Ausgabe 
24.12.1909 Drittes Blatt
 
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Dez. 1909

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Freitag 24. Dezember 1909

Nr. 302

Drittes Blatt

159. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«.

In der Seit vom 1. Okwber bis 1. April sollen in , legt sind. Die besitzt eine Sänge von 35 und eine Tiefe während ber Arbeiten Türen: und Fenster vorhanden von fast zehn Metern. Hier roerben bei Anwesenheit bt6

der

Bad-Naubeia

Meteorologische veobochtungen der 51a

ton Gießen.

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Geschäften.

cÄct biT 1 April I Park die berühmte Marmorgalerie, deren Wände und Fuß- Lens 1 Quadratmeter > boden mir Rosso Korallino und tarrarijchem Marmor be-

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In Deutschland nach orientalischem System von garantiert naturell aro­matischen Tabaken hergestellt, kann diese Cigarette trotz der hervor­ragend guten Qualität schon mit

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allen Bauten während der Arbeiicn Türen? und ßtniter vorhanden

DieGtetze«n Lamtltendlätter*' werden dem ,Hnietflere viermal wöchentlich berget egt, das Krdsblotl fit de« Kreit Gießen" zwermal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Sett» frage»- erschemen monatlich zweimal.

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IioranonSdruck en» Verlag oer Vrüdllcheo UnwersuäkS - Dach- und dtcmönideeeL 9L Lang«, Eiegen.

««ar v'1 in.

Nedaktton, Expedition und Druckerei: ®Ai* ftrane 7. Exvedltion und Verlag i 5L Redaktion: 112. reü-Adr^AnzeigerErebe».

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Die nach- A n p 7 t P blnd nor TOU 1- Vhr mittags bis 12 Uhr teilenden ävl ul v nachts für dringende Fälle sicher unzntreffen: DN/I?

Am 1. Feiertag:

l>r. Wagner, West-Anlage 49. Dr. Wasle, Aliceetrasee 11.

Am 2. Feiertag:

|)r. Ploch. Asterweg 4. Dr. Schliephake, Goethestr. 44.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

das Stück verkauft werden.

Beachte) Sie den Nara« Miriam'-Yenidze Zu haben in den einschlägigen durch Plakate kenntlich gemachten

echtschem

)ezemb»M> ./statt. I*

* Bescherun g in Potsdam. Die Weihnachts­bescherung der kaiserlichen Familie und der Hofstaaten wird auch in diesem Jahre wieder im Neuen Palais bei Potsdam stattsind en. Bevorzugte Stätte für die Bescherung ist der 600 Quadratmeter große Muschelsaal, einer der prächtigsten und interessantesten Räume, die das Palais aufzuweisen hat. Entsprechend dem Geschmacke des 18. Jahrhunderts sind die Wände des gewalsigen Saales, der durch Pfeiler und Bogen in drei Abteilungen gegliedert ist und im Erdge­schoß liegt, mit Muscheln, Mineralien, Kristallstufen, Korallen und weißem Marmor belegt. Es leuchtet und blitzt, schimmert und funkelt von allen Seiten her, zumal auch von der Decke kostbare Kristallkronen mit Hunderten von Armen heräbhängen und der Fußboden aus verschie­denen Marmorarten zusammengesetzt ist. An den Fenster- pfcilern sind unten Hochreliefs von Kindergestalten aus larrarischem Marmor gemeißelt, ebenso cm den Blenden Kindergruppen auf Musckieln und Felsen, sowie nach der Decke zu große, verziert behandelte Seefische. Im Mittel­stück der Decke prangt ein in Oel auf Gips gemaltes Bild des trefflichen Rode, das Bacchus inmitten seiner Ge­spielen darstellt, während an den Decken der beiden Neben- abteilungen die Lust und das Wasser dargestellt sind. So baden hier Malerei, Bildhauerei und dekorative Kunst einen Jnnenraum von der entzückendsten Gesamtwirkung gr schaffen. Unter den Gesteinsstufen an den Wäirden b finden sich große Seltenheiten und viele Halbedelsteine, vornehmlich Quarze wie Bergkristall, Rauchtopas, Ame- thyst, Citrin, Rvsenquarz und Prasem. Ebenso bieten sich unter den Muscheln ausgezeichnete, herrlich schimmernde Stücke dar. Seit den Tagen Friedrichs des Großen ist es unter den Mitgliedern des Königshauses Brauch gewesen, Steine und Muscheln, die sie von chren Reisen mitgebracht, als Schmuck für dm Muschelsaal zu überweisen. Zu den zuletzt gestifteten gehören solche, die Kaiser Friedrich als Kronprinz und Kaiser Wilhelm II. überwiesen haben. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat der Muschelsaal, wie das ganze Valais, Zentralheizuna und elektrische Beleuchtung erhalten, so daß der Aufenthalt in ihm auch an Winter­ragen angenehm ist. Am Weilmachtsabend, wenn in ihm die reich geschmückten Tannenbäume und die Beleuchtunas- lörper ein Meer von Licht versenden, ist die Wirkung wahr- jpaxHia ]DD}j3(plnia; uaq uv anjtpluß ui£ sivhuool ilix'j sich in langer Flucht und mit der Vorderseite nach dem

