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1.
O Laubach, 26. Febr. Heute fand im Gymnasium Fridericianum unter Vorsitz des Geh. OberschulratS Nodnagel die Maturitätsprüfung statt. Infolge ihrer guten schriftlichen Leistungen waren drei von der mündlichen Prüfung befreit, die neun übrigen bestanden, unter ihnen auch eine Dame, die sich dem medizinischen Berufe zu widmen ge- denkt. Von den 12 Abiturienten haben vier daS Gymnasium von Sexta an besucht.
w. Mainz, 26. Febr. Die heutige Stadtverordnet en-Versammlung bewilligte versuchsweise 1OOOO Mark zur Unterstützung von Arbeitslosen unter bestimmten Bedingungen, denen zufolge diese Unterstützungen nicht als Armenunterstützung gelten sollen.
-s- B i e b e r bei Rodheim, 25. Febr. Während ringsum im Bergbau geradezu -ein Rückgang in der Gewinnung von Eisenerzen eingetreten und für viele Grubenarbeiter Feierschichten eingelegt wurden, herrscht hier auf Grube /.Eleonore" (Gebrüder Stumm) nach wie vor der volle Betrieb. Ja durch die elektrischen Anlagen ist deren Erzgewinnung, ein vorzüglicher Brauneisenstein, sogar gesteigert worden. Mit der Kleinbahn werden durchschnittlich int Monat 2500 Tonnen nach Station Abendstern befördert und von da mit der Hauptbahn versandt.
[] Marburg, 26. Febr. Zn der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität bestand Frl. Eva Hoffmann ans Spandau als erste weibliche Studierende nach Zulassung der Frauen zum Studium ihr Doktor-Examen und zwar mit der Note magna cum lautze.
0 Braunfels, 25. Febr. Für unser Städtchen war schon lange eine höhere Schule geplant, die mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten soll. Das vorläufige Ziel der Schule, an der Lateinisch und Französisch oder Englisch gelehrt werden soll, ist die Reife für Untertertia. Es werden Knaben und Mädchen aufgenommen.
Dillenburg, 26. Febr. Im Dillkreis beziffert sich der durch das Hochwasser angerichtete Schaden auf rund 200 000 Mk., wovon etwa die Hälfte auf Privateigentum entfällt.
X. Hanau, 26. Febr. Einem Frankfurter Hotelbesitzer war in einem anonymen Briefe au§ Hanau gedroht worden, es werde gegen ihn Anzeige wegen Vergehens im Sinne des § 175 des R.-St.-G.-B. erstattet, wenn er nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkte 20 Mk. in einem Briefe postlagernd nach Hanau sende. Auf Anzeige deS Bedrohten bemächtigte sich die Polizei der Sache und nahm den Musketier Kiefer von der 5. Kompanie des Jnf.-RegimentS Nr. 166 in dem Augenblicke fest, als er nach der Ankunft eines solchen Briefes am Postschalter fragte.
w. Frankfurt a. M., 26. Febr. Nach Mitteilungen, die dem Frankfurter Hauptausschuß zugegangen sind, werden am Kais er preis-Wettsing en in Frankfurt a. M. im ganzen 36 Vereine mit 7554 Sängern teilnehmen.
zv. Frankfurt a. M., 25. Febr. Heute nachmittag war der Inhaber deS Uhrengeschäftes auf der Zeil Nr. 15, Georg Schäfer, damit beschäftivt, zum Schutze gegen Einbrüche, wie sie in letzter Zeit verschiedentlich bei ihm versucht ivorden waren, an die Tür seines Ladens eine Selbstschuß- vorrichtung anzubringen. Bei der Probe entlud sich die Waffe und das Geschoß drang ihm in den Kopf etwas ober- halb der linken Schläfe. Der Tod trat auf der Stelle ein.
Für Messina
gingen ein:
Bei der Bank für Handel und Z n d u st r i e, Niederlassung G i e ß c n: Postagentur zu Fellingshausen 5.—, Reiskirchen 10.10, Gemeinde Königsberg 17.70, Oberst Spohr 10.— ;
bei Großh. Kreisamt Gießen: Gemeinde Klein-Linden 25.—, Kaufmann Lazarus 5.—, Direktor Bergen 3.—, 91. 91. 3.—, Realschüler Schäker-Hausen 2.—, Gemeinde Trohe 9.5ö, Bankier Grünewald 20.—, Gemeinde Bersrod 10.—, Johs. Bocher U.- Bersrod —.50, Bürgermeister Reuschting-Bersrod 1.—, gesammelt bei der Kaiser-Geburtagsscier des Kricgervcreins Watzenborn 22.—, zusammen 514.62 Mk.
