Nr. 150
Pi
sich der Stimmen die Fraktionslosen:
Meines KeusUeton.
II ist ein Druckfehler zu berichtigen: (nicht Horn) hat gegen den Jmmob.-
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion-.e^Ai 12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
der Auswahl der Strauße die größte Sorgfalt gewaltet, cs sind riesige Tiere, darunter einige, die sich erst zwei Jahre desLebens erfreuen und dabei eine Rückenhöhe van 1,60 Meter haben. Fünf Arten Straußen lieferten das Material für diese Farm: Somali- strauße, ostafrikanische, Kavstrauße, Strauße vom Blauen Nil und westafrikanische Strauße. Die Strauße vom Blauen Nil, zwei Hähne, bilden die Hauptstücke der Farm, die das ihrige dazu beitragen wird, Hagenbecks Ruf äls Tierzüchter aufs neue zu verbreiten.
— Wie man Kindertrotz behandeln soll. Ucber den Gehorsam und den Verkehr zwischen Eltern und Kindern erzählt Elisabeth Boehm-Langarben im Juliheft von Westermanns Monatsheften (Braunschweig, folgendes praktische Beispiel: Man hatte mir ein Bübchen im Alter von vierzehn Monaten anvertrant, das auf dem Lande aufwachsen sollte, um kräftig zu werden, und ich machte damals die Erfahrung, wie sehr selbst ein so kleines Kftid durch Umpflanzen seelisch leidet. Ich war das einzig Bekannte für ihn in dieser ihm ganz fremden Welt, und mit Leidenschaft klammerte er sich an mich. Das Kind war sehr eigensirrnig und trotzig; schon in den ersten Tagen hatte ich einen harten Kampf mit ihm zu bestehen: fr stand während der Mahlzeit neben mir imb warf meine Serviette von meinem Schoß auf die Erde. Ich bat ihn, sie mir zu geben, er tat es nicht; ich hob sic auf, er warf sie wieder herunter. Es kam so weit, daß ich glaubte, ernstlich darauf bestehen zu müssen, daß dr sie aufhebe, wozu er auf feine Weise zu bewegen war. Ich sprach ihm gut zu, ich strafte ihn. Er meinte kläglich, ich versöhnte mich wieder mit ihm; er war sehr wefth und zärtlich, und ich war fest überzeugt, nun würde er die Serviette aufheben. Aber nein! Nach wie vor
warf er sie fort uitb trampelte darauf herum. Schließlich überwältigte ihn der Schlaf, und ich hatte das beschämende 'Gefühl,
Enthalten haben Delsor, 2BettcrIe.
*) In der Liste Nr. Der Zentrumsabg. Ho en Ums.-Stempel gestimmt.
E n t h a l t e ii haben sich der Stimme :
Becker-Arnsberg (Zentr.), Wiedeberg (Zentr.), Schiffer (Zentr.), Schirmer (Zentra, v. Volko (Kons.), Rolher (Kons.), Behrens (Wirtsch. Bq.)._____________________________________
Oolitedche S<rges?chau.
Zur Förderung freundschaftlicher Aezichungen zu England.
Wie die „Continental Times" in Berlin mitteilt, hat der in Berlin bestehende deutsch-englische Verband beschlossen, als Programm die Förderung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland einerseits und England, sowie den englischen Kolonien andererseits aufzustellen, und zu diesem Zwecke unter allen Klassen der Bevölkerung Sympathien
Erscheint tSgttch mit Ausnahme des Sonntags.
Di- „Siebener §amilienblattcr" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeit- fragrn" erscheinen monatlich zweimal.