Kaiserpaares gewöhnlich die großen Essen abgchalten.

»JmEhchafen. Sie:Das ist zu viel! DaS ertrage ich nicht länger! Morgen kehre ich zu meiner Muller zurück!" Er: ,^Zst das eine Drohung ober ein Berstnecheu

weitgehende Bestimmungen. ,

Die beteiligten Berufsgenvsscnschaften haben ebenfalls zum Entwurf Stellung zu nehmen.

Soviel ist wohl heute schon zu sagen, daß die Ar beste rorgau r- sativnen ebensowenig mit ihren teilweise zu weitgehenden Zusage anträgen durchdringen werden, wie die Arbeitgeber. Tic Bcru,S gcnvsscnschasten haben nur insoweit Interesse an der Verordnung, als sie fiel) dagegen verwahren müssen, daß Verschlechterungen gegenüber den heute bestehenden Bestimmungen eintreten. Gegen. Versämrsungen der Vorschriften werden sic kaum' etwas cintocnbcn, mmal sie ja nur gws-.n Jhi&cn van Vorschriften haben, die Zahl und Schwere der Unfälle vermindern. Da .bei der Baugeioerk^ Berufsgenossenschast die Revision ihrer eigenen Vorschriiten im Gange ist, so wird sie vicllcickst! beantragen, die neu zu erlassenden Vorschriften Möglichst in Einklang mit bat berussgenossensclXlftlichcn zu bringen. , , _

Wird der Gesetzes-Entwurf nochnrals in verschiedenen Punkten, etwa unter Hinzuziehung einer Kommission aus Berussgenossen- sch-astcn, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Gewerbe-Inspektion, Baupolizei- und Teckmischen Aufsick»tsbeamten, mehr dem Prak- tischkeitügefühl angepaßt, so wird er sehr segensreich wirken. Frag­lich bleibt nur, ob die jetzt voigcsel>enen Aufsichts-Organe, die Kreisstraßcnmcister und stadtisck>cn Baubeamten wirklich^ in der Lage sind, in genügender lWcise neben ihrer sestlMigen L.ätiglcit noch diese Ausgaben mit zu erfüllen. Tie K'rewsrraßenmsiitcr- bezrrke werden lvohl vermehrt werden müssen. (Ter Titel ,.Kreis- straßcnmeister" ist übrigens schon lange nicht! mehr deren Tätigkeit angepaßt.)