Betr. Unterhaltungsarbeiten an staatlichen Gebäuden.
Nachdem in den letzten Jahren eine größere Anzahl von Neubauten zu den seitherigen Gebäuden hinzugekommen ist und außerdem nach dem erstmaligen Auslosungsoerfahren einige Meister infolge der großen Anzahl von Meldungen bis jetzt nicht zur Ausführung von Unierhaltungsarbeiten gekommen sind, erscheint eine Neueinteilung der Gebäude und NeuauS- losung der Meister in dem Baubezirk I Gießen-Stadt begründet. Im Einverständnis mit Großh. Ministerlum der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, kündigen wir hiermit gemäß Absatz 11 der Bedingungen für die Bewerbung um die Unterhaltungsarbeiten in staatlichen Gebäuden und für die Uebernahme dieser Arbeiten die bestehenden Vertragsverhältniffe.
Bekanntmachung betr. der Neuverlosung ergeht demnächst. Gießen, den 26. Februar 1909.
Großh. Hochbauamt B 97/2
Becker.
Mittwoch den 3. März werden aus den 2)mriften Eichwald 1 u. 7, Ammenhäufcrhecke 5, Äövpernhölle 10, Geiselbach 7n-8 versteigert: Stämme Fichten: 1 Stück mit 23 cm Dchm. 12 Mir. lang — 0,5 Im, 17 Stück von 17 bis 19 cm Dchm, — 3,09 Fm.,- Derbstangen Fichten: 63 Stück mit 4,72 Km. <8 bis 12 em Dchm.): ^chelter Rm.: 33 Buche, 2 Hainbuche irund) o Aspe (runb); Knüppel Rm.: 76Buche,56Elche, 14Kirschbaum 17 Aspe, 13Stierer, ^l^chten chiroon 5 11. Kl.),- Reiser Rm.: 304 Buche, 140 Eiche, 40 Kirschbaum, 70 Asve; Knüppelreiser Rm: 20 Kiefer, 2 Fichte; iL-töcke Rm: 19 Buche, 14 Eiche, 3 Aspe, 4 Kiefer, 8. Fichte.
Zusammenkunft vorulitlägs IOV3 UHr am Pflanzhäuschen im Erchwald und nachmittags 1 Uhr aufder Kreisstrahe Londors-Allerts- hauien bet der Fichtenkultur im Distrikt Käppernhölle. Nähere Aus- kunft erteilt Forstwart Leyerer-Climbach.
Kondors, den 26. Februar 1909. B”/,
Freiherrltche Oberförsterei Rabenau
__________________________________Brill.__________________________________
Butzbacher Küsel-, Sucht- . viel)- und Schweinen,arkt 18. März 1909 mit Prämiierung von Faseln and Rindern statt. — Gleichzeitig findet auch die
Verlosung "WN
von ca. 14 Rindern, 25 Schweinen, 10 Stämmen Rassehühnern und nützlichen Geräten für Oekonomie und Hauswesen, im ganzen ca. 350 Gewinne, statt. — Lose & i Mark sind durch Herrn y. Ford ach zu bcz.eben.
Bntzbach, den 3. Februar 1909.
1X„, Großherzogliche Bürgermeisterei.
