ter Hansa-Bund wird daher dahm wirken: 1. datz Deutschlands Gelverve, Handel und Industrie die ihnen auf Grund liii-ei:1 wirlichaftlickstU Bedeutung zutommeude Gleichberechtigung sowohl cki der Gesetzgebung, wie m.der Verwaltung und Leittmg des Staates eingeraumt werde; 2. datz den berechtigten JMeressen dieser Stände nicht nur bei dem Erlaß von Gesetzen, Verordnungen und Verfügungen, sondern auch bei deren Ausführung Rechnung, getragen werde; 3. daß der jür eine geinnbc nirtfckmftliche Eittwickelung der Nation wie für Mer Verhältnis mck dem Ausland gleichermaßen unheilvolle Einflug jener -inseitigen agrar-demagogischen Richtung ge- röche n w-.r de, oerrn -h> -uMrig.s -'J eiert von eragv»t!L • gelegten Grundanschaumigeii getragen war. .
11. Bei der Durchführwig dieser Gruudiätze wird jich.der Hansa-Bund von fvlgenocn allgemeinen Gedanuu lecken la, fest: 1. daß er, bei einem etw aigest Gegensätze, die uatio- nalen Interessen allen einseitigen gewerblichen Jnteressenohneweiteresundbedingungslos vor- anzu stellen hat; 2. daß er ausschließlich die geMriwamen Sntercjien von Gewerbe, Handel und Industrie zu vertreten, zu fort cm und vor Schädigungen und Angriffen zu schützen hat; 3. Mb Seine Reihen jedem, ohne Unterschied der politischen oder religiösen Ueberzrugung, oftenstehen, welcher lerne Ziele zu den )einigen macht, und daß ihm daher jede, Austragung politischer oder Lonsejsioueller Gegensätze oder Zntereisen lernlugt;
Sie riechen, ob etwas lebendig oder bloß gemalt sei.. Auch bellt ein Hund ebensowenig eckten gemalten Hund an, als sich selbst im Spiegel". Ter Tischiiachbar bekannte nachher, Makart weder früher noch 'später so viel zusammenhängend sprechen gehört zu l-aben und freute sich, daß es obendrein ettvas Belehrendes gewesen. Em lustiges Frage- und Antwortspiel enttoickelte sich bei einem der Festabende im Atelier des. Künstlers zwischen ihm und Pauline Lucca. Makart forderte die Diva auf, em Lied zu fingen, welche Insinuation sie mit der rnolitiösen Bemerkung zurückwies: „Wie wäre es, wenn wir heute einmal uusere Rollen tauschten — singen Sie etwas und ich werde I huen etw as ma len!" Es wurde natürlich weder gesungen noch gemalt, aber von dem Augenblicke an trat zwischen dem Künftlerpaare eine Entsremdung ein. Auch die Gallmeyer hatte einmal daü stille Vergnügen, seine Tilchnachbariii zu fein. Als aber stundenlang fein Wort zwischen ihnen gewechselt ward, riß ihr der Geduldsfaden, und sie sagte plötzlich: „Wissens was, Makart, reden wir von was anderem!" In das allgemeine Lachen der Gesellschaft mußte selbst der große Schweiger mit einstimmen.
Karlsruhe, 4. Cft. Heute mittag um 1 Uhr fand im Schloß Familienfrühstück und gleichzeitig Marschalltaset statt. Im Lause des iikachmcktags besuchten diegroßherzoglichcnHerr-- schasten mit dem hessischen Groß Herzogs paar das Thoma-Museum unter Führung des Galeriedirektors Prof. Dr. Thoma. Um 6 Uhr abends war Galatafel im Residenzschloß und Mran anschließend Jestvorstellüng im Hvftheater.
— Cook und Pearl). Dr. Cook hat sich entschlossen, der allgemein laut werdeiidin Aufforderung entsprechend, sein Beweismaterial nicht nur der Kopenhagener Universität, sondern auch der nc-.tional-geographisck-en Vereinigung zu New York zu unterbreiten. — Ter Arctic-Elub in Newyork begann am gestrigen Montag mit der Prüfung der Pear y sch en Beweise. Die Ent- schiidunq wird in wenigen Tagen erwartet.
v — Otto Ernst gegen seine Kritiker. Zu dem unter vorstehender Spitzmarke in unserer Scnnstagsnummer mitgeteilten neuesten Fall Einstich er Eigenart schreibt uns ein Freund unseres Blattes: „Zn Jbrer QJUtieiUmg erlaube ich mir zu bemerken, daß Ernst nid)t' zum erstenmale die Hilfe des Gerichts gegen seine Kritiker aiuurufen beabsichtigt. Vor Jahr und Tag schrieb Eugen Kilian im „Lil Echo" einen Artikel „Tie größte Sunde", in dem er den künstlerischen Ernst dieses Werkes des damaligen Schullehrers gegenüber feinen späteren „Komödien" hervorhob. Ernst wurde fnchsteilsetswckd, behauptete, Kilian habe ihm GesinnnngS'. losigkeit 2c. vorgeworfen und — drohte mit dem Kadi. Was ans dem Streit gciuovDcn ist, weiß ich nicht. Ich habe den Eindruck, das; sich Ernst jetzt, nachdem er Erfolg gehabt hat, selbst nicht allzu wohl in seiner Hanl fühlt und sich ab und zu seine literarische An- släiidigkeck gerichtlich attestieren lassen muß." Th.