— Ein Vergessener.« Aus Baris wird geschrieben: Etwas verspätet hat man dieser Tage auf dem Pantin-Friedhof eine Marmorbüste des Zeichners Constantin Guys enthüllt, der 1892 in dem hohen Alter von siebeunndachtzig Jahren gestorben ist. Guhs war der Illustrator des zweiten Kaiserreichs, von dessen öffentlichen und gesellschaftlichen Leben sein unermüdlicher Ltift zahllose Skizzen und Rcomentaufnahnlen geliefert hat. 1805 in dem damals französischen Vlissingen geboren, empfand er früh dm Drang zu Abenteuern und Reisen und. machte als Waffengefährte Lord Byrons die griechischen Freiheitskämpfe mit. Zurückgekehrt trat er in französischen Militärdienst, hielt es aber nicht lange dabei aus und trieb sich dann zehn Jahre lang auf Reisen im Orient herum. Spät erst, als angehender Vierziger, entdeckte er sein ungewöhnliches Zeichentalent, ging nach London, wurde Mit arbeiter der neubegründeten „Jllustrated London News" und fielt sich von dieser in den Krimkrieg schicken, von wo er zahlreiche auf den Schlachtfeldern selbst gezeichnete Skizzen schickte. Nach dem Friedensschlüsse fand er ein ergiebiges Arbeitsfeld in dem fuxus- umb 'glanzerfüllten Paris des zweiten Kaiserreichs, und erlebte Jahrzehnte großer Erfolge. Nach dem großen Kriege iedoch er blaßte der Stern des alternden Künstlers rasch und rascher, er ge riet'derart in Not, daß Freunde ihn erhalten mußten, und hatte mit beinahe achtzig Jahren iroch das Unglück, von einem Wagen überfahren zu werden und beide Beine zu brechen. Gelahmt und krank verbrachte er die letzten acht Jahre in einer matfon de retraite, von der Welt vergessen, die. erst jetzt durch das ihm errichtete Grabdenkmal an ihn erinnert worden ist.
— .Hagenbecks neueste Leistung. Aus Hamburg schreibt man': Die neueste unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Hagenbeckschen Tierparkes in Stellingen ist eine Straußensarm, die dieser Tage anläßlich des Besuches der neulichen Kaiserin bei Hagenbeck der Oeffentlichkeit übergeben wurde Die großartig angelegte Farm ist das Ergebnis der langjährigen Versuche Hagenbecks, die Strauße zu akklimatisieren. <d)r Hweck ist es, durch Zuchtwahl und frische Blutzuführung die Straußen- zucht zu beleben. Der Flächminhalt der Zuchtanstalt betragt 121/? Hektar und enthalt verschiedene Stationen. In einem Raume sind die Brutmaschinen: von dort kommen die jungen £iere m einen durch Glas abgeschlossenen Raum, wo ihnen ein Landfew iunt Tummeln offensteht und ein reiches Kleefeld ihnen die Freuden des Magens vermittelt. Das Brutgeschäft wird aber 1------ -• --.->-—-—7 —
nicht von Maschinen, sondern auch zum Teil von den Straußen I rwn diesem kleinen Kerl besiegt zu lern. Mir war es eine gwtze
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 27. Juni. Diebstahl.
Kurz nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis war die hier wohnhafte aus Lassenroth gebürtige Putzfrau M. B. aushilfsweise bei einem hiesigen Wirt beschäftigt. Nach ihrem Weggang ver- nkißte die Wirtin ein Portemonnaie, in dem sich etwa 5 M beenden und ein goldenes Halskettchen, sowie verschiedenes Silberzeug. Spater gewahrte auch das Dienstmädchen des Wirtes- daß ihm ein Rock fehlte und man hätte gegen die Putzfrau Verdacht, bei der dann auch eine Haussuchung borgenommen wurde, die das Halskettchen und den Rock zutage forderte. Fr-au B.. ivegen Diebstahls im Rückfall in Untersuchung gezogen, gab den Diebstahl der bei ihr gefundenen Gegenstände zu; dagegen bestritt sie, das Portemonnaie und die Silbergegenstände gestohlen zu haben. Sie fonirte mangels Beweises wegen den zuletztgenannten Gegenständen nicht bestraft werden, aber den Diebstahl der zwei anderen Gegenstände sollte fte mit je 3 Monaten Gesängnis büßen. Mit sttück- ftcht darauf, daß die angesetzte Minimalstrase schon sehr hoch ist, wurden bie Strafen auf 3^Monate und 1 Woche reduziert.