St ü dj c L
Arbettrmartt in Hessen u. Hessen-Nassau im Jan. (909
Das Stocken der Bautätigkeit im Zusammenhang mit benf Frostwetter beschränkte die Arbeitsgelegenheit im Baugewerbe, wie auch in den verwandten Berufszweigen (Holzarbeiter :c.) in Stadt und Land und zwar scheinen am ungünstigsten die Verhältnisse in der Großstadt zu liegen, während auf dem stachen Lande und in kleinen Städten, obwohl auch hier die Beschäftigungsgelegenheit gering ist, weil das eigene Anwesen vielen Bauarbeitern, die während des Commers fern voni Familienort in Arbeit sind, mancherlei Haus- und Reparaturarbeiten bietet. In der Metallindustrie hielt die Flauheit der Geschäftslage weiter an; so wird aus Frankfurt a. 9)1., Darmstadt und Staffel berichtet, daß einzelne Firmen nicht nut allgemein mit verkürzter Arbeitszeit arbeiten lassen, sondern sie für ledige junge Leute noch weiter eingeschränkt haben, um den älteren, verheirateten Arbeitern leichter über die Ungunst der Lage hinwegzuhelfen. Daß einzelne Großsirmen im Berichtsmonat infolge neu eingegangener größerer Aufträge z. B. in der Schreibmaschinen- und Spezialmaschinenbau-Jndnstrie in der letzten Hälfte des Berichtsmonats teilweise srüher eingestihrte verkürzte Arbeitszeit fallen ließen oder sogar im geringen Umfange Neu- einstellungen vornahmen, ändert an dem Gesamtbilde nickt viel. Auch in den Handwerksbetrieben (Spenglereien, Schlossereien, Schmieden re.) war von zunehmender Arbeitsgelegenheit nichts zu bemerken. Nicht nur vollauf beschäftigt, fonbern sogar mit Neber stunben arbeitet, wie bereits im Vormonat die Wormsir Leder- inbuftrie, währenb die Offenbacher Portefeuiller nach wie vor über verhältnismäßig ungünstigen Geschäftsgang klagen. Ter^ Beschäftigungsgrab im Buckdruckereigewerbe war, wie aus Front« furt a. 9)1., Darmstabt unb Kassel mitgeteilt wird, wenig günstig. In letzterer Stabt betrug die Konditionslosenzlffer zur Mitte des Alonats ca. 30, eine Zahl, die selbst im Hochsommer nicht zu verzeichnen ist. Auch das Buchbindergewerbe klagt über Arbetts- mangel. In Frankfurt a. M. und Darmstadt hat je ein größerer Betrieb teilweise ausfetzen lassen. Auch in der Kartonnageindustrie will sich noch fein Umschwung zur besseren Arbeitsmarktlage bemerkbar machen. Durch die im Lahn- unb Fuldatal ein- getretenen Ueberschwemmiingen und die nach Abfluß des Wassers bedingten Aufräumungsarbeiteii erfuhr der Arbeitsmarkt sür ungelernte Arbeiter auf kurze Zeit eine, wenn auch geringe Erleichterung. Aus den landw. ArbeitSmarkt hat zweifels
ohne die gewerbliche KrisiS im allgemeinen günstig ein- gewirkt, daß aber der Mangel an brauchbarem Personal
verstummt sei, wird niemand behaupten können. Dasselbe dürste für den weiblichen ArbeitSmarkt gelten, soweit die Dienstboten in Frage fommen. Das Angebot ist zwar an und für sich größer, doch mehr wie 35 Proz. aller weiblichen Stellensuchenden sind Fabrikarbeiterinnen, die für die Hausarbeit wenig geneigt sind und in der Mehrzahl der Fälle nur Aushilfestellen annehmen wollen. Wie groß im einzelnen der Wanderverkehr in den Naturalverpfleg- ungSftationen und Herbergell zur Zeit war, zeigen solgende Zahlen: Frankfurt a. M. 957, Darmstadt 1100, Mainz 750, Wiesbaden 850, Gießen 612, Kreuznach 112. Im Berichtsmonat wurden durch die Organe des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisoerbandes im ganzen 6812 Stellen vermittelt, darunter bei den kommunalen rc. Nachweisen m Frankfurt a. M. 2371, Darmstadt 390, Kassel 731, Gießen 43, Hanau 39, Herborn 23, Kreuznach 6, Liinburg 101, Mainz 351, Offenbach 177, Wetzlar 14, Wiesbaden 807, Worms 142 und Marburg 16. Nach der Statistik der Ortskrankenkaffen hatten, soweit die männliche Abteilung in Betracht kommt, die Städte Frankfurt a. 9)1., Mainz, Darmstadt, Offenbach, Kassel unb Worms eine Abnahme, und Gießen, Wiesbadeii, Kreuznach und Friedberg i. H. eine Zunahme der Mitglieder aufzuweisen.
Vermisstes.
