NeuellnruheninZndien. In Titaghur bei Kal- Jutta kam es zu erneuten Zusammenstößen zwischen Muhammedanern und Hindus, wobei die Moschee angegriffen und teilweise zerstört wurde, sowie mehrere Muhammedaner getötet wurden. Erst durch Einschreiten des Militärs gelang es, die Ruhe wieder herzustetlen. Die Lage rst ernst, da die Muhammedaner wegen der Entweihung ihres Gotteshauses auf die Hindus sehr erbittert sind. Diele Hindus von Titaghur haben sich nach S'alkutta geflüchtet.
Zur Lage in Persien Tie Crbnung wirbln Is- pahan durch die Bachtiaren aufrechterhalten. Ter Schah weigert sich, Semsan Khan, den Anführer der Bachtiaren, als Gouverneur anzuerkennen. Die britische und die russische Gesandtschaft erhoben dringeiidc Vorstellungen, Ruhe und Ordnung wieder herzu- [tellcn und wieder reguläre Zustände zu schaffen. Saad ed Taillel; soll -um Minister des Lluswärtigen ernannt worden sein. _
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= Gießen, 5. Januar U)09.
Welch großen Anllang der von der Landwirtschaft^-. Jammer veranstallete, jedes Jahr abwechselnd ui den drei Provinzen aügehallene Vortragskurf us, fuE prakllscye Landwirte findet, zeigte heute bei Eröffnung in der Turnhalle des Turnvereins hier, der überaus zahlreiche Besuch durch Landwirte aus verschiedenen föauen Hessens. Gegen 2ö0 Hörer versammelten sich um 10 llhr in dem geräumigen Saale, wo Reichstagsabgeordneter Köhler als Verstands- Mitglied der Landwirtsmaftstammer in Verhinderung des Prä,identen, Geh. Regierungsrat Haas, den Bortragstursus mit einer kernigen Ansprache über die Bedeutung dieser Veranstaltung eröffnete. Er begrüßte außer den beiden Referenten des 1. Tages, Geh. Hofrat Professor Dr. Wagner- Darmstadt und Professor Tr Falke-Leipzig, den Vertreter der Regierung und des Äreisamtes Regieruugsrat Beider, sowie den Vertreter der Stadt Gießen, Beigeordneten Keller. Nachdem der Vorsitzende das mit Begeisterung aufgenommene Hoch auf den Großherzog von Hessen aus- gebracht, erteilte er Geh. Hofrat Professor Dr. Wagner- Darmstadt das Wort zu feinem Referat: „Wie find Höch st ertrüge zu erzielen?" Der Redner behan-- delte zunächst in längeren Ausführungen die zweckmäßige Düngung der Wiesen, um S^öajfterträge zu erzielen, in be^ lannter, streng sachlicher und leicht faßlicher Weise; er erläuterte ferner seine Ausführungen durch verschiedene, längere Jahre hindurch in verschiedenen Gegenden Hessens durchgeführle, einwandsfreie Tüngungsversuche. -?luch die zweckmäßige Düngung der Halmfrüchte, Hülsenfrüchte, Knol len- und Wurzelgewächse, um gleiche, günstige Resultate zu erzielen, wie bei den Wiesen, behandelte der Referent gleichfalls seiner ihm noch zur Verfügung stehenden Zeit entsprechend.
Nach diesem, mir großem Beifall auf genommenen Bortrage trat eine kleine Frühstückspause ein. Nach dieser erteilte der Vorsitzende das Wort zunächst dem Regierungsrat Beider, der zunächst Provinzialdirektor Geheime, rat Dr Breidert entschuldigte, der zu feinem größten Be dauern verhindert sei. Er sprach ferner seine Freude aus über die überaus starke Beteiligung und brachte zum Ausdruck, welch große Sympathie die Regierung der Landwirt- chaft entgegenbringe. Tie Regierung sei sich bewußt, daß gerade die Landwirtschaft das mächtigste Fundament und Stütze der gesamten Staatswohlfahrt ist.
Beigeordneter Keller begrüßte die SanDmirte namens der Stadt und hieß sie hier in Gießen recht herzlich willkommen. Der Redner wies in treffenden Worten darauf hin, daß nur ein gedeihliches und fortschrittliches Wirten möglich ist, wenn Stadt und Land zusammen arbeiten und sich gegenseitig in jeder Richtung hin unterstützen.
Der Vorsitzende des Landwirtschaftskammer-Äusschusses, Sanbtagdaogeorbneter Lorell entschuldigte nochmals Geheimrat Haas, der gern nach Gießen gekommen wäre, um den Bortragskurfus selbst zu eröffnen. Nahe, wichtige unaufschiebbare Arbeiten der Zweiten Ständetammer verhindere ihn an seinem Kommen; sobald es aber seine Zeit gestatte, werde Herr Haas aber noch kommen, um die Verhandlungen selbst weiter zu leiten. Ter Vorsitzende, Herr Köhler, dankte der Regierung, daß sie der Landwirtschaft so viel Wohlwollen entgegenbringt und erteill Professor Tr. Falle-Leipzig das Wort zu seinem hochwichtigen und interessanten Thema: „Tie Bedeutung der Weidewirtschaft". Dieser schilderte in leicht verständlicher Weife, was zu tun sei, die Tierproduktion auf billige und rentable Art zu steigern, und wie man gesunde Produkte erzielt, und zog sodann Vergleiche zwischen den Produttions- toften der Milch im Stalle und auf der Weide, sowie über die Aufzuchtkosten des Jungviehes bei ausschließlicher Stallhaltung und bei Weidebetrieb. Auch die klimatischen Verhältnisse und Witterungscinflüsse einer Weide auf die Ent-. Wickelung der Weideticre streift Professor Dr. Falke, der seine Ausführungen durch recht drastische Beispiele aus der Praxis veranschaulichte. Auch diesem Referenten wurde nach Beendigung seiner Ausführungen reicher Beifall gezollt.
In den Nachmittagsstunden von 3—6 Uhr behandelten die beiden Referenten die ihnen von den Kursnsteilnehmem sehr zahlreich gestellten Fragen in erschöpfender Weise.
Ferner verletzte er einen fxntSroirt mittels eine-.- Pfriemen«. Wegen Sodibddiäbtflunfl und Körperverletzung diktierte tbm das Gericht 3 Tlonate ®efänqm5 zu. — Beamten beleih igu na. Ter Händler R. H. B. in Rödgen wurde l'efchuldiqt, einen ediaffnct wahrend der Eifenbadwahrt Gießen—Rödgen beleidig! zu haben, indem er ihn Schwindler nannte, auch dce Fahrkarte nicht vor- ge-cigt habe. Wegen Beleidigung erhielt er 20 Mk. Geldstrafe, ev. 4 Tage Gefängnis.
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