Körperverletzung.
Vor dem Alsfelder Schöffengericht hatten sich der Schreiner- geselle Hch. L. von Heidelbach und der int gleichen Ort beschäftigte Lchmiedegeselle C. Hch. D. aus Lingelbach wegen Körperverletzung zu verantworten. Die Angeklagten waren mit einem Kameraden wegen der Begleichung einer Zeche auf dem Heimweg in Streit geraten und bearbeiteten sich gegenseitig mit ihren Stöcken, ohne ftdoch^erhebliche Verletzungen davonzutragen. Ihr Kamerad hatte am Schöfsengencht unwahrerweise angegeben, er habe 6 Löcher auf seinem Kopf davongetragen. Diese Aussage erschien dem Lchösfengerrcht nicht glaubwürdig, weshalb es den Zeugen nicht beeidigte und den Angaben der Angeklagten, die wahrscheinlicher waren, mehr Gewicht beilegte und die Angeklagten freisprach, unter Belastung der Staatskasse mit den notwendigen Auslagen der Angeklagten, wozu auch die Kosten des Rechtsbeistandes kamen. Die Staatsanwaltschaft hielt zwar die Freisprechung für gerechtfertigt, dock lollte, da die Angeklagten nicht wegen völliger Unschuld, sondern nur mangels Beweises ftcigesprochen worden sind, die
Die namentlichen Abstimmungen in der zweiten Lesung der Reichrstnanzreform.
ui *)
$ei der ALstimumiig über die B eleucht ungsmi ttel- !?lsv nrit 25' $Uni 1909 baden für die Steuer gestimmt,
Ja:
Arendt (Labiou), Arnold, Arnstadt, ? Sbera0' S!10' Bonm, v. Brvckhausen,
w. Gros v. Carmer-Osten, Graf v. Carmer-^ieseimin .Löscher v. Eiern, Feldmann, Gmf Hufnaae?^^'^■ F Henning, v. Hehdebrand
ö- Krocher, v. Maltzahn, Mentz, v. Michaelis, Nehbel, Niederlöhner, v. Oldenburg, Perniock 111 AAE' -A?"er, v. Richthofen, Ritter, Rother, Rvesicke, Rupp, fSwlermann, v. Steinaecker, v. Treuen- ' Winckler, v. Winterseldt. — Reichs-
» Dsunstermann, Dürften, v. Gamp,
Fürst Hatzftld, Hostel, .Kolbe, v. Siebert, Löscher, Pauli (Oberbar- nrm), Scherre, Schlüter, Schmidt (Altenburg), Schultz, Stubben - doftf, Barenhorst, v. d. Wense, Witt (Marienwerder) ErbUrGr, ” Zentrum und Wellen- ^af Reck^^g, Bmrmann, Beck (Aichach), Becker lArns^ EÄ^'oAr (Köln), Belzer, Blrkenmayer, Bitter, Dahlem Diftsner, Engelen, Erzberger, Euen, Euler, Faßbender Fehren- Fleischer, Frank (Ratibor), v. Freybera, v. Galen Gerstenberger, (teberiS, Gleitsmann, Glotvatzki, Göring, Grüber HEer, Hamecher, Hauser, Hebel, Heim, .Herold, Fahr v'
Ö trieb berg, Hitze, Ho en, Holzapfel, Öo9' <?T(' Säger, Kalkhof, Kirsch, Klose, Ahl, Krebs, Lehemeir, Lender, Leser, Fürst zu Löwenstein Ä** ?^T^^n), Mayer (Pfarrkirchen), Miiller Milda), Racken, v. Ohlenhusen, Gras Oppersdorf, Pauly v. Pfetten, Pichler, Pieper, Gras Praschma^ ^2' t?ürit zu Salm, v. Savigny, Schüdler,' Schirmer, Schmidt (Jmmenstadt), Schmidt ..Schuler, Schwarze (Lippstadt), Sir, ^dahn, Spuk, Stamm, Steindl, v. Strombeck, -Ltrzoda, -Lrintborn, Uebel, LLallenborn, Wellstein, K^eberA' _V^ll (Straßburg), de Witt (Kölns v. Wolff- Mettermch, Am Zehnhoff, Zehnter. — Polen: Brandys, v. Czar- ^bski Jankowsky, Drlerski, Graf Mielczynski, Rapitwalski, v. Polezynski, v. -^ast-Jmvorski, Seyda, v. Slar- ^hnski, Stychel, Watda. — F r a n k l i 0 n s l 0 s e: Lehmann (Jena), , Hilpert, Labroise.