T.C. Neue japanische Selbstnrordartcn Das Harakiri wird in Japan unnwdern. 'Der ersinderische Sinn der gelben Söhne des Ostens sucht nach Steuern. So ist ein junger Japaner kürzlich auf den lvahrhast genialen Gedankeir gekommen, sich selbst zu begraben. Er begann damit, in feinem Garten die Erde auszuschaufeln unb ein Loch herzustellen, das genügend groß war, um ihn anfnehmen zu können. Im letzten Moment aber besann er fiel) daraus, daß die Religion von beu. Gläubigen erheische, ihre Verstorbener in einem Sarge beizusetzen. Er konnte darum der Beihilfe eines Freundes doch nicht entbehren, der sich auch bereit erklärte, ihm bcizustehen. Er nagelte also den Lebensmüden in einem einfachen Brettersarg ein, versenkte diesen in die Grube und schaufelte die Erde auf dcu Sarg. Als er sein Werk beinahe vollendet hatte, näherten sich zwei Tokioter Polizisten, denen sein Gebahren aufgefallen war und welche vermuteten, daß er die Leiche eines Ermordeten vergrabe. Wie groß war ihr Crftauitcn, als sie nach Ocffn.tng des Sarges einen Lebendigen darin liegen sahen, welcher allerdings ein totcstrauriges Gesicht machte, weil ihm sein Vorhaben so schlecht geglückt war. Der Selbstmordkandidat wurde verhaftet, da oelbftiitordversnch in Japan ebenso wie in England, strafbar ist. Sein Freund wurde jedoch unbehelligt gelassen, da die Beihilfe zum Selbstmord nicht bestraft wird.
Holzversteigerung.
Mittwoch, den 3. Mär» 1909:
1. Vorm. von 9 Uhr ab bei Wirt Kreiling, Odcnbauscn aus dem Gemcindcteald Odcichaufen Distr. 3b Sackbändeh 4a Wintfernroalb, 5 c Hohcrwald, 6 Stoßkopf und Totalität. Eiche: 3 Stämme 3. Äl. — 1,21 Im., 5 Stämme 4. Äl. — 0,96 Fm., 2 Nm. Schtchtnutzholz, SO Rm. Reifer. Buche: 175 Rm. Scheit, 174 Rm. Knüppel, 860 Rm. Reifer. Fichte: 1 Stamm 4. Kl. - 0,14 Fm. Kiefer: 2 Stämme 3. StL — 0,66 Fm., 9 Stämme 4. Kl. -= 1,60 Fm., 2 Rm. Scheu, 9 Rm. Knüppel, 43 Rm. Reifer.
2. Rochm. von 2 Uhr ab bei Wirtin L. Weisbrod Ww., Tal; höben mts dem Gemeindewald Salzböden Diftr. 1 Rheinbach, 13 a Faberstück, 3 a Austück, 6 Greussen, 14 Schottenholz, 11 Hardt und Totalität.
Eiche: 28 Stämme 4. Kl. -- 5^4 Fm., 13 Stämme 3. Kl. — 4,82 Fm., 7 Rm. Schichtnutzholz, 3 Rm. Scheit, 18 Rm. Knüppel, 5 Rm. Stöcke, 657 Rm. Reiser. Buche: 2 Stämme 3. Kl. — 0,98 Fm., 311 Rm. Scheit, 126 Rm. Knüppel, 18 Nm. Stöcke. 1205 Rm. Reiser. Fickte: 67 Stangen 1. Kl. — 6,03 Fm., 35 Stangen 2. Kl. — 2,10 Fm., 30 Stangen 3. Kl. — 0,90 Fm., 1 Rm. Scheit, Rm. Knüppel, 160 Rm. Reiser. Ztiefer: 1 Stamm 3. Kl.
0,34 Fm., 39 Stämme 4. Kl. 4V7 Für, 8 Rm. Knüppel, 22 Rm. Reifer. Erle: 1 Rm. Scheit, 1 Nm. Knüppel.
Ferner von der Wüstung am Oberwalgerner Weg: Birnbaum: 2 Rm. Derbholz, 5 Rm Reiser. Kiefer: I Rm. Knüppel, 55 Nm. Reiser.
Strofborf, den 26. Februar 1909.
Der Bürgermeister.