- NeiieShakejveare - Dokumente. Ter Shakespeare- forscher Charles William Wallace beginnt in der „Times" eine Veröffentlichung von neu entdeckten Dokument en über Shakespeare. Tie Urkunden sind Akten eines Prozesses, der kurz vor Shakejpeares Tode begann und um das Eigentum au den Velden Theatern Glove und Llackiriars geführt wurde. An beiden war Shakespeare als Aktionär hervorragend beteiligt. Klägerin ist eine gewiße Thomasma Ostler, Beklagter Shakefpeares
Beweis
°°°» L lebe S to
K°gnie
Cl «etbel
Freund John Hernyngs. Letzterer war der Vater der Klägerin! und wurde von ihr als Geschäftsführer der Theater-Gefellfchaft^ verklagt. Es wirb in biefcn Akten die Geschichte aller einzelnen Anteile der Theater gefchildert, so daß sich ein genauer Einblick in ShakeSpeares Vermögensverhältnisse ergibt. Es zeiat sich, daß dec Dichter gegen Ende Seines Lebens von seinen Theatern jährlich 500 bis 600 Pfund bezog, abgesehen von fernen Einkünsten als Dramatiker.
— Eine Cov k-Pea r y-Kontroverse aus früherev Zeit. Ist etwas Aehnliches wie die Cook-Peary-Lwutrooeije schon früher einmal vorgelouim-en? Jawohl, es ist ein Präzedenzfall vorhanden, ein Fall, der nicht nur ähnlich, fonbern nahezu, gleich lag; hofken wir, daß die Aehnl ich Leit sich nicht auch auf die endgüttige Lösmig der Stteitfrage erstrecke, denn das wäre zu tragisch. Die Forscher Speke und Burton wollten, so lesen wir im B. C., im Jahre 1857 von Sansibar aus die großen äquatorialen Binnenseen Afrikas ans suchen. Am 16. Ium 1857. traten sie ihre Reise an und gelangten durch 'Usagara, Ugvgo, Unjamweji am 14. Februar 1858 als die erstem Europäer an den Tanganjilasee. Auf der Rückreise wurde Burton in Unjanjembe krank; Speke benutzte die Zeck zu einem Zuge nach Norden und entdeckte am 3. August 1858 den Victor iaMjansa. Hier wurde Burton schwer krank. Speke ließ ihn allein zurück und zog in; Begleitung von Grant aus, den Zusammenhang des Victoria- Njansa mck dem Weißen Nil aufzusuchen. Er verfolgte den Fluß nach Süden bis zu feinem Ausfluß aus dem See, begleitete feinen Lauf bis zu den Karamafällen und erreichte ihn wieder ui Gondokoro. Damit war die 9211 quellen frage in großen Zügen gelöst. Speke kehrte nun nach England zurück und erzählte dort natürlich aller Welt, daß er die berühmten Quellen entdeckt hätte. Es erging ihm jedoch, wie es jetzt Cook ergeht, und wie es bald vielleicht auch Peari) ergeben wird: seine Erzählung wurde nur von wenigen geglaubt, und zu diesen wenigen gehörte sein einstiger Freund und Reisebeglccker Burton nicht; dieser verbreitete vielmehr überall, ohne ein Blatt vor den Acuud zu nehmen, daß er Speke für cinm Betrüger halte. Speke kehrte daraus mit Grant noch einrnn. nach Afrika zurück, um die NilforsäMigeu zu wiederholen, und brachte, als er 1863 wieder nach England kam, Grmit als Zeugen mit, um sich feine Entdeckungen bestätigen zu lassen. Burton ließ sich aber auch diesmal nicht überzeugen und behaupteter fest und bestimmt, daß jetzt statt eines Schwindlers zwei ixr-, seien. In gelehrten Kreisen herrschte natürlich die größte Aufregung, und man beschloß, die beiden Forscher einander gegenübe rauftet len: sie sollten während eurer Sitzung der „British Association" in Bath ihre Gründe und Gegcngrüudej roTbringeri, und die Gelehrten wollten bann entscheiden. Am Morgen des Tages, der für die entscheidende Sitzung festgesetzt war, wurde Spele jedoch an einer Hecke als Leiche aufgesunden; neben ihm lag sein ab geschossenes Jagdgewehr. Einige behaupteten, daß er durch die zufällige Entladung des Gewehres den Tod gesunden habe; andere aber sagten, daß er sich ersclZvssen habe, weil ec wußte, daß Burton ihn entlarven und niederscymettcrn würde. Tie Wahrheck über den ttagischm Fall erfuhr man nie. Später stellte sich heraus, daß Burton Unrecht hatte, und daß Spercs Berichte über die afrikanischen For,'chungsreisen vollständis der Wahrheck entsprachest.
Nr. 233/ j Erstes Blatt 159. Jahrgang Dienstag 5. Oktober 1909
Der Gietzener Anzeiger Ä Dezngsprer):
erscheint täglich, außer W monatlich 7bPj.,rnertel-
^c’rTnal" "w^ch!n?Uch /fAk AA M /X Übho^-u. Zweigstelle
=Ä=(n1 (>KPit Pr zl ii IM tt Pr wfes
(DieMtag und Freitag); M W M W M H BW W W M W M W M M Zeilenpreis: lokallöPj,
^roeimcS monatL Land- 1 «Ä HS ML km flADutt 20 Pfennig
wirtschafüicheZeitfrageu W U Hfl ® W V Ä W M W Chefredakteur: A Goetz.
Fernsprech - Anschlüsse: kjfl M '3y ZZ?' '/ Verantwortlich für den
für bie Redaktion 112, —- iVflr y*«* < polckischeu Teil: August
MM General-Anzeiger für Gberhefsen WM
iür d>° Sage^mrnimcr gotütion-dniS und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stemdruckerei K. ränge. RedaNion. LxpedMon und Druckerei: Schuistratze 7. Ved.
bis vormittags 9 Uhr.
G von der Selter.
> Heyne
a Aauariuni' alltorsirahe 5. M tStfatiü : ab [5169 lbclm Dürbeck leuenweg 18.