sein. Tie Arbeitervrganisaturn beantragt weiter: Die lieber wackung und Durchführung der Verordnung hat durch tcchnisck gebildete Beamte zu erfolgen, diesen sind praktisch erfahrene «r beiter als Äordrolicurc bestugcbcn. Letztere sind von der Ge mrinde zu besolden. Tic Wahl vorgenannter Slontrolkurc voll sicht sich nach dcnr Wahlmodus den Gcwerbegcri.chtStvahlen durch bie in den Baubenlfögeiwsscnichaften unterstellten Betriebe, besänftigten und beschäftigt gewesenen Arbeiter. Staallicte und ftäfctmlpc Bauten unterliegen derselben .Kontrolle wie Privutbautcn

Tic Arbcitgcbcrorganisativn wird ebenfalls in manchen Punkten iveitergel-endc Aenderungen zum Gesetzentwur beantragen, anderseits bekämpft sie aber auch verschiedene ihr zu

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Es ist schrecklich, wenn zu den Feiertagen die Kinder krank oder auch imr unpäßlich sind. ES liegt dann ein Druck über dem vaus und die rechte Freude kommt ag** nicht auf. Darum behütet man die Kleinen m dieser Zeit ÖT* dovvell ängstlich und dabei leisten Fcws ächte Sodener Mineral-Vastiüen vorzügliche Dienste. Wo sie verständig verwendet werden, kommen Reizungen deö Halses und der Annungsorgane säst gar nicht auf oder fic werden doch schnellstens bekämvft. Sodener find für jeden emvstndlichen Organismus wirtlich eine Wohstai. Der Breis ist gering, töte* 85 Psg. für die Schachtel, die man in allen Avolheken, Drogerien und Mineralwafferhandlungen kaufen kann. Nachahmungen aber weise man mit Entrüstung zurück. [esHlia

und dergleichen. . m

Die Verordnung enthält mos Paragraphen die ^etack-Vor- schristen, die sich nicht allein auf gewöhnliche.Hoch- und Tiefbau- arbeiten, sondern auch auf Sprengarbeiten, Tunnel- und Ltollen- bonten, Transportbetriebc, Gründungen mittels Preßluu, Ma­schinenbetriebe usw. beziehen. 2m dritttm ^.est und Vorichristen zum Schutze der Gesmidteit und Sittlichkeit enthalten.

Der Enstrurf nimmt fast alle Bestimmungen. der Unfallver­hütungs-Borschriften der beteiligten Berufsgeno,»en,chatten mit- Testweisc geht er über das dort verlangte hrnaus, teuroei)e bleiben die Bestimmungen hinter jenen zurück.

Die von der organisierten .lrbetter, chaft ein- gerichtete Landes--Kommisnon Tür Bauarbeiter- schutz hat zu dem Entwurf schon Stellung genommen und rhre Ab änderungsanträge dcM Ministerium bereite <erngereicht, äic verlangt u. a daß für den Vollzug der Bonchritten der mit der Bauleitung beauftragte Baumeister oder rer von dieiem BeauT- tragte verantwortlich sein solle, daß,,das^ UeberdnpanLmau.rn verboten sein soll oder nur dann tu tauig ist, wenn durch irgend welche llmstände ein äußerer Gerültbou Nicht mrfge,teilt werden kann. Alsdann müßh-W 2 Meter breite Zanggernfte mit 1,20 Meter hoher Vorwand für jedes Stockwerk ringsum angebracht werden. Unter jedem Gerüstgang soll ein weiterer Rustgang stets vorhanden sein. Der Abstand von Gerüstständern ,oll nicht uwhr, als l,vo Meter betragen. Balkenlagen, auch wenn ne mit Zwiich.nd^t-.i versehen oder unten eingescholt sind, sollen vollkommen dich, gedeckt werden, wenn darüber gearbeitet wird. {yur ^ad/Orbet^n werden bedeutend schärfere Sicherhestsmabnubineu verlangt, -öj - buben sollen 2,50 Meter hoch und vom 1 heizbar sein, sowie für jeden Arbeiter mindestens 1------

Arbeiterschutz und Unfallverhütung bei Sauten.