I. B- Pfeiffer. B^/o
Holzversteigernng
Montag, deu 8. Marz d. I. werden aus den Distrikten Alte- berg und Steinswiesenkopf der Forstwartei Ulfa, sowie den Dislrcklen Kleerberg, Schlägelsberg, Gierköpfe, Schellenhecke, Schenkenwald und Rainröder Spies versteigert:
Stämme: 1 Eiche 4. Kl. — 0^8 Fm., 11 Etchen 5. u. b. ÄL = 2 Fm-, 1 Esche 6. Kl. = 0,31 Fm., 37 Fichten 5. KL = 13,08 Fm.,- Nutzknüppel: 58 Rm. Fichten (bid 9 m lang[; Nutzreisrg. 44 Rm Fichten IBohnenstangen, Lattenholz): Scheiter, Rm.: 208 Bucken 1. u. 2. KL, 3 Kirschbaum, 1 Erle: Knüppel, Rm.: 297 Buchen 1. u. 2. Kl., 91 Eichen, 17 Birken, Aspen, Erlern Kirfch- baum, 4 Kiesern, 19 Fichten 2. KL: Knüppelreifig: 158 Rm. Buchen, gem öhnlrch Rc 1 ftg, Rm.: 263 Buchen (Ajtretng), 396 Stammretsig im Alleberg, 330 Eichenstammreifia, 22 Erlen dcsgL, 56 sichten in Schichten- Stöcke, Rm.: 111 Buchen 1. u. 2. Klasse,
Zusammenkunft vormittags Vs 11 Uhr im Alteberg bei Nr. 1095 am Strecköbergsweg, Fortsetzung im Kleerberg um H°1 Uhr am Erlenweg. Das blau unterftrichene Holz komuü nicht zum Ausge- bot. Das in den Difttftteit Steinswiesenkops, Ramröder Spies, Schenkenwakd, Schellenhecke zerstreut sitzende Holz wird nicht vor- gezeigt. WeitereAuskunft erteilen die Großh. Forftwarte Zimmer in 11 Ira und Adam m Rainrod.
Eichelsdors, den 24. Februar 1909.
Großherzogliche Oberförstcrei EicheLsdorf.
M a n u. B”/;
Kleine Tageschronik.
Durch eingehende Nachprüfungen stellte die Kriminalpolizei in Berlin fest, daß von den zur Anzeige gebrachten Messerstecher e i e n neun erdichtet sind.
Die beiden Verurteilten im Beleidigungsprozeft'c Berger haben keine Revision eingelegt. Dr. F. Fl gen stein in Paris ließ durch feinen Rcchtsbeistand der Berliner 2-taainnwalttoaft mitteilcn, er halte es für seine Ehrenyslicht, hi? Strafe aus sich zu nehmen, zu der er verurteilt worden sei. Er habe Berlin verlassen, weil er nach dem ungemein scharfen Anträge des Staats anwaltcs annahm, daß feine sofortige Verhaftung unvermeidlich sei. Er hätte noch febr dringende Privatangelegenheiten ordnen muffen, deren Aufschüben für ihn ernste wirtfchaftliche Konsequenzen gehabt hätten.
15 politifche Verbannte, die wegen Fluchtversuches in Fr kutsk zum Tode verurteilt worden waren, hoben im Gefängnis Gift genommen. Einer ist gestorben, vier liegen fchivcr krank darnieder. Erst bann wurde den Verurteilten mitgetcilt, daß das Urteil vom Hauptkriegsgerickt aufgehoben luovben fei.
In Triest wütet eine fürchterliche Bora. Tie Arbeiten im Freihafen mußten gänzlich eingestellt lucrben. Die Schiffahrt ist nahezu lahmgclegt. Aus Istrien wird über heftige Kälte bc richtet. In P i s i n 0 siel das Thermonreter bis auf 14 Grad unter Null.
In Kvnstantinv pel kam cs bei der gestrigen Aufführung der „Lustigen Witwe" durch eine österreichische Trupp': zu wüsten Ausschreitungen. Rach dem vierten Bilde begann auf ein Zeichen aus dem Parkett ein furchtbares Gepfeife und G e - johle. Auf den Galerien wurden die Wafserhähne aufge- sperrt, während man Stühle unb Stöcke ins Parkett schleuderte Es herrschte eine fürchterliche Verwirrung und Aufregung. Die Aufführung des Stückes wurde sofort eingestellt und das Theater geräumt. Die Polizei verhaftete zahlrcichc Montenegriner.
handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Millionen-Beleihung i n F r a n k f u r t a. 9)1. Wie die „Franks. Ztg." erfährt, ist das tu der Erbauung begriffene „Zeilhaus", ein auf freistehendem Baublock als aufteilbares Geschäftshaus seitens der Firma Cohn L Kreh projekliertes Objekt von der Preußischen Bodenkreditaktieubank mit 2 200 000 Mk. belieben worden. Die Grunderwerbspreise summieren sich ebcnsalls auf 2 200 000 All.