ftabeii gegen das Gesetz gestimmt, also mit Nein:
Bei der Abstimmung über den Kaffee- und Teezvll alfomitm ^unt Erhöhung dieser Zölle gestimmt,
~ Ja:
H (Sabiau), Arnold, Arnstadt,
w Bieberstein, v. Bonin, v. Brockhausen, v. Byeni, Gras Earmer-O Gras Carmer-Z. Dietrich Fürst Dohna, Tröscher, v. eiern Feld- mann, Gras Finckensteln, Giese, Glüer, Hahn, Henning, v. Heyde- braiid, Dnfnwgel Gras Kanitz, Kreth, v. Kröcher, v. Maltzahn IRentz, v. Michaelis, Nehbel, Niederlöhner, v. Oldenburg Perniock' 5U,.dutliö, v. Rautter, v. Nichthofen, Ritter, Rvesicke, Rupp' - ^dcnbürger Sielermann, v. Steinäcker, v. Trenen- tels, Gra'i Westarp, Will, Winkler, v. Winterfeldt. — Reichs- darter: Arendt (Mansfeld), Bauermeister, Brunstermann, Dirksen, Dorsten v. Garnp, Fürst Hatzfeld, Höffel Erbprinz Hohenlohe, Kolbe, Lcmgerfeldt, v. Siebert, Löscher, Nauck, Pauli (Oberbarnim), Schlüter, Schmidt (Altenburg), Schultz, Stubben- dom,. Barenhorsst v. d. Wense, Witt (Marienwerder). — Wirt- schastliche Vereinigung: Bindewald, Böhme, Burck- hardt, v. Tamm, Gäbel, Gräf (Weimar), Herzog, Sattmann, Liebermann v. Ronnenberg, Raab, Roth, Schack, Stauffer, Vogt (Crailsheim),, Vogt (Hall) - Deutsche Re f 0 r m pa r t e i: Bruhn, Grase (Sachsen), Werner. — Zentrum und Wel- en: Herzog v Arenberg, Baumann, Beck (Aichach), Becker Köln), Belzer, Brrkenmeyer, Sitter, Dahlem, Engelen, Erzberger, Ären Euler, Faßbinder, Fehrenbach, Fervers, Fleischer, Frank (Ratibor), v. Freyberg, Graf Galen, Gerstenberger, Giesberts, Gleitsmann, Glowatzki, Göring Gröber, Haensler, Hamecher, Hauser, Hebel, £)cun, Herold, v. Hertting, Hinterwinkler, Hirschberg, vife, Hoen, Holzapfel Horn (Neissej, Hnbrich, Hug, Irl, Jäger, Kalkhos, Kirsch, Klose, Kohl, Krebs, Lehemeir, Sender, ^eser, Fürst Löwenstein, Mareour, Mayer (Kaufbeuren), Mayer (Pfarrkirchen), Muller (Fulda), Nacken, Gras Obersdorff, Pauly (Cochem), Pfeiffer v. Pfetten, Pichler, Pieper, Gras Praschma, Pütz, Ranner, Roeren,' rriirst Salm, v Savigny, Schädler, Scksesbeck, Scherre Schmid ^.ar^enstedt), Schmidt (Warburg), Schneider, Schüler, Schwarze (Lippstadt), Sir, Sittart, Spahn, Speck, Stamm, Steidl, von Strombeck, Sttzoda, Thaler, v. Tliünefeld, Trimboru, liebel, Von- derscheer Wallenborn, Wellstein, Will (Straßburg), de Witt (Köln) v. Wolsf-Metternich, Am Zehnhoft, Zehnter. — Fraktionslose: Delsor, Hilpert, Lehmann (Jena), Wetterle, Wiltberger.