Während früher Arbeiterschutzbestinnnungen gar nicht oder nur versteck: in anderen Gesetzen und Pewrdnungen existierten, haben sich hauptsächlich unter dem Truck der modernen Arbeitcr» btnregung - - nack und nach immer mehr Gesetze und Bestimmungen herausgeoildet, die mehr ober weniger geeignet waren, Leben und Gesundheit der Arbeiter zu sckstitzen.

Während zur alten Zunftzeü noch mehr vatriarchalische Ver hältnijse zivischeu Arbeitgeber unb Arbeitnehmer bestanden und ein beibcrieitigt3 Einveinehmen vorherrsck-ite, haben sich durch die alles Alte umistürzenden Reuerungen In bet VroduNionsw äse, durch raffiniert auegetüsteilten gefährlichen Maschinen, durch weil gehendste Arbeitet.ilitiig, durch Svezialsabrikation. durch Anwen­dung gesundheitsschädlicher Stosse usw. viel größere Gefahr-n für den Arbeiter und Reibungsslächen zwischen Unternehmer und Arbeiter ergeben. Ter forNvährend wachsende Konkurrenzkampf zeitigte auch eine gewisse nervöse Arbeitshast in den verschiedensten Betrieben, die erhöhte Gefahren mit sich brachte. Durch die .tzasd pslickckgesetzgebung wurde in vielen Jällen der Unternehmer für ans der Betriebsweise entstandene Beschädiaimgen ciucd Arbeiters hasü bar gemackst. Tadurck> ivurde ein Aufeinanderstvßen verschiedenct Interessen der Arbeitgeber und Arbeiter immer mehr gefördert. Es bildete sich allmählich eine Kluft zwischen beiden, die sich dann hauptsächlich auf wirtschastlickstm Gebiet immer mehr er­weiterte und zu wirtschaftlichen Kämpfen ausartete.