Vierprozentige Bayrische Staats-Anleih c. Gleichlautend von verschiedenen Seiten kommt die Meldung, da,; das Resultat der Subskription auf 60 Mill. Mk. neue Bayrische Anleihe den Erwartungen nicht entjprochcn hat. Es wird nur nut einer zwei- bis dreifachen Ueberzeichnung gerechneL Beinahe hatte es den Anschein, als ob auch diese mehrfache Ueber-zeichnung nicht ftattgefimbcn hat, sondern nur der aufgelegte Betrog voll gezeichnet wurde — und das langt ja auch.
Gießener Wetterdienst.
BorauSfichtlichc Witternng für Heften am Sonntag den 28. Februar: Fortdauer der Frostwitterung. Vielfach Schnee bei wechselnder Bewölkung. Nördliche Winde.
Original-DrahtnreLSunsen.
Paris, 27. F-ebr. Die Diplomatie möchte die serbische Note verhindern und die Belgrader Regierung ersuchen, ihre Wünsche endgültig zu präzisieren. Wenn diese Wunsche gemäßigt sind, so sei es wahrscheinlich, wie der „Matin" mitteilt, daß die Mächte sich zu Anwälten Serbiens und Oesterreichs machen werden und oiellcicht würde man dabei in Belgrad, die Konzessionen durchblickcn lassen, zu welchen Oesterreich bereit wäre. Ter österreichischserbische Konflikt würde daun entweder durch direkte Vcr Handlungen zwischen Wien und Belgrad, oder durch die Vermittelung besrenudeter Mächte beigelegt werden. Rach Beilegung des Konfliktes würde aber trotzdem die Balkan- Konferenz zusamuientreteu müssen, da die Aenderung der aus dem Berliner Vertrage resultierenden Verhältnisse nicht ohne die Zustimmung der Signatarmächtc augängig sei.
Paris, 27. F-ebr. Die Zustimmung Rußlands zu einer gemeinsamen Aktion der Mächte in Belgrad bedeutet keinestt'egs, daß dieser Schritt sofort unteruonttucir werd,eu wird. Es bleibt den europäischen Kabinetten noch übrig, sich über die Erklärung zu einigen, welche in Belgrad abgegeben werden soll.
Versteigerung.
Dicnstaa deu 2. ds. Mrs., nackm. 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung:
1 schweren Wagen, 1 Fahrrad, 1 Nähmaschine, 1 Sancnfmranf, ca. 1000 Luer Wein, 1 Pianino, Lorbeerbäume, 1 Badeeinricht., Bilder, 1 Diamantriiig, 1 Lodern thcke, Betten, Sophos, Kleider- schränke, Vertikows unb andere MöbeL (1295
Versteigerung teilw. bestimmt.
Born, Gerichtsvollzieher in Gießen.
DF* Versteigerung.
Montag den 1. März d. Fs. sollen dahier Walltorstrastc u (Darmstädter Hausl 01328 li Ein Svrechapparat.
2) Mehrere Pserde unb Wagen,
1 Part. Schuhwar., Saltlcrwar., 1 Steppmasch. f. Schuhm., 3 Nähmaschinen, 2 Klaviere, Schreibt., 1 Fahrrad, 1 Kassenschr., 1 Bücherschrank, 1 Mille Zig., 3 Schweine, Haus u. Küchengeräte all. Art u. oersch. And. zwangsw. geg. Barzahlung oerst. werd. Berit, ad 1 find, beit., u. 2 teilte, beft. statt.
Seipel, Gerichtsvollzieher.^
MMMsteigeWg
Dienstag den 2. März, nachm.
2 Uhr, versteigere ich Kirchenplatz 15 hier
1 vollst. Bett, Kommode, Tische, Ladentheke, Kastanienräster, Handkarren, 2 Wagen, Stühle, 1 Partie leere Körbe, 1 Partie Bretter, 1 elektrische Schelle und viele andere Sachen gegen baor. (01327
Versteigerung findet bestimmt statt.
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