Es Haden gegen die Zollerhöhungen gestimmt, also mit _ Nein:
für die andere Nation zu schaffen. Der Verband wird versuchen, eine deutsch-englisclie Handelskammer in Berlin zu etablieren, die für die Ausdehnung der kommerziellen Beziehungen zwischen beiden Ländern die besten Friedensgarantien bietet. Im Herbst und im Winter sollen wöchcnt- liche gesellige Zusamtnenkünfte von Deutschen und in Berlin lebenden Engländern organisiert werden. Ferner sind Aus- stellungen deutscher Kunst- und deutscher Jndustrieerzeug- nisse in England geplant und umgekehrt. Auch der Kinder- austausch soll angeregt werden, indem deutsche Eltern ihre Kinder nach England senden, während die betreffenden englischen Familien ihre Kinder nach Deutschland schicken. Soweit möglich, sollen auch Lehrer in derselben Art und Weise ihre Stellungen zeitweise äustauschen. Aehnliche Verbände wre die in Berlin bereits bestehenden sollen in anderen deutschen Städten begründet werden. Herr Lionel Eare, der Schriftführer des Verbandes, teilte der „Continental -LimeS" folgendes mit: daß der Verband die Sympathien des auswärtigen deutschen Amtes für seine Arbeit besitze, und baß der Bruder der Kaiserin, der Herzog Ernst Günther von Schleswib-Holstein, seine Sympathien für die Bewegung ausgedrückt habe.
*
Der Kampf um das Frauenstimmrecht in England gertigt fortgesetzt die widerwärtigsten Vorgänge. So kam es gestern vor dem englischen Parlament wiederum zu einem Zusammenstöße der Susfragettes mit der Polizei. Der Versuch der Siftsragettes, der Vorkämpferinnen für das (Mmenstimmrecht, in das Parlament einzudringen, um den Premierminister Asquith, der sich geweigert hatte, sie zu empfangen, zu sprechen, führte zu wilden Szenen auf dem Hof und in der Umgebung der Parlamentsgebäude. Die Polizei sah sich schließlich genötigt, die Tore zu schließen. Viele Frauen wurden verhaftet, unter ihnen Miß Pank- hurst, die Führerin der Susfragettes, welche einem Polizci- inspektor wiederholt Schläge ins Gesicht versetzt hatte. Gegeii 10 Uhr abends dauerten die Ruhestörungen vor dem Parlamente noch fort. Bis dahin waren 108 Anhängerinnen des Frauenstimmrechtes verhaftet und 36 Verletzte in ein Hospital ubergesuhrt worden. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren 1300 Polizeibeamte aufgeboten worden.
. Reichspartei: Linz. — Nationalliberale: Bär- winkel, Bahn, Basserinann, Beck (Heidelberg), Blankenhorn, Boltz Buchsteb, Prinz Schönaich-Carolalh, Contze, Detto, Everling, Fehl- liauer, Findel, Fuhrmann, Görck, Görcke, Hagemann, Hagen, Hansmann, Heinze, Hieber, Hoppe, Horn (Gera), Junck, Klene Linck, Muller, Neuner, Ortet, Osann, Paasche, Rimpau, v. Schu° beit, Schwabach, Seniler, Sieg, Sievers, Slresemaiin, Trautmann, Vogel, Wachhorst de Wente, Weber, Wehl, Wetzel, Wilde Wolzl, Wommelsdorff. - Freisinnige: Ablaß, Ahlhorn' Buddeberg, Cuno, Delbrück, Tohru, Dormann, Tove, Eickhoff Enders, Fegter, Fischbeck, Goller, Gothein, Günther, Gyßlmg' Haußmann, Heckscher, Hermes, Hoffmeister, Hormann, Kamps Manz, Mommsen, Müller (Jserlohn(, Müller (Meiningen)' Alugdan, Nauinann, Nenmami-Hoser, Pachnicke, Psimdtner, Polt- hoff. Schrader, Schweickhardt, Sommer, Stengel, Slorz, Struve Traeger, Wagner, Wieland, Wiemer. — Sozialdemokraten: Albrecht, Binder, Bohle, Bömelburg, Brey, Brnhne, David, Dietz Eichhorn, Emmei, Fischer, Frank (Mannheim), Frohine, Geck' Geyer, Heine, Hengsbach, Hildenbrand, Hoch, Horn, Hus, Kaden Ledebour, Lehmann (Wiesbaden), Metzger, Molkenbuhr, Noske, Sachse, Scheidemann, Schmidt (Berlin), Schwartz, Severing' Singer, Stadthagen, Stolle, Stücklen, Südekum, Ulrich, v.Bollmar, Zubeil. — Polen: Brandys, Brejski, v. Czarlinski, v. Grabski, Jankowski, Korianty, Kulerski, Grai Mielczynski, Napierglski, v. Polczynski, v. Saß-Jaworsky, Seyda, v. Starzynski, Stychel, Waida. — Wirtschaftliche Bereinigung: Hanisch, Kölle, Rieseberg. — Deutsche Reformpartei: Köhler. — Zentrum: Duffner, v. Olenhusen. — Fraktionslose: Hanssen, Kobelt, Labroise.
Lehre geworden, und nie wieder habe ich einen ähnlichen Kampf mit ihm zu bestehen gehabt; immer gelang es mir, den Trotz „abzufangen", d. h. ihn nicht zum Ausbruch lommen zu lassem sondern ihn aus eine die Autorität» nicht schädigende Art abzu- lenten. Es gibt Eigenschaften, die man bei Kindern zwar bekämpft aber um keinen Preis missen möchte. Dazu gehören Eigensin^ Heftigkeit, denn das sind die gesunden Wurzeln der (Ärergie
Es kommt nur darauf an, daß der Betreffende lernt, diese Eigenschaften zu beherrschen, und diese Fähigkeit soll ihm die Erziehurta geben. Wenn ich bet meinem kleinen Bübchen nun auch inir gegenüber keinen Trotzanfall mehr zu bekämpfen hatte, andern gegenüber kannten jeme Leidenschaftlichkeit und sein Eigensinn! keine Grenzen. Fast täglich mußte ich 'einschreiten und [trafen Strafen müssen aber ist eine üble Sache. Da kam ich auf beii t^nfeiL den ^rotz als Krankheit zu behandeln. Ich ftahm Rücksprache mit unserem Hausarzt und handelte im Einverständnis mit chm Er untersuchte den mittlerweile dreijährig gewordenen Knaben, sand merne Angabe, daß der „Zornbraten" migesckwwllen .bestätigt, cmpsahl Ruhe und bei Zornausbrüchen kalte Umschläge Die Wirkung war wundervoll.' Beim nächsten Zsrn- Disbruch brachtt ich 'den kleinen Patienten zu Bett, schloß die Fensterladen, machte ihm kalte Umfrage auf die Milzg^end
• Tei^' 9in9en aus Fußspitzen umher, er bekam Nur
ein Grutzchen und mußte einen viertel Tag zu Bette bleiben. Der Ersolg war. großartig: mindestens vierzehn Tage hielt dw Wirkung an,, erst dann wiederholte sich die Ungezogenheit und wurde tn gleicher Weise behandelt. Diesmal hielt die Wirkung schon langer an, und bei konsequenter Durchführung dieser Handlung hatte sich das sechsjährige Kind schon vollständig in bet Gewalt Wenn der Zorn und der Trotz in ihm aufftiegen, bekam der kleine Kerl ent eit ganz roten Kopf, aber zum Ausbruch kam es nicht mehr bei ihm. Am liebsten fteilich flüchtete er sich darm in meine Arme und schmiegte sich fest an mich, und Fann leise das Köpfchen streichelte, beruhigte er