Schon vvr Gründung de- Deutschen Reiches entstand die Ge» werbe-Ordnuna, die mit der $eit immer mehr erweiterte Bestirn- nnmgen über den Gewerbebetrieb bekam, die zum,großen Teil aus den Arbeitersckmtz abyieitm und die Koaliliinssreiheit brachten, welch letztere die Organisation der Arbeiter in^Geiverkschasten er» moglichte und mit diesen einen ganz neuen Kampfsattor in die ,.Arena" treten 'ließen. Tas Sozialistengesetz hatte seinen Ursprung ebenfalls in den sich immer inehr zuspitzenden Kämpfen. tarn dann die Kaiserliche Botschaft von 1881, toeldje die Anregung! gab, durch nne soziale Gesetzgebung die Gegensätze zu heben und der Schutzlosigkeit der tvirtschaftlich Schwächeren entgegenzutreten. Es entstand dann u. a. 1884 das erste Unfallversichwunasgesetz. Turch dieses (besetz erhielten die UnfallberusSgeiwssenschasten die Befuomis, zur Verhütung von Unfällen V-orschriiteu zu erlassen und bereu Durchführung durch Beauftragte überToaeben -u lasten. Turch daS 1900 er Gewerbe-Unsallversick/erungö-Gesetz wurden so­dann die Verufsgenossenschasten verpflichtet, für die Durchführung ter Vorschriften Sorge zu tragen und zu diesem Zweck Teckstiisckst Aufsichtsbeamte anzustellen. Während für Fabritbetriebe usw. neben dieser Kontrolle gemäß der Gewerbwrdnuna die Gewerbe- Jnsp.cktionen und Polizeibebirden ebensalls revidierten, lanum iüc die 12 Baugewerls Berufsgenossenschaften und die Tiefbau- Bei'ufsgenossensc'ast nur in einigen Scirten und Städten be­sonders erlassene Polizsiverordnimgen in Betracht, auf deren Durch- lührung aber zum großen Teil weniger Wert gelegt wurde. Dios ivurde von der organi)irrten Arbeiterschaft, den Gewerkschaften immer lauter bemängelt. Sie wählten Bauarbeiterschutzkommissio- nen, die mehr oder weniger regelmäßig die Bmistellen besucksten, um Die Beseitigung vorgejundener Mängel an maßgebenden Stellen zu bewerkstelligen und um Material zu sammeln, welches die Iln-ulänglick'leit her für den Schutz der Bauarbeiter bestehenden (Einrichtungen Dartuit sollte. 11. a. hat die sozialdemokratisckw A-rafiion in 1903 im Reichstag ein Reichstzesetz betreffend den Schutz der Bauarbeiter beantragt. 1905 hat die Zentrallommission mr Dauarbeiterfchutz in Hamburg eine Petition an den Reichstag gerichtet, darin ihre Wünsche und Vorschläge niedergelegt und beantragt, daß Das Gesetz bald erlassen werden möchte. Dor vor- <re£egte Gesetzentwurf gipfelte hauptsächlich darin, daß auf Kosten ter Gemeinden Bauköntvollcure aus den baugewerblichen Ar­beitern nad? dem zum Gewerbegericht eürgrführten Wahloerfahren aus je drei Jahre mtoäblt werden sollen. Deren Zahl solle so bemessen sein, daß jeder Ban mindestens wöchentlich einmal kon­trolliert werden tonn. Die Reichsregiernng nahm' eine ablehnende Stellung ein mit dem Hinweis, daß die ?Landesregierungen die Regelung dieser Materie als ihre ureigenste Aufgabe betrachten. 19Ö5 haben alsdann der Zimmerer Wolf zu Darmltadt und Kons, eine ähnliche Petition an den hessisck>en Landtag eingereicht. Da­neben stellten cie Zentrumsparlei sowie auch) die sozialdemokratische je einen ähnlichen Antrag beim Landtage Lanstag und Regierung kannten allgemein die Rotwendigkeit zum Erlaß, eines diesbezüg­lichen Gesetzes an. Dabei wurde jedoch die Befürchtung ausge- 'prvchen, daß durch die Schaffung van gewählten Baukontrolleuren aus dem Arbeiterstand die Parteipolitik auf die Bamtelle getragen und daß der Sozialismus bann auf der Baustelle mehr gepflegt würde, als andere prattische Berufsfragen. Di« Arbeitgebewrgani- iatirnen hatten ebenfalls Protest gegen dw Schaffung solcher zivn- trolleure erhoben, da durch diese der soziale Frieden immer mehr gestört würde.

In der Thronrede zur Eröffnung des 34. Landtags am 17. De­zember 1908 wurde ein hessisches Landesgesetz in Aus- ilckst gestellt. Ter Gesetzes-Entwurf mit zugehöriger Verordnung ist vor kurzem erschienen und liegt den verschie­den cn In t er e s sen t en g r u p pen zu r Aeu ßer u ng vor. Tas O^esetz enthält nur 1 Artikel, inhaltlich deren die Autncht über die Ausführung der Vorschriften den Baupolizeibehörden un­beschadet der den Gewerbe-Inspektionen zu stehenden Berugnnse, obliegt Bei Reichs- und Staatsbauten, sowie solchen, die unter staatlicher Leitung ausgeführt werden, kann das Ministerium des Innern die örtW Aufsicht den beteiligten Baubeamten übertragen. Zuwiderhandlungen gegen die Dorschritten werden mit Geldstraten bis zu 300 Mark oder entsprechender vaft beltvasi. Auch kann d-erDauvolizeibehördc zwangsweise Viaßnahmhii anordnen zur Dflirchsühnnig bei" Vorschriiten. .haftbar sind wwohl Bauherr^ als auch Unternehmer, Bauleiter, Bausuhrer, Ausicher, Arbeiter

Höchste Temveratur am 22. bis 23. Dezember 4- 11,0 0 5.

Niedrigste , , 22.23. , = + 3,7 "0.

Nreoerjchlag: --- 2,5 mm.

Auszug a. ö. Stanöcsamtsregiftern her Stabt Sieben.

Aufgebote.

Dezember. 20. Wilhelm Schermuli), JnstitulSdiener, mit Luife Birchwald, geb. Bepperltna. beide in Gießen.

LhefchUetzungen.

Dezember. 18. Wilhelm L'ul), ^ahnarbeiter, mit Katharine öeck, beide in Gießen. 18. Christian Becker, Kanalarbeiler, mit 'tnihnriue Fink, geb. Mnnzert, beide in Gießen. 22. Reinhold Weißmüller, Schristletzsc, mit Amalie Ehrislmann, beide in Gießen. 22. Heinrich Honig, Knticher, mit Wilhelmine Hofmann, beide m Osießen. 22 Peter Dntnie, Sergeant in Gießen, mit Dlisabethe Keßler m Elpenrod.

Geborene.

Dezember. 13. Dem Stadttasieaehilfen und Untererheber Ludwig Hobrtcb ein Sohn. - 14 Dem Tagelöhner Philivp Schmidt ein Sohn, Heinrich Friedrich. 14. Dem Heizer Ludwig Wahl eine Tochter, Emma Augiiste Marie. 15. Dem Dachdecker Karl Röhrich ein Sohn, Heinrich. 15. Dem Installateur Karl Gregorins eme Tochter, Panltue Karola. 18. Deni Fuhrmann August Kehl eine Tochter. 20. Dem Photographen Wilhelm Leinweber eine Tochter. 20. Dem Fuhrmann Konrad Scharbl em Sohn, Wil­helm Johann.

Gestorbene.

Dezember. 17. Dorothea Winner, geb. Rebling, 84 Jahre alt, Licher Straße 74 20. Karl Schomber, 4 Monate alt, Frank- iurter Straße 142. 23. Peter Zimmer, Rentner, 76 Jahre alt, Süd-Anlage 7.

Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhcfien.

L. Gießen, 21. Dez,

In der Sitzung vom 20. November d. I. Ivar übet die Bürgctmeisterlvalsi zu Aulendiebach zwar verhandelt, hie Beschlußfassung aber ausgesetzt worden, um weitere Er­mittelungen anzustellen. 9Lachdem diese ergeben haben, daß der Gewählte Otto Bolitsch vom 1. April 1908 steuerpflichiig und also auch wählbar war, bestätigte der Provinzial-Aus- schuß heute die Wal)l und wies den Re kur s des K. L. Nagel t o ft e n f ä l l i g zurück.

Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg hatte dem Louis Hoffmann zu Vilbel den Wandergewerbc- s ck e i n für 1909 entzogen, weil er wegen Vergehens geg?n § 184,3 des Strafgesetzbuchs gerichtlich bestraft worden war. Der an den Provinzial-Ausschuß verfolgte Rekurs war er­folglos, denn dieser bestätigte heute das erstinstanzliche Urteil.

Auch die Entscheidung über die Sache: Klage des O r t s - armenverbandesFrankfurta. M. gegen die Orts­krankenkasse Butzbach wegen Unterstützung des H. Nienstädt zu Lasfelde war in einer der letzten Sitzungen ausgesetzt worden. Nienstädt hatte in Butzbach gearbeitet, die Firma hatte ihn aber nicht angemeldet, da er bei Auf­nahme der Arbeit krank war, nach drei Tagen auch die Arbeitsstätte wieder verließ, um Aufncchme im Kranken­haus zu suchen. Da er aber tatsächlich gearbeitet hatte, so gab der Provinzial-Ausschutz der Klage statt und ver­urteilte die Ortslaankenlasse Butzbach zur Zahlung der ent- standenen Kosten.

vermischtes.

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