>ich schnell. Wie oft habe ich den Gedankeii gesegnet, seinen Tro« als Krankheft zu behandeln und nicht den Versuch gemacht ru haben, feinen starken Willen zu brechen, sondern ihm zur Fähigkeft der Selbstbeherrschung und Selbstsucht verholsen zu haben F^tzt ist er em junger iHiamt, bei- mit ruhiger Energie und großer Selbstbeherrschung seine vorgesteckten Ziele eins nach dem andern erreicht. *
selbst besorgt. Nack) einigen Monaten schon nehmen die jungen Tiere an den Diahlzeiten der alten teil. Hinter dem Haus für die jungen Vögel befindet sich ein Krankenhaus, in dem schwächliche und verletzte Exemplare sachgemäße Pflege erfahren. In der Nähe liegt auch die Sckmtzhalle, die die Tiere bei ungünstiger Witterung aufsuchen können. Ein prächtiger Weideplatz und ein kleiner Teich zum Baden steht den Tieren ebenfalls zur Verfügung. Auf diesem Weideplätze tummeln sich 84 große Vögel, die mit ihren possierlichen Reunkimststückeii das Vergnügen aller Besucher bilden. Eine Anzahl von Einzelgehegen für Zuchtpaare befindet sich im Osten der Anlage. Den Zuchtzwecken entsprechend, hat bei
,-^bTchspartei: Langerfeldt, Linz. — Wirtschast- llche Vereinigung: Behrens, Böhme, Bindewald, Tr KEardt, v. Damm Gäbel, Gräf (Wnmar), Hanisch, Herzog, Kolle, Sattmann, Liebermann v. Sonnenberg, Staab, Rieseberg, Rvth, Schack, Stauffer, Bogt (Crailsheim), Vogt lHalkr —
Reformpartei: Bruhn, Gräfe (Sachsen), Kohler, Werner. —Zentrum und Welfen: Wiltberger - uc a t x 0 n a 11 i b c 3: a I c: Arning, Bärwinkel, Bahn, Basser- mann, Beck (Heidelberg), Blankenhorn, Boltz, Buchsieb, Prinz, Schönaick>-Earvlath, Contze, Detto, Everling, Fehlhauer, Findel, Fuhrmann, Görck, Görcke, Hagemann, Hagen, .Hausmann, Heinze Hieber, Hoppe, Hom, Junck, .Kleye, Linck, Müller (Rudolstadt), Neuner, Ortet, Osann, Paaslh«', Rimpau, p. Schubert, Schwabach, Semler, Sieg, Sievers, Stresemann, Trautmann, Vogel, Waeh- horst de Wente, Weber, Wehl, Wetzel, Wilde, Wölzl, Wommelsdorff. — Freisinnige Fraktionsgemein schäft: Ablaß, M;lhorn, Buddeberg, Cuno, Delbrück, Dohrn, Doormann, ^Dove, Eickhoff, Enders, Fegter, Fischbeck, Goller, Gothein, Günther, Gyßlmg, Haußmann, Heckscher, Hermes, Hoffmeister, Hormann, Kämpf, Manz, Mommsen, Müller (Iserlohn), Müller (Meiningen), Mugdan, Naumann, NeumaTm-Hoser, Pastmicke, Dfnndtner, Potthoff, Schweickhardt, Sommer, Spethmann, Stengel, Swrz, Struve, Träger, Wagner, Wieland, Wiemer. - Sozialdemokraten: Albrecht, Binder, Böhle, Bömelburg, Brey, Brühne, David, Dietz, Eichhorn, Emmel, Fischer, Frank (Mannheim), Frohme, Geck, Geyer, Hengsbach, Hildcn- brand. Hoch, Horn, Kaden, Ledebour, Lehmami, Metzger, Niolken- buhr, Noskc, Sachse, Scheidemann, Schmidt (Bei'lin , Schwartz (Lübeck«, Severing, Bürger, Stadthagen, Stolle, Studien, Süde- tum, Ullrich, v. Vollmar, Zubeil. — Fraktionslose: Gregoire, Haussen, Kvbelt:
Zweites Matt 159.Jahrgaug Mittwoch 3V. Ium 1908
ÄtAwAHA# Xk-A Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen
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General-Anzeiger für SberheM


